-
Mit Blasdüsen arbeitende kontinuierliche Trockenvorrichtung für Textilien
Das Trocknen von textilen Flächengebilden wird bisher mit verschiedenen Arten von
Trockenvorrichtungen, wie mit mit Druckluft oder mit Trockentrommeln arbeitenden
Vorrichtungen bewirkt, mit denen sich jedoch aus verschiedenen Gründen keine voll
befriedigenden Resultate erzielen ließen. Keine der zur Zeit bekannten Trockenvorrichtungen
kann die folgenden für eine vollkommen zufriedenstellende Bearbeitung von Textilien
unerläßlichen Bedingungen gleichzeitig erfüllen:
a) Die Trocknung
muß an allen Stellen des textilen Trockenguts gleichmäßig vor sich gehen. Ist dies
nicht der Fall, so zeigt sich bei weißen Textilien häufig ein Vergilben und bei
farbigen Textilien Tönungsunterschiede.
-
b) Der Trockenvorgang muß zu einem weichen und flauschigen fertig
getrockneten Erzeugnis führen. Um dies zu erreichen, muß dafür Sorge getragen werden,
daB die Berührung zwischen dem Trockengut und den es abstützenden Vorrichtungen,
ganz gleich mit welcher Geschwindigkeit sich das Gut über diese Vorrichtungen hinwegbewegt,
so gering wie möglich ist. Das Trockengut muß ferner nach Möglichkeit beim Trockenvorgang
dauernd Schwingungen ausgesetzt sein.
-
c) Beim Trocknen von schlauchförmigen Textilstoffen muß vermieden
werden, daß sich zwei Längsfalten bilden. Bei vorher in Pressen behandelten schlauchförmigen
Textilien ist -die Gefahr einer solchen Faltenbildung besonders groß. d) Das Trockengut
darf beim Trockenvorgang keinen so hohen Beanspruchungen ausgesetzt werden, daß
es seinen ursprünglichen natürlichen Zustand nicht wieder einnimmt.
e)
Das fertig getrocknete Gut muß völlig faltenfrei sein, d.h., daß eine Faltenbildung
beim Trocknen vermieden werden muB und bereits im Trockengut vor dem Trockenvorgang
vorhandene Falten während dieses Vorgangs beseitigt werden müssen.
-
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, eine Trockenvorrichtung
zu schaffen, die trotz geringen baulichen Aufwands eine die vorerwähnten Bedingungen
erfüllende Trocknung ermöglicht.
-
Dies wird erfindungsgemäß dadurch. erreicht, daß zwei sich gegenüberliegende
Sätze von eng benachbarten Heißluftdüsen so angeordnet sind, daß ein langgestreckter
Hohlraum gebildet wird, durch den sich der Textilstoff lotrecht zur Zuführrichtung
der Heißluft hindurchbewegt, und daß zwei Sätze von den Düsen zugeordneten Öffnungen
vorgesehen sind, durch welche die Heißluft, die zu einem Teil an dem Textilstoff
entlang und zum anderen Teil durch ihn hindurchgeströmt ist, abgeführt wird. Mehrere
Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden im folgenden Teil der
Beschreibung anhand der Zeichnungen beschrieben.
In den Zeichnungen
ist bzw. sind: Fig. 1 ein Querschnitt durch einen erfindungsgemäßen Trockner, der
insbesondere zur Behandlung von schlauchförmiger Maschenware geeignet ist; Fig.
2 ein Längsschnitt durch den in Fig. 1 gezeigten Trockner; Fig. 3 und 4 in größerem
Maßstab gezeigte schematische Ansichten, in denen ein Stück der schlauchförmigen
Maschenware beim Durchlaufen der wichtigsten Teile des in den Figuren 1 und 2 gezeigten
Trockners, die in den Schnittebenen dieser Figuren gezeigt ' sind, dargestellt ist;
und Fig. 5 eine ähnliche Schnittansicht wie Fig. 4 der wichtigsten Teile einer zweiten
Ausführungsform der Erfindung.
-
Der in den Fig. 1 - 4 gezeigte Trockner weist eine äußere Hülle 1
und ein in der Mitte des oberen Teils der Vorrichtung angeordnetes starkes Zentrifugalgebläse
2 auf, das so ausgebildet ist, daß es Luft in der Mitte und von unten ansaugt und
durch seitliche Führungskörper 3 drückt, in denen nicht gezeigte Heizvorrichtungen,
wie elektrische Heizkörper oder Heizkörper von beliebig anderer Art angeordnet sind.
Die beheizte Luft wird über Leitungen 4 zwei geradlinigen parallelen Reihen von
nebeneinander angeordneten Kanälen 5 und 6 zugeführt, die mit Auslaßdüsen 7 versehen
sind. Die Kanäle 5 und 6 beider Reihen sind einander gegenüberliegend angeordnet,
so daß sich ihre Düsen 7 gegenüberliegen, wobei der Abstand der sich
gegenüberliegenden
Düsen etwa 15 - 20 mm beträgt. Zwischen den einzelnen Kanälen 5 und 6 der beiden
Reihen sind Durchlässe 8 und in den Zeitungen 4 profilierte Durchführungen 9 zur
Rückführung der an die Außenseite der Düsenreihen gelangten Luft zum Gebläse vorgesehen.
Die mit den Düsen 7 versehenen Kanäle 5 und 6 bilden zwischen sich einen Hohlraum
10, durch den sich das aus schlauchförmiger Maschenware bestehende, zu trocknende
Gut 11 hindurchbewegt. "-s zu trocknende Gut ist zickzackfÖrmig in einem außerhalb
des Trockners befindlichen Behälter 12 gestapelt und wird über eine Walze 13 einer
Führungsbahn 14 aus rostfreien Material zugeführt, auf der es mittels eines zwischen
ihr und der Walze 13 angeordneten Drehtisches gefältelt abgelegt wird. Nach der
Behandlung läuft das behandelte Gut zwischen zwei Vorschubwalzen 17 hindurch und
dann über eine Verteilerwalze 18. Das von der Verteilerwalze ablaufende Gut wird
mittels einer oszillierenden Vorrichtung 19 in einem Behälter 20 abgelegt. Alle
im Vorstehenden beschriebenen Einrichtungen zum Zu- und Abführen des Behandlungsguts
befinden sich außerhalb des eigentlichen Trockners.
-
Im normalen Betrieb der im vorstehenden beschriebenen Trockenvorrichtung
wird die auf einer vorbestimmten Temperatur gehaltene Heißluft mit einer solchen
Geschwindigkeit
den Düsen 7 zugeführt, daß-sie aus diesen mit einer
Geschwindigkeit von etwa 30 m/sek austritt. Ein Teil der aus den Düsen austretenden
Luft strömt durch die im Hohlraum 10 befindliche schlauchförmige Maschenware - die
immer ein mehr oder weniger luftdurchlässiges -Gefüge hat - hindurch (siehe fig.
3 und 4) . " Ein weiterer Teil der Heißluft wird an der Oberfläche der Ware 11 so
umgelenkt, daß er in entgegengesetzten Richtungen an beiden Seiten der Ware über
kurze Strecken entlang streicht und dann durch die zwischen benachbarten Düsen 7
angeordneten Durchlässe 8 austritt. Auf diese Weise werden zwischen den Düsen und
dem Behandlungsgut Luftkissen erzeugt. Aufgrund der Umwandlung der kinetischen Energie
in Druck üben diese Luftkissen auch eine gewisse Tragwirkung auf das Gut aus, die
es zwischen den Düsen und Durchlässen abstützt.
-
Die in die schlauchförmige Ware eingetretene Luft wird teilweise durch
die Durchlässe 8 abgeführt, wobei sie also die Ware Wiederum durchströmt, und tritt
teilweise außerhalb des Hohlraums 10 seitlich aus der Ware aus. Ein Teil der dort
austretenden Luft vereinigt sich mit der zu den Durchführungen 9 strömenden Luft.
Es ist also ersichtlich, daß sich im Inneren der Ware ein Druck aufbaut, dessen
Größe von der seitlich Wieder aus der Ware austretenden Luftmenge abhängt.
Es
ist auch leicht zu ersehen, daß ein Teil der außerhalb des Hohlraums aus der Ware
austretenden Luft nicht durch die Durchführungen 9 zurückgesaugt wird, sondern außerhalb
der Vorrichtung in die Umgebungsluft abströmt. Diese Luft erfüllt eine wichtige
Funktion, da sie die Ware aufbläst und in ihr vorhandene Falten beseitigt, so daß
die Ware völlig aufgeweitet und faltenlos in die Trockenvorrichtung eintritt.
-
Aufgrund der beschriebenen Vorgänge wird das Behandlungsgut bei seiner
Behandlung im Hohlraum 10 in Schwingungen versetzt. Diese Schwingungen des Behandlungsguts,
die hochfrequente Schwingungen sind, führen zu einem Erweichen des Guts, so daß
die getrocknete Ware im Griff besonders flauschig ist.. Sie führen auch dazu, daß
die in die Ware eintretende und aus ihr außerhalb des Hohlraums austretende Luft
einen labyrinthförmigen Weg zurücklegen muß, so daß nur eine verhältnismäßig sehr
geringe Luftmenge nach außen abströmt und die hierdurch verursachten Wärmeverluste
gering sind. Der größte Teil der aus den äußeren Durchlässen 8 und aus den Enden
des Hohlraums 10 austretenden feuchten Heißluft wird über die Durchführungen 9 vom
Gebläse 2 wieder angesaugt.
-
Zum Einführen des in der oben beschriebenen Weise zugeführten Behandlungsguts
kann. man am Anfangsende des Guts
ein Verlängerungsstück anbringen.
Auch dann, wenn das Gut von einer Zentrifuge kommt, ist es beim Einfuhren keinerlei
Zugbeanspruchungen ausgesetzt, wenn es am Eintrittsende auf der Führungsbahn 14
in der beschriebenen Weise abgelegt ist. Hierdurch wird die Gefahr einer abnormalen
Beanspruchung des Behandlungsguts in der Trockenvorrichtung gebannt und die Trocknung
des Guts in völlig entspanntem Zustand begünstigt.
-
- Die an der Auslaßseite der Vorrichtung befindlichen Vorschubwalzen
17 werden so gesteuert, daß das Behandlungsgut während des zu seiner vollständigen
Trocknung erforderlichen Zeitraums, der wesentlich kleiner als bei bekannten Trockenvorrichtungen
ist, die Trockenvorrichtung durchläuft.
-
Das bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung erreichte Entspannen oder
Flauschigwerden des Behandlungsguts wird lediglich dadurch erreicht, daß die Vorrichtung
gleichzeitig als Trockner und als Entspannungsvorrichtung verwendet werden kann,
was einen wesentlichen Vorteil gegenüber vergleichbaren bekannten Anordnungen darstellt.
Es ist ersichtlich, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung auch ohne als Trockner
zu wirken als Entspannungsvorrichtung verwendet werden kann, indem man die in den
Führungskörpern 3 vorgesehenen Beheizungsvorrichtungen wegläßt oder nicht einschaltet.
Die
sich aus der im vorstehenden beschriebenen Ausbildung der Vorrichtung ergebenden
Vorteile werden im folgenden zusammengefaßt: 1. Automatisches Beseitigen von in
dem zu behandelnden Gut vorhandenen Falten unter Fortfall der hierfür bisher benötigten
Handarbeit.
-
z. Beseitigen der beiden seitlichen Falten, die bisher stets im Behandlungsgut
vorhanden sind, und die bei aus Preßvorrichtungen zugeführtem Behandlungsgut besonders
stark ausgeprägt sind.
-
3. Vollständige und an allen Stellen gleichmäßige Trocknung des Behandlungsguts.
-
4. Flauschiger "Griff" des behandelten Guts.
-
5. Vollständig gleichmäßige Beschaffenheit des behandelten Guts, die
darauf zurückzuführen ist, daß das Gut bei seiner Behandlung nicht auf irgendeinem
Träger aufliegt.
-
6. Sehr schnelle Trocknung und sich daraus ergebende Einsparungen.an
Betriebskosten.
?. Geringe Herstellungskosten aufgrund der einfachen
Bauweise. t _ Die anhand der Figuren 1 - 4 beschriebene Vorrichtung eignet sich
in hervorragender Weise zum Behandeln von schlauchförmiger Maschenware, die in einem
beschränkten Bereich verschiedene Dicke haben kann. und insbesondere für vorher
in Freßvorrichtungen behandelte Ware Die beschriebene Vorrichtung ist aber zur Behandlung
von schlauchförmiger Ware mit stark wechselnder Dicke ...wegen.der geringeren Querstabilität
einer derartigen Ware weniger geeignet und kann auch'vielfach nicht für Textilwaren
anderer Art verwendet werden.
-
Für Behandlungsgut der zuletzt erwähnten Art ist die Verwendung einer
abgewandelten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung vorzuziehen. Diese
abgewandelte Ausführungsform, die sowohl zum Behandeln von schlauchförrpiger Maschenware
von größerer oder sich "ändernder Dicke, als auch für nicht schlauchförmige Textilien
von großer Querstabilität verwendet werden kann, wird im folgenden anhand der Figur
5 beschrieben, in der nur diejenigen Teile der Vorrichtung,gezeigt sind, die abweichend
von den entsprechenden Teilender in Fig. 't - 4 gezeigten Vorrichtung ausgebildet
sind.
Bei der Ausführungsform nach Figur 5 sind die Düsen und die
Durchlässe an den Seiten des vom Behandlungsgut 11' durchlaufenen Hohlraumes 10'
zueinander versetzt angeordnet, und zwar sind die Düsen 7' der oberen Reihe
von Kanälen bezüglich der Düsen 7" der unteren Reihe um eine dem halben Abstand
von zwei nebeneinanderliegenden Düsen entsprechende Strecke versetzt, so daß ihnen
jeweils ein Durchlag 8" bzw. 8' der anderen Reihe gegenüberliegt. Die das
in Hohlraum 10' befindliche Behandlungsgut 11 beaufschlagende Heißluft, die
aus den Düsen?' und 7t' austritt, verteilt sich dabei in der durch die Pfeile angedeuteten
Weise wie folgt: Ein erster Teil dieser Luft wird von den Behandlungsgut
längs des Hohlraums 10' nach den Ein- und Auslaßenden dieses Hohlraums umgelenkt;
ein zweiter Teil wird in ähnlicher Weise quer zum Hohlraum 10' (d.h. lotrecht zur
Bewegungsrichtung des ersten Teils) abgelenkt; und ein dritter Teil quer durch das
Behandlungsgut geleitet und direkt durch die Durchlässe 8' und 8" abgeführt, von
denen natürlich auch Teile der beiden vorerwähnten Teilströmungen aufgenommen werden.
-
Die von den aus den Düsen austretenden Heißluftstrahlen auf das Behandlungsgut
11' ausgeübte Stoßwirkung verursacht, daß sich dieses aufgrund der versetzten Anordnung
der Düsen sinusartig verformt. Obwohl in Figur 5 das dargestellte Behandlungsgut
aus schlauchförmiger Wirkware
besteht, so läßt sich doch der Zeichnung
und den in der vorhergehenden Beschreibung enthaltenen Ausführungen entnehmen, daß
auch andere Arten von Textilien, beispielsweise einfache Stoffbahnen in der gleichen
Weise mit dem gleichen guten Wirkungsgrad behandelt werden können.
-
Es ist auch ersichtlich, daß auch diese zweite Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Vorrichtung außer zum Trocknen auch zum Vornehmen von Wärmebehandlungen
des Behandlungsguts bei hohen Temperaturen dienen kann. Bei dieser Ausführungsform
wird ebenfalls nicht nur eine Faltenbildung während der Behandlung verhindert, sondern
es werden auch vor dem Einführen des Behandlungsguts in die Vorrichtung im Gut bere3,ts
vorhandene Falten beseitigt. Dies ist von sehr erheblicher Wichtigkeit, weil bei
Behandlung des. Guts bei hohen Temperaturen in diesem bereits vorhandene oder neu
entstehende Falten im Gut bleibend festgelegt werden.
-
Bei dieser zweiten Ausführungsform ist allerdings die Behandlungszeit
etwas länger als bei der ersten Ausführungsform, was aber aufgrund der erreichten
Vorteile nur von geringer Bedeutung ist.
-
Für den Fachmann ist es ersichtlich, daß Einzelheiten der Vorrichtung
in vielfacher Hinsicht innerhalb des Grundgedankens der Erfindung abgewandelt werden
können.