DE1515340A1 - Fahrleitung fuer schlagwettergefaehrdete Grubenraeume - Google Patents
Fahrleitung fuer schlagwettergefaehrdete GrubenraeumeInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Landscapes
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Description
^ Die vorliegende Erfindung "betrifft eine Fahrleitung für
OO schlagwettergefährdete Grubenräume, bei welcher durch Fremd-
,_ belüftung die Kontaktstelle von Grubengas freigehalten wird.
r— Bs ist erwiesen, daß bezügl. der Wirtschaftlichkeit die
Fahrdrahtlokomotive allen anderen Lokomotivarten wie Akku-, Diesel- oder Preßluftlokomotiven weit überlegen ist. Sie
ist stets einsatzbereit, da die Zwangspausen zum Wechseln der Batterien bzw. Füllen der Tanks und Speicher wegfallen,
und ist auch von der Bauweise her viel robuster und daher nicht störungsanfällig wie diese. Leider ist ihre Verbreitung
im Steinkohlenbergbau in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen, da das Berggesetz wegen der Schlagwetterge- Jt
fahr sehr weitgehende Sicherheitsmaßnahmen vorschreibt, die einen Fahrdrahtbetrieb in den meisten Fällen unrentabel oder
sogar unmöglich machen. Hierzu gehört die Einhaltung von sog. Abbauschutzbezirken, d.h. im Umkreis von mehreren 100 m um
den Fahrdraht darf kein Abbau stattfinden. So soll verhindert werden, daii durch Risse und Spalten des Gebirges beim Abbau
freiwerdende Gase in die Fahrdrahts trecke eindriqgen und dort explosible Gemische bilden können.
Häufig läßt es sich auch nicht umgehen, daß beim Aufhauen von Flözen die mit Grubengas angereicherten Abwetter in die
Strecken geleitet und abgeführt werden müssen, so daß auch außerhalb des Schutzbereichs immer mit Schlagwetterexplosionen
infolge von Funkenbildung gerechnet werden muß. Aus die- ™ sen Gründen erfolgt die Hauptstreckenförderung inzwischen
überwiegend mit Hilfe von schlagwettersicheren Akkulokomotiven, deren Unterhaltung einschließlich NeubeSchaffung der
Sammler den westdeutschen Steinkohlenbergbau zusätzlich mit
Millionenbeträgen belasten.
Es ist schon lange erkannt worden, daß es zwecklos ist, das Problem durch Maßnahmen zur Verhinderung der Funkenbildung
lösen zu wollen, da niemand bereit ist, angesichts der großen Verantwortung eine Garantie für die einwandreie Wirkungsweise
zu übernehmen. Vielmehr muß versucht werden,
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-2- 15153A0
das Übertreten von Funken in das Gasgemisch zu verhindern.
Es sind daher schon verschiedene Vorschläge in dieser Richtung gemacht worden, die alle das Ziel haben, mit Hilfe von
gegen die Kontaktstelle geblasene "saubere" gasförmige Medien wie reine Luft, Stickstoff o.a. um die Funkensteile
herum eine gasfreie Zone zu schaffen, so daß, wenn schon Funken auftreten, diese doch nicht zünden können. Zu diesem
Zweck war auf der Lokomotive ein Gebläse vorgesehen, welches vorher gereinigte Luft durch eine an Schleifstück
angeordnete Düse gegen die Kontaktstelle blasen sollte. Nach einem anderen Vorschlag sollten Die Funken abgesogen
und dadurch unschädlich gemacht werden.
^ Ea ist leicht zu erkennen, daß diese Maßnahmen nicht geeignet
sind, das Austreten von Funken in die gasgefährdeten Räume mit Sicherheit zu verhindern. Durch die teilweise heftige
Wetterbewegung in den Hauptstrecken tasten starke Verwirbelungen des Gas-Luftgemisches auf, die durch die den
Düsen entströmenden, vergleichsweise geringen Luftmengen nicht nennenswert gestört werden. Außerdem besteht die Gefahr,
daß bei einem etwaigen Entgleisen der Lokomotiven oder anderen Zwischenfällen ein Schleifstück sich vom Fahrdraht
löst und über Querdrähte oder Ausbaubögen das Gebirge unter Strom setzt.
Zur Beseitigung dieser und aller anderen Gefahrenquellen fe werden erfindungsgemäß auf der gesamten Länge des Schutzbezirks
die Fahrdrähte mit einer diese weitgehend umfassenden Umhüllung, die durch. Zufuhr von reiner Luft oder
anderer geeigneter Gase unter Überdruck gesetzt wird, gegen explosible Gasgemische in den Grubenwettern abgeschirmt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung i*t in den beigefügten Abbildungen dargestellt, und zwar zeigt die Abb. 1 einen
Querschnitt durch das Fahrleitungssystem, während in den
. Abb. 2 + 3 der Schleifkopf des Stromabnehmers in Vergrößerung gezeichnet ist. 1 und 1· sind die beiden Fahrdrähte:
zur Vermeidung der bei Sehienenrückleitung auftetenden Funken muß auch der Minuspol mitgeführt und geschützt werden.
Sie sind über Klemmen 2, 2· und Isolatoren 3f 3* an Bügeln
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"befestigt, die an ösen 5» 5' mit Hilfe von Spanndrähten 6, 6*
in regelmäßigen Abständen in der Strecke aufgehängt sind. Die Isolatoren 3, 3' können bei Verwendung isolierender Materialien
für den Bügel 4, z.B. glasfaserverstärkte Melaminharzmassen, wegfallen. In die Mulde 7 des Bügels 4 wird ein Luftschlauch
8 mit Düsenöffnungen 9 gelegt und mittels eines Spannbandes 10 darin gehalten. Über die gesamte Anordnung
wird eine Umhüllung 11 aus einem dünnen, reißfesten, flammwidrig imprägnierten Material, z.B. Segeltuch gehängt, die
an Haken 12, 12* der Bügel 4 so befestigt wird, daß nur ein
schmaler Schlitz 13 für die Stromabnahme offen bleibt. Diese erfolgt durch Schleifstücke 14, 14' in Form von Schleifschuhen,
die den Fahrdraht in der Art der Obus-Stromabnehmer um- M fassen. Sie werden zweckmäßig gelenkig auf einem gemeinsamen
Träger 15 angebracht. Der Gelenkpunkt 16 wird so gelegt, daß der Träger 15 auch bei stark schlingender Lokomotive infolge
schlechten Gestänges die Kanten 17, 17' der Umhüllung 11
nicht berührt. Diese Anordnung ermöglicht es, den Schlitz 13 so schmal zu machen, daß sich der Luftverbrauch in vertretbaren
Grenzen hält. Sie ist daher einer an sich möglichen Ausführung, bei der jede Leitung getrennt belüftet wird,
überlegen. Die Umhüllung 11 dient gleichzeitig als Berührungsschutz
an Stellen, an denen die von der Bergbehörde ale Mindesthöhe für blanke Pahrdrähte geforderte Höhe unterschritten
wird. Zudem können Fahrdrahtschutzsysteme in der Art des
DP 970482 verwendet werden, welche die Berührungsgefahr auf \
der gesamten Länge des Fahrdrahtnetzes beseitigen.
Die Frischwetter können entweder aus dem allgemeinen Preßluftnetz
entnommen oder aber aus den als gasfrei erkannten Grubenräumen mittels Wetterlutten zugeführt werden. Die Anzahl
der Düsen 9 je lfd. Meter und deren Lochdurchmesser ergibt
sich aus der benötigten Wettermenge je Meter Fahrleitung
und ist somit abhängig von der Breite des Schlitzes 13, der erforderlichen Ausströmungsgeschwindigkeit an dieser Stelle
sowie dem zur Verfugung stehenden Luftdruck. Zum Ausgleich
des Druckgefälles längs des Schlauches 8 kann der Abstand der Düsen 9 untereinander oder deren öffnung verändert werden.
Es ist auch möglich, die Frischwetter unmittelbar in
909831/0503 ßAD ORIQINAL
die Umhüllung 11 einzuleisten. In diesem Falle muß mit geringem
Druck und entsprechend erhöhter Wettermenge gearbeitet werden.
Die Vorteile dieser Anordnung liegen auf der Hand; durch die
Abschirmung der Fahrdrähte gegen die Allgemeinbewetterung und die gleichzeitige ständige Frischluftzufuhr, die einen
leichten Überdruck innerhalb der Umhüllung schafft, wird das Eindringen gefährlicher Grubengase verhindert, so daß Funken
nur in reiner Atmosphäre entstehen.
Die Anordnung beider Schleifschuhe 14» 14' auf einem gemeinsamen
Träger 15 hat den Vorteil, daß sie eich gegenseitig führen, wodurch das Abspringen vom Fahrdraht unwahrscheinlich,
zumindest aber, wenn es doch vorkommen sollte, ungefährlich wird, da die Schleifstücke nicht ungehindert hochgehen
können. Ein weiterer Vorteil ergibt sich hieraus an den Weichen, die zur Vereinfachung umgesteuert und in Form
von dreieckigen Platten mit Randführung ausgeführt werden. Durch die federnd in die Mittellage ziehenden Träger 15 der
Stromabnehmer wird jewels ein Schleifstüok an der Weiche.geführt
und zwingt das ungeführte zweite Schleifstück in die
richtige Bahn* Da die Belüftung einer Weiche schwierig ist, wird diese isoliert in den Fahrdraht eingesetzt. Auf der
lokomotive werden daher 2 voneinander unabhängige Schleif-Bohuhkombinatlonen
angebracht, deren Abstand untereinander größer ist als die Länge der Weiche, so daß immer eine am
Fahrdraht ist und der Lokomotive Strom zuführt. Der Gelenkpunkt 16 wird so ausgebildet, daß beide Schleifschuhe zum
Einführen bzw. Herausnehmen durch d.en Schlitz 13 hochklappbar sind (strichpunktiert in Abb. 2), und durch Anschläge
18, 18* in der Betriebsstellung gehalten werden. Die Gestaltung
des Bügels 4 als Träger von Fahrleitungen und Umhüllung
gewährleistet eine weitgehend gleichbleibende räumliche Lage der Teile zueinander. Trotzdem iet es zweckmäßig, die Sohleifachuh·
federnd am Träger 15 zu befestigen, damit kleine evtl.
auftretende Abweichungen der Fahrdrähte 1, 1' ausgeglichen
werden.
Zur Gewährleistung der Sicherheit können in den Rändern 17, 17·
der Umhüllung 11 Drähte 19» 19' mitgeführt werden, die als
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Teile einer eigensicheren Überwaohungseinrichtung die Fahrdrahtspannung
beim Zerreißen der Umhüllung 11 abschalten. Außerdem muß eine Kopplung zwischen zugeführter Frischluftmenge
und Einspeisung vorhanden sein, derart, daß bei Unterschreitung einer Mindestmenge die Fahrleitung abgeschaltet
wird.
BQ9831/0S03
Claims (1)
- Dr. Expl. IJTtI b Uli btt.IJ.t3pi. UUIlO _Fahrleitungssystem für βchlagwettergefährdete Grubenräume, bei welcher durch Fremdbelüftung die Kontaktstelle von Grubengas freigehalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß auf der gesamten Länge des Sohutzbezirks die Fahrdrähte mit einer diese möglichst weitgehend umfassenden Umhüllung (11), die durch Zufuhr von reiner Luft oder anderen geeigneten Gasen unter Überdruck gesetzt wird, gegen explosible Gasgemische in den Grubenwettern abgeschirmt werden.Fahrleitungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungen für Hin- und Rückleitung (1,1·) in einer gemeinsamen Umhüllung verlegt sind.3. Fahrleitungssystem nach Anqpuch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Umhüllung (11) gleichzeitig als Berührungsschutz dient.4· Fahrleitungssystem nach Anspruch 1-3, gekennzeichnet durch einen in der Umhüllung mitgeführten Druckluftechlauch (8) mit Düsen (9) für den Austritt der Frischluft.5. Fahrleitungssystem nach Anspruch 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schleifschuhe (14, 14') für Hin- und , Rückleitung auf einem gemeinsamen Träger (15) angeordnet sind.6. Fahrleitungssystem nach Anspruch 1-5, gekennzeichnet durch in der Umhüllung (11) mitgeführte elektrische Drähte (19, 19'), die beim Zerreißen der Umhüllung die Fahrleitung abschalten.7. Fahrleitungssyetem nach Anspruch 1-6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Gewährleistung der Sicherheit eine Koppelung zwischen zugeführter Frischluftmenge und Einspeisung durchgeführt wird, derart, daß bei Unterschreitung einer Mindestmenge die Fahrleitung abgeschaltet wird.9O9831/0SQ3Leerseite
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|---|---|---|---|
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| DE19661515340 Pending DE1515340A1 (de) | 1966-02-08 | 1966-02-08 | Fahrleitung fuer schlagwettergefaehrdete Grubenraeume |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1515340A1 (de) |
Cited By (6)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2522319A1 (de) * | 1974-05-21 | 1975-12-04 | Pitcraft Ltd | Stromversorgungsleitung |
| DE2522320A1 (de) * | 1975-05-03 | 1976-12-02 | Pitcraft Ltd | Stromversorgungsleitung |
| DE2732868A1 (de) * | 1977-07-21 | 1979-02-01 | Gewerk Eisenhuette Westfalia | Gewinnungseinrichtung fuer bergbau- gewinnungsbetriebe |
| EP0003287A1 (de) * | 1978-01-23 | 1979-08-08 | Siemens Aktiengesellschaft | Stromabnehmer für schlagwettergefährdete Betriebe, insbesondere für Grubenlokomotiven, und seine Verwendung |
| DE2808240A1 (de) * | 1978-02-25 | 1979-09-06 | Gewerk Eisenhuette Westfalia | Versorgungsleitung, insbesondere fuer die stromversorgung in explosionsgefaehrdeten bereichen, wie vor allem in bergbau-untertagebetrieben |
| DE3009054A1 (de) * | 1980-03-08 | 1981-09-17 | Klöckner-Becorit GmbH, 4620 Castrop-Rauxel | Elektrische schleifleitung, insbesondere zur verwendung in schlagwettergefaehrdeten grubenraeumen |
-
1966
- 1966-02-08 DE DE19661515340 patent/DE1515340A1/de active Pending
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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| DE3009054A1 (de) * | 1980-03-08 | 1981-09-17 | Klöckner-Becorit GmbH, 4620 Castrop-Rauxel | Elektrische schleifleitung, insbesondere zur verwendung in schlagwettergefaehrdeten grubenraeumen |
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