DE1690288B2 - Trommelbarer Hohlleiter - Google Patents
Trommelbarer HohlleiterInfo
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Description
Die Erfindung befaßt sich mit einem trommelbaren Hohlleiter zur Übertragung von linear polarisierten
elektromagnetischen Wellen. Der Hohlleiter hat einen vom Kreis abweichenden Innenquerschnitt mit
großer und kleiner Achse und mit stetigem Verlauf der Berandung. Er besteht aus einem nahtlosen Aluminiumrohr
und ist gegebenenfalls mit einem dielektrischen Schutzmantel umgeben.
Bei der Verwendung von Energieleitungen, die aus starren, rechteckigen oder runden Hohlleiterabschnitten
zusammengesetzt sind, benötigt man zahlreiche Flansche zum Verbinden der Einzelabschnitte,
wodurch sowohl die Kosten als auch die an den Verbindungsstellen entstehenden Reflexionen eines derartigen
Hohlleiterzuges in unerwünschter Weise erhöht werden.
Einen praktisch endlosen Hohlleiterzug ohne Zwischenschaltung von Hohlleiterflanschen kann man
bekanntlich dadurch verwirklichen, daß man den Hohlleiter aus einem gewellten Metallrohr herstellt.
Eine derartige Energieleitung ist bereits seit längerer Zeit auf dem Markt und hat sich beim Aufbau von
Funkstationen im Dezimeter- und Zentimeterwellengebiet bewährt. Dieser trommelbare Hohlleiter besitzt
einen ungefähr elliptischen Querschnitt und weist gegenüber dem vergleichbaren Rechteckquerschnitt
eine kleinere Dämpfung auf. Er ist beispielsweise in der deutschen Patentschrift 1 193 125 oder in der Telefunkenzeitung,
35. Jahrgang, Heft 136, Seite 113, beschrieben. Die Herstellung dieses Hohlleiters ist jedoch
relativ zeitraubend und teuer, da man das für den Hohlleiter verwendete Kupferrohr zuerst mit einer
ganz bestimmten Wellung versieht und anschließend den zuvor runden Querschnitt zu einem ungefähr
elliptischen Querschnitt verformt. Zum Schutz gegen
ίο mechanische Beschädigung wird dann der so geformte
Metallhohlleiter zusätzlich mit einem geeigneten dielektrischen Schutzmantel versehen. Ein derart aufgebauter
Hohlleiter ist nun aber nicht für alle Anwendungsgebiete
optimal. Dies gilt insbesondere dann,
wenn er als Antennenspeiseleitung bei festen Stationen Verwendung findet, da seine durch die Wellung
bewirkte Trommelbarkeit auf relativ kleine Kabeltrommeln hierbei praktisch nicht zur Wirkung kommt.
Für lange Hohlleiterstücke, die höchstens zum Trans-
ao port auf geeignete Trommeln aufgespult werden müssen,
jedoch nach ihrer Verlegung nicht mehr bewegt werden, ist der Aufwand, der für die Herstellung des
oben beschriebenen elliptischen Wellrohrhohlleiters erforderiich ist, nicht gerechtfertigt. Außerdem
kommt durch diesen Anwendungszweck der Vorteil, daß man den Wellrohrhohlleiter ohne nachteilige Beeinflussung
seiner elektrischen Eigenschaften mehrere hundert Male umtrommeln kann, nicht zum Tragen,
da ein derartiger Hohlleiter als Speiseleitung für eine ortsfeste Antennenanlage lediglich während der
Montage gebogen und/oder tordiert wird.
Es ist ferner bekannt, Hohlleiter mit glatter Wand und elliptischem Querschnitt durch Verwendung von
Aluminium als Hohlleitermetall biegsam auszubilden.
Hierbei ergibt sich jedoch beim Biegen eine unerwünschte Querschnittsdeformation, welche die Übertragung
nachteilig beeinflußt.
Die Erfindung hat sich bei dem oben beschriebenen Hohlleiter die Aufgabe gestellt, einen Hohlleiter zu
^o finden, der in bezug auf seine elektrischen und mechanischen
Eigenschaften optimal für den Aufbau fester Antennenstationen ist.
Gelöst wird dies dadurch, daß die Gesamtwandstärke des Hohlleiters derart ungleich gewählt ist, daß
diese bei unsymmetrisch zur großen Achse verlaufendem Innenquerschnitt im Bereich der kleinen Achse
minimale Werte aufweist, die zu maximalen Werten gehen und bei symmetrisch zu beiden Achsen verlaufendem
Innenquerschnitt von im Bereich der Hohlleiterachsen liegenden Minimalwerten auf zwischen den
Hohlleiterachsen liegende Maximalwerte geht.
Hierzu gibt es mehrere Lösungen. Einmal kann der Hohlleiter auf seiner äußeren Oberfläche mit in
Längsrichtung verlaufenden dielektrischen Streifen versehen werden. Diese aufgebrachten Streifen bewirken,
daß sich beim Biegen oder Tordieren des Hohlleiters der Innenquerschnitt nicht in unerwünschter
Weise ändert, so daß noch eine störungsfreie und eindeutige Übertragung der eingespeisten
elektromagnetischen Wellen möglich ist.
Eine andere Lösungsmöglichkeit besteht darin, daß man die äußere Oberfläche des Hohlleiters mit einem
dielektrischen Mantel umgibt, der längs seiner Querschnittsberandung verschiedene Stärke aufweist. Die
Mantelstärke wird an den Stellen dicker gewählt, die beim Biegen nicht deformiert werden sollen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die gewünschte Wirkung dadurch erzielt,
daß die metallische Hohlleiterwand selbst längs ihrer Querschnittsberandung verschiedene Wandstärke
hat. Dies kann beispielsweise so erfolgen, daß man durch in Hohlleiterlängsrichtung verlaufende Metallstreifen
auf der äußeren Oberfläche des Hohlleiters die gewünschte Steifigkeit erzwingt. Aus fertigungstechnischen
Gründen ist es hierbei zweckmäßig, die Berrndung der äußeren Oberfläche stetig verlaufen
zu lassen.
Der wirksame Innenquerschnitt des erfindungsgemaß ausgebildeten Hohlleiters, der eine glatte Innenwand
aufweist, kann in verschiedener Weise gewählt werden. So kann man z. B. seinen Innenquerschnitt
symmetrisch zu den Hauptachsen des Hohlleiterq-.'erschnittes
ausbilden. Ferner ist es möglich, daß der innenquerschnitt lediglich zu einer Hauptachse symmetrisch
ist. Die Länge der beiden erwähnten Haup'.achsen ist immer verschieden, wobei das Verhältnis der
kleinen zur großen Hauptachse vorzugsweise größer als 0,45 gewählt wird.
Die Querschnittsform des erfindungsgemäßen Hohlleiters sollte in erster Näherung rechteckförmig
sein, um eine möglichst große Bandbreite zu erzielen. In Weiterbildung der Erfindung können dann die
Hohlleiterwände je nach den Anforderungen kontcav as
oder konvex gewölbt sein.
Für besonders große Bandbreiten wird man den Hohlleiter so ausbilden, daß er bei symmetrischem
Querschnitt zwei parallel zur Längsachse verlaufende Einbuchtungen aufweist. Auf diese Art erhält man einen
dem Steghohlleiter ähnlichen Hohlleiter, der trotz sehr großer möglicher Querschnittsänderung (Einschnürung)
beim Biegen noch eine eindeutige Übertragung ermöglicht.
Die Herstellung eines gemäß der Erfindung aufgebauten Hohlleiters erfolgt zweckmäßig durch nahtloses
Pressen eines Metallrohres in einer hierfür geeigneten Kabelmaschine.
Bei den bisher üblichen biegsamen Antennenspeiseleitungen hat man auch gewellte Metallrohre aus
Kupfer benutzt. Die Wetlung bedeutet eine mechanische Verlängerung des Hohlleiters. Sie führt zu nachteiligen
Reflexionen und geht außerdem auf die Dämpfung ein. Der erfindungsgemäß aufgebaute
Hohlleiter mit glatter Wand besitzt demgegenüber höchstens die gleiche Dämpfung, wobei ein Aluminium-Hohlleiter
die zusätzlichen Vorteile hat, daß er weicher und damit biegsamer ist als ein Kupfer-Hohlleiter
und darüber hinaus eine größe'e Korrosionsbeständigkeit aufweist.
An Hand einiger in den Figuren dargestellter spezieller Ausführungsbeispiele soll im folgenden die Erfindung
näher erläutert werden.
In Fig. 1 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei welcher der Hohlleiter 1 gleiche Wandstärke aufweist.
Die beiden Hauptachsen seines Querschnittes sind mit D und d bezeichnet. Die Querschnittsform entspricht,
um die gewünschte große Bandbreite zu erzielen, etwa einem Rechteck mit stark abgerundeten und
nach außen gewölbten Seiten. Um beim Biegen oder Tordieren dieses Hohlleiters eine nachteilige Änderung
seines Innenquerschnittes zu vermeiden, ist seine äußere Oberfläche mit einem dielektrischen Mantel 2
umgeben, der längs seiner Querschnittsberandung keine konstante Dicke aufweist. Beim dargestellten
Ausführungsbeispiel ist die Wandstärke des Mantels im Bereich der Hauptachsen des Hohlleiters am geringsten.
Die äußere Kontur der dielektrischen Ummantelung stellt ein Rechteck mit stark abgerundeten
Ecken und nach innen gewölbten Seiten dar.
In einer weiteren in der Fig. 2 dargestellten Ausführungsform
der Erfindung weist der Hohlleiter einen Querschnitt auf, der lediglich zu einer Hauptachse
symmetrisch ist. Die Wandstärke des Hohlleiters 4 isi längs der Querschnittsberandung konstant. Ungefähr
im Bereich der vier »Ecken« sind zusätzliche in Hohlleiterlängsrichtung verlaufende Metallstreifen 5, 6, 7
und 8 mit der Hohlleiterwand 4 verbunden, die auf Grund ihrer Formgebung und Lage eine unzulässige
Änderung des wirksamen Innenquerschnittes beim Biegen und/oder Tordieren des Hohlleiters verhindern.
Die erwähnten Streifen können beispielsweise aus dem gleichen Material bestehen wie der Hohlleiter
4 und auf dessen äußere Oberfläche aufgeschweißt sein. Die genaue Lage und Dicke der Längsstreifen
sind vom jeweiligen Querschnitt und Material des Hohlleiters 4 abhängig.
Eine weitere Möglichkeit, die Erfindung zu verwirklichen, ist in der Fi g. 3 angedeutet. Der dort dargestellte
Hohlleiter 10 hat eine äußere Berandung, die durch einen Halbkreis mit abgerundeten Ecken
gebildet wird. Sein Innenquerschnitt ist so gewählt, daß durch verschiedene Wandstärken längs der Berandung
des Hohlleiterquerschnittes dieser verschiedene Festigkeit aufweist, so daß beim Biegen und/
oder Tordieren sein Querschnitt nicht in unerwünschter Weise verformt wird.
Zur Erzielung der gewünschten Breitbandigkeit kann der erfindungsgemäße Hohlleiter außerdem mit
mindestens einer in Hohlleiterlängsrichtung verlaufenden Einbuchtung versehen werden. In der Fig. 4
ist ein Hohlleiterquerschnitt dargestellt, der mit zwei symmetrischen, in Hohlleiterquerlängsrichtung verlaufenden
Einbuchtungen ausgestattet ist. Man erhält damit einen einem Steghohlleiter ähnlichen Hohlleiter.
Die große Hauptachse des Hohlleiters 9 der Fig. 4 ist mit D bezeichnet. Die kleine Achse, die
gleichzeitig den Abstand der beiden Einschnürungen darstellt, trägt die Bezeichnung a, während der Abstand
des nicht eingebuchteten Teiles des Hohlleiters mit d bezeichnet ist. Das Verhältnis der Hohlleiterbreite
d zu dem Abstand α bstimmt im wesentlichen die ausnutzbare Bandbreite eines derartigen Hohlleiters.
Beim dargestellten Ausführungsbeispiel wurde die Wandstärke des Hohlleiters im Bereich der
Hauptachsen dünner gewählt als im übrigen Bereich. Der Verlauf der verschiedenen Wandstärken geht dabei
stetig ineinander über. Als Berandungsfunktion des wirksamen Innenquerschnittes wird vorteilhafterweise
eine Cassinsche Kurve benutzt, d.h. für die Querschnittsberandung gilt die Funktion
(A° + Y2)2 - Ib2(X2 - y2) = k*- b4
mit den Festpunkten /\, F2 (±b,Q) und der Konstanten
k, wobei b< k<yl gewählt ist, damit man eine
Einbuchtung des Querschnittes erhält.
Bei den bisher beschriebenen Ausführungsformen der Erfindung wies der jeweilige Hohlleiterquerschnitt
bezüglich der Biegsamkeit jeweils eine Vorzugsebene auf. Für manche Anwendungszwecke ist
es jedoch vorteilhaft, wenn der Hohlleiter sowohl über die große als auch über die kleine Querschnittsachse
etwa in gleicher Weise gebogen werden kann. Die Erfindunggibt
nun die Möglichkeit, dies dadurch zu verwirklichen, daß man die Wandstärke so wählt, daß
die Biegsamkeit in beiden Ebenen nahezu gleich ist.
An Hand der in der Fig. 5 dargestellten Ausführungsform soll dies kurz erläutert werden. Der wirksame
Innenquerschnitt des dort dargestellten Hohlleiters 11 ist ungefähr rechteckförmig mit stark
abgerundeten Ecken und nach außen gewölbten Seitenflächen. Das Verhältnis der mit d bezeichneten
kleinen Hohlleiterachse zu der mit D bezeichneten großen Hohlleiterachse ist größer gewählt als 0,45.
Die Wandstärke des Hohlleiters 11 ist im Bereich der Hauptachsen dünner als außerhalb dieses Bereiches.
Beim dargestellten Ausführungsbeispiel ist der mit r bezeichnete innere Krümmungsradius des wirksamen
Hohllciterquerschntttes ungefähr gleich V4 der kleinen
Hohlleiterachse d. Im Bereich der sogenannten Ecken des Hohlleiters beträgt die Wandstärke / ungefähr
das zwei- bis vierfache der Wandstärke e im Bereich der großen Hauptachse des Hohlleiterquerschnittes.
Um nun zu erreichen, daß dieser Hohlleiter sowohl in Richtung der Hauptachse D als auch in
Richtung der hierzu senkrecht verlaufenden Achse d etwa gleiche Biegsamkeit aufweist, kann man die
Wandstärke e und b im Bereich der Hauptachsen in geeigneter Weise verschieden wählen. Der Übergang
der verschiedenen Wandstärken erfolgt beim dargestellten Ausführungsbeispiel stetig.
S Bei dem in der Fig. 5 dargestellten Hohlleiterquerschnitt
liegen die vier abgerundeten äußeren »Ecken« des Hohlleiters auf einem Kreis mit dem Radius
R. Dies bringt den Vorteil, daß die erforderlichen Flansche zum Anschließen des Hohlleiters in an sich
ίο bekannter Weise durch einfache Überwurfmuttern
verwirklicht werden können, die mit ihrem Innengewinde in ein entsprechendes Außengewinde des
Hohlleiters im Bereich dieser äußeren Ecken eingreifen. In Weiterführung der Erfindung kann man bereits
beim Herstellen des Hohlleiters dafür Sorge tragen, daß das Hohlleiterende bezüglich seiner Wanddicke
so verstärkt wird, daß der Hohlleiter in diesem Bereich außen einen runden Querschnitt aufweist. Diese Ausführungsform
mit verstärktem Hohlleiterende ermög-
ao licht ein besonders einfaches Anbringen von Armaturen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (5)
1. Trommelbarer Hohlleiter zur Übertragung von linear polarisierten elektromagnetischen
Wellen, der einen vom Kreis abweichenden Innenquerschnitt mit großer und kleiner Achse und
mit stetigem Verlauf der Berandung hat und aus einem nahtlosen Aluminiumrohr besteht, wobei
dieser Hohlleiter gegebenenfalls mit einem dielektrischen Schutzmantel umgeben ist, d adurch
gekennzeichnet, daß die Gesamtwandstärke des Hohlleiters derart ungleich gewählt ist, daß diese bei unsymmetrisch zur großen
Achse verlaufendem Innenquerschnitt im Bereich der kleinen Achse minimale Werte aufweist,
die zu maximalen Werten gehen und bei symmetrisch zu beiden Achsen verlaufendem Innenquerschnitt
von im Bereich der Hohlleiterachsen liegenden Minimalwerten auf zwischen den Hohlleiterachsen
liegende Maximalwerte geht.
2. Hohlleiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei symmetrischem Querschnitt
die Maxima (/) der Wandstärke etwa das Zweibis Vierfache der minimalen Wandstärken (e) im
Bereich der großen Achse betragen (Fig. 5).
3. Hohlleiter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß er bei symmetrischem Querschnitt
zwei parallel zur Längsrichtung verlaufende Einbuchtungen besitzt.
4. Hohlleiter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Brandung des Innenquerschnitts
nach einer Cassinschen Kurve verläuft (Fig. 4).
5. Hohlleiter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die äußere
Querschnittsberandung stetig verläuft.
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