DE1596421B2 - Verfahren zur Herstellung von Flache glas nach dem Floatproz.ee> - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Flache glas nach dem Floatproz.ee>Info
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstel- steuert. Diese Art der Temperaturregelung hat aber
lung von Flachglas nach dem Floatprozeß, bei dem entscheidende Nachteile. Einmal ist es' schwierig,
das schmelzflüssige Glas mit Hilfe eines höhenver- sehr geringe Temperaturänderungen, wie sie für die
stellbaren Schiebers in geregelter Menge auf das Erhöhung der Bruchgefahr bereits genügen, über-
Zinnbad aufgegossen, und bei dem die Energiezu- 5 haupt exakt zu messen. Das Signal wird also unter
fuhr zu den Heiz- bzw. Kühleinrichtungen innerhalb Umständen erst gegeben, wenn die Glasbandtempe-
des Floatbadbehälters in Abhängigkeit von der dem ratur ihre untere zulässige Grenze bereits unter-
Zinnbad zugeführten Glasmenge gesteuert wird. schritten hat. Dazu kommt, daß die Messungen
Durch die Temperatursteuerung längs des Zinn- innerhalb des Zinnbehälters durch äußere Einflüsse
bades soll eine gesteuerte Abkühlung des Glasbandes io stark beeinflußt werden. Zum andern setzt die Wirerreicht
werden, durch die es ermöglicht wird, daß kung der Regelung, also die Erwärmung des Glassich
am Anfang des Bades eine gleichmäßige Dicke bandes selbst, erst mit einer gewissen zeitlichen Verdes
Glasbandes einstellt, darauf das Glas allmählich zögerung ein, und während dieser Zeit kann der
bis zum plastischen Zustand abkühlt und schließlich Bruch des Glasbandes schon erfolgt sein,
durch weitere Abkühlung sich so weit verfestigt, 15 Die Höhe des Regelschiebers wird im normalen daß es unbeschädigt von dem Zinnbad abgezogen Betrieb ständig um ein geringes Maß, dem eine werden kann. . . Änderung .des Querschnittes des Durchtrittsspaltes
durch weitere Abkühlung sich so weit verfestigt, 15 Die Höhe des Regelschiebers wird im normalen daß es unbeschädigt von dem Zinnbad abgezogen Betrieb ständig um ein geringes Maß, dem eine werden kann. . . Änderung .des Querschnittes des Durchtrittsspaltes
Im praktischen Betrieb kommt es immer wieder von 1 bis 2% entspricht, verändert, um auf diese
vor, daß das Glasband beim oder unmittelbar nach Weise Änderungen im Fabrikationsprozeß, durch die
dem Verlassen des Zinnbadbehälters bricht. Die 20 das Gleichgewicht des ganzen Prozesses gestört wird,
Bruchgefahr ist offenbar an dieser Stelle besonders entgegenzuwirken. Derartige geringfügige Änderungroß,
weil die Temperatur des Glasbandes hier so gen der Stellung des Regelschiebers, die in erster
niedrig wie möglich sein muß, um Beschädigungen Linie vorgenommen werden, um etwa bei sich
der Glasoberfläche zu vermeiden, und weil auf der ändernder Viskosität des Glases die zugeführte
anderen Seite das Glasband hier plötzlich hohen 25 Glasmenge konstant zu halten, erhöhen die Bruchthermischen
und mechanischen Beanspruchungen gefahr nicht. Übersteigen jedoch die Veränderungen
ausgesetzt ist. Ein Bruch des Glasbandes an dieser der Regelschieberstellung dieses übliche Maß, dann
Stelle bedeutet aber meistens eine vollkommene Pro- wird das Gleichgewicht im Fabrikationsprozeß geduktionsunterbrechung
mit außerordentlich kost- stört, was zu Änderungen der Glasbandtemperatur spieligen und nachteiligen Folgen. 30 am Austrittsende führt.
Es wurde die Beobachtung gemacht, daß die Während selbstverständlich auf alle längs des
Bruchgefahr für das Glasband beim Austritt aus dem Zinnbades angeordnete Heizelemente erfindungsge-
Zinnbadbehälter zeitweilig erheblich ansteigt. Die maß eingewirkt werden kann, genügt es in vielen
der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht Fällen, lediglich die Energiezufuhr zu den Heiz-
darin, hier Abhilfe zu schaffen und das Verfahren 35 elementen am Ende des Zinnbades zu steuern. Damit
dahingehend zu verbessern, daß die Gefahr des wird in der Regel das Ziel der Erfindung, nämlich
Glasbandbruches verringert wird. die Konstanthaltung der Temperatur' in dem am
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch meisten gefährdeten Bereich am Ende des Zinngelöst, daß die Einrichtungen zur Regelung der bades, bereits voll erreicht.
Energiezufuhr zu den Heiz- bzw. Kühlelementen, 40 In je größerer Entfernung die regelbaren Heizinsbesondere
zu denjenigen am Ende des Zinnbades, elemente von der Stelle der Glaszufuhr liegen, in
unmittelbar mit dem Schieber bzw. mit den Ein- um so größerem zeitlichem Abstand wirkt- sich an
richtungen zur Höhenverstellung des Schiebers ge- diesen Stellen eine Veränderung der zugeführten
koppelt werden. " Glasmenge aus. Um diese Zeitdifferenz zu kompen-
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß 45 sieren, wird in Weiterbildung der Erfindung die
die zeitweilige Erhöhung der Bruchgefahr auf eine Regelung der Energiezufuhr zu den Heizelementen
Erniedrigung der Temperatur des Glasbandes zu- zweckmäßig mit entsprechender Zeitverzögerung
rückzuführen ist, für die seinerseits Veränderungen vorgenommen.
der dem Zinnbad zugeführten Glasmenge yerant- In vorteilhafter Weiterbildung dieses Gedankens
wortlich sind. Änderungen der zugeführten' Glas- 50 wird die Größe der zeitlichen Verzögerung automenge
sind aber häufig erforderlich, um Schwierig-· matisch eingestellt, und zwar in Abhängigkeit von
keiten oder Störungen im Fabrikationsbetrieb zu der Glasbandgeschwindigkeit. Je höher die Gebeheben.
Insbesondere eine .Drosselung der Glas- schwindigkeit des Glasbandes ist, um so geringer
zufuhr führt aber zu einem starken Ansteigen der muß die Zeitverzögerung zwischen der Änderung
Bruchgefahr. Das erscheint auch verständlich, wenn 55 der Glaszufuhr- und der dadurch gesteuerten Ändeman
berücksichtigt, daß das Glas mit einer Tem- rung der Energiezufuhr zu den Heizelementen sein,
peratur von etwa 1100° C in den Zinnbadbehälter An Hand der Abbildungen wird die Erfindung
eintritt und ihn mit einer Temperatur von etwa näher erläutert. Es zeigt
600° C verläßt. Eine Verringerung der zugeführten F i g. 1 einen Schnitt durch einen Zinnbadbehälter
Glasmenge bedeutet also eine Verringerung der dem 60 einer Flachglasherstellungsanlage und
Zinnbadbehälter zugeführten Wärmemenge, die sich Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel für die Regelungsletzten Endes in einer Erniedrigung der Glasband- anlage in schematischer Darstellung,
temperatur auswirken muß. Das geschmolzene Glas 1 wird durch einen von
Zinnbadbehälter zugeführten Wärmemenge, die sich Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel für die Regelungsletzten Endes in einer Erniedrigung der Glasband- anlage in schematischer Darstellung,
temperatur auswirken muß. Das geschmolzene Glas 1 wird durch einen von
Es ist zwar bekannt, die Temperatur des Glas- einer fest angeordneten Bodenschwelle 2 und einen
bandes am Ende des Zinnbades zu regeln, indem 65 in der Höhe verstellbaren Regelschieber 3 gebildeten
man die Temperatur strahlenoptisch mißt und in Spalt auf das Bad 4 aus geschmolzenem Zinn aufAbhängigkeit
von der gemesssenen Temperatur die gelegt. Auf dem Zinnbad 4 bildet sich das Glas-Energiezufuhr
zu den Heiz- bzw. Kühlelementen band 5, das mit Hilfe von hinter dem Zinnbad-
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behälter 6 angeordneten Transportwalzen 7 über das Zinnbad gezogen wird. Der Zinnbadbehälter 6 ist
durch eine Dachkonstruktion 8 gegen die Außenatmosphäre abgeschlossen. Als öffnungen verbleiben
nur die Eintrittsöffnung 9 für das geschmolzene Glas und die Glasbandaustrittsöffnung 10.
Durch die Zuführungsleitungen 11,12 und 13 wird Schutzgas unter geringem Überdruck in den. Raum
über dem Zinnbad eingeführt, um auf diese Weise die Oxydation des Zinns zu verhindern.
Längs des Bades sind oberhalb und gegebenenfalls innerhalb des Zinnbades Heizelemente, vorzugsweise
elektrische Widerstands- bzw. Induktionsheizungen angeordnet, die bei 14,15 und 16 schematisch
dargestellt sind. Durch diese Heizelemente wird ein bestimmter Temperaturverlauf längs des Bades
eingestellt.
Für die Austrittstemperatur des Glasbandes aus dem Zinnbehälter ist im allgemeinen der Temperaturverlauf
des Glasbandes im Anfangsbereich des Zinnbadbehälters nicht kritisch. Die Austrittstemperatur
kann vielmehr im allgemeinen durch die Heizelemente 16 am Ende des Zinnbades bestimmt werden.
Aus diesem Grunde werden in dem dargestellten Ausführungsbeispiel nur die Heizelemente 16
in Abhängigkeit von der Stellung des Regelschiebers 3 gesteuert.
Der Regelschieber 3 ist an nicht dargestellten Schraubspindeln gelagert, die von Hand oder
motorisch in feiner Abstufung angehoben und abgesenkt werden, so daß sich der Durchtrittsspalt
für das geschmolzene Glas dadurch vergrößert bzw. verkleinert. Der Antrieb für diese Spindelbewegung
ist mit der Regelungsvorrichtung für die Energiezufuhr zu den Heizelementen 16 verbunden, und
zwar in der Weise, daß bei einem über das bei dem normalen Betrieb üblichen Anheben des Regelschiebers
3 die Energiezufuhr gedrosselt und bei einem ebenfalls über das normale Maß hinausgehenden
Absenken des Regelschiebers erhöht wird.
Die Stellung des Regelschiebers 3 und der Regelungsvorrichtung für die Energiezufuhr zu den Heizelementen
16 sind so miteinander gekoppelt, daß beispielsweise bei einer Verringerung des Durchtrittsspaltes
von 4 % die Energiezufuhr zu den Heizelementen 16 um etwa 10 % des eingestellten Grundwertes,
bei einer Verringerung des Durchtrittsspaltes von 10% um etwa 30% des eingestellten Grundwertes
und bei einer Verringerung des Durchtrittsspaltes von 20% um etwa 50% des eingestellten
Grundwertes erhöht wird. Selbstverständlich sind diese Werte nur Anhaltspunkte und können, je nach
Art und Größe der Anlage, in weiten Grenzen geändert werden, wobei die genaue Abhängigkeit bei
jeder Anlage durch einfache Versuche bestimmt werden kann.
Eine für die erfindungsgemäße Steuerung mögliche Regelungsanlage ist in Fig.2 schematisch
wiedergegeben. Ihre Funktionsweise ist wie folgt: Der Verstellmotor 20 für den Regelschieber 3 ist
mit einem Fernsender 21, z. B. einem Potentiometer, verbunden, der mit einem an der Verstellvorrichtung
25 des Heiztransformators 26 angeschlossenen Fernsender 23 eine Brückenschaltung bildet. Eine Verstellung
des Regelschiebers bewirkt eine Verschiebung des Abgriffs 22 am Fernsender 21 und erzeugt
damit zwischen den Abgriffen 22 und 24 der Brükkenschaltung eine je nach der Richtung der Abweichung
gerichtete " Spannung;' deren Größe der Änderung der Regelschiebers'tellung proportional
ist. Die Größe und Richtung dieser Spannung dient als Regelgröße. Sie "wirkt über ein Verstärkerglied
und ein Zeitverzögerungsglied 29 auf das Stellglied, nämlich den Verstellmotor 30 für den Heiztransformator
26. Die Verstellung des Heiztransformators 26 dauert so lange, bis über die Rückführung
31 der Abgriff 24 so weit verschoben ist, daß die Brückenschaltung wieder im Gleichgewicht
ist. Das Zeitverzögerungsglied 29 hat die Aufgabe, die Verstellung des Heiztransformators so lange
zu verzögern, bis die durch die Verstellung des Regelschiebers veränderte Glasmenge auf ihrem
Wege über das Zinnbad sich etwa an der Stelle der durch den Heiztransformator 26 beaufschlagten
Heizelemente befindet. Die Größe der zeitlichen Verzögerung wird ihrerseits in Abhängigkeit von der
Geschwindigkeit des Glasbandes automatisch verstellt.
Claims (5)
1. Verfahren zur Herstellung von Flachglas nach dem Floatprozeß, bei dem das schmelzflüssige
Glas mit Hilfe eines höhenverstellbaren Schiebers in geregelter Menge auf das Zinnbad
aufgegossen und bei dem die Energiezufuhr zu den Heiz- bzw. Kühleinrichtungen innerhalb des
Floatbadbehälters in Abhängigkeit von der dem Zinnbad zugeführten Glasmenge gesteuert wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtungen zur Regelung der Energiezufuhr zu den Heiz- bzw. Kühlelementen, insbesondere zu
denjenigen am Ende des Zinnbades, unmittelbar mit dem Schieber bzw. mit den Einrichtungen zur
Höhenverstellung des Schiebers gekoppelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Änderung der Energiezufuhr
zu den Heiz- bzw. Kühlelementen unter Berücksichtigung des für den Weg der Glasmasse
vom Schieber bis zu den jeweiligen Heiz- bzw. Kühlelementen benötigten Zeitintervalls erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Maß der zeitlichen Verzögerung
zwischen der Veränderung der zugeführten Menge schmelzflüssigen Glases und der Steuerung
der Energiezufuhr zu den Heiz- bzw. Kühlelementen in Abhängigkeit von der Glasbandgeschwindigkeit
automatisch eingestellt wird.
4. Vorrichtung zur Herstellung von Flachglas nach dem Floatverfahren, bestehend aus einem
ein schmelzflüssiges Zinnbad enthaltenden Behälter, einem höhenverstellbaren Schieber zur Regelung
der Menge des schmelzflüssigen Glases am Eingang dieses Behälters und regelbaren Heizbzw.
Kühlvorrichtung innerhalb des Zinnbadbehälters, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber
(3) bzw. die Einrichtungen (20) für die Höhenverstellung
des Schiebers (3) mit den Einrichtungen (26) zur Regelung der Energiezufuhr zu den Heiz- bzw. Kühlelementen (14,15,16) gekoppelt
sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch ein einstellbares Zeitverzögerungsglied
(29), das die durch die Veränderung der Schie-
berstellung gegebenen Informationen zur Steuerung der Energiezufuhr zu den Heiz- bzw. Kühlelementen
(14,15,16) um das Zeitintervall ver-.zögert,.
das die Glasmasse für den Weg vom Schieber (3) bis zu den entsprechenden Heizbzw.
Kühleinrichtungen (14,15,16) benötigt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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