DE1589709C - Emitteranschluß eines Leistungstransistors. Ausscheidung aus: 1264615 - Google Patents
Emitteranschluß eines Leistungstransistors. Ausscheidung aus: 1264615Info
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Description
Bekanntlich ist die in einem Transistor während des Betriebes erzeugte Wärmemenge durch die zugeführte
Verlustleistung gegeben. Da der Emitter in Flußrichtung betrieben wird, tritt diese Verlustleistung
im wesentlichen an dem in Sperrichtung betriebenen Kollektor-pn-Übergang auf. Sie ist gegeben
durch
N= UHC-IC
wobei UiiC die Spannung zwischen Kollektor und
Basis und Ic der Kollektorstrom bedeuten.
Unter der maximal zulässigen Verlustleistung eines Transistors wird bekanntlich diejenige Leistung ver:
standen, oberhalb der der Transistor auf Grund der Erwärmung thermisch unstabil und schließlich zerstört
wird. Dieser Sachverhalt wird in dem in F i g. 1 dargestellten UCB-1^-Diagramm durch eine Hyperbel
1 beschrieben, die bekanntlich der geometrische Ort eines konstanten Produktes ist. Bei
einem unterhalb der Hyperbel 1 gewählten Arbeitspunkt müßte theoretisch der Transistor thermisch
stabil bleiben, d. h., die durch die Verlustleistung entstehende Wärmemenge wird durch die vorgesehenen
Kühlmittel des Transistors so abgeführt, daß eine unzulässige Temperatursteigerung verhindert
wird.
Es wurde jedoch festgestellt, daß die in der Praxis gemessenen Kurven der maximal zulässigen Verlustleistung
um so mehr von der Hyperbel 1 abweichen, je höher die zwischen Kollektor und Basis angelegte
Arbeitsspannung Ua{ gewählt wird. Eine derartig
gemessene Kurve 2 ist in der Fig. 1 gestrichelt eingezeichnet. Um eine thermische Zerstörung des Transistors
auszuschließen, muß dieser also dementsprechend unterhalb der theoretisch möglichen Verlustleistung
der Hyperbel 1 betrieben werden.
Bekanntlich wächst die Stromdichte der Emitterzone mit wachsender Temperatur bei konstant gehaltener
Emitter-Basis-Spannung an. Es wurde deshalb als Ursache der in der Praxis realisierbaren geringeren
Verlustleistungen unterhalb der theoretisch an sich möglichen folgender Effekt vermutet: Wird
angenommen, daß die Emitterzone über ihre ganze Fläche nicht gleichmäßig injiziert, was praktisch
kaum verhindert werden kann, so erfolgt eine stärkere Erwärmung der gegenüber den stärker injizierenden
Teilbereichen der Emitterzone liegenden Teilbereichen der Kollektorzone. Von den letzteren
Teilbereichen wiederum werden durch Wärmeleitung über die Basiszone gerade die stärker injizierenden
Teilbereiche der Emitterzone besonders stark erwärmt. Da die Stromdichte der in die Basiszone injizierten Minoritäten mit der Temperatur, wie gesagt,
ansteigt, ergibt sich ein thermischer Rückkopplungseffekt für die genannten Teilbereiche, der um so
stärker auftritt, je höher die angelegte Kollektorspannung UCB ist. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die
Verlustleistungserhöhung an dem Teilbereich der Kollektorzone gegenüber dem stärker injizierenden
Teilbereich in der Emitterzone proportional der angelegten Kollektorspannung ist.
ao Diese Annahme wurde durch folgenden einfachen Versuch gestützt: Zwei handelsübliche Silizium-Planar-Transistoren
mit großflächigen Emitterzonen wurden elektrisch parallel geschaltet und zur Einhaltung
gleicher Gehäusetemperaturen auf einem Kupferblock montiert. Die Kollektorströme der zwei
Transistoren wurden einzeln mit niederohmigen Amperemetern gemessen, um thermische Unstabilitäten
der Stromaufteilung erkennen zu können. Bei einer Kollektor-Spannung UCB von 5 V konnten insgesamt
3000 mW Verlustleistung erhalten werden, ohne daß eine am stetigen Anwachsen eines Kollektorstromes
erkennbare thermische Unstabilität eines Transistors auftrat. Wurde dagegen eine Kollektorspannung
von 25 V angelegt, so trat bereits bei einer Verlustleistung von insgesamt 500 mW eine thermische
Unstabilität eines Transistors auf. Diese äußerte sich durch eine stetige Erhöhung (»Weglaufen«)
des Kollektorstromes dieses Transistors und eine stetige Erniedrigung des Kollektorstromes des
anderen.
Aus der Zeitschrift »Elektronische Rundschau«, Nr. 7/1961, S. 308, war im übrigen bekannt, beim
Schalten großer Ströme bei parallel betriebenen Transistoren den Gesamtstrom durch kleine Emitterwiderstände
möglichst gleichmäßig auf alle Transistoren aufzuteilen. Durch eine derartige Schaltungsmaßnahme wird zwar die thermische Stabilisierung
einer Mehrzahl parallelgeschalteter Transistoren, nicht aber die Stabilisierung eines einzelnen Transistors
unter Ausschaltung des eingangs geschilderten Effektes erreicht.
Durch die Erfindung soll die maximal zulässige Verlustleistung eines Leistungstransistors erhöht werden,
indem der oben beschriebene unerwünschte Effekt der örtlichen Erwärmung der flächenförmigen
Emitterzone vermindert wird.
Die Erfindung beruht auf folgender Überlegung: Wird die Emitterzone in »theoretisch unendlich
viele« Teilbereiche zerlegt und jeder Teilbereich über einen kleinen Widerstand mit der gemeinsamen
Emitterelektrode verbunden, so kann der Strom in einem bestimmten Teilbereich nicht beliebig ansteigen.
Mit steigendem Strom tritt nämlich ein zunehmender Spannungsabfall am betreffenden Widerstand
auf, wodurch die Injektionsspannung am betreffenden Teilbereich der Emitterzone kleiner wird
(Gegenkopplung).
Die vorliegende Erfindung betrifft somit einen
Emitteranschluß an der flächenförmigen Emitterzone eines temperaturstabilisierten Leistungstransistors,
bei dem die Emitterzone über einen Widerstand mit der Emitterelektrode verbunden ist. Die maximal zulässige
Verlustleistung eines derartigen Leistungstransistors wird erfindungsgemäß dadurch wesentlich
erhöht, daß der Widerstand zwischen der Emitterzone und der Emitterelektrode eine sich über die
Fläche der Emitterzone erstreckende und mit der Emitterelektrode verbundene Widerstandsschicht ist
und daß der Leitwert der Emitterzone parallel zu ihrer Flächenausdehnung zwischen zwei Emitterzonenteilen,
zwischen denen eine unerwünschte Temperaturdifferenz auftreten könnte, kleiner ist als der
Leitwert der Widerstandsschicht und der Emitterelektrode.
Durch diese Ausbildung ist die Injektionsspannung jedes Emitterzonenteils bei unerwünschter Erwärmung
gegengekoppelt.
Aus der deutschen Patentschrift 559 707 war zwar
bekannt, zwischen den beiden Elektroden eines Trockengleichrichters außer der Gleichrichterschicht
eine als Vorschaltwiderstand dienende Widerstandsschicht anzuordnen. Dies erfolgt aber aus mechanischen
und rein elektrischen Gründen und nicht zur Lösung eines Problems, welches mit dem eingangs
geschilderten thermischen Effekt bei Flächentransistoren in Beziehung steht. Gleiches gilt für die lichtelektrische
Zelle nach der schweizerischen Patentschrift 157 167, wonach die elektrische Ungleichmäßigkeit
der den Träger der Strahlungsempfindlichkeit bildenden Grenzfläche durch eine Zwischenschicht
aus Widerstandsmaterial ausgeglichen werden kann.
Ferner war aus der belgischen Patentschrift 570 631 ein Emitteranschluß an der flächenförmigen Emitterzone
eines Leistungstransistors bekannt, bei dem die Emitterzone über eine Platte aus Molybdän mit der
Emitterzone kontaktiert ist, wobei diese Platte als Widerstandsschicht aufgefaßt werden kann. Auf
Grund des hohen Leitwerts einer derartigen Platte aus Molybdän in ihrer Flächenausdehnung ist jedoch
die Injektionsspannung jedes Emitterzonenteils bei unerwünschter Erwärmung nicht gegengekoppelt, so
daß mit einer solchen Molybdänplatte das oben ausgeführte thermische Problem bei einem Leistungstransistor nicht gelöst wird.
■ Die Erfindung wird im folgenden in einem Ausführungsbeispiel
an Hand der F i g. 2 erläutert, die eine flächenförmige Emitterelektrode 3 an der
Emitterzone 4 eines im. Schnitt dargestellten Leistungstransistors
zeigt. Die Emitterelektrode 3 besteht aus einer Metallschicht, die in bekannter Weise durch
Aufdampfen unter Verwendung von Masken hergestellt wird. Die »parallelgeschalteten Widerstände«
sind als zusammenhängende Widerstandsschicht 5 ausgebildet. Die Basiszone des Leistungstransistors
ist mit 6 und die Kollektorzone mit 7 bezeichnet und wird in bekannter Weise durch Diffusion in einen
plattenförmigen Halbleiterkörper erzeugt. Die Widerstandsschicht 5 kann aus dem Gemisch eines Metalls
mit einem Metalloxyd, insbesondere nach Art der Massewiderstände, bestehenund kann mit bekannten
Mitteln der Aufdampftechnik auf die Emitterzone 4
so aufgebracht werden. Der Leitwert der Emitterzone 4
parallel zu ihrer Flächenausdehnung muß klein gehalten werden. Damit ist folgendes gemeint: Die
Flächenleitfähigkeit der Emitterzone 4 muß so gewählt werden, daß zwischen zwei Punkten der
as Emitterzone 4, zwischen denen eine unerwünschte
Temperaturdifferenz auftreten könnte, der Leitwert der Emitterzone 4 kleiner ist als der Leitwert der
Widerstandsschicht 5 und der Emitterelektrode 3. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß sich das
Potential eines kleinen. Flächenbereiches der Emitterzone 4 weitgehend unabhängig vom Potential anderer
Flächenbereiche nach der Stromdichte einstellt. Diese Forderung kann leicht durch eine flach diffundierte
Emitterzone realisiert werden.
Zwischen der kammförmigen Emitterzone 4 des Leistungstransistors nach der F i g. 2 erstrecken sich
streifenförmige Basiselektroden 9, die ebenfalls in Form eines Kammes ausgebildet sein können und in
bekannter Weise kontaktiert sind.
Bei der Verstärkung von hochfrequenten Signalen hat die in der F i g. 2 dargestellte Ausführungsform
der Erfindung den Vorteil eines auf Grund der verringerten Kapazität zwischen der Emitterzone 4 und
der Emitterelektrode 3 erniedrigten Wechselstrom-Widerstandes.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Emitteranschluß an der flächenförmigen Emitterzone eines temperaturstabilisierten Leistungstransistors,
bei dem die Emitterzone über einen Widerstand mit der Emitterelektrode verbunden
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Widerstand zwischen der Emitterzone (4)
und der Emitterelektrode (3) eine sich über die Fläche der Emitterzone (4) erstreckende und mit
der Emitterelektrode (3) verbundene Widerstandsschicht (5) ist, und daß der Leitwert der
Emitterzone (4) parallel zu ihrer Flächenausdehnung zwischen zwei Emitterzonenteilen, zwischen
denen eine unerwünschte Temperaturdifferenz auftreten könnte, kleiner ist als der Leitwert der
Widerstandsschicht (5) und der Emitterelektrode (3) ist.
2. Emitteranschluß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Widerstandsschicht (5)
aus einem Gemisch eines Metalls mit einem Metalloxyd besteht.
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