DE1560113B - Gewebtes Textilprodukt - Google Patents
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Description
1 2
Die Erfindung bezieht sich auf ein gewebtes Textil- variiert, mußten bisher Kettfäden mit Unterschiedprodukt,
insbesondere rautenförmig gewebte Windel, licher Größe für Windeln verschiedenen Gewichtes
mit gezackten, nicht gesäumten Rändern, in deren und verschiedener Art verwendet werden. Eine
Bereich ein das Ausfransen verhinderndes Binde- leichte Windel konnte nicht mit demselben Kettfaden
mittel aufgebracht ist. 5 bzw. Kettgarn hergestellt werden wie eine schwere
Bei einem bekannten Textilerzeugnis dieser Art Windel, da die leichte Windel eine verstärkte Ten-(deutsche
Patentschrift 684 164) wird zum Verfesti- denz hat, sich längs den geschnittenen Rändern auf-
»en der zu beschneidenden Kanten der Stoffrand mit zutrennen. Eine Erhöhung der Anzahl an Schußfäden
einem Lack getränkt und der lackierte Stoffteil dann im Schneidstreifen würde zu keiner zufriedenstellenausgezackt.
Dabei ist der imprägnierte Streifen breiter io den Bekämpfung des Ausfransens führen. Selbst
als die Zackentiefe, damit alle Stellen auch an den unter optimalen Bedingungen, zu welchen die besttiefsten
Einschnitten genügend gegen Ausfransen ge- mögliche Ausgeglichenheit in den variablen Größen
schützt sind. Bei einem anderen bekannten Textil- gehört, z. B. Kettfäden pro Zoll, Schußfäden pro
produkt (USA.-Patentschrift 2 619 089), bei dem aus Zoll, Gewebeart, Faserart, würden die gezackt geeiner
idoppellagigen Stoffbahn Windeln geschnitten 15 schnittenen Ränder im ausgezackten Streifen wähwerden
sollen, werden in der Stoffbahn an den späte- rend der Wäsche in einem bestimmten Maße ausren
Schnittstellen imprägnierte Streifen vorgesehen, fransen.
die ebenfalls das Ausfransen der Schnittränder ver- Die Erfindung bringt eine merkbare Verbesserung
hindern. der Sicherung gegen das Ausfransen längs den mit
Durch das Imprägnieren der Schnittränder werden 20 einem gezackten Schnitt geschnittenen Rändern von
aber bei den bekannten Textilprodukten die Weich- Textilgewebeprodukten für Windeln od. dgl., so daß
heit, Geschmeidigkeit und der Griff des Gewebes das Ausfransen praktisch vollkommen verhindert
ungünstig beeinflußt, so daß seine Verwendung für wird. Dadurch können Textilprodukte nach der
Windeln und andere an der Haut anliegende Tex- Erfindung für Windeln mit einem von leicht bis
tilien wegen des Scheuems des versteiften Stoffes 25 schwer variierenden Gewicht aus einem gemein-
in Frage gestellt ist. samen Kettfaden gewebt werden. Bei Verwendung
Um diese Versteifung durch die imprägnierten einer bestimmten Größe und einer bestimmten An-Ränder
zu umgehen, ist bei einem anderen bekann- zahl an gleichen Kettfäden kann man eine Reihe von
ten Windelstoff (USA.-Patentschrift 2 977 997) quer Windeln mit unterschiedlichem Gewicht weben, inzur
Länge der Gewebebahn ein schmaler Streifen 30 dem man nur die Größe und/oder Anzahl der Schußaus
einfacher Gewebeart eingewebt, in dem die Stoff- fäden verändert.
bahn dann mit einem gezackten Schnitt zur Herstel- Obgleich üblicherweise ein Gewebe, wie z. B. die
lung der einzelnen Windeln durchschnitten wird. Windeln, längs einer zu den Schußfäden parallelen
Dieser Schnitt liegt dann in einem Gewebe, das Linie zerschnitten wird, kann das Prinzip der Erfin-
fester ist als der mittlere Teil, der »Vogelaugen«- 35 dung aber auch für jede Art von Schnitt verwendet
Gewebe aufweist: eine Sicherung gegen Ausfransen werden, z. B. für einen zu den Kettfäden parallelen
Ist aber auch hier nicht gegeben, da die parallel zur Schnitt.
Schnittrichtung liegenden Schußfäden von den Enden Die das Ausfransen verhindernde Zusammen-
der durchschnittenen Kettfäden nicht gehalten wer- setzung des Bindemittels kann so gewählt werden,
den und sich daher von ihnen z. B. beim Waschen 40 daß es während der Lebensdauer der Windel hält,
ohne weiteres lösen können. um ein Ausfransen zu verhindern. Man kann aber
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, auch ein Bindemittel verwenden, das nur lang genug
einen ausreichenden Schutz gegen Ausfransen ohne hält, um die Fäden an ihrer Stelle zu verkleben, bis
Beeinträchtigung der Qualität des Gewebes zu schaf- die vorragenden Enden der zum Schnitt senkrecht
fen, insbesondere sollen die Weichheit und Ge- 45 verlaufenden Fäden sich ausreichend verstrickt bzw.
schmeidigkeit dieser Stoffe erhalten bleiben, so daß verflochten haben, um ein Ausfransen bzw. Lösen
sie auch für Windeln und andere mit der Haut in Be- der zum Schnitt parallel laufenden Fäden zu verrührung
kommende Textilprodukte verwendbar sind. hindern.
Hierzu sind nach der Erfindung geringe Mengen Zur Herstellung schiebefester Textilien aus Ge-
des Bindemittels in im Abstand voneinander ange- 50 weben mit thermoplastischen Fäden ist es bekannt,
ordneten begrenzten Bereichen aufgebracht, die je- die Fäden in einer Reihe aufeinanderfolgender und
weils an den Schnittpunkten zwischen der Tangente voneinander getrennter Punkte mit Hilfe erhitzter
an die am weitesten innen liegenden Punkte der Nadeln zu verschweißen (deutsche Patentschrift
gezackten Ränder und den senkrecht zu der Tan- 947 352). Bei diesen Textilien sind aber gezackte
gente gelegten Geraden durch die am weitesten 55 Ränder nicht vorgesehen, so daß die im übrigen
außenliegenden Zackenspitzen angeordnet sind. punktförmigen und nur jeweils zwei Fäden mitein-
Da bei den Textilerzeugnissen nach der Erfindung ander verbindenden Schweißstellen auch nicht in
die Imprägnierung nur in sehr begrenzten und von- Beziehung zu den Zacken gesetzt sind. Eine Aneinander
getrennten Bereichen vorgenommen wird, regung zu der Lösung nach der Erfindung konnte
können sich keine versteiften Kanten bilden. Die 60 von diesem bekannten Verfahren ebensowenig ausGewebe
bleiben also weich und geschmeidig und gehen wie von dem ebenfalls bekannten Verfahren,
können ohne nachteilige Folgen mit der Haut in bei dem luftdurchlässige Bahnen durch auf ihrer
Berührung kommen. Oberfläche verteilte und voneinander getrennte Heiß-
Da außerdem der Grad des Ausfransens längs des siegelkleber mit einer Unterlage vereinigt werden
Randschnittes bei Textilprodukten der eingangs an- 65 (deutsches Gebrauchsmuster 1 851 215).
gegebenen Art mit der Herstellung, der Größe und Die Erfindung wird im folgenden an einem Aus-Feinheitsnummer des Kettgarns und des Schußgarns führungsbeispiel an Hand schematischer Zeichnunsowie der Art des Webens und der Art der Faser gen näher beschrieben.
gegebenen Art mit der Herstellung, der Größe und Die Erfindung wird im folgenden an einem Aus-Feinheitsnummer des Kettgarns und des Schußgarns führungsbeispiel an Hand schematischer Zeichnunsowie der Art des Webens und der Art der Faser gen näher beschrieben.
Fig. 1 ist eine Draufsicht auf ein rautenförmig gewebtes Tuch, wie Windel, Handtuch oder Serviette,
das gemäß der Erfindung hergestellt wurde und im Abstand angeordnete Punkte der das Ausfransen
verhindernden Zusammensetzung zeigt;
Fig. 2 stellt einen vergrößerten Teilabschnitt der F i g. 1 dar und zeigt den geschnittenen Rand mit
der darauf befindlichen Zusammensetzung zur Verhinderung des Ausfransens;
F i g. 3 zeigt in einer Draufsicht eine Länge des Materials vor dem Aufbringen 'der erwähnten Zusammensetzung
und vor dem Schneiden des Materials.
In F i g. 3 ist eine endlose Materialbahn 14 gezeigt,
die für die geeignete Verwendung als Windeln, Handtücher usw. in einzelne Längsabschnitte zerschnitten
werden kann. In dieser Beschreibung werden die einzelnen zugeschnittenen Längen als Windeln bezeichnet.
Die endlose Bahn 14 kann aus gleichen Kettfaden gewebt sein, wobei die Größe und/oder
Anzahl der Schußfäden verändert wird, wenn man Windeln mit unterschiedlichem Gewicht herstellen
will. Die endlose Bahn 14 umfaßt einen Hauptabschnitt 12, der aus dem herkömmlichen Vogelaugengewebe
ibestehen kann, und einen Streifenabschnitt 13 aus einem dicht gewebten, einfachen
Gewebe, der für den gezackten Schnitt bestimmt ist.
Die gemäß der Erfindung hergestellten und in Fig. 1 gezeigten verbesserten Windeln 11 werden
erhalten, indem man die endlose Bahn 14 in einzelne Windellängen schneidet, und zwar mit einer Zackenschneidvorrichtung,
die an den Enden der Windel 11 gezackte Ränder 15 zurückläßt.
Um zu verhindern, daß diese ausgezackten Ränder 15 sich auftrennen bzw. ausfransen, bringt man auf
ihnen an im Abstand voneinander angeordneten, begrenzten Bereichen 16 geringe Mengen eines geeigneten
Bindemittels an, welches .das Ausfransen des geschnittenen Randes verhindert. Die folgenden
Beispiele für geeignete Zusammensetzungen für Bindemittel dienen der Erläuterung und sollen die
Erfindung nicht beschränken.
4,5 % Zelluloseester, 81% Methylendichlorid, 9% Methanol und 5,4% Tris-(/?-chloräthyl)phosphat als
Weichmacher.
7,5 % Lösung von alkohollöslichem Polyamidharz in Äthanol (»Sergene«).
5% Lösung von Äthylzellulose in Äthylazetat als Lösungsmittel.
5% Lösung von Äthylzellulose in Äthanol als Lösungsmittel.
5% Äthylzelluloselösung in Chlorkohlenwasserstoff als Lösungsmittel.
60
5% Äthylzellulose, 70% Chlorkohlenwasserstoff als Lösungsmittel, 18% Äthylalkohol und 7% Phosphatester
als Weichmacher.
46%ige wäßrige Dispersion eines Acrylmischpolymers.
Beispiel VIII
Plastisol
Plastisol
Polyvinylchlorid 55,2
Di-(2-äthylhexyl)-adipat 41,4
Mineralöl und Stearinsäure 1,1
Stabilisator 2,3
100,0
B eispiel IX
Organisol
Organisol
Polyvinylchlorid 51,0
Di-(2-äthylhexyl)-adipat 20,4
Dioctylphthalat 5,1
Mineralöl 1,0
Stabilisator 2,0
Varsol 20,4
100,0
Beispiel X
Heißes Schmelzbad von Polyäthylen
Heißes Schmelzbad von Polyäthylen
Diese Bindemittel verbinden die in der Nähe des gezackten Randes !befindlichen und zum Schnitt parallellaufenden
Fäden mit den Enden der zum Schnitt senkrecht laufenden Fäden. Dadurch wird das Ausfransen der nicht zerschnittenen parallelen
Fäden verhindert.
Die im Abstand angeordneten Verklebebereiche 16 können durch ein drehbares Rad aufgetragen
werden. Bei Verwendung der in Beispiel VIII und IX beschriebenen Bindemittel müssen diese durch
Wärme bei ungefähr 177° C getrocknet werden.
Wie aus F i g. 2 zu .ersehen ist, wird jeder Verklebebereich
16 am Schnittpunkt zwischen einer Geraden 17 durch jede äußere Spitze der ausgezackten
Kanten und einer Querachse 18, die eine Tangente zu jedem der inneren Punkte der ausgezackten Kante
darstellt, angebracht. Diese Lage der Verklebebereiche 16 garantiert den größten Widerstand der
gezackten Kante gegen ein Ausfransen.
Claims (1)
- Patentanspruch:Gewebtes Textilprodukt, insbesondere rautenförmig gewebte Windel, mit gezackten, nicht gesäumten Rändern, in deren Bereich ein das Ausfransen verhinderndes Bindemittel aufgebracht ist, dadurch gekennzeichnet, daß geringe Mengen des Bindemittels an im Abstand voneinander angeordneten begrenzten Bereichen (16) aufgebracht sind, die jeweils an den Schnittpunkten zwischen der Tangente (18) an die am weitesten innen liegenden Punkte der gezackten Ränder (15) und den senkrecht zu der Tangente gelegten Geraden (17) durch die am weitesten außen liegenden Zackenspitzen angeordnet sind.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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