DE1675982C2 - Dichtungsvorrichtung fur Absperr schieber - Google Patents
Dichtungsvorrichtung fur Absperr schieberInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Dichtungsvorrichtung für Absperrschieber mit einem mit Strömungsdurchgängen
versebenen Gehäuse, einem in dem Gehäuse angeordneten und zwischen einer Offenstellung
und einer Schließstellung bewegbaren Ventilglied, wobei das Gehäuse oder das Ventilglied
eine Ventilsitzfläche aufweist und wobei die Dichtungsvorrichtung einen Strömungsdurchgang umgibt,
die in der Schließstellung des Ventils zwischen dem Gehäuse und den Ventilteilen einen mediumdichten
Abschluß schafft und die wenigstens einen mit der Ventilsitzfläche zusammenarbeitenden, aus elastischem
Material bestehenden Dichtungsring aufweist.
Für die Diclitungsvorrichtungen wird üblicherweise elastisches Material, wie natürlicher und synthetischer
Kautschuk, Neopren, Polytetrafluorethylen, Viton.
Polyamid od. dgl., verwendet. Wenn das elastische Material verhältnismäßig weich ist, wie z. B. synthetischer
Kautschuk mit einer Durometerharte von 6tl bis 80, ist es schwierig, eine einfache Ausfuhrung zu
schaffen, die bei hohen Arbeitsdrücken, wie z. E. bei
Drücken in der Größenordung von 14 kg/cm* oder höher, einwandfrei arbeitet. Jedoch sind solche weichen
elastischen Materialien insofern vorteilhaft, als sie eine wirksame Abdichtung an Ventilsitzflachen
ίο auch dann schaffen, wenn diese nicht besonders glatt
sind. Außerdem können die weicheren Materialien eine Abdichtung ohne Rücksicht auf das Vorhandensein
fester Fremdstoffe schaffen, und sie haben eine erwünschte Abstreifwirkung, wenn das Ventilglied
zwischen der Offen- und der Schließstellung bewegt wird.
Die härteren Materialien, wie z. B. Polyamide, sind verschleißfester als die weicheren Materialien, und sie
sind für höhere Arbeitsdrücke vorteilhaft, jedoch erfordern sie, um einen dichten Abschluß herzustellen,
glattere Ventilsitzflächen. Daher werden sie im allgemeinen durch das Vorhandensein von festen Fremdstoffen
nachteilig beeinflußt, und sie haben keine so gute Abstreifwirkung wie die weicheren Materialien.
»5 Es ist auch ein Ventil (USA.-Patentschrift
2 955 392) bekannt, bei welchem der elastische Verschlußdichtungsring von nichtelastischen metallenen
Halteflanschen umgeben ist, dessen der Ventilsitzfläche zugewandte Seite so mit scharfen Kanten ge-
staltet ist, daß Dichtungsringmaterial, welches im Betrieb beim Schließen des Ventils nicht in die
Dichtungsringnut innerhalb des Halteringes gedrückt wird, von den scharfen Kanten abgeschnitten wird.
Bei einer Ausführungsform ist der Dichtungsring
zwischen zwei konvergierenden Flanschen in einen kanalförmigen Halter geformt, dessen der Ventilsitzfläche
zugewandtes Ende, wenn er aus Messing oder ähnlichem schnell verschleißenden Material gebildet
ist, wie die scharfen Kanten der ersten Ausführungsform wirkt. Wenn der Halter aus rostfreiem Stahl
oder anderem verschleißbeständigem Material gebildet ist, wird beim Schließen eine kleine Menge des
Materials des Dichtungsringes in Richtung gegen die Ventilsitzfläche gedrückt.
Es ist ein Gummialbdichtungsring für Hähne, insbesondere Hähne der Nahrungsmittelindustrie (deutsche
Patentschrift 855 184), bekannt, der aus zwei verschieden harten Baustoffen zusammengesetzt ist.
Der weichere Baustoff übernimmt hierbei die Abdichtung an dem stationären Gehäuse, während der härtere
Bauteil die Gleitabdichtung am Hahnküken übernimmt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Ventil der einleitend
genannten Art zu schaffen, dessen Dichtungsvorrichtungen die vorteilhaften Eigenschaften sowohl der
verhältnismäßig harten elastischen Materialien als auch der verhältnismäßig weichen elastischen Materialien
aufweisen. Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Kombination folgender Merkmale
gelöst, daß die Dichtungsvorrichtung einen aus ver-
! hältnismäßig hartem, nicht metallischem elastischem Material bestehenden Dichtungsring aufweist, der in
seiner der Ventilsitzfläche zugewandten Endfläche mit einer Ausnehmung versehen ist, die von einem aus
weicherem elastischem Material bestehenden Ein- ! satz ausgefüllt ist, der eine ringförmige Fläche aufweist,
die zusammen mit einer benachbarten ringförmigen Fläche des Dichtungsringes mit der Ventilsitz-
fläche dichtend in Eingriff tritt und daß die der Einsatzausnehmung benachbarten vorstehenden Uppenartigen
Teile des Dichtungsringes zum Zusammenpressen des Einsatzes verformbar ausgebildet
id
Bei Verwendung eines Ventils mit einer Dichtungsvorrichtung gemäß der Erfindung tritt zunächst die
Ringfläche des aus dem weicheren elastischen Material bestehenden Einsatzes mit der Ventilsitzfläche
in Eingriff. Bei Erhöhung des Druckes gelangt auch der aus dem verhältnismäßig harten elastischen
Material bestehende Dichtungsring mit der Ventilsitzfläche in Eingriff. Eine solche Dichtungsvorrichtung
besitzt allgemein die Eigenschaften sowohl des harten als auch des verhältnismäßig weichen elastisehen
Materials. Wenn im normalen Betrieb der weiche elastische Einsatz zusammengepreßt und in
Berührung mit der Ventilsitzfläche gedrückt wird, wird ein guter mediumdichter Abschluß erhalten,
selbst wenn die Ventilsitzfläche eine Oberflächenbehandlung erfahren hat, dL gewöhnlich bei Verwendung
einer Dichtung aus hartem elastischem Material, wie z. B. ein Polyamid, keinen ausreichenden
mediumdichten Abschluß ergibt. Außerdem stellt das weiche elastische Material eine Abdichtung un- *5
abhängig von dem Vorhandensein von Fremdstoffen her, und es übt die erwünschte Abstreifwirkung auf
die Ventilsitzfläche aus, wenn das Ventilglied bewegt wird. Weiterhin vermag durch die Verformbarkeit
der lippenartigen Teile der weiche elastische Einsatz 3" verhältnismäßig hohen Mediumdrücken zu widerstehen,
da er in dem aus hartem elastischem Material bestehenden Dichtungsring zusammengepreßt angeordnet
ist.
Es ist ein Ventil bekannt (USA.-Patentschrifl 2 810 543), bei dem die Dichtungsvorrichtungen jeweils
einen O-Ring aufweisen, der in einer Ausnehmung angeordnet ist, die durch einen Teilering
und einen Sitzring, die beide aus Metall bestehen, oder durch zwei Metalleinsätze gebildet ist. Die 40;
Wunde der Ausnehmung verlaufen auf der der Ventilsitzfläche zugewandten Seite schräg derart, daß die
Öffnung der Ausnehmung zur Ventilsitzfläche hin verkleinert ist, um ein Herausquetschen des O-Ringes
aus der Ausnehmung zu verhindern. Die Dichtungsfunktion wird dabei von dem O-Ring ausgeübt. Nur
im Fall eines Versagens des O-Ringes sollen die Metallringe eine Notdichtung bis zur Reparatur darstellen.
Hs sind weiter Ventile mit Keilschieber bzw. Flachschieber (britische Patentschrift 724 578 bzw.
USA.-Patentschrift 3 006 599) bekannt, bei denen die Dichtungsvorrichtungen einen Dichtungsring aus
elastischem Material aufweisen, der in einem metallenen Haltering bleibend angeordnet ist. Die Dichtungsfunktion
wird hierbei nur von dem aus elastischem Material bestehenden Dichtring ausgeübt.
Es ist schließlich ein Verfahren zur Herstellung einer Sitz- und Dichtfläche, beispielsweise für Ventile
und Schieber, bekannt (deutsche Patentschrift 6^
543 507), die in einer Aussparung des Gehäuses gelagert ist und in dieser durch einen in seiner
Form veränderlichen metallenen Innenring festgehalten wird. Bei der Herstellung der Sitz- und Dichtfläche
wird der Innenring bleibend nach außen aul'geweitet und dadurch in Druckverbindung mit dem
in der Gehäuseausiiehmung gelagerten elastischen Ring gebracht, so daß dieser sicher in der Gehäuseausnehmung
gehalten ist. Die freiliegende Stirnfläche des elastischen Ringes übt die Dichtungsfunktion aus.
Alle diese bekannten Ausführungen weisen keine Dichtungsvorrichtungen auf, bei denen die vorteilhaften
Eigenschaften von hartem elastischem Dichtungsmaterial und weichem elastischem Dichtungsmaterial
miteinander kombiniert sind oder werden können.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungsring
von der Einsatzausnehmung zu seinem Außenumfang und seinem Innenumfang sich erstreckende
kleine Kanäle aufweist, die zum Verankern des Einsatzes wenigstens auf einem Teil ihrer
Länge etwas von dem weicheren, elastischen Material enthalten, welches Verankerungsv erlängerungen des
Einsatzes bildet.
Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Dichtungsring auf einem konzentrischen
Tragring fest angeordnet. Außerdem kann der Dichtungsring vorzugsweise mit Bezug auf
eine an dem Gehäuse gebildete zylindrische Fläche verschiebbar angeordnet bein.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung beispielsweise erläutert.
F i g. 1 ist eine Schnittansicht eines Ventils, das mit einer Dichtungsvorrichtung gemäß der Erfindung
versehen ist;
F i g. 2 ist eine in vergrößertem Maßstab gehaltene Teilschnittansicht, die eine der zusammengesetzten
Dichtungsvorrichtungen zeigt, welche bei dem Ventil gemäß Fig. 1 verwendet werden;
F i g. 3 ist eine weiter vergrößerte Schniltansicht des in der Dichtungsvorrichtung gemäß F i g. 2 vorgesehenen
zusammengesetzten Dichtungsringes;
F i g. 4 ist eine in vergrößertem Maßstab gehaltene Teilschnittansicht des einen Endes des in Fig. 3
wiedergegeKnen Dichtungsringes;
F i g. 5 ist eine der F i g. 4 ähnliche Schnittansicht, in welcher der Dichtungsring in Berührung mit der
Ventilsitzfläche eines Ventilteiles, beispielsweise eines Vent'lschiebers, wiedergegeben ist;
F i g. 6 ist eine Teilschnittansicht eines aus einem Material, wie einem Polyamid, hergestellten Ringkörpers,
der zur Herstellung zweier Dichtungsringe der in Fig. 3 dargestellten Art vorbereitet ist;
Fig. 7 ist eine Stirnansicht des in F i g. (S wiedergegebenen
Ringkörpers;
F i g. 8 ist eine Schnittansicht, welche den Vorgang des Formens und Aushärtens des weicheren elastischen
Materials veranschaulicht;
F i g. 9 ist eine der F i g. f> ähnliche Ansicht, welche
die nach dem Formungsvorgang auszuführenden Bearbeitungsvorgänge veranschaulicht;
Fig. 10 ist eine Teilschnittansich*. eines Dichtungsringes,
nachdem an ihm die in F i g. 9 durch gestrichelte Linien angedeuteten Bearbeitungsvorgänge
ausgeführt worden sind;
F i g. 11 ist eine Teilschnittansicht des Dichtungsringes
gemäß Fig. 10, der auf einen metallenen
Trägerring aufgebracht ist;
Fig. 12 ist eine Teilschnittansicht eines Keilsc-:ieliers
für ein Ventil gemäß der Erfindung.
Das in Fig. I dargestellte Schieberventil besteht
aus einem Gehäuse 10 und einem bewegbaren Schieber 11. Das Gehäuse 10 kann auf verschiedene Arten
hergestellt sein, und bei dem dargestellten Beispiel ist es aus Metallplatten hergestellt. Die Seilenwände
12 des Gehäuses sind maschinell bearbeitet, um angeschweißte
Anschlußstutzen 13 aufzunehmen. Der Schieber 11 ist gewöhnlich mit einer Betätigungsstange
(nicht dargestellt) verbunden, welche sich ; durch eine geeignete Kappe oder Haube (nicht dargestellt)
hindurch nach außen erstreckt.
Die Betätigungsvorrichtung (nicht dargestellt), die mit der Betätigungsstange verbunden ist, kann eine
von verschiedenen Arten sein, beispielsweise ein Handrad, ein Getriebe oder eine ferngesteuerte pneumatische,
hydraulische oder elektrische Betätigungsvorrichtung.
Zwischen den inneren Endabschnitten der Naben
13 und dem Schieber 11 ist jeweils eine aus mehreren Teilen zusammengesetzte ringförmige Dichtungsvorrichtung
14 angeordnet. Wie es nachstehend beschrieben werden wird, sind diese Vorrichtungen 14 mit
Bezug auf das Gehäuse 10 abgedichtet, und sie stehen in Abdichtberührung mit den seitlichen Ventilsitzflächen
des Schiebers 11.
Der Schieberll kann bei verschiedenen Ausführungen
unterschiedliche Gestalt haben, und er ist bei dem dargestellten Beispiel als ebene Platte mit einer
Durchflußöffnung 16 dargestellt, die in der Offenstellung des Ventils mit den Durchflußöffnungen der
Stutzen 13 in Ausrichtung liegt.
Die Ausbildung jeder Dichtungsvorrichtung 14 ist in Fig. 2 wiedergegeben. Sie weist einen Haltering
17 auf, dessen einer Endteil maschinell bearbeitet ist, um in eine maschinell bearbeitete Bohrung 18
in dem Ventilgehäuse 10 hineinzupassen. Ein Hindurchlccken zwischen diesen zusammenpassenden
Flächen wird durch einen elastischen O-Dichtungsring 19 verhindert. Der andere Endteil des Halteringes
17 ist mit einer Bohrung 20 versehen, in der ein elastischer Dichtungsring 21 aufgenommen ist.
Bei der dargestellten Ausführungsform ist der Dichtungsring 21 auf einem Tragring 22 angeordnet. Er
ist aus verhältnismäßig hartem verschleißfestem Material, wie Polyamid, hergestellt. Eine Mehrzahl
von in Umfangsrichtung im Abstand voneinander angeordneten Schraubendruckfedern 23 stehen mit
dem inneren Ende des Dichtungsringes 21 in Eingriff und drücken ihn somit gemäß F i g. 2 nach rechts.
Es ist ein Schutz 24 gegen Ablagerungen vorgesehen, der sich zwischen dem Haltering 17 und dem Tragring
22 erstreckt. Dieser Schutz 24 kann die Form eines geschlitzten Ringes aufweisen, der in eine ringförmige
Ausnehmung 26 des Halteringes 17 eingesetzt ist und eine zylindrische Fläche 27 des benachbarten
Abschnittes des Tragringes 22 verschiebbar überlappt.
Der Dichtungsring 21 ist mit Bezug auf den Haltering
17 durch einen O-Dichtungsring 28 abgedichtet. Der Dichtungsring 21 wird in der in F i g. 2 wiedergegebenen
Stellung durch einen vorstehenden Flansch 29 gehalten, der mit einer Schulter 31 an
dem Haltering 17 im Eingriff steht
Dasjenige Ende des Dichtungsringes 21, welches den benachbarten Schieber berührt ist mit einem
ringförmigen Einsatz 32 verseten, der, wie nachstehend beschrieben, aus ela Material hergestellt ist, das verhäitHismäBig weicher ab das für den
Dichtungsring 21 verwendete Material ist
Der Dichtungsring 21 ist in F i g. 3 gesondert dargestellt Sein Außenranfang ist mit einer Nut 33 zur
Aufnahme des elastischen O-Ringes 28 versehen. Sein Innenumfang ist mit einer Nut 34 versehen, die
eine an dem Außenumfang des Tragringes 22 ausgebildete Rippe 36 (F i g. 2) passend aufnehmen kann.
Die bevorzugte Formgebung des den benachbarten Schieber 16 berührenden Endteiles des Dichtungsringes
21 ist wie folgt. Der aus elastischem Material bestehende Einsatz 32 ist in einer Ausnehmung
angeordnet, die durch eine Bodenfläche 38 und Seitenflächen 39 begrenzt ist. Die Seitenflächen
39 der Ausnehmung konvergieren in Richtung gegen das Ende des Dichtungsringes 21, und sie schaffen
lippenartige Teile 41 sowohl neben dem Außenumfang als auch neben dem Innenumfang des elastischen
Einsatzes 32. Die Außenfläche 42 des Einsatzes 32 kann gewöhnlich etwas gewölbt sein, wie
es in F i g. 3 angedeutet ist, jedoch wird sie eben, wenn sie in Berührung mit der Ventilsitzfläche gedrückt
wird. Die Außenflächen 43 der lippenartigen Teile 41 sind, wie dies aus F i g. 3 ersichtlich ist,
so bearbeitet, daß sie mit Bezug auf die Ebene einer benachbarten Ventilsitzfläche jeweils einen Winkel
in der Größenordnung von 15° bilden. Die äußere und die innere Eckkante sind abgeschrägt, wie dies
bei 44 und 45 angedeutet ist. Es sei bemerkt, daß die Flächen 43 derart ausgebildet sind, daß, wenn dieses
Ende des Dichtungsringes^! in Anlage an eine ebene Ventilsitzfläche gebracht wird, die anfängliche Berührung
an der Außenfläche 42 des elastischen Einsatzes 32 erfolgt, und daß danach, wenn diese
Fläche 42 etwas flachgedrückt wird, eine Berührung an den lippenartigen Teilen 41 hergestellt wird. In
anderen Worten ausgedrückt, die dem elastischen Einsatz 32 benachbart liegenden Flächen 43 sind
mit Bezug auf die nicht flachgedrückte äußere Fläche 42 des Einsatzes 32 etwas freigearbeitet.
Die vorstehend beschriebene Ausführung ist in F i g. 4 als vergrößerte Einzelheit wiedergegeben. Wie
ersichtlich ist, steht die Fläche 42 des elastischen Einsatzes 32 mit Bezug auf die benachbarten Flächen
der lippenartigen Teile 41 etwas vor. In F i g. 5 ist veranschaulicht, was eintritt, wenn der Dichtungsring
21 zur Anlage an einer Ventilsitzfläche 46 des Schiebers 16 gebracht wird. Wie oben ausgeführt, dient die
von den Federn 23 (F i g. 2) ausgeübte anfängliche Kraft, mit welcher der Dichtungsring 21 gegen den
Schieber 16 gedrückt wird, dazu, den elastischen Einsatz 32 genügend zusammenzudrücken, um eine
direkte Berührung der lippenartigen Teile 41 mit dem Schieber 16 herbeizuführen. Wenn die Kraft,
mit welcher der Dichtungsring 21 gegen den Schieber 16 gedrückt wird, zunimmt, biegt sie die lippenartigen
Teile 41 gegen den Einsatz 32, wodurch der auf
den Einsatz wirkende Druck und damit der Anlagedruck der Fläche 42 des Ansatzes 32 an der Ventilsitzfläche 46 erhöht wird. Durch diese Druckwirkung
wird ein guter mediumdichter Abschluß zwischen dem elastischen Einsatz 32 und der Ventilsitzfläche
46 aufrechterhalten. Gleichzeitig vermag der weiche elastische Einsatz 32 verhältnismäßig hohen Medhimdrücken zn widerstehen, da er in dem ans härterem
elastischem Material bestellenden Ring 21 gelagert ist
Im allgemeinen besitzt die vorstehend beschriebene Dichtungsvorrichtung die Eigenschaften sowohl
des harten als auch des verhältnismäßig weichen elastischen Materials. Wenn im normalen Betrieb der
weiche elastische Einsatz 32 zusammengepreßt und in Berührung mit der Ventilsitzfläche 46 gedrückt
wird, wird ein guter mediumdichter Abschluß cr-
Io
halten, selbst wenn die Ventilsitzfläche 46 eine Oberflächenbehandlung
erfahren hat, die gewöhnlich mit einem solchen Material, wie Polyamid, keinen ausreichenden
mediumdichten Abschluß ergibt. Außerdem stellt das weiche elastische Material eine Abdichtung
ohne Rücksicht auf das Vorhandensein von FremdstolTen her, und es übt die erwünschte Abstreifwirkung
auf die Ventilsitzflächc aus, wenn der Schieber bewegt wird. Wenn der Schieber zwischen
der OH'enstcllung und der Schließstellung bewegt m
wird, befindet sich ein Teil des Dichtungsringes 21 außer Berührung mit der Ventilsitzfläche 46. Auf
diesem Teil des Dichtungsringes ist die Preßwirkung auf den Einsatz 32 aufgehoben. Sobald jedoch der
Schieber in die vollständig geölTnete oder vollständig geschlossene Stellung gelangt, wird die Preßwirkung
in der oben beschriebenen Weise wiederhergestellt.
Bei der vollständig zusammengesetzten Dichtungsvorrichtung 14 bewirkt der Einsatz 32 eine Abdichtung
auf einem Durchmesser, der etwas kleiner als der Durchmesser der Bohrung 20 ist, mit weichet
der O-Ring 28 in Abdichtberührung steht (F i g. 2). Daher ist an der Zustromseitc des Ventils 10 eine
Mediumdruckzone vorhanden, die bewirkt, daß der LettungsdifTerenttaldruck den Dichtungsring 21 gegen
den Schieber 16 drückt. Unter solchen Bedingungen ist die Kraft, mit welcher der Dichtungsring
21 gegen den Schieber 16 gedruckt wird, sowohl von der Druckkraft der Federn 23 als auch von dem
LeitungsdilTcrcntialdruck abhängig.
Wenn das Ventil zusammengebaut ist, wird jeder Dichtungsring 21 mit Bezug auf seinen Haltering 17
um einen begrenzten Betrag nach innen gedruckt. Die Abmessungen sind derart, daß zwischen den
Seiten des Schiebers 16 und den Stirnflächen des Hallcringes 17 etwas Spiel vorhanden ist. Wenn der
Schieber geschlossen ist, wird er durch den Leitungs- ' druck gegen die Abstromseile des Ventils gedrängt,
so daß der abstromscitige Dichtungsring 21 im wesentlichen bis an die Grenze seiner Bewegungsmöglichkeil
gedrückt wird. Der in Stromaufwärtsrichtung liegende Flansch 29 befindet sich dann
nahezu in Berührung mit der Halteschultcr 31. Wird angenommen, daß es erwünscht ist, auf der Abstrom- j
seite eine Abdichtung aufrechtzuerhalten, dann können die Abmessungen derart sein, daß der Druck
des Schiebers 16 auf den abstromseitigen Dichtungsring 21 eine genügende Kraft zwischen dem Dichtungsring
und dem Schieber liefert, um die ge- ' wünschte Abdichtung aufrechtzuerhalten.
Wie oben ausgeführt, besteht der Zweck des Flansches
29 darin, den Dichtungsring 21 in seinem Haltering 17 zu halten. Zu dem Zeitpunkt, zu welchem
der Dichtungsring 21 in den Haltering 17 eingebaut wird, wird er in die Bohrung 20 hineingedrückt,
wodurch er in einem genügenden Ausmaß verformt wird, um zu ermöglichen, daß der Flansch
29 durch die Bohrung 20 hindurchgeht. Sobald der Dichtungsring 21 genügend weit in die Bohrung 20
hineingedrückt ist, schnappt der Flansch 29 in die in F i g. 2 wiedergegebene Lage.
Der Tragring 22 verstärkt den Dichtungsring 21 und trägt dazu bei, daß er in der gewünschten Form
verbleibt. Er hat vorzugsweise einen verhältnismäßig dichten Sitz in dem Dichtungsring 21. Dies kann dadurch
erreicht werden, daß der Dichtungsring 21 in kochendes Wasser eingetaucht wird, bevor er übet
den Tragring22 gezwangt wird. Wenn der Dichtungs
21 danach abkühlt, wird eine feste Schrumpfpassung erhalten.
Ein weiterer Zweck des Tragringes 22 besteht darin, eine ausreichende Sekundärdichtung oder
Sperre für den Fall zu schallen, ti iß der Dichtungsring
21, beispielsweise durch Feuer, zerstört wird.
Die F i g. 6 bis 11 veranschaulichen ein Verfahren
zur Herstellung des Dichtungsringes 21. Wie in Fig. 6 dargestellt, wird zunächst ein Ringkörper 51
geschaffen. Dieser kann von einem Rohr abgeschnitten oder geformt sein. Polyamid ist zufolge seiner
physikalischen Eigenschaften, die eine nachfolgende maschinelle Bearbeitung ermöglichen, ein geeignetes
Material zur Verwendung als Dichtungsring. Der Ringkörper 51 ist derart bemessen, daß er nach
bestimmten Arbeitsvorgängen, die nachstehend beschrieben werden, zwei getrennte Dichtungsringe 21
bildet. Zwei ringförmige Ausnehmungen 38 von der in F i g. 3 wiedergegebenen Querschnittsgestalt werden
in den Enden des Ringkörpers 51 durch geeignete Bearbeitung hergestellt. Außerdem wird eine
Mehrzahl von in Umfangsrichlung im Abstand voneinander liegenden kleinen Kanälen 52 vorgesehen
(Fig. 7). Diese Kanäle 52 stellen eine Verbindung zwischen den inneren Eckkanten der Ausnehmungen
38 und der Außenumfangsflächc bzw. der Innenumfangsfläche des Ringkörpers 51 her.
Nach der Formung des Ringkörpers 51 wird in die Ausnehmungen 38 ein geeignetes elastisches Material,
wie Viton, cingeformt. Dieser Einformungsvorgang erfolgt vorzugsweise auf die in Fie. S veranschaulichte
Weise. Bei diesem Beispiel werden zwei erhitzte Platten 53 und 54 verwendet, die durch
zweckentsprechende Mittel derart abgestützt sind, daß sie aufeinander zu und voneinander weg bewegt
werden können. Nach Einführung eines geeigneten Vorrats in die Ausnehmungen 38 wird der Ringkörper
51 zwischen den Platten 53, 54 zusammen mit einem konzentrischen metallenen Abslandsring 56
angeordnet, der eine Breite hat, die etwas kleiner als die Breite des Ringkörpers 51 ist. Durch Anlegen
eines Klemmdruckes werden die Platten 53 und 54 in eine Stellung bewegt, in welcher sie mit den
Enden des Abstandsringes 56 in Eingriff treten, wobei sie den Ringkörper 51 um ein vorbestimmtes
Maß zusammendrücken. Wenn die Platten 53 und 54 auf eine geeignete Aushärttemperatur erhitzt wer
den, werden die Endteile des Ringkörpers 51 zusammen mit dem Viton-Material ebenfalls erhitzt,
wodurch das Viton ausgehärtet und an die benachbarten, die Ausnehmungen 38 begrenzenden Flacher
gebunden wird. Während dieses Härtungs- bzw. VuI kanisierungsvorganges befindet sich das Viton unu·\
einem Druck, der ausreicht, um eingeschlossene I.uf und überschüssiges Material durch die kleinen Ka
näle 52 hindurch auszulassen. Das Vorhandenseil von herausgepreßtem Material am Ende des HUr
tungsvorganges ist eine Anzeige für einen richtige] Formungsablauf, bei welchem l.ufteinschlüsse ode
Leerräume in den Ausnehmungen 38 vermiede werden. Außerdem dient das in die Kanäle 52 gt
preßte Material als zusätzliche Verankerung für di auf diese Weise in den Ausnehmungen 38 gebildete
Einsätze 32.
Nach Beendigung des Häriungsxorganges wird d.
Ringkörper 51 einer Reihe von maschinellen Ren
beitungsvorgängen unterworfen, durch die er cm
Formgebung erhält, die in F i g. >» durch gcstrichcli
309 638/41
Linien veranschaulicht ist Diese maschinellen Bearbeitungsvorgange
dienen dazu, die Flansche 2·), die die O-Ringc 28 (Fig. 2) aufnehmenden Nuten
33, die Endflächen 43, die abgeschrägten F.ckkanten 44 und die Nuten 34 zu bilden. Zum Schluß wird
mittels eines zweckentsprechenden Werkzeugs der Ringkörper 51 in zwei identische Teile getrennt, wobei
die Trcnnstclle in F i g. 9 durch die doppelte gestrichelte
Linie 57 angedeutet ist. Nach der Trennung hat jeder Teil im Querschnitt das in Fig. K) wiedergegebene
Aussehen. Entweder vor oder nach dem Trennen werden die beiden Teile an ihren Endlliichcn
derart maschinell bearbeitet, daß die Außenfläche 42 des Vitoneinsatzcs 32 etwas über die
benachbarten Enddiichen 43 der lippenariigen Teile
41 vorsteht. Danach wird der Tragring 22 mit dem Dichtungsring 21 in der oben beschriebenen Weise
vereinigt.
In einigen Fällen kann der Dichtungsring 21 ohne die anderen die Dichtungsvorrichtung 14 bildenden
Teile in ein Ventil eingebaut werden. So ist in F ig. 12 ein Schieberventil mit keilförmigem Schieber
wiedergegeben, bei dem einige Merkmale der Erfindung vorhanden sind. Der keilförmige Ventilschieber
61 hat seitliche Ventilsitzflächen 62. Das Ventilgehäuse ist mit einer Ausnehmung versehen, die einen
Dichtungsring 63 aufnimmt, der in seiner Ausführung dem oben beschriebenen Dichtungsring 21 ähnlich
ist und aus Polyamid hergestellt sein kann. Jeder der beiden Dichtungsringe 63 kann in dem
Geliäuse durch eine Schraubverbindung 64 gehalten
ίο werden und mit Bezug auf das Gehäuse mittels eines
elastischen O-Ringes65 abgedichtet sein. Jeder Dichtungsring 63 ist in der oben beschriebenen Weise
mit einer Ausnehmung zur Aufnahme eines Einsatzes 66 aus weichem elastischem Material, wie
»5 Viton, versehen. Wenn der Schieber 61 in die vollständig
geschlossene Stellung bewegt wird, werden auf dem letzten Teil der Schließbewegung die Ventilsitzfiächen
gegen die lippenartigen Teile des Dichtungsringes 63 gedruckt, wodurch bewirkt wird, daß
ao diese Teile den elastischen Einsatz 66 zusammenpressen und damit in dichte Abschlußberührung mit
dem Schieber 61 drücken.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Dichtungsvorrichtung für Absperrschieber mit einem mit Strömungsdurchgängen versehenen
Gehäuse, einem in dem Gehäuse angeordneten und zwischen einer Offenstellung und einer
Schließstellung bewegbaren Ventilglied, wobei das Gehäuse oder das Ventilglied eine Ventilsitzfläche
aufweist und wobei die Dichtungsvorrichtung einen Strömungsdurchgang umgibt, die in der
Schließstellung des Ventils zwischen dem Gehäuse und den Ventilteilen einen mediumdichten Abschluß
schafft und wenigstens einen mit der Ventilsitzfläche zusammenarbeitenden, aus elastischem
Material bestehenden Dichtungsring aufweist, gekennzeichnet durch die Kombination
der folgenden Merkmale, daß die Dichtungsvorrichtung einen aus verhältnismäßig hartem, nicht
metallischem elastischem Material bestehenden Dichtungsring (21 bzw. 63) aufweist, der in seiner
der Ventilsitzfläche (46) zugewandten Endfläche mit einer Ausnehmung (38, 39) versehen ist, die
von einem aus weicherem elastischem Material bestehenden Einsatz (32) ausgefüllt ist, der eine
ringförmige Fläche (42) aufweist, die zusammen mit einer benachbarten ringförmigen Fläche (43)
des Dichtungsringes mit der Ventilsitzfläche (46) dichtend in Eingriff tritt, und daß die der Einsatzausnehmung
(38, 39) benachbarten vorstehenden lippenartigen Teile (41) des Dichtungsringes (21 bzw. 63) zum Zusammenpressen des Einsatzes
(32) verformbar ausgebildet sind.
2. Dichtungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungsring
(21) von der Einsatzausnehmung (38, 39) zu seinem Außenumfang und seinem Innenumfang
sich erstreckende kleine Kanäle (52) aufweist, die zum Verankern des Einsatzes (32) wenigstens auf
einem Teil ihrer Länge etwas von dem weicheren, elastischen Material enthalten, welches Verankerungsverlängerungen
des Einsatzes (32) bildet.
3. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtungsring (21) auf einem konzentrischen Tragring (22) fest angeordnet ist.
4. Dichtungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtungsring (21) mit Bezug auf eine an dem Gehäuse (10) gebildete zylindrische Fläche verschiebbar
angeordnet ist.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US23705662A | 1962-11-13 | 1962-11-13 | |
| US25341663A | 1963-01-23 | 1963-01-23 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1675982B1 DE1675982B1 (de) | 1971-06-24 |
| DE1675982C2 true DE1675982C2 (de) | 1973-09-20 |
Family
ID=26930345
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19631675982 Expired DE1675982C2 (de) | 1962-11-13 | 1963-11-09 | Dichtungsvorrichtung fur Absperr schieber |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| AT (1) | AT258065B (de) |
| CH (1) | CH412490A (de) |
| DE (1) | DE1675982C2 (de) |
| GB (1) | GB1055158A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3009896A1 (de) * | 1980-03-14 | 1981-09-24 | Johannes Erhard, H. Waldenmaier Erben Süddeutsche Armaturenfabrik GmbH & Co, 7920 Heidenheim | Dichtbauteil und ansperrschieber mit einem solchen dichtbauteil |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN106151563B (zh) * | 2016-08-17 | 2018-04-03 | 亚新铸造(苏州)有限公司 | 一种平板闸阀 |
Family Cites Families (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE543507C (de) * | 1930-01-25 | 1932-02-06 | Everlasting Valve Company | Elastische Sitz- und Dichtflaeche |
| DE830724C (de) * | 1942-11-28 | 1952-02-07 | Johannes Erhard Fa | Verfahren zur Herstellung von Dichtringen fuer Absperrvorrichtungen |
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-
1963
- 1963-11-04 GB GB4347563A patent/GB1055158A/en not_active Expired
- 1963-11-09 DE DE19631675982 patent/DE1675982C2/de not_active Expired
- 1963-11-11 CH CH1379163A patent/CH412490A/fr unknown
- 1963-11-12 AT AT902963A patent/AT258065B/de active
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| CH412490A (fr) | 1966-04-30 |
| DE1675982B1 (de) | 1971-06-24 |
| AT258065B (de) | 1967-11-10 |
| GB1055158A (en) | 1967-01-18 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| E77 | Valid patent as to the heymanns-index 1977 | ||
| EHJ | Ceased/non-payment of the annual fee |