DE1514437C - Sicherheitsabsperrorgan - Google Patents
SicherheitsabsperrorganInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsabsperrorgan für großflächige Druckausgleichsöffnungen in den
Wandungen zwischen benachbarten Räumen eines eine Kernreaktoranlage enthaltenden, dichten Reaktorsicherheitsgebäudes,
das beim Überschreiten eines' einstellbaren Überdruckes schlagartig und vollständig
öffnet und das aus einem scheibenförmigen Verschlußteil besteht, welches an seinem Umfang
gegen die Trennwand der benachbarten Räume abgedichtet und in dieser Lage durch auswechselbare
Bauelemente bis zur Erreichung eines einstellbaren Überdruckes gehalten ist (vgl. deutsche Auslegeschrift
1 078 247).
Kernreaktoren sind innerhalb des Reaktorsicherheitsgebäudes nochmals in hermetisch abgeschlossenen
Räumen untergebracht, damit austretende Spaltprodukte und Strahlungen nicht die übrigen begehbaren
Räume der Reaktoranlage verseuchen können. Im% Falle eines Reaktorschadens, also z. B. beim
Reißen einer Kühlmitteldampfleitung, würde der dadurch in solchen Räumen verursachte hohe Überdruck
die Zerstörung desselben bewirken. Es ist daher notwendig, dem austretenden Dampf in solchen
Fällen einen größeren Raum zur Ausdehnung zur Verfügung zu stellen, damit der Enddruck tatsächlich
aufgefangen werden kann. Zu diesem Zweck befinden sich zwischen der eigentlichen Reaktorkammer
und den übrigen Räumen Sicherheitsabsperrorgane z. B. in Gestalt von Glaswänden oder
Platzmembranen, die beim Auftreten eines bestimmten Überdruckwertes innerhalb der Reaktorkammer
reißen und einen Übertritt des Dampfes in das übrige Reaktorgebäude ermöglichen. Häufig wird dieser
übertretende Dampf zunächst über eine Wasservorlage geleitet, worin er zum größten Teil bereits
kondensiert, es ist dies also ein weiteres Mittel zur Druckunterdrückung innerhalb des Reaktorsicherheitsgebäudes.
Da aber bei derartigen Unfällen sehr große Energiemengen frei werden, ist es notwendig, die
Querschnittte des Sicherheitsabsperrorgans sehr groß zu machen, sie betragen unter Umständen mehrere
Quadratmeter. Das bisher geübte und vorbeschriebene Verfahren verwendet als Absperrorgane verhältnismäßig
teure Einrichtungen, deren Justierung auf den entsprechenden Ansprechdruck sehr umständlich
und auch kostspielig ist. Außerdem müssen derartige Elemente in ihrer Gesamtheit nach dem
Ansprechen wieder ersetzt werden, was ebenfalls vom betrieblichen Standpunkt aus nicht vorteilhaft ist.
Auf dem Gebiet der Kernreaktortechnik muß, wie allgemein bekannt, dem Sicherheitsbedürfnis größte
Aufmerksamkeit geschenkt werden. So muß gewährleistet sein, daß die Kettenreaktion im Reaktorkern
nicht außer Kontrolle gerät. Für den Notfall muß hier z. B. ein Neutronengift automatisch in den Kühlmittelkreislauf
eingebracht werden. Hierzu ist nach der deutschen Auslegeschrift 1 078 207 eine Sicherheitsarmatur
vorgeschlagen worden, die in eine Rohrleitung eingesetzt wird. Die auf Druckunterschiede
ansprechende Sollbruchstelle befindet sich dabei in einer abdichtenden Membrane, die also in einem
solchen Falle zerstört wird.
Dieses System ist jedoch für großflächige Sichcrheitsabsperrorgane
nicht gut geeignet.
Der Hrf'indiing liegt die Aufgabe zugrunde, die
Auswirkungen eines Schadensfalles im Hinblick auf auftretende Druck- und Temperaturspitzen in einzelnen
Räumen des Reaktorgebäudes auf ein Mindestmaß zu beschränken, wobei das eigentliche,
großflächige Verschlußteil eines Sicherheitsabsperrorgans beim Ansprechen der Sicherheitseinrichtung
nicht zerstört werden soll und nur, baulich einfache Teile der Halterung des Verschlußteils, deren Dimensionierung
rechnerisch leicht möglich ist und deren Ersatz keine Schwierigkeiten bereitet, zerstört
werden.
ίο Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch ge- ■
löst, daß das Verschlußteil aus einem Stück besteht, starr ist und nach einem Öffnungsvorgang wieder
verwendbar ist.
Die dieses Verschlußteil haltenden und auswechselbaren, z. B. stabförmigen Bauelemente sind
so dimensioniert, z. B. auch mit Hilfe einer sogenannten Sollbruchstelle, daß sie beim Auftreten bzw.
Überschreiten des sogenannten Ansprechdruckes in dem einen angrenzenden Raum des Reaktorgebäudes
infolge des auf dem scheibenförmigen Verschlußteil lastenden Druckes brechen. Beim Wiederverschließen
dieser Öffnung braucht also nur dieses Bauelement erneuert zu werden. Es ist dabei besonders vorteilhaft,
das scheibenförmige Verschlußteil als eine Art Klappe mit einem Scharnier in der Wandöffnung
zu befestigen und an dem dem Scharnier gegenüberliegenden Begrenzungsrand des Verschlußteils den
druckempfindlichen Verschluß mit einem Reißstift, der z. B. nicht nur auf Zug, sondern auch auf Scherung
beansprucht sein kann, anzubringen. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß es selbstverständlich
auch möglich ist, eine andere Verschlußart, ζ. Β. eine Art federbelasteten Klinkenverschluß, zu wählen.
Auch hier bewirkt das Auftreten eines bestimmten Druckgrenzwertes die Freigabe des scheibenförmigen
Verschlußteils oder dieser Klappe.
Zur näheren Erläuterung sei auf die F i g. 1 bis 9 verwiesen.
F i g. 1 zeigt in schematischer Darstellung die Wirkungsweise des eingangs erwähnten Druckunterdrückungssystems,
das als wesentliches Element ein derartiges Sicherheitsabsperrorgan enthält. Der Reaktor
ist mit 1 bezeichnet, die Reaktorkammer'mit 2. Der im Schadensfall durch das Sicherheitsabsperrorgan
5 entweichende Dampf tritt vor seinem Eintritt in den Reaktorbehälter 4 durch eine Wasservorlage 3
hindurch, wodurch eine ganz wesentliche Druckherabsetzung innerhalb des Reaktorsicherheitsgebäudes
4 erfolgt. Derartige Sicherheitsabsperrorgane können aber auch zwischen anderen Räumen
angebracht sein, wobei nicht immer unbedingt mit einer Wasservorlage gearbeitet werden muß. Es sind
zur Kondensation des austretenden Wasserdampfes auch andere Einrichtungen, wie z. B. Sprühanlagen
usw. bekanntgeworden.
Fig.2 und 3 zeigen als Ansicht und als Querschnitt ein derartiges Sicherheitsabsperrorgan, das
hier als runde Scheibe 5 dargestellt ist. Es liegt über eine Dichtung 6 an dem die Wandöffnung begrenzenden
Rahmen 7 an. In seiner Mitte ist ein stabförmiges Element 9 befestigt, das z. B. mit Hilfe einer ;
Schraube am Bügel 8 befestigt ist. Dieses stabförmige ?' Element ist in seiner Dicke so bemessen, daß es bei '"
einem vorbestimmten Druck reißt und so die Öffnung "k'
freigibt. Dieses Ziel kann z.B. dadurch erreicht wer- m
den, daß dieses stabförmige Element 9 eine Sollbruchstelle in Form einer Einkerbung od. dgl. erhält.
In den F i g. 4 und 5 ist ein Sicherheitsabsperr-
organ mit rechteckiger Bauart dargestellt, das auf der unteren Seite mit Hilfe der Scharniere 15 im
Rahmen 7 befestigt ist. In diesem Fall befindet sich das stabförmige Bauelement 9 mit gegebenenfalls
einer Sollbruchstelle auf der den Scharnieren gegenüberliegenden Seite der Absperrscheibe 5. Eine
Dichtung, ähnlich wie in F i g. 1 und 2, ist hier nicht mehr anbringbar, dafür wird einfach eine dünne
Membrane 10 über die Öffnung gedeckt und z. B. mittels Klebung verbunden. Diese Membrane hat
als solche keinerlei Festigkeit, sie reicht jedoch aus, den schmalen Spalt zwischen den Bauteilen 5 und 7
abzudichten.
Die F i g. 6 zeigt den Verschluß des Absperrorgans mit Hilfe des Bauteils 9, das in ähnlicher oder in
praktisch gleicher Weise wirkt, wie in den Beispielen nach den F i g. 2 und 3. In den bisher besprochenen
Beispielen kommt der öffnungsdruck immer nur von einer Seite. Soll jedoch eine Öffnungsmöglichkeit
nach beiden Seiten bestehen, so kann eine Konstruktion gemäß F i g. 7 und 8 Verwendung finden, wobei
die F i g. 8 einen Querschnitt der Einrichtung nach Fig. 7 entlang der Linie VIII-VIII darstellt. In
diesem Fall besitzt die Scheibe 5 eine Nase 11, die sich über beiderseitige Hülsen 13 und den Zugstab 9
jeweils auf eine der beiden in Ausnehmungen des Rahmens 7 lose liegenden Rechteckscheiben 12 abstützt.
Die Dichtung erfolgt hier beiderseits durch Folien 10.
F i g. 9 zeigt eine weitere Möglichkeit einer Sperre. Hier ist das scheibenförmige Bauteil 5 wieder über
eine Dichtung 6 gegenüber dem Rahmen 7 abgestützt. Es ist jedoch ein starker Haken 51 vorgesehen, der
im geschlossenen Zustand in die drehbar gelagerte Klinke 72 einrastet. Diese ist mit ihrer Achse 73
drehbar gelagert und wird über die Feder 74 gegen die Nase des Hakens 51 gepreßt. Beim Auftreten
eines Überdruckes von rechts verursacht der Haken 51 mit dem Deckel 5 nach links auszuweichen und
drückt dabei die Klinke 72 so lange nach links, bis sie den Haken 51 freigibt und der Deckel schlagartig
öffnet. Der Grenzdruck oder Ansprechdruck ist dabei gegeben einmal durch die Federkraft und zum anderen
durch die Größe des Hebelarmes, an dem die Feder angreift. Über die Veränderung des Hebelarmes
kann dabei auch der Auslösedruck eingestellt werden. Selbstverständlich ist es auch möglich, diese
oder eine ähnliche Einrichtung doppeltwirkend auszubilden, wobei dann zur Dichtung wieder eine
Folie 10, wie in den Beispielen nach F i g. 4 bis 8, Verwendung finden kann. Alle Darstellungen sind
nur rein schematischer Natur, so wird insbesondere auch hinsichtlich F i g. 9 darauf hingewiesen, daß
der Abstand des Drehpunktes 73 von der Klinkennase, die mit dem Teil 51 im Eingriff steht, wescnt-Hch
kleiner ist, damit die Bewegung des Deckels 5 zur Öffnung des Verschlusses noch innerhalb der
Dichttoleranzen des Dichtungsringes 6 oder einer anderen Dichtungseinrichtung erfolgt.
Claims (7)
1. Sicherheitsabsperrorgan für großflächige Druckausgleichsöffnungen in den Wandungen
zwischen benachbarten Räumen eines eine Kernreaktoranlage enthaltenden, dichten Reaktorsicherheitsgebäudes,
das beim Überschreiten eines einstellbaren Überdruckes schlagartig und vollständig
öffnet und das aus einem scheibenförmigen Verschlußteil besteht, welches an seinem
Umfang gegen die Trennwand der benachbarten Räume abgedichtet und in dieser Lage durch
auswechselbare Bauelemente bis zur Erreichung des einstellbaren Überdruckes gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußteil
aus einem Stück besteht, starr ist und nach einem Öffnungsvorgang wieder verwendbar
ist.
2. Sicherheitsabsperrorgan nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die auswechselbaren
Bauelemente so dimensioniert sind, daß sie beim Erreichen des einstellbaren Überdruckes
'in dem einen angrenzenden Raum des Reaktorgebäudes infolge des- auf dem Verschlußteil
lastenden Druckes reißen bzw. brechen.
3. Sicherheitsabsperrorgan nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die auswechselbaren
Bauelemente eine Sollbruchstelle aufweisen.
4. Sicherheitsabsperrorgan nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußteil
in seiner Mitte durch ein stabförmiges auswechselbares Bauelement, das sich an seinem
anderen Ende gegen einen starren Bügel abstützt, gehaltert ist.
5. Sicherheitsabsperrorgan nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußteil
an einem Begrenzungsrand mit Hilfe eines Scharniers beweglich vor der abzuschließenden Öffnung
befestigt ist und an dem dem Scharnier gegenüberliegenden Rand mit Hilfe einer auf den gewünschten
Ansprechdruck eingestellten Einrichtung gehalten ist. ·
6. Sicherheitsabsperrorgan nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß diese Einrichtung
einen auf Scherung beanspruchten auswechselbaren Bolzen enthält.
7. Sicherheitsabsperrorgan nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß diese Einrichtung
aus einer unter Federdruck stehenden an sich bekannten Sperre besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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