DE169497C - Thermoelektrisches Pyrometer zum Messen der Temperatur geschmolzener Leiter. - Google Patents
Thermoelektrisches Pyrometer zum Messen der Temperatur geschmolzener Leiter.Info
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Description
PATENTAMT.
Die Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen an thermoelektrische!! Elementen,
insbesondere an solchen, welche bei Pyrometern zum Messen der Temperatur von Bädern, z. B. von geschmolzenem Blei, Kupfer,
Aluminium u. dgl., sowie zur Messung der Temperatur von Quecksilberbädern oder Bädern von niedrigen Temperaturen Verwendung
finden. , .
ίο Bisher wurden die für diese Zwecke benutzten
Pyrometer aus zwei Elementen zusammengesetzt, die z. B. aus Platin und Platinlegierung oder Stahl und Nickel usw.
bestanden. Das erhitzte Metall, dessen Temperatur zu bestimmen war, wurde dabei als
leitende Verbindung zwischen die Enden der getrennt gehaltenen Bestandteile des Thermoelementes
gelegt, oder es wurden die in das Metallbad eingetauchten Enden durch elek-Irische
Schweißung miteinander verbunden. Hierbei werden die Enden der Elemente durch wiederholte und fortgesetzte Benutzung
bald brüchig, angegriffen oder amalgamiert, und folglich werden die Angaben des In-
35, strumentes unzuverlässig. Da es schwierig
ist, die Verbindungen auszubessern, so müssen* gewöhnlich die alten Elemente durch neue
ersetzt werden.
Nach vorliegender Erfindung werden nicht direkt die Enden der Elemente miteinander verbunden, sondern dieselben werden
getrennt gelassen, und ihre Verbindung wird durch das flüssige Metallbad hergestellt,
in welches die Enden eingeführt werden;
oder dasselbe Resultat wird dadurch erreicht, daß das Gefäß als eines der Elemente des
Elementenpaares benutzt wird, oder es wird das eine Element oder ein Teil desselben
durch den in das Bad eingetauchten zu behandelnden Körper gebildet. Die angegriffenen
oder amalgamierten Enden können abgeschliffen oder leicht durch neue ohne große Kosten ersetzt werden.
Die Erfindung besteht daher wesentlich aus einem thermoelektrischen Elementenpaar, welches
zwei getrennte Elemente enthält, einem Flüssigkeitsbade, in welches die genannten
Elemente eingetaucht werden, sowie aus Meßinstrumenten, vermittels welcher die durch
die Temperaturdifferenzen an den entgegengesetzten Enden der voneinander verschiedenen
Metalle hervorgerufenen elektromotorischen Kräfte gemessen werden.
In den beiliegenden Zeichnungen stellt
Fig. ι einen Aufriß, teilweise im Schnitt, dar, aus welchem schematisch die Form des
die Erfindung verkörpernden Pyrometers zu sehen ist.
Fig. ι a zeigt die Elemente, welche durch
Isolationsmaterial aneinander gehalten werden.
Fig. 2 zeigt eine abgeänderte Ausführungsform, bei welcher der Behälter eines der
Elemente des Elementenpaares bildet.
Fig. 3 zeigt den zu behandelnden Körper direkt in Verbindung mit einem der Elemente,
wobei dieser Körper das zweite Element ersetzt.
Fig. 4 und 5 zeigen abgeänderte Anordnungen der Elemente.
Fig. 6 ist eine schematische Darstellung, welche die den. zu behandelnden und in den
Stromkreis geschalteten Körper haltende Zange zeigt. : ■- -..:.■■ . ; l ■ .. . .·. ..·■■>;.■: ' .
Fig. 7 zeigt das Element und den zu behandelnden Körper miteinander verbunden.
Fig. 8 ist eine perspektivische Ansicht eines zum Verzinnen u. dgl. gebrauchten Apparates.
In Fig. ι sind mit A und B die Elemente eines thermoelcktrischen Elementcnpaares bezeichnet,
deren Enden a, b voneinander getrennt sind, anstatt, wie gewöhnlich, miteinander
verbunden zu sein. C ist ein Gefaß, \velches die Form eines Topffes oder
Schmelztiegels haben kann, oder es kann dieser Teil auch durch einen Teil des Brennofens
selbst gebildet werden, in welchen die Elemente A, B eingelegt werden. Wenn gewünscht,
kann mittels eines passenden Halters D, welcher mit einer Befestigungsvorrichtung
i, 2 zum Halten der Elemente versehen ist, die richtige Lage der Elemente A
und B eingestellt werden. E ist ein elek-
ao irisches Meß- oder Zählinstrument, z. B. ein Voltmeter von passender Konstruktion, an
dessen Klemmen die Elemente durch Drähte 10 und 11 angeschlossen sind.
Es ist leicht zu verstehen, daß, wenn die Enden der Elemente A, B in das in dem Behälter
C enthaltene Bad eingetaucht sind, die Flüssigkeit oder das geschmolzene Metall
selbst als Verbindung oder Brücke zwischen den beiden Enden wirkt, so daß ein Strom
in derselben Weise, als wenn die Elemente direkt miteinander verbunden wären, entsteht,
wobei die Stärke der elektromotorischen Kraft von der Temperaturdifferenz zwischen
den beiden entgegengesetzten Enden der EIemente abhängig ist. Die Trennung der Elemente
könnte auf einfache Weise, wie es Fig. ι angibt, oder durch Isoliermaterial /
(Fig. ι a) bewirkt werden. Das Isoliermaterial müßte aus schwer schmelzbarem Material bestellen,
wenn das Instrument zum Messen von hohen Temperaturen gebraucht werden soll.
Es ist augenscheinlich, daß das Gefäß, . wenn es aus demselben Metall oder Material
wie eines der Elemente des Elementenpaares besteht, selbst als ein Element des thermoelektrischen
Elementenpaares gebraucht werden kann, vorausgesetzt, daß ein Teil (A') , genügend lang ist, um das erforderliche kalte
Ende zu bilden. Derselbe Erfolg kann auch dadurch erreicht werden, daß man eine Stange
von demselben Material wie das Gefäß an dem Leiter befestigt. Diese Konstruktion
ist aus Fig. 2 ersichtlich. Auch kann der zu erhitzende Körper an einem der Elemente
befestigt werden, so daß er praktisch einen Teil desselben bildet, welcher mit dem anderen
Element zusammenwirkt. Eine derartige Konstruktion ist in Fig. 3 dargestellt, wo P
den in das Bad eingetauchten Körper bezeichnet, z. B. einen stählernen Spiralbohrer,
und A 2 eines der Elemente vorstellt, welches
mit einer Anschlußklemme zum Festhalten des einzutauchenden Körpers versehen ist.
Selbstverständlich kann auch, um den Körper festzuhalten und in elektrische Verbindung
mit -dem Meßinstrument zu bringen, eine Zange benutzt werden (Fig. 6). Da die Beschaffenheit
und Zusammensetzung des Stahls oder anderer Metalle in allen Teilen nicht die gleiche ist, so ist es vorteilhaft, Einrichtungen
zu treffen, um den Widerstand des Stromkreises je nach den verschiedenen Bedingungen
ändern zu können. Der in den Stromkreis eingeschaltete veränderliche Widerstand R ermöglicht, daß ein mit einer Skala
versehenes Instrument bei einem aus verschiedenen Metallen bestehenden Element verwendet
werden kann. Der Widerstand ist so zu regulieren, daß beim Eintauchen der
Elemente in das Metallbad, welches gerade die Temperatur seines Schmelzpunktes besitzt,
der Zeiger des Instrumentes einen dem bekannten Schmelzpunkt des Bades entsprechenden
Ausschlag anzeigt. Bei EIementen, wie z. B. Nickel und Stahl, wurden
leichte Veränderungen in den verschiedenen · Teilen des Materials die Ablesung des Instrumentes
nicht merklich beeinflussen. Der veränderliche Widerstand gestattet auch den Gebrauch eines Instrumentes, dessen Skala
durch Regulierung des Widerstandes leicht richtig eingestellt werden kann. Dieselbe Anordnung,
wie aus Fig. 3 ersichtlich, wird in der Praxis beim Verzinnen und Galvanisieren
von Metallplatten angewendet. In Fig. 4 ist ein Elementenpaar in passender Form für
den gewerblichen Gebrauch dargestellt, λνο-bei eines der Elemente (A) die Form einer
Stange hat und das andere (B) aus einem Rohr besteht. Der ringförmige Zwischenraum
ist mit einem Isoliermaterial / ausgefüllt, welches aus einem schwer schmelzbaren
Material bestehen muß, wenn das Instrument zum Messen hoher Temperaturen verwendet werden soll.
Wenn durch fortgesetzten oder wiederholten Gebrauch das den hohen Temperaturen
ausgesetzte Ende brüchig wird oder ausgebrannt ist, so daß dadurch schon ein beträchtlicher
Fehler beim Ablesen des Instru- . mentes entstehen kann, so können die angegriffenen
Teile leicht durch Abschleifen oder auf andere Art entfernt werden, so daß eine neue Oberfläche dem Stromdurchgange in
dem Flüssigkeitsbad dargeboten wird.
Für Pyrometer zur Messung von außerordentlich hohen Temperaturen bildet die in
Fig. 5 dargestellte Anordnung eine passende Konstruktion. Hier ist Gebrauch von Primär- iao
elementen A, B gemacht, welche nicht miteinander verbunden sind, ausgenommen, wenn
eine Verbindung durch die Flüssigkeit bewirkt wird, und welche aus einem gegen
hohe Temperaturen widerstandsfähigen Material, wie Platin und Platinlegierung, bestehen.
Mit diesen Elementen sind Leiter F und F' aus billigerem, weniger widerstandsfähigem
Material, wie Stahl, verbunden. Diese zusätzlichen Leiter bilden Sekundärelementenpaare,
die sich gegenseitig neutralisieren.
Es ist selbstverständlich, daß der Behälter C in Fig. 3 ähnlich wie der Behälter C in
Fig. 2 als ein Element eines Elementenpaarcs benutzt werden kann.
In Fig. 6 wird das einen Spiralbohrer P bildende Element von einer Zange, die aus
demselben Material wie der Bohrer besteht, um die Bildung von Sekundärströmen zu
vermeiden, gehalten. In Fig. 7 ist das EIe-
ao ment B mit dem Bohrer P durch eine Klammer
/ aus nichtleitendem Material verbunden, so daß es jederzeit mit dem Bohrer entfernt
werden kann, wodurch eine überflüssige Abnutzung des Elementes verhindert wird.
Wie aus Fig. 8 ersichtlich ist, kann dasselbe Prinzip in Verbindung mit Behältern
oder Gefäßen zum Verzinnen oder Galvanisieren von Tafeln oder Platten benutzt werden. , Diese Anordnung ist wesentlich die-
selbe wie vorher, C ist ein gußeiserner Kasten, B ein Element und P das andere
Element, welches durch die zu behandelnde Platte gebildet wird.
Da die elektromotorische Kraft des EIementenpäares
von der Temperaturdifferenz an den entgegengesetzten Enden der Elemente
abhängig ist, so müssen, um die Wechselwirkungen in der die genannten äußeren Enden umgebenden Atmosphäre zu beseitigen,
passende Einrichtungen zur Aufrechterhaltung einer konstanten Temperatur vorgesehen werden.
Ein in Fig. 1 durch punktierte Linien angedeuteter und mit J bezeichneter Wasseroder
Dampfmantel o. dgl. wird dem geforderten Zweck entsprechen und bei allen
anderen hier beschriebenen Konstruktionen anwendbar sein.
Claims (3)
1. Thermoelektrisches Pyrometer zum Messen der Temperatur geschmolzener
Leiter, insbesondere flüssiger Metalle, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden aus
verschiedenen Stoffen bestehenden, elektromotorisch wirksamen Bestandteile des
Thermoelementes völlig voneinander getrennt sind und ihre Enden getrennt in das flüssige Metall tauchen.
2. Ausführungsform des thermoelektrischen Pyrometers nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der eine der beiden Bestandteile des Thermoelementes
durch den zu behandelnden Körper, beispielsweise einem auszuglühenden Metallbohrer,
gebildet wird.
3. Ausführungs'form des thermoelektrischen Pyrometers nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der eine der beiden Bestandteile des Thermoelementes durch den zu behandelnden Körper und
der andere durch den das Metallbad enthaltenden Behälter gebildet wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR344418T | 1904-06-28 | ||
| GB190414545T | 1904-06-28 | ||
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Publications (1)
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| DE169497C true DE169497C (de) | 1906-04-02 |
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1904169497D Expired DE169497C (de) | 1904-06-28 | 1904-06-28 | Thermoelektrisches Pyrometer zum Messen der Temperatur geschmolzener Leiter. |
Country Status (3)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE169497C (de) |
| FR (1) | FR344418A (de) |
| GB (1) | GB190414545A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1120180B (de) * | 1958-05-23 | 1961-12-21 | Asea Ab | Vorrichtung zur kontinuierlichen Temperaturmessung von Schmelzen in Schmelzoefen |
| DE1168668B (de) * | 1962-08-04 | 1964-04-23 | Degussa | Tauch-Thermoelement fuer die Temperaturmessung von Stahl- und Metallschmelzen |
-
1904
- 1904-06-28 FR FR344418A patent/FR344418A/fr not_active Expired
- 1904-06-28 GB GB190414545D patent/GB190414545A/en not_active Expired
- 1904-06-28 DE DE1904169497D patent/DE169497C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1120180B (de) * | 1958-05-23 | 1961-12-21 | Asea Ab | Vorrichtung zur kontinuierlichen Temperaturmessung von Schmelzen in Schmelzoefen |
| DE1168668B (de) * | 1962-08-04 | 1964-04-23 | Degussa | Tauch-Thermoelement fuer die Temperaturmessung von Stahl- und Metallschmelzen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR344418A (fr) | 1904-11-04 |
| GB190414545A (en) | 1904-07-28 |
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