DE1425045C - Axiallager für hochbelastete Anstellspindeln in Walzgerüsten - Google Patents
Axiallager für hochbelastete Anstellspindeln in WalzgerüstenInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf Axiallauer für hochbelastcte Anstellspindel in Walzgerüsten.
Die Lagerung von Anstellspindel·! tür Walzgeriiste
erfolgt bekannterweise dadurch, daß die gewölbt oder plan gehaltene Stirnfläche in einer entsprechend ausgebildeten
Stüt/platte gelagert ist. Auf Grund der wechselnden Axialbeansjmichung, die durch das Ansteüc'i
der Walzen und durch den Walzvorgang selbst gegeben ist, werden Lagergleitfläclien stoßweise den
hohen Walzstiitzdriicken ausgesetzt, haben aber auch die gleitenden Flachenpressungen während des Anstellvorganges
aufzunehmen. Zu dieser stoßartigen Belastung der Lagergleitflächcn kommt der weitere
Übelstand hinzu, daß beim Anstellvorgang unterschiedliche Anstellgeschwindigkeiten auftreten, wodurch
unterschiedliche Gleitgeschwindigkeitcn zwischen den Gleitflächen auftreten. Gleichzeitig ist aber
auch eine von außen nach innen abnehmende f'läcliengeschsvindigkeit vorhanden, wenn man eine
konstante Anstellgesclnvindigkeit voraussetzt. Diese
unterschiedlichen Gleitgeschwindigkeiten zwischen den Gleitfläche!! führen zu einem schnellen Verschleiß
des die Stirnfläche der Spindel lagernden Gleitstückes, zumal, und das ist ein weiterer Übelstand
der Lagerungen dieser bekannten Art, eine einwandfreie Ülzilführung und damit eine wirksame
Schmierung nicht gewährleistet ist.
Bei einer Anstellvorrichtung für die Walzen von Walzwerken ist es auch bereits bekannt, die Druckspindel
am Ende mit einer Verlängerung und einem Bund zu versehen, wobei dieser Spindeltcil von einer
Haube umgeben ist und an dem Haubenflansch und dem Spiiidelbund jeweils ein Axialwälzlager angeordnet
ist, zwischen denen sich eine die Verlängerung der Anstellspindel umgebende Druckfeder befindet.
Diese Konstruktion hat jedoch den Nachteil, daß die Lager beim Anstellen der Spindel und beim Walzen
sehr stark belastet werden, so daß die Lebensdauer dieser Lager herabgesetzt wird.
Die vorliegende Erfindung vermeidet die Nachteile der bekannten Lagerungen dieser Art und geht von
der Erkenntnis aus, daß durch eine entsprechende Aufteilung der dem jeweiligen. Belastungszustand
eigenen Axialkraft eine wesentlich höhere Lebensdauer der am .Spindelende eingesetzten Lagerelemente
erzielt wird. Sie ist dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufnahme des Hauptanteiles der beim Anstellen der
Druckspindel, d. h. bei Drehbewegungen derselben auftretenden Lagerreibungskräfte ein Axialwälzlager
und zur Aufnahme des Hauptanteiles der beim Walzen, d. h. bei Stillstehen der Druckspindel auftretenden
Axialkräfte ein zentrisch liegendes Stützlager vorgesehen ist.
Infolge der Anordnung eines elastischen Elementes, /.. B. einer Teller- oder Schraubenfeder zwischen
dem Wälzlager und dem Spindelstummelansatz wird beispielsweise die beim Anstellvorgang auftretende
Axialkraft von der Spindel über das elastische Element auf das Wälzlager übertragen und der die Stirnfläche
lagernde Stützkörper entlastet. Der zwischen Wälzlager und Spindelstummelansatz zwischengeschaltete
elastische Stützkörper dehnt sich auf Grund seiner Elastizität nach beendeter Druckentlastung
um einen geringen Betrag, so daß zwischen dem die Stirnfläche der Spindel lagernden Stützkörper
und der Stirnfläche selbst ein geringer Zwischenraum entsteht und damit eine Entlastung dieses
Lagerteiles eintritt. Wird nun die Spindel gedreht, d. h. ein Anstellen der Walze vorgenommen, so wird
die bei diesem Drehvorgang der Spindel wirksam werdende Axialkraft ausschließlich über den elastisehen
Zwischenkörper auf das Wälzlager übertragen. Ist der Anstellvorgang beendet und der Walzvorgang
eingeleitet, so drückt sich das zwischen. Wälzlager und Spindelstummelansatz zwischcngcschaltete elastische
Element unter der erhöhten axialen Belastung so weit ίο zusammen, daß ein festes Anliegen der Stirnfläche
und der Lagergleitfläche des Stützkörpers erfolgt und bei noch weiterem Anwachsen des Axialdruckes die
Hauptaxialbelastung von dem die Stirnfläche der Spindel lagernden Stützkörper aufgenommen wird.
Vorzugsweise werden sowohl das Wälzlager als auch der von diesem umschlossene Stützkörper mit
seinen Gleitflächen für die Stirnfläche der Spindel in einem Ölbad gelagert, so daß eine dauernde und
wirksame Schmierung der Gleitflächen sowohl während des Anstellvorganges als auch während des
Walzvorganges sichergestellt ist.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Lagers ist dadurch gegeben, daß während des Anstcllvorganges,
d. h. während der Drehbewegung der Spindel
praktisch keine Flächenberührung zwischen der Stirnfläche der Spindel und der diese Stirnfläche lagernde
Fläche des Stützkörpers erfolgt, also gerade bei diesem Vorgang auf Grund der unterschiedlichen Drehgeschwindigkeit
der einzelnen Flächenbereiche ein Verschleiß derselben nicht auftreten kann. Weiterhin
ist von Vorteil, daß durch den Einbau eines elastischen Zwischenstückes zwischen Wälzlager und
Spindelstummelansatz der größte Teil der sowohl beim Walzen als auch beim Anstellen auftretenden
Stoßbelastungen kompensiert wird, ein Verschleiß des Lagers dadurch also nicht auftreten kann.
Die vorliegende Erfindung ist an Hand der Figur beispielsweise näher veranschaulicht.
Zur Aufnahme der Axialbelastungen, die sosvohl beim Anstcllvorgang als auch beim Walzvorgang auftreten,
wird das Spindelende in einem Axiallager gelagert, welches aus einem Wälzlager 1 und einem
Stützkörper, Stützplatte 2 od. dgl. aufgebaut ist. Diese Lagerteile sind im Einbaustück 3 fest verankert. Zwisehen
dein Wälzlager I und dem Spindelstummelansatz 4 ist ein elastisches Zwischenstück 5 vorgesehen,
das zur Übertragung der Axialkräfte auf das Wälzlager 1 und den Stützkörper 2 dient. Das Wälzlager
1 selbst übernimmt während des Anstellvorganges die Drehbewegung der Spindel 6 bei einem
relativ geringen Schließdruck zwischen dem Einbaustück 3 und der Spindel 6, während der Stützdruck
durch das nachgiebige mechanische oder hydraulische Zwischenstück 5 über den Stützkörper 2 auf die Spindel
6 übertragen wird. Außer der Nachgiebigkeit beim Stützvorgang bewirkt das elastische Zwischenstück 5
ein geringes Abheben / der Stützflächen voneinander während des Bewegungsvorganges der Spindel 6 und
hält damit jegliche Kantenpressung vom Lager fern. Der Vorgang des Anstcllens ist beispielsweise in der
Figur veranschaulicht. Während des Walzvorganges jedoch wird der sich zwischen der Stirnfläche 7, der
Spindel 6 und dem Stützkörper 2 ausbildende Zwischenraum / gleich Null, weil jetzt, infolge der crhöhten
Axialbelastung, auch der Stützkörper 2 als abstützendes Element für die über die Spindel 6 während
des Walzvorganges übertragenden Kräfte wirksam wird. Das aus dem Wälzlager 1 und dem Stütz-
körper 2 aufgebaute Axiallager ist in ein ölbad eingebaut,
wodurch eine wirksame Schmierung aller Gleitflächen erfolgt, die eine lange Lebensdauer der
Lagerteile gewährleistet.
Claims (2)
1. Axiallager für hochbelastete Anstellspindeln in Walzgerüstcn, wobei die Spindel über ein elastisches
Element in axialer Richtung abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufnahme des Hauptanteiles der beim Anstellen
der Druckspindel (6), d. h. bei Drehbewegungen derselben, auftretenden Lagerreibungskräfte ein
Axialwälzlager (1) und zur Aufnahme des Hauptanteiles der beim Walzen, d. h. bei Stillstehen der
Druckspindel (6), auftretenden Axialdruckkräfte ein zentrisch liegendes Stützlager (2) vorgesehen
ist.
2. Axiallager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mittige Stützkörper (2) und
das Wälzlager (1) in einem ölbad gelagert sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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