DE1653237C - Verfahren und Vorrichtung zum Kali bneren und zur gleichzeitigen Quellungsver gutung von Holzwerkstoffplatten - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Kali bneren und zur gleichzeitigen Quellungsver gutung von HolzwerkstoffplattenInfo
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- DE1653237C DE1653237C DE1653237C DE 1653237 C DE1653237 C DE 1653237C DE 1653237 C DE1653237 C DE 1653237C
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Kalibrieren und zur gleichzeitigen Quellungsverhümng
von Holzwerkstoffplatten, die nach ihrer Hitzeaushärtung einem Kühlprozeß zwischen Kalibrierelementen
unterworfen werden.
Ein derartiges Verfahren ist beispielsweise aus der deutschen Auslegeschrift 1 100 923 bekanntgeworden.
Es dient dem Zweck, das Verwerfen der noch im warmen Zustand aus einer Etagenpresse herausgeführten,
gepreßten Platten zu vermeiden, deren Abkühlung zu beschleunigen und ihre gewünschten Endabmessungen
genauestens einzuhalten.
Dieses Verfahren hat zumindest zwei Nachteile. In erster Linie muß bei ihm das Abkühlen der Platten
unumgehbar unmittelbar auf deren Hitzeaushär- i; tung folgen. Zum anderen aber weisen die auf solche
Weise hergestellten Platten, auch wenn sie die grundsätzlich gewünschten Endabmessungen erhalten
haben sollten, die üblichen Unebenheiten auf, die bislang nur durch nachträgliches Abhobeln oder Plan- ao
schleifen beseitigt werden konnten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Nachteile, also die Notwendigkeit, das Abkühlen der
Platten unmittelbar nach ihrer Hitzeaushärtung vorzunehmen und sie nach ihrei Abkühlung noch mit
einem Schneid- bzw. Schleifwerkzeug zu ebnen, zu vermeiden.
Gemäß der Erfindung ist dies dadurch möglich geworden, daß die ausgehärteten Platten vor dem
Kalibrieren in <·τ sich bekannter Weise durch schnelle
Erhitzung plastifiziert werden.
Dies kann in besonders winschaftlicher Weise erreicht
werden, wenn den Holz'vcrkstoffplatten unmittelbar
nach dem Verlassen der Heizpresse die zu ihrem Plastifizieren noch erforderliche Wärme zugeführt
wird.
Der neuen Lehre steht die deutsche Auslegeschrift 1 037 696 nicht im Wege. Dort ist zwar in Spalte 2,
Zeile 23 bis 26 gesagt, daß Holzwerkstoffplatten bei einer Wärmebehandlung thermoplastisch verformbar
sein können. In denselben Zeilen ist aber vor einer solchen Verformung unter dem Hinweis gewarnt, es
müsse ihr durch eine Rückkühlung der Produkte begegnet werden.
Insbesondere unter Würdigung dieser Fachmeinung konnte auch die deutsche Auslegeschrift 1 205 273
keine Anregung für die Erfindung geben. Aus ihr ist lediglich der Vorschlag bekanntgeworden, eine noch
rohe Spanplatte vor ihrer Endaushärtung durch Kalibrieren auf ihre Sollstärke zu bringen und 5c
gegebenenfalls zu temperieren.
Um mit Sicherheit eine thermische Zersetzung in den Hol/.werkstoffplatton zu verhindern, ist es zur
Beschleunigung der Abkühlung vorteilhaft, der Oberfläche der Platten in der Kühlzone bis auf einen Wert
unter der Zersetzungstemperatur von nermalerweise etwa 120 ' C Wasser zuzuführen.
Das neue Verfahren kann sich durch Einsparung von Wärmeenergie durch die Verwendung einer ihre
thermische Erweichung begünstigenden, Zusätze ent' haltenden Preßmasse besonders wirtschaftlich gestalten lassen.
Eine bevorzugte Ausführung»form einer Vorrichtung zur Ausübung des neuen Verfahrens kann durch
Heizelemente gebildet sein, die gleichzeitig als Elek- ij
troden zur Erzeugung eines Wschselfeldes dienen.
Auf diese Weise ist es möglich, das Aufheizen der aus den Heizpressen kommenden Holzwerkstoffplatten unter Verwendung der Kontaktwärme und
gleichzeitig einer dielektrischen Erwärmung durchzuführen.
An Hand der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise erläutert.
Danach ist eine Heizpresse, in der Holzwerkstoffplatten in an sich üblicher Weise ausgepreßt werden,
mit 1 bezeichnet. An diese schließt sich eine Durchlaufkammer 2 mit einer Heizzone la und einer Kühlzone
Ib an. In ύ~χ ersteren läuft ein Förderbandpaar
3, das unter dem Einfluß von Heizplatten 4 steht, die gleichzeitig als Elektroden zur Erzeugung eines
Wechselfeldes ausgebildet sind. An dieses Förderbandpaar 3 schließen sich Kalibrierwalzen 5 an, die
gleichzeitig als Förder- und Kühlwalzen dienen und zwischen denen Sprühdüsen 6 vorgesehen sind.
Holzwerkstoffplatten 7, die aus der Heizpresse 1 in die Durchlaufkammer 2 gelangen, werden dort von
dem Förderbandpaar 3 aufgenommen und kontinuierlich durch die Heizzone 2 α, in der sie sowohl dem
Einfluß der Kontaktwärme als auch der dielektrischen Wärme unterworfen sind, innerhalb weniger Sekunden
auf eine Plastifizierungstemperatur aufgeheizt. Daraufhin gelangen sie unverzüglich in die Kühlzone
2 b. Dort werden sie durch die Kalibrierwalzen 5 unter entsprechender Abkühlung auf ihre gewünschte
endgültige Dicke verdichtet, wobei die Besprühung durch die Düsen 6 eine vorteilhafte Beschleunigung
der Abkühlung bewirkt. Dementsprechend verlassen die Platten die Anlage in ihrer endgültigen, und zwar
gegen Feuchtigkeit praktisch stabilisierten Dicke. Das inerte Gas in der Durchlaufkammer 2 verhindert mit
Sicherheit eine irgendwie nachteilige Oxydation.
Claims (5)
1. Verfahren zum Kalib'ieren und zur gleichzeitigen Quellungsvergütu'ig von Holzwerkstoffplatten, die nach ihrer Hitzeaushärtung einem
Kühlptozeß zwischen Kalibrierelementen unterworfen werden, dadurch gekennzeichnet,
daß die ausgehärteten Platten (7) vor dem Kalibrieren in an sich bekannter Weise durch
schnelle Erhitzung plastifiziert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß den Holzwerkstoffplatten (7)
unmittelbar nach dem Verlassen der Heizpresse (1) die zu ihrem Plastifizieren noch erforderliche
Wärme zugeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Oberfläche der Holzwerkstoffplatten (7) in einer Kühlzone (2 b) bis
auf einen Wert unter der Zersetzungstemperatur von normalerweise etwa 120° C Wasser zugeführt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,2 oder 3, gekennzeichnet durch einen die plastische Erweichung des unverpreßten Spanmaterials begünstigenden Zusatz.
5. Vorrichtung zur Ausübung eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Heizelemente (4), die gleichzeitig als Elektroden zur Erzeugung eines Wechselfeldes dienen.
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