DE1568094B - Verfahren zur Herstellung von Delta 3,5 Dihydrophthalsaure - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Delta 3,5 DihydrophthalsaureInfo
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Description
Legierung verwendet wird, soll der Gehalt so gewählt werden, daß die Quecksilberlegierung oder das amalgamierte
Metall bei der Reaktionstemperatur als feste Phase erhalten bleibt. Bei Blei-Quecksilber ergeben
sich daher Grenzen zwischen 30: 70 bis 99,5: 0,5 bzw.
0,1 bis 2 g Quecksilber/dm2 Bleioberfläche bei der Amalgamierung, oder bei z. B. Thallium-Quecksilber
solche von 50: 50 bis 99,9: 0,1, bei Blei-Quecksilber-Silber
solche von 30: 69,5 : 0,5 bis 99,5 : 0,5 : 0 bis 30: 0,5: 69,5 Gewichtsteilen. Ähnlich liegen die Verhältnisse
bei anderen Quecksilber enthaltenden Kathoden. Bevorzugt wird z. B. die Verwendung von Cadmium,
Cadmium zu Zinn = 100 : 0 bis 50: 50, Blei zu Quecksilber = 50: 50 bis 90:10, Blei zu Quecksilber
zu Silber = 50: 30: 20 bis 90: 95 : 0,5, Blei zu Wismut
= 30: 70 bis 80: 20, Blei zu Zinn.= 20: 80 bis
80: 20, Blei zu Cadmium = 0,5 : 99,5 bis 80: 20, Cadmium
zu Wismut = 100: 0 bis 20: 80, alle Kathoden mit und ohne Amalgamierung sowie amalgamiertes
Blei. Als Anode verwendet man üblicherweise Blei oder Platinmetalle. Man kann hierfür auch Bleidioxyd,
Graphit, Siliciumcarbid oder andere gegen anodische Auflösung beständige oder wenigstens weitgehend beständige
Materialien verwenden.
Die Elektrolyse wird in üblichen Elektrolysezellen durchgeführt, bei denen Anoden- und Kathodenraum
durch ein Diaphragma, z. B. aus porösem Ton, getrennt sind. Kathoden und Anoden sind in üblichen
Formen ausgebildet, z. B. kann man ein Doppelmantelrohr verwenden, das heiz- bzw. kühlbar ist, in dem die
Kathode als Zylinder an der Innenwand der röhrenförmigen Zelle liegt oder die Innenwand des Rohres
darstellt und das ebenfalls zylinderförmige Diaphragma umgibt. Die Anode besteht z. B. aus einem wassergekühlten
Bleirohr. Man kann aber ebensogut Trogzellen mit plattenförmigen Elektroden und mit geeigenten
Kühlelementen verwenden.
Die o-Phthalsäure wird in einer Konzentration von 2 bis 8, vorzugsweise von 3 bis 6, in verdünnter wäßriger
Schwefelsäure, die im allgemeinen mehr als 2, aber nicht mehr als 50 Gewichtsprozent, vorzugsweise 3 bis
20 Gewichtsprozent, Schwefelsäure enthält, dispergiert. Bei Temperaturen oberhalb 70°C geht eine hinreichend
große Menge an o-Phthalsäure in Lösung, daß die Teilhydrierung glatt verläuft. Es ist empfehlenswert,
die maximale Löslichkeit der o-Phthalsäure bei der jeweiligen Reaktionstemperatur und dem gegebenen
Schwefelsäuregehalt auszunutzen. Die Werte können ■durch einfache Versuche leicht bestimmt werden, z. B.
lösen sich bei 85° C in 100 g 5%iger Schwefelsäure ■4,95 g o-Phthalsäure. Im allgemeinen ist es nicht erforderlich,
Temperaturen oberhalb 100° C anzuwenden. Vorzugsweise wird das Verfahren im Temperaturbereich
von 80 bis 98° C durchgeführt. Als Anolyt wird man zweckmäßigerweise ebenfalls verdünnte Schwefelsäure
— etwa in derselben Konzentration wie im Katholyten — verwenden. Man kann aber auch eine
etwas höhere Konzentration einhalten.
Die Elektrolyse wird mit Stromdichten von 1 bis 40 A/dm2, insbesondere von 3 bis 20 A/dm2 (Kathodenstrom),
durchgeführt. Bei einer vorzugsweisen, kontinuierlich ausgeführten Verfahrensweise wird der
Katholyt mit einer Dosierpumpe dem Kathodenraum der Elektrolysezelle zugeführt, wobei man das Phthalsäure-Schwefelsäure-Gemisch
von unten nach oben durch die Elektrolysezelle strömen läßt. Der entstehende Wasserstoff sorgt für zusätzliche Konvektion. Das
Reaktionsgemisch nach Verweilzeiten von beispielsweise 0,1 bis 5 Stunden in der Elektrolysezelle abgekühlt,
vorzugsweise auf unter 15°C. Die gebildete Dihydrophthalsäure kristallisiert dann aus. Sie wird in
üblicher Weise abgetrennt, und die Mutterlauge kann nach Zusatz von o-Phthalsäure erneut der Elektrolysezelle
zugeführt werden.
Die hergestellte Δ 3>5-Dihydrophthalsäure ist nach
einfachem Waschen mit Wasser bereits außerordentlich rein. Da sie wegen ihrer Doppelbindungen sehr reaktionsfähig
ist, empfiehlt es sich, die Aufarbeitung bei verhältnismäßig tiefen Temperaturen, vorzugsweise
unter 20° C, durchzuführen.
AIs Hydrierzelle wird ein Doppelmantelrohr aus Glas verwendet, das mit einer zylinderförmigen amalgarnierten
Bleikathode, einem zylinderförmigen Tondiaphragma und einem wassergekühlten Bleirohr als
Anode versehen ist. Der Katholyt wird mit Hilfe einer Dosierpumpe unter der Zelle zugeführt und oben
entnommen.
Höhe der Röhrenzelle 57 cm
Durchmesser der Röhrenzelle 6,5 cm
Kathodenfläche 10 dm2
Anodenfläche 3,1 dm2
Kathodenraum 11
Reaktionstemperatur 85° C
Stromdichte 10 A/dm2
Stromumsatz 150%
Katholyt 5%ige H2SO4
+ 4,5% o-Phthalsäure
Anolyt 5°/oige H2SO4
Katholytdurchsatz 4,6 kg/Std. (206,5 g
o-Phthalsäure)
o-Phthalsäureumsatz 100%
Δ 3>5-Dihydrophthalsäure-
Ausbeute 88 % der Theorie
Raum-Zeit-Ausbeute 0,184 kg Dihydro-
phthalsäure/1 Reaktionsraum u. Std.
Stromausbeute 58,75%
Im Dauerbetrieb über 8 Tage wurde keine Veränderung des Ergebnisses infolge einer Vergiftung der
Kathode festgestellt. <d2>6-Dihydrophthalsäure konnte
im Reaktionsprodukt nicht nachgewiesen werden.
Teerartige Verunreinigungen traten nicht auf.
5 6
B ei s piele 2 bis 10 '* - /_' :
Mit Kathoden anderer Zusammensetzung wurden unter gleichen Bedingungen wir im Beispiel 1 folgende
Ergebnisse erhalten:
| Beispiel | Kathode | o-PS*)-Um- satz, °/„ |
^3-5-DHPS**)-Aus- . beute % der Theorie |
Stromaus- - ■ beute,0/» |
| 2 | Pb : Hg = 75 : 25 amalgamiert | 97 | 90 | 5857. .; |
| 3 | Pb : Hg = 75 : 25 nicht amalgamiert | 96 | 91 | 59 ■ |
| 4 | Pb : Hg: Ag = 80:19 :1 nicht amalgamiert | 99 | 86 | 57,6 |
| 5 ■ | Cd: Sn = 90:10 nicht amalgamiert | 100 | 87 | 56,8 |
| 6 | Cd: Sn = 90:10 | 100 | 90 | 58,8 |
| 7 | Bi: Pb: Hg = 20: 75 : 5 | 99 | 89 | 58,2 |
| 8 | Pb: Tl = 90:100 | 100 | 89 | 58,5 . |
| 9 | Pb: Ag: Tl = 90:10:10 | 100 | 91 | 59 |
| 10 | Cd | 98 | 88 | 57,1 |
*) o-PS = o-Phthalsäure
**) DHPS = Dihydrophthalsäure
**) DHPS = Dihydrophthalsäure
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur Herstellung von A 3-s-Dihydrophthalsäure durch elektrochemische Hydrierung von o-Phthalsäure in verdünnter wäßriger Schwefelsäure bei Temperaturen oberhalb 7O0C und mit Stromdichten von 1 bis 40 A/dm2, gegebenenfalls unter Verwendung von Blei- bzw. Quecksilberkathoden, dadurch gekennzeichnet, daß man als Kathode amalgamiertes Blei, Cadmium, Zinn, Thallium oder Wismut oder Legierungen aus mindestens zwei der Metalle Blei, Quecksilber, Silber Cadmium, Zinn, Thallium und Wismut, die zusätzlich amalgamiert sein können, oder reines Cadmium, Zinn oder Wismut verwendet.Es ist bekannt, daß man durch partielle elektrochemische Hydrierung von o-Phthalsäure in verdünnter Schwefelsäure als Katholyt bei Temperaturen oberhalb 600C Δ 3'5-Dihydrophthalsäure (zJ3-5-DHPS) herstellen kann. So wird nach Berichte der Deutschen Chemischen Gesellschaft, Bd. 39 (1906), S. 2933 bis 2942, und nach Zeitschrift für Elektrochemie, Bd. 35 (1929) S. 769 bis 779, die Reaktion an besonders präparierten, reinsten Bleikathoden in 15%iger Schwefelsäure durchgeführt. In den USA.-Patentschriften 2 477 579 und 2 477 580 werden die Nachteile der Bleikathoden beschrieben, und es wird daher die Verwendung von Quecksilberkathoden und 5%iger Schwefelsäure empfohlen. Außerdem werden in der USA.-Patentschrift 2 537 304 Vorrichtungen beschrieben, die dazu beitragen sollen, auftretende Vergiftungserscheinungen zu vermeiden. Bei Verwendung von Bleikathoden treten nämlich Vergiftungserscheinungen auf, die sich in stark verminderter Reaktionsfähigkeit äußern. Außerdem entstehen braune, teerartige Nebenprodukte, welche das Reaktionsprodukt verfärben und besondere Reinigungsverfahren erforderlich machen. Auch bei Verwendung von Quecksilber machen sich, wenn auch erst nach längerer Reaktionszeit, Vergiftungserscheinungen an der Kathode bemerkbar. Es ist daher erforderlich, das Quecksilber laufend der Hydrierzelle zu entnehmen, zu reinigen und das gereinigte Quecksilber erneut der Elektrolysezelle zuzuführen. Man muß also mit einem Quecksilberkreislauf arbeiten, in den wenigstens eine Reinigungsstufe eingeschaltet ist. Auf diese Weise wird zwar die Reduktionsfähigkeit der Kathode erhalten, jedoch ist eine technisch aufwendige Arbeitsweise notwendig, um das elektrochemische Verfahren über einen längeren Zeitraum durchführen zu können. Außerdem sind infolge der physiologischen Gefahren bei der Verwendung von Quecksilber und vor allem beim Betreiben eines Quecksilberkreislaufes besondere Sicherheitsvorschriften zu beachten.Es wurde nun gefunden, daß man Δ 3>5-Dihydrophthalsäure durch elektrochemische Hydrierung von o-Phthalsäure in verdünnter wäßriger Schwefelsäure bei Temperaturen oberhalb 700C und mit Stromdichten von 1 bis 40 A/dm2, gegebenenfalls unter Verwendung von Blei- bzw. Quecksilberkathoden, ohne die bei Blei- oder Quecksilberkathoden üblichen Schwierigkeiten, erhält, wenn man als Kathode amalgamiertes Blei, Cadmium, Zinn, Thallium oder Wismut oder Legierungen aus mindestens zwei der Metalle Blei, Quecksilber, Silber, Cadmium, Zinn, Thallium und Wismut, die zusätzlich amalgamiert sein können, oder reines Cadmium, Zinn oder Wismut verwendet.ίο Bei Verwendung von Kathoden entsprechend der Erfindung werden auch bei kontinuierlicher Durchführung des Verfahrens keine Vergiftungserscheinungen beobachtet. Es tritt im Laufe der Zeit eine Negativierung des Kathodenpotentials auf, die sich in einer geringen Wasserstoffentwicklung bemerkbar macht, jedoch bewirkt diese Wasserstoffentwicklung eine bessere Konvektion und damit eine günstige Veränderung der Konzentration der zu hydrierenden Phthalsäure bzw. des Hydrierproduktes unmittelbar an der Kathode. Die Vorteile des neuen Verrahrens sind offensichtlich. Im Vergleich zu Verfahren, bei denen Bleikathoden verwendet werden, treten keine Störungen auf, im Vergleich zu Verfahren, bei denen Quecksilberkathoden verwendet werden, ist eine wesentlich einfachere Arbeitsweise möglich.Sofern amalgamierte Kathoden verwendet werden, handelt es sich also um mit Blei-Quecksilber-Legierung überzogenes Blei, mit Cadmium-Quecksilber-Legierung überzogenes Cadmium, mit Zinn-Quecksilber-Legierung überzogenes Zinn, mit Thallium-Quecksilber-Legierung überzogenes Thallium oder um mit Wismut-Quecksilber-Legierung überzogenes Wismut. Sofern binäre, ternäre oder höhere Legierungen verwendet werden, handelt es sich um Blei-Quecksilber-, Blei-Silber-, Blei-Cadmium-, Blei-Zinn-, Blei-Wismut-, Blei-Thallium-, Quecksilber-Silber-, Quecksilber-Cadmium-, Quecksilber-Zinn-, Quecksilber-Wismut-, Quecksilber-Thallium-, Cadmium-Zinn-, Cadmium-Wismut-, Cadmium-Thallium-, Zinn-Wismut-, Zinn-Thallium-, Wismut-Thallium-Legierungen oder Blei-Quecksilber-Silber-, Blei-Quecksilber-Cadmium-, Blei-Quecksilber-Zinn, Blei-Quecksilber-Wismut-, Blei-Quecksilber-Thallium-, Blei-Silber-Cadmium-, Blei-Silber-Zinn-, Blei-Silber-Wismut-, Blei-Silber-Thallium-, Blei-Cadmium-Zinn-, Blei-Cadmium-Wismut-, Blei-Cadmium-Thallium-, Blei-Zinn-Wismut-, Blei-Zinn-Thallium-, Blei-Thallium-Wismut-, Quecksilber-Silber-Cadmium-, Quecksilber-Silber-Zinn-, Quecksilber - Silber - Wismut-, Quecksilber - Silber - Thallium-, Quecksilber-Cadmium-Zinn-, Quecksilber-Thallium-Wismut, Quecksilber-Cadmium-Wismut-, Quecksilber-Cadmium-Thallium-, Quecksilber-Zinn-Wismut-, Quecksilber-Zinn-Thallium-, Silber-Cadmium-Zinn-, Silber-Cadmium-Wismut-, Silber-Cadmium-Thallium-, Silber-Zinn-Wismut-, Silber-Zinn-Thallium-, Silber-Thallium-Wismut-, Cadmium-Zinn-Wismut-, Cadmium-Zinn-Thallium-, Cadmium-Thallium-Wismut-, Zinn-Thallium-Wismut-Legierungen oder aber entsprechend höhere, z. B. quaternäre Legierungen dieser Art wie Blei-Quecksilber-Silber-Zinn, Blei-Quecksilber-Silber-Thallium oder Blei-Thallium-Cadmium-Zinn, die alle amalgamiert sein können.Die Mengenverhältnisse der einzelnen Metalle können in einem weiten Bereich liegen, wobei die Grenzen durch die mechanische Bearbeitbarkeit der entstandenen Legierung gegeben sind. Bei Cadmium, Zinn oder Wismut können reine, d. h. 100%ige Metalle verwendet werden. Sofern Quecksilber als Amalgam oder in
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