DE15634C - Kontroiapparat für Maximaltemperaturen - Google Patents
Kontroiapparat für MaximaltemperaturenInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 74: Signalwesen.
Der Zweck dieser Erfindung ist, insbesondere bei Dampfkesseln sowohl den Wassermangel,
als auch den für jeden Kessel bestimmten höchsten Druck durch Messung der Temperatur
des Kesselinhaltes zu melden, mag diese Temperatur unter normalen Verhältnissen entstanden
oder mag ein Siedeverzug die Veranlassung dazu sein.
Leitender Gedanke bei der Construction dieses Apparates ist gewesen, alle die Fehler,
die sich bei anderen in die Praxis eingeführten Apparaten herausgestellt haben, zu vermeiden;
zu diesen gehören namentlich das öfter vorkommende Versagen des Manometers und des
Sicherheitsventils, das Inkrustiren des dem Wasser oder Dampf ausgesetzten Schmelztropfens,
das Festklemmen der Schwimmer, das heftige Ausblasen von Dampf oder Wasser nach erfolgter Wirkung des Sicherheitsapparates
mit dem unter allen Umständen unzuträglichen Reactionsstofs.
Das, was den Sicherheitsapparat vor allen bis jetzt existirenden Sicherheitsapparaten auszeichnet,
ist, dafs durch denselben die vorerwähnten Ursachen von Explosionen mit völliger
Sicherheit rechtzeitig gemeldet werden.
Der Apparat, wie solchen die Fig. 1 der beiliegenden
Zeichnung darstellt, ist folgendermafsen construirt:
Ein etwa 1,5 m langes Rohr /, am besten aus Stahl oder Eisen von etwa 60 bis 70 mm
Durchmesser, an welches an einem Ende eine Verstärkimg mit Gewinde gelöthet ist, wird
derartig mittelst Flantsches oder in anderer geeigneter Weise auf dem Kessel befestigt, dafs
das mit Verstärkung versehene Ende des Rohres aus der Kesselwand hervorragt, und zwar wird
dieses Rohr bis zur Grenze des niedrigsten Wasserstandes in den Kessel eingelassen. Auf
den oberen, durch die Verstärkung gebildeten Rand dieses Rohres legt sich der Flantsch
eines anderen Rohres e, am besten aus Kupfer oder Messing gefertigt, welches in das erstere
hineingelassen und vermittelst Dichtungsmittels durch eine darüber geschraubte Mutter gegen
das äufsere Rohr völlig gedichtet wird. Dieses Rohr, welches an seinem unteren Ende geschlossen
ist, hat einen Durchmesser von circa 40 bis 50 mm und soll etwas tiefer in das Kesselwasser hineinragen, wie das äufsere.
Aufserdem befindet sich etwa 20 mm unter dem äufseren Rohr am inneren Rohr ein dachartiger
oder gerader Flantsch m, dessen Dimensionen so gewählt sein können, dafs 4&s innere
Rohr sich durch das äufsere nach oben hinaufziehen läfst. Dieser Flantsch oder Schirm dient
dazu, den vom Boden des Gefäfses in die Höhe steigenden Dampfblasen den Zutritt in
den ringförmigen Raum zwischen äufserem und innerem Rohr zu versperren.
In das Rohr e werden bis auf den Boden (eventuell durch einen aus einem schlechten
Elektricitätsleiter gebildeten Kolben hindurch) zwei isolirte Metalldrähte α α gebracht, die
ihrerseits zwei aus Porcellan oder anderem geeigneten isolirenden Material hergestellte Schälchen
b und bl tragen, auf deren Rand je ein Legirungsring c bezw. cl von bestimmter Schmelzbarkeit
steht.
Die beiden Drähte α α gehen getrennt von einander durch den Boden der Schälchen h
und bl hindurch, von denen sich b am unteren
Ende der Drähte bezw. dem unteren Ende des Rohres e, l·1 dagegen in der Nähe des oberen
Endes dieses Rohres befindet.
Um die Legirungsringe gegen Oxydation und eine dadurch mögliche Aenderung ihres Schmelzpunktes
zu schützen, sind dieselben aufsen von einem Kupferring umgeben, welcher gleichzeitig
das betreffende Schälchen mit umfassen und einen erhöhten Rand desselben bilden kann.
An die innere Seite des Ringes schliefst sich zu demselben Zweck die Aufsenfläche des
Zapfens am Kolben d bezw. d1. Zur weiteren
Sicherung der Ringe gegen irgend welche Niederschläge und zum Fernhalten von Unreinigkeiten
ist das Rohr e durch einen Pfropfen aus isolirendem Material, wie Holz, Gummi
oder dergl. m., abgeschlossen, der mit zwei Durchbohrungen für die Leitungsdrähte versehen
ist. Damit die Nietköpfe dieser Drähte den Boden des Rohres e nicht berühren, ist der
vorerwähnte Kupferring des Schälchens b unten vorstehend gelassen worden, und sind zum
Tragen des letzteren zwei Stifte durch denselben hindurchgesteckt.
Die beiden Leitungsdrähte α α stehen mit
einer Batterie und einem elektrischen Läutewerk in Verbindung, so dafs, wenn durch ein
Schmelzen der Legirung ein metallischer Contact zwischen den Drähten hergestellt wird, ein
Signal erfolgt.
Statt des Läutewerkes könnte man aber mittelst des elektrischen Stromes auch eine
Vorrichtung zur Beseitigung des Feuers, z. B. durch Auslösen der Roststäbe oder Einleiten
eines Wasserstrahles in den Feuerraum, in Thätigkeit setzen.
Fig. 2 zeigt eine modificirte Anordnung der Leitungsdrähte für den Fall, dafs ein Kesselhaus
nicht die genügende Höhe hat, um das Einsetzen und Auswechseln der Legirungsringe
mit dem in Fig. ι gezeichneten Apparat zu bewirken. Es können alsdann, wie dargestellt,
die Leitungsdrähte α α aus zwei oder mehreren durch Gelenke, durch Verschraubung oder auf
sonstige geeignete Weise zusammengesetzten Theilen bestehen. Es empfiehlt sich für diesen
Fall, die einzelnen Theile der Drähte durch ein- oder zweitheilige kolbenähnliche, aus isolirendem
Material hergestellte Pfropfen zu führen.
Die Wirkung des Apparates ist folgende:
Der untere Legirungsring c schmilzt bei einer Temperatur, die einem Druck entspricht, welcher
demjenigen, auf den der Kessel concessionirt ist, um ein Geringes überschreitet, mag diese
Temperatur unter normalen Verhältnissen entstanden oder mag ein Siedeverzug die Veranlassung dazu gewesen sein.
Tritt dagegen infolge irgend eines Umstandes Wassermangel ein, so wird das Kesselwasser,
welches bis dahin in dem ringförmigen Raum zwischen dem äufseren und dem inneren Rohr
dem Kesseldruck entsprechend hoch stand und welches stets durch die das obere Rohrende
umgebende Luft die nöthige Abkühlung erfährt, herabfallen. Dagegen tritt in den ringförmigen
Raum Dampf ein, der sich, wenn, überhaupt eine Condensation eintreten sollte,
so rasch ersetzt, dafs die für das Schmelzen des oberen Legirungsringes nöthige Wärme in
wenigen Secunden erreicht ist. Durch das Flüssigwerden des Metalls entsteht wie im
ersten Fall eine leitende Verbindung zwischen den beiden Drähten, so dafs der Stromkreis
geschlossen und der elektrische Apparat in Thätigkeit gesetzt wird.
Wenn in einer Fabrik mehrere Kessel mit dem Controlapparat versehen sind, so können
sämmtliche Apparate mit einem und demselben Signalapparat verbunden werden, vorausgesetzt,
dafs man in jede Leitung vor ihrer Vereinigung mit den übrigen Leitungsdrähten einen kleinen
Elektromagneten einschaltet, dessen Wirkung dazu benutzt wird, die Nummer oder sonstige
Bezeichnung des betreffenden Kessels anzugeben. Es kann dies, wie bei anderen ähnlichen Vorrichtungen,
dadurch bewirkt werden, dafs der Elektromagnet eine Klappe aufspringen läfst,
welche die Nummer etc., die zusammen mit den Nummern der. übrigen Kessel auf einer
Tafel anzubringen ist, verdeckt.
Es erübrigt noch, zu erwähnen, dafs derjenige Theil des Apparates, welcher zur Controlirung
des Wasserstandes dient, auch getrennt von dem anderen Theil benutzt werden kann.
Es würde dabei aber nur der untere Legirungsring nebst zugehörigen Schälchen wegzulassen
sein. Eine Verkürzung des inneren Rohres e sollte nicht stattfinden, da die geringe Dicke
der ringförmigen Wasserschicht zwischen den Röhren e und / für die gute Wirkung des
Apparates von wesentlichem Vortheil ist.
Claims (1)
- Patent-AnSprüche:i. Ein Controlapparat für Minimal-Wasserstand in Dampfkesseln, bestehend aus zwei concentrischen, oben mit einander verbundenen Metallrohren e und / und einer im oberen Theil des inneren Rohres angebrachten, auf einer isolirenden Schale b1 stehenden Metalllegirung c1, die bei zu niedrigem Wasserstand infolge des Eintrittes von Dampf in den Ringraum schmilzt und dadurch zwischen zwei in die Schale b1 hineinreichenden, isolirten und zu einer Batterieführenden Leitungsdrähten α α einen elektrischen Contact herstellt, um ein Signalwerk oder eine geeignete Vorrichtung zur Beseitigung des Feuers in Thätigkeit zu setzen. Ein combinirter Controlapparat für Maximai-Temperatur und Minimal-Wasserstand, bestehend aus der unter i. bezeichneten Vorrichtung und aus einer im unteren Theil des inneren Rohres angebrachten, auf einer isolirenden Schale b stehenden Metalllegirung c, die bei einer bestimmten Temperatur des Kesselinhaltes schmilzt und dadurch zwischen den zwei, durch die obere Schale hmdurchgeführten Leitungsdrähten a a den Contact herstellt, zu dem vorstehend angeführten Zweck.Die Herstellung der Leitungsdrähte innerhalb des Apparates aus zwei oder mehreren Theilen, welche durch Gelenke oder Verschraubung mit einander verbunden sind.
Die Anbringung des Schirmes m am unteren vortretenden Ende des inneren Rohres, um die im Kessel aufsteigenden Dampfblasen vom Eintritt in den ringförmigen Raum zwischen den beiden Rohren abzuhalten, so lange Wasser in demselben steht.Hierzu I Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE15634C true DE15634C (de) |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT15634D Active DE15634C (de) | Kontroiapparat für Maximaltemperaturen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE15634C (de) |
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- DE DENDAT15634D patent/DE15634C/de active Active
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