DE1488771C3 - Lastgeführte Umrichterschaltung - Google Patents
Lastgeführte UmrichterschaltungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht" sich auf eine lastgeführte Umrichterschaltung, bestehend aus einer Gleichrichteranordnung,
einem Gleichstromzwischenkreis, der eine Glättungsdrosselspule enthält, und zumindest
einer Wechselrichteranordnung mit einem die Last enthaltenden Parallelschwingkreis, dessen Resonanzfrequenz
die Frequenz der Ausgangsspannung der Wechselrichteranordnung bestimmt.
Im Buch von W. Schilling, »Die Wechselrichter
und Umrichter«, München und Berlin 1940, S. 80, wird eine derartige lastgeführte Umrichterschaltung
gezeigt.
Der damaligen Technik entsprechend kamen selbstverständlich steuerbare Halbleiterventile nicht
zur Anwendung.
Neben ihren Vorteilen weisen jedoch die steuerbaren Halbleiterventile den Nachteil auf, daß beim
Einschalten über die Steuerelektrode nicht sofort die ganze Fläche der Halbleiterscheibe den Stromtransport
übernimmt, sondern zuerst nur ein kleiner Teil in der Nähe der Steuerelektrode.
Bei den zum Stand der Technik zu zählenden lastgeführten Umrichterschaltungen der eingangs genannten
Art wird mit Hilfe der steuerbaren Ventile der Wechselrichteranordnung der aus dem Gleichstromzwischenkreis
entnommene Strom mit wechselnder Richtung durch die Last geleitet. Dabei bedingt
der Parallelschwingkreis einen nahezu sinusförmigen Spannungsverlauf an der Last. Damit aber
die Schwingfähigkeit des Parallelschwingkreises nicht beeinträchtigt wird, darf der Gleichstromzwischenkreis
nicht mit einem Glättungskondensator abgeschlossen sein, an dem ja eine starre Gleichspannung
anliegen würde, welche bei wechselweiser Anschaltung an die Last den sinusförmigen Spannungsverlauf
nicht zuließe. Somit befindet sich beim Bekannten im Gleichstromzwischenkreis lediglich eine Glättungsdrosselspule,
die eine stromstabilisierende Wirkung ausübt. Man erhält daher an der Last einen
nahezu rechteckförmigen Stromverlauf.
Der rechteckförmige Stromverlauf hat jedoch zur Folge, daß die steuerbaren Ventile schon kurz nach
der Zündung den vollen Strom führen müssen, obwohl erst ein Teil der Halbleiterscheibe leitend ist.
Das stellt einen erheblichen Nachteil dar, da dies insbesondere bei höheren Frequenzen zu einer örtliehen
Überlastung der steuerbaren Halbleiterventile führen kann.
Eine wesentlich geringere Stromanstiegsgeschwindigkeit ergibt ein Reihenschwingkreis am Ausgang
der Wechselrichteranordnung (BBC-Nachrichten 46 [1964], H. 12, S. 618/619). Im Gegensatz zum Parallelschwingkreis
ergibt nämlich der Reihenschwingkreis einen praktisch sinusförmigen Stromverlauf,
dafür aber einen nahezu rechteckförmigen Spannungsverlauf; letzteres läßt es zu, den Gleichstromzwischenkreis
mit einem Glättungskondensator abzuschließen. Da bei einem derartigen Stromverlauf
der Maximalstrom erst nach einer bestimmten Zeit nach dem Einschalten der Wechselrichterventile auftritt,
konnten steuerbare Halbleiterventile ohne die Gefahr einer Überbeanspruchung eingesetzt werden.
Nachteilig ist jedoch hier für manche Anwendungsfälle der rechteckförmige Spannungsverlauf.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Umrichterschaltung der eingangs genannten Art, die
eine sinusförmige Ausgangsspannung sowie einen allmählich ansteigenden und abfallenden Strom in
der Wechselrichteranordnung aufweist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mit der Glättungsdrosselspule im Gleichstromzwischenkreis
eine weitere Drosselspule in Reihe geschaltet ist, wobei die Glättungsdrosselspule
mit einem Anschluß unmittelbar mit der Gleichrichteranordnung verbunden ist, und an den Verbindungspunkt
der Glättungsdrosselspule mit der weiteren Drosselspule ein Glättungskondensator angeschlossen
ist, der so bemessen ist, daß die an seinen Elektroden abgreifbare Gleichspannung höchstens
eine Welligkeit von 30 %> aufweist.
Der Vorteil der Erfindung ist unter anderem darin zu sehen, daß die sinusförmige Ausgangsspannung
ohne aufwendige Filterschaltungen erzielt wird. Der allmählich ansteigende und abfallende Strom in der
Wechselrichteranordnung hat weiterhin den Vorteil, daß steuerbare Halbleiterventile bei lastgeführten
Umrichterschaltungen mit Parallelschwingkreis wirtschaftlich eingesetzt werden können.
An Hand der Zeichnungen sei die Wirkungsweise der Erfindung näher erläutert. Es zeigt
F i g. 1 eine beispielsweise Ausführung einer lastgeführten
Umrichterschaltung,
F i g. 2 Diagramme der erzeugten Wechselspannung und des Stromes in den steuerbaren Halbleiterventilen
der Wechselrichteranordnung,
F i g. 3 eine Abwandlung der Umrichterschaltung nach Fig. 1,
F i g. 4 Diagramme der erzeugten Wechselspannung und des Stromes in den steuerbaren Halbleiterventilen
der Wechselrichteranordnung bei Änderung der Ausgangsleistung bei einer lastgeführten Umrichterschaltung
mit einer nicht steuerbaren Gleichrichteranordnung.
In F i g. 1 ist mit 1 eine Gleichrichteranordnung dargestellt, welche beispielsweise aus einem Drehstromnetz
mit den Phasen R, S, T gespeist wird. Die Schaltung der Gleichrichteranordnung wird als bekannt
vorausgesetzt und ist daher nicht näher dargestellt. Die Regelung der erzeugten Gleichspannung
kann in bekannter Weise durch die Gittersteuerung der Gleichrichterventile erfolgen. Die so entstehende
Gleichspannung wird mit Hilfe der Glättungsdrosselspule 2 und des Glättungskondensators 4 gesiebt.
Selbstverständlich muß auch die Resonanzfrequenz der beiden Siebungselemente unterhalb der Pulsfrequenz
der Gleichrichteranordnung liegen.
Die am Glättungskondensator4 anliegende Gleichspannung
wird nun über eine Verbindungsleitung an eine Wechselrichteranordnung 5 geführt. In diese
Verbindungsleitung ist eine Drosselspule 3 eingeschaltet, deren Funktion nachfolgend genauer erklärt
wird.
Damit es zwischen der Drosselspule 3 und dem Glättungskondensator 4 zu keiner Resonanzerscheinung
kommt, muß der Glättungskondensator 4 so bemessen sein, daß die an seinen Elektroden abgreifbare
Gleichspannung höchstens eine Welligkeit von 30% aufweist.
Die Wechselrichteranordnung 5 besteht in der einfachsten Form aus zwei steuerbaren Halbleiterventilen
6 und 7, welche mit einem Transformator 8 verbunden sind. An der Sekundärwicklung des Transformators
8 ist ein die Last enthaltender Parallelschwingkreis angeschlossen. Die Last ist durch einen
Widerstand 9 und eine Induktivität 10 angedeutet. Ein Kondensator 11 stellt den kapazitiven Teil des
Schwingkreises dar und liefert die erforderliche Kommutierungsblindleistung.
Eingangs wurde bereits darauf hingewiesen, daß eine Glättungsdrosselspule im Gleichstromzwischenkreis
allein einen nahezu rechteckförmigen Stromverlauf im Parallelschwingkreis erzwingt. Diese Wirkung
ist aber mit Hilfe des Glättungskondensators 4 abgeblockt.
Die Drosselspule 3 bewirkt nun eine Begrenzung der Stromänderungsgeschwindigkeit, so daß der
Stromverlauf in den steuerbaren Halbleiterventilen 6 und 7 einen flachen Anstieg und Abfall aufweist. Er
wird dadurch annähernd sinusförmig oder dreieckförmig, je nachdem, wie groß die Induktivität der
Drosselspule 3 gewählt wird.
Ist deren Induktivität zu klein, dann wird die Schwingfähigkeit des Parallelschwingkreises gestört.
Im Gegensatz zur Glättungsdrosselspule 2 wird die Drosselspule 3 stets ummagnetisiert. Wenn deren Induktivität
groß ist, kann die Ummagnetisierung nicht so rasch erfolgen. Die Induktivität ist daher mit
Rücksicht auf die gewünschte Frequenz der Umrichterausgangsspannung so groß wie möglich zu
wählen; sie wird jedoch in der Regel kleiner als die der Glättungsdrosselspule sein.
In F i g. 2 sind die infolge der Drosselspule 3 entstehenden Spannungen und Ströme dargestellt. In
F i g. 2 a zeigt die Kurve J1 den Strom in der Drosselspule
3, der gleich durch das jeweils stromführende steuerbare Halbleiterventil 6 bzw. 7 fließt.
Wenn der Eisenkern der Drosselspule 3 durch den Strom nicht gesättigt wird, so hat der Verlauf des
Stromes Z1 etwa eine Sinusform.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Eisenkern der Drosselspule 3 eine
rechteckige Magnetisierungskurve auf. Das ergibt den Vorteil, daß die Drosselspule 3 mit einer höheren
Anfangsinduktivität wirksam werden kann, über (z. B.) Ve der maximalen Stromstärke aber mit einer
wesentlich geringeren, so daß eine höhere Umrichterfrequenz möglich ist.
Die Kurve L2 in F i g. 2 zeigt den Stromverlauf in
diesem Fall. Zuerst steigt der Strom noch langsamer an, während die Stromanstiegsgeschwindigkeit ab
etwa Vs der maximalen Stromstärke größer ist als im Vergleich mit iv Dies ist darauf zurückzuführen, daß
im oberen Strombereich die Drosselspule 3 gesättigt ist. Sobald jedoch der Strom /o wieder unter (z. B.) Vs
des Maximalwertes absinkt, beginnt sie wieder zu wirken und verursacht einen allmählichen Abstieg
des Stromes.
Solange die Wechselspannung am Ausgang der Wechselrichteranordnung 5 kleiner als die Gleichspannung
im Gleichstromzwischenkreis ist, wird die Drosselspule 3 aufmagnetisiert, im umgekehrten Fall
wird sie wieder entmagnetisiert. Während der Zeit der Ummagnetisierung fließt durch sie der Strom
hindurch. Den Zusammenhang zeigt die F i g. 2 b, in welcher die Gleichspannung Ud und die Wechselspannung
uw dargestellt sind.
Die Spannungszeitfläche, welche von der Drosselspule 3 aufgenommen werden muß, ist schraffiert
angedeutet.
In F i g. 3 ist eine Umrichteranordnung für höhere
Spannungen im Gleichstromzwischenkreis gezeigt.
Hierbei ist die Gleichrichteranordnung wieder an ein Drehstromnetz R, S, T angeschlossen. Die Glättungsdrosselspule
2 ist unverändert, jedoch ist der Glättungskondensator auf zwei in Reihe geschaltete
Teilkondensatoren 4.1 und 4.2 aufgeteilt. An jedem Teilkondensator liegt damit nur die halbe Gleichspannung.
Jedem Teilkondensator 4.1 bzw. 4.2 ist eine Wechselrichteranordnung 5.1 und "5.2 parallel
geschaltet, wobei die von der Kopplungsstelle der Teilkapazitäten wegführende mittlere Verbindungsleitung beiden Wechselrichteranordnungen gemeinsam
ist. In den beiden äußeren Verbindungsleitungen ist jeweils eine Drosselspule 3.1 bzw. 3.2 eingeschaltet.
In diesem Beispiel arbeiten die Wechselrichteranordnungen 5.1 und 5.2 parallel auf einen gemeinsamen
Parallelschwingkreis mit dem Kondensator 11, dem Widerstand 9 und der Induktivität 10.
Wenn die Gleichrichteranordnung 1 nicht steuerbar ausgeführt ist, ist die Gleichspannung im Gleichstromzwischenkreis
unveränderlich. Um trotzdem eine Anpassung der Wechselrichteranordnung an eine wechselnde Belastung zu ermöglichen, wird die
Wechselrichteranordnung mit lückendem Strom betrieben. Es ist dann eine Regeleinrichtung erforderlich,
welche durch Verstellung der Zündwinkel der
steuerbaren Halbleiterventile in der Wechselrichteranordnung die Wechselspannung konstant hält.
In Fig. 4a und 4b sind für hohe und in Fig. 4c
und 4 d für geringe Leistungen die Ströme und Spannungen ähnlich wie in F i g. 2 dargestellt. Die Gleichspannung
ist wieder ohne Welligkeit angenommen. Man erkennt, daß durch Verstellung des Zündwinkels
γ die Dauer des Stromflusses geändert werden kann. Bei hoher Leistungsabgabe (F i g. 4 a, 4 b)
ist der Zündwinkel γ so groß, daß eine große Spannungszeitfläche (schraffiert) und dadurch eine lange
Stromdauer entsteht, während bei niedriger Leistungsabgabe (F i g. 4 c, 4 d) der Zündwinkel kleiner
ist; er liegt sogar gegenüber dem Schnittpunkt mit der Nullachse auf der anderen Seite. Die Spannungszeitfläche
und damit die Stromdauer sind dann erheblich kleiner.
Die beschriebene Umrichterschaltung kann auch bei Quecksilberdampfgefäßen mit Vorteil angewendet
werden. Bei diesen ist zwar ein flacher Stromanstieg nicht notwendig, aber der flache Stromabfall ergibt
ίο eine Verkürzung der Freiwerdezeit, wie bei steuerbaren
Halbleiterventilen auch, so daß höhere Frequenzen erzeugt werden können.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Lastgeführte Umrichterschaltung, bestehend aus einer Gleichrichteranordnung, einem Gleichstromzwischenkreis,
der eine Glättungsdrosselspule enthält, und zumindest einer Wechselrichteranordnung
mit einem die Last enthaltenden Parallelschwingkreis, dessen Resonanzfrequenz die Frequenz der Ausgangsspannung der
Wechselrichteranordnung bestimmt, dadurch
gekennzeichnet, daß mit der Glättungsdrosselspule (2) im Gleichstromzwischenkreis
eine weitere Drosselspule (3) in Reihe geschaltet ist, wobei die Glättungsdrosselspule (2) mit einem
Anschluß unmittelbar mit der Gleichrichteranordnung (1) verbunden ist, und an den Verbindungspunkt der Glättungsdrosselspule (2) mit der weiteren
Drosselspule (3) ein Glättungskondensator (4) angeschlossen ist, der so bemessen ist, daß
die an seinen Elektroden abgreifbare Gleichspannung höchstens eine Welligkeit von 30 °/o aufweist.
2. Lastgeführte Umrichterschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Glättungskondensator
auf zwei in Reihe geschaltete Teilkondensatoren (4.1, 4.2) aufgeteilt ist, daß jedem Teilkondensator eine Wechselrichteranordnung
(5.1, 5.2) parallel geschaltet ist, wobei die von der Kopplungsstelle der Teilkondensatoren
wegführende mittlere Verbindungsleitung beiden Wechselrichteranordnungen gemeinsam ist, und
daß in den beiden äußeren Verbindungsleitungen jeweils eine Drosselspule (3.1, 3.2) eingeschaltet
ist.
3. Lastgeführte Umrichterschaltung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Drosselspule (3, 3.1, 3.2) einen Eisenkern mit rechteckiger Magnetisierungskurve aufweist.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH789965 | 1965-06-01 | ||
| CH789965A CH429917A (de) | 1965-06-01 | 1965-06-01 | Umrichterschaltung mit Gleichstrom-Zwischenkreis |
| DEA0049650 | 1965-07-05 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1488771A1 DE1488771A1 (de) | 1969-04-10 |
| DE1488771B2 DE1488771B2 (de) | 1972-11-16 |
| DE1488771C3 true DE1488771C3 (de) | 1976-03-04 |
Family
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