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DE1471180C - Verfahren zur Herstellung von Glimmerfolie - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Glimmerfolie

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Publication number
DE1471180C
DE1471180C DE19641471180 DE1471180A DE1471180C DE 1471180 C DE1471180 C DE 1471180C DE 19641471180 DE19641471180 DE 19641471180 DE 1471180 A DE1471180 A DE 1471180A DE 1471180 C DE1471180 C DE 1471180C
Authority
DE
Germany
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film
mica
flexural strength
binder
hours
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DE19641471180
Other languages
English (en)
Other versions
DE1471180B2 (de
DE1471180A1 (de
Inventor
Willem Albany; Ketterer Richard Jay Burnt Hills; N.Y. Vedder (V.St.A.)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
General Electric Co
Original Assignee
General Electric Co
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Filing date
Publication date
Priority claimed from US254908A external-priority patent/US3310411A/en
Application filed by General Electric Co filed Critical General Electric Co
Publication of DE1471180A1 publication Critical patent/DE1471180A1/de
Publication of DE1471180B2 publication Critical patent/DE1471180B2/de
Application granted granted Critical
Publication of DE1471180C publication Critical patent/DE1471180C/de
Expired legal-status Critical Current

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Description

A (51%
B (31%
C (30%
(5%
(5%
F (37%
G (41%
H (80%
D
E
B2O3,
B2O3,
B2O3,
B2O3,
B2O3,
B2O3,
B2O3,
B2O3,
49% K2O, 0% P2O5);
49% K2O, 21% P2O5);
50% K2O, 20% P2O5);
50% K2O, 45% P2O5);
28% K2O, 67% P2O5);
28% K2O, 35% P2O5);
20% K2O, 39% P2O5) und
20% K2O, 0% P2O5).
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Glimmerfolie aus feinzerteilten Glimmerteilchen unter Verwendung eines sauerstoffhaltige Bor-, Alkalimetall- und gegebenenfalls Phosphorverbindungen enthaltenden Bindemittels, bei dem die mit einer wäßrigen Bindemittellösung versetzte Folie gebrannt wird.
Aus feinverteilten Glimmerteilchen unter Verwendung eines Bindemittels hergestellte Glimmerfolien sind seit langem bekannt. Als Bindemittel für die feinzerteilten Glimmerplättchen wurden bisher hauptsächlich glasartige Massen verwendet, beispielsweise wurde feinzerteiltes Glas mit feinzerteilten Glimmerteilchen vermischt und dann die Mischung nach Formgebung bis zum Erweichungspunkt des Glases erwärmt. Aus der USA.-Patentschrift 2 549 880 ist auch bereits ein Verfahren zur Herstellung von Glimmerfolie bekannt, bei dem aus feinzerteilten Glimmerteilchen unter Anwendung der aus der Papierherstellung bekannten Arbeitsweise eine Folienbahn hergestellt wird, die mit einer Bindemittellösung imprägniert ist und zur Abbindung auf höhere Temperatur erwärmt wird. In der USA.-Patentschrift 2 549 880 werden unter anderem Bleisalze, wie Bleiborat und Bleiacetat enthaltende Imprägnierlösungen, vorgeschlagen. Aus der britischen Patentschrift 539 708 sowie aus »Journal of the American Ceramic Society«, 1950, S. 239 bis 241, ist es bereits bekannt, Imprägnierlösungen zu verwenden, die sauerstoffhaltige Phosphor-, Bor- und Alkalimetallverbindungen enthalten können. Aus der USA.-Patentschrift 2196 973 ist die Verwendung von aus Phosphor-Zweckmäßigerweise wird die mit der Bindemittellösung getränkte Folie auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 1 bis 10% getrocknet, warmgepreßt und bei einer Temperatur von 560°C gebrannt.
Die nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten Glimmerfolien zeichnen sich durch eine Biegefestigkeit von über 28 kg/mm2 sowie eine gute Feuchtigkeitsbeständigkeit aus, wohingegen die bisher bekannten anorganisch gebundenen Glimmerfolien eine Biegefestigkeit von annähernd 21 kg/mm2 besitzen.
Die Zeichnung zeigt das Dreistoffdiagramm von B2O3, K2O und P2O5 mit dem Zusammensetzungsbereich des beim Verfahren nach der Erfindung eingesetzten Bindemittels.
Als Ausgangsmaterial für das Verfahren nach der Erfindung dienen natürliche oder synthetische Glimmerflocken, die in bekannter Weise zu außerordentlich feinen Teilchen zerkleinert werden. Dazu werden gewöhnlich die Glimmerflocken 5 bis 20 Minuten lang, vorzugsweise 10 Minuten lang, auf eine Temperatur von 750 bis 850° C erwärmt, vorzugsweise auf eine Temperatur von 800°C. Anschließend werden die Glimmerflocken in ein wäßriges Medium gegeben und verrührt, beispielsweise mittels einem mit hoher Geschwindigkeit arbeitenden Mixers, wodurch die Glimmerflocken in feine Teilchen oder Plättchen aufgespalten werden. Dadurch erhält man eine pulpenähnliche Aufschwemmung des Glimmers. Die besonders feinen und besonders groben Teilchen können aus der Aufschwemmung entfernt werden. Aus der Aufschwemmung wird dann nach der aus der Papierherstellung bekannten Arbeitsweise eine nasse Glimmerfolie hergestellt, indem man die Glimmerteilchen auf einer Unterlage absetzt und das wäßrige Medium durch Absaugen oder Verdampfen entzieht. Die nasse Glimmerfolie wird dann in üblicher Weise mit Hilfe bekannter Forrichtungen getrocknet und kalandert. Der getrockneten Folie wird dann eine Bindemittel-
lösung mit der erfindungsgemäßen Zusammensetzung zugesetzt. Die Bindemittellösung kann auch gegebenenfalls bereits der pulpenähnlichen Glimmeraufschwemmung oder der nassen Folie zugegeben werden. Die mit der Bindemittellösung versetzte Folie wird dann getrocknet, erneut angefeuchtet, gepreßt und bei annähernd 56O0C gebrannt. Als Rohstoffe für die Bereitung der Bindemittellösung sind geeignet: Kaliumborate, Kaliumphosphate und deren Salze, Borsäure, Phosphorsäure, Kaliumhydroxid und die Oxide von Bor, Phosphor und Kalium.
In dem in der Zeichnung dargestellten Dreistoffdiagramm von B2O3, K2O und P2O5 begrenzen die ausgezogenen Linien AB, BC, CD, DE, EF, FG, GH und HA den Zusammensetzungsbereich des Bindemittels. Vorzugsweise beträgt der Bindemittelgehalt der Glimmerfolie 2 bis 12 Gewichtsprozent. In dem Dreistoffdiagramm sind Beispiele von Bindemittelzusammensetzungen angegeben, die nachstehend näher erläutert werden. Bei den Zusammensetzungen Nr. 1 bis 10 handelt es sich um Ausfuhrungsbeispiele der Erfindung, wohingegen die Zusammensetzungen Nr. 11 bis 17 außerhalb des Bereiches nach der Erfindung liegen und Vergleichsbeispiele darstellen. Auch bei den in den nachstehenden Tabellen erläuterten Zusammensetzungen Nr. 18 und 19, die neben B2O3 und P2O5 noch Na2O bzw. Li2O enthalten, handelt es sich um Vergleichsbeispiele.
Die Tabelle I gibt die Rohstoffe in Gewichtsteilen der trockenen Salze und das destillierte Wasser für die Bindemittelzusammensetzungen Nr. 1 bis 19 zum Tränken der Glimmerfolien an.
Tabelle I
Nr. K2B4O74H2O KH2PO4 H3BO3 85%ig
H3PO4
KOH H2O
1 100,00 1900
2 54,44 22,08 23,48 1928
3 25,06 25,52 23,90 25,52 2451
4 15,40 24,49 29,13 30,98 1671
5 19,62 31,18 23,84 25,36 1591
6 49,49 50,51 2464
7 26,99 42,91 14,59 15,51 1451
8 25,38 45,20 10,27 19,15 2017
9 35,96 64,04 2000
ία 12,29 87,71 2464
11 35,49 65,51 2000
12 22,25 22,70 26,67 28,38 2170
13 28,30 53,05 18,65 2000
14 38,60 61,40 1231
15 30,24 48,08 10,50 11,18 1390
16 9,29 76,84 13,87 1799
17 100,00 2000
18 54,69 45,31 1411
(Na2B4O7-4H2O) (NaH2PO4)
19 35,78 38,18 26,04 1424.
(LiOH · H2O)
Die Tabellen gibt die Molprozente von B2O3, P2P5 und K2O für die Bindemittelzusammensetzungen Nr. 1 bis 17 und die Molprozente der Oxyde für die Zusammensetzungen Nr. 18 und 19 an.
Tabelle II
Nr. B2O3 P2O5 K2O
1 66,7 33,3
2 65,6 12,5 21,9
3 47,4 27,1 25,5
4 44,7 25,6 29,7
5 40,6 23,3 36,1
6 37,8 21,6 40,6
7 34,2 19,8 46,0
60
Nr. B2O3 P2O5 K2O
8 33,3 33,3 33,3
9 28,6 28,6 42,8
10 10,5 42,1 47,4
11 80,0 10,0 10,0
12 52,6 30,1 17,3
13 36,7 36,7 26,6
14 26,4 15,1 58,5
15 31,6 18,4 50,0
16 8,9 35,6 55,5
17 50,0 50,0
18 37,8 21,6 40,6 Na2O"
19 37,8 21,6 40,6 Li2O
Die Tabelle III gibt die Biegefestigkeiten in kg/mm2 und den Prozentsatz der Feuchtigkeitsbeständigkeit, bezogen auf die Biegefestigkeit, der Zusammensetzungen Nr. 1 bis 19 an.
Tabelle III
Nr. Biegefestigkeit
in kg/mm2
Feuchtigkeits
beständigkeit
in %
1 31,26 103,5
2 32,07 91,5
3 30,86 96,3
4 30,74 93,3
5 33,14 96,6
6 32,08 91,8
7 31,38 98,3
8 31,93 100,9
9 32,71 88,1
10 31,34 102,5
11 26,59 100,0
12 20,43 95,4
13 19,03 113,1
14 19,68 95,6
15 33,21 64,3
16 31,98 100,0
17 22,95 69,4
18 23,19 100,5
19 20,66 106,0
Die Zusammensetzung Nr. 5 der vorstehenden Tabellen liefert eine Glimmerfolie mit einem anorganischen Bindemittel, die aus Muskovitglimmer besteht und eine hohe Biegefestigkeit von 33,14 kg/mm2 und eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit von 96,6% der Biegefestigkeit nach 2 Stunden langem Eintauchen in Wasser und nachfolgendem Trocknen besaß. Die Rohstoffe für die Zusammensetzung Nr. 5 waren 19,62 Gewichtsteile Kaliumborat, 31,18 Gewichtsteile primäres Kaliumphosphat, 23,84 Gewichtsteile Borsäure und 25,36 Gewichtsteile 85%iger konzentrierter Phosphorsäure. Diese Stoffe wurden mit 1591 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt, so daß sich eine Bindemittellösung ergab. Diese Lösung ergab ein Bindemittel aus 40,6 Molprozent B2O3, 23,3 Molprozent P2O5 und 36,1 Molprozent K2O.
Eine nasse Glimmerfolie wurde auf einem Raster gebildet, getrocknet und kalandert, wie bereits oben beschrieben wurde. Die Zusammensetzung Nr. 5 wurde in gelöster Form der Folie zugesetzt, so daß diese mit dem Bindemittel getränkt wurde. Danach wurde die Folie bei einer Temperatur von 85 bis 95° C etwa 1 Stunde lang getrocknet. Man trocknete so lange, bis die anwesende Feuchtigkeit weniger als 1 % betrug. Diese Feuchtigkeitsmenge wurde vom Raster während des Trocknens zurückgehalten. Das Trocknen ist notwendig, weil die Folie vom Raster leicht und ohne zu zerreißen abgezogen werden soll.
Vor dem Pressen der Folie muß diese erneut angefeuchtet werden, so daß sie zwischen 1 und 10% Feuchtigkeit enthält, vorzugsweise 4%, damit sie sich leichter pressen läßt und während des Härtens nicht Blasen schlägt. Der Grad der Anfeuchtung in dem angegebenen Bereich hängt vom Gehalt des Bindemittels, dem Druck, der Stärke der Folie und der Erwärmung beim Trocknen, dem nachfolgenden Konditionieren und dem Härtungsvorgang ab. Die zulässige Feuchtigkeit kann in einigen Fällen 10% betragen, gewöhnlich bevorzugt man aber eine Feuchtigkeit von 3 bis 5% vor dem Pressen für eine Folie mit einer Stärke von 0,3 mm.
Die bevorzugte Temperatur beim Pressen beträgt 2000C, obwohl auch höhere oder niedrigere Temperatüren angewendet werden können. Der bevorzugte Druck beim Pressen beträgt 0,35 kg/mm2, obwohl auch gute Ergebnisse bei sehr viel geringeren Drücken erhalten wurden. Drücke bis zu etwa 2,8 kg/mm2 sind bei der Herstellung von wünschenswerten Materialien angewendet worden. Die Zeit, die zum Pressen erforderlich ist, hängt von der angewendeten Temperatur und dem Druck ab. Gewöhnlich läßt sich die Zeit durch routinemäßige Prüfungen für jede Foliengröße ermitteln. Beispielsweise preßt man etwa 2 Stunden, wenn man einen Druck von 0,35 kg/mm2 und eine Temperatur von 200° C anwendet, wobei die Folie aus dem Glimmer 0,3 mm stark und der größte Abstand von jedem Punkt bis zur Kante der Folie 15,2 cm beträgt.
Nach dem Pressen der Folie kann diese konditioniert werden, so daß alle restlichen Spuren von Wasser entzogen werden, die zur Blasenbildung führen könnten, indem man etwa 8 bis 24 Stunden lang die Temperatur allmählich von etwa 9O0C auf 175° C erhöht.
Dieser Verfahrensschritt kann fortfallen, wenn er mit dem nachfolgenden Härten vereinigt wird.
Wenn die Folie so weit konditioniert ist und gehärtet oder gebrannt werden kann, dann ist sie immer noch in einem solchen Zustand, daß sie in Wasser zerfallen kann. Durch eine weitere Erwärmung beim Härten in einem offenen Ofen bis auf einen kritischen Wert, findet eine unerwartete Umwandlung in eine unlösliche Glimmerfolie statt. Diese tritt bei den erfindungsgemäßen Bindemittelzusammensetzungen bei einer Temperatur von annähernd 560° C ein. Beispielsweise benötigt eine Folie von 0,3 mm Stärke etwa 2 Stunden, um diese Temperatur zu erreichen. Wenn die Brenntemperatur, d. h. die genannte Temperatur, erreicht worden ist, wird die Folie etwa 1 Stunde lang auf dieser konstanten Temperatur gehalten. Es versteht sich von selbst, daß dieser Verfahrensschritt von Zeit und Temperatur abhängig ist. Die auf diese Weise angefertigte Folie kann beispielsweise, wenn sie unlöslich gemacht wurde, 2 Stunden in Wasser getaucht werden, langsam wieder getrocknet werden und behält ihre ursprüngliche Biegefestigkeit weitgehend bei.
Zusammensetzungen, die in ihren prozentualen Molverhältnissen von B2O3, K2O und P2Os nicht in dem Bereich lagen, der durch die ausgezogenen Linien AB, BC, CD, DE, EF, FG, GH und HA oder nicht durch HA gegeben sind, besitzen nicht die verbesserte Biegefestigkeit oder die große Feuchtigkeitsbeständigkeit oder diese beiden gewünschten Eigenschaften der Erfindung. Wie die Tabellen I, II und III aufzeigen, besitzen die Zusammensetzungen Nr. 11, 12, 13 und 14 nach dem Tränken nicht die verbesserte Biegefestigkeit von mehr als 28 kg/mm2. Die Zusammensetzungen Nr. 15 und 16 zeigten bei ähnlichen Bedingungen nicht die große Feuchtigkeitsbeständigkeit. Die Zusammensetzung Nr. 17 besaß, wenn sie zur Tränkung der Folien verwendet worden war, keine der beiden vorteilhaften Eigenschaften.
Die Zusammensetzungen Nr. 18 und 19 wurden ebenfalls zum Tränken verschiedener Glimmerfolien verwendet. Die Zusammensetzung Nr. 18 zeigte eine Biegefestigkeit von 23,19 kg/mm2. Die Folie, die mit der Zusammensetzung Nr. 19 getränkt worden war, besaß eine Biegefestigkeit von 20,66 kg/mm2. Beide Folien waren weitgehend feuchtigkeitsbeständig. Die Zusammensetzungen Nr. 18 und 19 wurden zum Tränken verschiedener Glimmerfolien verwendet und auf ihre Biegefestigkeit und Feuchtigkeitsbeständigkeit geprüft für den Fall, daß Na2O oder Li2O an Stelle von K2O verwendet wurde, um festzustellen, ob die erfindungsgemäß verbesserten Eigenschaften erhalten werden können. Die Zusammensetzungen Nr. 18, 19 und 6 enthielten den gleichen Molprozentsatz von B2O3 und P2O5. Die Zusammensetzungen wurden durch 40,6 Molprozent Na2O, Li2O oder K2O abgewandelt. Beide Folien, die mit den Zusammensetzungen Nr. 18 und 19 getränkt worden waren, besaßen nicht die verbesserte Biegefestigkeit der Folie, die mit der Zusammensetzung Nr. 6 getränkt worden war.
Mehrere Beispiele für die erfindungsgemäße Herstellung von anorganisch gebundenen, rekonstituierten Glimmerfolien werden nachstehend angegeben werden. Die Bindemittelzusammensetzung in jedem der Beispiele 1 bis 10 entspricht den Bindemittelzusammensetzungen der Zusammensetzungen Nr. 1 bis 10 der Tabellen I, II und HI. In jedem der nachstehenden Beispiele wurde eine Aufschwemmung von feinzerteiltem Glimmer in Wasser verwendet. Für die Aufschwemmung wurde ein gebrannter Muskovitglimmer hergestellt. Dieser Glimmer wurde entionisiertem Wasser zugesetzt, und die entstandene Aufschwemmung wurde lebhaft gerührt, damit die Glimmerteilchen zerkleinert wurden. Die ultrafeinen und die groben Körner wurden dann von der Aufschwemmung abgetrennt und das entstandene Material zu einer nassen, rekonstituierten Glimmerfolie auf einem Raster geformt. Die Folie wurde getrocknet und kalandert.
Beispiel 1
Eine anorganische Bindemittelzusammensetzung wurde aus 100 Gewichtsteilen K2B4O7 · 4H2O bereitet. Diese Masse wurde dann mit 1900 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt. Die entstandene Binde-. mittellösung bestand, ausgehend von den entsprechenden Oxiden, aus 66,7 Molprozent B2O3 und 33,3 Molprozent K2O. Vier dieser getrockneten Glimmerfolien mit einer Größe von etwa 20 cm zu 25 cm und einer Stärke von 0,1 mm wurden mit der angegebenen Bindemittellösung getränkt, indem man diese mit einem Pinsel auftrug. Die getränkten Folien wurden dann bei 900C 18 Stunden lang getrocknet, so daß weniger als 1% Feuchtigkeit in ihnen enthalten war.
Die Folien wurden nachfolgend erneut angefeuchtet, so daß etwa 4% Feuchtigkeit vorhanden waren und bei 2000C und 0,35 kg/mm2 2l/2 Stunden lang gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie von 0,3 mm Stärke vorkonditioniert, indem sie allmählich von 1100C auf 175° C erwärmt wurde, wobei die Erwärmung nicht mehr als 5° C innerhalb von 2 Stunden betrug. Die Erwärmung wurde danach fortgesetzt, indem die Temperatur innerhalb von 30 Minuten um höchstens 500C erhöht wurde, bis eine Temperatur von 56O0C erreicht wurde. Die Folie wurde dann 1 Stunde bei einer Temperatur von annähernd 560° C gebrannt, so daß eine unlösliche Glimmerfolie erhalten wurde. Das Bindemittel hatte einen Anteil von annähernd 5,9 Gewichtsprozent der Folie.
Man ließ diese Folie abkühlen, ehe man die Biege-
festigkeit von etwa 32 kg/mm2 ermittelte. Die Folie wurde dann 2 Stunden lang in Wasser getaucht, getrocknet und erneut auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß eine Biegefestigkeit von 103,5% der ursprünglichen Biegefestigkeit. Die erfindungsgemäße
ίο Glimmerfolie besaß also nach dem Tränken mit einer anorganischen Bindemittellösung nach der Erfindung sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine ausgezeichnete Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 2
Eine anorganische Bindemittellösung wurde hergestellt, indem man 54,44 Gewichtsteile K2B4O7 · 4H2O, 22,08 Gewichtsteile H3BO3 und 23,48 Gewichtsteile H3PO4 mit 1928 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischte. Die entstandene Bindemittellösung bestand aus 65,5 Molprozent B2O3, 12,5 MoI-' prozent P2O5 und 21,9 Molprozent K2O, wenn man den Anteil in Form von Oxiden angibt. Vier der getrockneten, rekonstituierten Folien waren etwa 20 x 25 cm groß und besaßen eine Stärke von 0,1 mm und waren mit dem beschriebenen Bindemittel getränkt worden. Die getränkten Folien wurden bei 900C etwa 18 Stunden lang getrocknet, so daß weniger als 1 % Feuchtigkeit in ihnen enthalten war.
Die Folien wurden nachfolgend mit etwa 4% Feuchtigkeit erneut angefeuchtet und bei 2000C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 annähernd 21I2 Stunden lang gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie mit einer Stärke von 0,15 mm vorkonditioniert, indem sie innerhalb von 72 Stunden allmählich von 105 auf 175° C erwärmt wurde. Dann wurde die Temperatur allmählich, d. h. im Laufe von A1I2 Stunden, auf 5600C erhöht. Die Folie wurde bei der Temperatur von 5600C 1 Stunde lang gehärtet, so daß eine unlösliehe, rekonstituierte Glimmerfolie erhalten wurde. Der Bindemittelanteil betrug etwa 5,7 Gewichtsprozent der Folie.
Die Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre Biegefestigkeit von 32,07 kg/mm2 ermittelte. Die Folie wurde dann 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß noch 91,5% der ursprünglichen Biegefestigkeit. Die Glimmerfolie, die mit einem anorganischen Bindemittel nach der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 3
Eine anorganische Bindemittelzusammensetzung wurde aus 25,06 Gewichtsteilen K2B4O7 · 4H2O, 25,52 Teilen KH2PO4, 23,90 Gewichtsteilen H3BO3 und 25,52 Gewichtsteilen H3PO4 bereitet. Diese Verbindungen wurden mit 2451 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt. Die entstandene Bindemittellösung enthielt an den entsprechenden Oxiden
47.4 Molprozent B2O3, 27,1 Molprozent P2O5 und
25.5 Molprozent K2O. Vier der getrockneten Glimmerfolien waren etwa 20 χ 25 cm groß und besaßen eine Stärke von etwa 0,1 mm. Diese Folien waren mit der angegebenen Bindemittellösung getränkt worden und wurden nachfolgend bei 900C 18 Stunden lang getrocknet, so daß sie weniger als 1% Feuchtigkeit enthielten.
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Die Folien wurden dann erneut angefeuchtet, so daß etwa 4% Feuchtigkeit zugesetzt wurden, und bei 200° C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 etwa 2102 Stunden gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie mit einer Stärke von etwa 0,15 mm konditioniert, indem man sie allmählich von 105 auf 175° C erwärmte. Dieses geschah im Zeitraum von 72 Stunden. Die Temperatur wurde dann allmählich auf 5600C erhöht, d.h. innerhalb von 4x/2 Stunden. Die Folie wurde danach bei 5600C 1 Stunde lang gehärtet, so daß eine unlösliche Glimmerfolie erhalten wurde. Der Bindemittelanteil betrug annähernd 4,7 Gewichtsprozent der Folie.
Diese Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre Biegefestigkeit von 30,86 kg/mm2 ermittelte. Nachfolgend wurde die Folie 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß immer noch 96,3% der ursprünglichen Biegefestigkeit. Die Glimmerfolie, die mit einer Bindemittellösung der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 4
Ein anorganisches Bindemittel wurde aus 15,40 Gewichtsteilen K2B4O7 · 4H2O, 24,49 Gewichtsteilen KH2PO4, 29,13 Gewichtsteilen H3BO3 und 30,98 Gewichtsteilen H3PO4 bereitet. Diese Verbindungen wurden mit 1671 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt. Die entstandene Bindemittellösung enthielt von den entsprechenden Oxiden 44,7 Molprozent B2O3, 25,6 Molprozent P2O5 und 29,7 Molprozent K2O. Vier der getrockneten Folien waren etwa 20 x 25 cm groß und etwa 0,1 mm stark. Diese Folien waren mit dem angegebenen Bindemittel getränkt worden und dann bei 90° C18 Stunden lang getrocknet worden, so daß sie weniger als 1% Feuchtigkeit enthielten.
Die Folien wurden mit 4% Feuchtigkeit erneut angefeuchtet und dann bei 2000C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 2V2 Stunden lang gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie von 0,15 mm Stärke konditioniert, indem sie im Verlauf von etwa 90 Stunden allmählich von 110 auf 175° C gebracht wurde. Nachfolgend wurde sie im Verlauf von 4*/2 Stunden allmählich auf eine Temperatur von 56O°C gebracht und bei dieser Temperatur annähernd 1 Stunde lang gehärtet, so daß man eine unlösliche Glimmerfolie erhielt. Der Bindemittelanteil betrug etwa 5,2 Gewichtsprozent der Folie.
Diese Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre Biegefestigkeit von 30,74 kg/mm2 ermittelte. Die Folie wurde dann 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf die Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß immer noch 93,3% der ursprünglichen Biegefestigkeit. Die Glimmerfolie, die mit einem anorganischen Bindemittel der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 5
Ein anorganisches Bindemittel wurde aus 19,62 Gewichtsteilen K2B4O7 · 4H2O, 31,18 Gewichtsteilen KH2PO4, 23,84 Gewichtsteilen H3BO3 und 25,36 Gewichtsteilen H3PO4 bereitet. Diese Verbindungen wurden mit 1591 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt. Die entstandene Bindemittellösung enthielt an den entsprechenden Oxiden 40,6 Molprozent B2O3, 23,3 Molprozent P2O5 und 36,1 Molprozent K2O. Vier der getrockneten Glimmerfolien waren etwa 20 x 25 cm groß und 0,1 mm stark und mit dem ' angegebenen Bindemittel getränkt worden. Die getränkten Folien wurden bei 900C 18 Stunden lang getrocknet, so daß sie weniger als 1% Feuchtigkeit enthielten.
Die Folien wurden erneut mit annähernd 4% Feuchtigkeit angefeuchtet und bei 2000C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 2V2 Stunden lang gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie mit einer Stärke von etwa 0,15 mm konditioniert, indem sie innerhalb von annähernd 90 Stunden allmählich von 110 auf 175° C gebracht wurde. Nachdem die Temperatur im Verlauf von 4V2 Stunden allmählich auf 56O0C erhöht worden war, wurde die Folie bei dieser Temperatur 1 Stunde lang gehärtet, so daß eine unlösliche Glimmerfolie erhalten wurde. Der Bindemittelanteil betrug etwa 6,2 Gewichtsprozent der Folie.
Diese Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre * Biegefestigkeit von 33,14 kg/mm2 ermittelte. Die Folie J wurde dann 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß immer noch 96,6% der ursprünglichen Biegefestigkeit. Die Glimmerfolie, die mit einem anorganischen Bindemittel der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 6
Ein anorganisches Bindemittel wurde aus 49,49 Gewichtsteilen K2B4O7 · 4H2O und 50,51 Gewichtsteilen KH2PO4 bereitet. Diese Verbindungen wurden mit 2464 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt.
Die entstandene Bindemittellösung enthielt an den entsprechenden Oxiden 37,8 Molprozent B2O3, 21,6 Molprozent P2O5 und 40,6 Molprozent K2O. Vier dieser Glimmerfolien mit einer Größe von etwa 20 x 25 cm und einer Stärke von 0,1 mm, die mit dem angegebenen Bindemittel getränkt worden waren, wurden dann· bei 900C 18 Stunden lang getrocknet, so daß sie weniger als 1 % Feuchtigkeit enthielten.
Diese Folien wurden erneut mit etwa 4% Feuchtigkeit angefeuchtet und bei 2000C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 2V2 Stunden lang gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie mit einer Stärke von 0,15 mm konditioniert, indem sie im Verlauf von etwa 90 Stunden allmählich von UO auf 1750C gebracht wurde. Nachfolgend wurde sie innerhalb von 4V2 Stunden allmählich auf 5600C erwärmt. Bei dieser Temperatur wurde die Folie I1J2 Stunden lang gehärtet, so daß man eine unlösliche Glimmerfolie erhielt. Der Bindemittelanteil betrug etwa 6,1 Gewichtsprozent der Folie.
Diese Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre Biegefestigkeit mit 32,09 kg/mm2 ermittelte. Die Folie wurde dann 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß immer noch 91,8% der ursprünglichen Biegefestigkeit. Die Glimmerfolie, die mit einem Bindemittel der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 7
Ein anorganisches Bindemittel wurde aus 26,99 Gewichtsteilen K2B4O7 · 4H2O, 42,91 Gewichtsteilen KH2PO4, 14,59 Gewichtsteilen H3BO3 und 15,51 Gewichtsteilen H3PO4 bereitet. Diese Verbindungen wurden mit 1451 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt. Die entstandene Bindemittellösung enthielt an den entsprechenden Oxiden 34,2 Molprozent B2O3, 19,8 Molprozent P2O5 und 46,0 Molprozent K2O. Vier dieser Folien waren etwa 20 x 25 cm groß und 0,1 mm stark und wurden mit dem angegebenen Bindemittel getränkt. Die getränkten Folien wurden bei 90°C 18 Stunden lang getrocknet, so daß sie weniger als 1 % Feuchtigkeit enthielten.
Diese Folien wurden erneut mit annähernd 4% Feuchtigkeit angefeuchtet und bei 2000C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 2V2 Stunden lang gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie von 0,15 mm Stärke allmählich im Verlauf von annähernd 90 Stunden von 110 auf 1750C gebracht. Nachdem man allmählich im Verlauf von 4V2 Stunden auf eine Temperatur von 560° C erwärmt hatte, wurde die Folie 1 Stunde lang auf dieser Temperatur gehalten, so daß man eine unlösliche Glimmerfolie erhielt. Der Bindemittelanteil betrug etwa 7,3 Gewichtsprozent der Folie.
Diese Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre Biegefestigkeit mit 31,38 kg/mm2 ermittelte. Die Folie wurde dann 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß immer noch 98,3% ihrer ursprünglichen Biegefestigkeit. Die Glimmerfolie, die mit einem anorganischen Bindemittel der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 8
Ein anorganisches Bindemittel wurde aus 25,38 Gewichtsteilen K2B4O7 · 4H2O, 15,20 Gewichtsteilen KH2PO4, 10,27 Gewichtsteilen H3BO3 und 19,15 Gewichtsteilen H3PO4 bereitet. Diese Verbindungen wurden mit 2017 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt. Die entstandene Bindemittellösung enthielt an den entsprechenden Oxiden 33,3 Molprozent B2O3, 33,3 Molprozent P2O5 und 33,3 Molprozent K2O. Vier der getrockneten Glimmerfolien waren etwa 20 x 25 cm groß und 0,1 mm stark und waren mit dem angegebenen Bindemittel getränkt worden. Die getränkten Folien wurden dann bei 900C 18 Stunden lang getrocknet, so daß sie weniger als 1 % Feuchtigkeit enthielten.
Die Folien wurden erneut mit etwa 4% Feuchtigkeit angefeuchtet und bei 2000C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 2V2 Stunden lang gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie mit einer Stärke von etwa 0,15 mm vorkonditioniert, indem man sie allmählich von 105 auf 175° C im Verlauf von etwa 90 Stunden brachte. Nachfolgend wurde sie im Verlauf von 4V2 Stunden auf eine Temperatur von 5600C gebracht, bei der sie 1 Stunde lang gehärtet wurde, so daß man eine unlösliche Glimmerfolie erhielt. Der Bindemittelanteil betrug etwa 5,5 Gewichtsprozent der Folie.
Diese Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre Biegefestigkeit mit 31,91 kg/mm2 ermittelte. Die Folie wurde dann 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß 100,9% ihrer ursprünglichen Biegefestigkeit. Die Glimmerfolie, die mit einem anorganischen Bindemittel der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 9
Ein anorganisches Bindemittel wurde aus 35,96 Gewichtsteilen K2B4O7 · 4H2O und 64,04 Gewichtsteilen KH2PO4 bereitet. Diese Verbindungen wurden mit 2000 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt.
Die entstandene Bindemittellösung enthielt an entsprechenden Oxiden 28,6 Molprozent B2O3,28,6 Molprozent P2O5 und 42,8 Molprozent K2O. Vier dieser Folien waren etwa 20 x 25 cm groß und 0,1 mm stark und wurden mit dem angegebenen Bindemittel getränkt. Die getränkten Folien wurden bei 9O0C im Laufe von 18 Stunden getrocknet, so daß sie weniger als 1 % Feuchtigkeit enthielten.
Die Folien wurden erneut mit etwa 4% Feuchtigkeit angefeuchtet und bei 2000C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 in 2'/2 Stunden gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie mit einer Stärke von etwa 0,15 mm vorkonditioniert, indem sie allmählich von 110 auf 175° C gebracht wurde, wobei der Temperaturanstieg nicht mehr als 5° C in 2 Stunden betrug. Die Erwärmung wurde fortgesetzt, wobei die Temperatur nicht mehr als 500C in einer Zeit von 30 Minuten gesteigert wurde, bis 5600C erreicht worden waren. Die Folie wurde dann bei dieser Temperatur 1 Stunde lang gehärtet, so daß man eine unlösliche Glimmerfolie erhielt. Der Bindemittelanteil betrug etwa 6,2 Gewichtsprozent der Folie.
Diese Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre Biegefestigkeit von 32,71 kg/mm2 ermittelte. Die Folie wurde dann 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß immer noch 88,1 % der ursprünglichen Biegefestigkeit. Die Glimmerfolie, die mit dem anorganischen Bindemittel der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Beispiel 10
Ein anorganisches Bindemittel wurde aus 12,29 Gewichtsteilen K2B4O7 ■ 4H2O und 87,71 Gewichtsteilen KH2PO4 bereitet. Diese Verbindungen wurden mit 2464 Gewichtsteilen destilliertem Wasser vermischt. Die entstandene Bindemittellösung enthielt an den entsprechenden Oxiden 10,5 Molprozent B2O3, 42,1 Molprozent P2O5 und 47,4 Molprozent K2O. Vier der getrockneten Glimmerfolien waren etwa 20 x 25 cm groß und etwa 0,1 mm stark und mit dem angegebenen Bindemittel getränkt worden. Die getränkten Folien wurden bei 900C 18 Stunden lang getrocknet, so daß sie weniger als 1 % Feuchtigkeit enthielten.
Die Folien wurden mit annähernd 4% Feuchtigkeit erneut angefeuchtet und bei 200° C und einem Druck von 0,35 kg/mm2 2l/2 Stunden lang gepreßt. Nach dem Pressen wurde eine Folie mit einer Stärke .von etwa 0,15 mm vorkonditioniert, indem sie im Verlauf _von etwa 90 Stunden allmählich von 105 auf 1750C
erwärmt wurde und nachfolgend im Verlauf von 4l/2 Stunden allmählich auf 560° C gebracht wurde. Die Folie wurde dann bei 560° C 1 Stunde lang gehärtet, so daß man eine unlösliche Glimmerfolie erhielt. Der Bindemittelanteil betrug etwa 5,3 Gewichtsprozent der Folie.
Diese Folie ließ man abkühlen, ehe man ihre Biegefestigkeit von 31,34 kg/mm2 ermittelte. Die Folie wurde nachfolgend 2 Stunden lang in Wasser getaucht, erneut getrocknet und auf ihre Biegefestigkeit geprüft. Die Folie besaß 102,5% ihrer ursprünglichen Biegefestigkeit. Die rekonstituierte Glimmerfolie, die mit dem anorganischen Bindemittel der Erfindung getränkt worden war, besaß also sowohl eine verbesserte Biegefestigkeit als auch eine große Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Die elektrischen Eigenschaften der anorganisch gebundenen Glimmerfolien der Erfindung sind sehr vorteilhaft. Beispielsweise besaßen Glimmerfolien, die mit dem anorganischen Bindemittel der Erfindung getränkt worden waren, das die Zusammensetzung Nr. 6 hatte und im Beispiel 6 genauer beschrieben wurde, die nachstehend angegebenen elektrischen Eigenschaften. Diese Eigenschaften, die in den Tabellen IV, V, VI, VII, VIII und IX angegeben werden, wurden bei Glimmerfolien ermittelt, die durchschnittlich etwa 20 x 25 cm groß und 0,15 mm stark waren.
Tabelle IV
Leistungsfaktor (in %) im Verhältnis zur Frequenz 23° C vor der Prüfung Tabelle V
Dielektrische Konstante im Verhältnis zur Frequenz
Nr. 60Hz 1 kHz 10 kHz 100 kHz 1 MHz
1 12,9 9,3 7,1 4,8 4,1
2 12,5 9,1 6,9 4,7 4,1
3 16,6 10,6 7,8 5,1 4,1
Tabelle VI
Leistungsfaktor (in %) im Verhältnis zur
Temperatur (in ° C)
60Hz
Nr. 200° C 350° C 500° C* 23° C
nach 500°C
1
2
3
14,9
17,1
21,8
72,7
71,1
75,2
11,4
14,4
25,7
Tabelle VII
Dielektrische Konstante im Verhältnis zur
Temperatur (in ° C)
60Hz
Nr. 60Hz IkHz 10 kHz 100 kHz 1 MHz
1
2
3
48,4
46,6
62,4
20,4
19,6
28,2
22,6
21,9
24,1
19,7
19,1
22,9
7,0
6,9
10,6
Nr. 200° C 350°C 500° C* 23° C
nach 500°C
1 5,1 14,6 4,8
2 5,3 13,8 5,0
3 5,7 15,4 5,6
35 In den Tabellen VI und VII bezeichnet das Sternchen, daß Messungen bei 500° C nicht gemacht wurden, da die Werte zu hoch zum Messen waren. Die Folien Nr. 1, 2 und 3 wurden jedoch auf eine Temperatur von 500° C erwärmt, ehe sie bei 23° C gemessen wurden.
Tabelle VIII
Volumenwiderstand (in Ohm-Zentimeter) im Verhältnis zur Temperatur (in °C)
Nr. 23° C 2000C 3500C 5000C 23° C nach 500° C
U) K) !-1 2,0 x ΙΟ10
2,4 χ ΙΟ10
9,6 χ 10'
8,0 χ 10"
7,8 χ 10"
4,5 χ 10"
3,6 χ 10'
3,9 χ 10'
3,0 χ 10'
6,6 χ ΙΟ4
5,9 χ ΙΟ4
4,4 χ ΙΟ4
1,2 χ 10"
1,7 χ 10"
1,1 χ 10"
Tabelle IX
Isolierwiderstand (Ohm) im Verhältnis zur Temperatur (in 0C)
Nr. 23° C 500° C 300° C 100° C 23°C nach 500°C
1
2
3
8,2 x 107
8,6 x 107
6,0 x 107
2,8 χ 107
3,8 x 107
3,1 x 107
2,2 χ 10'
2,1 χ 10'
2,6 x 10'
1,2 x 1012
9,6 x 10"
1,0 x 1012
8,3 X 108
1,7 x 10'
9,6 x 108
Eine Glimmerfolie, die gemäß Beispiel 6 hergestellt Steigerung von 500 V je Sekunde. Die Prüfungen
worden war, wurde zwei kurz anhaltenden Prüfungen lieferten ein Ergebnis von 17 000 V bei einer Stärke von
auf die dielektrische Stärke unterworfen. Beide Prü- 65 0,315 mm und 17200 V bei einer Stärke von
fungen verwendeten eine 5-cm-Elektrode und eine 0,318 mm.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Glimmerfolie aus feinzerteilten Glimmerteilchen unter Verwendung eines sauerstoffhaltige Bor-, Alkalimetall- und gegebenenfalls Phosphorverbindungen enthaltenden Bindemittels, bei dem die mit einer wäßrigen Bindemittellösung versetzte Folie gebrannt wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Bindemittellösung verwendet wird, die — bezogen auf die Oxide — eine Zusammensetzung im Bereich des Dreistoffdiagramms von B2O3, K2O und P2O5 aufweist, der durch die folgenden, durch Geraden miteinander verbundene Punkte begrenzt ist:
A (51% B2O3, 49% K2O, 0% P2O5);
B (31% B2O3, 49% K2O, 21% P2O5);
C (30% B2O3, 50% K2O, 20% P2O5);
D ( 5% B2O3, 50% K2O, 45% P2O5);
E ( 5% .B2O3, 28% K2O, 67% P2O5);
F (37% B2O3, 28% K2O, 35% P2O5);
G (41% B2O3, 20% K2O, 39% P2O5) und
H (80% B2O3, 20% K2O, 0% P2O5).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mit der Bindemittellösung getränkte Folie auf einen Feuchtigkeitsgehalt von 1 bis 10% getrocknet, warmgepreßt und bei einer Temperatur von etwa 560° C gebrannt wird.
säureverbindungen sowie Alkalimetallboraten, gegebenenfalls auch B2O3, bestehenden Bindemitteln bei der Herstellung elektrisch isolierender Glimmerprodukte bekannt.
Die bisher bekannten durch ein anorganisches Bindemittel gebundenen Glimmerfolien weisen jedoch eine Biegefestigkeit auf, die um etwa 50% geringer ist als die Biegefestigkeit von natürlichen Glimmerplättchen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde.
ein Verfahren zur Herstellung von durch ein anorganisches Bindemittel gebundenen Glimmerfolien mit verbesserte Biegefestigkeit zu schaffen.
Gelöst wird diese Aufgabe bei dem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch, daß eine Bindemittellösung verwendet wird, die — bezogen auf die Oxide — eine Zusammensetzung im Bereich des Dreistoffdiagramms von B2O3, K2O und P2O5 aufweist, der durch die folgenden, durch Geraden miteinander verbundene Punkte begrenzt ist:
DE19641471180 1963-01-30 1964-01-30 Verfahren zur Herstellung von Glimmerfolie Expired DE1471180C (de)

Applications Claiming Priority (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US25490863 1963-01-30
US254908A US3310411A (en) 1963-01-30 1963-01-30 Inorganic-bonded reconstituted mica sheet
DEG0039732 1964-01-30

Publications (3)

Publication Number Publication Date
DE1471180A1 DE1471180A1 (de) 1969-03-06
DE1471180B2 DE1471180B2 (de) 1972-12-07
DE1471180C true DE1471180C (de) 1973-07-12

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