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DE1596712C - Verfahren zum Herstellen vorgespannter Gläser - Google Patents

Verfahren zum Herstellen vorgespannter Gläser

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Publication number
DE1596712C
DE1596712C DE1596712C DE 1596712 C DE1596712 C DE 1596712C DE 1596712 C DE1596712 C DE 1596712C
Authority
DE
Germany
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glass
cooling
boiling
liquid
glasses
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Der Anmelder Ist
Original Assignee
Wartenberg, Erwin W., Dr., 7000 Stuttgart
Publication date

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Description

1 2
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Her- bei dem durch Erhitzen und schnelles Abkühlen des stellen vorgespannter Gläser durch Abschrecken eines Glases die erwünschte Vergütung erreicht wird. Die erhitzten Glaskörpers in einem ein flüssiges Medium Erfindung verfolgt dabei ganz allgemein den Zweck, enthaltenden Kühlbad. unter Verwendung beliebiger Gläser, also insbeson-
Es ist bekannt, durch den Prozeß des Vorspan- S dere auch unter Verwendung gewöhnlichen Tafelnens Gläsern eine erhöhte mechanische Festigkeit zu glases, ein vorgespanntes Glas zu erzeugen, das im verleihen. Das Vorspannen wird durch Erhitzen des wesentlichen unabhängig von seiner Dicke, also ins-Glases und darauffolgendes, gleichmäßiges, plötz- besondere bei geringerer Dicke als 3,5 mm, etwa die Iiches Abkühlen, Abschrecken genannt, erreicht. Als gleiche Festigkeit wie die obenerwähnten, durch Kühlmittel werden Gase oder Flüssigkeiten verwen- io Ionenaustausch vergüteten Aluminium-Silicat-Gläser det. Vorgespannte Gläser finden z. B. als Glas- besitzt und bis herunter zu einer Dicke von etwa scheiben bei. Automobilen Verwendung, weil sie 0,8 mm beim Zertrümmern in kleine, ungefährliche neben ihrer erhöhten Festigkeit noch die Eigenschaft Krümel zerfällt.
des sogenannten Sicherheitsbruches haben, d.h. die ■ Ein erfindungsgemäß hergestelltes, vorgespanntes vorgespannten Glasscheiben zerspringen bei "Stoß- 15 Glas, eignet sich insbesondere zur Verwendung als oder Schlagbeanspruchung in kleine Bruchstücke Einscheiben-Sicherheitsglas in Kraftfahrzeugen. Die oder Krümel, die in der Regel keine scharfen, Ver- mechanische Festigkeit ist etwa achtmal so hoch wie letzungen verursachenden Kanten haben und somit die des nicht vorgespannten Glases und dreimal so ungefährlich sind. - ■ hoch wie diejenige des bisher bekannten, durch Ab-
Mit den bisher bekannten'Flüssigkeits-Abschreck- 20 schreckung vorgespannten Glases.' verfahren ist es möglich, Gläser mit einer Stärke bis Die hohe .mechanische Festigkeit der Gläser wird
herunter zu etwa 3,4 mm so vorzuspannen, daß sie nach dem erfindungsgemäßen Verfahren durch eine bei gleichzeitiger Erhöhung der mechanischen Festig- bisher unerreichte, schnelle und schroffe Abkühlung keit den erwähnten Sicherheitsbruch zeigen. Wäh- in Flüssigkeiten erzeugt, wobei die Abkühlungsrend bisher bei Automobilen Sicherheitsgläser mit as geschwindigkeit selbst diejenige in reinem Wasser Dicken zwischen etwa 5 und 6 verwendet werden, übertrifft, von. der man bisher annahm, daß sie die sind in letzter Zeit Bemühungen im Gange, er- schnellste und wirksamste sei. Es sei an dieser Stelle heblich dünnere Sicherheitsgläser einzubauen, um erwähnt, daß bereits zahlreiche Versuche unter-6elder im Verhältnis zur Fläche der Gesamt- nommen wurden, Gläser in Wasser vorzuspannen, karosserie immer größer werdenden Glasfläche so- 30 um so zu bisher nicht erreichten Vorspannungsgraden viel als möglich an Glasgewicht einzusparen, was zu gelangen. Die Versuche führten aber zu keinem aus konstruktiven und wirtschaftlichen Gründen er- Erfolg, weil die erhitzten Gläser im Wasser zerspranwünscht ist. gen oder zumindest so erhebliche Oberflächen-
Es hat nicht an Versuchen gefehlt, extrem dünne beschädigungen erhielten, daß eine weitere Verwen-Gläser herzustellen, die sowohl in mechanischer als 35 dung der Gläser nicht erfolgen konnte, auch im Hinblick auf ihre Sicherheitsbrucheigen- In den deutschen Patentschriften 1034 333 und"
schäften für die Verwendung im Automobilbau ge- 1182 782 sind Verfahren zum Herstellen voreignet sind, wobei Dicken zwischen etwa 1,6 und gespannter Gläser beschrieben, wobei die erhitzten-2,5 mm angestrebt wurden. Bis heute ist es jedoch Gläser in einer Flüssigkeit abgeschreckt werden und nicht gelungen, Gläser dieser geringen Dicke nach 40 die für die Verdampfung der Flüssigkeit erforderliche den klassischen Abschreckverfahren so vorzuspannen, Energie zur schnellen Abkühlung des Glases ausdaß sie den von der Automobilindustrie .und den genutzt wird. Die benutzte Flüssigkeit befindet sich Sicherheitsbehörden aufgestellten Forderungen hätten dabei auf einer Temperatur in der Nähe, vorzugsgenügen können. · weise knapp unterhalb ihres Siedepunktes. Beim Ein-
Es gelingt zwar nach einem in letzter Zeit bekannt- 45 tauchen des erhitzten Glases bildet sich um dieses ■gewordenen, auf dem Prinzip des Ionenaustausches herum kurzzeitig, z. B. während etwa 40 Sekunden, beruhenden Verfahren, Gläser mit Dicken zwischen infolge einer Verdampfung der Flüssigkeit ein Gasetwa 2,0 und 2,5 mm herzustellen, die eine hohe mantel aus, der den Wärmeübergang vom Glas auf mechanische Festigkeit besitzen und beim Zertrüm- die Flüssigkeit abpuffert und dadurch zu plötzlich mern das geforderte Krümelbruchbild zeigen. Obwohl 5° auftretende Spannungskräfte im Glas vermeidet, die aber die nach diesem Verfahren hergestellten Gläser eine Zerstörung des Glases zur Folge haben könnten, eine geringere Dicke und höhere Zugfestigkeit auf- ' Die Dauer der Existenz der erwähnten Gasphase, weisen können als die nach den klassischen Vor- hängt dabei von der Verdampfungswärme der zur spannverfahren hergestellten Gläser, hat das Ionen- Abschreckung benutzten Flüssigkeit ab und ist. ihr austauschverfahren doch den großen Mangel, daß 55 umgekehrt proprotional. Besonders bei Verwendung es auf gewöhnliches Tafelglas (Natrium-Calcium- von Flüssigkeiten hoher Verdampfungswärme konn-Silicat-Glas) nicht anwendbar ist. Bei dem Ionen- ten kurze Abkühlzeiten und damit hohe Vorspanaustauschverfahren muß man vielmehr von einem nungsgrade erreicht werden. Es gelang nach diesem Aluminium-Silicat-Glas ausgehen, um ah der Ober- Verfahren, Gläser mit einer Wandstärke bis hinab fläche des Glases durch Austausch von Natrium- 60 zu etwa 3,5 mm vorzuspannen und ihnen den gegegen Lithium-Ionen eine bleibende Druckspannung wünschten Kriimeleffekt bei Zertrümmerung zu verzu erzeugen. Für einen solchen Ionenaustausch und leihen. Es gelang hingegen nicht, die erwähnte Grenze die damit verbundenen chemischen und physika- von etwa 3,5 mm zu unterschreiten, was daran lag, lischen Veränderungen ist aber gewöhnliches Tafel- daß Flüssigkeiten zu hoher Verdampfungswärme die glas infolge seiner chemischen Zusammensetzung 65 unmittelbare Zerstörung des Glases herbeiführten nicht geeignet. . und im Bereich von Verdampfungswärmen zwischen
Die Erfindung knüpft daher wieder an das ein- etwa 100 und 150 cal/g eine der Theorie entspregangs erwähnte, klassische Vorspann verfahren an, chende, wesentliche Verkürzung der Abschreckzeit
und eine damit einhergehende Erhöhung der mecha- Fig. 2 eine Darstellung des Zusammenhanges zwi-
nischen Festigkeit, nicht mehr erfolgte. sehen Konzentrationen und Krümelzahl bei zwei ver-
Während das in den beiden erwähnten Patent- schiedenen Kühlflüssigkeiten und
Schriften beschriebene Verfahren davon ausgeht, daß Fig. 3 die Abhängigkeit der Krümelzahl von der die Bildung des Gasmantels zur schnellen Abkühlung 5 Konzentration bei einer bestimmten Kühlflüssigkeit, ohne Zerstörung des Glases unbedingt erforderlich Schreckt man eine nahezu auf den Erweichungssei und in den Patentschriften Maßnahmen beschrie- punkt (z. B. bei etwa 630° C für gewisse Tafelgläser) ben sind, die die Gasmantelbildung hervorrufen und erhitzte Tafelglasscheibe mit einer Dicke von z. B. begünstigen, beruht die im folgenden beschriebene 1,8 mm und einem Ausdehnungskoeffizienten von Erfindung auf der überraschenden Erkenntnis, daß io 90 X 10 ~7 cm in reinem, siedendem Tetrachlortrotz einer auf Verdampfung beruhenden Kühlung · kohlenstoff (CCl4) ab, so hat die die Abkühlung bedie Ausbildung eines eine längere Zeit aufrechterhal- gleitende zusammenhängende Gasphase eine Dauer tenen Gasmantels bei der Abschreckung dünner von etwa 40 see. Ein auf diese Art abgeschrecktes Gläser nicht nur unnötig, sondern sogar unerwünscht Glas zeigt eine gegenüber unbehandeltem Glas etwa ist, weil er nämlich eine extrem schnelle Abkühlung, 15 auf das Doppelte erhöhte Festigkeit. Das Glas führt wie sie zur Erlangung hoher Vorspannungsgrade bei jedoch beim Zertrümmern zu keinem krümeligen dünnen Gläsern unbedingt erforderlich ist, verhindert. Bruch und ist daher als Sicherheitsglas ungeeignet. Solange nämlich der Gasmantel noch um das abzu- Überzieht man die Glasscheibe der erwähnten Dicke schreckende Glas herum ausgebildet ist, bewahrt er aber vor dem Erhitzen mit einer Aufschlämmung das Glas vor der direkten Berührung mit der Flüssig- so von Kieselgur oder Zinkoxyd in Toluol, Methanol keit. Der Verdampfungsvorgang läuft infolgedessen oder Wasser und bringt die Scheibe dann in ein Kühlnicht direkt unmittelbar an der Glasoberfläche ab, bad mit siedendem Tetrachlorkohlenstoff, so beobsondern an der Grenzschicht zwischen Gasphase und achtet man keine zusammenhängende Gasphase mehr, Flüssigkeit. An dieser Grenzschicht wird der Ver- sondern lediglich einen unmittelbar an der beschichdampfungsvorgang durch die vom Glas durch den as teten Glasoberfläche stattfindenden Kochvorgang, der Gasmantel hindurchgegebene Strahlungsenergie unter- etwa 6 bis 8 see dauert. Die Abkühlzeit ist also gegenhalten. Erst wenn die Strahlung nachläßt, bricht der über dem oben angegebenen Wert von 40 see auf ^Bs Pufferschicht zwischen Glas und Flüssigkeit wir- etwa ein Fünftel herabgesetzt. Ein auf diese Weise kende Gasmantel zusammen. Nach dem Zusammen- abgeschrecktes Glas hat eine gegenüber dem nicht bruch der zusammenhängenden Gasphase spielt sich 30 abgeschreckten Glas auf das Vierfache erhöhteFestigdann unmittelbar auf der Glasoberfläche ein Siede- keit und zeigt beim Zertrümmern den erwünsghten oder Kochvorgang ab, bei dem die Abkühlgeschwin- Krümeleffekt, Die Anzahl der Bruchstücke (Krümeldigkeit wesentlich höher als diejenige bei Vorliegen zahl) beträgt etwa 20 pro cm2 und ist durch dickeres der Gasphase erreichte Abkühlgeschwindigkeit ist. oder dünneres Auftragen der Kieselgurschicht in der Dieser Kochvorgang spielt sich jedoch so spät und 35 Weise variabel, daß eine dickere Überzugsschicht zu bei so niedriger Temperatur ab, daß keine bleibende feineren, eine dünnere Schicht zu gröberen Bruch-Vorspannung im Glas mehr induziert wird. stücken führt.
Die Erfindung geht nach dem Voranstehenden von Eine zweite, noch weit wirksamere Maßnahme zur der Aufgabe aus, beim Abschrecken erhitzter Glas- Verhinderung der Ausbildung eines über längere Zeit körper in einem flüssigen Medium das Auftreten einer 40 hinweg anhaltenden Gasmantels besteht darin, in eine zusammenhängenden Gasphase an der Glasoberfläche Trägerflüssigkeit geringe Mengen einer Kühlflüssigzu verhindern und dennoch die plötzliche Abkühlung keit mit niedrigerem Siedepunkt als die Trägerflüssigauf dem Wege der Verdampfung von Kühlflüssigkeit keit,einzubringen und diese Flüssigkeitsmischung als zu vollziehen. Kühlbad bei einer Temperatur zu verwenden, die in
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch ge- 45 der Nähe des Siedepunktes der tiefer siedenden Kühllöst, daß im Kühlbad als flüssiges Medium eine hoch- flüssigkeit liegt. Der Siedepunkt der Trägerflüssigkeit siedende Trägerflüssigkeit verwendet wird, die bis zu muß dabei so weit über dem Siedepunkt der die etwa 4% einer tiefer siedenden Kühlflüssigkeit ent- rasche Abkühlung bewirkenden Kühlflüssigkeit liegen, hält. Auf Grund dieser erheblichen Verdünnung der daß während des Abschreckens im wesentlichen eigentlichen Kühlflüssigkeit durch die Trägerflüssig- 50 keine Trägerflüssigkeit verdampft. Die Trägerflüssigkeit verdampft -zwar die Kühlflüssigkeit bei Kontakt keit verhindert nämlich bei genügend geringer Konmit der Glasoberfläche, es kommt jedoch nicht zur zentration der zugesetzten, tiefer siedenden Kühl-Ausbildung. einer zusammenhängenden Gasphase an flüssigkeit die Ausbildung einer zusammenhängenden der Glasoberfläche. Gasphase, so daß die Abkühlung von Anfang an
Die Ausbildung einer zusammenhängenden Gas-. 55 durch den rasch kühlenden, sich unmittelbar an der phase an der Oberfläche des abzuschreckenden Glasoberfläche abspielenden Kochvorgang erfolgt, Glases kann erfindungsgemäß weiterhin auch dadurch in dessen Verlauf lediglich die tiefer siedende Kühlverhütet werden, daß der Glaskörper vor dem Ein- flüssigkeit verdampft.. Für die Erzeugung einer kräftauchen in das Kühlbad mit einer Schicht aus einer tigen Vorspannung ist es wichtig,.den Temperaturan der Glasoberfläche Verdampfungskeime erzeugen- 60 bereich vom Erweichungspunkt (z. B. 630° C) des den Substanz überzogen wird. - Glases bis herunter zu beispielsweise etwa 350° C
Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Aus- so schnell wie möglich zu durchschreiten. Für das führungsformen der Erfindung dient im Zusammen- rasche Durchschreiten dieses Temperaturbereiches .hang mit der Zeichnung und den angeführten Bei- ist der an der Glasoberfläche sich abspielende Kochspielen der weiteren Erläuterung. Es zeigt 65 Vorgang verantwortlich. Die weitere Abkühlung von
Fi g. 1 eine Darstellung des Zusammenhangs zwi- etwa 350° C auf die Temperatur der Trägerflüssigkeit
sehen Verdampfungswärme und Krümelzahl für ver- ist dann für die Vorspannung des Glases ohne Be-
schiedene Stoffe und Konzentrationen, . deutung.
5 6
Fig.T. zeigt den Zusammenhang zwischen Ver- aufweisende Substanzen mit hoher Verdampfungsdampfungswärme und Kriimelzahl bei verschiedenen, wärme, z. B. Alkohole, so erhält man Gläser, die als relativ niedrigsiedende Kühlflüssigkeiten ver- Zugfestigkeiten von etwa 3000 kp/cm2 besitzen und wendeten Substanzen für zwei verschiedene Konzen- damit die nach den bisher bekannten, klassischen trationen. Man erkennt aus Fig. 1, daß mit steigen- 5 Vorspannungsmethoden erreichbaren Zugfestigkeiten der Verdampfungswärme der als Kühlflüssigkeit be- von annähernd 1000 kp/cm2 bei weitem übertreffen nutzten Substanzen die Krümelzahl und damit der und an diejenigen Werte herankommen, welche für Vorspannungsgrad oder die Festigkeit des behandel- die nach dem Ionenaustauschverfahren vorgespannten Glases zunehmen. . · - ten Gläser typisch sind. Die mit der erfindungs-
Setzt man einem Mineralöl, dessen Siedebeginn bei io gemäßen Methode erreichbaren Krümelzahlen kön-
etwa 300° C liegt, 0,2 bis 1 Gewichtsprozent Tetra- nen selbst noch bei Gläsern mit einer Dicke von
chlorkohlenstoff zu," erhitzt diese Mischungen auf etwa 1,5 mm mehr als 100 pro cm2 betragen. Die
. etwa 80 bis 100° C und verwendet die so erhitzten mechanische Stabilität solcher dünnen Gläser macht
Mischungen als Kühlbad zum Vorspannen eines diese außerordentlich biegsam, so daß sie als plane
Glases mit einer Dicke von etwa 1,8 mm, indem man 15 Scheiben hergestellt und anschließend-mit einer ge-
das Glas in der üblichen Weise erhitzt und danach wissen Krümmung in gebogene starre Rahmen ein-
im Kühlbad abschreckt, so erhält man ein vor- gebaut werden können. Das erfindungsgemäße Ver-
., gespanntes Glas, das nach dem'Zertrümmern eine fahren ist auch auf Hohlgläser anwendbar. Auf Grund
Kriimelzahl zwischen etwa 15 und 45 pro cm2 und der extrem schnellen Abkühlungszeiten eignet sich
eine Zugfestigkeit von etwa 1000 bis 2000 kp/cm2 20 das vorgeschlagene Verfahren insbesondere für
oder mehr aufweist. Die Ergebnisse solcher Ab- Gläser mit geringen Ausdehnungskoeffizienten,
schreckversuche sind in Fig. 2 dargestellt Wie aus Ein entscheidender Vorteil des erfindungsgemäßen
dieser Figur hervorgeht, steigt die Kriimelzahl und Verfahrens besteht ferner darin, daß sich dprch Än-
damit die Zugfestigkeit bei wachsendem Zusatz von derung der prozentualen Zusammensetzung desKühl-
Tetrachlorkohlenstoff an. Dieselben Versuche, wobei 25 mediums ein bestimmter Krümel- oder Vorspan-
an Stelle von Tetrachlorkohlenstoff Methanol nungsgrad exakt einstellen läßt.
(CH3OH)..benutzt wird, liefern die in F i g. 2 rechts Wenn das erfindungsgemäße Verfahren in größe-
d^rgestellte Kurve." _ , rem Maßstab ausgeführt wird, empfiehlt es sich, die
Ein höherer Zusatz an tiefer siedender Kühlflüssig- durch das Abkühlen der eingetauchten Gläser ver-
. keit zur Trägerflüssigkeit als etwa 4% empfiehlt sich 30 dampfte Kühlflüssigkeit fortlaufend zu ersetzen. Dies
nicht, da dann die erreichte Zugfestigkeit nicht mehr kann entweder durch Rekondensation, z. B. mittels
steigt oder sogar wieder abnehmen kann. In Fig. 3 Kühlschlangen, erfolgen oder durch Neuzugabe in
ist Tetrachlorkohlenstoff als tiefsiedende Kühl- einer der Verdampfung entsprechenden Menge, bei-
, _ flüssigkeit dargestellt, so daß bereits oberhalb einer spielsweise durch kontinuierliches Eintropfen.
.*»·£ Konzentration von 1,5% die erreichte Kriimelzahl, 35 Die gemäß· der Erfindung erzielte Abkühlung be-
die der Zugfestigkeit proportional ist, nicht mehr ruht auf der Verdampfung der in geringer Konzen-
wesentlich zunimmt. Bei zu großen Konzentrationen tration in der Trägerflüssigkeit anwesenden Kühl-
an Kühlflüssigkeit können außerdem während des flüssigkeit. Es ist klar, daß der rasche Wärmeentzug
Abschreckens die Glasoberfläche beschädigende durch die Kühlflüssigkeit anstatt durch Verdampfung
Riefen und Haarrisse entstehen. 40 auch durch Zersetzen oder Umwandlung der Kühl-
AIs Trägerflüssigkeit sind prinzipiell alle hoch- flüssigkeit erfolgen kann. Nach dem Erfindüngs-
siedenden und schwer verdampfbaren, organischen gedanken sind alle Energie verbrauchenden Prozesse
und anorganischen Flüssigkeiten, die keine Affinität geeignet, bei denen dem Glas durch die in geringer
zum Glase zeigen, geeignet. Unter der Vielzahl von Konzentration vorhandene Kühlflüssigkeit Wärme
geeigneten Flüssigkeiten können nur wenige als Bei- 45 entzogen wird,
spiele genannt werden, nämlich: öle, Wachse, Ver- . . .
bindungen mit kondensierten Benzolringen, wie Beispiel
z. B. Terphenyl,, Paraffine od. dgl. Die Auswahl der ■ Eine Tafelglasscheibe mit einem Ausdehnungs-
Trägerflüssigkeit ist für die Abkühlungsgeschwindig- koeffizienten von 90 X 10~7 cm/g der Größe
keit und damit des erreichten Vorspannungsgrades 50 100 X 100 X 1,8 mm wird in einem elektrisch be-
des Glases von untergeordneter Bedeutung, da der heizten Ofen auf etwa 630° C erhitzt und unmittel-
Hauptanteil des Wärmeüberganges von der Ver- bar darauf in ein unter dem Ofen befindliches Tauch-
dampfung der in geringer Konzentration zugesetzten, gefäß eingebracht. In dem Tauchgefäß befindet sich
tiefsiedenden Kühlflüssigkeit getragen wird. eine Mischung von 51 eines auf 100° C erhitzten
Daß die durch das erfindungsgemäße Verfahren 55 Mineralöls (Dichte 0,91; Viskosität 17,5 cSt, geerreichte, schnelle Abkühlung des Glases tatsächlich messen bei 100° C; Flammpunkt 260° C) mit 9 g durch Verdampfung der in geringer Konzentration Tetrachlorkohlenstoff (= 0,2 Gewichtsprozent)." Das in die Trägerflüssigkeit eingebrachten Kühlflüssigkeit Glas wird in dieser Mischung innerhalb von 6 see hervorgerufen wird, läßt sich dadurch beweisen, daß auf eine Temperatur von etwa 200° C abgekühlt. - bei gleicher Trägerflüssigkeit durch Zusatz gleicher 60 Nach dem Zerschlagen wurde eine Kriimelzahl, von Konzentrationen von Kühlflüssigkeiten mit verschie- 8/cm2 ermittelt,
denen Verdampfungswärmen eine Gesetzmäßigkeit . . ' TT
— vgl. Fig. 1 — darin besteht, daß mit steigender Beispiel 11
Verdampfungswärme der in der Trägerflüssigkeit ent- Es wird wie im Beispiel I verfahren mit der Aushaltenen Kühlflüssigkeiten die Kühlgeschwindigkeit 65 nähme jedoch, daß die Tetrachlorkohlenstoff-Kondes Glases und damit dessen Kriimelzahl und media- zentration auf 0,5 Gewichtsprozent (= 22,5 g) erhöht nische Festigkeit erhöht werden. wird. Nach dem Zerschlagen der Scheibe ergab sich
Verwendet man als Kühlflüssigkeiten OH-Gruppen eine Kriimelzahl von 28/cm2.
Beispiel III
Es wird unter Erhöhung der Tetrachlorkohlenstoff-Konzentration auf 1 Gewichtsprozent (= 45 g) wie im Beispiel I verfahren. Nach dem Zerschlagen der Glasscheibe wurde eine Krümelzahl von 46/cm2 ermittelt.
Die Ergebnisse der Beispiele I bis ΙΠ sind in F i g. 2, linke Kurve, berücksichtigt.
IO
Beispiel IV
Der im Beispiel I beschriebene Versuch wird wiederholt, wobei jedoch an Stelle des Tetrachlorkohlenstoffes 0,1 Gewichtsprozent (= 4,5 g) Methanol benutzt werden. Es ergibt sich eine Krümelzahl von 32/cm2.
Beispiel V
Die Methanol-Konzentration wird gegenüber Beispiel IV auf 0,5 Gewichtsprozent (= 22,5 g) erhöht. Die Krümelzahl steigt auf 64/cm2.
Beispiel VI
100 g Kieselgur werden in 500 cm3 Toluol aufgeschlämmt. In die Aufschlämmung wird erne Tafelglasplatte der Größe 100 X 100 X 1,8 mm getaucht und auf diese Weise mit einer dünnen Schicht Kieselgur überflogen. Die überzogene Glasplatte wird kurzzeitig getrocknet und in einem elektrischen Ofen auf etwa 630° C erhitzt. Unmittelbar darauf wird die erhitzte Scheibe in ein Tauchgefäß überführt, in dem sich reiner, siedender Tetrachlorkohlenstoff befindet. Die Abkühldauer der Scheibe beträgt 6 bis 8 see. Die Krümelzahl liegt bei 21/cm2.

Claims (8)

Patentansprüche: 35
1. Verfahren zum Herstellen vorgespannter Gläser durch Abschrecken eines erhitzten Glaskörpers in einem ein flüssiges Medium enthaltenden Kühlbad, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssiges Medium eine hochsiedende Trägerflüssigkeit verwendet wird, die bis zu etwa 4 Gewichtsprozent einer tiefer siedenden Kühlflüssigkeit enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlbadtemperatur auf einem Wert gehalten wird, der etwa der Siedetemperatur der tiefer siedenden Kühlflüssigkeit entspricht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die während des Abschrekkens aus dem Kühlbad verdampfte, tiefer siedende Kühlflüssigkeit ersetzt, insbesondere rekondensiert oder neu zugegeben wird.
4. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Trägerflüssigkeit ein Öl mit Siedebeginn bei etwa 300° C und als tiefer siedende Kühlflüssigkeit Tetrachlorkohlenstoff oder Methanol verwendet werden.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine tiefer siedende Kühlflüssigkeit verwendet wird, deren Verdampfungswärme oberhalb etwa 40 cal/g liegt.
6. Verfahren zum Herstellen vorgespannter Gläser durch Abschrecken eines erhitzten Glaskörpers in einem ein flüssiges Medium enthaltenden Kühlbad, dadurch gekennzeichnet, daß der Glaskörper vor dem Eintauchen in das Kühlbad mit einer Schicht aus einer an der Glasoberfläche Verdampfungskeime erzeugenden Substanz überzogen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das flüssige Medium etwa bei Siedetemperatur gehalten wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssiges Medium Tetrachlorkohlenstoff und als oberflächenaktive Substanz Kieselgur verwendet wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen 109544/207

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