DE1464983C2 - in zwei Richtungen schaltbares und steuerbares Halbleiterbauelement - Google Patents
in zwei Richtungen schaltbares und steuerbares HalbleiterbauelementInfo
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- H—ELECTRICITY
- H10—SEMICONDUCTOR DEVICES; ELECTRIC SOLID-STATE DEVICES NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- H10D—INORGANIC ELECTRIC SEMICONDUCTOR DEVICES
- H10D18/00—Thyristors
- H10D18/80—Bidirectional devices, e.g. triacs
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Description
Von den bekannten Halbleiterschaltern haben sich die PNPN-Halbleiterbauelemente und insbesondere
die Thyristoren durchgesetzt. Sie besitzen den Nachteil, daß sie nur bei einer ganz bestimmten Polarität
der an ihnen liegenden Spannung in eine Richtung durchgeschaltet werden können.
Ein Thyristor wird z.B. durchgeschaltet, wenn man über einen dritten Anschluß, den Steueranschluß,
einen Steuerstrom zuführt, durch den der Strom durch den Thyristor erhöht wird. Das geht jedoch
nur in einer Richtung. In der entgegengesetzten Stromrichtung können Thyristoren nicht leitend gemacht
werden. Daher kann immer nur die eine Halbwelle eines Wechselstroms gesteuert werden, während
die andere Halbwelle immer gesperrt bleibt. XJm eine Vollwegsteuerung zu erhalten, muß man entweder
zwei oder mehrere Thyristoren verwenden oder den Wechselstrom vorher in einen pulsierenden Gleichstrom
umwandeln. Beides ist oftmals in wirtschaftlicher Hinsicht nicht vertretbar.
Es ist auch bereits aus der FR-PS 12 91 322 ein Thyristor mit zwei äußeren P-leitenden und einer
mittleren N-leitenden Zone bekannt, bei dem in die eine äußere P-leitende Zone eine N-leitende Zone,
die mit der P-leitenden Zone eine gemeinsame ohmsche Hauptelektrode aufweist, und eine weitere
N-leitende, eine ohmsche Steuerelektrode aufweisende Zone eingelassen sind und bei dem auf der genannten
äußeren P-leitenden Zone außerdem noch eine ohmsche Steuerelektrode vorgesehen ist. Durch
Anlegen eines negativen, auf die gemeinsame Hauptelektrode bezogenen Potentials an die ohmsche
Steuerelektrode der weiteren N-leitenden Zone oder eines positiven, auf die gleiche Hauptelektrode bezogenen
Potentials an die ohmsche Steuerelektrode der P-leitenden Zone kann der Thyristor durchgeschaltet
werden. Durch Anlegen eines negativen, auf die genannte Hauptelektrode bezogenen Potentials
an die ohmsche Steuerelektrode der P-leitenden Zone kann der Thyristor wieder ausgeschaltet werden.
Der Hauptstrom kann in diesem Thyristor jedoch ebenfalls nur in eine Richtung fließen.
Es sind jedoch auch schon aus dem DT-Gbm 18 38 035 in zwei Richtungen schaltbare und steuerbare
Halbleiterbauelemente bekanntgeworden, die aus fünf Zonen mit abwechselnd entgegengesetztem Leitungstyp
bestehen. Drei dieser Zonen sind beispielsweise in der Reihenfolge PNP übereinandergeschich-
ao tet, und in die beiden P-leitenden Zonen ist je eine äußere N-leitende Zone derart eingelassen, daß je ein
Teil dieser äußeren Zone und der benachbarten inneren Zone an die Oberfläche des Halbleiterkörpers
tritt, so daß beide mit einer gemeinsamen Hauptelektrode versehen werden können. Außerdem ist in beide
P-leitende Zonen je eine weitere N-leitende Zone eingelassen, die eine ohmsche Steuerelektrode trägt.
Werden bei diesem Halbleiterbauelement zum Steuern eines Wechselstroms in beide Richtungen beide Steuerelektroden
verwendet, dann muß beim Steuern in der einen Richtung an die eine Steuerelektrode ein Potential
mit einer auf die eine Hauptelektrode bezogenen Polarität und beim Steuern in der anderen Richtung
an die andere Steuerelektrode ein Potential mit einer auf die andere Hauptelektrode bezogenen Polarität
gelegt werden. Dies ist in schaltungstechnischer Hinsicht nachteilig und außerdem unpraktisch. Ferner ist
aus der DT-AS 11 54 872 ein Halbleiterschaltelement mit fünf Schichten bekannt, das Steuerelektroden besitzt,
die je mit einer Zwischenschicht verbunden sind. Wenn der eine Hauptanschluß gegenüber dem
anderen Hauptanschluß negativ polarisiert ist, dann kann die Vorrichtung durch Anlegen eines Steuerpotentials,
das positiv gegenüber dem Potential des ersten Hauptanschlusses ist, an diejenige Steuerelektrode,
die dem ersten Hauptanschluß benachbart ist, leitend gemacht werden. In umgekehrter Weise kann
die Vorrichtung auch in der anderen Stromrichtung leitend gemacht werden. Wenn der erste Hauptanschluß
gegenüber dem anderen Hauptanschluß positiv ist, dann muß zu diesem Zweck ein Steuerpotential,
das positiv gegenüber dem Potential des zweiten Hauptanschlusses ist, an diejenige Steuerelektrode
angelegt werden, die dem zweiten Hauptanschluß benachbart ist. Diese beiden Steuerwirkungen
sind je mit derjenigen eines üblichen Thyristors vergleichbar. Es ist bei dieser Anordnung nicht möglich,
die Steuerelektroden mit einem gemeinsamen Steueranschluß zu verbinden, da das Halbleiterbauelement
dadurch kurzgeschlossen würde. Die beiden Steuerelektroden müssen vielmehr unabhängig voneinander
durch Steuerspannungen gesteuert werden, die jeweils auf das Potential des benachbarten Hauptanschlusses
bezogen sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, das in zwei Stromrichtungen schaltbare und steuerbare Halbleiterbauelement,
das fünf Zonen abwechselnd entgegengesetzten Leitungstyps hat, so auszubilden, daß ein Durch-
schalten in beiden Stromrichtungen mit Hilfe eines ständig auf ein und dieselbe Hauptelektrode bezogenen
Steuerpotentials an nur einem Steueranschluß möglich ist.
Die Erfindung geht von einem in zwei Stromrichtungen schaltbaren und steuerbaren Halbleiterbauelement
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs aus.
Die Erfindung besteht in den im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs angegeben Maßnahmen.
Das Halbleiterbauelement nach der Erfindung hat den Vorteil, daß seine eine Hauptfläche mit einer
metallischen Unterlage zur besseren Wärmeableitung verbunden werden kann, während die Steuerung einzig
und allein von der anderen Hauptfläche aus erfolgt.
Da ein derartiges Halbleiterbauelement in beide Richtungen leitet, können Schaltungen mit diesem
Halbleiterbauelement so ausgelegt werden, daß das Halbleiterbauelement von selbst gegen Überspannungen
geschützt ist, so daß hierfür keine zusätzlichen Schaltungsmaßnahmen mehr notwendig sind. Außerdem
kann ein solches Halbleiterbauelement zur Vollwegsteuerung von Wechselspannungen verwendet
werden. Insbesondere ist noch von Vorteil, daß dabei nur ein Steueranschluß notwendig ist und die
Steuerspannung für das Durchschalten in beiden Richtungen auf das Potential derselben Hauptelektrode
bezogen wird.
Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung an Hand der Figuren ausführlich beschrieben.
Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch ein Halbleiterbauelement
nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung;
F i g. 2 und 4 zeigen je eine Hälfte des Halbleiterbauelements nach der Fig. 1; die eingezeichneten
Pfeile dienen zur Erklärung der Wirkungsweise des Halbleiterbauelements;
Fig. 3, 5 und 6 sind Strom-Spannungs-Kennlinien des Halbleiterbauelements nach der F i g. 1.
Das in der F i g. 1 dargestellte, in zwei Richtungen steuerbare und schaltbare Halbleiterbauelement besitzt
drei Anschlüsse 1, 2 und 3.
Zwischen den beiden Hauptanschlüssen 1 und 2 fließt in jedem Fall der Hauptstrom, denn diese beiden
Anschlüsse werden in den Hauptstromweg desjenigen Schaltkreises geschaltet, in welchem das
Halbleiterbauelement als Schalter verwendet wird. Der dritte Steueranschluß 3 wird dagegen an eine
Spannungsquelle gelegt, von der Impulse des erforderlichen richtigen Vorzeichens zum Durchschalten
des Halbleiterbauelements geliefert werden. Das gezeigte Halbleiterbauelement kann bei Spannungen
beliebiger Polarität an den Hauptanschlüssen durchgeschaltet werden. Wenn der Hauptanschluß 1 positiv
gegenüber dem Hauptanschluß 2 ist, dann wird am Steueranschluß 3 ein gegenüber dem Hauptanschluß
2 positiver Impuls benötigt, wohingegen am Steueranschluß 3 ein gegenüber dem Hauptanschluß
2 negativer Impuls das Durchschalten bewirkt, wenn der Hauptanschluß 1 gegenüber dem
Hauptanschluß 2 negativ ist.
Der Halbleiterkörper 10 des Halbleiterbauelements nach der Fig. 1 besteht aus fünf Zonen abwechselnd
entgegengesetzten Leitungstyps. Zu beiden Seiten einer mittleren N-leitenden Zone 11 sind zwei innere
P-leitende Zonen 12 und 13 vorgesehen. In einem Teil der P-leitenden Zone 13 ist eine äußere N-leitende
Zone 14 eingelassen, die von der Zone 13 durch einen PN-Übergang J3 getrennt ist. In einen Teil der
P-leitenden Zone 12 ist ebenfalls eine äußere N-leitende Zone 20 eingelassen, die von der P-leitenden
Zone 12 durch einen PN-Übergang J5 getrennt ist.
Die N-leitende Zone 20 ist dabei derart in die P-leitende Zone 12 eingelassen, daß sie von den beiden
Seitenflächen des Halbleiterkörpers 10 einen Abstand
ίο aufweist und auf beiden Seiten von ihr ein Teil der
inneren P-leitenden Zone 12 an die Oberfläche des Halbleiterkörpers 10 tritt.
Auf den beiden Hauptflächen des Halbleiterkörpers 10 sind die ohmschen Hauptelektroden 15 und 16
vorgesehen. Die Hauptelektrode 15 berührt sowohl die äußere N-leitende Zone 20 als auch einen an die
Oberfläche tretenden Teil der angrenzenden inneren P-leitenden Zone 12, so daß durch sie der PN-Übergang J5 kurzgeschlossen ist. Sie hat außerdem von
den beiden Seitenflächen des Halbleiterkörpers 10 einen Abstand. Die andere Hauptelektrode 16 berührt
sowohl die äußere N-leitende Zone 14 als auch einen an die Oberfläche tretenden Teil der inneren
P-leitenden Zone 13, so daß durch sie der PN-Übergang /3 kurzgeschlossen ist. Die Hauptelektroden 15
und 16 sind mit den Hauptanschlüssen 2 bzw. 1 elektrisch verbunden.
Wenn beim Betrieb dieses Halbleiterbauelements der Hauptanschluß 2 gegenüber dem Hauptanschluß
1 positiv ist, dann wirkt die P-leitende Zone 12 als Emitter und der PN-Übergang J1 zwischen ihr und
der angrenzenden mittleren Zone 11 als Emitter-PN-Übergang, während die P-leitende Zone 13, die von
der Zone 11 durch einen PN-Übergang J2 getrennt ist, als Basis wirkt. Gleichzeitig wirkt die N-leitende
Zone 14 als Emitter und der PN-Übergang J3 als
Emitter-PN-Übergang. Wenn dagegen umgekehrt der Hauptanschluß 2 gegenüber dem Hauptanschluß 1
negativ ist, dann wirkt die P-Ieitende Zone 13 als Emitter und die P-leitende Zone 12 als Basis und
gleichzeitig die N-leitende Zone 20 als Emitter und der PN-Übergang/, als Emitter-PN-Übergang. Halbleiterbauelemente dieser Art sind beispielsweise aus
der deutschen Auslegeschrift 11 54 872 bekannt.
Zum Steuern und Durchschalten des Halbleiterbauelements sind zwei Steuerelektroden 18 und 19
vorgesehen. Die Steuerelektrode 18 ist als ohmsche Elektrode auf einer weiteren N-leitenden Zone 17
ausgebildet, die nahe demjenigen Bereich der inneren P-leitenden Zone 12 in diese Zone 12 eingelassen ist,
der mit der Hauptelektrode 15 in Berührung ist. Die Steuerelektrode 18 ist mit dem Steueranschluß 3
verbunden. Die andere Steuerelektrode 19 ist eine ohmsche Elektrode, die neben der äußeren N-leitenden
Zone 20 auf der inneren P-leitenden Zone 12 an einer Stelle angebracht ist, an der die Hauptelektrode
15 nicht mit der P-leitenden Zone 12 in Berührung ist. Die Steuerelektrode 19 ist ebenfalls mit dem
Steueranschluß 3 verbunden. Der Grund dafür, die Steuerelektrode 19 an einer von der Steuerelektrode
18 entfernten Stelle anzubringen, ist der, daß ein elektrischer Kurzschluß zwischen der Steuerelektrode
19 und der Hauptelektrode 15 vermieden werden soll. Da in dem gezeigten Ausführungsbeispiel der
Strompfad zwischen der Steuerelektrode 19 und dem Teil der Hauptelektrode 15, der mit der inneren
P-leitenden Zone 12 in Berührung ist, ausreichend lang ist und einen hohen elektrischen Widerstand
darstellt, sind die Elektroden 19 und 15 als elektrisch
voneinander getrennt zu betrachten.
Zwischen der weiteren N-leitenden Zone 17 und der inneren P-leitenden Zone 12 liegt ein PN-Übergang/^
Die weitere Zone 17 bildet zusammen mit der P-leitenden Zone 12 und der N-leitenden Zone
11 einen Transistor mit den PN-Übergängen/4 und
J1. Da auch die weitere N-leitende Zone 17 unter bestimmten
Bedingungen als Emitter wirkt, kann man sie auch als »entfernt liegende Emitterzone 17« bezeichnen.
Zum Verständnis der Wirkungsweise des Halbleiterbauelements nach der Fig. 1 denke man sich
den Halbleiterkörper 10 in zwei Abschnitte unterteilt, die in den F i g. 2 und 4 dargestellt sind. Der in
der F i g. 2 gezeigte Teil des Halbleiterbauelements ist ein einfacher Thyristor, während man den in der
F i g. 4 gezeigten Teil des Halbleiterbauelements als Thyristor mit »entfernter Emitterzone« betrachten
kann.
Es sei angenommen, daß der Hauptanschluß 1 positiv gegenüber dem Hauptanschluß 2 ist. Da an der
P-leitenden Emitterzone 13 ein positives und an der N-leitenden Emitterzone 20 ein negatives Potential
liegt, sind die beiden PN-Übergänge J2 und J5 in
Durchlaßrichtung vorgespannt, so daß am mittleren PN-Übergang J1 Löcher und Elektronen gesammelt
werden. Der PN-Übergang J1 ist jedoch in Sperrichtung
vorgespannt, so daß normalerweise kein Strom durch das Halbleiterbauelement fließt. Man kann
das Halbleiterbauelement dadurch durchschalten, daß man entweder die an ihm liegende Spannung bis zur
Durchbruchsspannung des PN-Übergangs Z1 erhöht
oder daß man über den Steueranschluß 3 einen Strom zuführt, durch den die Ladungsträgerkonzentrationen
im Bereich des PN-Übergangs J1 entsprechend verlängert werden. Legt man an den
Steueranschluß 3 ein gegenüber der Hauptelektrode 2 positives Potential, dann wirkt die N-leitende Zone
20 als Emitter, von dem Elektronen in die P-leitende Zone 12 injiziert werden. Die Elektroneninjektion erfolgt
im Bereich des Emitter-PN-Übergangs J5, jedoch nicht gleichmäßig, da die Dichte des injizierten
Elektronenstroms exponentiell von der Spannung zwischen der inneren P-leitenden Zone 12 und der
äußeren N-leitenden Zone 20 abhängt. Da der Potentialabfall längs des PN-Ubergangs/? durch Majoritätsladungsträger
(Löcher) bedingt ist, die von der Steuerelektrode 19 herkommen, erhält man längs des
PN-Übergangs J5 einen Spannungsabfall in Querrichtung,
wobei die Spannung zwischen den Zonen 12 und 20 nahe der Steuerelektrode 19 am größten ist
und von dort in Querrichtung abnimmt.
Die injizierten Elektroden diffundieren zum PN-Übergang/,, werden dort gesammelt und erniedrigen
das Potential der mittleren N-leitenden Zone 11 bezüglich der inneren P-Ieitenden Zone 13 an den der
Elektroneninjektion gegenüberliegenden Stellen. Als Folge davon werden Löcher aus der P-leitenden Zone
13 in die mittlere N-leitende Zone 11 injiziert. Diese Löcher diffundieren zum PN-Übergang J1, wodurch
das Potential der inneren P-leitenden Zone 12 gegenüber der mittleren N-leitenden Zone 11 erhöht wird
und noch mehr Elektronen aus der N-leitenden Zone 20 in die P-leitende Zone 12 injiziert werden. Wenn
sich in der P-leitenden Zone 12 Löcher bilden, dann wächst die Spannung zwischen dieser Zone 12 und
der N-leitenden Zone 20 an, so daß auf Grund des Löcherstroms in Querrichtung größere Teile der
P-leitenden Zone 12 positiv werden und aus einem größeren Flächenabschnitt der N-leitenden Emitterzone
20 Elektroden injiziert werden. Ein ähnlicher Vorgang spielt sich in der mittleren N-leitenden Zone
Hab.
Durch die Anreicherung von Ladungsträgern in den beiden Zonen 11 und 12 wird das Raumladungsgebiet
am PN-Übergang J1 zerstört, so-daß ein zusätzlicher
Strom durch das Halbleiterbauelement (und die Last des Schaltkreises) fließt. Dieser sich
selbst verstärkende Prozeß dauert so lange, bis er über den gesamten Querschnitt des Halbleiterkörpers
10 ausgebreitet ist.
In der Fig. 3 ist eine Strom-Spannungs-Kennlinie
des in der F i g. 2 gezeigten Teils des Halbleiterbauelements nach der Fig. 1 gezeigt. Auf der Ordinate
ist der Strom durch das Halbleiterbauelement und auf der Abszisse die Spannung zwischen den Haupt-
ao elektroden aufgetragen. Positive Spannungen am Hauptanschluß 1 sind dabei mit wachsender Größe
nach rechts und positive Spannungen am Hauptanschluß 2 mit wachsender Größe nach links aufgetragen.
Als positive Ströme werden vom Haupt-
s5 anschluß 1 zum Hauptanschluß 2 fließende Ströme
bezeichnet. Wenn am Hauptanschluß 1 eine positive Spannung anliegt, dann ist der Strom bei steigender
Spannung in Vorwärtsrichtung bis zur Durchbruchsspannung nahezu konstant. Beim Anwachsen der
Spannung über die Durchbruchsspannung hinaus steigt der Strom schnell an, bis der PN-Übergang J1
in Durchlaßrichtung vorgespannt ist. Das Halbleiterbauelement befindet sich dann im leitenden bzw.
durchgeschalteten Zustand. Bei umgekehrt gepolter Spannung an den Hauptelektroden sind die beiden
PN-Übergänge J2 und J5 in Sperrichtung vorgespannt,
so daß ein Durchschalten mittels der Steuerelektrode 19 nicht möglich ist. Der in F i g. 2 gezeigte
Teil des Halbleiterbauelements kann daher nur in einer Richtung durchgeschaltet werden. Mit größer
werdenden Steuerströmen wird das Intervall zwischen dem Durchbruchsstrom und dem Haltestrom
schmaler, und die Größe der Durchbruchsspannung in Vorwärtsrichtung nimmt ab.
Im folgenden wird nun die Wirkungsweise des in F i g. 4 gezeigten Teils des Halbleiterbauelements
nach der Fig. 1 beschrieben. Dieser Teil kann als Thyristor mit einer zusätzlichen, »entfernt liegenden
Emitterzone« bezeichnet werden. Er dient dazu, daß das Halbleiterbauelement nach der F i g. 1 auch dann
durchgeschaltet werden kann, wenn der in der Fig. 2 gezeigte Teil des Halbleiterbauelements mittels der
Steuerelektrode 19 nicht durchgeschaltet werden kann, d. h. wenn am Hauptanschluß 2 ein gegenüber
dem Hauptanschluß 1 positives Potential anliegt.
Es sei daher angenommen, daß bei dem in der F i g. 4 gezeigten Teil des Halbleiterbauelements der
Hauptanschluß 2 auf positivem und der Hauptanschluß 1 auf negativem Potential liegt. Damit liegt
die innere P-leitende Zone 12 auf positivem Potential und wirkt als Emitter, wohingegen an der äußeren
N-leitenden Zone 14 ein negatives Potential liegt, so daß sie ebenfalls als Emitter wirksam ist. Die PN-Übergänge
J1 und J3 sind bei dieser Polarität in
Durchlaßrichtung vorgespannt und daher Emitter-PN-Übergänge, während der PN-Übergang J2 in
Sperrichtung vorgespannt ist. Man kann diesen Teil des Halbleiterbauelements durchschalten, indem man
entweder die Spannung an ihm stark erhöht und eine Stromleitung durch den PN-Übergang J2 erzwingt
oder indem man die Steuerelektrode 18 bzw. den Steueranschluß 3 gegenüber der Hauptelektrode 15
bzw. dem Hauptanschluß 2 negativ vorspannt und dadurch die Ladungsträgerkonzentrationen im Bereich
des PN-Übergangs J2 verändert.
Bei dieser Polarität wirkt die Zone 17 der Steuerelektrode 18 als Emitter, so daß von ihr Elektronen
in die angrenzende P-leitende Zone 12 injiziert werden. Die Elektronen diffundieren zum PN-Übergang
Z1, wo sie auf Grund der Raumladungsschicht
des PN-Übergangs J1 als Minoritätsladungsträger gesammelt
werden. Dadurch wird das Potential der mittleren N-leitenden Zone 11 gegenüber der inneren
P-leitenden Emitterzone 12 erniedrigt, und es werden von der P-leitenden Zone 12 mehr Löcher in die
Zone 11 injiziert, was wiederum zur Folge hat, daß die Sperrspannung am PN-Übergang J2 in eine
J1 gesammelt wird, und Ie der Steuerstrom. Durch
Umrechnung der Gleichung (2) erhält man die Gleichung (3):
Iah = Il +Cc3I11. (3)
Setzt man die Gleichung (3) in die Gleichung (1) ein, dann erhält man
I1 = /s + (X1 (IL + aslg) + (X2IlI
J α
Das Halbleiterbauelement wird daher durchgeschaltet, wenn die Summe X1+Oc2 gegen 1 geht. Diese
Wirkungsweise ist kennzeichnend für die Art der Steuerung eines Thyristors mit entfernt liegender
Emitterzone bzw. mit entfernt liegender Steuerelek-
besteht deswegen, weil die Stromdichte an den PN-Übergängen J1 und J3 auf Grund einer Erhöhung des
Steuerstroms anwächst.
In der F i g. 5 ist die Strom-Spannungs-Kennlinie eines Thyristors mit entfernt liegender Steuerelektrode
gezeigt, der dem in der Fig. 4 gezeigten Teil des Halbleiterbauelements nach der Fig. 1 entspricht.
Der Strom ist auf der Ordinate und die Span-
Durchlaßspannung verwandelt wird und dieser Teil ao trode im Sinne der obigen Ausführungen. Diese Bedes
Halbleiterbauelements wie ein einfacher Thyristor dingung gilt auch für die einfachen Thyristoren. Sie
leitet. Das Ergebnis ist also das gleiche, wie wenn
man die Steuerelektrode direkt mit der mittleren
N-leitenden Zone 11 verbindet und direkt ein gegenüber der Hauptelektrode 15 negatives Potential an- as
legt. Aus diesem Grund wird dieser Teil des Halbleiterbauelements auch als Thyristor mit entfernt
liegender Steuerelektrode bezeichnet. Im Gegensatz
zu einem solchen Thyristor hat ein einfacher
man die Steuerelektrode direkt mit der mittleren
N-leitenden Zone 11 verbindet und direkt ein gegenüber der Hauptelektrode 15 negatives Potential an- as
legt. Aus diesem Grund wird dieser Teil des Halbleiterbauelements auch als Thyristor mit entfernt
liegender Steuerelektrode bezeichnet. Im Gegensatz
zu einem solchen Thyristor hat ein einfacher
Thyristor den Nachteil, daß bei Polung in Sperr- 30 nung auf der Abszisse aufgetragen. Positive Spanrichtung
(Hauptanschluß 1 positiv), also bei gesperr- nungen am Hauptanschluß 1 werden mit wachsender
tem Emitter-PN-Übergang J1, sein Steueranschluß Größe nach rechts, positive Spannungen am Hauptwährend
dieser Halbwelle gegenüber dem Hauptan- anschluß 2 mit wachsender Größe nach links aufgeschluß2
auf einem hohen Potential liegt. Bei dem tragen. Als positiver Strom wird ein Strom bezeich-Thyristor
mit entfernt liegender Steuerelektrode er- 35 net, der vom Hauptanschluß 1 zum Hauptanschluß 2
scheint jedoch dasjenige Potential, das während der fließt. Ist bei dem in der F i g. 4 gezeigten Teil des
gesperrten Halbwelle an der mittleren N-leitenden Halbleiterbauelements der Hauptanschluß 2 positiv
Zone 11 liegt, nicht mehr an der Steuerelektrode 18. bzw. in Vorwärtsrichtung vorgespannt, dann bleibt
Zum besseren Verständnis des Halbleiterbauele- der Strom durch diesen Teil des Halbleiterbauelements
nach der Erfindung seien im folgenden die im 40 ments bis zur Durchbruchsspannung in Vorwärts-Halbleiterbauelement
fließenden Ströme betrachtet. richtung nahezu konstant, während an dieser Stelle
der Lawinendurchbruch einsetzt. Bei größeren Spannungen als der Durchbruchsspannung steigt der
(1) Strom schnell an, bis die Summe der Stromverstär-
45 kungsfaktoren x0 und at größer als 1 und das HaIb-
IL bedeutet in dieser Gleichung den Laststrom und leiterbauelement durchgeschaltet ist.
/s den Strom des PN-Übergangs J1, wenn dieser in Das Intervall zwischen dem Durchbruchsstrom
/s den Strom des PN-Übergangs J1, wenn dieser in Das Intervall zwischen dem Durchbruchsstrom
Sperrichtung vorgespannt ist, also den thermisch er- und dem Haltestrom wird auch hier eingeengt, wenn
zeugten Strom (s. Fig. 4). der negative Steuerstrom größer wird. Durch stei-
X1 ist der Stromverstärkungsfaktor desjenigen 50 gende negative Steuerströme wird außerdem die
PNP-Transistorabschnitts, der die P-leitende Zone 12 Durchbruchsspannung in Vorwärtsrichtung verminenthält;
er bestimmt also denjenigen Bruchteil des dert. Die Strom-Spannungs-Kennlinie der beiden
Stroms am unteren Emitter-PN-Übergang J1, der vom Teile des Halbleiterbauelements nach der F i g. 1 sind
PN-Übergang J2 gesammelt wird. x2 ist der Ström- daher für alle praktischen Anforderungen bis auf die
verstärkungsfaktor desjenigen NPN-Transistorab- 55 180°-Phasenverschiebung der Spannungen und
Schnitts, der die N-leitende Zone 14 enthält; er be- Ströme gleich.
stimmt also denjenigen Bruchteil des Stromes vom Auf Grund der Zentralsymmetrie der Strom-Span-
PN-Übergang J3, der am PN-Übergang J2 gesammelt nungs-Kennlinien der in den F i g. 2 und 4 gezeigten
wird. IAH ist der Strom durch das Halbleiterbauele- Teile des Halbleiterbauelements wird der eine Teil leiment
am unteren Hauptanschluß 2 abzüglich des 60 tend, wenn am Hauptanschluß 2 eine gegenüber dem
Basisstroms zum Betreiben des Transistorabschnitts, Hauptanschluß 1 positive Spannung anliegt, während
bei entgegengesetzt gepolter Spannung der andere Teil leitend wird. Die gesamte Strom-Spannungs-Kennlinie
ist in der F i g. 6 gezeigt. Sie setzt sich aus
IAH = IL + Ix — (1 — X3)Ig. (2) 65 der Strom-Spannungs-Kennlinie im ersten Quadran
ten der F i g. 3 und der Strom-Spannungs-Kennlinie im dritten Quadranten der Fig. 5 zusammen. Bei
ausreichend hohen Steuerströmen verschwindet das
Es gilt zunächst die Gleichung:
h — «Jah + «2h +
der den PN-Übergang /4 enthält, d. h., man kann IAH
durch die Gleichung (2) ausdrücken:
In dieser Gleichung ist <x3 derjenige Anteil des
Stroms am PN-Übergang/4, der am PN-Übergang
509 631/317
Sperrgebiet sowohl im ersten als auch im vierten Quadranten, so daß man eine Strom-Spannungs-Kennlinie
erhält, die der Strom-Spannungs-Kennlinie zweier mit entgegengesetzter Polung zueinander
parallelgeschalteter PN-Gleichrichter entspricht.
Die Halbleiterbauelemente nach der Erfindung können nach den bekannten Verfahren hergestellt
werden, die man auch bei der Herstellung der bekannten Thyristoren anwendet.
10
Der Aufbau eines Halbleiterbauelements nach der Erfindung kann auch zu dem des Halbleiterbauelements
nach der F i g. 1 komplementär sein. Komplementär bedeutet, daß die Schichtenfolge und der sonstige
Aufbau bis auf die jeweils entgegengesetzte Dotierung gleich sind und daß die Strom-Spannungs-Kennlinien
der beiden Teile des Halbleiterbauelements zentralsymmetrisch zu denen sind, die in den
F i g. 3 und 5 gezeigt sind.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:In zwei Stromrichtungen schaltbares und steuerbares Halbleiterbauelement mit einem aus fünf Zonen abwechselnd entgegengesetzten Leitungstyps bestehenden Halbleiterkörper und mit je einer gemeinsamen ohmschen Hauptelektrode an einer äußeren und an dem an dieselbe Hauptfläche tretenden Teil der benachbarten inneren Zone, und mit zwei Steuerelektroden, von denen die eine eine ohmsche Steuerelektrode an dem an die Hauptfläche tretenden Teil einer inneren Zone ist und entfernt von demjenigen Teil der Hauptelektrode angebracht ist, der mit derselben inneren Zone in Berührung ist, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Hauptelektrode (16) die einzige Elektrode an der einen Hauptfläche ist, daß an der anderen Hauptfläche eine mit einer ohmschen Elektrode (18) versehene Steuerzone (17) von entgegengesetztem Leitungstyp in die äußere Oberfläche der inneren Zone (12), die die Steuerelektrode (19) trägt, nahe demjenigen Teil der ersten Hauptelektrode (15), der mit dieser inneren Zone (12) in Berührung steht, eingelassen ist und gegenüber dem Übergang (Z3) zwischen den beiden mit der zweiten Hauptelektrode (16) in Berührung stehenden · Zonen (14, 13) liegt und daß ein gemeinsamer Steueranschluß (3) mit den beiden Steuerelektroden leitend verbunden ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US331776A US3275909A (en) | 1963-12-19 | 1963-12-19 | Semiconductor switch |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1464983C2 true DE1464983C2 (de) | 1975-07-31 |
Family
ID=23295323
Family Applications (2)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1964G0042293 Pending DE1464983B1 (de) | 1963-12-19 | 1964-12-17 | In zwei Richtungen schaltbares und steuerbares Halbleiterbauelement |
| DE1464983A Expired DE1464983C2 (de) | 1963-12-19 | 1964-12-17 | in zwei Richtungen schaltbares und steuerbares Halbleiterbauelement |
Family Applications Before (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1964G0042293 Pending DE1464983B1 (de) | 1963-12-19 | 1964-12-17 | In zwei Richtungen schaltbares und steuerbares Halbleiterbauelement |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US3275909A (de) |
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| GB (1) | GB1057649A (de) |
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Families Citing this family (13)
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|---|---|---|---|---|
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Family Cites Families (4)
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- 1964-12-17 DE DE1464983A patent/DE1464983C2/de not_active Expired
- 1964-12-18 SE SE15344/64A patent/SE316533B/xx unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB1057649A (en) | 1967-02-01 |
| DE1464983B1 (de) | 1970-01-15 |
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