DE1533345C - Legierungen auf Wolframbasis - Google Patents
Legierungen auf WolframbasisInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Legierungen auf Wolframbasis mit hoher Festigkeit bei erhöhten
Temperaturen und einer niedrigen Übergangstem peratur vom duktilen zum spröden Zustand.
Es ist bekannt, daß durch Zusatz von Rhenium zu Wolfram Legierungen erhalten werden können, deren
Übergangstemperaturen für den Wechsel vom duktilen zum spröden Verhalten erniedrigt sind, aber die
Seltenheit und der hohe Preis des Rheniums haben den Gebrauch dieser Werkstoffe auf bestimmte Halbzeugarten,
z. B. als Blech, Rohr oder in anderen endgültigen Formen, beschränkt.
Es ist daher das Ziel der Erfindung, Legierungen mit einem relativ niedrigen Rheniumgehalt vorzusehen,
die jedoch gleichzeitig niedrige Übergangstemperaturen für den Wechsel vom duktilen zum spröden Verhalten
sowie eine, hohe Festigkeit .bei erhöhten Temperaturen
und hohe Rekristallisationstemperaturen haben.
Gegenstand der Erfindung, mit der dieses Ziel erreicht wird, ist eine Legierung, bestehend aus 0,08 bis
0,4°/0, vorzugsweise 0,1 bis 0,15 °/0, Thorium, 0,003 bis
0,019 °/o, vorzugsweise 0,004 bis 0,019 °/0 Kohlenstoff,
1,0 bis 7,0 % Rhenium, Rest Wolfram und unvermeidlichen Verunreinigungen.
Eine Vorzugsstellung genießt dabei eine Legierung aus 0,15 °/0 Thorium, 0,01% Kohlenstoff, 1,0 °/0 Rhenium,
Rest Wolfram und unvermeidlichen Verunreinigungen, wie noch gezeigt wird.
Durch Variation der Gehalte innerhalb der angegebenen Grenzen kann für eine gegebene Anwendung
jeweils die beste Kombination von mechanischen Eigenschaften und guten Fertigungsmöglichkeiten
erhalten werden.
Verglichen mit unlegiertem Wolfram, das nach dem gleichen Verfahren hergestellt wurde, sind die erfindungsgemäßen
Legierungen allgemein fester bei 165O°C, sie haben höhere Rekristallisationstemperaturen
und sind noch bei niedrigeren Temperaturen duktil. Insbesondere wird bei zahlreichen Legierungen
bei Zimmertemperatur oder noch darunter eine vollkommene Duktilität festgestellt.
Die Legierungen haben beispielsweise eins Zugfestigkeit
bei 16500C zwischen 16,00 und 29,50 k ;/mm2,
während der Vergleichswert für unlegiertes Wolfram bei 9,10 kg/mm2 liegt. Die Übergänge vom duktilen
zum spröden Verhalten liegen für rheniumhaltige Legierungen im Bereich von —25 bis +1000C im
Vergleich zu 175° C bei unlegiertem Wolfram. Die Rekristallisationstemperaturen von unlegiertem Wolfram
liegen zwischen 1450 und 15000C, während die erfindungsgemäßen Legierungen Rekristallisationstemperaturen
im Bereich von 1600 bis 1825°C aufweisen.
Es wird angenommen, daß die hohen Festigkeiten und hohen Rekristallisationstemperaturen, die
den erfindungsgemäßen Legierungen auf Wolframbasis eigen sind, auf die Bildung von einheitlich
dispergierten Teilchen von Thoriumcarbid während der Fertigung mit Teilchengrößen vorwiegend im
Bereich von 200 bis 1000 Ä zurückzuführen sind.
• 5 Beispiel
Thorium, Kohlenstoff, Rhenium und Wolfram in Pulverform wurden zur Bildung einer einheitlichen
Mischung vermengt und dann unter einem Druck von etwa 3500 kg/cm2 zu einem Block gepreßt. Der Block
ίο wurde dann bei einer Temperatur von etwa 23500C
näherungsweise 4 Stunden lang für eine gegenseitige Diffusion der verschiedenen Bestandteile unter Bildung
einer festen Lösung von Thorium und Rhenium in Wolfram gesintert, während sich der, Kohlenstoff
wahrscheinlich zwischen Wolframcarbid und einer festen Lösung von Kohlenstoff in Wolfram aufteilt.
Der Block wird dann bei einer Temperatur von etwa 18500C von 13 mm auf 7,5 mm Dicke geschmiedet
und danach bei einer Temperatur von etwa 155O0C zu Blechen mit einer Dicke von etwa 1 mm ausgewalzt.
Während des Fertigungsprozesses scheidet sich Kohlenstoff als feindispergiertes Thoriumcarbid ab.
Obgleich bei der Herstellung der Bleche pulvermetallurgische
Verfahren angewendet wurden, ist es klar, daß die Legierungspartner auch durch andere
geeignete Verfahren, wie Lichtbogen-Gießverfahren unter vermindertem Druck, vereinigt werden können.
Die Fertigung kann nach anderen Methoden ausgeführt werden, wie durch Strangpressen, Schmieden
oder Ziehen zu Produkten gewünschter endgültiger Form.
Zugfestigkeit, Rekristallisatioristemperaturund Übergangstemperatur
vom duktilen in den spröden Zustand wurden bei einer Anzahl von Legierungen bestimmt.
Dabei wurde die Rekristallisationstemperatur durch Feststellung derjenigen Temperatur bestimmt,
auf welche die Legierung für 1 Stunde aufgeheizt werden muß, damit die Faserstruktur vollkommen verschwindet
und die Rekristallisation im wesentlichen vollständig ist. Dar Übergang vom duktilen zum
spröden Verhalten, der über einen gewissen Temperaturbereich stattfindet, wurde in der Weise bestimmt,
daß Proben von 25 mm Länge, 10 mm Breite und 1 mm Dicke bei verschiedenen Temperaturen
über einen der vierfachen Blechdicke entsprechenden Radius um einen Winkel von 105° zu biegen versucht
wurden, und es wurde die minimale Temperatur festgestellt, bei der die Probe nach einer geringen, aber
wahrnehmbaren Biegung reißt (nicht duktil) und die minimale Temperatur, bei der die Probe, ohne zu
reißen, um 105° gebogen wird (duktil).
Die Kennwerte der Legierungen mit verschiedenen erfindungsgemäßen Zusammensetzungen werden in
der Tabelle zusammengefaßt. Ein Strich bedeutet in dieser Tabelle, daß die angegebene Eigenschaft bei der
betreffenden Probe nicht bestimmt wurde.
| Legierung [Gewich tsprozent J |
C | W | Zugfestigkeit bei 165OUC |
übergangste duktil ■· spr nicht duktil |
mperatur üde ["C] duktil |
Temperatur für die Rekristallisation in 1 Stunde |
|
| Th | Re | 0,012 | Rest | [kg/mm2] | Temperatur | Temperatur | ro |
| 0,08 | 5,0 | 0,019 | Rest | 22,50 | 65 | 100 | 1700 bis 1750 |
| 0,10 | 5,0 | 0,010 | Rest | — | -50 | -25 | — |
| 0,15 | 1,0 | 0,009 | Rest | 29,50 | 10 | 25 | 1800 bis 1825 |
| 0,15 | 3,0 | 0,004 | Rest | 27,50 | 25 | 100 | 1725 bis 1750 |
| 0,15 | 7,0 | 0,003 | Rest | 16,00 | <10 | — | 1600 bis 1625 |
| 0,35 | •5,0 | 24,50 | -25 | 10 | 1650 bis 1675 |
Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, haben diese Legierungen, die zumindest 1% Rhenium enthalten,
eine hohe Festigkeit bei erhöhten Temperaturen, und sie sind bei niedrigen Temperaturen duktil. Alle der
angegebenen Legierungen haben hohe Rekristallisationstemperaturen im Vergleich zu unlegiertem
Wolfram. Für Anwendungen, bei denen ein hoher Schmelzpunkt gewünscht wird, hat sich die Zusammensetzung
mit einem Minimum an Legierungsbestancteilen, mit dem die gewünschten mechanischen
Eigenschaften erzielt werden können, als am meisten geeignet erwiesen.
Claims (2)
1. Legierung auf Wolframbasis mit hoher Festigkeit bei erhöhten Temperaturen und einer niedrigen
Ubergangstemperatur vom" duktilen zum spröden Zustand, bestehend aus 0,08 bis 0,4 %, vorzugsweise
0,1 bis 0,15%, Thorium, 0,003 bis 0,019%, vorzugsweise 0,004 bis 0,019%, Kohlenstoff, 1,0
bis 7,0 % Rhenium, Rest Wolfram und unvermeidlichen Verunreinigungen.
2. Legierung nach Anspruch 1, bestehend aus 0,15% Thorium, 0,01% Kohlenstoff, 1,0% Rhenium,
Rest Wolfram und unvermeidlichen Verunreinigungen.
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