DE1660379B1 - Spinnduese zur Herstellung von Verbundfaeden - Google Patents
Spinnduese zur Herstellung von VerbundfaedenInfo
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- D01F8/04—Conjugated, i.e. bi- or multicomponent, artificial filaments or the like; Manufacture thereof from synthetic polymers
- D01F8/14—Conjugated, i.e. bi- or multicomponent, artificial filaments or the like; Manufacture thereof from synthetic polymers with at least one polyester as constituent
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- D01D—MECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
- D01D5/00—Formation of filaments, threads, or the like
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Description
Die Herstellung von Verbundfaden aus zwei Seite an Seite angeordneten polymeren Komponenten ist
schon seit längerer Zeit bekannt. Hierbei werden zwei Seite an Seite vorgesehene geschmolzene polymere
Komponenten gleichzeitig aus ein und demselben Spinndüsenloch ausgepreßt. In der Regel werden
derartige Verbundfaden aus zwei verschiedenen polynieren Komponenten hergestellt, die durch eine
bestimmte Behandlung, wie z. B. Erwärmen, zu einer unterschiedlichen Schrumpfung veranlaßt werden können,
so daß der Verbundfaden gekräuselt werden kann.
Es kommt nun vor, daß zwei polymere Komponenten mit unterschiedlicher Viskosität in einen Verbundfaden
mit Seite an Seite liegenden polymeren Komponenten versponnen werden sollen. Hierbei
entsteht nun die Schwierigkeit, daß die Fäden nach dem Austritt aus den Spinndüsenlöchern ausgelenkt
werden, da nämlich die Komponente mit der höheren Schmelzviskosität beim Durchgang durch das Spinndüsenloch
auf Grund der höheren Reibung mit der angrenzenden Wand des Spinndüsenlochs stärker gebremst
wird. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, ist es aus der britischen Patentschrift 965 729 bekannt,
in der Spinndüse zur Herstellung von Verbundfaden aus zwei Seite an Seite angeordneten polymeren
Komponenten die Spiundüsenlöcher mit einem Winkel zur Hauptachse der Spinndüse anzuordnen. Hierdurch
wird die Auslenkung beim Austritt der geschmolzenen Komponenten neutralisiert. Die Herstellung
einer solchen Spinndüse ist jedoch verhältnismäßig kompliziert, da die Spinndüsenlöcher in
einem Winkel zur Hauptache des Spinndüsenkörpers gebohrt werden müssen. Außerdem wird bei diesem
Verfahren zwar die Auslenkung auskompensiert, aber sie ist trotzdem vorhanden. Eine starke Auslenkung
kann zu einer schlechten Fadenqualität und sogar zum Bruch führen. Beispielsweise sind im Falle von
Polyestern und Polyamiden die Schmelzviskositätsunterschiede für eine bestmögliche Kräuselungsfähigkeit
derart, daß die Auslenkung so stark wird, daß ein zufriedenstellendes Spinnen mit den bekannten
Spinndüsen nicht möglich ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spinndüse zur Herstellung von Verbundfaden
aus zwei Seite an Seite vorgesehenen polymeren Komponenten mit unterschiedlicher Schmelzviskosität
zu schaffen, die die obenerwähnten Nachteile nicht aufweist.
Bei einer Spinndüse zur Herstellung von Verbundfaden aus zwei Seite an Seite vorgesehenen polymeren
Komponenten mit unterschiedlicher Schmelzviskosität, bestehend aus einer Spinndüsenplatte und senkrecht
verlaufenden Spinndüsenlöchern, wird die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zur Herabsetzung
einer Auslenkung der Verbundfaden beim Austritt aus der Spinndüse jedes Düsenloch in seinem
hauptsächlich vom niedrigerviskosen Polymer durchströmten Bereich eine größere Wandlänge aufweist
als in dem anderen Bereich.
Die der niedrigerviskosen polymeren Komponente zugewandte Wand soll um einen solchen Betrag langer ^
sein, daß die niedrigere spezifische Reibung dieser φ Komponente mit der Wandung durch die verlängerte
Wand ausgeglichen wird. Auf diese Weise wird eine symmetrische Geschwindigkeitsverteilung beim Fluß
der beiden polymeren Komponenten durch die Spinndüsenlöcher erzielt, so daß eine Auslenkung nicht
mehr auftritt.
Vorzugsweise ist die Wand am Austritt der Spinndüsenlöcher verlängert. Hierzu kann das Spinndüsenloch
entweder abgestuft oder abgeschrägt sein. Durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Spinndüse
werden die beiden Teile des aus der Spinndüsenöffnung austretenden zusammengesetzten Polymerstroms
so beeinflußt, daß die Geschwindigkeitsverteilung symmetrisch wird. Dies hat zur Folge, daß der
extrudierte Faden beim Austritt aus den Spinndüsenlöchern die gewünschte Bahn einnimmt und nicht
ausgelenkt wird.
Die Erfindung ist auf die Bereiche von Lochabmessungen, Durchsätze und Schmelzviskositäten anwendbar,
wie sie gewöhnlich beim Schmelzspinnen verwendet werden, z. B. Durchmesser von 0,2 bis Λ
0,5 mm, Durchsätze von 0,05 bis 2,5 g je Minute und Schmelzviskositäten von 200 bis 10 000 Poise.
Wie bereits erwähnt, können die Spinndüsenlöcher am Austritt in zwei unterschiedlichen Arten geformt
sein. Die erste Art ist diejenige, bei der sich die Wandlänge allmählich über den Umfang verändert,
wodurch ein abgeschrägtes Loch erhalten wird; dies ist von besonderem Vorteil zum Abwischen von
Tropfen von der. Spinndüsenplatte. Die zweite Art ist diejenige, bei der sich die Wandlänge plötzlich
verändert, wodurch ein Loch mit abgestufter Wandung erhalten wird. Beide Arten können natürlich kombiniert
werden, wobei die verschiedensten Profile erhalten werden können.
Wenn ein abgestufter Austritt vorgesehen ist, dann ist es nicht erforderlich, daß die Grenzfläche zwischen
den beiden Polymerströmen mit der Stufenlinie zusammenfällt, jedoch sollen die beiden Polymerkomponenten
möglichst symmetrisch zu den Stufen angeordnet sein.
Unter der Bezeichnung »Spinndüsenloch« ist hier nur der im wesentlichen zylindrische Teil des Lochs
gemeint. Hierher gehört beispielsweise nicht der Einführungsteil des Lochs, der breiter ist als das eigent-
liehe Spinndüsenloch und der nur eine vernachlässigbare
Wirkung auf die Geschwindigkeit der Polymerströme ausübt.
Die Polymerpaare mit verschiedener Schmelzviskosität können die verschiedensten chemischen Zusammensetzungen
aufweisen. Beispiele hierfür sind Polyester und Polyamid, Polyester und Mischpolyester
oder gleiche Polymere mit unterschiedlichem Molekulargewicht. Der Unterschied der Schmelzviskosität
kann aber auch beispielsweise dadurch zustande kommen, daß zwei gleiche Polymere verwendet
werden, wobei ein Polymer mit einem Modifiziermittel
gemischt ist. Ein solches Modifiziermittel ist beispielsweise ein feinzerteiltes chemisch inertes
Material.
Zum besseren Verständnis der Erfindung wird nachfolgend die Form und die Verwendung einer
erfindungsgemäßen Spinndüse in Verbindung mit den F i g. 1 bis 3 näher beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 eine kreisförmige Spinndüsenplatte von unten gesehen,
F i g. 2 eine Ansicht der Spinndüsenplatte im Schnitt auf der Linie X-X',
F i g. 3 einen Schnitt durch ein Spinndüsenloch mit einer Abstufung.
Es wurde eine Spinndüse hergestellt, die aus einer kreisförmigen Spinndüsenplatte bestand, durch welche
12 Bohrungen in gleichen Abständen als Spinndüsenöffnungen mit einem Durchmesser von etwa 0,38 mm
gebohrt waren, deren Achsen senkrecht zur Fläche der Spinndüsenplatte lagen und deren Mittelpunkte
sich auf einem zur Spinndüsenplatte konzentrischen Kreis befanden, dessen Durchmesser etwa 6,8 cm betrug.
An der Außenfläche der Spinndüsenplatte wurde eine kreisförmige Nut herausgearbeitet (die im Schnitt
durch einen Durchmesser in F i g. 2 mit A, B, C, D bezeichnet ist), deren Abmessungen derart waren,
daß die Länge der Wand des geraden Teils F, D der Spinndüsenöffnung an dem der Achse G, H der
Spinndüsenplatte zunächstliegenden Punkt 1,27 mm betrug, die Länge der Wand£, C an dem von der
Achse der Spinndüsenplatte am weitesten abgelegenen Punkt 0,76 mm betrug und die Wandlängen zwischen
diesen beiden Punkten eine Zwischengröße in allmählicher Abstufung hatten.
Es wurden Verbundfäden mit Seite an Seite liegenden Komponenten aus zwei Polyäthylenterephthalat-Polymeren
(a) und (b) gesponnen, die sonst identisch waren, jedoch in der Schmelzviskosität um einen
Faktor von etwa 4:1 infolge des Molekulargewichtsunterschiedes verschieden waren. Dieser Unterschied
läßt sich am leichtesten durch die Angabe ausdrücken, daß die Intrinsic-Viskosität, gemessen als l%ige
Lösung in Orthochlorphenol bei 25° C 0,62 dl/g für das Polymer (a) und 0,47 dl/g für das Polymer (b) betrug.
Durch in den Zeichnungen nicht dargestellte Mittel wurden gleiche Gewichtsmengen je Minute
von jedem der beiden Polymere durch jede der Spinndüsenöffnungen gefördert, wobei die Grenzfläche
der beiden Polymerströme tangential zu dem Kreis durch die Achse der Spinndüsenöffnungen waren und
das Polymer (b) auf derjenigen Seite der Grenzfläche war, die der Achse G, H der Spinndüsenplatte näherlag.
Es wurde ein stabiler Spinnvorgang mit zufriedenstellenden Verbundfaden ermöglicht.
Ein weiterer Versuch, der unter genau den gleichen Bedingungen, wie vorangehend beschrieben, und mit
dem einzigen Unterschied durchgeführt wurde, daß die Löcher der benutzten Spinndüse von herkömmlicher
Art waren, ergab in allen Fäden eine Auslenkung.
Zur Darlegung der Bedingungen, unter welchen die erfindungsgemäße Vorrichtung wirksam ist, Spinnfehler
beim Spinnen von Verbundfaden auf ein Mindestmaß herabzusetzen, wurden Versuche durchgeführt,
wobei bei jedem Versuch die eine der Komponenten, aus der die Verbundfaden hergestellt wurden,
Polyalkylenterephthalat mit einer Intrinsic-Viskosität
von 0,67 war, gemessen als l%ige Lösung in Orthochlorphenol bei 25° C, während die zweite Komponente
eine gleiche oder verschiedene Intrinsic-Viskosität besaß, gemessen in der gleichen Weise, jedoch sonst
aus dem gleichen Polyester bestand.
In der Tabelle 1 ist die Stellung des Polyesters von jeder Viskosität in der Spinndüsenöffnung durch den
Buchstaben C oder D entsprechend den durch diese Buchstaben in Fig. 1 und 2 angegebenen Stellung
angegeben. Die Richtung der Auslenkung, wenn eine solche auftritt, ist ebenfalls mit C oder D angegeben.
Die Buchstaben »st«, die der Bezeichnung »gerade« entsprechen, sind in den Fällen angegeben, in welchen
keine Auslenkung beobachtet wurde. Wenn ein zufriedenstellendes Spinnen unmöglich war, ist das
Zeichen »x« eingetragen. In der Tabelle 2 sind die Merkmale der Spinndüsenöffnung angegeben, wie sie
für jeden der in der Tabelle 1 angegebenen Versuch verwendet wurden.
Auslenkungstendenz 1. Komponente = 0,67 I. V.
| Zweite Komponente I.V.*) | 0,67 | 0,60 | 0,50 | 0.40 |
| Zweite Komponente, | ||||
| geringe Schwer | ||||
| viskosität**) | 3100 Poise | 1500 Poise | 570 Poise | 220 Poise |
| Stellung der | ||||
| 1. Komponente | C | C | .-. C | C |
| Stellung der | ||||
| 2. Komponente | D | D | D | D |
| Durchsatz/Loch (Gesamt) | ||||
| g/min | 0,94 1,88 1,88 1,88 | 0,94 1,88 1,88 1,88 | 0,94 1,88 1,88 1,88 | 0,94 1,88 1,88 1,88 |
| Durchsatz/Loch | ||||
| (1. Komponente) g/min | 0,47 0,94 1,42 0,47 | 0,47 0,94 1,42 0,47 | 0,47 0,94 1,42 0,47 | 0,47 0,94 1,42 0,47 |
*) I.V,d.h. Intrinsic-Viskosität, gemessen nach Beispiel 1, und Schmelzviskosität, gemessen am Ausgangspolymer vor dem Schmelzspinnen.
**) Bei 2900C und mit einer Schergeschwindigkeit von 10 see"1.
**) Bei 2900C und mit einer Schergeschwindigkeit von 10 see"1.
Fortsetzung
Zweite Komponente I.V.*)
Komponentenverhältnis
1:2
Loch Nr.***)
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
***) s. Tabelle 2.
0,67
0,60
0,50
0,40
1:1 1:1 3:1 1:3
DDDD DX DX DX DX
DDDD DX DX DX DX DX DX DX DX
1:1 1:1 3:1
1:3
1:1 1:1 3:1 1:3
1:1 1:1 3:1 1:3
st st D D
D st DDX
st st D D
D D DX DX
DX DX DX DX
| C | C | C | C | C | C | C | C |
| C | C | C | D | C | C | C | C |
| C | C | D | C | D | D | D | C |
| D | D | D | D | DX | D | DX | C |
| D | D | D | DX | D X | D | D X | D |
| C | C | D | C | D | D | C | |
| C | C | St | C | C | C | C | |
| C | C | St | C | C | C | C | |
| C | C | St | C | D | D | C | |
| C | C | D | C | D | D | St |
Tabelle 2 Einzelheiten der Spinnlöcher
| 1 | 2 | 3 | 4 | Locl 5 |
iNr. 6 |
7 | 8 | 9 | 10 | |
| Max. Länge in mm Min. Länge in mm Unterschied in mm % Unterschied |
0,5 0,38 0,13 25 Abst. |
0,5 0,25 0,25 50 Abst. |
1,27 1,14 0,13 10 Abst |
1,27 1,02 0,25 20 Abst. |
1,27 0,76 0,25 40 Abst. |
1,27 1,14 0,13 10 . Abst. |
0,76 0,6 0,13 17 Abst. |
0,76 0,6 0,13 17 Absch. nein |
1,27 1,14 0,13 10 Absch. nein |
1,27 1,14 0,13 10 Absch. ja |
| Abstufung (F i g. 3) oder Abschrägung (F i g. 2) ... Scharfkantige Abschrägung |
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Spinndüse zur Herstellung von Verbundfaden aus zwei Seite an Seite vorgesehenen polymeren
Komponenten mit unterschiedlicher Schmelzviskosität, bestehend aus einer Spinndüsenplatte
und senkrecht verlaufenden Spinndüsenlöchern, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Herabsetzung einer Auslenkung der Verbundfäden beim Austritt aus der Spinndüse jedes Düsenloch
in seinem hauptsächlich vom niedrigerviskosen Polymer durchströmten Bereich eine größere
Wandlänge aufweist als in dem anderen Bereich.
2. Spinndüse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wand am Austritt der Spinnlöcher
verlängert ist.
3. Spinndüse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Austritt der Spinnlöcher abgestuft
ist.
4. Spinndüse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Austritt der Spinnlöcher abgeschrägt
ist.
25
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- 1966-06-23 DE DE1966J0031149 patent/DE1660379B1/de not_active Withdrawn
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Also Published As
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