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DE1570348C - Verfahren zur Herstellung von tert-Butylgruppen enthaltendem Polystyrol - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von tert-Butylgruppen enthaltendem Polystyrol

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Publication number
DE1570348C
DE1570348C DE1570348C DE 1570348 C DE1570348 C DE 1570348C DE 1570348 C DE1570348 C DE 1570348C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
tert
polystyrene
mol
butyl
alkylation
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Josef Dr. 4358 Haltern; Schick Anton Dr. 4370 Mari Dasch
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Huels AG
Original Assignee
Chemische Werke Huels AG
Publication date

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Description

Es ist bekannt, Polystyrol mit Olefinen oder Alkylhalogeniden in Gegenwart von Friedel-Crafts-Katalysatoren zu alkylieren. Die bei einer solchen Arbeitsweise erhaltenen alkylierten Polystyrole werden bei der Alkylierung vielfach abgebaut, so daß sie nicht zu Formkörpern verarbeitet werden können (USA.-Patentschriften 2 651 628 und 2 614 080).
Vielfach erhält man dabei alkylierte Polystyrole, die gegenüber dem Ausgangspolystyrol niedrigere Erweichungspunkte besitzen (britische Patentschrift, 688 082, USA.-Patentschrift 2 282 456). Beispielsweise ist es bekannt, daß bei der Alkylierung mit tert.-Butylchlorid relativ niedrigmolekulare Produkte erhalten werden, die in Kohlenwasserstoffen löslich sind und als Zusatz zu Heizölen verwendet werden (Bound y— B ο y e r, Styrene [1952], S. 873, Zeilen 7 bis 10).
Alkylierte Polystyrole stellt man daher — ausgehend von den monomeren Alkylstyrolen — durch Polymerisation her.
Es ist bekannt, Poly-(p-tert.-butyl)-styrol herzustellen durch Polymerisation von p-tert.-Butylstyrol (USA.-Patentschrift 2 723 261). Diese Arbeitsweise hat den Nachteil, daß in mehreren aufwendigen Reaktionsschritten zunächst das monomere p-tert.-Butylstyrol hergestellt werden muß, das dann anschließend polymerisiert wird.
Es wurde gefunden, daß man tert.-Butylgruppen enthaltendes Polystyrol herstellen kann, das hohe Erweichungspunkte besitzt, wenn man Lösungen von Polystyrol in an sich bekannter Weise in Gegenwart von Bortrifluorid als Katalysator alkyliert und dabei je Grundmol Polystyrol 0,25 bis 1 MoI tert.-Butylchlorid verwendet.
Unter Polystyrol werden sowohl die Homopolymerisate des Styrols verstanden, die durch Block- oder Suspensionspolymerisation hergestellt werden können, als auch Copolymerisate des Styrols mit anderen copolymerisierbaren monomeren Verbindungen. Als copolymerisierbares Monomeres verwendet man insbesondere Λ-Methylstyrol.
Copolymerisierbare Monomere, die gegenüber der ablaufenden Reaktion mit Friedel-Crafts-Katalysatoren nicht beständig, sind, werden selbstverständlich nicht verwendet.
Als Alkylierungskatalysator wird gasförmiges Bortrifluorid verwendet. Andere bekannte Alkylierungskatalysatoren, wie Aluminiumchlorid, führen zu partiellem Abbau der eingesetzten Polystyrole. Das gasförmige Bortrifluorid wird während der Umsetzung eingeleitet.
Die Alkylierung wird in Gegenwart von Lösungsmitteln vorgenommen, die das Polystyrol lösen. Beispielsweise geeignete Lösungsmittel sind Schwefelkohlenstoff, Nitromethan, Methylenchlorid, Äthylenchlorid.
Die Alkylierung wird bei Temperaturen von 20 bis 40"C, insbesondere von 30 bis 40" C, vorgenommen.
Das tert.-Butylchlorid kann in dem Alkylierungsansatz vorgelegt werden oder im Maße des Verbrauches im Laufe der Alkylierung zugesetzt werden. Die Mengen tert.-Butylchlorid betragen je Grundmol Polystyrol von 0,25 bis 1, insbesondere 1 MoI tert.-Butylchlorid. Unter Grundmol Polystyrol wird die Gewichtsmenge Polystyrol verstanden, die 1 Mol Styrol oder 1 Mol der Mischung Styrol und Comonomeres entspricht.
Hei einem Vergleich von Copolymerisaten des Styrols und tert.-Biitylstyrols, die durch Suspensionspolymerisation der Monomeren hergestellt wurden, mit einem Polystyrol gleichen K-Wertes, das erfindungsgemäß durch Alkylieren mit tert.-Butylchlorid hergestellt wurde, ergibt sich, daß die gemäß der Erfindung hergestellten Polymerisate einen höheren Erweichungspunkt besitzen als die Copolymerisate entsprechender Zusammensetzung.
Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt. Es ist daraus auch zu ersehen, daß die
ίο Erweichungspunkte bei einem Überschuß an tert.-Butylchlorid bei der Alkylierung wieder abfallen.
Copolymerisat aus brweichungs- Alkylieren von Polystyrol im Erweichungs
tert.-Butylstyrol und Styrol im punkt Molverhältnis punkt
xj Molverhältnis 107°C Grundmol
1150C Polystyrol zu 115°C
Styrol zu 12'2°C tert.-Butyl 121°C
tert.-Butylstyrol 13O0C chlorid 132°C
3:1 4: 1 140° C
20 1:1 2: 1 118°C
1:3 4:3 920C
O: 1 1: 1
2:3
1:2
Man sollte erwarten, daß die Erweichungspunkte bei den verglichenen Verfahren bei vergleichbaren Mengenverhältnissen auch etwa gleich sind.
Die erfindungsgemäß hergestellten Polymerisate besitzen jedoch weit höhere Erweichungspunkte.
Ein partieller Abbau des alkylierten Polystyrols wird nicht beobachtet.
Im allgemeinen wird die Alkylierung in folgender Weise durchgeführt:
. Das Polystyrol wird in dem Lösungsmittel gelöst und die gewünschte Menge tert.-Butylchlorid zugegeben. Unter intensivem Rühren wird gasförmiges Bortrifluorid bei der gewünschten Reaktionstemperatur eingeleitet, bis die Chlorwasserstoffabspaltung beendet ist. Der entstehende Chlorwasserstoff wird dabei laufend aus dem Reaktionsgefäß entfernt. Gegebenenfalls kann die Alkylierung unter gleichzeitigem Einleiten von Stickstoff oder Luft ausgeführt werden, um den entstehenden Chlorwasserstoff schneller zu entfernen.
Das erhaltene Alkylierungsgemisch wird von überschüssigem Bortrifluorid unter Durchleiten von Luft oder von Inertgas, insbesondere Stickstoff, befreit und die Reaktionslösung in Methanol, Äthanol oder Iso-
propanol nach und nach eingetragen, wobei das alkylierte Polystyrol ausfällt. Anschließend wird das Reaktionsprodukt mit dem als Fällungsmittel verwendeten Alkohol gewaschen und bei Raum- oder mäßig erhöhter Temperatur, bei Normaldruck oder im Vakuum getrocknet.
Die Alkylierung kann auch derart vorgenommen werden, daß man nur einen Teil des tert.-Butylchlorids vorlegt und den Rest gleichzeitig mit dem Bortrifluorid nach und nach in das Reaktionsgefäß einbringt oder daß man die Gesamtmenge tert.-Butylchlorid gleichzeitig mit dem Bortrifluorid nach und nach in das Reaktionsgefäß einführt.
Die erhaltenen Polymerisate zeigen neben den unerwartet hohen Erweichungspunkten Werte der mechanischen und elektrischen Eigenschaften, der Wasserabsorption, der chemischen Widerstandsfähigkeit, der Löslichkeit in organischen Lösungsmitteln, die denen von Polystyrol gleichen K-Wertes ähnlich sind, und
können insbesondere für gegen kochendes Wasser formbeständige Haushalts- und · sanitäre Artikel, Folien, Bänder, Platten und andere Formkörper, die nach den üblichen, bei Thermoplasten gebräuchlichen Verarbeitungsmethoden hergestellt werden, Verwendung finden.
Beispiel 1
208 g (2 Grundmol) Suspensionspolystyrol vom K-Wert 70 werden in einem mit Gaseinleitungsrohr, Rührer, Rückflußkühler, Gasableitungsrohr sowie einem eintauchenden Thermometer versehenen Reaktionsgefäß unter Zugabe von 185 g (2 Mol) tert.-Butylchlorid in 11 Methylenchlorid gelöst. In die kräftig gerührte. Lösung wird bei 30 bis 4O0C Bortrifluorid gasförmig eingeleitet, bis die Chlorwasserstoff-Abspaltung beendet ist. Nach Entfernen des gelösten überschüssigen Bortrifluorids unter Durchleiten von Stickstoff wird die Reaktionslösung unter Rühren in 7 1 Methanol eingetropft, wobei das Reaktionsprodukt in feinen weißen Flocken ausfällt; es wird abgesaugt, mit Methanol gewaschen und getrocknet.
Ausbeute: 304 g (95% der Theorie).
Berechnet
gefunden
C 89,93, H 10,07, Erweichungs-C 89,87, H 10,11, punkt 1400C
Beispiel 2
208 g (2 Grundmol) Suspensionspolystyrol vom K-Wert 70 werden, wie im Beispiel 1 beschrieben, mit 138,8 g (1,5 Mol) tert.-Butylchlorid alkyliert und entsprechend Beispiel 1 aufgearbeitet.
Ausbeute: 275 g (94°/0 der Theorie).
(CnHu)x(146,2)x
Berechnet ... C 90,35, H 9,65, Erweichungsgefunden ... C 90,54, H 9,68, punkt 132°C.
B e i s ρ i e 1 3
208 g (2 Grundmol) Suspensionspolystyrol vom K-Wert 70 werden, wie im Beispiel 1 beschrieben, mit 92,5 g (1 Mol) tert.-Butylchlorid alkyliert und entsprechend Beispiel 1 aufgearbeitet.
Ausbeute: 252 g (95 % der Theorie).
C 90,85, H 9,15, Erweichungs-C 91,00, H 9,02, punkt121OC.
B e i s ρ i e 1 4
208 g (2 Grundmol) Suspensionspolystyrol vom K-Wert 70 werden, wie im Beispiel 1 beschrieben, mit 46,3 g (0,5 Mol) tert.-Butylchlorid alkyliert und entsprechend Beispiel 1 aufgearbeitet.
Ausbeute: 227 g (96% der Theorie).
(C9H10Wl 18,2k
ίο Berechnet... C 91,47, H 8,53, Erweichungsgefunden ... C 91,48, H 8,46, punkt 115'C.
Beispiel 5
216 g (2 Grundmol) eines Suspensionscopolymerisates aus 30 Gewichtsprozent λ-Methylstyrol und Gewichtsprozent Styrol vom K-Wert 55 werden, wie im Beispiel 1 beschrieben, mit 185 g (2MoI) tert.-Butylchlorid alkyliert und entsprechend Beispiel L aufgearbeitet.
Ausbeute: 315 g (96% der Theorie).
Berechnet ... C 89,83, H 10,17, Erweichungsgefunden ... C 89*93, H 10,07, punkt 145 JC.
Berechnet
gefunden
Beispiel 6
208 g (2 Grundmol) Suspensionspolystyrol vom K-Wert 70 werden, wie im Beispiel 1 beschrieben, in Methylenchlorid gelöst. In die kräftig gerührte Lösung wird bei 30 bis 400C Bortrifluorid gasförmig eingeleitet, während gleichzeitig 185 g (2 Mol) tert.-Butylchlorid tropfenweise zugegeben werden.
Es wird — wie im Beispiel 1 beschrieben — aufgearbeitet.
Ausbeute: 298 g (93% der Theorie).
(C12H16Wl 60,2)*
Berechnet ... C 89,93, H 10,07, Erweichungsgefunden ... C 89,71, H 9,94, punkt 1390C.
40

Claims (1)

  1. Patentanspruch:
    Verfahren zur Herstellung von tert.-Butylgruppen enthaltendem Polystyrol, dadurch gekennzeichnet, daß man Lösungen von Polystyrol in an sich bekannter Weise in Gegenwart von Borfluorid als Katalysator alkyliert und dabei je Grundmol Polystyrol von 0,25 bis 1 Mol tert.-Butylchlorid verwendet.

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