DE1471380C - Verfahren und Vorrichtung zur Her Stellung von Blähton m einem Schacht ofen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Her Stellung von Blähton m einem Schacht ofenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Blähton, bei dem das Material zunächst in
einer Vorwärmzone getrocknet und bis knapp unter die Blähtemperatur vorgewärmt wird, dann in einer
gesonderten Blähzone erhitzt und dadurch gebläht und schließlich in einer Kühlzone wieder abgekühlt
wird.
Bei schneller Erwärmung nimmt Ton wesentlich an Rauminhalt zu und erhält poröses, blasiges Gefüge,
das seine Verwendung als Isolier- und Füllstoff ermöglicht. Der Blähton soll im allgemeinen möglichst
großen inneren Porenraum, jedoch eine möglichst geschlossene Oberfläche aufweisen, damit keine
Feuchtigkeit in die Poren eindringen kann.
Es ist bekannt, Blähton im Drehrohrofen herzustellen, wobei das Rohmaterial beim Durchwandern
des Ofens kontinuierlich erhitzt wird. Die Aufenthaltszeiten des Gutes in der Vorwärmzone des Drehrohrofens
einerseits und in der Blähzone des Ofens andererseits lassen sich dabei nicht unabhängig voneinander
wählen. Es zeigt sich in der Praxis, daß es auf diese Weise bei den verschiedenartigen Ausgangsmatcrialien
nicht in jedem Falle möglich ist, ein optimal geblähtes Produkt zu erzeugen.
Zur Herstellung von Blähton ist es ferner bekannt, das Material in einem Schacht vorzuwärmen und es
dann in einem Tunnelofen auf Blähtemperatur zu erhitzen. Das vorgewärmte Material fällt hierbei auf
eine rotierende Bodenplatte des Tunnelofens und wird durch diese Bodenplatte bei ihrer Drehbewegung in
den Bereich von ortsfest angeordneten Brennern geführt, ehe es bei der weiteren Drehung dann durch
eine Förderschnecke von der Bodenplatte abgezogen wird. Nachteilig ist bei diesem Verfahren vor allem,
daß das auf die Bodenplatte aufgeschüttete Material in seiner Ober- und Unterschicht nicht gleichmäßig
erhitzt und demgemäß auch nicht annähernd gleichmäßig gebläht wird. Ungünstig für den Bläheffekt ist
ferner die verhältnismäßig lange Zeitdauer, bis das Material bei der Drehbewegung der Tunnelofen-Bodenplatte
die Hochtemperaturzone erreicht. Ein Nachteil liegt schließlich darin, daß die geblähten,
noch Schmelzphase enthaltenden Materialteilchen durch die Förderschnecke in einer wenig schonenden
Weise aus der Blähzone abgezogen werden, was die Produktqualität beeinträchtigt.
Es sind ferner verschiedene Verfahren zur Herstellung
yqnJBlähton f in einem, Schachtofen bekannt.
Bei einem bekannten Verfahren werden die Tonpartikel
in der Weise vorgewärmt und auf Blähtemperatur erhitzt, daß sie einer nach unten gerichteten
Flamme zugeführt werden, durch die sie von oben nach unten hindurchsclweben, wobei darauf geachtet
werden muß, daß"aie!'Güfteil'chenJ'"genäü durch' die
Mitte der Flamme hindurchtreten. Der obere Teil der Flamme bildet hierbei die Vorwärmzone und der
untere Teil der Flamme die Feuerungszone. Die beiden Zonen gehen ineinander über; die Aufenthaltsdauer
des Gutes in diesen beiden Flammenzonen kann nicht unabhängig voneinander gewählt werden. Berücksichtigt
man, daß die zur Blähtonherstellung verwendeten Materialien häufig eine recht unterschiedliche
Blähtemperatur besitzen und auch wegen ihres verschiedenen Feuchtigkeitsgehaltes oft eine unterschiedliche
Vorwärmung erfordern, so leuchtet ohne weiteres ein, daß bei dem bekannten Verfahren nicht
auszuschließen ist, daß einzelne Gutteilchen die Blähzone der Flamme in einem noch nicht ausreichend
vorgewärmten Zustand oder bereits stark überhitzt erreichen.
Bei der Herstellung von Blähton in einem Schachtofen ist es ferner bekannt, die Vorwärmung des
Materials in einem Zuführungskanal zum eigentlichen Schachtofen durchzuführen. Ebenso ist es bekannt,
die Vorwärmung in einem mit Einbauten versehenen Schachtteil vorzunehmen. In beiden Fällen ist jedoch
die Qualität des Blähtones insbesondere bei Schwankungen des Rohmaterials unbefriedigend.
Es ist weiterhin bereits vorgeschlagen worden, Blähton in der Weise nach dem Wirbelschichtverfahren
herzustellen, daß das vorerhitzte Gut mittels einer Förderschnecke in die auf Blähtemperatur befindliche
unterste Zone der Wirbelschicht eingeführt wird, wobei die Wirbelschicht unmittelbar vom heißen Gasstrom
getragen und das fertig geblähte Gut durch den heißen Gasstrom ausgetragen wird, der nach Abtrennung
der fertig geblähten Teilchen zur Vorerhitzung
des Frischgutes dient. Es zeigt sich jedoch, daß bei dem Verfahren nach diesem älteren Vorschlag sowohl
das Einführen des vorerhitzten Gutes in die Blähzone als auch das Abführen des geblähten Gutes aus dieser
Zone eine verhältnismäßig lange Zeitdauer erfordern, Was — wie im folgenden noch näher erläutert wird —
die Erzielung eines optimal geblähten Produktes beeinträchtigt.
Auf einem anderen technischen Gebiet, nämlich bei der Entsäuerung bzw. Kalzinierung von Kalk,
Tonerde und ähnlichen Stoffen, ist ferner die Verwendung von Schachtöfen bekannt, bei denen die
Vorwärmzone, die Kalzinierzone und die Kühlzone jeweils durch Wirbelschichten gebildet werden, wobei
das Gut nach der Behandlung in einer Wirbelschicht durch Fallrohre in die darunterliegende nächste Wirbelschicht
gelangt. Bei diesen Verfahren kommt es jedoch im wesentlichen nur auf die Wärmeübertragung
in den einzelnen Behandlungszonen an, während die Art der Überführung des Materials von der einen
in die nächste Zone praktisch ohne Bedeutung ist.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, das die Herstellung von
besonders hochwertigem Blähton ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß man das Material in einem Schachtofen
durch eine Fallbewegung aus der im oberen Bereich des Ofens liegenden Vorwärmzone sprunghaft in die
darunterliegende Blähzone und aus dieser sprunghaft in die*darunterliegende Kiihlzone führt.
Für die Herstellung eines guten Blähtones ist es wesentlich, daß in der Temperaturzone, in der die
zur Blähung führende Gasentwicklung stattfindet, bereits genügend S.chmelzphase vorhanden ist, die die
"' n Abdichtung 'dVr'-gebiähteV Teilchen nach aü&en bewirkt.
Bei den der Erfindung- zugrunde liegenden Versuchen hat sich, nun herausgestellt, daß sich dieses
Ziel am besten dadurch erreichen läßt, daß das bis knapp unter die Blähtemperatur vorgewärmte Material
sprunghaft in die Blähzone und aus dieser sprunghaft in die Kühlzone geführt wird. Nur eine
solche kurzzeitige Hochtemperaturbehandlung gewährleistet nämlich, daß die Gasentwicklung im Blähgut
nicht wesentlich schneller als die Entwicklung der Schmelzphase vor sich geht.
Die erwähnte sprunghafte Überführung des Gutes von der Vorwärmzone in die Blähzone und aus dieser
in die Kühlzone erfolgt erfindungsgemäß durch eine reine Fallbewegung in dem vertikalen Schachtofen.
Gegenüber anderen Förderarten gibt eine solche Fallbewegung nicht nur die kürzestmögliche Übergangs^
zeit von einer Zone zur nächsten, sondern zugleich auch eine sehr schonende Materialbehandlüng, bei der
Verformungen, Anbackungen und Agglomeratbildungen der weichen bzw. teilweise schmelzflüssigen Teilchen
vermieden werden.
Zwei Ausführungsbeispiele von Vorrichtungen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind in der Zeichnung veranschaulicht. Es zeigt
F i g. 1 einen Schachtofen zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer ersten Variante,
F i g. 2 einen Schachtofen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer zweiten 1S
Variante.
Der in F i g. 1 dargestellte Schachtofen 1 weist in seinem oberen Bereich eine Vorwärmzone auf, die
aus drei übereinander angeordneten Wirbelbetten 2, 3, 4 besteht, die mit Durchbrüchen 2 a, 3 a, 4 a *°
zum Luftdurchtritt versehen sind und Fallrohre 5, 6,7
aufweisen, über die das Material nach unten gefördert wird.
Der Schachtofen 1 enthält ferner unter der Vorwärmzone eine Blähzone 8, die an ihrem Umfang
mit einer Anzahl von Brennern 9 versehen ist. Die Brenner können mit festen, flüssigen oder gasförmigen
Brennstoffen beschickt werden.
Im untersten Bereich des Schachtofens 1 befindet sich ein die Kühlzone bildendes Wirbelbett 10, das
gleichfalls Durchbrüche 10 α zum Luftdurchtritt aufweist.
Das Material wird über eine beispielsweise als Siebkneter ausgebildete Vorrichtung 11 dem Schachtofen
aufgegeben und verläßt den Ofen über einen Austrag 12. Kühlluft wird über einen Ventilator 13
angesaugt, während die Heizgase über einen Ventilator 14 am oberen Ende des Schachtofens abgesaugt
werden.
Die Wirkungsweise der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitenden Anlage ist folgendermaßen:
Das am oberen Ende des Schachtofens 1 aufgegebene Material wird in der durch die Wirbelbetten
2, 3 und 4 gebildeten Vorwärmzone zunächst getrocknet und bis auf eine knapp unterhalb der Blähtemperatur
liegende Temperatur erwärmt. In den einzelnen Wirbelschichten der Vorwärmzone hält sich
das Material dabei so lange auf, bis es durch Trocknung genügend leicht geworden und an die Oberfläche
der Wirbelschicht gestiegen ist, so daß es durch das betreffende Fallrohr 5 bzw. 6 in die nächste
Schicht gefördert wird. .
Nach dem Verlassen der untersten Wirbelschicht der Vorwärmzone gelangt das Material' über das
Fallrohr 7 in die Blähzone, die von den heißen Flamme""3sen der Brenner 9 durchströmt wird. Das
Material kommt hierbei in eine kurzzeitige, jedoch intensive Berührung mit den heißen Flammengasen
und wird dadurch schnell und gleichmäßig aufgebläht.
Anschließend fällt es auf das Wirbelbett 10, wo es durch die vom Ventilator 13 angesaugte, den Brennern
9 als Sekundärluft zuströmende Kühlluft rasch gekühlt wird, ehe es den Schachtofen 1 über den
Austrag 12 verläßt.
Bei dem in F i g. 2 dargestellten Schachtofen 1' wird die Vorwärmzone durch eine Anzahl von übereinander
angeordneten Herden 15, 16, 17, 18 gebildet, die jeweils auf gegenüberliegenden Seiten mit
Fallöchem (z. B. 15 a, 16 a) für das Material versehen sind. Über den Herden bewegen sich rotierende
Krählarme 19, 20, 21, 22, die an einer gemeinsamen Hauptwelle 23 sitzen. Diese Hauptwelle 23 ist in Lagern
24, 25 gelagert und wird über einen Ritzeltrieb 26 angetrieben.
Die Blähzone des Schachtofens wird durch ein Wirbelbett 27 gebildet, das mit Durchbrüchen 27 a
zum Durchtritt der Heizgase versehen ist. Unterr halb des Wirbelbettes 27 sind Brenner 28 vorgesehen.
Weitere Brenner 28 a, 28 b können oberhalb des Wirbelbettes 27 angeordnet werden. Die Verbrennung
kann dabei in der sich auf dem Wirbelbett 27 bildenden Wirbelschicht oder außerhalb erfolgen. Zum
Austrag des Materials aus der Wirbelschicht sind am Rand des Schachtofens Fallrohre 29 vorgesehen.
Die im unteren Bereich des Schachtofens vorhandene Kühlzone wird ebenso wie bei dem zuvor erläuterten
Ausführungsbeispiel durch ein Wirbelbett 10 gebildet, das mit Durchbrüchen 10 α für die vom
Ventilator 13 angesaugte Kühlluft versehen ist. Die Heizgase werden am oberen Ende des Schachtofens
durch den Ventilator 14 abgesaugt. Die Zugabe des Materials erfolgt am oberen Ende des Schachtofens
über eine Absperrvorrichtung 30. Das Material verläßt den Schachtofen über den Austrag 12.
Die Wirkungsweise der Anlage gemäß F i g. 2 ist folgendermaßen: Auf den Herden 15, 16, 17 und 18
wird das Material getrocknet und bis knapp unter die Blähtemperatur erwärmt, wobei es gleichzeitig durch
die rotierenden Krählarme 19, 20, 21 und 22 mechanisch aufgelockert wird.
Das Material gelangt dann in die Blähzone und wird auf dem Wirbelbett 27 durch die heißen·
Flammengase der Brenner 28 stark gebläht. Dabei befinden sich die weniger geblähten, schweren Teilchen
des Materials zunächst im unteren Bereich der Wirbelschicht und werden mit zunehmender Blähung
nach oben getragen, bis sie schließlich über die Fallrohre 29 in die Kühlzone gelangen. In dieser Kühlzone
werden sie auf dem Wirbelbett 10 rasch abgekühlt und verlassen dann den Schachtofen über
den Austrag 12.
Claims (7)
1. Verfahren zur Herstellung von Blähton, bei dem das Material zunächst in einer Vorwärmzone
getrocknet und bis knapp unter die Blähtemperatur vorgewärmt wird, dann in einer gesonderten.
Blähzone erhitzt und dadurch gebläht und schließlich in einer Kühlzone wieder abgekühlt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß man das Material in einem Schachtofen durch eine Fallbewegung"
aus der im oberen Bereich des Ofens liegenden Vorwärmzone sprunghaft in die darunterliegende
Blähzone und aus dieser sprunghaft in die darunterliegende Kühlzone führt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Erwärmung des Materials
in der Vorwärmzone, die Erhitzung des Materials in der Blähzone und/oder die Kühlung des Materials
in der Kühlzone nach dem Wirbelbettverfahren erfolgen.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material die Blähzone im
freien Fall durchfällt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Erwärmung des Materials
in der Vorwärmzone auf einzelnen übereinander angeordneten Herden unter gleichzeitiger Bewegung
durch mechanische Organe erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennstoff in fester Form
aufgegeben wird.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
einen Schachtofen (1), der im oberen Bereich einige die Vorwärmzone bildende Wirbelbetten
(2, 3, 4) und im unteren Bereich ein die Kühlzone bildendes Wirbelbett (10) aufweist und zwischen
diesen beiden Zonen einen mit Brennern (9) versehenen, die Blähzone bildenden Raum enthält.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
einen Schachtofen (1), der im oberen Bereich einige die Vorwärmzone bildende Herde (15, 16,
17, 18) mit darüber angeordneten, rotierenden Krählarmen (19, 20, 21, 22) und im unteren Bereich
ein die Kühlzone bildendes Wirbelbett (10) aufweist und bei dem die dazwischenliegende
Blähzone ein Wirbelbett (27) mit darunter und/ oder darüber angeordneten Brennern (28, 28 a,
286) enthält.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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