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Verfahren zum Pigmentieren von Polyurethan-Präpolymeren.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Pigmentieren von Präpolymeren
des Polyurethans.
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Bekanntlich bestehen die Polyurethan-Lacke aus zwei gesonderten Komponenten,
die kurz vor dem Gebrauch miteinander vermischt werden. Eine dieser Komponentegist
ein monomeres Isocyanat oder ein Derivat, das durch Reagierenlassen eines monomeren
Isocyanates mit einem Polyäther oder einem Polyester (die beide OH-Gruppen aufweisen)
gewonnen wurde, oder ein ähnliches Produkt, das SH-Gruppen hat, und zwar in solchen
Mengen, daß wenigstens zwei reaktive NCO-Gruppen erhalten bleiben, und die andere
Komponente enthält ein Polyol, einen Polyäther, ein Polyamin, ein Polyamid oder
ein ähnliches mit dem Isocyanat reaktionsfähiges Produkt.
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Bisher hat man, wenn man die Lacke der vorgenannten Art pigmentieren
wollte, stets der Komponente das zerkleinerte Farbstoffipulver zugefügt, die keine
NCO-Gruppen hatte, denn das Pigment hat einen gewissen Wassergehalt, der das zerkleinerte
Pulver in einem NCO-grupp@nhaltig@@ Milieu in@tabil macht, da zwi-@@-@@@@@ @nd dem
erfolgt,
bei der Gas freigesetzt wird.
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Tatsächlich wird durch Luftfeuchtigkeit die Reaktion zwischen den
OH- und den NCO-Gruppen vervollständigt, und es wird die flärtung der-Lackschicht
und deren Elastizität beeinflußt. Man kann daher die Eigenschaften einer solchen
Lackschicht ändern, wenn man neben der Luftfeuchtigkeit eine gewisse Menge Wasser
mittels des Pigmentes einbringt.
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Andererseits werden durch diese Reaktion mit dem Wasser des Pigmentes
NCO-Gruppen verbraucht, und zwar in bedeutendem und Je nach der Menge der Feuchtigkeit
des Pigmentes unterschiedlichem Umfange, und der Feuchtigkeitsgehalt des Pigmentes
seinerseits ist unterschiedlich Je nach der Art des Pulverisierens, so daß es schwierig
ist, ein Endprodukt mit konstanter Qualität zu erhalten.
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Darüber hinaus reagieren oftmals auch diese zum Umhüllen der Pigmentpulver
verwendeten Substanzen mit den NCO-Gruppen, wobei unerwünscht Ergebnisse auftreten,
unter anderem das Abspalten von gasförmigen Produkten.
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Wenn man anstelle der Zweikomponenten-Lacke ein NCO-¢ndgruppen aufweisendes
Präpolymeres verwendet, das unter der Einwirkung der Luftfeuchtigkeit (gegebenenfalls
unter Zusatz eines Katalysators) trocknet, so zeigen die Farbstoffpulver die oben
genannten Schwiorigkeiten ebenfalls, jedoch nehmen diese einen so heftigen Charakter
an, daß das direkte Pigmentieren unmöglich wird.
kan hat bereits
vorgeschlagen, das Pigment in einem Lösungsmittel zu zerkleinern, das eine gewisse
vorbestimmte Menge eines Diisocyanates, wie beispielsweise Toluoldiisocyanat, enthält,
das dazu bestimmt ist, den Wassergehalt zu neutralisieren".
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Unglücklicherweise ist eine solche 11Neutralisation" mit einer C02-Entwicklung
verbunden, und es bilden sich Komplexverbindungen zwischen den vorhandenen Diisocyanat-Molekülen,
so daß ein neues Polymeres in unkontrollierter Menge und unkontrollierter Qualität
in dem Produkt gebildet wird. Wegen des infolge der CO-Entwicklung auftretenden
Druckes ist das Zerkleinern in einem geschlossenen Behältnis unmöglich. In einem
offenen Be-Behältnis ist jedoch die Absorption von zusätzlichern schädlichen wasser
unvermeidlich.
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Man hat auch schon vorgeschlagen, Natriumsiliciumaluminate mit spezieller
Kristallstruktur zu verwenden. Diese Methode ist wirksam zur Ausschaltung des Wassers,
aber sie erlaubt es nicht, die Wirkung der Umhüllungen der Pigmente zu inhibieren
noch deren eventuelle katalytische Wirkung, wenn sie nicht umhüllt (pas enrobés)
eingesetzt werden. hulerdem hat man festgestellt, daß man bei Verwendung dieser
Siliciumaluminate die Menge an Pigment vergrößern muß. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit,
auch die Menge an Bindemittel zu erhöhen; in diesem Fall ist es schlecht möglich,
handelsübliche NCO-Gruppen enthaltende Zubereitungen einzusetzen.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zum Pigmentieren von Polyurethan-Präpolymeren in Vorschlag
zu bringen,
das die vorstehend beschriebenen Nachteile verhindert, und mit dem pigmentierte
Kompositionen erhalten werden, die beständig sind und die insbesondere als eine
gebraunhsfertige Mischung ohne Schwierigkeiten in geschlossenen Behältnissen aurbewahrt
werden können, wie sie üblicherweise für Farben, Lacke, Anstrichstoffe und dgl,
verwendet werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren zum Pigmentieren von Polyurethan-Präpolymeren
ist dadurch gekennzeichnet, daß man ein Pigment oder eine Mischung von Pigmenten
verwendet, die durch Zusammenmischen des Pigmentes mit einer solchen Verbindung
gewonnen wurde, die durch Hydrolyse mit dem Wasser der Produkte wenigstens eine
OH-, SH- oder NH-Bindung bildet, wobei Jedoch keine wesentliche Reaktion mit dem
Isocyanat erfoigt, und daß man dieses Gemisch in das zu pigmentierende Präpolymere
einbringt.
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In der vorliegenden Beschreibung und den Ansprüchen werden unter "Präpolymeren"
Monomere, Polymere oder Mischungen dieser Substanzen verstanden, die reaktionsfähige
NCO-Gruppen aufweisen, die in einer nachfolgenden Reaktion mit geeigneten Substanzen
Polyurethane zu bilden vermögen, sowie Mischungen, die gleichzeitig Substanzen mit
reaktionsfähigen NCO-Gruppen und solche Substanzen haben, die mit den letzteren
in Gegenwart von Wasser oder eines Katalysators unter Bildung von Polyurethanen
reagieren können. Im letzteren Falle handelt es sich um Präpolymere, die als eine
einzige Komponente vorliegen und von denen vorstehend bereits die RedewKr.
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Die vorliegende Erfindung bezieht sich ebenfalls auf die stabilen
pigmentierten Präpolymeren, die bei dem vorstehend beschriebenen Verfahren gewonnen
werden. Weitere Einzelheiten der Erfindung sind aus der nachstehenden Beschreibung
ersichtlich.
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Das erfindungsgemäße Verfahren beruht auf der Erkenntnis, daß es zur
Vermeidung der bisherigen Nachteile wichtig ist, das in den Pigmenten vorhandene
Wasser zu entfernen, das mit den Isocyanaten unter CO2-Entwicklung reagiert und
diese polymerisiert, und daß dies zweckmäßig durch solche Verbindungen geschieht,
bei deren Einwirkung auf die NCO-Gruppen kein Gas frei wird, und die statt die Polymerisation
zu begünstigen diese blockieren derart, daß keine Verdickung bei Gegenwart der Verbindungen
befürchtet zu werden braucht.
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Die Entfernung des in den Pigmenten enthaltenen Wassers wird dadurch
erreicht, daß man diese mit solchen Verbindungen reagieren läßt, die die Fähigkeit
haben zu hydrolysieren, einerseits Substanzen, die OH-Bindungen(Alkohole, Phenole),
SH-Bindungen (Mercaptane) oder NH-Bindungen (Amine, Amide, Imide und dgl.) haben,
und andererseits Derivate, die keine Wirkung auf die Isocyanate haben und ohne merkliche
Einwirkung auf die spätere Reaktion des Präpolymeren besitzen.
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Als Beispiel für diese hydrolysierbaren Verbindungen können insbesondere
folgende genannt werden:
- Alkylborate (borates dtalcoyle), wie
Butylborat, Amylborat, usw.
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- Aluminiumalkoxyde, wie Aluminiumoctylat, sekundäres Aluminiumbutylat,
Aluminiumisopropylat, usw.
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- Alkyltitanate, beispielsweise Butyltitanat, Octyltitanat, usw.
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- Furfuryläther, - Äthylorthoformiat, - Äthylorthosilikat, usw.
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Unter diesen Verbindungen, die durch Hydrolyse Alkohol-Derivate ergeben,
kann man besonders vorteilhaft die Aluminiumalkoxyde und die Alkyltitarie verwenden,
und insbesondere die Aluminiumalkoxyde, wie sekundäres Aluminiumbutylat.
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Man kann das erfindungsgemäße Verfahren beispielsweise in der Weise
durchrühren, daß man das Pigment mit der hydrolysierbaren Verbindung zerkleinert
und dann die so erhaltene Mischung in das Präpolymere einbringt. Alsdann kann man
gemäß üblicher Arbeitsweise weiterarbeiten.
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Das Zerkleinern erfolgt vorzugsweise in geschlossenen Behältnissen,
damit keine Luftfeuchtigkeit eingetragen wird, und es läßt sich dies im Gegensatz
zu den bisher bekannten Verfahren ohne Schwierigkeiten durchführen, denn die Reaktion
zwischen den FIydntysenprodukten
und dem Präpolymeren geht ohne
Gasentwicklung vor sich.
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Vorzugsweise wird die vorstehend beschriebene Zerkleinerung in Gegenwart
einer gewissen Menge eines oder mehrerer Alkylphenoloxyäthylenen, Glykolen oder
Polyglykolen vorgenommen, die dazu dienen, das Pigment während der nachfolgenden
Aufbewahrung in Suspension zu halten. In diesem Falle ist es notwendig, die so eingebrachten
Hydroxylgruppen durch eine zusätzliche Menge von Isocyanat-Gruppen zu kompensieren.
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Die erforderliche Menge an hydrolysierbarer Substanz variiert je nach
dem Wassergehalt der verwendeten Pigmente und auch Je nach ihrer Beschaffenheit
und der Beschaffenheit der hydrtyslerbaren Substanz. Gewöhnlich bestimmt man den
Wassergehult des Lösungsmittels und berechnet daraus die notwendige Menge an hydrolysierbarer
Substanz. Eine stöchiometrische Menge ist ausreichend. In der Mehrzahl der Fälle
sollte die Menge an verwendeter hydrolysierbarer Substanz 5 Gew. des Präpolymeren
nicht übersteigen, und häufig liegt der Wert niedriger.
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Gemäß einer anderen Ausfffhrungsart des erfindungsgemilßen Verfahrens
kann man auch das Pigment und die hydrolysierbare Verbindung gleichzeitig dem Präpolymeren
hinzufügen, dann das ganze vermahlen, bis man die gewurischte innige Mischung erhalten
hat.
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Diese Ausführungsart des Verfahrens ist Jedoch weniger befriedigend,
denn die Einwirkung der hydrolysierbaren Verbindung auf den Feuchtigkeitsgehalt
des Pigmentes erfolgt dabei weniger
schnell und weniger vollständig
als bei der zuvor beschriebenen Ausführungsart.
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Man hat festgestellt, daß infolge des Verbrauches von NCO-Gruppen
durch die Verbindungen mit den OH-, SH- oder NH-enthaltenden Gruppen Verbindungen,
die während der Hydrolyse gebildet werden, manchmal Nachteile dadurch auftreten,
daß die Anzahl der für die nachfolgende Urethan-Reaktion zur Verfügung stehenden
NCO-Gruppen verringert wird.
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Um diese Nachteile auszuschalten, kann man erfindungsgemäß diese Gruppen
fixieren, indem man der Mischung ein entsprechendes Fixierungsmittel zusetzt. Dieses
tixierungsmittel ist vorzugsweise ein Mono- oder Polyisocyanat, das mit diesen Gruppen
schnell ler reagiert als die in dem Präpolymeren vorhandenen Isocyanate.
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Die Gesamtmenge der so gebildeten Mono- oderPolyurethaneist gering
infolge der geringen Menge der verwendeten hydrolysierbaren Substanzen, und es werden
dadurch die Eigenschaften des bei der nachfolgenden Reaktion des Präpolymeren mit
den üblichen reaktiven Substanzen erhaltenen Produkte hinsichtlich Brückenbildung
und Kettenlänge nicht wesentlich geändert. Man verwendet vorteillast Isocyanate
mit niedrigem Molekulargewicht, um die OH-, SH- oder NH-Gruppen zu blockieren, und
eine besonders vorteilhaft verwendbare Verbindung ist das Diphenylmethandiisocyanat.
Die Menge des Fixierungsmittels hängt ab von der'Menge und Art der zur Behandlung
des Pigmentes verwendeten hydrolysierbaren Verbindung.
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Es darf noch erwähnt werden, daß die aus dem Fixierungsmittel und
dem hydrolysierbaren Produkt gebildeten Urethane nicht mit den NCO-Gruppen des zu
pigmentierenden Präpolymeren reagieren.
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Dies gilt auch für den Fall, daß die hydrolysierbaren Verbindungen
bei der Hydrolyse stickstoffhaltige Produkte ergeben (Amine, Amide Imide und dgl.).
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Wenn man die Zugabe von Fixierungsmitteln vermeiden will, so kann
man solche hydrolysierbaren Verbindungen wählen, die bei der Hydrolyse Alkohole
ergeben, die mit den NCO-Gruppen wenig reaktionsfähig sind. So reagiert beispielsweise
tertiärer Butylalkohol mit dem Phenylisocyanat 500-mal weniger schnell als Normal-Butanol,
so daß man das Produkt eine gewisse Zeit lang aufbewahren kann, ohne daß die NCO-Gruppen
nennenswert beeinträchtigt werden, und daß, wenn man das Produkt als Film aufbringt,
der tertiäre Butylalkohol sich -verflüchtigt, bevor er mit den NCO-Gruppen reagieren
konnte (Beispiel: der tertiäre Butylalkohol könnte aus der Hydrolyse des tertiären
Butyltitanates durch das in dem Pigment vorhandene Wasser herrühren).
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Manche Verbindungen, die unter Bildung von Alkoholen hydrolysieren,
bilden bei der Hydrolyse gleichzeitig Säuren, die unter Gasentwicklung mit den NCO-Gruppen
der Isocyanate reagieren.
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Dazu gehören beispielsweise das Methyllactat und das Glykoldiformiat.
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Jedoch lassen sich solche Verbindungen dennoch beim erfindungsgemäßen
Verfahren einsetzen, wenn man sie mit anderen Produkten
vermischt,
die mit den bei arr Hydrolyse sich bildenden Säuren reagieren. In diesem Falle ist
es notwendig, daß man das Pigment vor dem Einbringen in das Präpolymere mit der
vorgenannten Mischung von Verbindungen behandelt, so daß die Säuregruppen vor dem
Einbringen neutralisiert sind.
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Man kann beispielsweise die freien Säure mittels Alkyltitanaten neutralisieren,
wobei Dialkylate gebildet werden.
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Beim erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich alle gebräuchlichen Pigmente
verwenden, die mit den Isocyanaten verträglich sind. In der nachstehenden Tabelle
I ist eine Aufstellung von einigen dieser Pigmente gebracht. Das erfindungsgemäße-Verfahren
läßt sich mit solchen Pigmenten durchführen, die keine schützende Umhüllung haben
(pigment non enrobés), und dabei ist es bemerkenswert, daß verschiedene der erfindungsgemäß
verwendeten hydrolysierbaren Verbindungen die Rolle eines Anfeuchtmittels oder eines
Umhüllungsmittels fÜr die Pigmente spielen können, sei es direkt, sei es indirekt
über die bei der Hydrolyse gebildeten Produkte oder sei es dadurch, daß der Kontakt
mit dem Pigment durch die Entfernung des diesem anhaftenden Wassers erleichtert
wird. In dieser Hinsicht besonders wirksam sind die Aluminiumalkoxyde.
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In der nachstehenden Tabelle I ist eine Liste von handelsübliohen,
beim Verfahren der Erfindung verwendbarer Pigmente aufgeführt, und es sind die Mengen
an hydrolysierbarer Substanz angegeben, die für eine gute Konservierung des Präpolymeren,
dem die genannten Pigmente zugefügt wurden, erforderlich sind.
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Als hydrolysierbare Substanz wurde dabei sekundäres Aluminiumbutylat
verwendet, und die genannten Mengen sind Gewichtsprozente, bezogen auf das Gewicht
des Pigmentes: TABELLE I Natur des Pigmentes Für gute Konservierung des Präpolymeren
erforderliche Menge Phthalocyanin-Grün, getrocknet 14,0 % Nickelazokomplex 7,0 Chromopht@al-Rot
BR, getrocknet, Fa. CIBA 7,0 Ruß mit großer Oberfläche, getrocknet 40,0 Ruß mit
kleiner Oberfläche (nicht getrocknet) Titanweiß, nicht umhüllt (non enrob#e),
2,5 ziemlich große Oberfläche (nicht getrocknet) 15,0 Titanweiß, umhüllt (enrobe),
ziemlich große Oberfläche (nicht getrocknet) 5,0 Eisenoxydrot (nicht getrocknet)
6,5 Xisenoxydgelb (nicht getrocknet) 21,5 Bariumsulfat (5 Mikron) (nicht umhüllt,
nicht getrocknet) 5,0 Eisenoxydschwarz 316 F (nicht getrocknet) 5,0 Fa. Bayer 5,0
Cinquasia 759 D (getrocknet) Fa.Dupont 7,0 dto-. {nicht getrocknet) " 10,0 Rot BL
eXtra (getrocknet) Fa. Hoechst 7 7,0 Molybdänorange (getrocknet) 6,5 dto. (nicht
getrocknet) 6,5 Blau CS (nicht getrocknet) Fa. Kuhlmann 16,0 Violett (getrocknet)
Fa. Hoechst 14,0 Man erkennt, daß die Pigmente, die die größte Menge an hydrolysierbarer
Substanz benötigen, die infolge ihrer starken Färbefähigkeit in geringsten Mengen
in dem Präpolymeren verwendet werden. Demzufolge ist die Menge an hydrolysierbarer
Substanz, berechnet auf das Gewicht des Präpolymeren, stets im wesentlichen die
gleiche und liegt gewöhnlich unterhalb 5 5. Das Verfahren der
vorliegenden
Erfindung läßt sich auch mit umhüllten Pigmenten (pigments enobes) durchführen.
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Dabei gibt es gewisse Alkoxymetallverbindungen, beispielsweise die
Alkyltitankte, die die Umhüllungen der Pigmente, die mit den Isocyanaten reagieren
können, zu neutralisieren vermögen.
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Wenn es sich um saure Umhüllungen handelt, so bilden sich mit den
Alkyltitanaten, wie dies oben bereits angegeben ist, Alkylate.
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Wenn es sich um nichtionische Umhüllungen handelt, wie sie beispielsweise
häufig in Form von Polyoxyäthylenaminen mit endstandigen OH-Gruppen vorliegen, so
kann mit den Alkoxyden Alkoholyse unter Freisetzung von Alkohol stattfinden.
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Wenn die Umhüllungen amphotaren Charakter haben oder anionisch sind,
so besitzen sie saure Sndgruppen, die bei Einwirkung der Alkoxyde einer Acidolyse
unterliegen und so durch Alkohole ersetet werden.
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Die cationischen Anfeuchtmittel können sowohl durch Alkohole als auch
durch Säuren neutralisiert werden. Es kann in diesem Falle sein, daß die Menge an
freier Säure zu gering ist, und daß es zweckmäßig ist, noch Säuren in ausreichender
Menge zuzugeben, daß sich quaternäre Ammoniumverbindungen bilden können.
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Wenn man eine wissrige Umhüllung durch eine der Hydrolysenmit Metallalkoxyden
fähige Umhüllung ersetzt, oder durch solche selbst nicht hydrolysierten Verbindungen,
so läßt sich oft die
katalytische Wirkung gewisser Pigmente, wie
beispielsweise des Bleimolybdates oder der Eisenoxyde enthaltenden Pigmente, inhibieren,
was für bestimmte Verwendungen von Interesse sein kann.
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Man kann eine gewisse Gelbildung des Präpolymeren dadurch erreichen,
daß man metallische Alkoxyde mit umhüllten Pigmenten zusammen verwendet. Dies erreicht
man häufig dann, wenn die Menge an verwendeten Alkoxyden erheblich die folgenden
Mengen überschreitet: a) die Menge, die zur Vernichtung des in dem Pigment enthaltenen
Wassers erforderlich ist, b) die Menge, die zur Neutralisation der vorhandenen Umhüllung
erforderlich ist, c) die Menge, die zum Ersatz der ursprünglichen Umhüllung durch
eine neue Umhüllung erforderlich ist.
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Die Gelbildung läßt sich durch einfaches Erwärmen auf etwa 1000 C
wieder rückgängig machen.
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Es ist nicht möglich, für Jedes Pigment die kritische Menge an hydrolysierbarer
Substanz oder an hydrolysierbarem Umhüllungs -mittel" genau anzugeben, die man hinzufügen
muß, um eine gute Konservation des Präpolymeren zu erreichen. Die Bestimmung des
Wassers ist nicht immer ausreichend genau, und in manchen Fällen ist es erforderlich,
Vorversuche anzustellen.
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Man kann dabei wie folgt arbeiten: für eine gegebene Pigmentmenge
nimmt
man eine bestimmte Menge hydrolysierbarer Substanz und stellt ein pigmentiertes
Präpolymeres nach dem erfindungsgemäßen Verfahren her. Man bringt dieses in einen
geschlossenen Behälter. Wenn dann eine Gasentwicklung auftritt, ist dies ein Zeichen
dafür, daß die Zugabemenge an hydrolysierbarer Substanz zu gering ist. Wenn im Gegensatz
dazu ohne Gasentwicklung eine Gelbildung eintritt und eine erhebliche Zunahme der
Viskosität beobachtet wird, so hat man zuviel an hydrolysierbarer Substanz zugegeben.
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Für den speziellen Fall, daß man zuviel"hydrolysierbares Umhüllungsmittel"
zugegeben hat, so werden, wenn man das Produkt der Luftfeuchtigkeit aussetzt, Alkohole
frei. Dann muß man das Fixiermittel, das aus sehr reaktionsfähi&em Mono- oder
Polyisocyanat besteht, in einer der Gesamtmenge des l ! umhullungsmittelsll äquivalenten
Menge zusetzen, das dann dazu bestimmt ist, schneller als das Präpolymere zu reagieren
und dieses auf diese Weise zu schützen.
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Man kann auch diese Zugabemenge auf die nur dem vorhandenen Alkohol
entsprechenden Menge begrenzen, ohne daß man eine nachträgliche Hydrolyse zu befürchten
hat, wenn das Produkt unter Wärmeeinwirkung gehärtet wird. Dies setzt voraus, daß
man eine genügend hohe Härtungstemperatur einstellt und daß die Reaktionsgeschwindigkeit
des gebildeten Alkoholes so gering ist, daß dieser abgetrieben wird, bevor er Zeit
hatte, mit dem Präpolymeren zu reagieren.
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Das erfindungsgemä#e Verfahren läßt sich mit allen in die zuvor gegebene
Definition fallenden Pröpolymeren durchführen.
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In der nachstehenden Tabelle II sind einige solcher PrZpolymeren veranschaulicht.
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TABELLE II Präpolymeres Gew.Teile I/ Polyäthylenglykoladipat - M.G.
200 44,5 Additionsprodukt aus Trimethylolpropan (TMP) und Toluoldiisocyanat (DIT)
(NCO ca. 13 %) 55,5 wasserfreies Lösungsmittel (Methylglykolacetat) 50,0 II/ Polypropylenglykol
- M.G. 20QQ 44,5 Additionsprodukt aus TMP/DIT (NCO ca. 13%) 55,5 wasserfreies Lösungsmittel
(Methylglykolacetat) 50,0 III/ Polypropylenglykol - M.G. 1000 40,8 Additionsprodukt
aus TMP/DIT (NCO ca. 13%) 59,2 wasserfreies Lösungsmittel (Methylglykol- @ acetat)
IV/ Rizinusöl 50,0 2,4-Toluoldiisocyanat, rein 24,8 Dipropylenglykol 3,2 Additionsprodukt
aus TMP/DIT (NCO ca. 13%) 22,0 wasserfreies Lösungsmittel (Methylglykolacetat) 30,0
V/ Polypropylenglykol - M.G. 1000 29,6 Additionsprodukt des Triols, erhalten durch
Kondensations des Trimethylolpropans von Propylenoxyd- M.G. = 400 mit Toluoldiisocyanat
56,0 Additionsprodukt TMP/DIT (NCO ca. 13 %) 14,4 wasserfreies Lösungsmittel (Methylglykolacetat)
50,0 Die nachfolgenden
dienen zur Veranschaulichung der vorliegenden Erfindung,
Beispiel
1 Dieses Beispiel zeigt die Ergebnisse, die bei der Pigmentierung eines Präpolymeren
von Polyurethan ohne Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens erhalten wurden.
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60 g Titandioxyd der Rutilform, nicht umhüllt, wurden innig vermahlen
mit 30 g wasserfreiem Dioctylphthalat.
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Es wurden 142 g dieser Lösung zugefügt zu 70 % eines Präpolymeren
(in Methylisobutylketon), das erhalten worden war durch Reaktion von drei Molekülen
Toluoldiisocyanat (eine Mischung der 2,4- und 2,6-Isomeren im Verhältnis 80s20)
mit einem Molekül dreipolarem Polypropylenglykol mit einem Molekulargewicht von
etwa 420, gewonnen durch Kondensation von Propylenoxyd mit Trimethylolpropan in
geeigneten Verhältnissen und Verbinden von zwei MolekUlen der so erhaltenen Verbindung
mittels eines Polypropylenglykols mit einer geraden Kette und einem Molekulargewicht
von etwa 410.
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Es wurde mit 50 g an trockenem Methylisobutylketon verdünnt.
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Die so erhaltene Mischung wurde 48 Stunden lang in einem bis oben
gefüllten und hermetisch abgeschlossenen Behältnis ruhen gelassen.
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Am Ende dieser Zet wurde das Behältnis vorsichtig geöffnet; der Deckel
sprang mit Gewalt heraus und das Produkt schäume so stark, daß es über das Behältnis
herauslief. Es war unbrauchhar@
Beispiel 2 Es wurde wie in Beispiel
1 gearbeitet, aber erfindungsgemäß wurden vor Einbringung der Lösung in das Präpolymere
1, g sekundäres Aluminiumbutylat llinzugegeben und zwei Minuten lang gerührt.
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Nach 48 Stunden wurde das das Produkt enthaltende Behältnis geöffnet,
ohne daß das geringste Aufbrausen erfolgte. Das Produkt war bei der Aufbewahrung
vollständig stabil.
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Beispiele 3 - 7 Iii diesen Beispielen, in denen die Herstellung von
in einer einzigen Verpackung stabilen Anstricl-sstorfen gezeigt ist, wurde wie folgt
verfahren : i)as Pigment, das Plastifizierungsmittel, die hydrolysierbare Substanz
und das Lösungsmittel wurden in einer Kugelmühle, die gegen Feuchtigkeit geschützt
war, vermahlen, dann wurde dem vermahlenem Gemisch ein Fixierungsmittel in Form
einer Lösung in einem Lösungsmittel zugegeben, und dann wurde das ganze mit dem
Präpolymeren in einer geschlossenen Mühle vermischt. Die verwendeten Präpolymeren
waren diejenigen, die in der vorstehenden Tabelle II aufgeführt sind.
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£)i£ verwendeten Komponenten und die Eigenschaften des pigmentierten
Endproduktes sind in der nachstehenden Tabelle III angegeben.
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TABELLE 111 Beispiel Mengen in Eigenschaften Nr. Komponenten Gew.Teilen
des Endprodukte 3 Präpolymeres 1 150 gute Stabilität (Trockensubstanz) Bariumsulfat
(5 Mikron) 60 trocknet an der Plastifizierungsmittel Luft (24 Stun-(Dioctylphthalat)
10 den, gefolgt sekundäres Aluminiumbutylat 2 von einer wei-Monochlorbenzol 30 teren
8-tägigen Fixierungsmittel: Lösung von Durchhärtung) Diphenylmethandiisocyanat in
und in der Monochlorbenzol (50 % Trocken- Hitze (2 Stunsubstanz) 6 den bei 120°C)
gut.
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4 Präpolymeres II 150 gute Stabilität RuB mit großer Oberfläche 2,5
Plastifizierungsmittel trocknet an der (Dioctylphthalat) 10 Luft und in der sekundäres
Aluminiumbutylat 1 Hitze gut.
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Monochlorbenzol 30 Fixierungsmittel wie in Beispiel 3 3 5 Präpolymeres
III 140 gute Stabilität die gleichen Komponenten wie trocknet an der in Beispiel
4 Luft mnd in der Hitze gut.
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6 Präpolymeres IV 150 gute Stabilitat die gleichen Komponenten wie
trocknet einer in Beispiel 4 Hitze gut, trocknet an der Luft schlecht.
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(das Präpolymere als solches trocknet schlect) 7 Präpolymeres V 150
gute Stabilität die gleicIien- Komponenten wie trocknet in der in Beispiel 4 Hitze
gut,troeknet an der Luft mäßig und lang sam das Prapolymere als solches trocknet
schlecht)
Es wurden in gleicher Weise Versuche mit dem Präpolymeren
I und jedem der in der Tabelle I aufgeflWhrten Pigmente gemäß der Arbeitsweise der
Beispiele 3 - 7 durchgeführt. Bei allen diesen Versuchen wurden absolut ausreichende
Resultate erhalten, betreffend Stabilität und Trocknungseigenschaften des Endproduktes.
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Die vorstehenden Beispiele veranschaulichen die Herstellung der pigmentierten
Präpolymeren in einem direkt verwendbaren Ansatz.
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Man kann jedoch das Verfahren der Erfindung gleicherweise anwenden
auf Produkte, die in zwei Komonenten vorliegen, die erst bei der Verwendung gmischt
werden, insbesondere dann, wenn man farbige Elastomere erhalten will, bei denen
die Anwesenheit von Wasser absolut nicht wünschenswert ist, beispielsweise für die
Herstellung von Elastomeren aus Produkten mit endständigen NCO-Gruppen.