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DE145727C - - Google Patents

Info

Publication number
DE145727C
DE145727C DENDAT145727D DE145727DA DE145727C DE 145727 C DE145727 C DE 145727C DE NDAT145727 D DENDAT145727 D DE NDAT145727D DE 145727D A DE145727D A DE 145727DA DE 145727 C DE145727 C DE 145727C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
nicotine
poisonous
tobacco smoke
soaked
acids
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT145727D
Other languages
English (en)
Publication of DE145727C publication Critical patent/DE145727C/de
Active legal-status Critical Current

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Classifications

    • AHUMAN NECESSITIES
    • A24TOBACCO; CIGARS; CIGARETTES; SIMULATED SMOKING DEVICES; SMOKERS' REQUISITES
    • A24DCIGARS; CIGARETTES; TOBACCO SMOKE FILTERS; MOUTHPIECES FOR CIGARS OR CIGARETTES; MANUFACTURE OF TOBACCO SMOKE FILTERS OR MOUTHPIECES
    • A24D3/00Tobacco smoke filters, e.g. filter-tips, filtering inserts; Filters specially adapted for simulated smoking devices; Mouthpieces for cigars or cigarettes
    • A24D3/06Use of materials for tobacco smoke filters
    • A24D3/16Use of materials for tobacco smoke filters of inorganic materials

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Manufacture Of Tobacco Products (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die beim Verrauchen von Tabak entstehenden, gasförmig entweichenden Produkte sind zum Teil sehr giftiger Natur. Neben dem unverändert in den Tabakrauch übergehenden Nikotin sind als giftige Körper hier besonders zu nennen:
Die Spaltprodukte des Nikotins (wie Pyridin und Pikoline), ferner Schwefelwasserstoff, Blausäure und im gewissen Sinne auch das in reichlicher Menge entstehende Ammoniak.
Die Bemühungen, diese Giftkörper zu binden, sind darauf gerichtet gewesen, den Tabakrauch vor dem Eintritt in die Mundhöhle entweder durch faseriges Material oder poröse Kohle zu saugen oder chemisch zu reinigen.
Da die Giftkörper meist basischer Natur sind, so lag es nahe, durch Einschaltung von Säuren oder durch Verwendung von chemischen Stoffen, die mit den Alkaloiden Doppelverbindungen bilden, die Giftkörper unschädlich zu machen oder wenigstens die Giftwirkung abzuschwächen.
Die gleichzeitige Verwendung von Säuren und Alkaloid fällenden Metallsalzen ist beispielsweise in der Patentschrift 124523/79 c vorgesehen, und zwar wird der Rauch durch ein mit Gerbsäure, Weinsäure oder Zitronensäure und dann mit einer schwachen Lösung von Palladium- oder Platinsalz getränktes faseriges Material gesaugt.
Gemäß Patenschrift 123208/79 soll der Tabakrauch zur Bindung der basischen Giftkörper ein mit molybdänsaurem Salz getränktes Material passieren.
Nach der britischen Patentschrift 22192 v. J.v 1896 wird als Nikotin absorbierende Substanz eine Mischung aus Benzoesäure, Tannin, Zimtessenz, Myrrhenessenz, Benzoe und Spiritus benutzt, mit welcher Mischung eine mit Borax und Alaun zwecks Fixierung der vorgenannten Stoffe behandelte Papierpülpe getränkt wird.
Wie praktische Versuche ergeben haben, ist die Reinigung des Tabakrauches nach den namhaft gemachten Verfahren jedoch nur unvollkommen. Das liegt einerseits daran, daß die hier verwendeten organischen Säuren die basischen Produkte nur schwach binden und bei der zunehmenden Erhöhung der Temperatur, welcher das getränkte faserige Material ausgesetzt ist, wieder abgeben. Ebenso vermögen die als Alkaloidfällungsmittel bekannten Salze (Platin-., Palladiumsalze, molybdänsaures Salz usw.) die giftigen Basen nur zum kleineren Teil zurückzuhalten.
Einen besseren Erfolg wird man erwarten dürfen, wenn man stärkere Säuren, z. B. Mineralsäuren, wie Schwefel-, Salzsäure, Phosphorsäure, zur Bindung der Basen verwenden würde, da deren Salze einer Wiederzerlegung durch die Hitze weniger ausgesetzt sind.
■ Es galt daher ein Verfahren zu finden, welches die Verwendung dieser Säuren ermöglicht. Daß sie nicht in freiem Zustand gebraucht werden können, liegt auf der Hand.. Sie müssen in. gebundenem Zustande benutzt werden, aber immerhin so, daß die basischen Giftkörper des Tabakrauches eine Zerlegung
dieser Verbindungen ermöglichen und nunmehr von den Säuren zurückgehalten werden. Wenn es gleichzeitig gelang, auch die giftigen sauren Produkte des Tabakrauches, wie Schwefelwasserstoff, zu binden, so wäre dam.it .der gewünschte Erfolg in vollem Maße erzielt.
In überraschender Weise ist eine Entgiftung des Tabakrauches auf der vorstehenden Grundlage, nun möglich geworden dadurch, daß man den Tabakrauch durch faseriges Material saugt, das mit den schwefel- oder salzsauren Salzen, der Eisengruppe (Eisen, Mangan, Nickel, Kobalt) getränkt ist. Auch die Ver-
.15 bindungen des Aluminiums (z. B. Alaun) und des Kupfers vermögen hier Brauchbares zu leisten, können aber die Salze der Eisengruppe nicfii^vBllig ersetzen, weil ζ. Β das Aluminium .nicht auch den Schwefelwasserstoff bindet und das Kupfer zufolge der Giftigkeit seiner Verbindungen von einer Anwendung für den gedachten Zweck ausgeschlossen bleiben muß.
Als ganz besonders bevorzugt hat sich für den vorliegenden Zweck der Eisenvitriol oder das Doppelsalz Ferro-Ammoniumsulfat erwiesen. Saugt man Tabakrauch durch ein mit einer Lösung von Ferrosulfat oder der besseren Haltbarkeit halber mit einer Lösung von Ferro-Ammoniumsulfat getränktes und .wieder getrocknetes faseriges Material (z. B.
' Watte), so zerlegen die Basen Nikotin, Pyridin, Pikolin, Ammoniak das Salz und werden als Sulfate zurückgehalten, während Schwefelwasserstoff durch das in Freiheit gesetzte Ferrohydroxyd gebunden bleibt.
Beispiel: 1 kg Ferro-Ammoniumsulfat
SOi Fe + SO1 (NHJ2 + 6 H.2O
wird in 4 kg destilliertem Wasser gelöst und - mit -dieser Lösung I kg Watte durchtränkt, , ■ so daß* nach dem Trocknen die so behandelte Watte»etwa 50 Prozent Salz enthält, welches event, unter Zusatz eines Klebmateriales, z. B.
Glycerin, aiii der Wollfaser'haftend gemacht wird. Zu dem Zweck gibt man das Klebmaterial der wässerigen 'L'ösürig- von Anfang an hinzu. Bei Verwendung von Glycerin genügen auf die obige Menge 100 g Glycerin.
•'Eine Zigarre, deren Nikotingehalt 2,78 Prozent betrug, wurde verraucht (unter Benutzung des in den Ber. d. d. pharm. Ges. 1900, S. 26 beschriebenen Apparates und der dort angegebenen Methode der Nikotinbestimmung).
Der Rauch wurde, bevor er in die Absorptionsflüssigkeiten gelangte, durch ein Rohr ; mit Watte gesaugt, welche mit Ferro-Am- f moniumsulfatlösung getränkt und wieder getrocknet war. Die Zigarre wog 5,2 g, enthielt also 0,14456 g Nikotin.
In den Absorptionsflüssigkeiten wurden durch Kaliumwismutjodid fällbare und auf Nikotin berechnete Basen wieder gefunden 0,014 g, das sind unter. Berücksichtigung der im Stummel verbliebenen Menge von 0,057824 g Nikotin nur 16,1 Prozent, während 83,9 Prozent der unter gewöhnlichen Bedingungen in den Tabakrauch gelangenden Nikotinmenge durch das Filtermaterial zurückgehalten waren.
In einem zweiten Versuche betrug die zurückgehaltene Menge 79,7 Prozent Nikotinbasengemisch.
Wurde die Watte nach dem Verfahren des Patents 124523/79 vorbehandelt, so konnte im günstigsten Falle eine Nikotinbeseitigung von ^ gegen 65 Prozent festgestellt werden.
Es ist durch das vorstehend beschriebene Verfahren also ein erheblicher technischer Effekt erzielt.

Claims (1)

  1. Patent-AnSPRUcn :
    Absorptionsmittel zur Bindung der beim Tabakrauchen entstehenden flüchtigen, giftigen Verbindungen, welches dadurch gewonnen wird, daß man ein faseriges Material (z. B. Baumwolle, Filtrierpapier) mit der Lösung eines schwefelsauren oder salzsauren Salzes der Eisengruppe tränkt und alsdann trocknet.
DENDAT145727D Active DE145727C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE145727C true DE145727C (de)

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ID=413049

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Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT145727D Active DE145727C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE145727C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE900794C (de) * 1951-12-24 1954-01-04 Dr Fritz Schoenhoefer Verfahren und Filter zum Unschaedlichmachen fluechtiger Substanzen im Tabakrauch
EP0086638A3 (de) * 1982-02-16 1984-03-28 Suntory Limited Filter für Tabakrauch

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE900794C (de) * 1951-12-24 1954-01-04 Dr Fritz Schoenhoefer Verfahren und Filter zum Unschaedlichmachen fluechtiger Substanzen im Tabakrauch
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