DE1592789B - Verfahren zur Unterdrückung der Nitrifikation von Ammoniumstickstoff - Google Patents
Verfahren zur Unterdrückung der Nitrifikation von AmmoniumstickstoffInfo
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Description
H2N-eingesetzt wird, worin X
-SO,NHX
N N
1V
NH,
NH
R2 oder —4 N
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sulfanilamid bzw. das Sulfanilamidderivat
in Mischung mit Wasser, Petroleumdestillaten, organischen Lösungsmitteln, oberflächenaktiven
Agenzien, feingepulverten inerten Feststoffen oder Ammoniumstickstoffdüngemitteln,
vorzugsweise Ammoniak, Ammoniumsalzen und Harnstoff, eingesetzt wird..
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Unterdrückung der Nitrifikation von Ammoniumstickstoff
durch Behandlung des Bodens mit 1 bis 100 ppm eines Antinitrifikans.
Der Nitratstickstoff im Erdboden stammt von der Nitrifikation von Ammoniumstickstoff durch
Bodenbakterien oder von zugesetzten anorganischen Nitratdüngemitteln, wie beispielsweise Natriumnitrat,
Ammoniumnitrat oder Calciumnitrat ab. Diese Nitratverbindungen lösen sich leicht in Wasser oder in
dem wäßrigen Erdbodenmedium, wobei Nitrationen erzeugt werden. Infolge des anionischen Charakters
dieser Ionen werden die Nitrationen nicht von dem Erdboden adsorbiert. Daher wird der Nitratstickstoff
schnell durch Regen oder Besprühung ausgelaugt und geht damit leicht verloren. Außerdem wird der
Nitratstickstoff durch die Bodenbakterien zu gasförmigem Stickstoff reduziert (dieser Prozeß ist als
Denitrifikation bekannt). Der Nitratstickstoff geht nach der vorstehend beschriebenen Weise so schnell
aus dem Boden verloren, daß seine Aufnahmegeschwindigkeit durch die Pflanzen sehr niedrig ist.
Damit der Stickstoff im Erdboden aus diesem ausgelaugt werden kann oder durch Denitrifikation
verlorengehen kann, muß er in Form von Nitratstickstoff vorliegen. Um daher den Verlust von Stickstoff
aus dem Erdboden zu vermeiden und die Aufnahmegeschwindigkeit des Stickstoffs durch Pflanzen
zu erhöhen, ist es erforderlich, die" Nitrifikation
von Ammoniumstickstoff durch Bodenbakterien zu unterdrücken.
Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Unterdrückung der Nitrifikation von Ammoniumstickstoff
durch Behandlung des Erdbodens mit 1 bis 100 ppm eines Antinitrifikans, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß als Antinitrifikans Sulfanilamid bzw. ein Sulfanilamidderivat der allgemeinen
Formel
bedeutet und R1 und R2 für H, Cl, Br, CH3 oder
CH3O stehen.
SO2NHX
eingesetzt wird, worin X
N"
Ν—Ν
4 L
4 L
/ Ki
NH9
— C
NH
R1 ι 1 R2
bedeutet und R1 und R2 für H, Cl, Br, CH3 oder
CH3O stehen.
Das Verfahren ist ferner vorzugsweise dadurch gekennzeichnet, daß das Sulfanilamid bzw. das SuI-fanilamidderivat
in Mischung mit Wasser, Petroleumdestillaten, organischen Lösungsmitteln, oberflächenaktiven
Agenzien, feingepulverten inerten Feststoffen oder Ammoniumstickstoffdüngemitteln, vorzugsweise
Ammoniak, Ammoniumsalzen und Harnstoff, eingesetzt wird.
Als die Nitrifikation unterdrückende Agenzien sind
verschiedene Verbindungen bekannt, z. B. 2,4,6-substituierte Pyrimidinderivate (belgische Patentschrift
646 321);Trichlormethylpyridine,Aminopyridine,Halogenphenole,
Halogenaniline, Halogenanilide, tert. Alkinole und N-Nitrosoverbindungen (französische
Patentschrift 1 288 090); Chinolin- und Chinazolinderivate (britische Patentschrift 991 587); Monohalogenpyridine
(USA.-Patentschrift 3 011885); Aminopyridinderivate (USA.-Patentschrift 3 050 382); Trichlorpyridinderivate
(USA.-Patentschrift 3 135 594) und Trichlormethylpyridindenvate (deutsche Auslegeschrift
1 246 771).
Durch keine dieser Literaturstellen - wird die Verwendung
von Sulfanilamid oder seinen Derivaten zum Zwecke der Unterdrückung der Nitrifikation
nahegelegt. Die Verwendung dieser Verbindungen beim erfindungsgemäßen Verfahren zeigt gegenüber
den bisher bekannten Verfahren viele Vorteile, die weiter unten zahlenmäßig belegt werden.
Beispiele für die erfindungsgemäß eingesetzten Verbindungen sind
4-Aminobezolsulfonamid,
2-Sulfanilamidopyridin,
2-Sulfanilamidothiazol,
2-Sulfanilamido-4-methylthiazol,
2-Sulfanilamido-5-methyl-1,3,4-thiadiazol,
2-Sulfanilamidopyrimidin,
2-Sulfanilamidopyridin,
2-Sulfanilamidothiazol,
2-Sulfanilamido-4-methylthiazol,
2-Sulfanilamido-5-methyl-1,3,4-thiadiazol,
2-Sulfanilamidopyrimidin,
2-Sulfanilamido-4,6-dimethylpyrimidin,
a-Sulfanilamido-2,4-dimethylpyrimidin,
6-Sulfanilamido-2,4-dimethoxypyrimidin,
o-Methoxy-S-sulfanilamidopyridazin,
Sulfanilylguanidin,
a-Sulfanilamido-2,4-dimethylpyrimidin,
6-Sulfanilamido-2,4-dimethoxypyrimidin,
o-Methoxy-S-sulfanilamidopyridazin,
Sulfanilylguanidin,
3,4-Dimethyl-5-sulfanilamidoisoxazol,
3-Sulfanilamido-5-methylisoxazol,
N-Sulfanilyl-3,4-xylamid und
4,6-Dimethoxy-2-sulfanilamido-s-triazin.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird die Umwandlung von Ammoniumstickstoff im Erdboden zu Nitratstickstoff inhibiert, so daß der schnelle Verlust von Ammoniumstickstoff aus dem Erdboden verhindert wird. Diese inhibierende Wirkung dauert mehr als 2 Monate lang an. Der Ammoniumstickstoff kann in einem derartigen Falle von einem ausgestreuten Düngemittel abstammen, das Ammoniumstickstoff enthält, beispielsweise Ammoniak oder Ammoniumsalze; der Ammoniumstickstoff kann ferner durch Umwandlung eines organischen Stickstoffbestandteiles im Boden oder durch Umwandlung von auf dem Erdboden ausgestreuten organischen Düngemitteln gebildet werden.
3-Sulfanilamido-5-methylisoxazol,
N-Sulfanilyl-3,4-xylamid und
4,6-Dimethoxy-2-sulfanilamido-s-triazin.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird die Umwandlung von Ammoniumstickstoff im Erdboden zu Nitratstickstoff inhibiert, so daß der schnelle Verlust von Ammoniumstickstoff aus dem Erdboden verhindert wird. Diese inhibierende Wirkung dauert mehr als 2 Monate lang an. Der Ammoniumstickstoff kann in einem derartigen Falle von einem ausgestreuten Düngemittel abstammen, das Ammoniumstickstoff enthält, beispielsweise Ammoniak oder Ammoniumsalze; der Ammoniumstickstoff kann ferner durch Umwandlung eines organischen Stickstoffbestandteiles im Boden oder durch Umwandlung von auf dem Erdboden ausgestreuten organischen Düngemitteln gebildet werden.
Bei der Behandlung des Erdbodens mit 4-Aminobenzolsulfonamid oder einem Derivat dieser Verbindung
ist es vorzuziehen, den Erdboden unterhalb seiner Oberfläche in einem Feld, auf welchem Pflanzen
wachsen, mit diesen Verbindungen zu imprägnieren, so daß die Konzentration der Verbindung in dem
Erdboden 1 bis 150 Gewichtsteile, insbesondere 1 bis 30 Gewichtsteile, pro Million Gewichtsteile des Erdbodens
beträgt. Es ist vorzuziehen, daß die Menge des eingebrachten 4-Aminobenzolsulfonamids oder
dessen Derivate wenigstens 5 g pro 1 Ar des Feldes beträgt.
4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivate dieser Verbindung
können auf Felder vor dem Ausstreuen eines Stickstoffdüngemittels, gleichzeitig mit dessen Ausstreuung
oder anschließend an die Ausstreuung verteilt werden. Wird der Erdboden mit 4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivaten dieser Verbindung
nach der Ernte von Feldfrüchten behandelt, dann kann der aus organischen Substanzen erzeugte Ammoniumstickstoff
im Erdboden für die nächste Wachstumssaison konserviert werden. Es ist ferner möglich,
die Erzeugung von gasförmigem phytotoxischem Stickstoffoxyd, das in Treibhäusern an die Atmosphäre
abgegeben wird, zu verhindern, indem die Beete mit 4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivaten dieser
Verbindung behandelt werden.
Bei der Behandlung von Feldern mit 4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivaten dieser Verbindung
können diese Verbindungen in Mischung mit einem
Erdbodenbehandlungs-Adjuvans, wie beispielsweise Wasser, Erdöldestillaten oder anderen organischen
Lösungsmitteln, oberflächenaktiven Mitteln, feinpulverisierten inerten Feststoffen oder Düngemitteln,
verwendet werden.
In derartigen Zusammensetzungen ist die Konzentration an 4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivaten
dieser Verbindung nicht kritisch; die Verbindungen können in jeder Menge unterhalb 95%,
bezogen auf die Zusammensetzung, verwendet werden. Als inerte feste Träger können Talk, Kalk, Gips,
Vermiculit, Bentonit oder Diatomeenerde verwendet werden.
Eine Zusammensetzung, die aus 4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivaten dieser Verbindung sowie
einem Düngemittel besteht, ist zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders zweckmäßig.
Eine derartige Zusammensetzung wird dadurch hergestellt, daß 4-Aminobenzolsulfonamid oder
Derivate dieser Verbindung in einem Düngemittel mit reduziertem Stickstoff, wie beispielsweise Ammoniak,
Ammoniumsalze oder Harnstoff, dispergiert werden. Ferner kann eine derartige Zusammensetzung
ein Phosphat und/oder Kaliumsalz enthalten. Das Düngemittel mit reduziertem Stickstoff kann entweder
fest oder flüssig sein.
Es ist vorzuziehen, 4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivate dieser Verbindung in derartigen Düngemittelzusammensetzungen
in Mengen von wenigstens 0,5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gewicht des Stickstoffs, der als reduzierter Stickstoff in dem
Düngemittel vorliegt, zu verwenden.
Bei der Dispergierung von 4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivaten dieser Verbindung in einem
Düngemittel mit reduziertem Stickstoff kann dieses mechanisch mit dem Düngemittel vermischt werden
oder auf die Oberfläche des Düngemittels in Form einer Lösung in einem organischen Lösungsmittel,
wie beispielsweise in Form einer Acetonlösung, aufgesprüht werden; man kann auch so verfahren, daß
man die jeweilige Verbindung mit einem Düngemittel mit vergleichsweise niedrigem Schmelzpunkt, wie
beispielsweise Harnstoff, zusammenschmilzt, um eine Vermischung mit dem Düngemittel zu erzielen.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Erdboden mit 4-Aminobenzolsulfonamid
oder Derivaten dieser Verbindung oder mit Zusammensetzungen, welche diese Verbindungen
enthalten, nach herkömmlichen Methoden behandelt werden. Beispielsweise können 4-Aminobenzolsulfonamid
oder Derivate dieser Verbindung oder Zusammensetzungen, welche diese Verbindungen enthalten,
mechanisch mit dem Erdboden vermischt oder auf die Oberfläche des Erdbodens verteilt werden;
nach der Aufbringung auf die Oberfläche kann der Boden bis zu einer gewünschten Tiefe geeggt werden.
Man kann ferner so verfahren, daß die Verbindungen auf den Boden mittels eines Flüssigkeitsträgers, beispielsweise
durch Injektion, Aufsprühen oder Berieseln, aufgebracht werden. Ferner kann die Düngemittelzusammensetzung,
die 4-Aminobenzolsulfonamid oder Derivate dieser Verbindung enthält, in der gleichen Weise wie ein gewöhnliches Düngemittel
ausgestreut werden.
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. Die Teilängaben beziehen sich auf das Gewicht.
Es wird eine Mischung I durch Zugabe von 0,05 Teilen 4-Aminobenzolsulfonamid zu 33 Teilen Harnstoff
und anschließende gleichmäßige Vermischung, eine Mischung II durch Zugabe von 0,5 Teilen 4-Aminobenzolsulfonamid
zu 33 Teilen Harnstoff und anschließende gleichmäßige Vermischung und eine Mischung
III durch Zugabe von 5 Teilen 4-Aminobenzolsulfonamid zu 33 Teilen Harnstoff und gleichmäßige
Vermischung hergestellt. 50 g Erdboden werden gleichmäßig mit jeweils 33 mg der Mischung I,
33,5 mg der Mischung II und 38 mg der Mischung III vermischt. Jede der erhaltenen Mischungen enthält
15 mg Stickstoff pro 50 g Erdboden. Die Konzentration an 4-Aminobenzolsulfonamid in dem Erdboden
beträgt 1, 10 bzw. 100 ppm. Jede der Mischungen wird in einen konischen Kolben mit einem
Fassungsvermögen von 100 ecm gegeben. Dann wird Wasser in einer derartigen Menge zugegeben, daß
der Wassergehalt in dem Erdboden 60% der maximalen Wasserkapazität beträgt. Die Kolben werden
mit Baumwolle verschlossen. Die Inhalte werden bei 28°C 20 Tage lang inkubiert. Nach Beendigung.der
Inkubation wird untersucht, in welcher Form der Stickstoff in dem Erdboden vorliegt. Die dabei
erhaltenen Ergebnisse sind in der Tabelle zusammengefaßt.
Die gleichen Versuche, wie sie vorstehend beschrieben wurden, werden ferner mit
2-Sulfanilamid-4-methylthiazol,
2-Sulfanilamidothiazol,
2-Sulfanilamid-4-methylthiazol,
2-Sulfanilamidothiazol,
6-Sulfanilamido-2,4-dimethylpyrimidin,
6-Methoxy-3-sulfanilamidopyridazin,
Sulfanilylguanidin,
2-Sulfanilamidopyridin,
6-Methoxy-3-sulfanilamidopyridazin,
Sulfanilylguanidin,
2-Sulfanilamidopyridin,
2-SulfaniIamido-5-methyl-1,3,4-thiadiazol,
2-Sulfanilamidopyrimidin,
3-Sulfanilamido-5-methylisoxazol,
3,4-Dimethyl-5-sulfanilamidoisoxazoi,
N-Sulfanilyl-3,4-xyIamid und
4,6-Dimethoxy-2-sulfanilamido-5-triazin
2-Sulfanilamidopyrimidin,
3-Sulfanilamido-5-methylisoxazol,
3,4-Dimethyl-5-sulfanilamidoisoxazoi,
N-Sulfanilyl-3,4-xyIamid und
4,6-Dimethoxy-2-sulfanilamido-5-triazin
durchgeführt. Die angegebenen Werte sind die bei einer doppelten Versuchsdurchführung erhaltenen
Hauptwerte.
Zu Vergleichszwecken werden die Analysenergebnisse aufgeführt, aus denen ersichtlich ist, in welcher
Form Stickstoff im Falle eines Erdbodens ohne Zusatz und im Falle von 50 g Erdboden, dem 33 mg
Harnstoff zugesetzt werden, nach der in der gleichen Weise durchgeführten Inkubation vorliegt.
Verbindungen
Form des Stickstoffs
N in mg/50 g Erdboden
Konzentration des 4-Aminobenzolsulfonamidderivats im Erdboden
1 ppm
10 ppm
100 ppm
4-Aminobenzolsulfonamid
NH3-N
NO3-N
NO3-N
9,3
5,2
9,8
4,9
4,9
10,7
5,0
5,0
Fortsetzung
Verbindungen
Form des Stickstoffs
N in mg/50 g Erdboden
Konzentration des 4-Aminobenzolsulfonamidderivats im Erdboden
ppm
ppm
ppm
2-Sulfanikimido-4-methylthiazol
2-Sulfaniiamidothiazol
6-Sulfanilamido-2.4-dirnethy]pyrimidin
6-Methoxy-3-sulfanilamidopyfidazin
Sulfanilylguanidin
2-Sulfanilamidopyridin
2-Sulfanilamido-5-methyl-1,3,4-thiadiazol
2-Sulfanilamidopyrimidin
3,4-Dimethyl-5-sulfanilamidoisoxazol
N-Sulfanilyl-3,4-xylamid
4,6-Dimethoxy-2-sulfanilamido-s-triazin
3-Sulfanilamido-5-methylisoxazol
HamstofT allein
Erdboden allein
Eine zum Zerstäuben bestimmte Zusammensetzung wird durch Vermischen von 5 Teilen 2-Sulfanilamido-4,6-dimethylpyridin
und 95 Teilen Talk und anschließendes Vermählen der erhaltenen Mischung
hergestellt.
Eine die Nitrifikation hemmende Düngemittelzusammensetzung
wird durch Aufsprühen von 0,7 Teilen 4-Aminobenzolsulfonamid, gelöst in 10 Teilen
Aceton, auf ein in Granulatform vorliegendes Düngemittel, das 18% Stickstoff, 18% P2O5 und 18% K2O
enthält, wobei das Granulat in einer Drehtrommel bewegt wird, und Trocknen der erhaltenen Mischung
hergestellt.
Eine einen Nitrifikationsinhibitor enthaltende Düngemittelzusammensetzung
wird durch Versprühen von 1 Teil Sulfanilylguanidin, gelöst in 10 Teilen
| NH.,-N | 3,2 |
| NO1 - N | 11,9 |
| N H3 - N | 9,6 |
| NO3-N | 5.4 |
| NH3-N | 6.3 |
| NO3-N | 8,9 |
| NH3-N | 7,7 |
| NO3-N | 7,6 |
| NH3-N | 4,3 |
| NO3-N | 10,8 |
| NH3-N | 3,2 |
| NO3-N | 11,9 |
| NH3-N | 6,0 |
| NO3-N | 9,0 |
| NH3-N | 7,5 |
| NO3-N | 7,5 |
| NH3-N | 9,6 |
| NO3-N | 5,7 |
| NH3-N | 4,4 |
| NO3-N | 10,7 |
| NH3-N | 3,9 |
| NO3-N | 11,1 |
| NH3-N | 3,2 |
| NO3-N | 13,0 |
| NH3-N | 0,1 |
| NO3-N | 15,1 |
| NH3-N | 0,2 |
| NO3-N | 0,3 |
7,4 7.7
12.5 3,1
7,7
8;o
8,2 7,1
11,9 3,6
7,4 7,7
7,1 8,1
8,2 7,0
11,0 4,4
6,9 8,8
5,9 8,9
9,0 6,9
9,5
5,6
14,1 1.0
10,1 '5,1
12,1 3,3
13,3
2,7
9,5 5,6
11,1 4,0
12,9 2,3
14,0 0,9
7,2 8,1 8,7 6,7
13,4 2,7
Aceton, auf Harnstoff in Klumpenform und anschließendes Trocknen der erhaltenen Mischung hergestellt.
B e i s ρ i e 1 5
Ein benetzbares Pulver wird durch Vermischen von 30 Teilen 6-Methoxy-3-sulfanilamidopyridazin,
Teilen Natriumdodecylbenzolsulfonat und 60 Teilen »white carbon« (ausgefälltes Siliziumdioxyd) und
anschließendes Vermählen der erhaltenen Mischung hergestellt.
Dieses benetzbare Pulver wird nach der Dispergierung in Wasser, durch welche die gewünschte
Konzentration an der aktiven Verbindung eingestellt werden kann, versprüht.
Ein emulgierbares Konzentrat wird durch Vermischen von 10 Teilen 2-Sulfanilamidothiazol, 70 Teilen
Xylol und einem Eumolgiermittel hergestellt.
Dieses emulgierbare Konzentrat liefert beim Vermischen mit Wasser in entsprechenden Mengen eine
209 528/470
I 592 789
ίο
wäßrige Dispersion, welche die gewünschte Konzentration an aktiver Verbindung aufweist, und zum
Aufsprühen verwendet wird.
Unter dem in der vorliegenden Anmeldung verwendeten Ausdruck »Düngemittel mit reduziertem
Stickstoff« sollen Düngemittel verstanden werden, die Stickstoff in reduziertem Zustand enthalten, wie
beispielsweise Ammoniak, Ammoniumsalze oder organische Verbindungen, die im Erdboden leicht in
Ammoniak oder Ammoniumsalze umgewandelt werden können, wie beispielsweise Harnstoff und Cyanamid.
Die im folgenden beschriebenen Vergleichsversuche zeigen, daß die beim erfindungsgemäßen Verfahren
zur Verhinderung der Nitrifikation von Ammoniumstickstoff im Erdboden verwendeten Verbindungen
gegenüber den in den Entgegenhaltungen verwendeten Verbindungen überlegene Eigenschaften besitzen.
1. Gegenüber der belgischen Patentschrift 646 321 besitzen die beim erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten
Verbindungen bei Anwendung in niedriger Konzentration eine höhere Wirksamkeit bei der Verhinderung
der Nitrifikation und eine geringere Flüchtigkeit.
Das Mittel zur Verhinderung der Nitrifikation wird im Gemisch mit Erde verwendet. Im Laborversuch
und bei der großtechnischen Anwendung ist es wünschenswert, daß die Nitrifikation in der
Praxis wirkungsvoll genug durch Anwendung einer sehr kleinen Menge des Verhinderungsmittels verhindert
werden kann.
Versuch I
Zu 50 g luftgetrockneter Erde werden gleichmäßig Harnstoff in einer zu 15 mg äquivalenten Menge N
und jede der weiter unten angegebenen Verbindungen in Mengen von jeweils 1 und 3 ppm, bezogen auf den
Boden, hinzugegeben. Die Mischung wird 20 Tage lang bei 28° C in einem feuchten Zustand mit einem
Wassergehalt von 60% inkubiert. Anschließend werden die Werte Tür Ammonium- bzw. Nitratstickstoff in
dem Boden analysiert, wobei die in Tabelle I angegebenen Ergebnisse erhalten werden:
| Verbindungen | Konzentration im Erdboden |
NH3-N in mg/50 g Erdboden |
NO3-N in mg/50 g Erdboden |
|
| Belgische Patentschrift | 2-Amino-4,5-dichlor- | |||
| 646 321 | 6-methylpyrimidin | 3 ppm | 7,5 | 7,2 |
| 1 ppm | 2,0 | 12,8 | ||
| Vorliegende Erfindung | 2-Sulfanilamidothiazol | 3 ppm | 7,4 | 7,4 |
| 1 ppm | 5,9 | 9,2 | ||
| Harnstoff | 1,2 | 13,8 | ||
| Erdboden allein | 0,1 | 0,3 |
Aus den Ergebnissen der Tabelle I ist klar ersichtlich, daß bei einer derart geringen Konzentration
von 1 ppm die erfindungsgemäße Verbindung der der belgischen Patentschrift überlegen ist.
Die Tatsache der geringen Flüchtigkeit des Mittels zur Verhinderung der Nitrifikation ist eine sehr
wichtige Eigenschaft für die Dauer der Wirkung im Erdreich. In Verbindung mit der Flüchtigkeit ist
45 darüber hinaus auch die gute Thermostabilität der Verbindung im Hinblick auf das Vermischen mit
einem Düngemittel während der Sprühkristallisation (prilling) von Bedeutung.
Versuch II
Bei der Messung des Dampfdruckes wurden die in Tabelle II angegebenen Ergebnisse erhalten.
Verbindungen
10,00C (Druck in mm Hg)
20,20C 35,0° C
20,20C 35,0° C
50,0° C
Belgische Patentschrift 646 321
Vorliegende
Erfindung
Erfindung
2-Amino-4-chlor-6-methylpyrimidin
2-Sulfanilamidothiazol
1,12 x
1,87 x 10"3 4,97 "x 10~3
so gering, daß die Messung auf
Schwierigkeiten stößt
Schwierigkeiten stößt
2,40 x 10
Versuch III
0,2 g der Verbindung wird in eine deckellose Wiegerlasche gegeben, in einen Thermostat bei 125° C gebracht
und nach einer bestimmten Zeitspanne mit Wasser in einen Meßkolben geleitet. Die verbleibende Menge wird
mit Hilfe eines ultravioletten Absorptionsverfahrens quantitativ bestimmt, wobei die in Tabelle III angegebenen
Ergebnisse erhalten werden.
Verbindungen
| IStd. | (Zurückbleibende Menge in %) | 3Std. | 4Std. | 5Std. | |
| OStd. | 89,3 | 2Std. | 37,0 | 15,6 | 11,7 |
| 100,0 | 100,3 | ■ 64,0 | 100,2 | 100,7 | 100,6 |
| 100,0 | 100,1 | ||||
6Std.
Belgische Patentschrift 646 321
Vorliegende
Erfindung
Erfindung
2-Amino-4-chlor-6-methylpyrimidin
2-Sulfanilamidothiazol
0
100,0
100,0
Aus den Ergebnissen in den Tabellen II und III geht ganz klar hervor, daß die erfindungsgemäße
Verbindung gegenüber der in der belgischen Patentschrift angegebenen Verbindung eine geringere Flüchtigkeit
und eine bessere Thermostabilität besitzt.
2. Die erfindungsgemäße Verbindung zeigt im Erdboden eine länger anhaltende Wirkung, als dies
bei den Verbindungen der französischen Patentschrift 1 288 090, USA.-Patentschriften 3 050 382,
3 135 594 und der deutschen Auslegeschrift 1 246 771 der Fall ist.
Untersuchung IV
Die Verbindung wird gleichmäßig zu luftgetrocknetem Erdboden hinzugegeben, so daß sie in einer
Konzentration von 50 ppm vorliegt, und die Mischung wird bei 280C eine bestimmte Zeitspanne in einem
feuchten Zustand von 60% der Wasserkapazität stehengelassen. Die zurückbleibende Menge wird
anschließend mit Hilfe eines biologischen Versuchs gemessen, wobei die in Tabelle IV angegebenen Ergebnisse
erhalten werden.
| Verbindungen | OTage | (Zurückb 15 Tage |
leibende M 30 Tage |
;nge in %) 45 Tage |
60 Tage | |
| Französische Patentschrift 1 288 090 |
2,4-Dichloranilin | 100,0 | 30,2 | 7,5 | 6,5 | 2,2 |
| Französische Patentschrift 1 288 090 und USA.-Patent- schrift 3 050 382 |
2-Amino-4-chlorpyridin | 100,0 | 41,1 | 10,8 | 7,7 | 2,5 |
| USA.-Patentschrift 3 135 594 und deutsche Auslegeschrift 1 246 771 |
2-Chlor-6-trichlormethyl- pyridin |
100,0 | 20,2 | 4,2 | 3,1 | 0,0 |
| Vorliegende Erfindung | 2-Sulfanilamido-4-methyl- thiazol |
100,0 | 88,9 | 60,2 | 52,1 | 39,2 |
Aus den vorstehenden Ergebnissen der Tabelle IV schrift 3 135 594 und der deutschen Auslegeschrift
geht hervor, daß die erfindungsgemäße Verbindung 45 1 246 771 verwendeten Verbindungen. Die Flüchtigkeit
ist, wie bereits unter 1. angegeben wurde, wegen
ein ausgezeichnetes Mittel zur Verhinderung der Nitrifikation ist, dessen Wirkung im Erdboden langer
als die der anderen in der Tabelle IV angegebenen Verbindungen anhält.
3. Die erfindungsgemäße Verbindung besitzt eine geringere Flüchtigkeit als die in der USA.-Patentihres
Einflusses auf die Länge der Wirkungsdauer von Bedeutung.
Versuch V
Bei der Messung des Dampfdrucks wurden die in Tabelle V angegebenen Ergebnisse erhalten.
Verbindungen
3O0C (Druck in mm Hg)
35°C 400C
35°C 400C
44,7° C
USA.-Patentschrift
3 135 594 und
deutsche Auslegeschrift 1246 771
3 135 594 und
deutsche Auslegeschrift 1246 771
Vorliegende
Erfindung
Erfindung
2-Chlor-6-trichlormethylpyridin
2-Sulfanilamidothiazol
1,23 x ΙΟ
2,02 x 10-
2,65 x ΙΟ"3
2,71 x ΙΟ"3
so gering, daß die Messung auf
Schwierigkeiten stößt
Schwierigkeiten stößt
4. Die erfindungsgemäße Verbindung besitzt gegenüber den Verbindungen der belgischen Patentschrift 646 321,
USA.-Patentschrift 3 135 594, deutsche Auslegeschrift 1 246 771 und der französischen Patentschrift 1 288 090
eine geringere tierische Toxizität (besonders die Reizung der Haut und Schleimhaut) und pflanzliche Toxizität,
ist stabiler und kann leichter gehandhabt werden.
Claims (1)
1. Verfahren zur Unterdrückung der Nitrifikation von Ammoniumstickstoff durch Behandlung
des Erdbodens mit 1 bis 100 ppm eines Antinitrifikans, dadurch gekennzeichnet,daß
als Antinitrifikans Sulfanilamid bzw. ein Sulfanilamidderivat der allgemeinen Formel
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