DE1480335C - Hydraulisch betätigte Teilbelagscheibenbremse, insbesondere für Kraftfahrzeuge - Google Patents
Hydraulisch betätigte Teilbelagscheibenbremse, insbesondere für KraftfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine hydraulisch betätigte Teilbelagscheibenbremse, insbesondere für
Kraftfahrzeuge, mit zwei einander im Bremssattel gegenüberliegenden Betätigungszylindern.
Die Verwendung von Scheibenbremsen dieser Art stößt immer wieder auf Schwierigkeiten insofern, als
für die Unterbringung der Bremseinrichtung an den Fahrzeugrädem nur ein verhältnismäßig kleiner
Raum zur Verfügung steht. So steht insbesondere zur Unterbringung des in der Radschüssel anzuordnenden
Radzylinders lediglich der von Radnabenflansch und Felge begrenzte Raum zur Verfügung, der oftmals
zur Unterbringung eines allen Ansprüchen genügenden Radzylinders nicht ausreicht.
In diesen Fällen finden bisher Schwimmsattelscheibenbremsen bzw. Pendelsattelscheibenbremsen Anwendung,
bei denen lediglich ein Radzylinder auf der Fahrzeuginnenseite vorgesehen ist, wobei der gleitend
bzw. pendelnd gelagerte Sattel unter Ausnutzung der Reaktionskraft als Zugbügel zur Beaufschlagung der
Bremsscheibe von der gegenüberliegenden Seite her dient. Dieser Lösung haften jedoch eine Reihe von
Nachteilen an, so insbesondere das Erfordernis der Anordnung korrodierender Gelenke bei Pendelsattelausführung
bzw. der Anordnung ungeschmierter Gleitbahnen bei Schwimmsattelausführung. Dem
gleichen Ziel, nämlich der Verminderung des Platzbedarfes, dient der ebenfalls bekannte Dreizylindersattel,
bei dem in der Radschüssel an Stelle eines Zylinders zwei Zylinder vorgesehen sind, deren Gesamtkolbenfläche
der Kolbenfläche des gegenüberliegenden Radzylinders entspricht. Diese Bremse ist aufwendig
in der Herstellung und Montage infolge der Verwendung zweier Zylinder an Stelle nur eines Zylinders
bei den üblichen Festsattelscheibenbremskonstruktionen.
ίο Es ist weiterhin durch die deutsche Patentschrift
1 257 602 eine druckmittelbetätigte Scheiben- und Trommelbremse vorgeschlagen worden, bei der zumindest
ein erstes hydraulisches Betätigungsorgan vorgesehen ist, welches durch den im hydraulischen
Betätigungssystem für die Bremse erzeugten Druck beaufschlagt wird, und bei dem mindestens ein weiteres
hydraulisches Betätigungsorgan von einem vorzugsweise modifizierten Druck beaufschlagt wird, der
durch das erste hydraulische Betätigungsorgan er-
ao zeugt wird.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer möglichst einfach gestalteten Scheibenbremse, die
ohne Beeinträchtigung der Bremswirkung einen geringen Platzbedarf aufweist und damit ohne Schwie-
»5 rigkeit in dem geringen zur Verfügung stehenden
Raum untergebracht werden kann.
Die Erfindung besteht darin, daß zur Beaufschlagung der Bremse von der einen Seite ein Kolben mit
großem Beaufschlagungsquerschnitt und von der anderen Seite ein Kolben mit kleinem Beaufschlagungsquerschnitt vorgesehen sind, der mittels eines an sich
bekannten einseitig wirkenden Gesperres gegenüber dem Sattel gegen Verschiebung nach außen gesichert
ist.
Auf diese Weise ist eine Scheibenbremse geschaffen, die die Vorteile der üblichen Festsattelkonstruktion
mit denen der Schwimmsattelkonstruktion verbindet, ohne daß deren Nachteile in Kauf genommen
werden müssen. Der kleinflächige Kolben erfordert nur wenig Platz, so daß er ohne weiteres in der Radschüssel
untergebracht werden kann. Korrodierende Gelenke bzw. ungeschmierte Gleitbahnen sind nicht
erforderlich. Nach Anlegen der Bremsbeläge an die Bremsscheibe und Erhöhung· des Bremsdruckes wird
der kleinflächige Kolben mittels des einseitig wirkenden Gesperres gegen den Sattel verklemmt, wodurch
ein Verschieben des Kolbens nach außen unter der Wirkung der höheren, von dem großflächigen Kolben
ausgeübten Kraft verhindert ist. Nach dem Verklemmen des Kolbens gegenüber dem Sattel dient der Sattel
der Übertragung der von dem großflächigen Kolben ausgeübten überschüssigen Reaktionskraft, weshalb
der Sattel zum Ausgleich der ungleich großen Kolbenkräfte vorteilhaft in gewissen Grenzen elastisch
federnd am Achsflansch befestigt ist, ohne auf ein elastisches Verbindungsglied angewiesen zu sein.
In vielen Fällen genügt bereits die axiale Elastizität der Bremsscheibe bzw. deren Axialspiel, um die
überschüssige Reaktionskraft des großflächigen KoI-
6(> bens auf die andere Scheibenseite übertragen zu können.
Diese Voraussetzung erfüllt auch ein plastisches Zwischenglied, da zu dessen Verformung keine allzugroßen
überschüssigen Reaktionskräfte notwendig sind. — Es kann auch ein Gelenk Verwendung finden,
welches nach Überwindung eines bestimmten Reibschlusses der überschüssigen Reaktionskraft
nachgibt. Die Bremse gemäß Erfindung eignet sich auch hervorragend zum Einbau in Zweikreisbremsan-
lagen, in welchem Falle die Zylinder der einen Bremsscheibenseite zu einem und die Zylinder der
anderen Bremsscheibenseite zu dem anderen Kreis zusammengefaßt werden können. In diesem Falle ist
es lediglich erforderlich, beide Kolben mittels eines einseitig wirkenden Gesperres gegen den Sattel zu sichern.
Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise veranschaulicht.
In der Zeichnung sind mit 1 der Bremssattel und mit 2 die Bremsbeläge einer Scheibenbremse gemäß
der Erfindung bezeichnet. Zur Beaufschlagung der Bremse ist von der einen Seite ein großflächiger Kolben
3 und von der anderen Seite ein kleinflächiger Kolben 4 vorgesehen, der mit Hilfe eines einseitig
wirkenden Gesperres 5 gegenüber dem Bremssattel 1 gegen Verschiebung von der Bremsscheibe weg gesichert
ist. Der Kolben 4 ist mit einer Innenbohrung 6 versehen, in die ein mit dem Bremssattel 1 verschraubter
Stift 7 mit konischer Spitze 7 α einragt, die als Klemmfläche für das Kugeigesperre 5 dient. An
Stelle eines Kugelgesperres kann jedoch auch jedes beliebige andere Gesperre vorgesehen sein. Der
Bremssattel ist weiterhin am Achsflansch mittels einer elastischen Verbindungslasche 8 befestigt, deren
Elastizität in Verbindung mit der Elastizität der Bremsscheibe gegenüber axialen Kräften eine axiale
Relativbewegung zwischen Sattel und Scheibe zuläßt. Auf diese Weise wird ein Kraftausgleich zwischen
den Zuspannkräften beider Radzylinder ermöglicht.
Bei Einleitung des Bremsvorganges werden die Kolben 3 und 4 bereits bei geringfügigem Druck an
die Bremsscheibe angelegt. Bei Erhöhung des Bremsdruckes wird von dem Kolben 3 eine wesentlich größere
Kraft als vom Kolben 4 ausgeübt, die die gesamte Anordnung in Richtung auf den Kolben 3 zu
bewegen sucht. Die Differenz der auf beiden Seiten ausgeübten Zuspannkräfte wird einerseits ausgeglichen
durch die Elastizität der Verbindungslasche 8 in Verbindung mit der Elastizität der Bremsscheibe gegenüber
Zuspannkräften und andererseits dadurch, daß der Kolben 4 mit Hilfe des Kugelgesperres 5, 7
gegen den Bremssattel 1 verklemmt wird, so daß die
ao von dem Kolben 3 auf den Sattel 1 ausgeübten Reaktionskräfte auf den Kolben 4 übertragen werden. Der
Sattel wirkt somit unter Ausnutzung der von dem Kolben 3 ausgeübten Reaktionskräfte als Zugbügel,
so daß auf beiden Seiten der Bremsscheibe die volle,
as vom Kolben 3 ausgeübte Zuspannkraft wirkt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Hydraulisch betätigte Teilbelagsscheibenbremse, insbesondere für Kraftfahrzeuge, mit
zwei einander im Bremssattel gegenüberliegenden Betätigungszylindern, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Beaufschlagung der Bremse von der einen Seite ein Kolben (3) mit großem Beaufschlagungsquerschnitt und von der anderen
Seite ein Kolben (4) mit kleinem Beaufschlagungsquerschnitt vorgesehen sind, der mittels
eines an sich bekannten einseitig wirkenden Gesperres (5, 7, la) gegenüber dem Sattel (1) gegen
eine Verschiebung in den Zylinder gesichert ist.
2. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß außer dem kleinflächigen
Kolben (4) auch der großflächige Kolben (3) mittels eines einseitig wirkenden Gesperres gegen das
Gehäuse (1) gesichert ist und die Arbeitsräume der Kolben (3) mit großem Beaufschlagungsquerschnitt
und die Arbeitsräume der Kolben (4) mit kleinem Beaufschlagungsquerschnitt zu jeweils
einem Bremskreis zusammengeschlossen sind.
3. Scheibenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der kleinflächige Kolben
(4) mit einer Innenbohrung (6) versehen ist, in die ein als Klemmfläche für ein Kugeigesperre
(5) wirkender Widerlagerstift (7) mit konischer Spitze (7 a) einragt.
4. Scheibenbremse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Sattel in bekannter
Weise beispielsweise mittels einer Verbindungslasche (8) elastisch federnd am Achsflansch
befestigt ist.
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