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Bei Block- und Brammenwalzgerüsten, die vorwiegend im Reversierbetrieb
arbeiten, ist auf der Einlauf- und der Auslaufseite jeweils ein Linealpaar vorgesehen.
Die beiden Lineale eines Linealpaares sind gegenüberliegend zu beiden Seiten der
Walzlinie angeordnet; sie sind quer zur Walzrichtung bewegbar. Die Lineale haben
verschiedene Funktionen zu erfüllen. Sie dienen dazu, das Walzgut vor dem Einlaufen
in das Walzgerüst auf ein bestimmtes Walzenkaliber auszurichten. Außerdem bilden
sie seitliche Führungen für das Walzgut, sowohl auf der Einlaufseite beim Einlaufen
in das Walzgerüst als auch auf der Auslaufseite beim Auslaufen aus dem Gerüst. Die
Lineale werden ferner dazu benutzt, Walzgut, das sich beim Walzen verzogen hat,
zu richten. Das geschieht in der Weise, daß die beiden Lineale eines Linealpaares
mit größer Kraft von beiden Seiten gegen das Walzgut gedrückt werden. Aus diesen
Aufgabenstellungen ergeben sich mehrere Forderungen, die eine,Verschiebeeiprichtung
erfüllen muß.
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Die Linealen müssen schnell z eerfahren werden können. Die Zeit, die
zum Ausrichten des..Walzgutes auf ein Walzenkaliber benötigt -wird, ist ein Teil
der Gesamtwalzzeit; sie beeinflußt deshalb in nicht unerheblichem Maße die wirtschaftliche
Ausnutzung einer Walzenstraße.
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Die beiden einander entsprechenden, auf einer Seite der Walzlinie
liegenden Lineale der beiden Linealpaare - diese beiden Lineale bilden zusammen
eine Linealgruppe - müssen im Gleichlauf betrieben werden. Es muß sichergestellt
sein, daß sich die Lineale einer Linealgruppe, d. h. das Lineal auf der Einlaufseite
des Gerüstes und das entsprechende Lineal auf der Auslaufseite in gleicher oder
annähernd gleicher Relativlage zur Walzlinie befinden, damit die Lineale auf der
Auslaufseite dem Walzgut, wenn es aus dem Gerüst austritt, zur Führung dienen können.
Es empfiehlt sich aber auch aus einem anderen Grunde, bei Verstellung der Lineale
auf der Einlaufseite zwangläufig auch die auslaufseitigen Lineale zu verstellen.
Würden beispielsweise nach einer Verstellung der Lineale des einlaufseitigen Linealpaares
auf ein anderes Walzenkaliber die beiden Lineale auf der Auslaufseite des Gerüstes
in ihrer bisherigen Position verbleiben, so könnte es sein, daß eines dieser Lineale
nunmehr in der neuen Walzlinie stehen würde. Das hätte eine unangenehme Betriebsstörung
zur Folge, weil das Walzgut auf dieses. Lineal auflaufen würde.
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Oftmals muß, um den unterschiedlichen Breiten des Walzgutes vor und
nach einem Walzstrich Rechnung zu tragen, die Maulweite des ersten Linealpaares
gegenüber der Maulweite des- zweiten Linealpaares um ein bestimmtes Maß vergrößert
werden. Es besteht daher die weitere Forderung, diese Verstellung schnell und exakt
sowie unabhängig von der eigentlichen Verschiebebewegung auszuführen.
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Schließlich müssen die Lineale im Bedarfsfall auch große Kräfte zum
Richten des Walzgutes ausüben können.
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Die bisher bekanntgewordenen Einrichtungen zum Verschieben und Führen
von Walzgut erfüllen diese Forderungen nur zum Teil und zudem unvollkommen.
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Seit langem sind mechanisch angetriebene Ver-schiebeeinrichtungen
bekannt, bei denen die Lineale einer Linealgruppe in völligem Gleichlauf bewegt
werden können »Blech.«; .1960, S..783. Die mechanisch angetriebenen Verschiebeeinrichtungen
sind jedoch insofern nachteilig, als häufig Schäden durch hartes Zusammenfahren
der Lineale hervorgerufen werden. -Die Gefahr des Auftretens solcher Schäden wächst
mit der Geschwindigkeit, mit der die Lineale bewegt werden. Dem schnellen Verfahren
der Lineale sind daher bei diesen Verschiebeeinrichtungen Grenzen gesetzt.
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In jüngerer Zeit werden hydraulische Antriebe für Verschiebeeinrichtungen
bevorzugt. Bei diesen ist es ohne weiteres möglich, die maximale Schubkraft der
Antriebszylinder durch Sicherheitsventile zu begrenzen.
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Bei einer bekannten Verschiebeeinrichtung mit hydraulischem Antrieb
hat jedes Lineal einen eigenen Ölkreislauf, der aus Pumpe,. Steuerung und Zylinder
besteht (»Blech«, a. a. O.). Die beiden den auf einer Seite der Walzlinie liegenden
Linealen zugeordneten Antriebspumpen werden durch einen gemeinsamen Motor über ein
Getriebe angetrieben, so daß gleiche Pumpendrehzahlen gewährleistet sind. Darüber
hinaus sind die Regeleinrichtungen beider Pumpen durch ein Gestänge miteinander
verbunden. Das Gestänge kann durch ein Spannschloß so verstellt werden, daß beide
Pumpen genau die gleichen Mengen fördern. Mit dieser Einrichtung läßt sich ein für
den normalen Betrieb ausreichender Gleichlauf der beiden Lineale einer Linealgruppe
erzielen. Die Lineale können auch verhältnismäßig schnell verfahren werden. Das
wird jedoch durch eine aufwendige Ausführung der Antriebs- und Regelaggregate erkauft.
Für jedes Lineal muß eine gesonderte Pumpe und ein gesondertes Regelgerät vorhanden
sein. Zudem muß eine verhältnismäßig große Ölmenge innerhalb eines bestimmten Zeitabschnittes
gefördert werden. Eine Möglichkeit der Verstellung der Maulweite eines Linealpaares
besteht bei der vorbekannten Einrichtung nicht. Offenbar ist sie auch nicht zum
Richten des Walzgutes geeignet. Die Richtkraft müßte von denselben Antriebsaggregaten
erzeugt werden, die zum Verschieben der Lineale dienen. Das würde bedeuten, daß
die Pumpen nicht nur zur Förderung großer Ölmengen, sondern auch zur Erzeugung eines
hohen Förderdruckes ausgelegt sein müßten.
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Man hat für eine andere Verschiebeeinrichtung schon vorgeschlagen,
ein Lineal mit zwei unterschiedlichen Antrieben auszustatten (deutsche Patentschrift
1045 954). Für das Verschieben der Lineale genügt ein verhältnismäßig schwach dimensionierter
Antrieb. Die Richtkräfte werden dagegen mittels eines Kniehebelgetriebes erzeugt.
Diese Lösung ist jedoch deshalb nachteilig, weil das Kniehebelgetriebe einschließlich
des Antriebszylinders in Bewegungsrichtung des Lineals verschiebbar sein muß, damit
es an den Verschiebebewegungen des Lineals teilnehmen kann.
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Die Erfindung geht aus von einer Einrichtung zum Verschieben und Führen
von Walzgut, mit jeweils auf der Ein- und der Auslaufseite eines Walz-, vorzugsweise
eines Reversiergerüstes, befindlichen Linealpaaren, deren einzelne Lineale einander
gegenüberliegend zu beiden Seiten der Walzlinie angeordnet und mit einem eigenen,
doppeltwirkenden Arbeitszylinder mit durchgehender Kolbenstange verbunden sind,
wobei die Arbeitszylinder mittels des Druckmittelstromes zweier Pumpen und mittels
zweier Ventilsteuerungen, die zwischen einer Beaufschlagungs- und einer Ablaufstellung
hin- und herschaltbar sind, abwechselnd an ihren Vorhub- und Rückhubräumen
druckmittelbeaufschlagbar
sind und wobei ferner die beiden einander entsprechenden, d. h. diesseits und jenseits
der Walzlinie liegenden Linealgruppen der beiden Linealpaare auf Grund einer Kopplung
im Gleichlauf in beiden Richtungen quer zur Walzlinie und die sich gegenüberliegenden
Lineale beider Linealpaare von beiden Seiten her auf die Walzlinie zu und von dieser
weg bewegbar sind. Eine in dieser Weise ausgebildete Verschiebeeinrichtung gehört
zwar nicht zum Stand der Technik. Für den Fachmann bietet sich aber eine derartige
Einrichtung als sinngemäße Ausgestaltung des Bekannten ohne weiteres an.
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Der Erfindung liegt hauptsächlich die Aufgabe zugrunde, den exakten
Gleichlauf der Lineale der Linealgruppen auf besonders einfache Weise herzustellen
und die Verschiebebewegungen mit einer im Vergleich zu den bekannten Einrichtungen
geringen Ölmenge durchzuführen.
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Erfindungsgemäß wird für eine Einrichtung der vorgenannten Gattung
vorgeschlagen, daß jeweils der Rückhubraum des ersten Arbeitszylinders einer Linealgruppe
mit dem Vorhubraum des zweiten Arbeitszylinders derselben Linealgruppe - wie zu
Gleichlaufzwecken an sich bekannt - hintereinandergeschaltet sind und daß ferner
mittels der Ventilsteuerung jeweils ein Pumpen-Druckmittelstrom von großem Fördervolumen
und kleinem -druck wahlweise entweder dem Vorhubraum des ersten Arbeitszylinders
einer Linealgruppe bzw: den Vorhubräumen der ersten Arbeitszylinder beider Linealgruppen
oder dem Rückhubraum des zweiten Arbeitszylinders einer Linealgruppe bzw. den Rückhubräumen
der zweiten Arbeitszylinder beider Linealgruppen zuführbar ist. Die erfindungsgemäße
Verschiebeeinrichtung erweist sich den bekannten Einrichtungen nicht nur deshalb
überlegen, weil ein absoluter Gleichlauf der beiden Lineale einer Linealgruppe gewährleistet
wird. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß an Stelle zweier Pumpen und dazugehöriger
Regeleinrichtungen für eine Linealgruppe nur eine Pumpe benötigt wird. Diese eine
Pumpe muß zwar einen höheren Förderdruck erzeugen. Eine für einen bestimmten Förderdruck
und eine bestimmte Fördermenge ausgelegte Pumpe ist jedoch erheblich billiger als
zwei Pumpen; die jeweils die gleiche Menge fördern, jedoch nur den halben Förderdruck
erzeugen.
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Die bereits eingangs erwähnte zusätzliche Aufgabe, die Maulweite jedes
Linealpaares schnell und exakt sowie unabhängig von der eigentlichen Verschiebebewegung
zu verstellen, wird gemäß einem weiteren erfindungsgemäßen Vorschlag dadurch gelöst,
daß bei einem Linealpaar oder bei beiden Linealpaaren mittels einer dritten Ventilsteuerung
und einer von dieser gesteuerten Relais-Kolben-Anordnung Druckmittel entweder in
die Rückhubräume zu einem Linealpaar gehöriger Arbeitszylinder bei gleichzeitiger
Entnahme einer gleich großen Druckmittelmenge aus deren Vorhubräumen oder umgekehrt
in die Vorhubräume bei gleichzeitiger Druckmittelent nahme aus den Rückhubräumen
einspeisbar ist.
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Um das Walzgut mit der Verschiebeeinrichtung auch richten zu können,
wird ferner vorgeschlagen, daß mittels einer weiteren Ventilsteuerung ein Pumpen-Druckmittelstrom
von kleinem Fördervolumen und großem -druck wahlweise entweder dem Vorhubraum des
ersten Arbeitszylinders einer Linealgruppe oder den Vorhubräumen der ersten Arbeitszylinder
beider Linealgruppen zuführbar ist.
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An Hand der Zeichnung wird die Erfindung -näher erläutert.
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F i g. 1 zeigt in vereinfachter Prinzipdarstellung den Aufbau und
die Anordnung der Antriebsmittel für die Lineale einer erfindungsgemäßen Einrichtung
zum Verschieben und Führen von Walzgut sowie die den Antriebsmitteln zugeordneten
Druckmittelförder-und Steueraggregate; in F i g. 2 ist eine Einrichtung zum Verstellen
der Maulweite eines Linealpaares dargestellt.
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Ein Walzgerüst 1 mit in die Walzen eingeschnittenen Kalibern ist in
F i g. 1 durch, eine vereinfacht dargestellte Walze angedeutet. Auf jeder Seite
des Walzgerüstes 1 ist jeweils ein Linealpaar 2, 3 bzw.
4, 5 vorgesehen. Die Lineale sind quer zur Walzlinie 6 verschiebbar. Alle
Lineale 2 bis 5 nehmen dauernd eine Parallellage zur Walzlinie 6 ein. Zwei auf einer
Seite der Walzlinie 6 angeordnete Lineale 2 und 4 bzw. 3 und
5 bilden jeweils eine Linealgruppe. Jedem der Lineale 2 bis 5 ist ein doppeltwirkender
Arbeitszylinder 7 bis 10 mit durchgehender Kolbenstange zugeordnet.
Die Kolbenstange des Arbeitszylinders 7 greift am Lineal 2 an,- während die Kolbenstange
des Arbeitszylinders 8 mit dem Lineal -3 gekuppelt ist. Mit dem auf der anderen
Gerüstseite gelegenen Lineal 4 steht die Kölbenstaüge des Arbeitszylinders 9 in
Antriebsverbindung, -wohingegen die Kolbenstange des Arbeitszylinders
10 am Lineal 5 angreift. Jeder der Arbeitszylinder 7, 8, 9 und
10 weist einen Vorhubraum 7a, 8 a, 9 a
10 a und einen Rückhubraum 7 b, 8 b,
9 b; 10 b auf. Durch Beaufschlagung des jeweiligen
Vorhubraumes mit Druckmittel werden in Abhängigkeit von der sich daraus ergebenden
Kolbenbewegung die Lineale in Richtung auf die Walzlinie 6 verschoben. Werden dagegen
die Rückhubräume vom Druckmittel beaufschlagt, dann bewirkt die daraus resultierende
Kolbenbewegung ein Zurückziehen der Lineale.
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Der Rückhubraum 7 b des Arbeitszylinders 7 ist durch eine Druckmittelleitung
11 unmittelbar mit dem Vorhubraum 9 a des Arbeitszylinders
9 verbunden. Auf gleiche Weise steht der Rückhubraum 8 b des Arbeitszylinders
8 durch eine Druckmittelleitung 12 mit dem Vorhubraum 10 a
des Arbeitszylinders 10
in Verbindung. Eine Leitungsverbindung 13, 14
führt von einem Mehrwegeventil V 1 nach dem Vorhubraum 7 a des Arbeitszylinders
7, während eine weitere Leitung 15 das Mehrwegeventil V 1 mit dem
Rückhubraum 9b des Arbeitszylinders 9 verbindet. Über das Mehrwegeventil V1 sind
also.die die Lineale 2 und 4 einer Linealgruppe verstellenden Arbeitszylinder
7 und 9 zu einem in sich geschlossenen Druckmittelsystem zusammengefaßt.
Dieses Druckmittelsystem wird über das Mehrwegeventil V 1 von einer PumpeP1
mit Druckmittel versorgt, die für eine große Fördermenge und einen verhältnismäßig
niedrigen Förderdruck ausgelegt ist. Durch eine Leitung 16, 17 ist der Vorhubraum
8 a des Druckmittelzylinders 8 mit dem Mehrwegeventil V2 verbunden, während eine
Leitung 18, 19 vom Rückhubraum 10 b des Druckmittelzylinders 10 ebenfalls nach dem
Mehrwegeventil V 2 führt, so daß die Arbeitszylinders und 10 über das Mehrwegeventil
V 2 ein weiteres ia sich geschlossenes Druckmittelsystem bilden. Diese Druckmittelsystem
wird über das Mehrwegeventil V ; durch eine Pumpe P2 mit Druckmittel versorgt,
welche
ebenfalls für eine große Fördermenge bei verhältnismäßig niedrigem Förderdruck ausgelegt
ist. Die Pumpen P1 und P2 laufen vorteilhaft dauernd durch, wobei die PumpePl durch
eine Leitung20 und die Pumpe P2 durch eine Leitung 21 Druckmittel nach den Mehrwegeventil
V 1 bzw. V 2 -fördern..In der Geschlossen-Stellung der Ventile V 1 und V 2 (s. Fi
g. 1) wird das durch die Leitungen 20: und: 21 geförderte Druckmittel innerhalb
.der Ventile V 1 und V 2 so geführt, daß es wieder unmittelbar. in :den Vorratsbehälter
.X zurückströmt.- In den Leitungen 20 und 21 sind Überdruckventile
U1 und-U2 angeordnet. Bei Überschreiten eines vorbestimmten Pümpdruckes öffnen diese
überdruckventile UI-üüd :UZ und führen das `Druckmittel aus den Leitungen.20 bzw.
21 wieder in den Vorratsbehälter X: zurück. In die Leitungen 20 und
21 geschaltete Druckmeßgliedet D 1 und D 2 dienen zum Ablesen
des Pumpenförderdruckes.
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Dem Druckmittelsystem, das die Arbeitszylinder 7 und 9 enthält, ist
eine zweite Pumpe P3 und dem Druckmittelsystem mit den Druckmittelzylindem 8 und
10 eine Pumpe P 4 zugeordnet.: Beide Pumpen P 3 und P4 sind für einen hohen Förderdruck
und eine geringe Fördermenge ausgelegt. Die Pumpe P 3 fördert- Druckmittel -durch
eine Leitung 22 nach einem Ventil V3. In der in F i g.1 gezeigten Geschlossen-Stellung
des Ventils V 3 fließt das Druckmittel aus der Leitung 22 wieder unmittelbar
in den Vorrats-Behälter X. -Von der Pumpe P 4 wird Druckmittel durch eine Leitung
23 dem Ventil V 4 zugeführt,. von wo. es bei Geschlossen-Stellung des Ventils V
4 wieder in den Vorratsbehälter X gelangt. - Überdruckventile U3 und U4 in den Leitungen-22,
und 23 sorgen dafür, daß bei überschreiten eines vorbestimmten Förderdruckes das
Druckmittel jederzeit.-unmittelbar wieder in den Vorratsbehälter X zurückgeleitet
wird.. -Die Mehrwegeventile VI und V2 sind zweckmäßig als Doppelmagnetventile ausgebildet,
die aus der Geschlossen-Stellung (F i g.1) in zwei verschiedene Arbeitsstellungen
schaltbar sind. Durch Betätigung des Magneten M 1 wird der Ventilkörper des Mehrwegeventils
V 1 -so bewegt, daß -der Ventüabschnitt a in Arbeitsstellung gelangt." In
der Arbeitsstellung des Ventilabschnittes a wird die-. von der Pumpe P1 kommende
Leitung 20 mit der Leitung 13 des die Arbeitszylinder 7 und 9 enthaltenden Druckmittelsystems
verbunden, während die Leitung 15 des gleichen Druckmittelsystems mit der Rücklaufieitung
nach dem Vorratsbehälter X in Verbindung kommt. Dem Vo;hubrauni 7a des Arbeitszylinders
7 wird dann von der Pumpe P1 durch die Leitungen 13 und 14 Druckmittel
zugeführt, wodurch der Kolben und damit das an dessen Kolbenstange befestigte Lineal
2 gegen die Walzlinie 2 verschoben wird. Das im Rückhubraum 7 b des Arbeitszylinders
7 - befindliche Arbeitsmittel wird durch die Leitung 11 in den Vorhubraum 9 a des
Arbeitszylinders 9 gedrückt, so daß der im, Arbeitszylinder 9 befindliche Kolben
und damit das an dessen Kolbenstange befestigte Lineal 4 gleichlaufend zum Kolben
des Arbeitszylinders 7 bzw. zum Lineal 2 gegen die Wälzlinie 6 verschoben wird.
Das im Rückhubraum 9 b des Arbeitszylinders 9 befindliche Druckmittel wird durch
die Leitung 15 in den Vorratsbehälter X abgeführt. Bei Betätigung des Magneten M2
wird der Ventilabschnitt b in Arbeitsstellung bewegt, so daß, wie die Strömungspfeile
andeuten, die Leitung 20 mit der -Leitung 15 und die Leitung 13 mit
dem Vorratsbehälter X in Verbindung gelangt. In dieser Schaltstellung wird dem Rückhubraum
9 b des Arbeitszylinders 9 Druckmittel zugeführt. Der in diesem Arbeitszylinder
9 befindliche Kolben wird dann zwangläufig so verschoben, daß das an seiner Kolbenstange
-befestigte Lineal 4 eine von der Walzlinie 6 . weggerichtete Bewegung ausführt.
Das im-Vorhubraum 9 a des Arbeitszylinders 9 befindliche .Druckmittel wird. durch
die Leitung 11 in den Rückhubraum 7 b- =des Arbeitszylinders 7 gedrückt.. Der. -in
diesem Zylinder 7 geführte Kolben macht dadurch eine gleichlaufende Bewegung mit
dem- Kolben des Arbeitszylinders 9, wodurch auch das Lineal 2 eine gleichlaufende
Bewegung mit dem Lineal 4 ausführt. Aus dem Vorhubraum 7a des Arbeitszylinders 7
fließt das Druckmittel durch die Leitungen 14 und 13 in den Vorratsbehälter
X ab.
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Die Betätigung des Magneten M3bewirkt, daß der Ventilabschüitt c des
Mehrwegeventils V 2 in Arbeitslage kommt. Entsprechend den Strömungspfeilen tritt
dann Druckmittel von der Pumpe P2 aus der Leitung 21 in die Leitung 17 und durch
die Leitung 16 in den Vorhubraum 8 a des Arbeitszylinders B. Der in diesem geführte
Kolben wird dabei so verschoben, daß das an seiner Kolbenstange befestigte Lineal
3 eine Bewegung- in Richtung auf die Walz-Linie 6 ausführt. Das im Rückhubraum 8
b -des Arbeitszylinders 8 befindliche Druckmittel wird durch die Leitung 12 in den.
Vorhubraum 10 a des Arbeitszylinders 10 verdrängt. Es bewirkt dadurch eine
mit.. dem Lineal 3 gleichlaufende Bewegung des Lineals 5. Das Druckmittel. im Rückhubraum
10b des Arbeitszylinders 10 fließt durch die- Leitungen 18, 19 in den Vorratsbehälter
X. Bei der Betätigung des Magneten M4. kommt der Ventilabschnitt d in Arbeitslage;
er verbindet die Leitung 21' mit der Leitung 19 und außerdem die Leitung 17 mit
dem Vorratsbehälter X. Druckmittel *tritt dann- durch die Leitungen 19 und 18 in.
den Rückhubraum 10'b- des Arbeitszylinders 10
und 'bewirkt eine solche Bewegung
des in diesem geführten Kolbens, daß das Lineal s von der Walzlinie 6 weg verschoben
wird. Gleichzeitig wird aus dem Vorhubraum 10 a des Arbeitszylinders 10 durch die
Leitung 12= Druckmittel- in den Rückhubraum 8b des -Arbeitszylinders 8 verdrängt:
Der im Arbeitszylinder 8 'verschiebbare' Kolben führt dann eine solche Bewegung
aus, daß das auf seiner Kolbenstange befestigte Lineal-3 gleichlaufend mit dem Lineal
.5 verschoben wird. Aus dem Vorhubraum 8 a des Arbeitszylinders 8 gelangt
die -Druckflüssigkeit durch die Leitungen 16 -und 17 in den Vorratsbehälter X.
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Die gleichzeitige Betätigung der Magneten M1 und M3 bewirkt, daß die
Lineale 2 und 3 sowie 4 und 5 eine Bewegung gegeneinander und gegen die Walzlinie
6 ausführen. Hingegen wird durch gleichzeitige Betätigung der Magneten M2 und M4
eine von der Walzlinie 6 weg gerichtete Bewegung der Lineale 2 und 3 sowie 4 und
5_ ausgelöst. Eine gleichzeitige Betätigung der Magneten M1 und M4 zieht eine Bewegung
aller Lineale in Richtung des Pfeiles y nach sich, während die Betätigung der Magneten
M2 und M3 eine Bewegung aller Lineale in Pfeilrichtung z hervorruft. Es ist ersichtlich,
daß mittels der Mehrwegeventile V 1 und V 2 die Verschiebebewegung der Linealgruppen
2; 4 sowie 3, 5 in jeder erforderlichen Weise gesteuert werden kann, um das
Walzgut
dem Walzgerüst l folgerichtig zuleiten zu können Der größte Abstand der Lineale
2 und 3 bzw. 4 und 5 voneinander ist durch Endschalter E1 und E2 und gegebenenfalls.
durch ZüsätzendschalterE3 und E4 festgelegt, die in den Stromkreisen der Ventilmagneten
M1 bis M4 liegen und bei ihrer Betätigung die Mehrwegeventile V 1 und V 2 in ihre
Geschlossen-Stellung zurückführen.
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Wenn das in das Walzgerüst 1 einlaufende oder aus diesem auslaufende
Walzgut unter Zuhilfenahme der Lineale 2, 3 bzw. 4, 5 gerichtet werden soll, wird
mit den DruckmittelpumpenP3 und P4 gearbeitet. Wie bereits dargelegt wurde, beliefert
die Druckmittelpumpe P3 das die Arbeitszylinder 7 und 9 enthaltende Druckmittelsystem,
während die Pumpe P4 das die Arbeitszylinder 8 und 9 enthaltende Druckmittelsystem
speist. Eine` Leitung 24 verbindet das Ventil V 3 mit der Leitung 14 nach dem Vorhubraum
7 a des Arbeitszylinders 7. Über eine weitere Leitung 25 ist das Ventil V 3 an die
Leitung 15 angeschlossen, die -in .den Rückhubraum 9 b des Arbeitszylinders 9 mündet.
Durch die Leitung 26 ist das Ventil V 4 mit der Leitung 18 verbunden, die nach dem
Rückhubraum 10 b des Arbeitszylinders 10 führt, während eine Leitung 27 eine Verbindung
zwischen dem Ventil V 4 und der- Leitung 16 herstellt, die in den Vorhubraum 8 a
des Arbeitszylinders 8 -einmündet.
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Durch die Betätigung des Magneten M5 wird das Ventil V3 so- geschaltet,
daß-die von der Pumpe P3 kommende Leitung 22 mit'- der Leitung 24 in Verbindung
kommt, während- die Rücklaufleitüng 25 an den Vorratsbehälter X angeschlossen wird.
Durch die Leitung 24 und die Leitung 14- wird dem Vorhubraum 7 a des - Arbeitszylinders
7 Flüssigkeit unter erheblichem Druck zugeführt.- In der bereits beschriebenen Weise
wird "das Druckmittel - aus dem Rückhubranrn -7 b in .den Vorhübräum- 9ä des Zylinders
9 gedrückt.- Die Lineale 2 und 4-Werden daher gleichläufig und mit erheblicher-
Kraft in Richtung auf die Wälzlinie 6 verschoben: Durch die Betätigung des Magneten
M6 wird eine Verbindung zwischen der Leiturig 2-J,. der. Pumpe F 4 und der= Leitung
27 hergestellt, die über die Leitung 16 den Vorhubraum 8 a des Arbeitszylinders
8 mit Druckmittel beliefert. Die Leitung 26 erhält über das Ventil V 4 eine Verbindung
mit dem Vorratsbehälter X. Das Druckmittel strömt durch die Leitung 16 unter hohem
Druck in den Vorhubraum 8 a des Zylinders 8 und verdrängt aus dem Rückhubraum 8
b durch die Leitung 12 Arbeitsmittel in den Vorhubraum 10 a des Arbeitszylinders
10.
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Auch die Lineale 3 und 5 werden so gleichlaufend gegen die Walzlinie
6 unter erheblicher Krafteinwirkung verschoben. Aus dem Rückhubraum 10 b des Druckmittelzylinders
10 wird durch die Leitung 18 und durch die Leitung 26 das Druckmittel in den Vorratsbehälter
X zurückgedrängt. Da das Druckmittel von den Pumpen P 3 und P 4 mit erheblich höherem
Druck als von den PumpenPl und P2 gefördert wird, üben die Lineale 2, 3 bzw. 4,
5 eine erhebliche Richtkraft auf das zwischen ihnen liegende Walzgut aus.
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Es ist ersichtlich, daß die DruckmittelpumpenP3 und P4 lediglich in
der Lage sind, eine Bewegung der Lineale 2 und 3 bzw. 4 und 5 gegeneinander hervorzurufen.
Für das Auseinanderbewegen der Lineale 2 und 3 bzw. 4 und 5. nach dem Richten werden
die mit geringerem Druck arbeitenden,- aber eine größere Menge fördernden Pumpen
P1 und P2 über die Ventilabschnitte b und d der Ventile V 1 und V 2 an die Druckmittelsysteme
angeschlossen.
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Um die Linealpaare2, 3 bzw. 4, 5 auch als Walzguteinlauf- und -auslaufführungen
verwenden zu können, ist es zweckmäßig, Zusatzsteuereinrichtungen vorzusehen, wie
eine beispielsweise in Fi g. 2 gezeigt ist. Diese Zusatzsteuereinrichtungen haben
die Aufgabe, die Lineale des einlaufseitigen Linealpaares zur Verbesserung der Einlaufverhältnisse
auf eine größere Maulweite einzustellen als die Lineale des- auslaufseitigen Linealpaares:
Die Zusatzsteueremnchtung weist einen doppeltwirkenden Druckmittelzylinder 30 mit
Zylinderräumen 30a und 30b auf, in welchem ein Kolben 31 zwischen
zwei Endstellungen verfahrbar ist. An jede Stirnseite -des Kolbens 31 schließt sich
je ein Verdrängerkolben geringeren Querschnitts 32 und 33 an, wobei der Kolben 32
in einen. Zylinder 34 und der Kolben 33 in einen Zylinder 35 hineinragt. In den
Zylinderraum 30a des doppeltwirkenden Zylinders 30 mündet eine Leitung 36, während
mit dem Zylinderraum 30 b des Zylinders 30 eine Leitung 37 verbunden ist. Die Leitungen
36 und 37 führen nach einem Mehrwegeventil-V 5; das in seiner Geschlossen-Stellung
eine Druckmittelzufuhr zum Zylinder 30 verhindert und -das das von einer Pumpe,
beispielsweise einer der PumpenP1 und P2,- durch eine Leitung 38 geführte Druckmittel
wieder in den Vorratsbehälter X zurückführt. Das Mehrwegeventil V 5 ist zweckmäßig
ebenfalls als Doppelmägnefventil ausgebildet. Es - kann mittels zweier- Magneten@M
7 und M8 in zwei verschiedene -Arbeitsstellungen gebracht werden. Durch die Betätigung
des Magneten M7 kommt der Ventilabschnitt ein Arbeitslage;--wodurch entsprechend
den Strömungspfeilen - die Leitung 38 mit der Leitung 36 und die Leitung -37 mit
dem Vorratsbehälter X in Verbindung kommt. Dem Zylinderraum 30 ä wird dann Druckmittel
zugeführt, so daß sich der Kolben 31 nach rechts- b6wdgt Er nimmt die Kolben. 32
- und 33 -mit; - so= däß sich- der Zylinderraum 34 - ,vergrößert; während ° sieh
.-= der Zylinderraum 35 -in- gleichem Maße @-verkleineit:--Der Zylinderraum 34-
itörrespöndiert.-'über eine Leitung 39, wie F i g. 2 in voll ausgezogenen - Linien
zeigt, beispielsweise mit dem Vorhubraum 9 a des Arbeitszylinders 9 (F i g. 1) oder,
wie in gestrichelten Linien angedeutet ist, mit dem Vorhubraum 10 a des Arbeitszylinders
10. Durch eine Druckmittelleitung 40 steht der Zylinderraum 35, wie die voll ausgezogenen
Linien zeigen, reit dem Rückhubraum 9 b des Arbeitszylinders 9 oder, wie die gestrichelten
Linien andeuten, mit dem Rückhubraum 10 b des Druckmittelzylinders 10 in Verbindung.
Bei einer Bewegung des Kolbens 31 nach rechts wird das im Zylinderraum 35 befindliche
Druckmittel durch die Leitung 40 in den Zylinderraum 9 b des Arbeitszylinders 9
gedrückt, wodurch sich dessen Kolben so bewegt, daß das Lineal 4 von der Walzlinie
2 weg bewegt wird. Das durch: die Bewegung des Kolbens aus dem Vorhubraum 9 a verdrängte
Druckmittel wird dann vorn Zylinderraum 34 aufgenommen.
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Die Betätigung des MagnetenM8 bewirkt über den Ventilabschnitt f,
daß durch die Leitung 37 Druckmittel in den Zylinderraum 30 b des Zylinders 30 gelangt.
Dadurch wird der Kolben 31 und mit ihm die Verdrängerkolben 32, 33 nach links in
die gezeichnete
Stellung gebracht. Es vergrößert sich der Zylinderraum
35, während das Volumen des Zylinderraumes 34 in gleichem Maße abnimmt: Durch die
Leitung 39 wird Druckmittel in den Zylinderraum 9 a des- Arbeitszylinders 9 verdrängt.
Dadurch - wird dessen Kolben in solcher Weise verschoben, daß das Lineal 4 in Richtung
auf die Walzlinie 6.bewegt wird. Aus dem Zylinderraum 9 b wird das verdrängte Arbeitsmittel
über die Leitung 40 in den sich vergrößernden Zylinderraum 35 aufgenommen. Eine
entsprechende Bewegung des Lineals 5 kommt in gleicher Weise zustande, indem eine
Zusatzeinrichtung, wie durch die gestrichelten Linien angedeutet ist, mit dem Arbeitszylinder
10 verbunden wird: Zusatzsteuereinrichtungen dieser Art sind jedem der Linealpaare
2, 3 und 4,, 5 zugeordnet, um diese unabhängig voneinander auf verschiedene Führungsabstände
einstellen zu können.