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Verfahren zum einseitigen Stumpfschweißen von Stahlteilen
mit Schweiß-
zusatz auf der Unterseite.-Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zum egnseitigen Stumpfschweißen von Stahlteilen, bei dem unterhalb
des Schweißspaltes zweler gegenüberliegender Werkstücke auf einer Unterstützung
ein pulverförmiger Schweißzusatz angeordnet ist, insbesondere ein verbessertes Verfahren
zum einseitigen Stumpfschweißen von &ahlwerkstücken großer Abmessgen und Dicke,
wie z. B. Schiffsteilen, Gebäudeteilen, Brücken und anderen Stahlkonstruktionen,
bei denen von einer Seite der entsprechenden Teile her
unter Verwendung eines
Schweißzusatzes auf der Unterseite eine Stumpfschweißnaht gelegt wird. DerSchweißzusatz
ist dabei unterhalb des
durch die beiden Werkstücke gebildeten Schweißspaltes
angeordnet und wird gegen die Rück- oder Unterseite der Werkstücke mit Hilfe einer
Unterstützung gehalten. Die Erfindung betrifft weiterhin eine neuartige Zusammensetzung
eines Schweißzusatzes, der sich bei der Ausführung des genannten einseitigen Stumpf
schweißverfahrens vorzüglich anwenden läßt. Nach einem der früher bekannten Schweißverfahren
zum Schweißen von Werkstücken mit großer Ausdehnung und Dicke wurden im allgemeinen
die beiden Stahlteile zuerst von der Oberseite her geschweißt, anschließend die
Werkstücke gedreht, um die Unterseite nach oben zu bringen und die beiden Werkstücke
dann wieder durch Wiederholung des Schweißvorganges von oben her geschweißt. Das
Umdrehen von Werkstücken großer Ausdehnung und Dicke im Verlauf der Schweißoperation
ist jedoch ziemlich mühsam und stellt außerdem ein schwerwiegendes Hindernis im
Hinblick auf die Automation von verschiedenen Schweißverfahren dar. Aus diesem Grund
sind in neuerer Zeit Schweißmethoden zum einseitigen Stumpfschweißen von Werkstücken
großer Abmessungen und Dicke entwickelt worden. Gemäß einem dieser in neuerer Zeit
entwickelten Verfahren zur einseitigen Stumpfverschweißung werden zwei Stahlstücke
von oben her stumpfgeschweißt, während gleichzeitig gegen die Unterseite der beiden
Stahlteile genau unter den Schweißspalt eine Kupferschiene gehalten wird. Nach einem
anderen vorbekannten Verfahren zum einseitigen Stumpfschweißen werden zwei Stahlteile
von oben her verschweißt, während an ihrer Unterseite unterhalb des durch die beiden
Teile geformten Schweißspaltes als Schweißunterlage ein geeignetes,
pulverförmiges
Schweißmittel angeordnet ist. Beide dieser ge-
nannten, vorbekannten
Verfahren zum Stumpfschweißen von einer Seite her weisen jedoch Nachteile auf. Wenn
bei Anwendung des einseitigen Stumpfschweißverfahrens, das die Verwendung einer
Kupferunterlegschiene vorschreibt, zwischen den Stahlwerkstücken und der Unterlegschiene
Spalte auftreten, dann dringt geschmolzenes Metall in diese Spalte ein und es bilden
sich darin Grate. Außerdem besteht leicht die Möglichkeit, daß sich Schlacke mit
der Metallschmelze vermischt. Der obige Sachverhalt tritt um so leichter auf, als
sowohl die Kupferunterlegschiene als auch die Stahl-teile starre
Körper darstellen und dadurch für den Fall, daß die Werkstücke
rauhe Oberflächen und/oder Krümmungen aufweisen, die Unterlegschiene
keinen Kontakt mit allen Punkten der Unterseite der zu verschweißenden Werkstücke
findet. Weist zusätzlich die Kupferlegierungsunterlegschiene eine Nut auf, dann
besteht die Möglichkeit, daß eine nicht genügende Eindringtiefe erzielt wird, was
auf Metallschmelze zurückzuführen ist, die in die Nut der Unterlegschiene eindringt
und dort Ablagerungen, Überlappungen, Lunker und ähnliches bildet.
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Das Verfahren zum einseitigen Stumpfschweißen, bei dem eine Unterlage
in Gestalt eines pulverförmigen Schweißzusatzes vorgeschrieben ist, ist
in
einigen Punkten dem Verfahren mit der Unterlegschiene
überlegen; aber
selbst in diesem Fall, in dem auf der Rückseite Schweißzusätze
vorgesehen
sind, ist es schwer, dafür zu garantieren, daß dieser
Schweißzusatz die Unterseite des Werkstückes überall berührt. Ein Beispiel für das
Verfahren, bei dem ein pulverförmiger Schweißzusatz auf der Rückseite verwendet
wird, ist in der japanischen Patentschrift Nr. 6219/1958 veröffentlicht. Entsprechend
dem Verfahren dieser Erfindung, das in dieser Patentschrift veröffentlicht ist,
werden zwei Stahlwerkteile mittels eines Lichtbogens von oben her stumpfgeschweißt,
während gleichzeitig ein pulverförmiger Schweißzusatz auf der Unterseite der Werkstücke
dadurch zum Haften gebracht wird, daß ihm ein Haftmittel beigefügt ist, welches
bei niedrigen Temperaturen schon klebfähig ist, und zwar bevor die eigentliche Schweißung
beginnt. Dieses Schweißverfahren stellt bereits einen Fortschritt gegenüber dem
vorbekannten Verfahren zum Stumpfschweißen dar, bei dem ein pulverförmiger Schweißzusatz
auf der Untersd te der Stahlwerkteile mittels in einem Luftschlauch enthaltener
Druckluft in Kontakt gehalten wird. Entsprechend dem obengenannten Verfahren nach
der japanischen Patentschrift 6219/1958 müssen die gegenüberliegenden Schweißränder
der zu verschweißenden Stahlteile vor dem Einsetzen des eigentlichen Volllastschweißganges
erst erhitzt werden, um anschließend den hitzebeständigen, pulverförmigen Schweißzusatz
mit dem Gehalt von pulvrigem Phenolkunstharz um die erhitzten Ränder der Stahlteile
anzubringen, so daß der Schweißzusatz an den erhitzten Rändern festhaftet. Da dieser
vorbekannte Stumpfschweißprozeß jedoch einen hitzebeständigen; pulverförmigen Schweißzusatz
benützt,
besteht seitens des Zusatzes die Tendenz, auch nach beendigtem Schweißvorgang an
der Oberfläche der Metallanlagerung festzuhaften, wodurch das gute Aussehen der
Schweißnaht stark beeinträchtigt wird. Außerdem bedeutet das Vorwärmen der Stahlteile
und das Erwärmen des Schweißzusatzes um ihn klebfähig zu machen, einen zusätzlichen,
umständlichen Arbeitsschritt innerhen!lb des Schweißverfahrens.
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Aus diesem Grunde ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein verbessertes
Verfahren zum Stumpfschweißen vorzuschlagen, mit dessen Hilfe die aufgezählten Mängel,
die im Zusammenhang mit den vorbekannten Verfahren zum Stumpfschweißen auftreten,
vermieden werden können. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird das Vorwärmen der
zu verbindenden Stahlteile sowie das Erwärmen des pulverförmigen Zusatzes, um ihn
an der Unterseite der Werkstücke festzuheften, durch die Verwendung eines geeigneten,
pulverförmigen Schweißzusatzes ersetzt, der ein Schlackebildungsmittel, Eisenpulver
sowie ein wärmeschmelzendes Kunstharzpulver enthält. Dieser Schweißzusatz wird längs
des Schweißspaltes auf der Unterseite der Stahlteile gegen diese gehalten, während
der Lichtbogenschweißgang auf der Oberseite des Schweißspaltes begonnen wird. Dadurch
wird aufgrund der Wärmeleitung der auf der Unterseite befindliche Schweißzusatz
vorgewärmt,
und zwar von dem Punkt des Schweißspaltes aus, wo die
Schweißoperation eben vor sich geht. Der Kunstharzanteil des an der Unterseite befindlichen
Schweißzusatzes schmilzt dadurch und bringt den vorher pulverförmigen Schweißzusatz
in einen verfestigten Zustand, so daß dieser fest an der Unterseite der Stahlwerkteile
anhaften kann. Mit dem Fortschreiten des Schweißganges entsteht nun aufgrund des
Eisengehaltes des Schweißzusatzes an der Unterseite eine leicht gewölbte Schweißnaht,
wobei gleichzeitig das Schlackebildungsmittel, das im Schweißzusatz enthalten ist,
dieser Schweißnaht ein gutes Aussehen verleiht.
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Das in dem neuartigen, pulverförmigen Schweißzusatz enthaltene Eisen
schmilzt während des Schweißvorganges mit dem Schlackebildungsmittel zusammen und
formt dadurch auf der Unterseite der Stahlteile längs der Schweißlinie eine leicht
gewölbte Wurzelnaht. Eine Zuführung von Metallschmelze auf diese Art aus dem Schweißzusatz
ist sehr wirkungsvoll bei dem Verfahren zum einseitigen Stumpfschweißen, weil sich
der Gehalt an geschmolzenem Eisen mit der Schweißmetallschmelze vermischt und dadurch
die Menge der Metallablagerung vergrößert.
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Das in dem Schweißzusatz auf der Unterseite enthaltene wärmeschmelzende
Kunstharzpulver schmilzt bereits im Zusatz aufgrund der Wärme, die
von
der Schweißstelle im Schweißspalt übertragen wird und verfestigt anschließend den
ganzen Schweißzusatz. Demzufolge haftet der neuartige, pulverförmige Schweißzusatz
sehr genau und gleichmäßig an der Unterseite der zu verbindenden Stahlteile Land
passt sich deren Kontur an der Unterseite sehr gut an. Als Ergebnis davon wird die
Gratbildg aufgrund des Austretens von geschmolzenem Metall stark verringert mad
eäne gleichförmige, gewölbte Wurzelnaht an der Unterseite der a5üteile erzeugt.
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Der Gehalt an Eisenpulver in dem neuartigen Schweißzusatz . inner;.lb
des Bereiches von 10 bis 90 Gew. miiewerden; und außerdem lmaa in manchen Fällen
anstelle von reinem Eisenpulver eine Eiseaalegierung mit einem oder mehreren Legierungszusätzen
verwendet werden. Der Gehalt an Kunstharzpulver im Schweißzusatz kmm innerhalb des
Berginches von 1 bis 10 Gew. -% liegen. Es kwan zwar jedes wärmeschmelzende Kunsthzpulver
bei der Durchführung des neuartigen Verfahrens gemäß der vorliegenden Erfindung
Anwendung finden, jedoch eignen sich Phen®lklansiharze, liarnstoffkunstharze und
Formalinkunstharze am besten.
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Die kennzeichnenden Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung
werden durch die nachfolgende Beschreibung im Zusammenhang mit den dazugehörigen
Zeichnungen noch besser erläutert:
Es zeigen: Fig. 1 in schematischen
Schnittzeichnungen verschiedene Anordnungsbis 4
möglichkeiten, mit denen das
neue Verfahren in Übereinstimmung mit der vorliegenden Erfindung durchzuführen
ist;
Fig. 5 in einem Längsschnitt die Verhältnisse im und
in der Nähe des
Sehweißspaltes zwischen den beiden Werkmücken,
die nach dem
neuen Verfahren miteinander verschweißt werden sollen;
Fig.
.6 Querschnitte längs der Linien VI-VI, VII-VII und VIII-VIII der
bis
$
Fig. 5# Fig. 9 in einem Länngoschnitt die Verhältnisse,
wie sie bei einem vorbekannten Verfahren zum einseitigen Stumpfschweißen
auftreten; Fig. 1VQuerschnifue längs der Linien X-X, XI-BI und XII-XII
der Fig. 9.
Bei Betrkehtung der Fig. 1 erkennt man, daß
die gegenüberliegenden Ränder zureier Stahlteile 2 so angepasst und
in einem solchen Abstand angeordnet MM) daß zwischen ihnen ein Y-förmiger Spalt
entsteht. Ein goeigineter $e»breifusgz 3 an der Unterseite wird direkt unterhalb
den Spaltes 0 !ro
angebracht, daß er einen gewissen Bereich
der Unterseite der Stahlteile 2 überdeckt. Dieser Schweißzusatz wird getragen von
einer geeigneten Unterstützung 1, die wiederum auf einer geeigneten (nicht gezeigten)
Unterlage ruht. Auf diese Weise wird, wie zu erkennen ist, der Schweißzusatz 3 gegen
die Unterseite der Stahlteile 2 gehalten, und infolge des Gewichtes der Werkstücke
2 sowie der Auflagereaktion der Unterstützung 1 zusammengepresst. Der Schweißzusatz
3 enthält rieben dem Eisenpulver i-md denn Kunstha°zpulver das Schlacke bildende
Mittel, das dazu dient, der leicht gewölbten Wurzelnaht 3' in Fig. 2 eine feine
Oberschicht zu geben. Derclaeißv®m gang ist dabei unter Benützung der in Fig. 1
gezeigten Anordnung durchgeführt worden. In manchen Fällen kann der Schweißzusatz
auf der Unterseite außerdem noch einen oder mehrere geeignete Legierungszusätze
und ein Desoxydationsmittel enthalten.
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Um zwangsläufig einen besseren Kontakt des Schweißzusatzes mit den
Terkstücken sicherzustellen, ist die in Fig. 3 gezeigte Anordnung vorzuziehea. In
dieser Anordnung weist die Unterstützung 1 auf ihrer Unerseite eLne Aussparung 4
auf, in der ein Luftschlauch oder ein Luftbehälter 5 angeordnet i. Der Schweißzusatz
3 liegt dabei über dem Luftschlauch 5. Wird bei. die r Anordnung die Aussparung
4 mittels des Lufttschlanches -mnt @.cluf@,° beaufschlagt, dann wird demzufolge
der 1ch%,##reißzusatz 3 in dex°@.ssa,g 4 nach oben geschoben und zwangsläufig mit
den darüberliegenden Werkstücken 2
in Berührung gebracht. Die Anordnung
nach Fig. 3 ist besonders dann vorzuziehen, wenn die Stahlteile relativ dünn und
leicht sind.
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Das neue Verfahren zum einseitigen Stumpf schmeißen ist ein Lichtbogenschweißverfahren,
das von Hand, automatisch oder halbautomatisch ausgeführt werden kann. Außerdem
braucht der verwendete Schweißstrom nicht ausschließlich Wechselstrom sein, sondern
es können auch Wechsel- und Gleichstrom kombiniert angewendet werden. Wenn das Verfahren
zur einseitigen Stumpf schweißung auf die Weise ausgeführt wird, daß die Werkstücke
sich, entgegen der Schweißrichtung bewegen, dann ist die Anordnung nach Fig.
4
anzuweri#-.@:n. Bei dieser Art der Anordnung kommt anstelle des feststehenden
Unterstützungsblockes 1 ein endloser, umlaufender Riemen 6 zur Anwendung. Eine etwas
tiefer angebrachte Aufnahme 7 für den Schweißzusatz und ein darüberliegender Abstreicher
$ sind in der Nähe der einen Seite des Riemens 6 vorgesehen. Gegenüber dem Riemen
6 auf der Seite der Aufnahme 7 liegt eine Schweißzusatzzuführung 9. Mit dieser Anordnung
ist das Vorhandensein von Schweißzusatz zwischen den Werkstücken 2 und dem Riemen
6 von einer kontrollierten Dicke jederzeit gewährleistet;' sobald die Zuführung
9 den Schweißzusatz 3 über die Aufnahme 7 kontinuierlich auf den Riemen 6 fördert.
Auf diese Weise läßt sich der Schweißprozeß-unte.r Ver-
Wendung
einer Schweißelektrode 10 bei den sich entgegen der Schweißrichtung
bewegenden Werkstücken durchführen.
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Im folgenden werden Beispiele gebracht, bei denen das
neuartige Verfahren zum einseitigen Stumpfschweißen gemäß der vorliegenden
Erfindung erfolg-
reich durchgeführt worden ist.
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Beispiel
1
Zwei Stahlteile
mit den Abmessungen
400 x 600 mm wurden
aus einer
38 mm
dicken Platte aus
beruhigtem Flugstahl herausgeschnitten und
jeweils 1 Seite der beiden Mahlplattenteile
so angefast, daß
sich ein Y-förmiger Spalt
mit
50o Schräge
und einer Tiefe von
5 mm bildete, als die beiden Werkstöcke zum Schweißen
einander gegenüberliegend angeordnet wurden.
Die Werkstücke wurden auf
der Unterstützung zusammen
mit dem Schweißzusatz so angeordnet, wie
es die Fig.
1 zeigt.
Dieser Schweißzusatz wurde auf die Unterstützung in einer
Breite von
60 mm und einer
Dicke von 25 mm aufgestreut.
Unter Verwendung einer Flußstahlelektrode
mit einem
Durchmesser
von 6, 4 mm (U. S. 43) und
einem Flußmittel
zum verdeckten Lichtbogenschweißen
(P. F. H. -
45,
10 -
48 mesh)
wurde eine Tandemschweißung
entsprechend dem kon-
ventionellen Schweißverfahren
zur verdeckten
Lichtbogenschweißung durchgeführt.
Die Schweißbedingungen
waren:
Im
Vorlauf
1200 A, 30 bis 35 V, Schweißgeschwindigkeit
30 cm/Min.
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Im Nachlauf 1300 A, 34 bis 36 V, Schweißgeschwindigkeit
30 cm/Min.
Die Röntgenuntersuchung des Schweüßnahtabschnittes
bzw. der Metallanlagerung ergab,
daß die Naht,
verglichen mit den
J. I. S. -Schweißbestimmungen eine
Schweißnaht erster Qualität
war. Die 1d cht
gewölbte Wurzel-
naht war glatt
und gleichförmig
und besaß eine
Breite von 12 mm sowie eine
Höhe von
1, 5 mm. In
der Wurzelnaht
waren keine Schlackeneinschlüsse
oder
Lunker
festzustellen.
Beispiel 2
Hier kamen
die gleichen Stahlplatten wie in Beispiel 1 zur Anwendung, jedoch wurde die in Fig.
2 gezeigte Unterstützung niit der Aussparung und dem Luftschlauch verwendet, die
reit dem gleichen Schweißzusatz wie in Beispiel 1 aufgefüllt wurde. Anschließend
wurden die Werkstücke auf die Unterstützung aufgelegt. In den Luftschlauch in dem.
aufgefüllten Schweißzusatz wurde Druckluft mit einem Druck v:--@n 0, 4 bis 6, 0
kpli cm2 geleitet und eine verdeckte Lichtbogensch-meißung unter uzen Iolgenden
Schweißbedingungen durchgeführt; Vorlauf 780 A, 26 V, 25 cm/Min. , Gleichstrom 1.
Nachlauf 700 A, 34 V, 45 cm; Min. Wechselstrom 2. Nachlauf 1320 A, 3 8 V, 2'0 em,l,li.:
,iah,@zlstr @rrr 3. Nachlauf 1320 A, 38 V, 20 crxii'Min,, Wechselstrom Die leicht
gewölbte Wurzelnaht der Schweißung war etwas höher als In Beispiel 1 -(2.. 0 mm),
aber ihre Oberfiä,: he war ebenfalls glatt. in der Schweißung waren weder Schlackeneinsei-ilüjsc
noch Lunker festzustellen. Die Röntgenuntersuchung der Stumpfnaht und der Metallablagerung
ergab entsprechend den J. i, S. -Schweißvors@@@Irften, daß die Schweißnaht von
erster
Qualität war. Anschließend wurden Biegeversuche mit Schweißproben durchgeführt,
die folgendes Ergebnis hatten:
| seitliche Biegung gut mit 180 % Dehnung |
| stirnseitige Biegung gut mit 180 % Dehnung |
| Wurzelnahtbiegung gut mit 180 % Dehnung |
| freie Biegung gut mit 50 % Dehnung |
Ein durchgeführter Zugversuch ergab eine Bruchfestigkeit von
und ein Kerbschlagversuch ergab eine Kerbschlagzähigkeit von
Wie eingangs erwähnt, können mit dem neuartigen Verfahren entsprechend der vorliegenden
Erfindung Stahlteile von großen Abmessungen und großer Dicke von einer Seite her
stumpfverschweißt werden, wenn unterhalb der Werkstücke ein Schweißzusatz vorgesehen
ist, der zusätzlich Eisenschmelze liefert.
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Man ist dabei der Notwendigkeit enthoben, die Werkstücke umzudrehen
und erhält trotzdem Schweißungen von guter Qualität ohne derartige Mängel, wie ungenügende
Metallablagerungen, Überlappungen oder Lunker. Da außerdem nach dem Schmelzen des
im Schweißzusatz enthaltenen Kunstharzpulvers der Schweißzusatz sich verfestigt
hat, läßt er sich durch das Gewicht der Teile wie durch die Ausdehnung eines Luftschlauches
bei Versorgen mit Druckluft gut zusammenpressen. Der Schweißzusatz verfestigt sich
vor dem eigentliche
Zusammenschweißen der Werkstücke
und bildet dadurch einen guten Kontakt mit diesen, wodurch die Gratbildung
bei den so erhaltenen Schweißungen ver-
hindert wird.
Zusätzlich trägt die Schlackebildung zur Erzeugung einer glatten,
leicht gewölbten Wurzelnaht bei.
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Die Vorteile, die sich aus der Tatsache ableiten, daß die Form
der leicht ge- wölbten Wurzelnähte bei Anwendung des neuartigen
Verfahrens gleichförmig wird, sollen nachstehend im Detail erläutert
werden. Das bei den konventionellen Verfahren zum einseitigen Stumpfschweißen
angewendete Hyalinpulver als
Schweißzusatz schmilzt durch
die Hitze der herunterfließenden Metallschmelze und des Lichtbogens
und dient ledigich dazu, Schlacke zu bilden. Eine Beeinflussung
der Ausbildung der Wurzelnähte kann darüber hinaus aber lediglich
durch den auf die Nähte von unten her aufgebrachten Druck
erfolgen. Bei einem
Aufbringen von Druck auf den Schweißzusatz
von unten her; ist aber die Kraftdurchleitung durch den Schweißzusatz
sehrtark veränderlich in Abhängigkeit wn der Korngröße und Dichte
des Schweißzusatzes, so daß es schwierig ist,
einen vorbestimxqten,
gleichmäßigen Druck zu halten. Mit anderen Worten, wenn auf einen
>äreichdes Schweißzusatzes ein gewisser Druck ausgeübt wird, besteht
die Möglichkeit, daß der Druck, der sich in den übrigen
Bereichen
des Schweißzusatzes ausbildet, sich davon unterscheidet,
sobald die Korngröße, die Dichte und das scheinbar spezifische Gewicht
des Schweißzusatzes in den
übrigen Bereichen gegenüber
dem ersten unterschiedlich ist. Diese Erschei-
nungen
werden unter Bezugnahme auf die Fig. 9 bis, 12 erklärt, in denen tatsächlich vorkommende
Verhältnisse bei den vorbekannten Verfahren zum einseitigen Stumpfschweißen dargestellt
sind. Nimmt man bei Betrachtung der Fig. 9 an, daß der Anteil des Schweißzusatzes
längs der Linie X-X ein höheres, scheinbares spezifisches Gewicht aufweist als der
übrige Anteil von Schweißzusatz, dann ist der durch die Luft auf den erstgenannten
Anteil längs der Linie X-X ausgeübte Druck höher als der auf die übrigen Bereiche
aufgebrachte. Daraus ergibt sich, daß im ersten Bereich schwer eine Wurzelnaht zu
erzielen ist. Diese Erscheinung ist in Fig. 10 dargestellt. Man erkennt daraus,
daß die Metallschmelze 13 auf den Widerstand des hohen Druckes stößt und beim Herabfließen
behindert wird. Dadurch bildet sich an dieser Stelle eine etwas eingedrückte Wurzelnaht
aus. Andererseits liegt aufgrund der Tatsache, daß die Schweißzusatzzusammensetzung
längs der Linie XI-XI in Fig. 9 ein niedrigeres, scheinbares, spezifisches Gewicht
aufweist, der übertragene Druck unterhalb des benötigten Wertes, so daß dadurch
das Sinken der Metallschmelze beschleunigt wird. Als Ergebnis davon wird sich eine
Wurzelnaht 14 von außerordentlich großer Höhe ausbilden, wie in Fig. 11 dargestellt
ist. Man ersieht daraus, daß der Schweißzusatz für den Fall, daß er während der
ganzen Schweißoperation in einem pulverförmigen Zustand bleibt, in diesem Zustand
effektiv nicht in der Lage ist, geeignete und gleichförmige Wurzelnähte zu liefern
(siehe Fig. 12).
Wenn dagegen der Schweißzusatz auf der Unterseite
ein wärmeschmelzendes Kunstharzpulver enthält, und dieser Schweißzusatz aufgrund
des schmelzenden Kunstharzpulvers zuerst verfestigt wird, so daß er engen Kontakt
mit den Werkstücken bildet, dann stellt der Schweißzusatz 3, wie in Fig. 5 Bezeig,
eine verfestigte Schicht 15 -vor dein Lichtbogen her, und diese verfestigte Schicht
15 fängt die Metallschmelze auf (siehe Fig. 8). Auf diese Weise hält der neuartige
Schweißzusatz mit dem Gehalt von Kunstharz im Unterschied zu dem Verfahren, bei
dem der Schweißzusatz während der Schweißoperation in pulverförmigem Zustand bleibt,
die Metallschmelze nach oben und sorgt für die Ausbildung einer gleichförmigen Wurzelnaht.
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Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung sind spezielle Beispiele
gezeigt und im Detail beschrieben worden; es ist jedoch selbstverständlich, daß
dies lediglich zum Zweck der Erläuterung geschah, und daß diese Beispiele den Rahmen
der Erfindung nicht beschränken können. Der Rahmen der Erfindung wird nur durch
die nachfolgenden Patentansprüche gesteckt.