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Verfahren zum Analysieren einer Mischung.
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Die Erfindung bezieht sich auf die Bestimmung der relativen Anteile
gewisser Bestandteile in Mischungen-und insbesndere auf die Erzeugung und die Feststellung
von kernmagnetischen Resonanzsignalen in der Mischung, welche Atome in verschiedenen
Umgebungen anzeigen.
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Kerne, beispielsweise Protonen-, werden in einem einseitig gerichteten
magnetischen Feld polarisiert. Wenn sie nachfolgend dem Einfluß eines zweiten Feldes,
wie etwa einem Wechselfeld, unterworfen werden, welches eine Vektororientierung
rechtwinklig zu dem polarisierenden Feld hat, zeigen sie eine meßbare Übergangserscheinung.
Diese Übergangserscheinung, festgestellt in Form eines Wechselstroms und Signals,
kann den Charakter der Substanz, die-mit-den Protonen verbunden oder daraus gebildet
ist, anzeigen.
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Diese Erscheinung, die als "kernamagnetische Resonanz
bekannt
ist, ist abhängig von der Ladung, der Masse und der Bewegung eines Protons und seiner
Reaktion mit einem magnetischen Feld. Es ist gefunden worden, daß es für ein gegebenes
System von identischen Kernen eine bestimmte Frequenz, die "Larmorfrequenz", gibt,
bei der eine Ansammlung von Kernen in einem magnetischen Feld gegebener Stärke Resonanz
zeigt. Es wurde weiter gefunden, daß mit den Ubergangserscheinungen verbundene meßbare
Zeitintervalle, die longitudinale Relaxationszeit T1 und die transversale Relaxationszeit
T2, eine weitere Grundlage für die Kennzeichnung eines gegebenen Systems abgeben.
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Die dabei stattfbndenden Vorgänge sind komplexer Natur und wurden
bisher nicht hinreichend verstanden, um eine Anzeige für die relativen Anteile von,
beispielsweise, zwei verschiedenen Verbindungen. u schafen, die Protonen in unterschiedlichen
chemischen oder strukturellen Beziehungen enthalten, wenn diese in einem gemeinsamen
Träger oder in einer Mischung anwesend sind.
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Es wurde gefunden, daß, wenn eine Mischung in ein polarisierendes
einseitig gerichtetes magnetisches Feld eingebracht und die Protonen in der Mischung
dadurch bestimmte sekundäre magnetische Felder wiederholt angeregt werden, dann
an einer Mehrzahl von Punkten Wechselstromsignale gemessen werden können, welche
von einer Bewegung der Protonen infolge der beiden Felderherrühren und die Anteile
an Protonen in ver-Çohiedenen Umgebungen in der Mischung anzeigen.
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Gemäß der Erfindung wurde gefunden, daß Messungen, die in erster
Linie von der longitudinalen Relaxationszeit T1 oder der transversalen Relaxationszeit
T2 abhängen, benutzt werden können, um den Charakter eines gegebenen Systems von
Kernen zu identifizieren und weiterhin zwischen Kernen der gleichen Art zu unterscheiden,
die in z-wei verschiedenen Umgebungen in der gleichen den Prüfungen unterworfenen
Materialmenge-vorhanden sind. Insbesondere umfaßt die vorliegende Erfindung ein
Verfahren zur Kennzeichnung der Anteile von Bestandteilen in einem System von mindestens
zwei Komponenten durch Anregung der Protonen in diesem System mittels wiederholtem
Anlegen von pulsierenden elektromagnetischen Feldern, während sich das System in
einem polarisierenden magnetischen Feld befindet, und Messungen der Größe sich ergebender
Signale nach Entfernung gewisser dieser Felder für eine Mehrzahl vorn verschiedenen
Abklingzeitintervallen, während derer die Magnetisierung sich dem Gleichgewichts-Magnetisierungszustand
nähert, wie er am Ort der Protonen während des Abklingzeitintervalls wirksam ist.
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Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine geeignete Anlage zur Ausführung
des vorstehenden Verfahrens.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand der anliegenden Zeichnung
weiter erläutert.
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Fig. 1 veranschaulicht in schematischer Darstellung eine Anlage zur
Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung.
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Fig. 2 und 3 sind graphische Darstellungen von Spannungsfunktionen
in Bezug auf die Zeit für auf die longitudinale Relaxationszeit T1 bezogene Messungen.
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Fig. 4 ist eine graphische Darstellung einer Funktion der Spannungen
gemäß den Figuren 2 und 3.
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Fig. 5 und 6 sind graphische Darstellungen von Spannungsfunktionen
in Bezug auf die Zeit für auf die transversale Relaxationszeit T2 bezogene Messungen.
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Fig. 7 ist eine graphische Darstellung einer Funktion der Spannungen
gemäß den Figuren 5 und 6.
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Fig. 8 ist eine teilweise geschnittene Ansicht eines Bohrlchuntersuchungssystems.
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Fig. 9 ist ein Schnitt durch Figur 8 nach Linie 4-4 der Fig. 8; Fig.
10 ist ein Schaubild einer Niederfeld-Resonanz-Anlage.
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Fig. 11-14 veranschaulichen zetabhängige Funktionen, wie sie beim
Betrieb der Anlage gemäß Figur 10 vorkommen.
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Vor einer ins Einzelne gehenden Beschreibung der Abbildungen sei
darauf hingewiesen, daß in einer Mischung von zwei Bestandteilen A und B Messungen
der relativen Mengen der Bestandteile in Abhängigkeit von den longitudinalen Relaxationszeiten
T 1A und T1B gemacht werden können. Solche
Messungen können auch
vonjden transversalen Relaxationszeiten T2A und X2B abhängig sein. Beide Messungen
erlauben grundsätzlich eine Bestimmung der Anteile der Bestandteile (und in einigen
Fällen der Identität der Bestandteile)} wenn T1A von T1B verschieden ist und wenn
T2A von T2B verschieden ist.
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Die Figuren 1 - 3 beziehen sich auf Messungen, die von der longitudinalen
Relaxationszeit T1 abhängen.
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Gemäß Figur 1 erzeugt ein Permanentmagnetsystem oder ein in geeigneter
Weise gesteuerter Elektromagnet mit Polstücken 10 und 11 ein einseitig gerichtetes
magnetisches Feld in einem Luftspalt 12, um Jegliche Protonen in einem solchen Feld
zu polartieren. Es sind (nicht dargestellte) Mittel vorgesehen, um eine Probe von
zu untersuchendem Material, wie etwa eine Probe 13, in dem Luftspalt 12 zu halten.
Im Luftspalt 12 sind zwei Spulen 14 auf gegenüberliegenden Seiten der Probe 13 angeordnet
und mit ihren Achsen senkrecht zu den magnetischen Flußlinien in dem Luftspalt ausgerichtet.
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Die Spulen 14 werden von einer Wechselstromquelle 16 erregt. Bei
Anwendungen der Erfindung mit hohem polarisierenden Feld ist die Stromquelle 16
vorzugsweise ein Oszillator, der eine pulsierende Hochfrequenz-Energie von wählbarer
Höhe erzeugen kann. In den Stromkreis der Spulen 14 ist weiterhin eire Aufnahme-
und Anzeigeeinrichtung geschaltet, die allgemein durch den Verstärker 18 und die
Oszilloskopvorrichtung 20 dargestellt ist und welche im allgemeinen eine (nicht
dargestellte) Regelvorrichtung einschließt. Zwischen den Klemmen
der
Spulen 14 auftretende Spannungen können demgemäß auf dem Oszilloskop 20 betrachtet
oder in anderer Weise gemessen werden.
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Die vorstehend beschriebene Anordnung veranschaulicht schematisch
eine geeignete Analysieranlage. Es versteht sich, daß geeignete Regelvorrichtungen,
wie sie in dem Fachgebiet bekannt sind, zwischen den Spulen 14, der Stromquelle
16 und dem Verstärker 18 verwendet werden können, um eine UberSxeung durch Signale
von der Stromquelle 16 zu vermeiden und hierdurch eine nachfolgende Feststellung
von in den Spulen 14 induzierten Signalen verhältnismäßig kleiner Amplitude zu gestatten.
Eine solche Regelwirkung kann der Eingangs stufe des Verstärkers 18 z.B. durch einen
Kanal 19 aufgedrückt werden, um den Verstärker 18 gegen Impulsenergie aus der den
Quelle 16 unempfindlich und dann für vor spulen 14 gelieferte Signale empfindlich
zu machen.
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Protonen in der Probe 13 werden, wenn diese in das magnetische Feld
im Luftspalt 12 gebracht ist, polarisiert und suchen eine solche Orientierung anzunehmen,
daß der die elektromagnetischen Eigenschaften der Protonen kennzeichnende makroskopische
Vektor parallel zu dem einseitig gerichteten magnetischen Feld im Luftspalt 12 verläuft.
Das einseitig gerichtete magnetische Feld führt zu einer nuklearen Polarisation
von Atomen in seinem Einflußbereich, so daß das magnetissche Moment der Atome sich
mit den Kraftlinien des magnetischen Feldes auszurichten sucht. Der Oszillator 16
wird
vorzugsweise in einer solchen Weise gesteuert, daß zuerst ein
Impuls 25, Figur 2, von Hochfrequenzenergie an die Spulen 14 angelegt wird und ein
gleicher Impuls 26 nach Ablauf eines Zeitintervalls t1 angelegt wird. Die Anlegung
der Impulse 25 und 26 bewirkt eine Desorientierung der Protonen in dem magnetischen
Feld, d.h. der makroskopische Momentvektor der Protonen wird um 900 verschoben,
so daß er mit den Achsetder Spulen 14 in eine gemeinsame Ebene zu liegen kommt.
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Nach Wegnahme der Impulse 25 und 26 beginnt der makroskopische Momentvettor
eine Präzessionsbewegung um eine zu dem einseitig gerichteten magnetischen Feld
parallele Achse auszuführen, jedoch klingt deren senkrecht zu dem einseitig gerichteten
magnetischen Feld gerichtete Komponente infolge Phasendispersion rasch auf Null
ab.
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Infolge der vorgenannten Präzession wird in den Spulen 14 eine Hochfrequenz-Ubergangserscheinung
induziert, die nachfolgend als eine frei abklingendes elektromagnetisches Sig nal
bezeichnet wird, welches im allgemeinen eine hohe Anfangsamplitude hat und auf Null
abklingt. Das Ubergangsfeld ist in Figur 2 durch die Hüllkurven27 und 28 gekennzeichnet.
Im Anschluß an den ersten Impuls 25 ist die Anfangsamplitude des Abklingsignals
27, die Amplitude CO, verhältnismäßig groß. Wenn das Zeitintervall tl lang genug
ist, daß alle Protonen im Luftspalt 12 das Gleichgewicht erreichen können, wird
die Anfangsamplitude des Impuls es 28 die gleiche sein wie die Amplitude des Impulses
27.
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Wenn jedoch tl für ein Erreichen des Gleichgewichtes durch alle Protonen
unzureichend ist, wird, wle in Figur 2 gezeigt ist, der Impuls 28 eine verrigerte
Amplitude Cl aufweisen. Aus figur 3 ist zu ersehen, daß für ein noch kürzeres Zeitintevall
t2 die der Impulse 28a eine viel kleinere Anfangsamplitude ist und eine Amplitude
C2 hat.
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Wenn sich das Zeitintervall t dem Wert Null nähert, wird sich auch
die Amplitude des Impulses, der dem zweiten Impuls in jedem Impulspaar folgt, dem
Wert Null nähern.
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Gemäß dieser Form der Erfindung werden elektromagnetische Hochfrequenzsignale,
wie die induzierten Signale 27, 28 und 28a an einer Mehrzahl von Punkten im Zeitbereich
(t) gemessen. Anders ausgedrückt heißt das, daß Messungen für eine Mehrzahl von
sehr kurzen Werten von (t) gemacht werden, so daß diese hinreichen, um eine richtige
graphische Darstellung der in Fig. 4 gezeigten Funktion zu ermöglichen. Die in Fig.
4 gezeigte Funktion kann am besten anhand der folgenden Analyse der physikalischen
Reaktionen, welche Reflexionen oder Impulse, wie 27, 28 und 28a, erzeugen, verstanden
werden.
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Wenn-die Probe 13 nur Protonen mit einem einzigen Kennzeichen enthält,
beispielsweise wenn die Probe 13 eine homogene Flüssigkeit ist (eine einzige Komponente),
so kann gezeigt werden, daß, wenn die Leistungshöhe des Hochfrequenzfeldes so gewählt
ist, daß sie den makroskopischen Momentvektor der Wasserstoffatome in eine Lage
senkrecht zu dem polarisierenden
Feld dreht, die anfängliche Amplitude
C eines Impulssignales, wie etwa des Impulses 28 oder des Impulses 28a, in folgender
Weise ausgedrUckt werden kann: C = C0(1-e t/l), (1); worin C0 die anfängliche Amplitude
des Abklingsignals 27, T1 die klassische longitudinale Relaxationszeit für die besondere
Probe und t das Zeit intervall zwischen den Impulsen 25 und 26 bedeuten.
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Wenn andererseits die Probe 13 eine Mischung von zwei verschiedenen
Flüssigkeiten A und 3 einschlieBt, wobei diese Flüssigkeiten so sind, daß sich ihre
longitudinalen Relaxationszeiten T1A und T1B voneinander unterscheiden, kann gezeigt
werden, daß: C = #iCOi (1-e0t/T1i) (2); worin C0i die Amplitude eines Impulses entsprechend
dem Impuls 27 für eine Mischung der Komponenten A und B; t ist der Abstand zwischen
den an die Spule 14 angelegten Impulsen; und ist ist die longitudinale Relaxationszeit
für die i-te Komponente der Mischung, d.h. die Komponente A oder die Komponente
B.
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Aus einer Messung der Amplituden der Impulse 27, 28, 28a usw. kann
der Wert einer Funktion R bestimmt werden, wobei CO = CO-C (3).
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Es ist nun ersichtlich, daß
wobei OA der Beitrag der Komponente A zu dem gemessenem Impuls und C033 der Beitrag
der Komponente B zu dem gemessenem Impuls ist.
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Durch Zusammenfassen der Gleichungen (2) und (3) ergibt sich:
Bei Betrachtung der Fig. 4 ist zu ersehen, daß für ein von den Komponenten A und
B gebildetes Zwei-Komponenten-Gemischt Werte erhalten werden und verfügbar sind
für die Identifizierung von zwei verschiedenen Komponenten, die zu einer zusammengesetzten
Kurve beitragen. In graphischer Form führen die Werte zu einer Darstellung von log
R (wie er aus Gleichung (5) bestimmt ist) als Funktion des Impulsintervalles (t).
In dieser Weise wird eine Kurve 40 bestimmt. Aue Gleichung (5) ist zu ersehen, daß,
wenn sich t dem Wert Null nähert, R sich dem Wert 1 nähert. Unmittelbar angrenzend
an t = 0 hat
die Kurve 40 eine scheinbare Anfangssteigung, wie
sie durch die gestrichelte Linie 41 angezeigt ist. Für große Werte von t nähert
sich-die Kurve einer zweiten, deutlich von der der Linie 41 verschiedenen Steigung,
wie sie durch die gestrichelte Linie 42 angezeigt ist. Zum Zweck der folgenden Betrachtung
wird der Null-Schnittpunkt der Linie 42 als Y1 bezeichnet. Das Vorliegen von zwei
derartigen verso-hfedenen Steigungen bei der Kurve 40 beruht auf der Gegenwart von
zwei Komponenten in dem System. Wenn nur eine einzige Komponente vorhanden ist,
stellt die Auftragung von R eine Gerade dar. Der Teil der Kurve, dessen Steigung
der gestrichelten Linie 41 entspricht, wird von der Kombination der beiden Bestandteile
bestimmt. Der Teil der Kurve, dessen Steigung derjenigen der Linie 42 entspricht,
ist jedoch im wesentlichen vollständig einem der beiden Bestandteile zuzuschreiben.
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Aufgrund dieser Umstände können die relativen Anteile der Bestandteile
A und B dann durch bloße Bestimmung der numerischen Werte der Steigungen der Linien
41 und 42 und des Schnittpunktes Y1 bestimmt werden.
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Im einzelnen kann der Beitrag der Komponente A zur Impulsamplitude
(welcher ihrer Konzentration proportional ist) wie folgt ausgedrückt werden: COA
= CO (6).
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Y1 In entsprechender Weise ist die Konzentration der Komponente B
proportional zu COBJ welches durch Lösung der folgenden
Gleichung
bestimmt werden kann:
Aus dem Vorstehenden geht hervor, daß eine graphische Darstellung des log R (Gleichung
(3) ) hinreichende Informationen liefert, um eine Bestimmung der relativen Anteile
von zwei Bestandteilen in der Mischung zu gestatten.
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Die oben beschriebene graphische Analysenmethode der Werte ist für
jeden leicht durchfthrbar, der eine Mischung aus Kernresonanzdaten zahlenmäßig bestimmen
möchte, welche in genügend weiten Zeitbereichen erhalten sind, um den verschiedenen
Teilen der Kurve in richtiger Weise Steigungen zuordnen zu können. Es ist jedoch
zu ersehen, daß Werte, die in vier verschiedenen Messungen wie oben beschrieben
erhalten wurden, in Rechenverfahren verwendet werden können, um eine Lösung der
Gleichung (5) zu erhalten. In dieser Weise kann die Erfindung ohne Ausführung der
in Fig.'4 erläuterten graphischen Methode angewendet werden, wenn die oben angegebenen
vier Messungen erhalten und entsprechende physikalische Darstellungen für Rechenverfahren
verwendet werden. Das letztere wird noch weiter im einzelnen erläutert. Jedoch kann
die graphische Methode, die die Kurve 40 umfaßt, nicht nur eine Anzeige hinsichtlich
der relativen Mengen der Bestandteile liefern, sondern auch eine Anzeige hinsichtlich
der Identität der Bestandteile. Im einzelnen hat die longitudinale Relaxationszeit
des
Bestandteils A die folgende Beziehung zu der Kurve gemäß Fig. 4: T1A + logeRg-1
(8)> Hierin bedeutet die Bezeichnung (notation), daß der in Klammern stehende
Ausdruck in der Grenze zu berechnen ist, wenn (t) sich dem Wert unendlich nähert.
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Entsprechend kann die longitudinale Relaxationszeit des Bestandteils
B wie folgt ausgedrückt werden:
Hierin zeigt der in Klammern gestellte Teil mit dem Index Null (O)an, daß die Steigung
der Kurve bei t gleich Null zu berechnen ist.
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Es wurde gefunden daß Protonen in Wasser, welches in einer Probe
von Erdmaterial, wie beispielsweise einem Abschnitt eines Bohrkernes, enthalten
ist, eine bestimmte Zeit T1 haben, welche von der Zeit T1 für Rohöle in der gleichen
Probe verschieden ist. Aus einer Bestimmung der Steigung der Kurve 40 bei t = 0
und wenn sich t, in der Grenze, Unendlich nähert, kann der relative Anteil von Öl
und von Wasser in dem Kern bestimmt werden.
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Es ist an dieser Stelle wichtig zu verstehen, daß die
Anteile
von Bestandteilen in solch einem Gemisch durch Ausführung von wenigstens 4 Messungen
bestimmt werden können, d.h. Messungen bei 4 verschiedenen Werten von ts von denen
zwei in unmittelbarer Nähe von (t) gleich Null und zwei an Punkten vorgenommen werden,
wo t sehr groß ist. Wie beispielsweise in Fig. 1 veranschaulicht ist, kann ein spitzenanzeigendes
Voltmeter 50 mit gesteuerter Vakuumröhre mit dem Ausgang des Verstärkers 18 verbunden
sein, um einer Registriervorrichtung 51 für vier verschiedene Werte von (t) Signale
zuzuleiten, die für die Anfangsampltiude des freien Abklingimpulses, wie etwa der
Impulse 27, 28J 28a, 28a> usw., kennzeichnet sind. Für eine Zwei-Kompanenten-Mischung
können die vier Amplitudenwerte, wie sie durch die Aufzeichnungslinie 52 der Registriervorrichtung
angezeigt werden zur Bestimmung der Anteile der beiden Bestandteile eines Gemisches
ausgenutzt werden. Spitzenanzeigende Voltmeter mit gesteuerter Vakuumröhre, wie
etwa das Meß gerät 50, sind, obwohl im einzelnen hier nicht angezeigt, dem Fachmann
vertraut. Ein solches Voltmeter kann am Ende des Impulses 25 oder 26 gesteuert oder
eingeschaltet werden, so daß die größte Amplitude des kklingimpulses gemessen wird.
Andererseits können die Werte von dem spitzenanzeigenden Voltmeter 50 auch einer
Rechenmaschine zugeführt werden. Jeder der in solch einer Rechenvorrichtung gespeicherten
oder dieser als Eingang zugeführten vier Werte wird dann in einem geeigneten Programm
verarbeitet, um die in Gleichung (5) angezeigte Berechnung durchzuführen und die
longitudinalen
Relaxationszeiten T1A und T1B, wie sie in den Gleichungen (8) und (9) angegeben
sind, zu ermitteln.
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Es sei hier bemerkt, daß sich die vorstehende Beschreibung auf Messungen
bezog, die von der longitudinalen Relaxationszeit T1 abhängig sind. Es wird nun
die Art und Weise beschrieben, in der Messungen auf Basis der Quer-Relaxationszeit
T2 mit den gleichen günstigen Ergebnissen wie oben beschrieben gemacht werden können.
Es ist zu beachten, daß die longitudinalen Relaxationszeiten (T1A und T1B) für zwei
Komponenten (A und B) einer Mischung identisch sein können, während ihre Quer-Relaxationszeiten
(T2A und T2B) voneinander abweichen können. In diesem Falle kann der nachfolgend
beschriebenen Arbeitsweise gefolgt werden, um die relativen Anteile in der Mischung
zu bestimmen.
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Gemäß Fig. 5 werden Messungen der maximalen Amplitude eines Impulsechos
durchgeführt, wie es allgemein durch die Zeit Wellen-Hüllinie 6o dargestellt ist
und zu einer/nach dem zweiten der beiden Impulse 61 und 62, die den Spulen 14 gemäß
Fig. 1 zugeführt werden, auftritt. Im Einzelnen sind die Impulse 61 und 62 um ein
Zeitintervall (1/2 t3) voneinander getrennt. Die maximale Amplitude Mt3 des Impulsechos
60 tritt zu einem Zeitintervall (1/2 t5) nach dem zweiten Impuls 62 auf. Wenn das
Zeitintervall (t3) sehr kurz gehalten wird, ist die Amplitude des Impulses 60 verhältnismäßig
groß. Wenn im Gegensatz hierzu, wie in Fig. 6 gezeigt ist, das Zeitintervall im
Verhältnis zu den Impulsen 61a und 62a
sehr lang gehalten wird,
wie etwa (t4), dann wird der Echoimpuls 60a sehr viel kleiner sein und sich Null
nähern, wenn (t) sich unendlich nähert.
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Wenn die der Prüfung unterzogene Probe 13 einen einzigen Bestandteil
enthält, ist die Steigung der log-Funktion der Amplitude des Impulsechos als Funktion'von
(t) eine gerade Linie. Beispielsweise könnten die in Fig. 7 gezeigten gestrichelten
Linien 65 oder 66 Änderungen im Logarithmus der Amplitude eines Impuls echos für
eine einzelne Komponente darin stellen. Wenn jedoch 2 Komponenten vorhanden sind,
wird eine Kurve wie etwa Linie 67 erhalten, da die Amplitude (M) eines jeglichen
Impulsechos von dem Beitrag der beiden Bestandteile abhängig ist. Mathematisch heißt
das: M = £ Moi e t/T22 > (io) worin MOi den Beitrag einer i-ten Komponente zur
Amplitude des Impulsechos, wenn sich das Intervall t zwischen den Impulsen Null
nähert, t das Zweifache des Abstandes zwischen den Impulsen 61, 62 usw. und T2idie
Quer-Relaxationszeit für die i-te Komponente der Mischung, d.h. der Komponente A
oder der Komponente B, bedeuten.
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Es wurde gefunden, daß MOA=Y3 (11) wobei
MOA der
Beitrag der Komponente A zur Impulsamplitude und der Null-Schnittpunkt der Extrapolation
der Kurve 67 im Zeitbereich, wo t sich Unendlich nähert, ist.
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Entsprechend gilt: MOB = (Y2) - (Y3) (12) wobei MOB der Beitrag der
Komponente B zu der Impulsamplitude und (Y2) der Null-Schnittpunkt der gestrichelten
Linie 66 ist, d.h. der Steigung der Kurgc 67 im Zeitbereich, wo sich (t) Null nähert.
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Eine weitere Nutzanwendung der Schnittpunkte Y2 und Y3 und der Steigung
der Kurve 67 in dem Bereich, wo sich die Kurve Null nähert und in dem Bereich,-wo
wo sich die Kurve unendlich nähert, kann ein Mittel zur Identifizierung der die
Mischung bildenden Atome schaffen.
wobei d dt logo (M) an den in Fig. 7 angegebenen Punkten genommen
ist.
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Obgleich sich die vorstehende Beschreibung auf Messungen in Flüssigkeiten
bezog, die in geeigneter Weise, etwa in einem zweckentsprechenden Probebehälter
oder einer Zelle, abgesondert sind, so ist doch zu verstehen, daß sich. das Verfahren
allgemein auf die Feststellung von Kernen in unterschiedlidie chen Umgebungen bezieht,
d.h. in Umgebungen, die/Relaxationserscheinungen der Kerne in unterschiedlicher
Weise beeinflussen. Gemäß der Erfindung kann das Verhältnis von Öl zu Wasser, wie
es von einer Ölbohrung geliefert wird, an oder nahe dem Ort der produzierenden Horizonte
innerhalb des eigentlichen BohrlQches benutzt werden, um sachdienliche Informationen
bemöglich der produktiven Qualitäten einer gegebenen Schicht zu liefern. Im einzelnen
kann der Polstücke 10 und 11 enthaltende Magnet zusammen mit den Spulen 14 in einem
Bohrlochuntersuchungswerkzeug in einer solchen Weise angeordnet werden, daß Flüssigkeiten,
die durch das Bohrloch fließen, durch den Luftspalt in Nachbarschaft der Spulen
14 hindurchgehen können, um dadurch die Kerne in den Bohrlochmedien anzuregen.
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Im einzelnen kann, wie in Fig. 8 gezeigt ist, eine an der Oberfläche
befindliche Einheit 70 eine Impulsquelle und ein Meßsystem (z.B. die Elemente 16,
18,20, 50 und 51 gemäß Fig. 1) einschließen, welches etwa durch einen Kanal 71 mit
einer Bohrlbeheinheit 72 verbunden ist. Die Einheit 72 umfaßt einen langgestrickten
Zylinder 73, der in dem Bohrloch einen Fließkanal bildet und an seinem oberen Ende
mit Führungsrippen 74 und an
seinem unteren Ende mit Führungsrippen
75 ausgestattet ist, um die Verschiebung längs des Bohrloches zu erleichtern. Ein
Magnet 76 mit einem zugeordneten Spulenpaar 77 und 78 ist zentral im Zylinder 73
gehaltert. Die Spulen 77 und 78 können durch den Kanal 71 in geeigneter Weise mit
der Oberflächeneinheit 70 verbunden sein. Wie am besten im Schnittbild der Fig.
9 veranschaulicht ist, besteht der Magnet 76 aus einem kurzengeschlitzten Zylinder,
wobei der geschlitzte Teil einen Luftspalt 79 bildet, in dem die Spulen 77 und 78
montiert sind.
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Die an den Luftspalt 79 angrenzenden Polstücke haben entgegengesetzte
magnetische Polaritäten, so daß Flußlinien den Luftspalt im wesentlichen gleichförmig
zwischen den benachbarten Enden der Spulen 77 und 78 durchqueren. Die Spulen 77
und 78 sind so ausgerichtet, daß bei Energiezuführung alle dabei erzeugten magnetischen
Felder in ähnlicher Weise senkrecht zu den in einer Richtung verlaufenden Flußlinien
im Luft spalt 79 orientiert sind. Das Innere des Zylinders 73 bildet einen Fließweg,
Wm Medien durch den Spalt 79 zu leiten. In der Praxis kann die Einheit bis an oder
nahe an einen produzierenden Horizont abgesenkt werden, und es können Messungen
der Resonanzeeigenschaften der Medien, wie sie oben in Verbindung mit Fig. 4 oder
Fig. 7 beschrieben wurden, erhalten werden, um das Verhältnis des in dem Bohrloch
an der gewählten Stelle fließenden Wassers und Öles zu bestimmen. In mehreren verschiedenen
Tiefen in dem Bohrloch durchgeführte Messungen geben dann den allgemeinen Produktionscharakter
der Formationt
an.
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Die vorstehenden Ausführungen beziehen sioh auf Messungen der Eigenschaften
von Medien, die in dem Bohrloch fliessen. Es kann wünschenswert sein, Messungen
der Eigenschaften von Medien in den Formationen selbst zu erhalten. Eine Methode
zur Erzielung solcher Messungen liegt darin, die Untersuhhungseinheit durch eine
Bogenfedereinri¢htung. 85 gegen die Wand des Bohrloches zu drücken. In einem solchen
Falle wird die Magnetvorrichtung 76 in dem Zylinder :73 so ausgerichtet, daß der
Luftspalt 79 und die Spulen 77 und 78 in unmittelbarer Nähe der Seite des Zylinders
73, die der Bogenfeder 85 gegenüberliegt, und anliegend an die Erdformationen gehalten
werden. Messungen der freien Abklingsignale oder von Impulsechosignalen können dann
durch die anliegenden Formationen wesentlich beeinflußt werden. Vorzugsweise wird
der Zylinder 73 in diesem Falle mit geschlossenen Enden versehen, um einen Durohfluß
von Medium zu vermeiden, so daß {nderunge + er Relaxationsersoheinungen in erster
Linie auf Xnderungen in den Eigenschaften der Formationen zurückzuführen sind.
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In einer anderen Hinsicht bezieht sich die Erfindung auf eine Bestimmung
der Anteile von adsorbierten und chemisch gebundenen Protonen z.B. in Getreide und
dergleichen. Messungen wie oben beschrieben können an solchen Materialien durchgeführt
werden, um die Kurve, wie sie in Fig. 4 oder Fig. 7 gezeigt ist, oder ein Maß für
die Steigungen der Linien 41, 42 usw. zu liefern.
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Weiterhin können Protonen enthaltende Moleküle, welche in bezUglißh
der Kernrelaxation verschiedenen Umgebungen vorliegen, unabhängig nach dem Verfahren
der Erfindung untersucht werden. Beispielsweise kann gefunden werden, daß ein erster
Katalysator von einer bestimmten Charakteristik Wassermoleküle an einem Wasserstoffatom
beruht, während ein zweiter Katalysator von einer unterschiedlichen bestimmten Charakteristik
an das Wassermolekül über das Sauerstofratom gebunden sein kann. Solche Unterschiede
der chemischen Verbindung zwischen den Atomen beeinflussen die Relaxationszeiten
der Kerne und ermöglichen daher die Bestimmung der Wirksamkeit des Katalysators
durch Messung der relativen Anteile von Wassermolekülen, die an einem Wasserstoffatom
gebunden sind, zu denjenigen, die an einem Sauerstoffatom gebunden sind.
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Es ist zu beachten, daß die Figuren 2, 3, 5 und 6 eine Oszillatorimpuishülle
veranschaulichen. Es ist zu verstehen, daß die Frequenz des Impulsfeldes in Abhängigkeit
von (1) der Starke des polarisierenden oder einseitig gerichteten magnetischen Feldes
und (2) dem gyromagnetischen Verhältnis des untersuchten Atoms gewählt werden sollte.
Im einzelnen sollte die Frequenz der Oszillation in der Impulshülle der Lamor-Frequenz
des untersuchten Elementes entsprechen. Die Larmor-Frequenz (3) ist definiert als:
X Ho Ih worin
das magnetische Moment des untersuchten Elementes,
I der Spin, h die Planck'sche Konstante und Hg die Stärke des polarisierenden magnetischen
Feldes bedeuten. Während sich die vorausgehende Beschreibung in erster Linie mit
kernmagnetischen Resonanzerscheinungen befaßte, bei denen Protonen die mit Energie
beaufschlagten Kerne sind, können auch andere Kerne auf eine ähnliche Behandlung
ansprechen. Beispielsweise besitzen Fluor und Natrium kernmagnetische Momente und
sind daher einer Messung der kernmagnetischen Resonanz der oben dargelegten Art
zugänglich.
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Die magnetischen Momente und Spins für Protonen, Natrium und Fluor
sind wie folgt: (Nukleare Magnetrons) 1 Protonen 2,79 1/2 Natrium23 2,217 3/2 Fluor19
2,638 1/2 Andere Spins und Momente können in Review of Modern Phsics", Vol. 22 (1950),
Seiten 64-76, tabelliert gefunden werden.
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Für die Zwecke der vorliegenden Beschreibung soll die Verwendung
des Ausdrucks "Zeitbereich, der sich Null nähert" den Zeitbereich, wie er in den
Figuren 4 und 7 gezeigt ist, bedeuten, wo die Anfangssteigungen (Linien 41 bzw.
67) ermittelt werden können, d.h. die Steigung der Kurve, wenn sich
t
Null nähert.
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Im Gegensatz hierzu soll der Ausdruck tIZeitbereich, der sich Unendlich
nähert11 dahingehend verstahden werden, daß er jene Punkte der Zeit meint, wo die
Endsteigungen (42 bzw. 65) der Kurven ermittelt werden können, d.h. die Steigung
der Kurve, wenn sich t Unendlich nähert.
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In Figur 10 ist eine Anlage zur Ausführung der Effipdung veransehaulicht,
bei dem ein umgebendes Magnetfeld von verhältnismäßig geringer Stärke, wie im Falle
des erdmagnetischen Feldes, vorhanden ist. Gemäß dieser Anwendung der Erfindung
können entweder die lwngitudinalen Relaxationszeiten oder die transversalen Relaxationszeiten
für eine gegebene Mischung bestimmt werden, die in einen Behälter 1001eingebracht
ist. Der Behälter 100 ist als stellvertretend für verschiedene-Arten von Behältern
anzusehen, beispielsweise für poröse Medien im Falle von Erdformationen oder Probebehälter
für abgetrennte Proben, wenn eine geringe Menge eines Materials zu untersuchen ist.
Teile der dargestellten Anlage entsprechen Anlagen, wie sie in der Technik für die
Messung von Kernresonanztgnalen im Erdfeld bekannt sind. Typisch für solche bekannten
Anlagen ist diejenige, welche von Powles u. A. in einem Artikal"Audio Frequency
Nuclear Resonance Echoes" in NATURE vom 14. Dezember 1957, Vol. 180, Seiten 1344
und 1345, beschrieben worden ist. Solche Anlagen können eine Spule 101 enthalten,
die zur Erzeugung eines einseitig gerichteten polarisierenden Magnetfeldes, das
langes dem Vektor 102 gerichtet
ist, dient. Die Probe und die Spule
101 sind so ausgerichtet, daß der Vektor 102 senkrecht in Bezug auf den Vektor 103
steht, welcher das magnetische Erdfeld darstellt. Die Spule 101 ist über einen ersten
Schalter 106 mit einer Batterie 107 verbunden. Die entgegengesetzte Klemme der Spule
101 ist direkt mit der Batterie 107 verbunden. Eine Relaisspule 108, die unter der
Steuerung einer Einheit 109 betätigt wird, dient einer periodischen Schließung des
Schalters 106. Ein zweiter Stromweg führt von der Batterie 107 zu der Spule 101
und Schließt einen Widerstand 110 und einen zweiten Schalter 111 ein. Der Schalter
111 wird durch ein Relais 112 gesteuert, welches ebenfalls unter Stetfflgung durch
die Einheit 109 erregt wird.
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Gemäß einer Betriebweise dieser Anlage zur Messung der Relaxationszeit
T1 werden die Relais 108 und 112 gleichzeitig erregt, um ein verhältnismäßig starkes
einseitig gerichtetes Magnetfeld zu erzeugen, welches eine Polarisation von Protonen
in dem Probebehälter 100 herbeiführt. Die Polarisation ist sehr stark im Vergleich
zu derjenigen, die infdge des magnetischen Erdfeldes besteht. Die starke Polarisation
ist durch das hohe Niveau 115 der Figur 11 dargestellt. Beispielsweise ist das Niveau
115 von der Größenordnung des loo-fachen des Erdfeldes. Zum Zeitpunkt 116 der einer
plötzlichen Verringerung der Polarisation entspricht, wie dies in Fig. 11 gezeigt
ist, wird die Relaisspule 108 stromloS gemacht. Der danach durch die Spule 101 fließende
Sturm
ist von dem durch das Niveau 117 dargestellten verhältnismäßig geringen Wert. Beispielsweiee
ist das Niveau 117 von der Größenordnung des lo-fachen des Erdfeldes. Der Stromfluß
von der Batterie 107 über den Widerstand 110 wird danach zum Zeitpunkt 118 durch
Stromlosmachen des Relais 112 beendet.
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Das Anlegen des Feldes 115 hoher Stärke dient zur Erzeugung einer
starken Polarisation in Protonen in der Probe 100.
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Die Protonen werden in Ausrichtung mit dem Vektor 102 gebracht und
dann in einer solchen Ausrichtung gehalten. Zum Zeitpunkt 116, an dem die Stärke
des polarisierenden Feldes auf die Höhe 117verringert wird, beginnt ein Abklingen
der Stärke der durch das Feld 115 hohen Niveaus erzeugten Polarisation. Das Ausmaß
des Abklingens der Polarisation wird bestimmt durch plötzliche Beendigung des Feldes
117 niederen Niveaus und anschließende Messung des freien Ptäzessionssignals 123
von Kernen, die im Augenblick der Beendigung des Feldes 117 noch polarisiert sind
und die unter dem Einfluß des erdmagnetischen Feldes eine Präzession ausführen.
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Aus Fig. 12 ist ersichtlich, daß die Dauer des zum Zeitpunkt 116t
beginnenden Feldes 117' niederen Niveaus bedeutend länger ist als die Dauer des
Feldes 117 der Fig. 11. Es ist auch ersichtlich, daß die Anfangsamplitude des freien
Präzessionssignals 124 geringer ist als die Anfangsamplitude des freien Präzessionssignals
123 der Fig. 11. Der Grund hierfür liegt. darin, daß das Abklingen der Polarisation
in Fig. 12 infolge
der längeren Dauer des niederen Niveaus 117t
größer ista Die Messung der Anfangsamplitude eines solchen freien Abkeingsignals
vermittelt Werte zur Berechnung der longitudinalen Relaxationszeit.
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Es werden Messungen der in den Figuren 11 und 12 veranschaulichten
Art für mindestens 4 Werte von t gemacht. Dann können die Werte, die für die Anfangsamplituden
des nach Entfernung des Feldes 117 bzw. 1171 niederen Niveaus auftretenden freien
Abklingsignals kennzeichnend sind, aufgezeichnet werden. Die Kurve würde die durch
Gleichung (5) beschriebene Kurve sein. Aus Daten für eine Ein-Komponenten-Probe
wird der Wert der lffingitudinalen Relaxationszeit bestimmt. Solche Daten würden
bei. A£zeichnung in einem logarithmischen Maßstab in einer geraden Linie liegen.
Für Mischungen von zwei Komponenten würde jedoch die durch die so erhaltenen Daten
bestimmte Exponentialkurve die Summe von zwei Exponentialfunktionen sein. Um die
longitudinale Relaxationszeit auszuwerten oder zu bestimmen, werden gemäß der Erfindung
Messungen der Anfangswerte des f-rtien Abklingsignals in zwei verschiedenen Zeitbereichen
gemacht. Es werden mindestens 4 Werte erhalten, um genügend Daten zur Bestimmung
der Relaxationszeit zu schafen. Gemäß der in den Figuren 4 und 7 veranschauXichten
graphischen Methode ist es wünschenswert, Messungen durchzuführen, bei denen der
Wert t (Fig. 11 und 12, sehr klein ist. Vorzugsweise ist der Wert t so klein, wie
möglich, um ein Arbeiten ohne Auftreten von Interferenz auf Grund von ueber
gangserscheinungen,
die infolge des plötzlichen Abfalls zur Zeit 116 anwesend sein können, zu gestatten.
Weitere Daten werden dann bei verhältnismäßiglangem Zeit intervall ermittelt, so
daß die zur Schaffung einer zuverlässigen graphische Darstellung von zwei verschiedenen
Steigungen in einer Kurve erforderlichen Werte vorhanden sind. Es ist jedoch zu
bemerken, daß, wenn andere als graphische Methoden angewendet werden sollen, die
Werte im Bereich des Zeitintervalls t dichter angeordnet sein könnten. Bekannte
PL'echenmethoden können dann zur Bestimmung des Beitrages von zwei Relaxationserscheinungen
zu der Summe von zwei exponentiellen Abklingfunktionen angewendet werden. Wie in
Figur 10 gezeigt ist, ist die Rechenmaschine 136 mit der Einheit 121 verbunden,
um Signale, die für Anfangsamplituden (Fig. 11 und 12) oder Spitzenamplituden (Fig.
13 und 14) kennzeichnend sind, aufzunehmen.
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Die Rechenmaschine 136 wird programmiert, um die vier unbekannten
Parameter der Gleichung 5 zu berechnen. Insbesendere werden zusätzlich zur Berechnung
der beiden Exponentialfunkt ionen auch die relativen Anteile der beiden Bestandtedle
in der Mischung, auf die die Exponentialfunktionen zurückzuführen sind, bestimmt.
Die Rechenmaschine liefert sowohl eine physikalische Darstellung der Abklingteile
der Exponentialfunktionen als auch physikalische Darstellungen der Koeffizienten
der Exponentialfunktionen.
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Bezugnehmend auf Fig. 7 wird beispielsweise die erste
Abklingfunktion
der Exponentialkurve 67 durch die gerade Linie 66 dargestellt, welche bei Extrapolation
auf die Zeit t gleich Null einen Schnittpunkt Y3 hat. Das Intervall des Diagramms
gemäß Fig. 7 von Y = O bis Y3 ist für die Masse von Kernen kennzeiohnend, die die
dadurch die Linie 66 dargestellte Abklingfunktion haben. Das Intervall von Y3 -
ist für die Masse von Kernen kennzeichnend, welche die durch die gerade Linie 65
dargestellte Abklingfunktion haben. Physikalische Darstellungen solcher Parameter
können in der Form der Diagramme vorliegen oder eine Spannung oder eine ähnliche
Größe sein, die in der Rechenmaschine 136 gespeichert oder eingesetzt wird.
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In den Figuren 13 und 14 ist ein System zur Durchführung von Messungen
in schwachen Feldern, wie etwa dem magnetischen Erdfeld, durch eine Impulsechotechnik,
die der in den Figuren 5 und 6 erläuterten Technik ähnlich ist, veranschaulicht.
In diesem Falle ist es bei jeder Messung wünschenswert, das Zeitintervall 116-117
so kurz wie möglich zu halten, während unerwünschte Ubergangserscheinungen infolge
der plötzlichen Beendigung des Hochniveau-Feldes vermieden werden. Jedoch wird,
der Zeit 117 um ein Zeitintervall t folgend, vom Impulsgenerator 129 ein Wechselstromimpuls
170 zugeführt> dessen Frequenz der Lamorfrequenz der Protonen in dem magnetischen
Erdfeld entspricht. Der Anlegung des Impulses 130 um ein ähnliches Zeitintervall
t folgend, wird eine Spitze in einem Echosmgnal 131 beobachtet werden. In Fig.
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14 ist der Einfluß von Änderungen des Zeitintervalls t veranschaulticht,
In Fig. 14 ist das Zeitintervall t länger Um als das der Fig.13. Folglich hat das
dem/kehrimpuls 132 folgende Impulsechosignal 133 eine kleinere Amplitude. Die Wirkung
der Umkehr impulse 130, 132 besteht in ener Umkehrung des Phasenwinkels der eine
Präzession ausführenden Kerne, die sich während der nach dem Zeitpunkt 117 verstrichenen
Zeit t angesammelt haben.
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Gemäß der Erfindung werden Messungen unter der Kontrolle der Einheit
109 mit Werten von t gemacht, die sich vorzugsweise dem Null-Zeitbereich nähern,
sowie in einem Zeitbereich, der sich dem Wert Unendlich nähert, so daß die Bestadteile
der Mischung identifiziert werden können. Für graphische Arbeitsmethoden ist eine
möglichst weite Trennung der Bereiche der Messung vorzuziehen, um die beiden Wertegruppen
klar abzugrenzen. Er Rechenmethoden können die Werte dichter liegen, sie müssen
jedoch hinreichend gestreut und von hinreichender Genauigkeit sein, um die Abgrenzung
der beiden Exponentialfunktionen zu gestatten, die für das Abklingen der Maximalamplitude
des Impulsechosignais als Funktion des Zeitintervals t kennzichnand sind.
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Bei Betrachtung der Gleichungen (5) und (10) ist ersichtlich, daß
sich diese darin ähnlich sind> daß die Daten in dem graphischen Darstellungen
der Figuren 4 und 7 auch in einer anderen als der besonderen dort gezeigten Weise
aufgezeichnet werden können. Beispielsweise könnte das
Diagramm
gemäß Fig. 4 so behandelt werden, daß die die Kurve 40 bildende Funktion R vom gleichen
allgemeinen Charakter wäre wie die Funktion M entsprechend der Kurve 67 gemäß Fig.
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7. Die Merkmale der Kurve selbst und die Art, in der sich die Werte
ändern, hängen von der Wahl der aufgezeichneten Parameter ab. In Fig. 4 wurde eine
bestimmte Funktion R aufgezeichnet. Eine andere Funktion M ist in Fig. 10 auRgezeichnet.
Die Funktion R ist von freien Abklingsignalen abhängig, und die Funktion M ist von
Spinechosignalen abhängig. In beiden Fällen sind die Funktionen zeitabhängig. Es
sind nicht notwendigerweise die gleichen Funktionen, da sie auf verschiedenen Erscheinungen
beruhen, aber sie fallen in die gleiche allgemeine Gruppe, wenn sie mathematisch
ausgedrückt werden.