DE1460024B - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Trainingsanzug aus Maschenware.
An Trainingsanzüge werden insbesondere im Hochleistungssport die Anforderungen gestellt, daß
sie in der Gebrauchsstellung den Körper in ausreichendem Maße warm halten, den Schweiß aufsaugen,
ohne dabei am Körper zu kleben, Hitzestauungen vermeiden und sehr geschmeidig sind.
Aus diesen Gründen bestehen die bekannten Trainingsanzüge aus Maschenware, wo das Maschenbild
verhältnismäßig dicht, aber trotzdem atmungsaktiv, d. h. in gewissem Maße luftdurchlässig ist, damit die
Hautoberfläche des Trägers atmen kann. Diese Luftdurchlässigkeit ist jedoch bei üblichen Strickwaren
gering. Zur Verwendung in großen Höhen muß ein Trainingsanzug besonders wärmen und gegen Wind
schützen. Dabei muß die Atmungsfähigkeit des Anzugs gewahrt bleiben. Den Trainingsanzug dadurch
wärmer zu machen, daß man die Dicke des gestrickten Stoffes verdoppelt oder verdreifacht, führt zu
keiner befriedigenden Lösung, da dadurch der Anzug schwerer und weniger atmungsfähig wird. Die bekannten
Trainingsanzüge lassen auch oft hinsichtlich ihrer Schweißaufnahmefähigkeit, ohne am Körper zu
kleben, zu wünschen übrig. Bei ihrer Verwendung im Hochleistungssport entstehen leicht Hitzestauungen
über der Haut.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Trainingsanzug zu schaffen, der insbesondere in großen
Höhen gegen Kälte schützt und dabei genau so vorteilhaft zu tragen ist wie die bekannten atmungsfähigen
Trainingsanzüge.
Zur Lösung dieser Aufgabe sind erfindungsgemäß auf der dem Körper zugewandten Seite der Maschenware
in Vielzahl eng nebeneinander kleine längliche, jeweils kleine luftgefüllte Hohlräume bildende Noppen
mit gering luftdurchlässiger Wandung eingestrickt, die zwischen sich sowohl in Längs- als auch
in Querrichtung Abstände belassen.
Durch die Hohlräume, die ringsum durch eine Wandung abgeschlossen sind, werden Luftzellen gebildet.
Die Wandungen sind im geringen Maße luftdurchlässig, so daß einerseits die Atmungsfähigkeit
erhalten bleibt und andererseits die Luft in den kleinen Hohlräumen sich nur sehr langsam austauscht.
Dadurch wird eine gute Wärmeisolierung erhalten.
Durch die Ausbildung der kleinen Luftzellen in den jeweils abstehenden, auf der dem Körper zugewandten
Seite angeordneten und zwischen sich Abstände belassenden Noppen wird neben einer großen
Wärmeisolierung ein Maximum an Geschmeidigkeit des Stoffes erreicht. Ferner wird durch die Noppenstruktur
die innere Oberfläche des Trainingsanzugs vergrößert, so daß besonders gut Schweiß aufgesaugt
werden kann. Durch die Noppen liegt der Anzug nicht mit seiner ganzen Innenfläche auf der Haut
des Trägers auf. Auch bei direkter Auflage des Stoffes des Anzugs auf der Haut wird durch die Noppen
viel Luft zwischen dem Anzug und der Haut eingeschlossen. Durch diese Noppenstruktur klebt der
Trainingsanzug beim Schwitzen weniger an der Haut.
Nach einer bevorzugten weiteren Ausführungsform der Erfindung sind die Noppen in nebeneinanderliegenden
Reihen versetzt angeordnet.
Zwar ist bereits die Anwendung des Luftzellenprinzips zur Wärmeisolierung bei Kleidungsstücken
bekannt. Bei diesen Kleidungsstücken ist jedoch eine elektrisch beheizte Vorrichtung vorgesehen, die eine
Abmagerung des Trägers bewirken soll. Der dafür verwendete Stoff ist aber nur wenig luftdurchlässig,
um ein möglichst starkes Schwitzen hervorzurufen.
Weiter ist ein wärmeisolierender Mehrlagenstoff bekannt, der aus mehreren aufeinandergeklebten
Textilschichten besteht, von denen wenigstens eine mit einem Bindemittel imprägniert und mit einer
ίο Mehrzahl darin durch Einprägen gebildeter Vertiefungen
versehen ist, die mit der benachbarten Gewebeschicht in sich geschlossene Luftzellen bilden.
Dieser Stoff soll für die Herstellung von Kleidungsstücken, aber auch von Decken od. dgl., Verwendung
finden. Mit den Luftzellen dieses bekannten Stoffes wird zwar eine gute Wärmeisolierung erreicht, aber
für Trainingsanzüge ist dieser Stoff ungeeignet. Der durch Imprägnierung steife Stoff besitzt nämlich eine
glatte Oberfläche, die auf der Haut des Trägers des Kleidungsstückes großflächig aufliegen würde. Ein
aus einem solchen Stoff gefertigter Trainingsanzug würde auf der Haut kleben. Die Schweißaufnahme
wäre gering und es würden Hitzestauungen auf der Haut entstehen.
Weiterhin ist ein aus einem schlauchförmigen Trikotstück mit Rippenmaschen bestehendes Unterhemd
bekannt, bei dem der Rückenteil in Umfangsrichtung eine größere Maschenzahl je Längeneinheit
des Fertigungserzeugnisses aufweist als der Vorderteil. Hier soll also der Rücken des Unterhemdes
dichter gestrickt sein als das Vorderteil. Durch die Rippenmaschen wird zwar zwischen der Haut und
der Maschenware Luft eingeschlossen, aber die erfindungsgemäße Wärmeisolierung ergibt sich nicht, weil
die Luft nicht in Hohlräumen gehalten wird. Ein Trainingsanzug aus einem solchen Stoff hätte auch
nicht die erfindungsgemäßen Vorteile der besonders großen Schweißaufsaugung, der hohen Geschmeidigkeit
und der allseitigen Luftzirkulation durch die sowohl in Längs- als auch in Querrichtung vorhandenen
Abstände zwischen den Noppen.
Schließlich ist ein Stoff für Leibwäsche bekannt, dessen Gewebe auf einer Seite vereinzelnd auf;,
liegende Fäden aufweist, die zwischen der Haut und dem Stoff eine Isolierschicht bilden sollen. Hier handelt
es sich demnach nicht um luftgefüllte Hohlräume, sondern um Fäden, die einen Abstand in der Gebrauchsstellung
mit einem Kleidungsstück geben sollen. Bei einem anderen bekannten Gewebe für auf
der Haut aufliegende Kleidungsstücke sind abstehende Noppen aus einzelnen Fadenschlaufen gebildet,
die in Reihen angeordnet sind und zwischen sich entweder freie Quadrate oder rautenförmige
oder anders gestaltete Felder bilden. Diese Noppen haben den Charakter eines Frottierstoffes. Luftdurchzugsräume
sind nicht geschaffen.
Vorteilhafterweise bestehen die äußere Wandung des Stoffes des erfindungsgemäßen Trainingsanzugs
aus synthetischem Garn und die zum Körper weisende Wandung der Hohlräume aus Baumwolle. Bei
dieser Zusammenstellung wird ein Höchstmaß der aufgezeigten vorteilhaften Wirkungen erhalten.
Nachfolgend ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung an Hand der Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigt
F i g. 1 den Anzug in Vorderansicht,
F i g. 2 eine Draufsicht auf die zum Körper weisende Innenseite eines gestrickten Stoffstückes und
F i g. 2 eine Draufsicht auf die zum Körper weisende Innenseite eines gestrickten Stoffstückes und
F i g. 3 einen Querschnitt längs der Linie III-III in
F i g. 2 im vergrößerten Maßstab.
Gemäß Fig. 1 besteht der Trainingsanzug aus Hose 1 und Jacke 2, wobei an der Jacke 2 Bunde 3
und ein Kragen 4 unmittelbar angestrickt sind.
Der Stoff des Anzugs besteht auf seiner Außenseite aus einer gestrickten Wandung 5 aus synthetischem
Garn und auf seiner dem Körper zuweisenden inneren Seite aus einer gestrickten Wandung aus
Baumwolle, die mit der äußeren Wandung 5 verstrickt und mit einer Vielzahl von Noppen 6 ausgebildet
ist, welche jeweils einen Hohlraum 7 umschließen. Die Noppen 6 sind, wie F i g. 2 zeigt, gegenein-'
ander versetzt angeordnet und auf Abstand gehalten, so daß in Längsrichtung Rillen 8 und in Querrichtung
Durchlaßräume 9 entstehen. Die Hohlräume 7 werden durch die Wandung der Noppen 6 und durch
die äußere Wandung 5 umschlossen, so daß die Noppen 6 gegen Zusammendrücken widerstandsfähig sind
und die in den Hohlräumen? befindliche Luft zur Wärmeisolation gehalten wird. Die gestrickten Wandungen
sind dabei in geringem Maße luftdurchlässig, so daß durch die Hohlräume 7 hindurch ebenfalls ein
langsamer Luftaustausch stattfindet. In den Rillen 8 und den Durchlaßräumen 9 ist die Luftdurchlässigkeit
am größten.
Claims (2)
1. Trainingsanzug aus Maschenware, dadurch gekennzeichnet, daß auf der dem
Körper zugewandten Seite in Vielzahl eng nebeneinander kleine längliche, jeweils kleine luftgefüllte
Hohlräume (7) bildende Noppen (6) mit gering luftdurchlässiger Wandung eingestrickt sind,
die zwischen sich sowohl in Längs- als auch in Querrichtung Abstände (8, 9) belassen.
2. Trainingsanzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Noppen (6) in nebeneinander
liegenden Reihen versetzt angeordnet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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