DE1552379C - Winkelstuck fur zahnärztliche Instru mente zur Aufbereitung von Wurzelkanalen - Google Patents
Winkelstuck fur zahnärztliche Instru mente zur Aufbereitung von WurzelkanalenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Winkelstück für zahnärztliche Instrumente zur Aufbereitung von Wurzelkanälen
mit einer innerhalb des Winkelstückgehäuses angetriebenen Welle, die am Ende eine Scheibe mit
einem exzentrisch zur Scheibenachse sitzenden Zapfen aufweist, und mit einem im Kopf des Winkelstükkes
drehbar gelagerten Instrumentenhalter, dessen Achse senkrecht zur Achse der Scheibe liegt und der
mit einer Ausnehmung zum Eingriff des Zapfens versehen ist.
Zur Aufbereitung von Wurzelkanälen ist es erforderlich, daß das Instrument zur Erweiterung des
Wurzelkanals abwechselnd in der einen und in der anderen Richtung gedreht und gleichzeitig auf- und
abbewegt wird. Nur auf diese Weise kann erreicht werden, daß die Instrumentspitze dem häufig gekrümmten
Wurzelkanal folgt, ohne ihn zu perforieren. Zu diesem Zweck ist es üblich, daß der Zahnarzt
den Schaft des Instrumentes zwischen Daumen und Zeigefinger hin- und herdreht und dabei vorsichtig
und mit großem Fingerspitzengefühl auf- und abbewegt.
Um dem Zahnarzt diese auf die Dauer anstrengende Arbeit abzunehmen und gleichzeitig die Behandlung
zu beschleunigen, ist bereits ein Winkelstück der eingangs beschriebenen Art bekanntgeworden
(deutsche Patentschrift 479 300), das die beschriebene Bewegung mechanisch simuliert, indem
der als voller Zylinder ausgebildete Instrumentenhalter nicht nur drehbar, sondern auch axial verschiebbar
im Kopf des Winkelstücks gelagert und mit einer radialen Bohrung versehen ist, in welche der erwähnte
Zapfen eingreift. Bei Drehung der Antriebs-.welle führt daher der Instrumentenhalter mit dem
daran durch Einschraubung befestigten Instrument eine alternierende Drehbewegung aus, welcher gleichzeitig
eine stoßende Hin- und Herbewegung in axialer Richtung überlagert ist. Da jedoch, insbesondere bei
gekrümmten Wurzelkanälen, die Auf- und Abwärtsbewegung des Instruments von Fall zu Fall unterschiedlich
und nur auf Grund des Tastgefühls des behandelnden Arztes vorgenommen werden darf; hat
sich dieses bereits seit über 30 Jahren bekannte Win-
ao kelstück ,nicht durchsetzen können, weil die mechanisch
erzwungene Auf- und Abbewegung des Instruments natürlich stets mit einer konstanten Amplitude
und einer der Drehzahl der antreibenden Welle entsprechenden Frequenz erfolgt. Tatsächlich geht bei
einem in axialer Richtung vibrierenden Instrument das Tastgefühl praktisch vollständig verloren.
Erst in neuerer Zeit ist von der gleichen Anmelderin ein Winkelstück zur Wurzelkanalaufbereitung
.bekanntgeworden (französische Patentschrift 1 397 366), bei welchem der Drehwinkel des axial
nicht verschiebbaren Instruments wenigstens näherungsweise 90° beträgt, so daß 'der Zahnarzt von der
auf die Dauer sehr anstrengenden Hin- und Herdrehung des Instruments zwischen den Fingern entlastet
wird und sich ganz auf die vorsichtige axiale Hin- und Herbewegung des Instruments im Wurzelkanal
konzentrieren kann, indem er das Winkelstück vorsichtig und mit Tastgefühl auf und ab bewegt. Bei
diesem vorgeschlagenen Winkelstück jedoch wird die alternierende Drehbewegung des Instruments durch
ein Umkehrgetriebe erzeugt, bei welchem ein Kurbelzapfen auf der ständig in einer Drehrichtung rotierenden
Antriebswelle ein hebeiförmiges Kupplungsglied hin- und herbewegt, welches seinerseits diese alternierende
Bewegung auf eine das Instrument antreibende Abtriebswelle überträgt. Dieses Umkehrgetriebe
nimmt einerseits einen ziemlich großen Platz ein, so daß das Winkelstückgehäuse an dieser Stelle unhandlich
groß ausgebildet werden muß, und andererseits ist die ständig zu beschleunigende Masse der alternierend
bewegten Teile ungünstig groß, so daß eine einwandfreie Funktion dieses Winkelstücks nur bei verhältnismäßig
kleinen Arbeitsgeschwindigkeiten gewährleistet ist. Die erforderliche große Ausbildung
des Winkelstückgehäuses ist besonders unerwünscht, wenn es in Verbindung mit einer sogenannten Doriot-Kupplung
verwendet werden soll, wie sie in verschiedenen Ländern ausschließlich benutzt wird, oder
wenn das Winkelstück direkt an einen der modernen Mikromotoren angeschlossen wird, die sich neuerdings
durchsetzen und den üblichen »Galgen« mit Riemenantrieb ersetzen, wobei das Mikromotorgehäuse
mit als Griffstück dient.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter teilweiser Verwendung von bereits seit 30 Jahren und
mehr bekannten Konstruktionsmerkmalen, wie sie eingangs erwähnt wurden, die Nachteile des zuletzt
beschriebenen Winkelstücks durch wesentliche Ver-
ringerung der zu beschleunigenden Massen der alternierend
bewegten Teile sowie des erforderlichen Platzbedarfs zu vermeiden, so daß das neue Winkelstück
mit größeren Arbeitsgeschwindigkeiten betreibbar und ohne weiteres direkt an Mikromotoren anschließbar
ist.
Ausgehend von einem Winkelstück der eingangs beschriebenen Art ist die Erfindung zur Lösung dieser
Aufgabe dadurch gekennzeichnet, daß der Instrumentenhalter aus einer axial unverschiebbar gelagerten
Hülse, in welche der Schaft des Instruments auswechselbar und drehfest einsetzbar ist, und die Ausnehmung
aus einem parallel zur Hülsenachse verlaufenden, in den Hülsenmantel eingelassenen Längsschlitz
besteht.
Der Drehwinkel der alternierenden Drehbewegung beträgt vorzugsweise 90°.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 einen Längsschnitt durch das vordere Ende eines Winkelstücks nach der Erfindung,
F i g. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II nach
F i g. 1 und
F i g. 3 eine Draufsicht auf eine Verriegelungsplatte für das in den Kopf des Winkelstücks eingesetzte
Instrument.
Nach den F i g. 1 und 2 ist in einer •Führungshülse 1 eine Antriebswelle 2 drehbar gelagert, die in
bekannter Weise an eine nicht dargestellte Antriebseinrichtung angeschlossen ist. Am Ende 3 der
Hülse 1 ist das Winkelstück 5 mittels einer Schraubmuffe 4 befestigt, welche die Auswechselung des
Winkelstücks 5 gegen ein anderes Handstück für den Antrieb eines nur in einer Drehrichtung rotierenden
Instruments, insbesondere eines Bohrers, erlaubt.
Im Gehäuse 12 des Winkelstücks 5 ist eine Antriebswelle 6 drehbar gelagert, die an ihrem hinteren
Ende ein mit einer Zahnung 8 auf der Welle 12 kämmendes Ritzel 7 aufweist und damit von der Welle 2
ständig in einer Drehrichtung angetrieben wird. Auf das vordere Ende der Welle 6 ist eine Hülse 9 mit
einer Scheibe 10 aufgepreßt, die mit einem exzentrisch zur Scheibenachse angeordneten, vorzugsweise
konisch ausgebildeten Zapfen 11 versehen ist. Im Kopf des Handstückgehäuses 12 ist ein Hohlzylinder
13 mit seiner Achse senkrecht zur Welle 6 drehbar, jedoch axial unverschiebbar gelagert. Die Umfangswand
des Hohlzylinders 13 weist einen Längsschlitz
14 auf, in welchen der Zapfen 11 eingreift. Der Hohlzylinder 13, der an seinem unteren Bereich mit einer
Innenhülse 15 und an seinem oberen Ende mit einer Außenbuchse 16 versehen ist, dient zur Aufnahme
des Schaftes 18, eines Instrumentes 17 und ist mit seinem Längsschlitz 14 relativ zum Zapfen 11 der
Scheibe 10 derart angeordnet, daß dieser Zapfen bei Drehung der Scheibe unter Auf- und Abgleiten im
Längsschlitz 14 den Hohlzylinder abwechselnd in der einen und der anderen Richtung dreht. In F i g. 2 sind
die beiden Endlagen, die der Hohlzylinder 13 bei seiner alternierenden Drehbewegung einnimmt, dargestellt,
wobei die Radialflächen des Schlitzes 1.4 jeweils einen Winkel von etwa 45° zu der Achse der
Antriebswelle 6 bilden und somit symmetrisch zu dieser Wellenachse liegen. In Fig. I ist demgegenüber
der Zapfen 11 in seiner höchsten Stellung dargestellt.
Durch diese Anordnung bewirkt eine fortlaufende Drehbewegung der Antriebswelle 6 in einer Drehrichtung
eine hin- und hergehende Schwenkbewegung des Zylinders 13 um seine Längsachse, wodurch gleichzeitig
das Instrument 17 jeweils eine Vierteldrehung um 90° ausführt. Selbstverständlich müssen hierbei
die Breite des Schlitzes 14 sowie die Größe und Ausbildung des Zapfens 11 so aufeinander abgestimmt
werden, daß ein Mindestmaß an Spiel vorhanden ist
ίο und ein Haken an den Umkehrpunkten, von denen
einer in F i g. 2 dargestellt ist, vermieden wird. Hierfür ist eine konische Ausbildung des Zapfens 11, wie
sie in den F i g. 1 und 2 zu erkennen ist, in besonders vorteilhafter Weise geeignet.
Das Instrument 17, welches beispielsweise aus einem Nervzieher bestehen kann, ist durch Verschweißen,
Verschrauben od. dgl. fest an der Unterseite eines üblichen Schaftes 18 angesetzt. Dieser
Schaft 18 sitzt innerhalb des Hohlzylinders 13 in der
ao Hülse 15. Der Zylinder 13 ist an seinem oberen Ende
19 mit einer Bohrung 20 versehen, durch welche das obere Ende 21 des Schaftes 18 geht. Diese Bohrung
20 ist mit einer einseitigen Abflachung 22 versehen, an welcher ein entsprechend abgeflachter Teil 23 am
oberen Ende 21 des eingesetzten Schafts 18 anliegt. Auf diese Weise besteht eine drehfeste Verbindung
zwischen dem schwenkbaren Hohlzylinder 13 und dem Schaft 18 und damit dem Instrument 17.
Zur Verhinderung eines Herausgleitens des Schafts 18 aus dem Hohlzylinder 13 ist eine Verriegelungsplatte
24 (F i g. 3) vorgesehen. Diese Verriegelungsplatte 24 ist mit einem Langloch 25 ausgestattet, welches
an einem Ende in eine kreisförmige Bohrung 26 mit größerem Durchmesser übergeht. In Verlängerung
des Langloches 25, und zwar auf der Seite der Bohrung 26, ist ferner eine weitere Bohrung 27 vorgesehen.
Diese Bohrung 27 dient zur Aufnahme einer Schraube 28, mit welcher diese Verriegelungsplatte
24 an einem Riegel 29 angeschraubt ist. Dieser Riegel 29 weist eine Schulter 30 auf und steht unter der Wirkung
einer Spiralfeder'31, die in einer Ausbohrung 32 des Gehäuses 12 untergebracht ist. Das Langloch
25 greift an dem Ende 21 des Schafts 18 an, wozu dieser mit einer Ringnut 33 ausgestattet ist. Zum Einsetzen
des Instruments 17 wird der Riegel 29 und damit gleichzeitig die Verriegelungsplatte 24 entgegen
der Federwirkung in der Zeichnung nach links verschoben. Hierdurch gelangt die Bohrung 26 in koaxiale
Stellung zu der Mittelöffnung des Hohlzylinders 13, wodurch das obere Ende 21 des Schafts 18
in diese Bohrung 26 eintreten kann, deren Durchmesser hierzu etwas größer als der Durchmesser des oberen
Schaftteiles 21 gehalten ist. Beim Loslassen des Riegels 29 wird dieser durch die Wirkung der Feder
31 in seine in Fig. 1 dargestellte Ausgangsstellung
zurückgezogen, wobei das Langloch 25 der Verriegelungsplatte 24 in die Ringnut 33 eingreift und hierdurch
ein Herausgleiten des Schafts 18 aus dem Hohlzylinder 13 verhindert.
Durch diese erfindungsgemäße Ausbildung wird ein Winkelstück für die mechanische Aufbereitung
von Wurzelkanälen geschaffen, wobei das Instrument eine hin- und hergehende Drehbewegung um etwa
90° ausführt und welches sicher in der Arbeitsweise, einfach und mit geringen Gestehungskosten herstellbar
sowie auf jede übliche Antriebswelle aufsetzbar ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Winkelstück für zahnärztliche Instrumente zur Aufbereitung von Wurzelkanälen mit einer innerhalb
des Winkelstückgehäuses angetriebenen Welle, die am Ende eine Scheibe mit einem exzentrisch
zur Scheibenachse sitzenden Zapfen aufweist, und mit einem im Kopf des Winkelstücks
drehbar gelagerten Instrumentenhalter, dessen Achse senkrecht zur Achse der Scheibe
liegt und der mit einer Ausnehmung zum Eingriff des Zapfens versehen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Instrumentenhalter aus einer axial unverschiebbar gelagerten Hülse (13),
in welcher der Schaft (18) eines Instruments (17) auswechselbar und drehfest einsetzbar ist, und die
Ausnehmung aus einem parallel zur Hülsenachse verlaufenden, in den Hülsenmantel eingelassenen
Längsschlitz (14) besteht.
2. Winkelstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zapfen (11) konisch ausgebildet
ist.
3. Winkelstück nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine am oberen Ende (19) des
Hohlzylinders (13) einseitig abgeflachte Bohrung (20), in die der eingesetzte Schaft (18) des Instruments
mit einem entsprechend abgeflachten Teil
(23) seines Außenumfangs eingreift.
4. Winkelstück nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schaft (18) an seinem dem Instrument abgewandten Ende eine Ringnut (33) aufweist und auf der
Außenseite des Handstückgehäuses (12) oberhalb des Gehäusekopfes eine gegen die Wirkung einer
Feder (31) bewegbare Verriegelungsplatte (24) mit einem Langloch (25, 26) gelagert ist, dessen
eine Kante in der Verriegelungsstellung der Platte
(24) in die Ringnut (33) eingreift und dessen dieser Kante abgewandte Bereich einen Durchtritt
des Schaftendes erlaubt.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| FR19879 | 1965-06-08 | ||
| FR19879A FR1455922A (fr) | 1965-06-08 | 1965-06-08 | Pièces à main pour l'alésage mécanique des canaux dentaires |
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Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1552379A1 DE1552379A1 (de) | 1972-02-17 |
| DE1552379B2 DE1552379B2 (de) | 1972-07-27 |
| DE1552379C true DE1552379C (de) | 1973-02-22 |
Family
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