DE1558669C3 - Verfahren zur Herstellung von rostfreiem Stahldraht - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von rostfreiem StahldrahtInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von rostfreiem Stahldraht mit verbesserter Tordierbarkeit
aus austenitischem Cr-Ni-Stahl mit 0,03 bis 0,7% Kohlenstoff, 17 bis 20% Chrom und 7 bis 10% Nickel.
Mit einem bekannten Verfahren dieser Art werden bereits Stähle hergestellt, die nach ihrer Verarbeitung
zu Stahldraht diesem zwar eine gute Zugfestigkeit verleihen, jedoch eine nur relativ geringe Tordierbarkeit,
weil die bekannten Drähte zwar stark kaltgezogen werden, so daß eine Querschnittsreduzierung von über
80% eintritt, jedoch nach einer solchen Kaltverformung· eine Warmbehandlung über der Rekristallisationstemperatur
erfolgt, um ein feines Korngefüge zu erzeugen.
Andererseits ist seit langem bekannt (Werkstoff-Handbuch Stahl und Eisen, 4. Auflage, 1965, Blatt
T2—7), bei Stählen, die durch vorangegangene Kaltverformungen
entstandenen inneren Spannungen durch Spannungsfreiglühen abzubauen, ohne dadurch wesentliche
Eigenschaftsänderungen zu bewirken.
Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, ein Verfahren zur Erzeugung von rostfreiem Stahldraht zu
schaffen, der eine bessere Verformbarkeit, bessere Tordierbarkeit und auch eine höhere Zugfestigkeit
aufweist als die mit bekannten Verfahren hergestellten Stahldrähte.
Zu diesem Zweck wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß der Ausgangswerkstoff mit einer Querschnittsabnähme
von 30 bis 75% kaltgezogen, anschließend im Temperaturbereich von 454 bis 649° C spannungsfrei
geglüht und abschließend mit einer weiteren Querschnittsabnahme von wenigstens 40% kaltgezogen
wird, wobei die Gesamtquerschnittsabnahme wenigstens 85% beträgt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird der Stahldraht nach
dem zweiten Kaltziehen erneut bei einer Temperatur zwischen 454 und 649° C spannungsfreigeglüht.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Bei dem Verfahren wird von einem langgestreckten, austenitischen, rostfreien Stahlkörper folgender Zusammensetzung ausgegangen: 17 bis 20% Chrom, 7 bis 10%
Nickel, und 0,03 bis 0,7% Kohlenstoff. Dieser Körper kann eine warmgewalzte Stange sein, die nach dem
Warmwalzen so abgekühlt worden ist, daß sie sich im wesentlichen in einem geglühten Zustand befindet, kann
aber auch ein gezogener Draht sein, der in der gewöhnlichen Weise geglüht worden ist. Dieser Körper
wird zunächst einem Kaltziehvorgang unterworfen, währenddessen seine Querschnittsfläche um 30 bis 75%
verringert wird. Das Minimum der Reduzierung sollte nicht unter 30% liegen, damit das Produkt für den unten
beschriebenen weiteren Ziehvorgang nicht zu brüchig wird. Wenn andererseits die Reduzierung 75% überschreitet,
so hat dies einen Kostenanstieg aufgrund von beim Ziehen und bei der Wärmebehandlung auftretender
Schwierigkeiten zur Folge, ohne daß irgendeine weitere Verbesserung erreicht wird. Der gezogene
Körper wird dann zur Beseitigung von Spannungen bei einer Temperatur zwischen 454 und 649° C geglüht.
Darauf wird er einem zweiten Kaltziehvorgang unterworfen, bei dem seine Querschnittsfläche um
wenigstens 40% verringert wird. Die durch die beiden Ziehvorgänge erfolgte Gesamtquerschnittsabnahme
muß mindestens 85% der Querschnittsfläche des Ursprungkörpers betragen.
Wenn der verbesserte Draht zu Drahtseil verarbeitet wird, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, das Seil in der
gewöhnlichen Weise anzufertigen und dann einem Spannungsfreiglühen bei einer Temperatur zwischen
454 und 649°C zu unterwerfen. Für gewisse Verwendungszwecke des Drahtes sollen die im Draht
vorhandenen Spannungen möglichst auch nach der zweiten Kaltverformung auf diese Weise beseitigt
werden.
Ein Seil wurde beispielsweise wie folgt hergestellt. Ein geglühter Draht von 3,4 mm Durchmesser, bestehend
aus einem Stahl der US-Type 304, wurde um 75% auf 1,73 mm Durchmesser reduziert und dann 6 Stunden bei
496° C spannungsfreigeglüht. Draufhin wurde die Querschnittsfläche des Drahtes noch einmal um 75%
reduziert, so daß der Durchmesser 0,864 mm betrug und eine gesamte Flächenreduzierung von annähernd 93,7%
vorhanden war. Der so hergestellte Draht hatte eine Zugfestigkeit von 242 kp/mm2 und brach bei 76
Drehungen innerhalb 200 mm. Dieser Draht wurde dann in der üblichen Weise zu einem 19-mm-Drahtseil
mit 6 χ 36 regulären Lagen und einem unabhängigen Drahtseilkern verarbeitet. Das so geformte Drahtseil
wurde darauf durch Erwärmen auf eine Temperatur von 538° C entspannt. Das Drahtseil besaß eine Bruchfestigkeit
von 47,1 kp/mm2. Ein gleiches Drahtseil, bei dem die abschließende Wärmebehandlung zur Spannungsbeseitigung
nicht erfolgt war, wies eine Bruchfestigkeit von 38,7 kp/mm2 auf. Als Vergleich diente ein gleiches
Drahtseil, das in gewöhnlicher Weise hergestellt war und eine Bruchfestigkeit von 30,9 kp/mm2 aufwies.
Der nach dem obigen Verfahren hergestellte Draht besaß nach einer abschließenden Wärmebehandlung bei
538° C zur Beseitigung von Spannungen eine Zugfestigkeit von 251 kp/mm2 und brach bei 93 Drehungen auf
200mm Länge. Ein. Draht gleicher Größe und Zusammensetzung, der nach einer konventionellen Art
und Weise hergestellt wurde, besaß eine Zugfestigkeit von 204 kp/mm2 und brach zwischen 14 und 40
Drehungen innerhalb 200 mm. Der Begriff »Drehung« versteht sich als eine Umdrehung von 360° um die
Drahtachse.
Es wurde gefunden, daß der nach dem hier beschriebenen Verfahren durch Kaltziehen um 85%
reduzierte Draht eine Zugfestigkeit von 211 kp/mm2
besitzt und bis zum Bruch mindestens 25mal innerhalb einer Länge, die dem Hundertfachen des Drahtmessers
entspricht, gedreht oder verdrillt werden kann. Mit steigender Gesamtreduzierung nimmt die Zugfestigkeit
zu. In allen Fällen sind die Torsionseigenschaften wenigstens so gut wie die im obigen genannten
Minimalwerte. Andere Beispiele für auf die beschriebene Weise hergestellte rostfreie Stahldrähte der Type
304, die keiner abschließenden Entspannungsbehandlung unterworfen wurden, sind der folgenden Tabelle zu
entnehmen.
| End | Gesamt | Zugfestig | Tordierung |
| größe | reduzierung | keit | innerhalb einer |
| Strecke von | |||
| mm | 100-Durchmesser |
| 0,51 | 93,5% | 262 kp/mm2 | 37 |
| 0,81 | 93,5% | 244 kp/mm2 | 29 |
| 1,02 | 92,5% | 247 kp/mm2 | 33 |
| 1,27 | 92,5% | 239 kp/mm2 | 32 |
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung von rostfreiem Stahldraht mit verbesserter Tordierbarkeit aus
austenitischem Cr-Ni-Stahl mit 0,03 bis 0,7% Kohlenstoff, 17 bis 20% Chrom und 7 bis 10%
Nickel, dadurch gekennzeichnet, daß der Ausgangswerkstoff mit einer Querschnittsabnahme
von 30 bis 75% kaltgezogen, anschließend im Temperaturbereich von 454 bis 649°C spannungsfreigeglüht
und abschließend mit einer weiteren Querschnittsabnahme von wenigstens 40% kaltgezogen wird, wobei die Gesamtquerschnittsabnahme
wenigstens 85% beträgt. ι j
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stahldraht nach dem zweiten
Kaltziehvorgang bei einer Temperatur zwischen 454 und 649° C spannungsfreigeglüht wird.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US53311666 | 1966-02-11 | ||
| DEU0013510 | 1967-01-30 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1558669C3 true DE1558669C3 (de) | 1977-12-15 |
Family
ID=
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