DE1558209A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Beeinflussen des noch nicht erstarrten Teiles des Giessstranges einer Stranggiessanlage - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Beeinflussen des noch nicht erstarrten Teiles des Giessstranges einer StranggiessanlageInfo
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Description
DEMAG Aktiengesellschaft ^v-AÄ 28.2.1967
41 D u i s b υ r g 1558209 5192/DST
. Wolfgang-Reuter-Platz Fl/Wi
Verfahren und Vorrichtung zum Beeinflussen des noch nicht
erstarrten Teiles des Gießstranges einer Stranggießanlage
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und die zur Ausübung des Verfahrens erforderliche Vorrichtung zum Beeinflussen
des noch nicht erstarrten Teiles des Gießstranges einer Stranggießanlage.
Bei sämtlichen Arten von Stranggießanlagen tritt die Schwierigkeit
auf, den nur langsam erstarrenden Strang so zu führen, daß die nur dünne Erstarrungshaut soweit unbeschädigt
bleibt,, um ein Durchbrechen des flüssigen Kernes zu
verhindern. Es ist bei Bogengießanlagen bekannt, daß der Sumpf von der Kokille, also der noch flüssige Kern im
Stremg, sich bis hinter die Ausziehmaschine erstreckt.
In jedem Fall müssen die Kräfte des Ausziehens der Kokille, des Umbiegens von der Vertikalen in die Horizontale in
einer solchen GrönSe gehalten werden, daß der Strang insbesondere
im Innern keinenunzulässigen Beanspruchungen ausgesetzt -wird. Solange der Kern des Gießstranges flüssig
ist, lastet auf der Strangschale der' hydrostatische bzw. ferrostatische Drucks
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28.2.1967
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Fl/Wi
Dieser Druck ist umso größer, je vielter die Sumpfspitze
in den horizontalen Teil der Anlage reicht. V/enn nunmehr die notwendigen Vorrichtungen zum Ausziehen, Biegen, Richten
oder Transportieren an den noch ungenügend erstarrten Strang angesetzt v/erden, bedingt der flüssige und teigige
Zustand im Innern besondere Maßnahmen, um den Strang so vorsichtig wie nur möglich auszubringen.
Die. Vorgänge im Innern des Stranges v/erden nicht nur durch Belastungen bestimmt, wie solche durch die Auflage an Stützrollen,
Gleitschuhen und dergleichen entstehen, sondern die Bildung des gewünschten homogenen und kristallinen
Gefüges bestimmt auch der Druck der flüssigen Schmelze. Die unteren Schichten im Strang, sei es bei einem Strangbogen
oder in horizontaler Lage, unterliegen einem naturgemäß höheren Druck, so daß im Innern mit Rissen, Lunkersteilen
und dergleichen -ttRö- Inhomogenitäten gerechnet werden
muß.
Die Erfindung beruht auf diesen Erkenntnissen, nämlich
daß die noch nicht erstarrten Teile die Materialeigenschaften des Erzeugnisses beeinflussen.
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Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestelltj
ungenügende öder überhaupt hiebt erstarrte Teile des Gießstrahges
derart zu beeinflussen, daß sowohl innere Uriregelmä3igkeiteü,
als auch beispielsweise äußere Verformungen,
wie sie etwa zwischen Strangstützrbllen vorkommen, verhindert worden können.
Als Lösung wird hierzu gemäß der Erfindung vorgeschlagen,
daß magnetische Kraftfelder angewendet werden, Vielehe den
Druck des noch nicht erstarrten Teiles des Stranges regulieren« Durch die Anwendung dieser Felder wird bei jeder'
Stranglage der an jeder Stelle herrschende hydrostatische
Druck.teilweise oder ganz aufgehoben. Somit können die
Erstarrungsvorgänge bis in den tiefsten Kern des Strang-""Querschnittes
ohne die bisherige zusätzliche Beeinträchtigung durch den Flüssigkeitsdruck ablaufen. Das Gei'üge
wirf! gleichmäßiger und bleibt ohne schädliche Stellen, die
liisher für^ ausschüssiges Material verantwortlich ;iemacht
wurden. Mit der erfindüngsgemä^eh Beharidiuncsweise laufen
also auch die Erstarrimgsvofgähge in ihren normalen Bahnen
ab, so dei sich eihe größere Pestigkel- in kürzerer Snti'erhimg
si:r Kokille eins teil ti Die Aiifliebtmg des ferrestatischen
Druckes setzt aber auch die A^rias&rreaktion an
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BADORIG1NÄL
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brechens von flüssigem Kern als ausgesaehaltet betrachtet ·
werden kann. '
Das erfindungsgemäße Verfahren bringt auch für ein Horizontalstück
Vorteile, in dem dort je nach Erfordernis der Druck der Schmelze entweder vermindert oder zumindest in
eine gewünschte Richtung gelenkt werden kann.
Die Anwendung eines Magnetfeldes geht zwar aus der deutschen Auslegeschrift 1 111 344 als bekannt hervor, jedoch wird
dort nur die durch ein Rohr fließende Menge an flüssigem Metall geregelt. Die Anordnung eines Magnetjoches um die
Strömung, bewirkt also einen in der Schmelze induzierten Wirbelstrom, der die Geschwindigkeit des in Bewegung befindlichen
Materials herabsetzt. Dieses Magnetfeld dient also als Regulator für pro Zeiteinheit strömende Volumen.
Elektromagnetische Kräfte sind auch nach einem anderen bekannten
Beispiel (deutsche Auslegeschrift 1 123 090) geeignet,
einen aus einem Behälter ausfließenden Gießstrahl von seiner durch Ausflußöffnung sowie Erdanziehungskraft beeinflussten
Ausbildungsform von seinem Weg abzulenken bzw. umzuformen.
Diese bekannten Verfahren beschäftigen sich also nur mit
den Vorgängen des strömenden Mediums, das heißt, sie lenken
009813/0576 .
28.2.1967
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dasselbe von seiner ursprünglichen Bahn ab.
-In Ausgestaltung des Grundgedankens der Erfindung wird
der Strangquerschnitt des Gießstranges an beliebigen Stellen des Bereichs von Kokille bis Sumpfende einer zusätzlichen,
das Magnetfeld unterstützenden oder hemmenden Kraft eines regelbaren Gleichstromfeldes ausgesetzt. Es entspringt
daraus die Möglichkeit, die aus dem ursprünglichen
Magnetfeld herrührende Kraft innerhalb ihrer Wirkungslinie
zu unterstützen sowie zu reduzieren. Hierfür bietet das
Aufeinand.ersenkrechtstehen von Magnetfeld und Gleichstromfeld den Vorzug, je nach Polung die eine oder andere Wirkung
herbeiführen zu können. Nur die Kombination der beiden Felder vermag solche Kraft zu schaffen, die jeglicher
Abmessung und damit der entsprechenden Gewichte eines Gieß- :
stranges gerecht werden.
Nach der weiteren Erfindung ist die Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens außer einem an den Gießweg angesetzten Magnetjoch derart ausgeführt, daß senknefiht zur
Magnetpolachse einander gegenüberliegend angeordnete., gleichstromgespeiste
umpolbare Elektroden vorgesehen sind. Die ,Stromquellen können für das Magnetfeld mittels Wechselstrom
oder Gleichstrom arbeiten, in jedem Fall, kann jedoch über.
ein Elektrodenpaar eine Feldstärkung oder -Schwächung ,
■herbeigeführt werden, wobei es vorteilhaft sein kann, mit
einer geringen Spannung jedoch mit einer hohen Stromstärke
zuarbeiten. 009813/0576
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung dienen als Elektroden
zwei sich gegenüberliegende Wände der Kokille. Die Beeinflussung des Stranges kann also bereits im Bereich
der Kokille beginnen und sich in beliebigen Stationen über die Länge des Stranges fortsetzen.
Außerdem ist es erfindungsgemäß auch möglich, daß als Elektroden
Strangführungselemente wie z.B. Stützrollen, Gleitschuhe und dergleichen dienen. Die Übertragung vom Gleichstrom
gestattet eine solche Anwendung durchaus, weil die geringe Geschwindigkeit des vorbeilaufenden Stranges die
elektrische Leitung nicht behindert.
Schließlich besteht ein Erfindungsmerkmal darin, daß als Elektroden die Strangschale des Gießstranges selbst dient.
Hiermit ist ein Mittel gegeben, noch intensiver als bisher, den flüssigen oder teigigen Kern des Stranges zu beeinflussen,
wobei diese Wirkung von allen vier Seiten gleichmäßig über die volle Länge des Stranges reicht.
Als Stromzuführung vermag hierbei die Kokille selbst und/ oder ein an den Strangkopf gesetzter Pol zu arbeiten.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung
schematisch dargestellt und im folgenden näher erläutert;
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1559209 P1/Wi
Figur 1 läßt das Prinzip der Erfindung mit den aufeinander
senkrecht stehenden Feldern erkennen und stellt selbst einen Querschnitt durch den Strang dar, wobei dieser
beispielsweise von der Kokille, von Gleitschuhen und dergleichen, allseitig geschlossen ist.
- Figur 2 zeigt eine Stelle des Gießstranges mit flüssigem
Kern, an der die Strangschale als Elektrode dient.
Figur 3 zeigt ein weiteres Beispiel für die Zuführung des Gleichstromes an dem gebogenen Teil eines Gießetrar.
-■ ges. ~" "■:■■■■'.■■■■■■■■■-■■-...■ . .. j
■ --.-■■■ - . *
"■'-. ..-■."■'.-■■■■. ■'"■'■ - "" i'
Gemäß Figur 1 ist der Gießstrang 1 an allen vier Seiten j von Windungen 2 umgeben, die die Wandplatten einer Kokille !
sein können» Om die Weite des Stranges fasst das Joch ^
eines Magneten, dessen Pole Λ,5 sich am Strang gegenüberliegen . Die Erregung erfolgt entweder über Wechsel- oder
Gleichstrom mittels der Strangquellen 6 und 7 und der zugehörigen Wickrung 8,9. Mit dem Magnetjoch 3 wird somit
das magnetische Kraftfeld erzeugt. Über dieses lagert sich
ein Gleichstromfeld, das mittels den Elektroden 10 und 11
und einer Gleichstromquelle 12 erzeugbar ist« Im Ausführungsbeispiel
sind die Elektroden 10 und 11 an der Windung 2 angesetzt.
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ο . ' 28.2.1967
5192/DST '
Gemäß den Figuren 2 und 3 ist es auch möglich, dieselben an
die weitergebildete Strangschale IJ in Bereichen unterhalb
der Kokille anzusetzen. In diesen Fällen durchströmt der durch die Spannung aus der Stromquelle 12 hierdurch veranlasste Elektronenstrom
die Strangschale Ij3 in einem größeren Bereich um
die Elektroden'10 und 1,1.
Die Erfindung -bietet besondere Vorteile, sowohl in Bogen- als
auch in Horizontalstranggießanlagen der Schwerkraft der flüssigen Teile entgegenzuwirken, bzw. diese zu kompensieren.
In jedem Fall kann der Druck der flüssigen Schmelze geregelt ' werden. Auch ist es möglich, auf die jeweiligen Druckverhältnisse
im Strang speziell abgestellte Anordnungen anzuwenden.
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Claims (6)
1. Verfahren zum Beeinflussen des noch nicht erstarrten Teiles des Gießstranges einer
Stranggießanlagej
dadurch gekennzeichnet,
■ - " . daß magnetische Kraftfelder angewendet werden,
welche den Druck des noch nicht erstarrten Teiles des Stranges regulieren.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet,
' daß der'Strangquerschnitt des Gießstranges an
beliebigen Stellen des Bereichs von Kokille bis Sumpfende einer zusätzlichen, das Magnetfeld
unterstützenden oder hemmenden Kraft eines
regelbaren Gleichstromfeldesauggesetzt wird. J5.
Vorrichtung zur Durchführung'des Verfahrens nach
Anspruch 1 bestehend aus einem an den Gießweg angesetzten Magnetjoch, -gekennzeichnet durch senkrecht
zur Magnetpolachse (4,5) einander gegenüberliegend angeordnete, gleichstromgespeiste, umpolbare Elektroden
(10,1.1) .· .
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet,
daß als Elektroden (10,11) zwei sich gegenüberliegende VJände (2) der Kokille dienen. ' ·
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 dadurch· gekennzeichnet,
daß als Elektroden (10,11) StrangfUhrungselemente wie
beispielsweise Stützrollen, Gleitschuhe oder der-
.. gleichen dienen. · ■
009813/0576
- «r - 28'.2.1.967/pi/wi
6. Vorrichtung nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß als Elektroden (10,11) die Strangschale
(13) des Gießstranges (l) selbst dient.
009813/0576
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DED0052439 | 1967-03-06 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1558209A1 true DE1558209A1 (de) | 1970-03-26 |
Family
ID=7054173
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19671558209 Pending DE1558209A1 (de) | 1967-03-06 | 1967-03-06 | Verfahren und Vorrichtung zum Beeinflussen des noch nicht erstarrten Teiles des Giessstranges einer Stranggiessanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1558209A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2328898A1 (de) * | 1972-06-08 | 1973-12-20 | Cem Comp Electro Mec | Vorrichtung zum kontinuierlichen giessen von laenglichen koerpern |
| EP0019118A1 (de) * | 1979-05-09 | 1980-11-26 | Siemens Aktiengesellschaft | Einrichtung zum Umrühren von metallischen Schmelzen in Stranggiessanlagen |
-
1967
- 1967-03-06 DE DE19671558209 patent/DE1558209A1/de active Pending
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2328898A1 (de) * | 1972-06-08 | 1973-12-20 | Cem Comp Electro Mec | Vorrichtung zum kontinuierlichen giessen von laenglichen koerpern |
| EP0019118A1 (de) * | 1979-05-09 | 1980-11-26 | Siemens Aktiengesellschaft | Einrichtung zum Umrühren von metallischen Schmelzen in Stranggiessanlagen |
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