DE1489955C - Dampfgekuhlter Kernreaktor - Google Patents
Dampfgekuhlter KernreaktorInfo
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Description
I 489 955
1 2
Die Erfindung betrifft einen dampf gekühlten Kern- des Schutzbehälters verläuft und einen Dampferzeu-
reaktor mit einer von einem Schutzbehälter um- ger durchsetzt, in dessen Sekundärkreislauf die Hilfs-
schlossenen Spaltzone, aus der überhitzter Dampf aggregate angeordnet sind.
in einem Hauptkreislauf außerhalb des Schutz- Weitere Einzelheiten des oben beschriebenen Kernbehälters angeordneten Energieverbrauchern zu- 5 reaktors werden beispielsweise an Hand der Zeichströmt
und in einem Nebenkreislauf Energie an eine nungen näher erläutert. Es zeigt
Antriebsturbine eines Kühldampfumwälzgebläses und F i g. 1 ein Ausführungsbeispiel der oben beschrieweitere Hilfsaggregate abgibt. Ein derartiger Kern- benen Reaktoranlage mit Haupt-, Neben- und Hilfsreaktor ist aus der USA.-Patentschrift 3 175 935 be- kreislauf,
kannt. io Fig. 2 eine Schaltung · des Hilfskreislaufes der
Antriebsturbine eines Kühldampfumwälzgebläses und F i g. 1 ein Ausführungsbeispiel der oben beschrieweitere Hilfsaggregate abgibt. Ein derartiger Kern- benen Reaktoranlage mit Haupt-, Neben- und Hilfsreaktor ist aus der USA.-Patentschrift 3 175 935 be- kreislauf,
kannt. io Fig. 2 eine Schaltung · des Hilfskreislaufes der
Bei derartigen Reaktoren ist aus Sicherheits- Anlage nach Fig. 1,
gründen meist ein sehr schnelles Absperren der Lei- Fig. 3 die Anlage ähnlich der Fig. 1, wobei in
tungen, die die Spaltzone mit außerhalb des Schutz- den Nebenkreislauf ein Wärmespeicher (Löfflerbehälters
liegenden Anlageteilen verbinden, erforder- Kessel) zwischengeschaltet ist.
lieh, wenn z.B. infolge von Undichtigkeiten die Ge- 15 Bei der Reaktoranlage nach Fig. 1 verläßt ein
fahr eines Freisetzens von eventuell radioaktivem Hauptstrom des. in der Spaltzone 1 überhitzten
Dampf besteht. Andererseits muß nach dem Ab- Dampfes durch die Leitung 2 den Reaktor-Schutzsperren,
auch wenn der Reaktor gleichzeitig eben- behälter 3 und strömt dann weiter zur Leistungsturfalls
abgeschaltet wird, wegen der Nachwärmeerzeu- bine 4. Von diesem Hauptstrom wird ein Teilstrom
gung der Brennelemente die Spaltzone weiterhin 20 abgezweigt und dem außerhalb des Schutzbehälters
gekühlt werden. angeordneten Dampferzeuger S zugeführt (in F i g. 1
Es ist bekannt, zur Erfüllung dieser Erfordernisse als Einspritzkühler gezeichnet). Im Dampferzeuger 5
bei Siede- bzw. Druckwasserreaktoren Notkühlein- wird diesem Teilstrom das im Turbinenkondensator 6
richtungen bzw. Nebenkreisläufe anzuordnen, die bei aus dem Arbeitsdampf gewonnene und in Speise-
einem plötzlichen Abschalten des Hauptkühlkreis- 25 wasservorwärmern 7 vorgewärmte Kondensat zuge-
laufes in Funktion treten (deutsche Auslegeschriften führt. Durch die Mischung dieser beiden Ströme
1145 722, 1 156 516). Aus der deutschen Auslege- wird der für die Kühlung der Spaltzone benötigte
schrift 1 145 722 ist es also bei einem Siedewasser- Dampf mit niedriger Temperatur gewonnen. Dieser
reaktor bekannt, daß ein die Wärmekapazität eines Dampf wird von einem Gebläse 8 in die Spaltzone 1
Notkühlkreislaufs aufweisender Nebenkreislauf inner- 30 zurückgefördert. Das Gebläse 8 wird von einer
halb des Schutzbehälters verläuft und einen Wärme- Dampfturbine 9 angetrieben, welche gleichzeitig auch
austauscher durchsetzt. Diese Notkühleinrichtungen die Speisepumpe 10 antreibt. Die Dampfturbine 9
weisen jedoch den Nachteil auf, daß das Ansprechen kann z. B. mit Dampf aus dem Hilfskreislauf ange-
der Einrichtung erst nach einer gewissen »Tot«- bzw. trieben werden.
»Anlaufzeit« erfolgt. Diese Zeiten, die vom Auf- 35 Der innerhalb des Schutzbehälters angeordnete
treten einer Störung an bis zum vollständigen Betrieb Nebenkühlkreislauf besteht im wesentlichen aus der
des Notkreislaufes vergehen, müssen jedoch bei Spaltzone 1, dem Oberflächen-Dampferzeuger 11,
einem dampfgekühlten Reaktor infolge der gegen- dem Umwälzgebläse 12 und den Rohrleitungen 13.
über Wasser geringen Wärmekapazität des Dampfes In diesem Nebenkühlkreislauf wird mit Hilfe des
so kurz wie möglich gehalten werden. Es ist weiter- 40 Gebläses 12 ein Teilstrom des Reaktorkühldampfes
hin bekannt, Nebenkreisläufe zum Hauptkreislauf an umgewälzt und auf diese Weise im Dampferzeuger
einem dampfgekühlten Reaktor vorzusehen, welche 11 nichtradioaktiver Dampf erzeugt. Der Druck des
Energie an Nutz- bzw. Hilfsaggregate abgeben, und in dem Hilfskreislauf erzeugten Sekundärdampfes
in den sich wieder mit dem Hauptkreislauf vereini- kann weitgehend unabhängig vom Druck des Primär-
genden Nebenkreislauf einen Löffler-Kessel einzu- 45 kreislaufes gewählt werden. Er wird so gewählt, daß
schalten (USA.-Patent 3 175 953). Diese Nebenkreis- der Sekundärdampf ohne Zwischenüberhitzung in einer
laufe sind jedoch nicht in der Lage, die Funktion Turbine entspannt werden kann. Bei der in F i g. 1
einer Notkühleinrichtung zu übernehmen, da sie bei gezeichneten Anlage wird der Sekundärdampf der
einem durch eventuellen radioaktiven Austritt er- Antriebsturbine 9 als Sperrdampf den Stopfbuchsen
folgten Abschalten des Hauptkreislaufes mitabge- 50 des Hauptgebläses 8 und außerdem einem Hilfs-
schaltet werden müssen. Dieses Abschalten muß turbogenerator 14 zugeführt. Dieser nichtradioaktive
einerseits aus dem Grund erfolgen, eine radioaktive Sekundärdampf aus dem Hilfskreislauf kann darüber
Verseuchung der Nutzaggregate zu vermeiden, ande- hinaus für die verschiedensten weiteren Bedürfnisse
rerseits deswegen, um Strahlenschäden beim Bedie- des Kraftwerkes verwendet werden. Dies hat den
nungspersonal des Reaktors zu vermeiden, da die 55 Vorteil, daß an den betreffenden Dampfverbrauche.rn
Nebenkreisläufe nicht innerhalb des Reaktorschutz- keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen
behälters geführt sind. werden müssen und vor allem die Dampfversorgung
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, auch dann nicht unterbrochen wird, wenn im Falle
- einen dampfgekühlten Reaktor zu schaffen, der bei einer Radioaktivitätsfreisetzung die äußeren Haupt-
jedem Betriebszustand, insbesondere jedoch bei 60 kühlsysteme abgeschaltet werden müssen. In diesem
einem plötzlichen Ausfall der außerhalb des Schutz- Fall wird die Kühlung der Spaltzone allein durch
behälters liegenden Heißdampfverbraucher, eine aus- den innerhalb des Schutzbehälters angeordneten
reichende Kühlung der Spaltzone gewährleistet, wo- Nebenkreislauf durchgeführt, wodurch der Betrieb
bei jedoch ein Austreten von eventuell radioaktivem des Hilfskreislaufes in vollem Umfang aufrecht-
Dampf vermieden wird. 65 erhalten werden kann.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht gemäß der Er- Der Nebenkreislauf kann auch gleichzeitig zum
findung darin, daß der die Wärmekapazität eines Not- Anfahren der Gesamtanlage benutzt werden. Dazu
kühlkreislaufes aufweisende Nebenkreislauf innerhalb wird die Anlage zunächst bei vollkommen geschlos-
senem Hauptkreislauf auf eine gewisse Teillast und auf volle Temperaturen gebracht. Erst wenn nachgewiesen
ist, daß die Radioaktivität des Kühldampfes einen ausreichend niedrigen Wert hat, wird der
Hauptkreislauf zugeschaltet und die Hauptturbine 4 in Betrieb genommen.
In F i g. 1 wurden lediglich ein Haupt- und ein Nebenkreislauf gezeichnet. Alle Erläuterungen gelten
selbstverständlich auch für Anlagen, bei denen mehrere Kreisläufe parallel geschaltet sind. Ebenso
stellt die gezeichnete Pumpen- und Gebläseantriebsart nur eine Ausführung dar. Die Speisepumpe 10
und das Gebläse 8 könnten aber auch von einer eigenen Antriebsmaschine, beispielsweise einem Elektromotor,
angetrieben werden.
Aus F i g. 2 erfolgt der Antrieb des Gebläses 12 durch eine Gegendruckturbine 15, die in dem Hilfskreislauf
den übrigen Dampfverbrauchern vorgeschaltet ist. In diesem Fall ist für das Anfahren der
Anlage ein Hilfskessel 16 vorgesehen. Der Turbinenantrieb hat jedoch den Vorteil, daß die Betriebssicherheit
des Nebenkühlkreislaufes auch gewährleistet ist, wenn das Innere des Schutzbehälters infolge
einer Betriebsstörung mit Wasser oder Wasserdampf gefüllt ist.
Bei der Anlage nach der F i g. 3 ist in dem im Schutzbehälter angeordneten Nebenkreislauf zusätzlich
ein Löffler-Kessel 17 als Dampfspeicher eingeschaltet. Dieser ist in der Lage, überschüssige Wärmemengen
unter Drucksteigerung im System aufzunehmen und kann gleichzeitig zur Erzeugung eines
Teiles des Reaktorkühldampfes verwendet werden. In diesem Fall wird ihm über die Leitung 18 Speisewasser
zugeführt. Darüber hinaus jedoch bietet der Löffler-Kessel weitere Vorteile. Das Wasser kann
einmal dazu verwendet werden, den gesamten Reaktor für den Beschickungsvorgang mit Wasser zu
fluten, und bietet andererseits die Möglichkeit, bei Ausfall aller Dampfgebläse — ein Fall, der bei
Elektroantrieb der Gebläse denkbar ist — für eine gewisse Zeit die Nachwärme aus der Spaltzone abzuführen.
In diesem Fall wird ein Ablaßventil 19 an der Kühlrnittelaustrittsleitung des Nebenkreislaufes
geöffnet, wobei das Reaktorkühlmittel aus dem System entweicht und dabei die Spaltzone durchströmt.
Die eintretende Druckabsenkung verursacht dabei eine Nachverdampfung im Löffler-Kessel, so
daß außer der ursprünglichen Dampffüllung des Kreislaufes ein gewisser Teil der Wasserfüllung des
Löffler-Kessels in Dampfform entweicht. Der austretende Dampf kann in einem Kondensator, der
z. B. innerhalb des Reaktorschutzbehälters 3 angeordnet ist, kondensiert werden.
Der wesentliche mit dem oben beschriebenen Kernreaktor erzielbare Vorteil besteht darin, daß bei
einer Betriebsstörung keinerlei zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, um eine verzugszeitfreie
Notkühlung der Spaltzone zu gewährleisten, da der die Wärmekapazität eines Notkühlkreislaufes aufweisende
Nebenkühlkreislauf ständig in Betrieb bleibt. Dadurch läßt sich außerdem eine ständige Funktionsüberwachung des Notkreislaufes durchführen. Die
Vorteile des direkten Dampfkreislaufes — d. h., der
ίο in der Spaltzone überhitzte Dampf wird direkt einem
Nutzaggregat zugeführt — bleiben voll erhalten, ohne daß der Schutzbehälter zur Aufnahme des
Nebenkühlkreislaufes wesentlich erweitert werden muß. Außerdem steht über den an den Nebenkühlkreislauf
angeschlossenen Hilfskreislauf nichtradioaktiver Dampf zur Verfügung, wodurch sich die
Sicherheitsmaßnahmen an den Hilfsaggregaten und sonstigen vom Hauptkreislauf unabhängigen Dampfverbrauchern
wesentlich reduzieren lassen. Den wirtschaftlichen Gesichtspunkten trägt die Erfindung insofern
Rechnung, als die durch den Nebenkreislauf abgeführte Wärmemenge nutzbringend verwertet
wird und somit keinen Verlust mehr darstellt.
Claims (4)
1. Dampf gekühlter Kernreaktor mit einer von einem Schutzbehälter umschlossenen Spaltzone,
aus der überhitzter Dampf in einem Hauptkreislauf außerhalb des Schutzbehälters angeordneten
Energieverbrauchern zuströmt und in einem Nebenkreislauf Energie an eine Antriebsturbine
eines Kühldampfumwälzgebläses und weitere Hilfsaggregate abgibt, dadurch gekennzeichnet,
daß der die Wärmekapazität eines Notkühlkreislaufes aufweisende Nebenkreislauf (1,11,12,13) innerhalb des Schutzbehälters (3)
verläuft und einen Dampferzeuger (11) durchsetzt, in dessen Sekundärkreislauf die Hilfsaggregate
(9,15) angeordnet sind.
2. Kernreaktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den Sekundärkreislauf des
Dampferzeugers (11) ein Hilfskessel (16) zum Anfahren des Kernreaktors angeschlossen ist.
3. Kernreaktor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Sekundärkreislauf
hinter dem Dampferzeuger (11) in Strömungsrichtung des Dampfes zunächst ein Antriebsaggregat (15) eines Kühlmittelgebläses (12)
für den Nebenkreislauf und anschließend die restlichen Hilfsaggregate angeordnet sind.
4. Kernreaktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den Nebenkreislauf zusätzlich
mindestens ein Löffler-Kessel (17) eingeschaltet ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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