DE1690687C - Vorrichtung zur Kathodenzerstäubung - Google Patents
Vorrichtung zur KathodenzerstäubungInfo
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Description
35
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Kathodenzerstäubung mit Ringentladung in einem Piasmaraum,
der innerhalb eines Rezipienten durch ein hochfrequentes, den Rezipienten axial durchdringendes,
elektromagnetisches Feld erzeugt ist, und bei der Kathode, Anode und Auffänger als den Plasmaraum
einhüllende Elektroden angeordnet sind, nach -Patent 1515311.
Der Gegenstand nacn dem Hauptpatent vermittelt
eine Lehre, durch die gegebenenfalls auch mit hoher Zerstäubungsrate die Beschichtung großflächiger Elemente,
z. B. Werkstücke, möglich ist und deren Ausübung auch bei industriellem Einsatz keine grundsätzlichen
Schwierigkeiten bereitet. Das zu bestäubende Gut kann nämlich die Kathodenzerstäungsvorrich-
tung z. B. in der bei Aufdampfvorrichtungen bereits bekannten Weise, d. h. im Bereich einer Stirnseite des
Rezipienten, durchlaufen. Bei gleichzeitiger Bestäubung großer Werkstückmengen bereitet jedoch die
Herstellung und Verwendung von Rezipienten aus elektrisch isolierendem Material, wie ζ 3. Glas oder
Keramik, um so größere Schwierigkeiten, je größer fio
der Rezipient ist. Schwierigkeiten dieser Art lassen sich durch Verwendung metallischer Rezipienten, ζ. Β
solcher aus Stahl, umgehen, wobei dann die das Plasma erregende und zur Erzeugung eines hochfrequenten, elektromagnetischen Feldes dienende Er- r>5
regerspule innerhalb des metallischen Rezipienten anpeordnet werden muß.
im folgenden näher erläutert sind: Wird eine innerhalb einer ionisierbaren, verdünnten Gases (10~4 bis
10 Tot) angeordnete elektrische Spule mit hochfrequenter Wechselspannung erregt, so gelingt es niciü.
ein Ringentladungsplasma zu zünden. Es bilden sie!: nämlich im elektrostatischen Hochfrequenzfeld dc:
Spule unmittelbar zwischen den jeweils benachbart Windungen der Spule Entladungen aus, die zu eine,::
Abfall i\er an der Spule angelegten elektrischen Spannung
und des Spulenstromes und damit auch des fi,,-die
Ringentladung erforderlichen induzierten Zirkularfeldes führen. Dieser Nachteil ist auch nicht dun.!
"umkleiden der Spulenwindungen mit einem isoliere den Material behebbar, da dies nur zur Folge hat, da:
die schädlichen hochfrequenten Entladungen am isolierenden
Mantel ansetzen, der dann als Kapazität innerhalb des schädlichen Entladungskreises wirkt. Zl
Schaffung einer hinreichend geringen Kapazität un, damit eines hinreichend kleinen direkten Entladung
stromes zwischen den Windungen der Erregerspuk muß, um eine Ringentladung zünden und aufrechte;
halten zu können, die Isolation so dickwandig gewä!ι"
werden, daß die Isolation einen in sichzurammenhan
genden Block bik'et, in dem die Spule eingebettet ist
Der Frfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei
dem Gegenstand nach dem Hauptpatent die Verwendimg solcher Pezipienten zu ermöglichen, die trotz
graßer Abmessungen mit vertretbarem Aufwand hergestellt
werden können. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Rezipient metallisch
ausgeführt ist und in seinem Inneren im Bereich der Mitte ein«, zur Erzeugung des hochfrequenten,
elektromagnetischen Feldes erforderliche Erregerspule enthält, die elektrisch vom Rezipienten isoliert
und gegen das Rezipienteninnere vakuumdicht angeordnet ist, und uaß die Elektroüen den Plasmaraum
innenseiiig begrenzen.
Vorteilhafterweise wird dabei die Erregerspule in einem elektrisch isolierenden, gasundurchlässigen,
kolbenartigen Behälter angeordnet; etwa innerhalb eines Olasgefäßes, das beispielsweise auf Hochvakuum
evakuiert oder mit Luft von Atmosphärendruck, oder höher oder auch mit einem zugleich als Kühlmittel
verwendbaren Isolierstoff, z. B. öl, gefüllt ist. Außerdem ergeben sich die Vorteile, daß trotz Verwendung
eines metallischen Rezipienten das Plasma mit Hilfe einer eleklrouenlüsen Ringentladung erzeugt
werden kann, wodurch nur ein sehr niedriger Druck des Zerstäubungsgases und nur eine relativ geringe
Zerstäubungsspannung zwischen Anode und Kathode nötig sind, und daß zwischen den einzelnen
Windungen der Hochfrequenzspule keine Entladung zündet. Außerdem kann sich der Behälter, der die
Spule vom eigentlichen Zerstäubungsraum trennt, nicht mit dem zerstäubten Material überziehen, was
sonst zu einer Abschirmung des Hochfrequenzfeldes führen würde. Vorteilhafterweise liegt der Rezepient
auf bezüglich der Kathode positivem Potential. Hierdurch wird ein eventuell unerwünschtes Zerstäuben
der Rezipientenwand verhindert.
Es ist zweckmäßig, den zur Aufnahme der Spule dienenden Behälter lösbar mit der Rezipientenwandung zu verbinden, z. B. vakuumdicht zu verschrauben. Bei entsprechender Ausbildung des vorzugsweise
flanschartigen Bodens des Behälters kann dieser, ohne daß es hierzu eines großen Umrüstens bedarf, in übliche Bedampfungsanlagen eingesetzt werden. Der beschriebenen Anordnung ist auch der weitere Vorteil
eigen, daß die Umrüstung bereits vorhandener Auf-. dampfanlagen in Vorrichtungen zur Kathodenzerstäubung
ohne großen Aufwand durchführbar ist.
An dieser Stelle sei noch erwähnt, daß die beschriebene Vorrichtung zunächst einen schlechten
Wirkungsgrad erwarten ließt, da ein im Rezipienten 7 induzierter, zum Errr^erstrom gegenläufiger Zirkularstrom
des elektrist · Zirkularfeld im Plasmaraum,
d. h. im Raum zwiscncn dem geschlitzten Behälter und der Rezipientenwandung, schwächen muß. Führt
man eine kleine elektrische Spule als Sonde in den Plasmaraum ein und mißt man bei fehlender Ringentladung
bei Atmosphärendruck die in dieser Spulensonde induzierte hochfrequente Spannung mit und
ohne metallischen Rezipienten, so stellt man zwar eine Verstärkung der Sondenspannung durch den Rezipienten
fest. Führt man dagegen eine als Drahtschleife ausgebildete Sonde für das Zirkularfeld um die Erregerspule
herum, so ergibt sich erwartungsgemäß eine Schwächung der Sondenspannung durch den metallischen
Rezipienten. Diese Ergebnisse legen somit den Schluß nahe, daß die Vorrichtung nach der Erfindung
zur Erzeugung einer Ringentladung wenig geeignet ist.
Untersuchungen haben jedoch gezeigt, daß der Ionisationsgrad des mit der beschriebenen Vorrichtung
erzeugten Ringent'adungsplasmas durch den metallischen
Rezipienten allenfalls nur geringfügig geschwächt wird und daß bei richtiger Anpassung der
zum Einspeisen der hochfrequenten Wechselspannung in die Erregerspule dienenden Quelle, z. B. eines
Hochfrequenzgenerators, die Anordnung der Er- ·. regerspule auch nicht oder zumindest nur unwesentlich
nachteiliger ist' als die bisherige Verwendung einer sogenannten Außenspule, d. h. einer um den Rezipienten
aus Glas herumgefühjten Erregerspu'e. Dieses
übe» raschende Ergebnis läßt sich deuten, wenn man annimmt, daß der Ringentladungsstrom selbst
die von der Erregerspule ausgehende hochfrequente, elektromagnetische Strahlung schon so weit abschirmt,
daß der im metallischen Rezipienten induzierte Zirkularstrom nur klein ist.
Die Figur zeigt in teilgeschnittener schematischer Darstellung ein Ausführungsbeispiel der beschriebenen
Kathodenzerstäubungsvorrichtung. Diese Vorrichtung weist einv,n Rezipienten 7 aus Metall, z. B.
Stahl, auf, in dessen Mitte eine im Betrieb der Vorrichtung vom elektrisch'"! Strom durchflossene Hochfrequenzspule
4 angeordnet ist. Die Hochfrequenzspule 4 ist normalerweise aus einer wassergekühlten
Rohrschlange gebildet und taucht in einen gegebenen falls lösbar mit einer Bodenplatte 8 des Rezipienten 7
verbundenen Glaskolben 5 ein, unter dessen Wirkung die Hochfrequenzspule gegen das Rezipienteninnerc
elektrisch isoliert sowie gasundurchlässig abgeschlossen ist. Koaxial zur Hochfrequenzspule 4 und zum
Glaskolben 5 ist ein als Anode geschalteter Behalte·. 6
angeordnet, der zur Vermeidung einer Abschirmung des hochfrequenten, elektromagnetischen Feldes bei 9
ίο geschlitzt ist. Zweckmäßigerweise ist auf die Mantelaußen-
oder -innenfläche dieses Behälters eine beispielsweise
wasserdurchflossene, in der Zeichnung nicht dargestellte Kühlschlange aufgebracht. Als Kathode
dient eine im Bereich der Bodenplatte 8 des Reis zipienten7 angeordnete, zweckmäßigerweise in Scymente
zerteilte, kreisscheioenförmige Platte 1. Die Kathode und ihre in der Zeichnung nur schematisch
dargestellten Stromanschlußelemente 13, 14 sind gegen
die Bodenplatte 8 des ..iezipienten elektrisch isoao
liert bzw. elektrisch isoliert durch diese hindurchgc
führt. Die mit 2 bezeichneten, zu bestäubenden Werk stücke sind auf einer ebenfalls konzentrisch zum Glaskolben
5 bzw. Behälter 6 angeordneten sowie au! Anodenpotential liegenden, kreisscheibenförmig.· π
as PIaUe 3 aufgebracht. Die Evakuierung des Rezipier>ten
und des Glaskolbeninneren erfolgt über Durchbrechungen 10, 11 bzw. 12, die mit in c".er Zeichnung
nicht dargestellten Vakuumpumpen gekoppelt sind" ■ Die Wandung des Behälters 7 und die Trägerplatte 8
können in an sich bekannter Weise mit Kühlrohren ausgekleidei sein, die mit entsprechenden, in der
Zeichnung ebenfalls nicht dargestellten, rohrförmigen Zu- und Ableitungen in gas- bzw. flüssigkeitsdurchlässiger
Verbindung stehen. Durch Beschicken der Rohrleitungen mit Kühl- bzw. Heizmedien, wie z. B.
Wasser, wird eine Kühlung bzw. Ausheizung dieser Elemente und damit eine Überhitzung des Rezipienten
oder eine Verunreinigung der herzustellenden Schichten durch austretende Fremdatome bzw. -moleküle
unterbunden. Die Hochfrequenzspule 4 erzeugt im Betrieb in dem zwischen dem Behälter 6 und der
Innenwandung des Rezipienten? ausgebildeten Raum, dem sogenannten Plasmaraum, eine elektrodenlose
Ringentladung. Die axiale Länge der Hochfrequenzspule 4, des Glaskolbens 5 und des geschlitzten
Behälters 6 kann so klein gewählt sein, daß auch der zwischen der Stirnfläche des Behälters 6 und der
benachbarten Rezipientenwandung vorhandene Raum für die Erzeugung des Plasmas ausgenutzt werden
kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Vorrichtung zur Kathodenzerstäubung mit Ringentladung in einem Plasmaraum, der innerhalb
eines Rezipienten durch ein hochfrequentes, den Rezipienten axial durchdringendes, elektromagnetisches
Feld erzeugt ist, und bei der Kathode, Anode und Auffän£,er als den Plasmaraum
einhüllende Elektroden angeordnet sind, nach Pa- i»
tent 1515311, dadurch gekennzeichnet, daß der Rezipieiv: (7) metallisch ausgeführt
ist und in seinem Inneren im Bereich der Mitte eine zur Erzeugung des, hochfrequenten, elektromagnetischen
Feldes erforderliche Erregerspule (4) enthält, die elektrisch vom Rezipienten (7) isoliert
und ge?en das Rezipienteninnere vakuumdicht
angeordnet ist, und daß die Elektroden (1,3 und 6) den Plasmaraum innenseitig begrenzen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Erregerspule (4) in einem elektrisch isolierenden, gasundurchlässigen, kolbenartigen
Behälter (5) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden (1, 3,6) und der
zur Aufnahme der Erregerspulc (4) dienende Behälter (5) lösbar mit der Rezipientenwandung verbunden
sind.
4. Vorrichtung nach Anspuch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Pezipient (7) auf bezüglich der Kathode (1) positivem PoU itial liegt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DES0109853 | 1967-05-12 | ||
| DES0109853 | 1967-05-12 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE1690687B1 DE1690687B1 (de) | 1972-08-24 |
| DE1690687C true DE1690687C (de) | 1973-03-29 |
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