DE1468741C - Verfahren zur katalytischen Oxychlo rierung von bei Raumtemperatur flussigen oder gasformigen Monoolefinkohlenwasser stoffen - Google Patents
Verfahren zur katalytischen Oxychlo rierung von bei Raumtemperatur flussigen oder gasformigen Monoolefinkohlenwasser stoffenInfo
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Description
Die Oxychlorierung von Äthylen zu 1,2-Dichloräthan kann durch die folgenden Gleichungen dargestellt
werden:
4HCl + O2 = 2H2O + 2Cl2
2 C2H4 + 2 Cl2 = 2 C2H4CI2
2 C2H4 + 4 HCI + O2 = 2 C2H4Cl2 + 2 H2O
Falls eine Substitution stattfindet, bildet sich Vinylchlorid nach den folgenden Gleichungen:
4 HCl + O2 = 2 H2O + 2 Cl2
2 C2H4 + 2 Cl2 = 2 C2HjCI + 2 HCl
2C2H4 + 2 HCl + O2 = 2C2H3CI + 2 H2O
Die die Geschwindigkeit bestimmende Stufe bei der Oxychlorierung von Kohlenwasserstoffen ist die Oxydation
des Chlorwasserstoffs gemäß Gleichung (I), die auch als Deaconsche Reaktion bekannt ist. Zur Beschleunigung
dieser Reaktion sind schon viele Arten von Katalysatoren vorgeschlagen worden, von denen
Chloride oder Oxychloride von Kupfer, Eisen oder Chrom als besonders wirksam angesehen werden.
Da jedoch die katalytische Aktivität dieser Metallchloride
nicht groß genug ist, muß die Umsetzung im Temperaturbereich von 300 bis 600'C durchgeführt
werden. Die Anwendung so hoher Temperaturen hat aber den Nachteil, daß diese Chloride
sich dabei verflüchtigen, was zu einem raschen Abfall der Aktivität des Katalysators führt. Außerdem entstehen
dadurch ernste Schwierigkeiten infolge der Korrosion der Anlage.
Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, sind bereits verschiedene Methoden vorgeschlagen worden,
z. B. die Anwendung der Metallchloride im Gemisch mit einem Alkalichlorid, wie Kaliumchlorid, als Promotor, die Anwendung von Katalysatoren, zu denen
außerdem noch ein Chlorid eines seltenen Erdmetalls zugesetzt worden ist, oder die Umwandlung des verflüchtigten
Teiles des Katalysators, der das Reaktionsgefäß zusammen mit dem Reaktionsprodukt verläßt,
in eine wäßrige salzsaure Lösung, die dann im Kreislauf in das Reaktionsgefäß zurückgeführt wird.
Was die bekannten Katalysatorarten anbelangt, hat sich aber keine dieser vorgeschlagenen Maßnahmen
als wirksam genug erwiesen, um die Verflüchtigung des Katalysators zu unterdrücken oder
die Reaktionstemperatur in nennenswertem Maße herabsetzen zu können.
Das Verfahren gemäß der Erfindung zur katalytischen Oxychlorierung von bei Raumtemperatur
flüssigen oder gasförmigen Monoolefinkohlenwasserstoffen bei niedriger Temperatur mit Chlorwasserstoff
und Sauerstoff oder einem sauerstoffhaltigen Gas ist dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxychlorierung
bei 150 bis 350° C in Gegenwart eines Katalysators ausführt, der aus Kupfer(ll)-chlorid, einem oder
mehreren Alkalibisulfaten und Ammoniumbisulfat und einem die genannten Verbindungen absorbiert
enthaltenden Träger besteht, wobei das Molverhältnis der Gesamtmenge an Bisulfaten zum Kupfer(II)·;
chlorid im Bereich von 1 :0,l bis 10 liegt.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, daß man einen Katalysator verwendet,
der außerdem Lanthanchlorid, Cerchlorid oder Thoriumchlorid oder Gemische dieser Verbindungen enthält,
wobei das Molverhältnis von Kupfer(II)-chlorid
zur Gesamtmenge an Lanthanchlorid, Cerchlorid und Thoriumchlorid im Bereich von 10:0,1 bis 1,0 liegt.
Die erfindungsgemäßen neuen Katalysatoren können bei niedrigen Temperaturen mit hohem Wirkungsgrad
eingesetzt werden.
Die obengenannten Mchrfachsalze aus Bisulfat und Metallchlorid sind Eutektika, die bei ziemlich
niedrigen Temperaturen schmelzen. Insbesondere besitzt das durch Zusatz von Kupfer(II)-chlorid zu
einem äquimolekularen Gemisch aus Natriumbisulfat und Ammoniumbisulfat erhaltene Dreifachsalz
einen Schmelzpunkt von etwa KK)"C, oberhalb dessen das Dreifachsalz eine stabile Schmelze darstellt. Wird
Kupfer(Il)-chlorid im Überschuß zugesetzt, so entsteht eine Schmelze eines gemischten Mehrfachsalzes,
in der die Eutektika oder das überschüssige Kupfer(I I )-chlorid suspendiert sind.
Wird zu diesem Dreifachsalz Lanthanchlorid, Cerchlorid und bzw. oder Thoriumchlorid zugesetzt, so
ändert sich der Aggregatzustand bei Temperaturen oberhalb des eutektischen Punktes nicht.
Der hochwirksame Katalysator gemäß der Erfindung wird sowohl innerhalb des Zusammensetzungsbereiches,
in welchem eine homogene eutektische Masse aus den oben angegebenen Katalysatorbcslandteilen
vorliegt, als auch innerhalb desjenigen Zusammensetzungsbereiches erhalten, in dem sich
das Eutektikum teilweise oder vollständig ausscheidet.
Bei der Verwendung von Metallchloriden als Katalysatoren
sowohl bei der Deaconschen Reaktion als auch bei der Oxychlorierungsreaktion ist es bekannt,
daß die höchste Aktivität erzielt wird, wenn der Katalysator sich in geschmolzenem Zustande befindet.
Wenn man aber die bekannten Katalysatoren verwendet, die im wesentlichen aus einer Kombination
eines Alkalichlorides mit Kupfer(II)-chlorid oder Eisen(III)-chIorid bestehen, so ist es unmöglich, eine
nennenswerte Herabsetzung des Schmelzpunktes zu erreichen.
Die Gleichgewichtskonstante der in Gleichung (1) angegebenen Oxydation von Chlorwasserstoff steigt
mit fallender Temperatur, und das Gleichgewicht verschiebt sich mit sinkender Temperatur nach der
Produktseite hin. Mit den bekannten Katalysatoren muß die Umsetzung aber bei hohen Temperaturen
von 300 bis 600"C durchgeführt werden, wenn eine ausreichende Reaktionsgeschwindigkeit erzielt werden
soll, weil die Aktivität des Katalysators bei niedrigeren Temperaturen abnimmt.
Die erfindungsgemäßen Katalysatoren können in wirksamer Weise bei niedrigen Temperaturen im
Bereich von 150 bis 350 C verwendet weiden und
20
zeigen, wie die nachstehenden Beispiele ergeben, schon bei Temperaturen von 150 bis 200° C eine besonders
hohe Wirksamkeit.
Die Katalysatoren gemäß der Erfindung können in Form einer Schmelze angewandt werden, die sich
bei der Reaktionstemperatur in den Poren des Trägers befindet.
Die erfindungsgemäßen Katalysatoren bieten die folgenden Vorteile:
1. Es geht kein Teil des Katalysators durch Verfiüchtigung
verloren.
2. Die Korrosion der Anlage wird praktisch unterdrückt.
3. Die Reaktionstemperatur läßt sich leicht steuern.
4. Da sich der Katalysator in den Poren des Trägers '5
in geschmolzenem Zustande befindet, kommen die reagierenden Gase immer mit einer frischen
Katalysatoroberfiäche in Berührung und diffundieren mit hoher Geschwindigkeit tief in die
Katalysatorschichten hinein.
5. Da der Katalysator in geschmolzenem Zustande vorliegt, unterliegt er nicht der vergiftenden
Wirkung von kohlenstoffhaltigen Ablagerungen.
6. Da keine Gefahr der Verkokung oder Verbrennung von Kohlenwasserstoffen besteht, wird
der Ausnutzungsgrad des Kohlenwasserstoffs gesteigert.
7. Bei Durchführung mit den erfindungsgemäßen Katalysatoren verläuft die Reaktion mit hoher
katalytischer Selektivität für die zu erzeugenden Produkte.
Hinsichtlich des Molverhältnisses von Bisulfat zu Kupfer(II)-chIorid, welches nachstehend als R (= Verhältnis
der Gesamtmolzahl an Bisulfaten zur Gesamtmolzahl an Metallchloriden) bezeichnet wird, ist
folgendes zu beachten: Die höchste Aktivität des Katalysators ist im Bereich von R = 0,1 bis 10,0,
insbesondere im Bereich von R = 1,0 bis 2,0, erzielbar. Bei einem Molverhältnis R von weniger als 0,1 findet
eine gewisse Verflüchtigung von Kupfer(II)-chlorid und auch eine Abnahme in der Reaktionsgeschwindigkeit
statt. Bei größeren Werten von R erhält man nicht nur einen Katalysator mit niedrigerem Schmelzpunkt,
sondern es wird auch die Flüchtigkeit des Kupfer(II)-chlorids in viel größerem Ausmaße herabgesetzt;
ein zu großer Wert von R führt jedoch zur Abnahme des Kupfergehaltes des Katalysators und
damit auch zur Abnahme der Reaktionsgeschwindigkeit.
Nun ist es bekannt, daß bei dem Oxychlorierungsverfahren der hinterbleibende, nicht umgesetzte Teil
des Chlorwässerstoffs sich nur schwer im Kreislauf in das Reaktionsgefäß zurückführen läßt, da er in
verdünnter Lösung in dem bei der Reaktion entstehenden Wasser anfällt.
Daher ist es in der Praxis erforderlich, die Umsetzung
so durchzuführen, daß nur der nicht umgesetzte Teil des Äthylens und des Sauerstoffs im
Kreislauf geführt wird, indem man den Umwandlungsgrad des Chlorwasserstoffs je Durchgang so weit wie
möglich, vorzugsweise auf etwa 100%; erhöht.
Um diesem Erfordernis zu genügen 'und die Vor- · richtung so gedrungen wie möglich auszugestalten,
muß der Katalysator nicht nur unter deriArbeitsbedingungen
stabil sein, sondern auch eine so hohe Aktivität besitzen, daß das Verfahren' 'tnit hoher
Durchsatzgeschwindigkeit durchgeführt werden kann.
Es wurden daher Versuche durchgeführt, um die relativen katalytischen Aktivitäten von aus Bisulfat
und Kupfer(II)-chlorid bestehenden Mehrfachsalzen und von anderen Katalysatoren zu bestimmen,
die durch Zusatz von Chloriden weiterer Elemente, nämlich den Chloriden von Lanthan, Cer, Neodym,
Europium, Yttrium, Scandium, Actinium, Thorium, Uran, Zirkonium bzw. Palladium, zu diesen Mehrfachsalzen
erhalten wurden.
Die Versuchsergebnisse zeigten, daß durch den Zusatz eines jeden der obengenannten Salze zu dem
Bisulfat-Cuprichlorid-Katalysator die Aktivität des Katalysators erhöht wird, und zwar unabhängig
davon, ob das zugesetzte Metallchlorid das Chlorid eines Elementes der Actinidenreihe, der Lanthanidenreihe
oder eines nicht zu diesen beiden Gruppen gehörenden Elementes ist. Es hat sich herausgestellt,
daß von diesen Elementen Lanthan, Cer und Thorium besonders wirksam sind und die Aktivität des Katalysators
bedeutend erhöhten, so daß für das Molverhältnis R ein hoher Wert angewandt werden kann.
Infolgedessen kann bei den erfindungsgemäßen Katalysatoren, welche Chloride von Lanthan, Cer
oder Thorium oder Gemische dieser Verbindungen im oben angegebenen Mengenverhältnis enthalten,
das Molverhältnis R erhöht und unter Innehaltung einer hohen Katalysatoraktivität mit einer höheren
Durchsatzgeschwindigkeit gearbeitet werden.
Zu den Monoolefinkohlenwasserstoffen, die der Oxychlorierung mit den erfindungsgemäßen Katalysatoren
zugänglich sind, gehören z. B. Äthylen, Propylen und Butylen.
Die nachfolgenden Beispiele erläutern die Herstellung der erfindungsgemäßen Katalysatoren und
ihre Anwendung auf die Oxychlorierung von Monoolefinkohlenwasserstoffen.
Beispiel la
Herstellung des Katalysators
Herstellung des Katalysators
Ein Katalysator gemäß der Erfindung kann folgendermaßen hergestellt werden: NaHSO4, NH4HSO4
und CuCl2 werden in der fünffachen Wassermenge (bezogen auf das Gesamtgewicht der Salze) in solchen
Mengen gelöst, daß die Molverhältnisse NaHSO4 zu NH4HSO4 zu CuCl2 im Bereich von 1 :1 :0,2 bis 20
liegen. Zu der Lösung von Bisulfaten und Kupfer(II)-chlorid wird Kieselsäuregel von einer Korngröße von
0,42 bis 0,84 mm in solcher Menge zugesetzt, daß der entstehende Katalysator 5,4 g CuCl2 auf je 1QO ml
Kieselsäuregel enthält. Die nasse Katalysatormasse wird dann auf dem Sandbad zur Trockne eingedampft,
und das gebundene Wasser wird im Ofen bei 200° C abgetrieben. ■ '
Beispiel Ib-Herstellung des Katalysators
Nach einer anderen Methode kann ein Katalysator gemäß der Erfindung folgendermaßen , hergestellt
werden: Eine Lösung von einem, zwei oder allen drei der Salze Cerchlorid, Lanthanchlorid und Thoriumchlorid
in destilliertem Wasser wird von Kieselsäuregel einer Korngröße von 0,42 bis 0,84 mm absorbiert,
und der überwiegende Teil des Wassers wird abgedampft, so daß ein trockenes Produkt hinterbleibt.
Zu diesem trockenen Produkt, welches mindestens eines der oben ^angegebenen Metallchloride enthält,
wird eine Lösung von NaHSO4, NH4HSO4 und"CuCl2
| Katalysator*) | I | II | III | |
| Katalysatorzusammen | ||||
| setzung | 48,6 | 48,6 | 48,6 | |
| CuCU ε | 65,0 | |||
| NaHSO4, g | 62,0 | — | — | |
| NH4HSO4, g | 45,0 | |||
| KCl, g | 900 | 900 | 900 | |
| SiO2-GeI, ml | 200 | 200 | 200 | |
| Reaktionstemperatur,0 C | ||||
| Menge der zugeführten | ||||
| Reaktionsgase | 450 | 450 | 450 | |
| C2H4, ml/Min | 300 | 300 | 300 | |
| HCl, ml/Min | 150 | 150 | 150 | |
| O2, ml/Min | ||||
| Menge des erzeugten | ||||
| chlorierten Äthylens, | 37,5 | 30.0 | 10,3 | |
| e/Std | 98,7 | 79.3 | 28,6 | |
| Umsatz von HCl, % ... | ||||
| Katalysatorverlust durch | 0 | 0,5 | 1,1 | |
| Verflüchtigung, g/Std. | ||||
| Zusammensetzung des | ||||
| Reaktionsproduktes | 97,60 | 97,00 | 24,20 | |
| 1,2-Dichloräthan, % . | 1,69 | 2,80 | .74,30 | |
| Äthylchlorid, % .... | 0,65 | 0,06 | 0,65 | |
| . Vinylchlorid, % | 0,06 | 0,14 | 0,85 | |
| Rest, % | ||||
*) Katalysator I = CuCIj-NaHSO1-NH4HSO4
(gemäß der Erfindung).
Katalysator II = CuCl2 — KCl (Vergleichskatalysator).
Katalysator III = nur CuCl2 (Vergleichskatalysator).
Katalysator III = nur CuCl2 (Vergleichskatalysator).
10
in destilliertem Wasser zugesetzt. Hierdurch wird auch die Bisulfat-Cuprichlorid-Lösung von den Kieselsäuregelkörnern
absorbiert.
Das Gemisch wird dann unter gelegentlichem Umrühren 2 Stunden bei 200° C getrocknet.
Bei der Durchführung des obigen Herstellungsverfahrens wird das Molverhältnis NaHSO4 zu
NH4HSO4 zu CuCl2 auf 1 :1 :0,2 bis 20 und das Molverhältnis
von CuCl2 zur Summe von Ce, La und Th auf 10:0,1 bis 1 eingestellt, während der CuCl2-Gehalt
im Endprodukt in allen Fällen 5,4 g je 100 ml Kieselsäuregel beträgt.
Auch wenn ein einfaches Salz oder Mehrfachsalz, bestehend aus einem, zwei oder drei der Salze KHSO4,
NaHSO4 und NH4HSO4, an Stelle des in den Beispielen
1 a und 1 b verwendeten äquimolekularen Gemisches aus NaHSO4 und NH4HSO4 verwendet wird,
soll das Molverhältnis der Summe der Bisulfate zu Kupfer(II)-chlorid auf 1 :0,1 bis 1 :10 eingestellt
werden.
Beispiel Ic
Oxychlorierungsverfahren
Oxychlorierungsverfahren
Tabelle I zeigt die Ergebnisse bei der Oxychlorierung von Äthylen in Gegenwart eines erfindungsgemäßen
Katalysators. Zum Vergleich mit bekannten Katalysatoren sind in der Tabelle auch die Ergebnisse
von unter den gleichen Bedingungen durchgeführten Versuchen einerseits mit CuCl2 und andererseits mit
CuCl2—KCl als Katalysatoren angegeben.
Die Oxychlorierungsversuche dieses Beispiels wurden in einem Wärmeaustauscher-Reaktionsrohr aus
rostfreiem Stahl (18% Cr; 8% Ni) durchgeführt, welches in seinem Mittelteil mit einem Rohr zum Vorerhitzen
der gasförmigen Beschickung versehen war. Das Reaktionsrohr war vor Beginn des Versuchs mit
900 ml Katalysator beschickt worden.
Die Reaktionstemperatur wurde durch eine Anordnung von elektrischen Thermoregulatoren, mit
deren Hilfe die Temperatur innerhalb der Katalysatorschicht an zwei Punkten gemessen wurde und rings
um das Reaktionsrohr herum angeordnete elektrische Heizkörper betätigt wurden, selbsttätig auf konstanter
Höhe gehalten.
Wie Tabelle I zeigt, besitzt der Katalysator gemäß der Erfindung nicht nur eine viel höhere Aktivität
als die bekannten Katalysatoren, sondern es findet bei ihm auch kein Katalysatorverlust durch Verflüchtigung
statt.
Um die höhere Aktivität der erfindungsgemäßen Katalysatoren bei niedrigen Temperaturen zu bestätigen,
wurde eine weitere Versuchsreihe unter den Bedingungen des Beispiels 1 c, aber bei einer Reaktionstemperatur von 150° C, durchgeführt. Die Ergebnisse
finden sich in Tabelle II.
Menge des erzeugten chlorierten
Äthylens, g/Std
Umsatz von HCl, %
Katalysatorverlust durch Verflüchtigung, g/Std
Zusammensetzung des Reaktionsproduktes
1,2-Dichloräthan, %
Äthylchlorid, %
Vinylchlorid, %
Rest, %
Katalysator*)
I II
I II
25,2
65,8
65,8
99,50
0,65
0
0,35
0,65
0
0,35
11,6
30,5
30,5
98,50.
1,16
0
0,34
1,16
0
0,34
60
*) Katalysator I = CuCl2-NaHSO4-NH4HSO4
(gemäß der Erfindung).
Katalysator II = CuCl2 — KCl (Vergleichskatalysator).
Katalysator II = CuCl2 — KCl (Vergleichskatalysator).
Die Ergebnisse bei der Oxychlorierung von Propylen bei 200° C in Gegenwart des in den Beispielen 1 a
und Ib verwendeten Katalysators sind in Tabelle III angegeben.
Die Strömungsgeschwindigkeiten der gasförmigen Reaktionsteilnehmer waren die folgenden: C3H6
300 ml/Min.; HCl 200 ml/Min.; O2 100 ml/Min.
Ausbeute an Reaktionsprodukt, g/Std. 16,0
Zusammensetzung des Reaktionsproduktes
Zusammensetzung des Reaktionsproduktes
Isopropylchlorid, % 27,7
1,2-Dichlorpropan, % 38,0
Allylchlorid, % 30,1
Rest, % 4,2
Claims (2)
1. Verfahren zur katalytischen Oxychlorierung von bei Raumtemperatur flüssigen oder gasförmigen
Monoolefinkohlenwasserstoffen bei niedriger Temperatur mit Chlorwasserstoff und Sauerstoff
oder einem sauerstoffhaltigen Gas, dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxychlorierung
bei 150 bis 350° C in Gegenwart eines Katalysators ausführt, der aus Kupfer(II)-chlorid,
einem oder mehreren Alkalibisulfaten und Ammoniumbisulfat und einem die genannten Verbindungen
absorbiert enthaltenden Träger besteht, wobei das Molverhältnis der Gesamtmenge an Bisulfaten
zum Kupfer(II)-chlorid im Bereich von 1 :0,l bis 10 liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Katalysator verwendet,
der außerdem Lanthanchlorid, Cerchlorid oder Thoriumchlorid oder Gemische dieser Verbindungen
enthält, wobei das Molverhältnis von Kupfer(II)-chlorid zur Gesamtmenge an Lanthanchlorid,
Cerchlorid und Thoriumchlorid im Bereich von 10:0,1 bis 1,0 liegt.
009540/386
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