DE1458168C - Stranggießkokille mit unterschied hchem Wärmeleitvermögen - Google Patents
Stranggießkokille mit unterschied hchem WärmeleitvermögenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Stranggießkokille mit unterschiedlichem Wärmeleitvermögen für Stahlbrammen.
Für das Stranggießen von insbesondere hochschmelzenden Metallen ist es bekannt, Kokillen zu
verwenden, die durch besondere Ausbildung der formgebenden Teile eine unterschiedliche Kühlwirkung
auf das Gußmaterial hervorrufen. So ist es beispielsweise aus der österreichischen Patentschrift
181 379 bekannt, eine flüssigkeitsgekühlte Kokille so auszubilden, daß ihre Wandstärke in der Zone beginnender
Erstarrung, also im oberen Kokillendrittel, am geringsten ist und zum Strangaustrittsende stetig
oder stufenweise zunimmt. Die gleiche Kühlwirkung wird durch eine in der österreichischen Patentschrift
176 314 beschriebene Kokille hervorgerufen, deren unterer Kokillenteil mit einer oder mehreren Schichten
aus einem Material geringerer Wärmeleitfähigkeit als derjenigen des eigentlichen Kokillenmaterials
aufgetragen ist.
Für das Vergießen von Leichtmetallen ist es ferner aus der deutschen Patentschrift 900 861 bekannt,
ebenfalls die Kokille in zwei Zonen unterschiedlicher Kühlintensität zu unterteilen. Nach dieser Patentschrift
soll im Gegensatz zu den obenerwähnten Kokillenalisführungen der obere Kokillenteil mit
einem Material geringerer Wärmeleitfähigkeit und der untere Kokillenteil mit einem Material höherer
Wärmeleitfähigkiet ausgestattet werden. Die Ausbildung einer derartigen Kokille hat zum Ziel, schon in
der Kokille einen durchgehend erstarrten Strang zu erzeugen.
Beim Stranggießen von hochschmelzenden Metallen, insbesondere Eisen und Stahl, in Brammenformaten
hat sich herausgestellt, daß die hierbei auftretenden Kühlprobleme mit den herkömmlichen
Kokillenkonstruktionen nicht zu bewältigen sind, besonders, wenn die Breite der Bramme 800 mm überschreitet.
Sie lassen sich auch nicht einwandfrei beseitigen, wenn nur an den Kokillenschmalseiten
Wärmeisolierungen angeordnet sind, nicht aber an den Kokillenbreitseiten (Herrmann, S. 229, Bild
775).
Für die Wärmeabfuhr ergeben sich in einer Stranggießkokille unterschiedliche Werte, auch wenn die
Kokillenwandung einen einheitlichen Wärmewiderstand besitzt, weil beim Berühren der Schmelze mit
der Kokillenwand eine starke Kühlung stattfindet, welche den Strang zunächst schrumpfen läßt, was ein
Abheben der Strangschale von der Kokille zur Folge hat. Nach der Schrumpfung erfolgt ein Wiedererwärmen
der Strangschale aus dem Inneren des Stranges heraus, das den Strang wieder zum Anliegen an die
Kokillenwand bringt. Dieser dauernde Wechsel der Schrumpfungsverhältnisse ist dem Strang jedoch nicht
zuträglich.
Die nachfolgend beschriebene Erfindung basiert auf einer Reihe neuer Erkenntnisse über die Wärmeabfuhr, die der Strang innerhalb der Kokille erfährt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Stranggießkokille derart auszubilden, daß die von der
Kokille ausgeübte Wärmeabfuhr den zwischen ihr und dem Strang entstehenden Schrumpfspalt in solcher
Weise beeinflußt, daß das Schrumpfen des Stranges — in Querrichtung gemessen — über die gesamte
Länge der Kokille möglichst stetig erfolgt, so daß das bisher beobachtete meist mehrfache Anliegen und
Wiederabheben der Strangoberfläche an die bzw. von der Kokillenwand vermieden wird.
Erfindungsgemäß wird daher bei einer eingangs genannten Stranggießkokille vorgeschlagen, daß der
Wärniewiderstand der Kokillenbreitseiten im Gießspiegelbereich mindestens das l,5fache des Wärmewiderstandes
der Kokillenwand im unteren und oberen Bereich der Kokille beträgt.
Durch solche Kokillen wird über die Ausbildung
ίο des Schruinpfspaltes eine im wesentlichen gleiche
Wärmeabfuhr und damit eine gleichmäßige Strangschrumpfung über die Breitseiten des Brammenstranges
innerhalb der Kokille erreicht.
Die Verhältnisse sind an einem Beispiel näher erläutert. Die F i g. 1 und 2 zeigen Längsschnitte durch
die Breitseiten einer erfindungsgemäß ausgebildeten Brammenkokille.
Die von außen gekühlte Wandung der Kokille ist mit 6 bezeichnet. Der in ihr erzeugte Gußstrang ist in
einer dünnen Randschicht 2 erstarrt, während der größte Teil noch flüssig ist. Der Badspiegel des Gußstranges
ist mit 4 bezeichnet, während 4' und 4" die durch den Kokillenhub verursachte relative Höchstbzw.
Tiefstlage des Badspiegels kennzeichnen.
Im Bereich des Gießspiegels und darunter ist die Wand mit einem erhöhten Wärmewiderstand versehen.
Diese Erhöhung des Wärmewiderstandes kann durch einfache Verstärkung 7 der Wanddicke als
auch durch Auftragsschweißen, Aufspritzen, -galvanisieren oder -plattieren eines anderen Werkstoffes
höheren Wärmewiderstandes auf die Wand oder in Ausnehmungen der Wand (Fig. 2) erreicht werden.
Bei einer Gesamtkokillenlänge von z. B. 700 mm kann der Bereich der Verstärkung in Abhängigkeit
von der Gießgeschwindigkeit 70 bis 350 mm betragen, wobei die größeren Maßangaben den höheren
Gießgeschwindigkeiten zugeordnet sind. Daran anschließend wird der Wärmewiderstand im unteren
Teil 6 wieder auf den der üblichen Wandstärke zurückgeführt. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung
der Kokille wird erreicht, daß die erstarrte Randschicht 2 im Bereich der verstärkten Kokillenwand 7
praktisch die gleiche Wärmemenge an die Kokille abgibt wie im unteren Teil, dadurch zum dauernden
Anliegen an die Kokillenwand gebracht wird und der Aufbau von unterschiedlichen Spannungen in der
Strangschale vermieden wird. Erst im unteren Kokillenbereich erfolgt die allmähliche Ausbildung des
Schrumpfspaltes 8, wobei der Schrumpfspalt verkleinert ist und damit die Wärmeabgabe an die Kokillenwand
auch im unteren Bereich so groß wie im Gießspiegelbereich wird. Durch die Abstimmung der
Wandstärken und über die Beeinflussung des Schrumpfspaltes wird über die Kokillenlänge eine im
wesentlichen gleichbleibende Wärmeabfuhr erreicht. Diese Maßnahmen ergeben rißfreie Brammenstränge.
F i g. 2 zeigt eine Abwandlung der erfindungsgemäßen Kokillenausbildung nach Fig. 1. Die Kokillenwand 9 ist im Bereich des Gießspiegels und dar-
unter mit einer Aussparung versehen, welche mit einem Werkstoff höheren Wärmewiderstandes 10
ausgefüllt ist. Für die Erfindung ist es dabei unwesentlich, ob die Breitseiten der Brammenkokille
aus einem einheitlichen Kokillenwerkstoff bestehen oder ob die mit dem Schmelzgut in Berührung stehende Seite der Kokillenwand mit einem verschleißfesten Überzugswerkstoff 11, beispielsweise Chrom,
Molybdän od. dgl. versehen ist.
Claims (1)
- 4Patentanspruch· gekennzeichnet, daß der Wärmewiderstandder Kokillenbreitseiten im Gießspiegelbereich mindestens das l,5fache des WärmewiderstandesStranggießkokille mit unterschiedlichem War- der Kokillenwand im unteren und oberen Be-meleitvermögeh für Stahlbrammen, dadurch 5 reich der Kokille beträgt.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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