DE1599060C - Vorrichtung zum Konstanthalten der Bahnspannung einer Matenalbahn - Google Patents
Vorrichtung zum Konstanthalten der Bahnspannung einer MatenalbahnInfo
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Description
Die Erfindung betrifft, eine Vorrichtung zum Konstanthalten der Bahnspannung einer von einer
Wickelrolle mit Längenunterschieden ankommenden Materialbahn, welche mit Hilfe einer weiterverarbeitenden
Maschine, z. B. einem Aufwickelsystem, abgezogen und in diese eingeführt wird.
Zu diesem Zweck sind bereits Verfahren und Vorrichtungen in Gebrauch, unter denen besonders solche
Verfahren und Vorrichtungen vorherrschen, welche anstreben, die Konstanz der Bahnspannung durch
Bremsung herbeizuführen. Die Bremsung läßt man dabei auf die Wickelachse oder auf den Umfang der
Wickelrolle einwirken.
Im ersten Fall, bei der sogenannten Kernbremsung, geschieht das am einfachsten durch eine mit der Wikkelachse
gekuppelte Bremse. Die unmittelbar auf die Wickelachse wirkende Bremse benötigt aber eine fortwährende
Regelung, da der Durchmesser der abgewickelten Rolle beim Abwickeln kleiner wird und
dementsprechend auch das Drehmoment abnimmt. Die Regelung erfolgt bei einfachen Vorrichtungen von
Hand, bei genauer arbeitenden Vorrichtungen mit Hilfe der Steuerungs- und Regeltechnik auf elektrischem,
optischem, pneumatischem, hydraulischem oder mechanischem Wege. Der größte Nachteil der
Kernbremsung liegt aber darin, daß es trotz Regelung nicht möglich ist, das Abwickeln von Rollen mit sehr
lockerer Wicklung hinreichend genau durchzuführen. Die äußeren Schichten der Rolle werden nämlich in
diesen Fällen mitunter von der Verarbeitungsmaschine weitergezogen, wobei es vom Kern her zum
Aufbau einer neuen festeren Wicklung kommt, während die Wickelachse langsamer läuft oder sogar stehen
bleibt. Oft kommt es dabei außerdem dazu, daß sich zwei benachbarte Schichten von Wickellagen gegeneinander
seitlich verschieben.
Die Vorrichtungen mit Bremsung am Umfang der Wickelrolle vermeiden den ebengenannten Nachteil;
sie sind aber in anderer Beziehung unzulänglich.
Bei einer bekannten Tänzerwalzen-Vorrichtung dieser Art wird eine konstante Bahnspannung da- (
durch erreicht, daß die Wickelrolle auf zwei parallel zu ihr angeordneten Walzen aufliegt und eine dritte,
ebenfalls parallel zu den anderen angeordnete Walze von oben wirkend — und in einer Schwinge beweglich
gelagert — den erforderlichen Anpreßdruck herstellt. Diese einfache Vorrichtung kann jedoch bei empfindlichen
Materialbahnen, wie dünnen Kunststoffolien, nicht ohne Nachteil benutzt werden, da die Oberfläche
der Bahnen, insbesondere infolge des dauernden Durchwalkens durch die Anpreßwalze, leicht beschädigt
werden kann.
Bei einer anderen, ebenfalls auf den Umfang der Wickelrolle wirkenden Bremsvorrichtung ist eine
drehbare Walze am Ende eines um eine feste Achse schwenkbaren Armes angebracht und ruht mit regelbarem
Druck auf der Wickelrolle. Die Walze ist mit einem regelbaren Reibungsbremssystem versehen,
dessen Bremswirkung über die Walze auf den Umfang der Wickelrolle übertragen wird. Die von Zugwalzen
der nachfolgenden Verarbeitungsmaschine gezogene Materialbahn läuft bei dieser bekannten Abwickel- (
vorrichtung über eine am gleichen Ende des Arms jenseits der gebremsten Walze angebrachte Sekundärwalze,
welche die Materialbahn so führt, daß diese die gebremste Walze auf wenigstens der Hälfte ihres Umfangs
umschlingt. Diese Bremrvorrichtung hat den Nachteil, daß sich an der Stelle, wo die Bremswalze an
den Umfang der Wickelrolle angedrückt wird, ein Stau ausbilden kann. Sehr lockere Wicklungen, die in
der Praxis nicht völlig vermeidbar sind, begünstigen diese Staubildung noch dadurch, daß sie ein zu starkes
Eindringen der Walze in die oberen· nachgiebigen Wickellagen erlauben. Das Auftreten eines Staues
macht sich vor allem bei dünnen Kunststoffolien nachteilig bemerkbar. Außerdem, werden bei unrunden
Rollen pendelnde Bewegungen der Haltearme hervorgerufen, die zu Längenänderungen und damit
zu Spannungsschwankungen in der Materialbahn führen.
Es stellt sich somit die Aufgabe, eine Vorrichtung zu schaffen, bei der die Spannung einerTJahn konstant
gehalten wird, welche mit Längenänderungen von der Abwicklung her ankommt und in eine weiterverarbeitende
Maschine eingeführt wird, und bei der die Nachteile der bekannten Vorrichtungen vermieden werden.
Gelöst wird die vorstehend genannte Aufgabe bei
der vorher erwähnten bekannten Vorrichtung, bei der eine Materialbahn mit Hilfe einer weiterverarbeitenden
Maschine von einer Wickelrolle abgezogen und in jene eingeführt wird, wobei die von der Wickelrolle
kommende Materialbahn im Gegensinn um zwei Walzen geschlungen ist, die an einem schwenkbaren Hebel
gelagert sind, und von denen die eine abbremsbar ist und ihre Bremskraft auf den Umfang der Wickelrolle
überträgt, erfindungsgemäß dadurch, daß die beiden umschlungenen Walzen einen Anpreßdruck
aufeinander ausüben, wobei die Materialbahn zwischen ihnen geführt ist, und daß die abbremsbare
Walze, die in an sich bekannter Weise auch antreibbar, also regelbar ist, die zweite Walze darstellt, von
der die Materialbahn zur weiterverarbeitenden Maschine abläuft, wobei der Hebel sich etwa senkrecht
zur ablaufenden Materialbahn erstreckt, und die Schwenkachse des Hebels auf der Verlängerung einer
Mantellinie der zweiten Walze liegt.
Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, dabei die als erste umschlungene Walze mit einer eindrückbaren
Oberfläche zu versehen. Zu diesem Zweck ist die Walze oder wenigstens der Mantel der Walze aus
einem gummielastischen Material. Die Größe der Elastizität dieses Materials hängt von verschiedenen Verfahrensbedingungen
ab, insbesondere von der Dicke der Materialbahn, wobei die Walzenoberfläche umso
nachgiebiger sein muß, je dünner die Folienbahn ist. Die Walzenoberfläche kann dabei in einem Fall so
wenig nachgiebig sein wie der Mantel eines Fahrzeugreifens, und sie kann in einem anderen Fall so weich
sein wie ein Schwamm aus Kunststoffschaum. .Walzenoberflächen aus Kunststoffschaum und aus Weichgummi
sind meistens in der Praxis angewandt.
Die Größe der Elastizität der Walzenoberfläche hängt auch von der mehr oder weniger großen Unregelmäßigkeit
der Wicklungen oder der Materialbahn selber ab, welche sich auf der abzuwickelnden Rolle
befindet. Je größer die Unregelmäßigkeiten, z. B. die Wulste, um so weicher muß die Walzenoberfläche sein,
und umgekehrt. Ein weiterer Umstand, der die wünschenswerte elastische Eigenschaft der Walze bestimmt,
ist die angewendete Abzugsspannung. Je größer diese ist, um so härter muß die Oberfläche der
Walze sein, und umgekehrt.
Die mit der gummielastischen Oberfläche versehene erste Walze befindet sich in Berührung mit der
Materialbahnrolle. Die erste und die zweite Walze stehen so dicht zusammen, daß sie die Materialbahn zwischen
sich einklemmen, doch soll es dabei nur zu einem glatten Anlegen der Materialbahn an die Oberfläche
der gebremsten Walze kommen; auf keinen Fall soll die Materialbahn zwischen den beiden Walzen
verzerrt oder sonstwie deformiert werden, wie es beispielsweise die Aufgabe eines Quetschwalzenpaares
ist.
Die derart mit einem Hebel versehene Vorrichtung gemäß der Erfindung ist in besonders hohem Maße
dazu befähigt, alle Unregelmäßigkeiten der Materialbahnrdlle, d. h. sowohl die in der Materialbahn selber
enthaltenden Unregelmäßigkeite'n, wie Foliendicke oder Durchhänge, als auch die beim Aufwickeln der
Rolle entstandenen Unregelmäßigkeiten, wie zu niedrige oder schwankende Wickelfestigkeit oder Unrundsein
der Spule, beim Abwickeln der Materialbahn auszugleichen. Der Hebel kann zwecks weiterer Verbesserung
des Ausgleichsvermögens der Abwickelvorrichtung mit einem Schwingungsdämpfer versehen
sein, welcher die Schwingungen des Hebels derart dämpft, daß er den mit jeder Umdrehung der Materialbahnrolle
periodisch wiederkehrenden Schwingungen bevorzugt zu folgen vermag, auf die in kürzeren
Perioden auftretenden Unregelmäßigkeiten aber praktisch nicht anspricht. Die günstigste Art der in
• einem Hebel gelagerten Walzen ist dabei diejenige, bei welcher die beiden Walzen untereinander angeordnet
sind, so daß der Hebel in im wesentlichen senkrechter
ίο Mittellage schwingt, und die zuerst von der Materialbahn
umschlungene Walze neben der Materialbahnrolle angeordnet ist. Hierbei kommen die damit erzielbaren
Vorteile im höchsten Maße zur Wirkung, wenn die Materialbahn im Scheitelpunkt der gebremsten
Walze von dieser waagerecht fortgeführt wird.
Es hat sich weiterhin als sehr vorteilhaft erwiesen, die Walze, welche mit der die Abzugsspannung der
Materialbahn regelnden Regeleinrichtung versehen ist, auf ihrer Oberfläche mit Entlüftungsrinnen zu ver-
ao sehen. Sie gewährleisten ein stets gleichmäßig glattes Anliegen der Materialbahn an der Oberfläche der
Walze, deren Umdrehungsgeschwindigkeit geregelt wird, und verhindern insbesondere, daß zwischen
Materialbahn und Walzenoberfläche ein Luftfilm eingeschlossen wird, welcher ein relatives Gleiten zwischen
beiden zulassen und damit die Übertragung der Regelwirkung auf die Materialbahn unzuverlässig machen
würde. Die Entlüftungsrinnen verlaufen vorzugsweise im wesentlichen längs der Walze. Sie können
beispielsweise durch Anbringen längs verlaufender Vertiefungen in den Walzenmantel oder längs verlaufender
Auflagen auf den Walzenmantel gebildet sein.
Die Regeleinrichtung, welche die Umfangsgeschwindigkeit der einen Walze regelt, besteht aus
einer Bremsvorrichtung. Doch kann es sich auch um eine Antriebsvorrichtung handeln, nämlich dann,
wenn die Kraft, mit welcher die Materialbahn von der Transportvorrichtung zu der weiterverarbeitenden
Maschine eingezogen wird, nicht ausreicht, um die Widerstände zu überwinden, welche durch die Reibung
der Materialbahnrolle in ihrer Lagerung entstehen. In an sich bekannter Weise besteht der Regler in
einer Vorrichtung, welche sowohl als Bremse wie auch als Antrieb wirken kann und je nach den Erfordernissen
in der einen oder anderen Weise wirkt. Als Bremsvorrichtung kann jede bekannte verwendet werden,
z.B. einstellbare Bremsbacken, hydraulische • oder elektromagnetische Bremsen. Sehr zweckmäßig
sind elektrische Aggregate, die sowohl als Motor als
auch als Generator wirken können und in bekannter ' Weise durch ein Relais gesteuert werden.
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung wird im folgenden an Hand einer bevorzugten Ausgestaltung und
unter Hinweis auf die F i g. 1 bis 8 näher erläutert. Von den Abbildungen zeigt F i g. 1 in perspektivischer
Darstellung eine Vorrichtung gemäß der Erfindung, F i g. 2 zeigt eine vereinfachte schematische Seitenansicht
der Vorrichtung und die F i g. 3 bis 8 zeigen in vereinfachter perspektivischer Darstellung einen Teil'
der mit Entlüftungsrinnen versehenen Walze in sechs verschiedenen Ausführungsformen.
Die in F i g. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung wird von einer Materialbahn 15 durchlaufen, die von einer
Materialbahnrolle 1 abgewickelt und von einer Weiterverarbeitungsmaschine, von der nur eine Einlaufwalze
6 dargestellt ist, gezogen wird. Die Materialbahnrolle 1 befindet sich auf einer Wickelachse 2, die
in bekannter Weise beiderseits gelagert ist. Die von der Rolle ablaufende Materialbahn 15 umschlingt zunächst
eine mit elastischer Schicht überzogene Walze 3, wird dann auf eine mit Entlüftungsrinnen
versehene Walze 4 übergeben und verläßt schließlich die Walze 4 auf einer Linie, die in der Schwenkachse a
eines Paares von Hebeln 5 liegt, in welchen die Walzen 3 und 4 drehbar gelagert sind, dabei läuft die
Materialbahn 15 etwa rechtwinklig zu den Hebeln 5 von der Walze 4 ab.
Die Walze 4 erhält von der Materialbahn 15 ein Drehmoment. Über ein an einer Seite der Walze 4 auf
deren Achse fest angeordnetes Zahnrad 7 wird das Drehmoment auf ein weiteres, ebenfalls drehbar gelagertes
Zahnrad 8 übertragen, das mittels einer durch eine Hohlwelle 9 hindurchgeführten Übertragungswelle
mit einem Kettenrad 10 verbunden ist, das seinerseits mittels der Kette 14 das von der Walze 4
abgegebene Drehmoment einer Regeleinrichtung 11 zuleitet. Die Achse des Zahnrades 8 ist zweckmäßigerweise
koaxial zur Schwenkachse a angeordnet, ihre Bewegungen sind aber infolge ihrer Lagerung in
der Hohlwelle 9 unabhängig von den Bewegungen der Hebel 5. Die Oberfläche der Walze 4 ist in Längsrichtung
geradlinig oder spiralförmig oder ringförmig von Rillen, Sicken, Streifen, Rundstäben oder anderen zur
Bildung von Entlüftungsrinnen führenden Teilen, die konvex oder konkav ausgeführt sein können, durchzogen
bzw. bedeckt. Es genügt auch, wenn die Walze statt rund vieleckig gestaltet ist.
In F i g. 6 ist eine im Querschnitt zwölfeckige Walze
als Beispiel dargestellt. In der Praxis verwendet man in der Regel Walzen, deren Querschnitt ein höherzähliges
Vieleck ist.
Der Mantel der Walze 3 besteht aus einem elastischen Material. Er gleicht einmal die der jeweiligen
Materialbahn eigenen stellenweise auftretenden, in der Längsrichtung verlaufenden, z. B. durch Dickenschwankungen
entstandenen Verdehnungen aus und verdrängt zum anderen bei der Anpressung an die
Walze 4 den Luftfilm, der zwischen Materialbahn 15 und Walze 4 eingesogen wird.
In dem Hebel 5 können auch außer den Walzen 3 und 4 weitere Walzen angeordnet sein. Diese können
wie die Walze 3 eine elastische Oberfläche haben oder wie die Walze 4 mit Rillen versehen und mit einer Regeleinrichtung
ausgestattet sein. Im Anschluß an eine mit einer Regeleinrichtung versehenen Rolle 4 können
auch eine oder mehrere einfache Umschlingungswalzen folgen. Normalerweise genügt aber die Anordnung
einer einzigen Walze 3 und einer einzigen Walze 4 auf dem Hebel 5.
Die regelnd wirkende Einrichtung 11 kann auch direkt
an die Stelle des Übertragungsrades 10 eingesetzt werden, wobei dann die in F i g. 1 dargestellte Übertragung
14 entfällt.
Die mit elastischer Oberfläche versehene Walze 3 wird am Umfang der abzuwickelnden Rolle 1 zur Anlage
gebracht.
Fig. 1 zeigt die räumliche Anordnung der Walzen
3 und 4, die drehbar in den Hebeln 5 gelagert sind und damit eine schwingende Bewegung um die
Schwenkachse α ausführen können. Diese Gestaltung hat folgenden Zweck zu erfüllen: Bei Rollen mit von
der Kieisforni abweichendem Querschnitt kommt es naliiigcmiiß nicht zu einem gleichmäßigen Abzug der
Folienbahn, woduich mehr oder weniger starke Spnnnimgsschwankungen
auftreten, die vielfach zu ei lieblichen
Störungen in der weiterverarbeitenden Maschine führen. Die Walze 3 tastet jedoch mitschwingend
den Umfang der Wickelrolle ab. Da die Schwenkachse α des Hebels 5 aber mit der tangierenden Linie
der von der Walze 4 ablaufenden Bahn zusammenfällt, wird die Spannungsschwankung in der Folienbahn,
die ja ursächlich mit einer Verlängerung und Verkürzung der Folienbahn beim Abwickeln von der
unrunden Rolle in Verbindung steht, bei etwa senkrechter Stellung des Hebels 5 zur ablaufenden Folienbahn
vollständig und bei hiervon infolge Abhebcns der Walze 3 von der Wickelrolle 1 abweichenden Stellungen
bis zum Einlaufen in die weiterverarbeitende Maschine weitestgehend aufgehoben.
Die elastische Oberfläche der Walze 3 nimmt kleine Oberflächenfehler, beispielsweise Höcker und/oder
Falten in der Rolle 1 puffernd auf und wirkt zum anderen auch an den Stellen der Materialbahn ausgleichend,
die sich durch eine möglicherweise ungleiche Materialstärke oder lokale Verdehnung bei der Herstellung
als etwas längere oder kürzere Partie — in der Bahnrichtung gesehen — bemerkbar machen. (
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird die Bahnspannung unabhängig davon, ob die Rolle neu
eingesetzt wurde oder fast vollständig abgewickelt ist, mit großer Genauigkeit konstant gehalten. Da sich die
Wickelachse der Rolle 1 bei sorgsamer Lagerung ohne Schwierigkeiten mitdrehen kann und beispielsweise
nur die Reibung von zwei Kugellagern zu überwinden braucht, besteht nicht die Gefahr einer vom Kern ausgehenden
erneuten Aufwicklung und dem damit verbundenen Verschieben der oberen Lagen der Wicklung.
Gleichzeitig werden bei größter Schonung der Materialbahn durch den mitschwingenden Hebel 5 die
Bahnspannungsschwankungen aufgehoben.
Die Einrichtung läßt sich noch in verschiedener Weise abwandeln, wobei jeweils Rücksicht auf das zu
verarbeitende Material genommen wird. So kann die Oberfläche der Walze 4 auf verschiedene Art gestaltet
werden, um zu erreichen, daß die Luft zwischen Materialbahn und Walzenoberfläche nach der Seite vollständig
entweichen kann. Hierzu können, wie beispielsweise in F i g. 3 gezeigt wird, in die Walze 4
Längsrillen eingefräst werden, die auch bei sehr hohen Umfangsgeschwindigkeiten ein Ausweichen der Luftreste
ermöglichen. Ebenso vorteilhaft ist es, die Walze, wie in F i g. 4 dargestellt, mit am Umfang verteilten,
hervorstehenden Stäben zu versehen, die die Matcrialbahn nur an den entsprechenden Stellen der
herausragenden Stäbe aufliegen lassen, wobei die Luft seitlich sehr gut entweichen kann. Die F i g. 5, 6, 7 und
8 zeigen weitere Beispiele einer Abwandlung der WaI-zenoberflächc.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig.5 werden dünne Latten am Umfang aufgesetzt,
wobei die an sich runde Walzenobcrflächc im wesentlichen erhalten bleibt. Fig. 6 zeigt das schon oben erwähnte
Schema einer Ausführungsform, nach der die Walze als ein vicleckiges Prisma ausgebildet ist. Bei
dem Beispiel nach F i g. 7 besteht der walzenähnlichc
Köiper aus einer Anzahl kreisförmig angeordneter
Rundstäbe. Insbesondere hierbei wird eine äußerst günstige Luflvcrdrängung erzielt. Fig. 8 zeigt eine
Walze, bei der Rundstäbe zur Hälfte in den Walzenkörper eingelassen sind und zur anderen Hälfte aus
diesem herausragen.
Die Vorrichtung gemäß der Erfindung bringt /ahl-1
eiche Vorteile mit sich. Beim Abwickeln bleibt die Malerialbahnspsiniuinj· unabhängig von der Durch-
nesseränderung der Wickelrolle konstant und dabei iommt es zu keiner Beschädigung der Materialbahien,
selbst wenn diese gegen Krafteinwirkungen sehr jmpfindlich sind, wie beispielsweise sehr dünne·
Kunststoffolienbahnen. Ein Aufwickeln der Materialoahnrolle
von ihrem Kern her tritt nicht ein und damit .vird zugleich ein axiales Verschieben der äußeren
(Vickellagen vermieden. Es wird ferner praktisch kein Stau erzeugt. Die Bremsung läßt sich mit hoher Geiauigkeit
steuern. Die Vorrichtung ermöglicht daher •Jie Verarbeitung von Rollen mit lockerer Wicklung,
von unrunden Rollen, Rollen mit stellenweise unregelmäßiger, d. h. im Vergleich zum größten Teil der
Rolle zu hoher oder zu niedriger Wickelhärte und von
Rollen mit Dickenschwankungen in der Folienbahn. Die Vorrichtung führt damit auch zu einer Qualitätsverbesserung
der aus der abgerollten Materialbahn hergestellten Artikel. Die mit der Vorrichtung erzielbaren
Verbesserungen beruhen in erster Linie darauf, daß die Materialbahn infolge ihrer außerordentlich
gleichmäßigen Spannung sich sehr schnell auf eine Laufrichtung einpendelt, die sie dann unverändert
beibehält, so daß beispielsweise beim Aufwickeln nach dem Aufteilen in mehrere schmalere Bahnen an
den aufgewickelten Rollen vollkommen plane Stirnseiten entstehen, was mit den bisher bekannten Hilfsmitteln
beim Abwickeln von Materialbahnen unerreichbar war.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
309 619/22
Claims (1)
- Patentansprüche1. Vorrichtung zum Konstanthalten der Bahnspannung einer Materialbahn, welche mit Hilfe einer weiterverarbeitenden Maschine von einer Wickelrolle abgezogen und in jene eingeführt wird, wobei die von der Wickelrolle kommende Materialbahn im Gegensinn um zwei Walzen geschlungen ist, die an einem schwenkbaren Hebel gelagert sind, und von denen die eine abbremsbar ist und ihre Bremskraft auf den Umfang der Wikkelrolle überträgt, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden umschlungenen Walzen (3,4) einen Anpreßdruck aufeinander ausüben, wobei die Materialbahn (15) zwischen ihnen geführt ist, und daß die abbremsbare Walze (4), die in an sich bekannter Weise auch antreibbar, also regelbar ist, die zweite Walze darstellt, von der die Materialbahn (15) zur weiterverarbeitenden Maschine abläuft, wobei der Hebel (5) sich etwa senkrecht zur ablaufenden Materialbahn erstreckt, und die Schwenkachse (α) des Hebels (5) auf der Verlängerung einer Mantellinie der zweiten Walze (4) liegt. ■2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erstumschlungene Walze(3) eine eindrückbare, elastische Oberfläche hat.3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der zuletzt umschlungenen Walze (4) mit Entlüftungsrinnen versehen ist.4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis3, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Walze(4) eine formschlüssige Verbindung mit einer koaxial zur Schwenkachse (a) gelagerten Übertragungswelle (8, 10) aufweist, wobei am Ende dieser Welle eine formschlüssige Verbindung (10, 14) mit einer ortsfesten, an sich bekannten, hemmend oder antreibend wirkenden Einrichtung (11) besteht.5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis4, dadurch gekennzeichnet, daß der Hebel (5) mit einem Schwingungsdämpfer versehen ist.45
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEK0055786 | 1965-04-10 | ||
| DEK0055786 | 1965-04-10 |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1599060B1 DE1599060B1 (de) | 1972-10-12 |
| DE1599060C true DE1599060C (de) | 1973-05-10 |
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