DE1690096C - Verfahren und Vorrichtung zum Abstopfen der kunststoffisolierte Adern enthaltenden Kabelseele oder eines Teiles derselben eines Nachrichtenkabels - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Abstopfen der kunststoffisolierte Adern enthaltenden Kabelseele oder eines Teiles derselben eines NachrichtenkabelsInfo
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Description
Bei Nachrichtenkabeln besteht bei einet BcschUcli-•· gung des Mantels die Gefahr, daß sich die eindringende Feuchtigkeit axial ausbreiten kann, so daß ein
größerer Abschnitt des Kabels vollauft. Diese Gefahr der axialen Ausbreitung von bei Beschädigung ein· s
% dringender Feuchtigkeit ist besonders bei Nachrichtenkabeln mit kunststoffisolierten Adern sehr groß,
da die kunststoffisolierten Adern dem axialen Vordringen der eindringenden Feuchtigkeit keinen Widerstand entgegensetzen. ία
Es ist daher bereits bekannt (britische Patentschriften 1006 897 und 1046 314), Nachrichtenkabel mit
kunststoff Isolierten Adern in bestimmten Abstünden mit einer Feuchligkeitsbarriere zu versehen, welche
die weitere axiale Ausdehnung des eingedrungenen »s Wassers verhindert. Bei der Herstellung solcher
Nachrichtenkabel bereitet das Einbringen der als Feuchtigkeitsbarriere wirkenden Stoffe gewisse
Schwierigkeiten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der zum Abstopfen verwendete Stoff in Pulver- ao
form in die Kabelseele oder in einen Teil derselben eingebracht werden soll. Bei den bekannten Verfahren
hat man daher eine Trägersubstanz, beispielsweise in Form einer vaselineartigen Paste auf Kohlenwasserstoff-
bzw. Silikonbasis, zum Einbringen des as pulverförmigen Materials verwendet.
Diese Schwierigkeiten werden besonders groß, wenn das Kabel nicht nur stellenweise, sondern über
seine ganze Länge mit einem feinkörnigen Pulver abgestopft werden soll. Es ist ein Kabel dieser Art
bekannt (USA.-Patent 2 507 508), das insbesondere als Schiffskabel eingesetzt wird und das über seine
ganze axiale Ausdehnung hin mit einem pulverförmigen quellbaren Stoff gefüllt ist, damit bei einem Wassereinbruch
in die Seele dieses Kabels die axiale Ausbreitung des eindringenden Wassers unterbunden ist.
Zur Herstellung eines solchen Kabels ist es bekannt, die Adern mit einem quellfähigen Pulver wie beispielsweise
Bentonit zu bestäuben und dann zu verseilen. Der Nachteil hierbei liegt darin, daß auf diese
Weise verhältnismäßig wenig Material in die Kabelseele eingebracht werden kann. Wird diese Bestäubung
der Adern vor der Verseilung vorgenommen, so fällt außerdem ein Großteil des aufgestäubten Pulvers
bei der Verseilung ab. Auch ergibt sich eine nicht unbeträchtliche Verschmutzung der Verseilmaschinen.
Beim Bestäuben der bereits verseilten Kabelscele wird jedoch in die inneren Teile der Seele
fast kein Material eingebracht. Das Bestäuben läßt sich daher nur bei Kabelseelen mit außerordentlich
geringen Aderzahlen anwenden, versagt jedoch bei Einbringen von pulverförmigem Material in Kabelseelen
oder Verseilelemente mil einer Vielzahl von Adern. Zur Herstellung des bekannten Schiffskabels
ist es daher ebenfalls bekannt, eine Paste als Trägermaterial zu verwenden. Für hochwertige Nachrichtenkabel
ist dies jedoch insofern von Nachteil, als durch die Paste die elektrischen Werte, insbesondere
die Betriebskapazitätswerte, in unzulässig hohem Maße heraufgesetzt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, zum Abstopfen der kunststoffisolierte Adern enthaltenden
Seele eines Nachrichtenkabels oder eines kunslstoffisolicrte Adern enthaltenden Elementes der Seele
eines Nachrichtenkabels mit einem feinkörnigen Pulver ein Verfahren zu schaffen, mit dem
das feinkörnige Pulver ohne Verwendung einer besonderen Trägersubstanz in die Kabelseele oder
ein Element der Kabelseele eingebracht werden "Sir Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung von
einem Verfahren aus, bei dem der Höh raum zwischen den Adern locker mit dem feinkörnigen Pulver
ausgefüllt wird. GemUß der Erfindung wird das feinkörnige
Pulver durch eine Druckdifferenz zwischen dem das feinkörnige Pulver enthaltenden Behalter
und der zu füllenden Kabelseele bzw. dem zu füllenden Element derselben in die noch nicht ummantelte
Kabelscele bzw. in das Element derselben eingebracht, _, ,
Auf diese Weise wird das feinkörnige Pulver gleichzeitig über den Querschnitt verteilt eingebracht,
ohne daß eine Trägersubstanz erforderlich ist.
An sich ist es bekannt, zum Abdichten elektrischer Kabel eine pastös-flüssige Suspension unter Druckanwendung
in die Kabelseele einzubringen (britische Palentschrift 589 955). Hierbei wird aber mit dem
durch eine Zahnradpumpe erzeugten Druck lediglich der Transport der Suspension von einem Vorratsbehälter
zu einem konischen Behälter bewirkt, durch den die Elemente der Kabelseele unmittelbar vor der
Verseilung hindurchlaufen.
Weiterhin ist es zum Einbringen eines wasserundurchlässigen Materials in ein elektrisches Kabel
bekannt, das Material unter Druckanwendung bei der Verseilung der Elemente des Kabels in den
Verseilnippel einzupressen (britische Patentschrift 987 508).
Gegenüber diesen bekannten Verfahren zum Längsabdichten elektrischer Kabel befaßt sich die
Erfindung jedoch allein damit, ein pulverförmiges Gemisch in die Kabelseele oder in ein Element der
Kabelseele einzubringen. Dies erfolgt bei dem neuen Verfahren durch eine Druckdifferenz zwischen dem
das pulverförmige Gemisch enthaltenden Behälter und der zu füllenden Kabelseele bzw. dem zu füllenden
Element der Kabelseele. Hierzu geben die bekannten Verfahren keinen Hinweis.
Die Druckdifferenz kann durch Einführen von Druckluft in den das feinkörnige Pulver enthaltenden
Behälter erzeugt werden. Das feinkörnige Pulver kann aber auch durch einen einen Teil der abzustopfenden
Kabelseele bzw. des abzustopfenden Elementes derselben axial durchsetzenden Luft- oder Gasstrahl
in den Hohlraum zwischen den Adern der in diesem Teil zwangsweise geführten Kabelseele bzw.
des in diesem Teil zwangsweise geführten Elementes mitgerissen werden. Da der das feinkörnige Pulver
mitreißende Gas- oder Luftstrahl auch das Innere der abzustopfenden Kabelseele bzw. des abzustopfenden
Elementes der Kabelseele durchsetzt, wird das feinkörnige Pulver gleichförmig über den gesamten Hohlraum
zwischen den Adern abgelagert.
Eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens wird in Weiterbildung des Erfindungsgedankens
derart ausgeführt, daß die abzustopfende Kabelseele bzw. das abzustopfende Element einer Kabelseele
durch eine zylindrische Führung hindurchgezogen wird, die etwa in ihrer Mitte mit einem das
feinkörnige Pulver enthaltenden Behälter in Verbindung steht, in dessen Inneren ein höherer Druck als
innerhalb der zylindrischen Führung besteht.
Eine besonders wirksame und gleichmäßige Ablagerung des vom Luft- oder Gasstrahl mitgerissenen
feinkörnigen Pulvers ergibt sich, wenn der das feinkörnige Pulver enthaltende Behälter über einen die
abzuklopfende Kabelseile bzw. das abzuslopfende
Element einer Kabelseele umschlloßonden Rlngspali mit der zylindrischen Führung In Verbindung steht.
Zur Erleichterung der Fertigung ompfUihlt es sich
weiterhin, die abzuslopfonde Kabelseole bzw. das ab· s
zustopfende Element einer Kabelseele weitläufig mit einer die Adern dieser Kabolseelo bzw. dieses Elementes
zusammenhaltenden Haltewendel zu umspinnen. Infolge dor Weitläufigkeit dieser Umspinnung bedeutet
diese Haltewendel keine Behinderung des Ab-Stopfens. Weiterhin ist es zweckmäßig, die abgestopfle
Kabelseele bzw. das abgestopfte Element einer Kabelseele mit einem Band überlappend zu umspinnen,
damit das in den Hohlraum zwischen den Adern angebrachte feinkörnige Pulver bei der weiteren Verarbeitung
nicht wieder abfüllt.
Zur Erläuterung der Erfindung ist in der Figur ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens nach der Erfindung schematisch wiedergegeben. ao
Im Behälter 1 befindet sich das feinkörnige Pulver 2, mit dem die Kabelseele 5 abgestopft werden
soll. Die trichterförmige Spitze des Behälters 1 mündet in den Ringspalt 3 der zylindrischen Führung 4,
durch deren Hohlraum die Kabelseele S von rechts nach links durchgezogen wird. Dem oberen Teil des
Behälters 1 wird über die Rohrleitung 6 Druckluft zugeführt. Die Größe des hierdurch innerhalb des
Behälters 1 entstehenden Druckes wird mit Hilfe des Druckmessers 7 angezeigt. Im Innern des Behälters 1
ist also ein höherer Druck als innerhalb der zylindrischen Führung 4.
Infolge dieses Überdruckes — etwa 7 bis 10 atü — im Innern des Behälters 1 wird das pulverförmige
Gemisch 2 über den Ringspalt 3 in die Kabelseele 5 eingedrückt. Die Größe des Ringspaltes 3 ist entsprechend
dem Durchmesser der Kabelseele 5 gewählt. Das feinkörnige Pulver 2 setzt sich infolge der düsenartigen
Ausbildung des Ringspaltes 3 in den Hohlräumen zwischen den Adern der Kabelseele 5 fest,
und zwar gleichmäßig über den Querschnitt der Kabelseele.
Statt der im dargestellten Ausführungsbeispiel abgestopften Kabelseele kann auch ein Element einer
Kabelscele, also beispielsweise ein Bündel, nach dem Verfahren nach der Erfindung und mit Hilfe der im
Ausführungsbeispiel dargestellten Vorrichtung abgestopft werden.
Claims (8)
- Patentansprüche:I. Verfahren zum Abstopfen einer kunststoffisolierte Adern enthaltenden Nachrichtenkabelseele oder eines kunststoff isolierte Adern enthaltenden Elementes einer Nachrichtenkabelseele mit einem feinkörnigen Pulver, wobei der Hohlraum zwischen Adern locker mit dem feinkörnigen Pulver ausgefüllt wird, d u d u r c h g e k ο η η ζ e i c h ■ not, daß das feinkörnige Pulver(2) durch eine Druckdifferenz zwischen dem das feinkörnige Pulver enthaltenden Behälter (I) und der zu TUllenden Kabelseele (5) bzw. dem zu füllenden Element derselben in dio noch nicht ummantelte Kubolseele (S) bzw. In das Element derselben eingebracht wird. ,,,Ji
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckdifferenz durch Einführen von Druckluft in den das feinkörnige Pulver (2) enthaltenden Behälter (1) erzeugt wird.
- 3. Verfuhren nach Anspruch 1 oder 2, dadurcli gekennzeichnet, daß das feinkörnige Pulver (2) durch einen einen Teil der abzustopfenden Kabelseele oder des abzuslopfenden Elementes derselben axial durchsetzenden Luft- oder Gasstrahl in den Hohlraum zwischen den Adern der in diesem Teil zwangsweise geführten Kabelseele bzw. des in diesem "Teil zwangsweise geführten FJl-mentes mitgerissen wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die abzuslopfende Kabelseele bzw. das abzustopfende Element einer Kabclsecle vor dem Abstopfen weitläufig mit einer Hallewendei umsponnen wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die abzustopfende Kabelseele oder das abzustopfende Element einer Kabelseele nach dem Abstopfen mit einem den Abfall des feinkörnigen Pulvers verhindernden Band überlappend umsponnen wird.
- 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch !, dadurch gekennzeichnet, daß die abzustopfende Kabelseele (S) bzw. das abzustopfende Element einer Kabelseele durch eine zylindrische Führung (4) hindurchgezogen wird, die etwa in ihrer Mitte mit einem das feinkörnige Pulver (2) enthaltenden Behälter (1) in Verbindung steht, in dessen Inneren ein höherer Druck als innerhalb der zylindrischen Führung (4) besteht.
- 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der das feinkörnige Pulver enthaltende Behälter (1) über einen die abzustopfende Kabelseele bzw. das abzuslopfende Element einer Kabelseele umschließenden Ringspalt (3) mit der axialen Führung (4) in Verbindung steht.
- 8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß dem das feinkörnige Pulver enthallenden Behälter (1) Druckluft zugeführt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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