DE147871C - - Google Patents
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- DE147871C DE147871C DENDAT147871D DE147871DA DE147871C DE 147871 C DE147871 C DE 147871C DE NDAT147871 D DENDAT147871 D DE NDAT147871D DE 147871D A DE147871D A DE 147871DA DE 147871 C DE147871 C DE 147871C
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B33/00—Silicon; Compounds thereof
- C01B33/02—Silicon
Landscapes
- Chemical & Material Sciences (AREA)
- Organic Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Darstellung von Silicium und Bor
in kristallinischer Form, darauf beruhend, daß die betreffenden Oxyde und deren Hydrate
durch Aluminium in Gegenwart von Schwefel ohne dauernde äußere Wärmezufuhr reduziert werden.
Die Kenntnis der Reduktion zahlreicher Sauerstoffverbindungen durch Magnesium
ίο verdanken wir den Arbeiten von Gattermann
und Winkler. Über die Darstellung zahlreicher Elemente mittels Aluminiums haben
St.Deville, Wöhler, Tissier, Beketoff, Michel, Leon Franck, Claudevautin, Green und Wahl und in neuerer Zeit Goldschmidt
gearbeitet. Die meisten Versuche mit Magnesium sind als Laboratoriumsversuche
und nicht als technische Verfahren aufzufassen, haben auch bis heute keinen Eingang
in die Praxis gefunden. Anders steht es mit den Arbeiten über die Darstellung zahlreicher Elemente mittels Aluminiums; man
kann z. B. mit Aluminium in kurzer Zeit und in einem beschränkten Räume größere
Mengen von Chrom isolieren.
Dagegen gelang es mittels des Verfahrens von Goldschmidt nicht, Beryllium, Titan,
Bor, Silicium, Cer, Thorium usw. in einheitlicher kristallinischer Abscheidung darzustellen,
sondern man erhielt dieselben nur als gesinterte Massen (vergl. Krafft, Anorganische
Chemie, 4. Auflage, S. 305).
In der Patentschrift 96317 (Goldschmidt)
ist ferner die Herstellung von Metallen und Metalloiden aus Sulfiden beschrieben. Die
Sulfide des Siliciums und des Bors sind aber keine natürlichen Produkte, sondern können
nur durch ein relativ umständliches Verfahren dargestellt werden. Angesichts dieses
Umstandes dürfte es wahrscheinlich sein, daß Goldschmidt überhaupt nicht an die Reduktion
der Sulfide von Silicium und Bor gedacht hat. Auch ist nicht bekannt, daß
jemals Silicium und Bor aus Siliciumsulfid bezw. Borsulfid nach dem aluminothermischen
Verfahren im kleinen, geschweige denn im großen dargestellt worden ist. Die Verhältnisse
scheinen bei diesem Verfahren ganz genau so zu liegen, wie sie Kräfft bezüglich der
Oxyde schildert.
Bei dem vorliegenden Verfahren werden , Sulfide nicht angewendet, sondern die zwischen
Aluminium und Schwefel stattfindende Reaktion leitet durch die hierdurch bewirkte
Temperaturerhöhung die Umsetzung des übrigen Gemisches ein und unterhält sie. Man vermeidet ferner jede äußere Erhitzung
des Gefäßes und erzielt außerdem durch den Zusatz von Schwefel jede gewünschte Regelung
der Reaktionsgeschwindigkeit. Es bleibe dahingestellt, ob dem Schwefel bezw. dem
Schwefelaluminium hierbei noch eine andere Wirksamkeit als die bloße Temperaturerhöhung
zugeschrieben werden muß (Bildung von Oxysulfiden usw.).
Nach Beendigung der Umsetzung erhält man eine Schmelze von Schwefelalüminium,
manchmal mit vereinzelten Aluminiumkügelchen, in welcher sich der isolierte Körper
eingebettet findet. Aus Schwefelaluminium ist der Schwefel durch Zersetzung mit Wasser
größtenteils als Schwefelwasserstoff regenerier-
bar und die gleichzeitig entstehende Tonerde bezw. ihr Hydrat kann gut anderweitig Verwendung
finden. Durch diese Zersetzung wird gleichzeitig auch dann eine leichte Isolierung
des dargestellten Elementes ermöglicht, wenn es sich ausnahmsweise oder teilweise
nicht in kompaktem Regulus abscheiden sollte. Das vorliegende Verfahren ist folgendes:
Pulver von sauerstoff- (bezw. hydroxyl-)
ίο haltigen Silicium- oder Borverbindungen wird
mit zerkleinertem Aluminium und Schwefel gemengt und dann entzündet. Da die Menge
des hierzu verwendeten zerkleinerten Aluminiums und des hierzu verwendeten Schwefels
sich nach der Wasserfreiheit der Materialien, der Feinheit des Aluminiums und vielleicht
auch anderen Umständen zu richten hat, läßt sich ein feststehender Satz der einzelnen Bestandteile
nicht angeben. Ohne hiermit ausschließen zu wollen, daß je nach den Umständen gewisse Abweichungen günstiger erscheinen
können, seien als erprobte Mischungen angeführt:
400 g gesiebte Aluminiumspäne, 500 g Schwefel, 360 g Quarz; 200 g gesiebte Aluminiumspäne,
200 g Aluminiumpulver, 500 g Schwefel, 250 g Borverbindungen.
Die Entzündung kann man dadurch einleiten, daß man auf die Mischung einige
Kubikzentimeter einer Mischung von Aluminiumpulver und Schwefel schüttet (zu empfehlen 9 : 16) und dieses Häufchen mit
einem glühenden Körper, z. B. einem Eisenstabe, berührt. Natürlich ist auch die Anwendung
einer Zündpille anderer Zusammensetzung nicht ausgeschlossen, vorausgesetzt, daß die hierdurch bewirkte Temperaturerhöhung
zur Entzündung ausreicht. Die Mischung fängt an zu brennen und schmilzt unter Weißglut zu einer dünnflüssigen kochenden
Masse zusammen, in welcher sich nach dem Erkalten die Kristalle eingebettet finden.
Die Verarbeitung der Schmelze und die Reindarstellung von Silicium und Bor ist bereits
oben angegeben.
Aus Dammer, Handbuch der anorganischen Chrmie, Band III, 1893, Seite 56, ist
die Herstellung von kristallisiertem Bor aus geschmolzener Borsäure mit Aluminium durch
äußere Wärmezufuhr bekannt. Die Verfasser (Wöhler und DevilIe) geben selbst an, daß
5 Stunden lang so stark als möglich geheizt werden muß. Das so erhaltene Bor ist im
wesentlichen noch amorph und muß erst einer Umkristallisation (aus geschmolzenem Aluminium)
unterworfen werden, wobei abermals I1Z2 bis 2 Stunden bis zum Schmelzpunkt
des Nickels erhitzt werden muß. Das ist eine Temperatur, welche sich selbst in den
besten Gasfeuerungen der Laboratorien kaum erreichen lassen dürfte.
Bei dem vorliegenden Verfahren hingegen wird das kristallisierte Bor unmittelbar durch
eine Operation erhalten, welche kaum 5 Minuten dauert, wenn 300 g Borsäure umgesetzt
werden, und die ohne äußere Wärmezufuhr verläuft, weil eben der Schwefel, der als solcher
zugesetzt wird, die Reaktionswärme liefert. Man könnte noch einwenden, daß das Heizen
mit Aluminium und Schwefel kostspieliger sei als das Erhitzen mit Kohle oder Leuchtgas
und Sauerstoff, aber man muß bedenken, daß die entstehende Wärme . bei dem vorliegenden
Verfahren fast quantitativ umgesetzt wird, während beim Wöhler-Devillesehen
Verfahren 99 Prozent, wenn nicht mehr, nutzlos verloren gehen. . Um z. B. einen solchen
Tiegel, der 300 g Borsäure faßt, zweimal auf Weißglut zu bringen und darauf 5 Stunden bezw. 1Y2 bis 2 Stunden zu erhalten,
würden mindestens 10 cbm Leuchtgas erforderlich sein, und dabei erscheint es
noch fraglich, ob überhaupt die Schmelzhitze des Nickels erreicht wird. Köksfeuerung ist
natürlich wesentlich billiger, erfordert aber ziemlich umfangreiche Apparatur, Gebläsewind
usw.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Darstellung von Silicium und Bor in kristallinischer Form mittels Aluminiums, dadurch gekennzeichnet, daß Gemenge von sauerstoffhaltigen Verbindungen des Siliciums oder Bors mit Aluminium und Schwefel zur Entzündung gebracht werden.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE147871C true DE147871C (de) |
Family
ID=415010
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT147871D Active DE147871C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE147871C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0029182A1 (de) * | 1979-11-08 | 1981-05-27 | HELIOTRONIC Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft für Solarzellen-Grundstoffe mbH | Semikontinuierliches Verfahren zur Herstellung von reinem Silicium |
| US4440408A (en) * | 1981-10-19 | 1984-04-03 | Velman Boris A | Recreational sleigh |
-
0
- DE DENDAT147871D patent/DE147871C/de active Active
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0029182A1 (de) * | 1979-11-08 | 1981-05-27 | HELIOTRONIC Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft für Solarzellen-Grundstoffe mbH | Semikontinuierliches Verfahren zur Herstellung von reinem Silicium |
| US4440408A (en) * | 1981-10-19 | 1984-04-03 | Velman Boris A | Recreational sleigh |
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