DE1479576C - Verfahren zum Erzeugen von Rillen in schmelzbaren Kunststoffplatten mittels eines oder mehrerer elektrisch erhitzter straffgespannter Drähte - Google Patents
Verfahren zum Erzeugen von Rillen in schmelzbaren Kunststoffplatten mittels eines oder mehrerer elektrisch erhitzter straffgespannter DrähteInfo
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Description
Zum Schneiden von Rillen in Kunststoffplatten, die insbesondere der Wand- und Deckenverkleidung dienen,
hat man bisher girlandenartig in die gewünschte Rillenform gebogene Drähte benutzt, diese elektrisch
erhitzt und die schmelzbare Kunststoffplatte quer zum Draht bzw. zu den Drähten unter großem Zeitaufwand
durchgezogen. Normalerweise müssen Kunststoffplatten mit mehreren zueinander parallelen
Rillen gleicher Breite versehen werden. Die Gleichheit der Rillen ist bei diesem bekannten Verfahren
• abhängig von der Genauigkeit und Übereinstimmung der Drahtgirlanden. Sehr nachteilig ist außerdem, daß
für jede Rillenbreite eine andere Form der Drahtgirlanden erforderlich ist. Ferner ist der Umstand von
Nachteil, daß sich die durch das Erhitzen weich gewordenen "Drahtgirlanden unter der Zugkraft der
Arbeitsbewegung verbiegen und dadurch die Gleichheit und Genauigkeit der Rillen beeinträchtigt werden.
Es ist bekannt, schmelzbare Kunststoff platten mittels elektrisch erhitzter straffgespannter Drähte aus
einem Block zu schneiden, wobei die in gemeinsamer Ebene parallel zueinander liegenden Drähte mittels
eines verfahrbaren Tragteiles quer zu ihrer Spannrichtung durch das Material geführt werden. Es können
auf diese Art gleichzeitig Wellen in die zu trennenden Kunststoffplatten geschnitten werden, wenn
das quer zur Ebene der Drähte verfahrbare Tragteil mittels einer entsprechenden Schablone während des
Fahrens gehoben oder gesenkt wird. Dieser Vorgang stellt eine quer zur Fortbewegungsrichtung einer.
Schwenkachse geführte Bewegung elektrisch erhitzter straffgespannter und parallel zur Schwenkachse angeordneter
Drähte durch das Material dar. Beim Schneiden von Kunststoffplatten mittels straffgespannter und elektrisch erhitzter Drähte wird auch
eine zusätzliche Bewegung der Drähte in Richtung ihrer Längsachse in Erwägung gebracht. Diese gegebenenfalls
zusätzliche Bewegung der Drähte in Richtung ihrer Längsachse erfolgt wechselseitig, also
oszillierend und ergibt leicht Brandstellen, da sich die erhitzten Drähte während der Bewegungsumkehr mit
erheblich verminderter Geschwindigkeit bewegen.
Schließlich ist es für die Herstellung zylindrischer und spiralförmiger Körper oder Körper verschiedener
Profile aus schmelzbaren Kunststoffen bekannt, elektrisch erhitzte und auf einem radial gehaltenen Tragteil parallel zu einer Schwenkachse straffgespannte
Drähte, manchmal auch unter Anwendung komplizierter Bewegungs- oder Steuereinrichtungen, bogenförmig
um eine Schwenkachse durch das Material zu bewegen. Dieser Vorgang stellt ein bogenförmiges
Bewegen elektrisch erhitzter straff gespannter und parallel zur Schwenkachse angeordneter Drähte durch
das Material dar. In einer solchen Lage angeordnete Drähte sind zum Rillen von Platten nicht geeignet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, schmelzbare Kunststoffplatten mit möglichst geringem
Zeitaufwand und hoher Exaktheit rillen zu können, wobei die Rillenform und Rillenrichtung ohne Auswechseln
der Drähte in weiten Grenzen schnell veränderbar sein soll.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zum Erzeugen von Rillen elliptischen Querschnittes
das Bewegen der Drähte um die Schwenkachse in einer von ihrer parallelen Lage zur Schwenkachse
abweichenden Lage erfolgt.
Das Rillen erfolgt somit durch eine bogenförmige
einzige relative Schwenkbewegung der Drähte im Material des Werkstückes bei parallel bleibender
gegenseitiger Lage des Werkstückes und der Ebene der Drähte, wobei diese relative Schwenkbewegung
der Drähte im Material immer nur in einer der von 0° bis 90° zur Drahtrichtung möglichen Richtungen
erfolgt derart, daß die Drähte im Verlauf dieser ein- zigen Schwenkbewegung in das plattenförrnige Material
eindringen und an anderer Stelle wieder heraustretend das Rillenmaterial mit einem Querschnitt herausschneiden,
der die Form eines Ellipsenabschnittes oder auch eine hiervon durch die Durchbiegung der
Drähte oder deren Schwenkbahnbehinderung geringfügig abweichende Form aufweist
Mit diesem Verfahren wird erreicht, daß die Rillen mit außergewöhnlicher Genauigkeit sehr schnell und
mit größerer Tiefe als bei kreisartigem Querschnitt geschnitten werden können. Die größere Tiefe des
elliptischen Querschnittes ist ansehnlicher und hat eine größere Masse und Steilheit des herausgeschnit-
ao tenen Materials zur Folge, das sich dadurch besser herauslösen läßt.
Weiter wird vor allem mit diesem Verfahren erreicht, daß bei unveränderter Rillentiefe nur durch
ein einfach zu bewirkendes relatives Verdrehen von
as 0° bis 90° der Schwenkachse zur Drahtrichtung die
Rillenbreite in einem Bereich geändert werden kann, der von einer praktisch der Drahtstärke gleichen
Rillenbreite und einer Rillenbreite mit kreisabschnittföfmigem Querschnitt begrenzt wird Alle dazwischenliegenden
Rillenbreiten haben die Querschnittsform von Ellipsenabschnitten. Abweichungen hiervon sind durch eine etwaige Durchbiegung der
Drähte oder eine Schwenkbahhbehinderung möglich. Da die bogenförmige Schwenkbewegung in den
weitaus überwiegenden Fällen ungefähr in Spannrichtung der Drähte erfolgt, entsteht beim Rillen nur
ein sehr geringer, praktisch unwirksamer Seitendruck auf die straffgespannten Drähte. Da die Drähte dabei
ziehend schneiden, ist die Exaktheit der Rillen um so größer, je mehr sich die Schwenkrichtung der Drahtrichtung
nähert. Hierbei hat sich als weiterer Vorteil ergeben, daß bei diesem Schneiden das Rillenmaterial
vom Draht selbst bei seinem Austritt aus der Rille leicht mitheraüsgelöst wird.
Mit diesem Verfahren können die Rillen außerdem sehr schnell geschnitten werden, weil der Teil der Bewegungsbahn,
während dem die Drähte durch die Platte geführt werden, im Verhältnis zur Rillenlänge
äußerst kurz ist; der Arbeitsgang ist somit kurzzeitig.
Das Verfahren wird vorzugsweise mittels einer Vorrichtung durchgeführt, die ein Tragteil zum Halten
des Werkstückes aus Kunststoff und ein Tragteil für elektrisch erhitzte straffgespannte Drahte, die par-
' allel zur Schwenkachse angeordnet und bogenförmig
um diese bewegbar sind, aufweist, wobei die Drähte oder das Werkstück bzw. deren Tragteile mittels einer
vier Drehachsen umfassenden, ein Parallelogramm bildenden Einrichtung od. dgl. schwenkbar sind. Es
ist also gleich^ob die in einer zum Werkstück parallelen
Ebene gespannten Drähte oder das Werkstück mittels dieser Schwenkvorrichtung bewegt werden.
Wird das Tragteil der Drähte geschwenkt, so schwenkt jeder von ihm getragene Draht um eine eigene ideelle
Achse und zwar in dem durch die Länge der Paral-
leiogramm-Schwenkhebel bestimmten Bogen. Somit 'χ:
wandern bei jeder Einstellung des Tragteiles der ^"
Drähte die elektrisch erhitzten straffgespannten und parallel angeordneten Drähte während dem bogen- ,
förmigen Bewegen um die wirkliche Schwenkachse von einer Lage zu dieser in eine andere zu derselben
entfernte Lage gleichzeitig ab.
Zwecks Veränderung der Rillenbreite braucht somit nur das Tragteil der Drähte um eine zur Werkstückebene
senkrechte Achse drehbar zu sein. Die Vorrichtung ist mittels nur einer schnell und mühelos
durchführbaren Drehbewegung dieses Tragteiles auf die gewünschte Rillenbreite einstellbar, wobei bei
gleicher Rillentiefe jeder der zwischen 0° und 90° liegenden Drahtrichtungen gegenüber zur Schwenkachse
eine andere für alle Drähte gleiche Rillenbreite zugehört.
Zwecks Einstellung der Rillenrichtung ist das Tragteil für das Werkstück um eine zum Werkstück senkrechte
Achse drehbar. Sollen auf einer Platte zwei verschiedene Rillenrichtungen entstehen, dann
braucht das Tragteil für das Werkstück nach Ablauf der ersten Rillung nur durch Drehen in die zweite
Rillenrichtung eingebracht bzw. befördert zu werden.
In Weiterbildung der Vorrichtung ist mindestens ein Tragteil zwecks Änderung der Rillentiefe senkrecht
zur Werkstückebene verschiebbar.
Die Vorteile einer Vorrichtung nach dem Verfahren sind:
a) die Exaktheit der Rillen bei geringem Zeitaufwand ihrer Herstellung,
b) leichte Einstellbarkeit der Rillenf orm und Rillenrichtung
ohne Auswechseln der Drähte,
c) leichte Betätigung, weil bei senkrechten Achsen des Parallelogramms das Gewicht der bewegten
Teile eliminiert wird,
d) bequemes Einlegen und Herausnehmen der Platten durch einfaches Wegschwenken des Tragteiles,
wobei diese Schwenkbewegung zugleich die Arbeitsbewegung zum Herausschneiden und
Herauslösen des Rillenmaterials ist.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
dargestellt, und zwar zeigt
F i g. 1 einen waagerechten Schnitt einer Vorrichtung,
bei der die den Rillenschnitt erzeugende Schwenkbewegung vom Tragteil der Drähte ausgeführt
wird und
Fig.2 den gleichen Schnitt einer Vorrichtung, bei
der diese Schwenkbewegung das das Werkstück haltende Tragteil ausführt.
Beim Ausführungsbeispiel nach F i g. 1 weist die Schwenkvorrichtung nach Art eines Parallelogrammes
vier senkrecht gehaltene Schwenkachsen 1 auf und ermöglicht damit unter Ausschluß der Schwerkraft
das Bewegen eines Tragteils 2 für mittels Zugfedern 4 zwischen Schienen 3 straffgespannte elektrisch erhitzbare
Drähte 5. Das Tragteil 2 ist mittels einer Schraube 6 drehbar um deren Längsachse befestigt.
Durch Verdrehen des Tragteils 2 um diese Achse erfährt die Schwenkbewegung eine zur Drahtrichtung
schräge Lage, so daß die Drähte 5 aus dem an einem ihnen gegenüber angeordneten Tragteil 7 festgesaugten
aus schmelzbarem Kunststoff bestehenden plattenförmigen Werkstücke durch den dabei entstehenden
Schmelzvorgang ein Rillenmaterial in Form von Stäben mit elliptischem Querschnitt herauslösen.
Das Tragteil 7 ist um die Längsachse einer Befestigungsschraube 9 drehbar, wodurch eine beliebige
Rillenrichtung eingestellt werden kann. Durch Verstellen von Stellmuttern 10 wird die Rillentiefe
verändert.
Ein Heiztransformator 11 liefert über die Metallteile der Schwenkvorrichtung und über biegsame
Kabel 12 den Heizstrom.
In Fig.l sind punktiert die Bahnen angedeutet,
auf denen die Enden der Drähte 5 bewegt werden, sowie die äußerste Lage der Drähte, damit die Rillentiefe in dem Werkstück 8 ersichtlich wird.
ίο Die Saugluft wirkt über einen Anschluß 13 und
Sauglöcher 14 unmittelbar auf das Werkstück 8. Ein Zentrierrahmen 15 erleichtert das exakte Einlegen
der Werkstücke 8.
Fig. 2 zeigt im Prinzip eine gleiche Anordnung,
nur wirkt hier die Schwenkvorrichtung nicht auf das Tragteil 2 der Drähte 5 sondern auf das Tragteil 7 des
Werkstückes 8. Punktiert sind hier die Bahnen der äußersten Endpunkte des Werkstückes 8 angedeutet
sowie die äußerste Lage der äußersten Punkte, so daß
ao wieder die Eindringtiefe der Drähte 5 in das Werkstück
8 erkennbar ist. Die relative Schwenkbewegung der Drähte 5 bleibt die gleiche wie bei dem Ausführungsbeispiel
nach F i g. 1.
Die beiden beschriebenen Vorrichtungen sind nur Beispiele einer Reihe möglicher Ausführungen. Ohne Änderung des Verfahrens kann jede denkbare Richtung zu den Drähten auch mit eventuell gleichzeitiger ,gegensinniger Schwenkung der Tragteile 2 und 7 durchgeführt werden.
Die beiden beschriebenen Vorrichtungen sind nur Beispiele einer Reihe möglicher Ausführungen. Ohne Änderung des Verfahrens kann jede denkbare Richtung zu den Drähten auch mit eventuell gleichzeitiger ,gegensinniger Schwenkung der Tragteile 2 und 7 durchgeführt werden.
Claims (4)
1. Verfahren zum Erzeugen von Rillen in schmelzbaren Kunststoffplatten mittels eines oder
mehrerer elektrisch erhitzter straffgespannter Drähte, wobei die parallel zur Schwenkachse angeordneten
Drähte bogenförmig um diese oder quer zur Fortbewegungsrichtung der Schwenkachse
und gegebenenfalls zusätzlich in Richtung ihrer Längsachse durch das Material bewegt werden,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Erzeugen von Rillen elliptischen Querschnittes das Bewegen der Drähte (5) um die Schwenkachse
(1) in einer von ihrer parallelen Lage zur Schwenkachse (1) abweichenden Lage erfolgt.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einer Einrichtung zum
Halten des Werkstückes aus Kunststoff und elek- · trisch erhitzten straffgespannten Drähten, die
parallel zur Schwenkachse angeordnet bogenförmig um diese oder quer zur Fortbewegungsrichtung der Schwenkachse und gegebenenfalls
zusätzlich in Richtung ihrer Längsachse bewegbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Drähte (5)
oder das Werkstück (8) bzw. deren Tragteile (2,7) mittels einer vier Drehachsen (1) umfassenden,
ein Parallelogramm bildenden Einrichtung od. dgl. schwenkbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Tragteil (2,7)
zwecks Änderung der Rillentiefe senkrecht zur Werkstückebene verschiebbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Trag-
teil (2,7) um eine zur Werkstückebene senkrechte Achse drehbar ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnuneen
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