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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung stark ferromagnetischer
Eisenoxydpulver, die als Aufnahmematerial in Magnetogrammträgern ausgezeichnete
Qualitäten von Aufnahme und Wiedergabe gewährleisten, wie sie in dem gleichen Maß
von den bisher verwendeten ferromagnetischen Eisenoxyden nicht erreicht werden.
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Die bekannten, für Magnetogrammträger verwendeten ferromagnetischen
Eisenoxyde sind Ferro-Ferri-Oxyd (Magnetit) und y-Eisen(III)-oxyd. Das y-Eisen(III)-oxyd
läßt sich durch Oxydation von Eisen(II)-salz-Lösungen darstellen, indem man entweder
in Gegenwart von Komplexbildnern arbeitet, wobei als Oxydationsmittel Luft, Natriumjodat
bzw. Natriumnitrit dienen, oder langsam mit Luft oxydiert.
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Auf andere Weise kann man y-Eisen(III)-oxyd herstellen, wenn man Magnetit
oxydiert, die durch Reduktion kristallisierter «- oder y-Eisenhydroxyde erhalten
werden. Bei diesem Verfahren fällt das y-Eisen(III)-oxyd in feinen Nadeln an.
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Die unter Verwendung der besagten nadelförmigen Eisenoxyde hergestellten
Magnetogrammträger sind für viele Zwecke recht gut geeignet. In verschiedener Hinsicht
weisen sie aber noch Mängel auf. Hohen Anforderungen bei Aufnahme und Wiedergabe
von Bild und Ton mit sehr hohen Frequenzen genügen sie nicht. Bei Aufnahmesignalen
mit hohen Frequenzen von 10 000 Hz und darüber ist ein jäher Abfall der Ausgangssignalwerte
festzustellen.
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Demnach ist es Ziel der Erfindung, diesen Nachteilen abzuhelfen. Die
Erfindung ist daher darauf gerichtet, ferromagnetische Eisenoxyde zu schaffen, die
bei Aufnahme Frequenzen bis zu 10 000 Hz und darüber gleichbleibende Ausgangswerte
erreichen, die linear fast den Ausgangswerten entsprechen und brauchbare Ausgangssignale
über einen Gesamtfrequenzbereich bis zu etwa 20 000 Hz liefern.
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Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren, bei dem die aus
einer Eisen(II)-salz-Lösung mit Alkalilauge gefällten Niederschläge oxydiert werden
und das damit erhaltene y-Eisen(III)-oxydmonohydrat dann einer Reduktion oder einer
Reduktion mit anschließender erneuter Oxydation unterworfen wird und das dadurch
gekennzeichnet ist, daß das durch die Fällung und anschließende Oxydation erhaltene
y-Eisen(III)-oxydmonohydrat zunächst durch eine Oxydation in Anwesenheit von metallischem
Eisen und von Zinkchlorid, Zinksulfat, Natriumchlorid oder Ammoniumchlorid als Inhibitor
in Teilchen mit Blättchenform einer max. Länge von 2 [,, einem Länge-Breite-Verhältnis
von etwa 5:1 bis 10:1, einem Breite-Dicke-Verhältnis von etwa 3:1 bis
5: 1 übergeführt wird.
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Man erhält als Produkte des Verfahrens das Ferro-Ferri-Oxyd und das
y-Eisen(III)-oxyd in Blättchenform mit den Abmessungen, wie sie die Teilchen des
Ausgangsmaterials aufweisen, das man den bekannten Maßnahmen von Reduktion, bzw.
Reduktion und Oxydation unterwirft.
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Form und Abmessungen der Teilchen der Verfahrensprodukte begründen
die überlegenheit gegenüber den bekannten, bisher verwendeten Oxyden, deren Teilchen
nadelförmig sind, wie es im einzelnen noch ausgeführt werden wird.
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Eine wesentliche Maßnahme des Verfahrens der Erfindung zur Vermeidung
nadelförmiger Modifikationen ist die Verwendung von Inhibitoren, so von Zinkchlorid,
Zinksulfat, Natriumchlorid oder Ammoniumchlorid. Die weiteren Maßnahmen des Fällens,
Oxydierens und Reduzierens sind an sich bekannt.
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Bemerkenswert ist noch, daß das im Verlauf des Verfahrens gewonnene
y-Eisen(III)-oxydmonohydrat bzw. dessen Anhydrid von Anfang an ferromagnetisch vorliegt.
Sie besitzen eine verhältnismäßig hohe Koerzitivkraft, aber eine niedrige Remanenz.
Magnetisiert man symmetrisch-cycIisch eine feste Probe aus trockenem Material bei
einer max. Feldstärke oder einem Hm Wert von 1000 Oersted und Errechnung des Querflächenwertes
des Oxydes der Proben zur Feststellung des Wertes der Remanenz in Gauß, so erhält
man einen Wert für die Koerzitivkraft zwischen 250 und 300 Oersted und einen Wert
für die Remanenz zwischen etwa 5 und 20 Gauß.
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Die nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten Eisenoxyde hingegen
weisen außerordentlich hohe Werte der magnetischen Induktion auf, wenn man sie in
der gleichen Weise magnetisiert.
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Setzt man Ferro-Ferri-Oxyde höchsten Feldstärken oder messungsmäßig
anwendbaren Hm Werten aus, so ergeben sich bei Variieren der Reduktionsbedingungen
Werte der Koerzitivkraft, die von 250 Oersted bis nahe 600 Oersted reichen, und
in ihren bevorzugten Formen, also solchen mit einem FeO-Gehalt von 25 bis 31%, liegen
die Remanenzwerte bei 1500 bis zu 2500 Gauß.
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Ähnlich liegen die Verhältnisse bei y-Eisen(III)-oxyd, das bei Variieren
der Reduktions- und Reoxydationsbedingungen Werte der Koerzitivkraft von 200 bis
450 Oersted und Remanenzwerte von 1200 bis 2500 Gauß liefert.
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Der überragende Wert der neuen Oxyde beruht aber in Leistungseigenschaften,
die überraschend und überlegen sind und die sie auf ihre Magnetogrammträger übertragen.
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Die Ausgangswerte stehen in einem tatsächlichen linearen Verhältnis
zu den Eingangswerten, und zwar im gesamten Frequenzbereich. Auf der ganzen Frequenz
bis zu 20 000 per Sekunde und darüber, ergeben sich brauchbare Ausgangswerte.
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Darüber hinaus zeichnen sich die neuen Magnetogrammträger durch einen
außerordentlich niederen Geräuschpegel und einen großen dynamischen Bereich aus.
Umstände, die es möglich machen, Signale wiederzugeben, die bei Verwendung konventioneller;
mittels bekannter, stark ferromagnetischer Eisenoxyde hergestellter Magnetogrammträger
durch die anhaftenden Geräusche übertönt würden.
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Diese hervorragenden Leistungsqualitäten sind zurückzuführen auf die
besondere Form und die Anisotropie der kleinen Oxydteilchen, wie sie gemäß Erfindung
zur Verwendung bei Magnetogrammträgern hergestellt werden.
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Dank dieser Leistung sind die erfindungsgemäßen Oxyde und Magnetogrammträger
besonders wertvoll in allen den Fällen, wo es gilt, lebensgetreue magnetische Aufzeichnungen
zu machen und Impulse zu reproduzieren, deren Frequenz und Intensität schwankt,
wie z. B. bei Aufnahme und Wiedergabe von Fernsehbildsendungen von orchestraler
Musik u. dgl.
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Das folgende Beispiel erläutert die Erfindung.
Herstellung
des blättchenförmigen y-Eisen(III)-oxydmonohydrats 28,6 kg Eisen(II)-chlorid werden
in einen Rührtank eingebracht und in einer ausreichenden Menge Wasser gelöst, was
ein Volumen von 13251 ergibt. Die Temperatur der Lösung wird auf 26,7° C gebracht.
Dann wird eine verdünnte Lösung aus Natriumhydroxyd 5 Minuten lang unter ständigem
Rühren dem Tankinhalt zugesetzt. Die zugesetzte Natriumhydroxydlösung enthält 12,7
kg NaOH, bei einer Konzentration von 60 bis 120 g NaOH je Liter. Man läßt dann etwa
1 Stunde lang Luft durch den Tankinhalt mit einer Geschwindigkeit von 0,57 m3/ Min.
strömen, wobei der anfänglich gebildete Eisen(II)-niederschlag oxydiert wird. Hierbei
ändert er seine Farbe von dunkelblau bis grün, um dann eine bräunlichgelbe oder
gelblichbraune Farbe anzunehmen. Sobald die Farbe gelblichbraun geworden ist, verringert
man den Luftstrom auf etwa 0,28 m3/ Min. und fährt dann noch zusätzlich mit der
Luftzufuhr für die Dauer 1 Stunde oder etwas mehr fort. Dann ist die Herstellung
des Keimmaterials abgeschlossen.
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Das gewonnene Keimmaterial und 100 kg Eisen(II)-chlorid in wäßriger
Lösung - Konzentration etwa 240 g/1 - werden zusammen mit 16 kg Zinkchlorid in wäßriger
Lösung - Konzentration etwa 360 g/1-nunmehr in ein Reaktionsgefäß eingebracht, in
dem sich Eisenschrott im überschuß befindet. Dann wird eine ausreichende Menge Wasser
zugesetzt, was den Reaktionsbrei auf ein Volumen von etwa 4731 1 bringt. Dann wird
der Inhalt des Reaktors gerührt, die suspendierten festen Teilchen wachsen und oxydieren
sich während einer längeren Reaktionszeit, wobei etwa 2,27 M3/Min. Luft durch den
Brei geblasen werden. Die Temperatur im Reaktionsraum wird auf etwa 60° C gebracht
und auf dieser Höhe für die Dauer dieses Reaktionsabschnittes, die etwa 24 bis 48
Stunden beträgt, gehalten.
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Nach erfolgter Reaktion wird der Brei entnommen und das darin enthaltene,
feinverteilte kristallisierte Material von löslichen Salzen freigewaschen, entweder
durch Dekantieren oder Filtrieren mit Waschen des Niederschlags. Das gewaschene
Material wird schließlich getrocknet.
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Die Teilchen des so gewonnenen Produktes erscheinen unter dem Elektronenmikroskop
durchsichtig.
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Herstellung von blättchenförmigem Ferro-Ferri-Oxyd und y-Eisen(III)-oxyd
Nachdem ein Ausgangsmaterial hergestellt wurde, das die notwendige, blättchenförmige
Gestalt der Teilchen aufweist, wird dieses Material durch einen Reduktionsprozeß
bzw. durch einen Reduktions- und anschließenden Reoxydationsprozeß in stark ferromagnetische
Eisenoxyde mit gleicher Partikelform übergeführt. Das Verfahren ist bekannt.
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Durch den Reduktionsvorgang werden die blättchenförmigen Teilchen
des y-Eisen(III)-oxydmonohydrats bzw. seines Anhydrids, in Ferro-Ferri-Oxyd übergeführt
bzw. in eine Mischung von Ferro-Ferri-Oxyd und y-Eisen(III)-oxyd, und zwar mit Hilfe
eines Reduktionsmittels wie Wasserstoff oder Kohlenmonoxyd und bei entsprechend
hohen Temperaturen, wobei die ursprünglich orthorhombische Kristallstruktur sich
in eine Spinellstruktur umwandelt. Bei der erneuten Oxydation (Reoxydation) wird
in den Teilchen das Ferro-Ferri-Oxyd in y-Eisen(III)-oxyd unter dem Einfuß eines
Oxydationsmittels, z. B. Luft, und bei geeigneten erhöhten Temperaturen übergeführt.
Hierbei bleibt die Spinellstruktur erhalten.
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Geeignete Reduktions- und Oxydationsverfahren werden in der Literatur
beschrieben. (Zum Beispiel U. S. Bureau of Mines Bulletin, Nr. 425 [1941], S. 123
bis 136 und 264.) Das erfindungsgemäße Ferro-Ferri-Oxyd kann z. B. auf folgende
Weise hergestellt werden: Das getrocknete y-Eisen(III)-oxyd - Herstellung wie oben
beschrieben - wird in einem Drehrohrofen auf eine Temperatur zwischen 316 und 538°
C erhitzt und Wasserstoff eingeleitet, der mit dem pulverigen Material, bei Vorherrschen
einer bestimmten Temperatur, so lange reagiert, bis der Eisen(II)-gehalt auf etwa
23% gestiegen ist. Die entstandenen Teilchen aus Ferro-Ferri-Oxyd werden aus dem
Drehrohr mittels einer wassergekühlten Förderschnecke ausgetragen und hierbei unter
Ausschluß atmosphärischen Sauerstoffs abgekühlt.
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Das so gewonnene Ferro-Ferri-Oxyd zeigt bei einer Magnetisierung mit
max. Feldstärke bzw. einem H",-Wert von 1000 Oersted, wie bereits oben erwähnt,
folgende Werte: Koerzitivkraft 350 bis 450 Oersted; Remanenz etwa 1900 Gauß. Verändert
man die Reduktionsbedingungen, so schwanken die Werte bei einer Koerzitivkraft zwischen
250 und 600 Oersted, die Remanenzwerte zwischen 1500 und 2500 Gauß.
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Das y-Eisen(III)-oxyd gemäß der Erfindung kann wie folgt hergestellt
werden: Das wie beschrieben gewonnene Ferro-Ferri-Oxyd wird in einem Drehrohrofen
erneut erhitzt und dabei oxydiert. Das eingebrachte Gut wandert kontinuierlich durch
das Drehrohr und wird in dessen vorderen Teil auf eine Temperatur von etwa 174 bis
230° C, in dessen hinteren Teil, aus dem das Reaktionsprodukt entnommen wird, auf
eine Temperatur von etwa 230 bis 285° C erhitzt. Zur Oxydation wird Luft benutzt.
Sie wird in einer Menge von etwa 0,17 m3/kg behandeltes Ferro-Ferri-Oxyd zugeführt.
Das Oxydationsprodukt verläßt den Drehrohrofen durch ein wassergekühltes Schneckenförderrohr.
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Das so gewonnene y-Eisen(III)-oxyd zeigt Werte der Koerzitivkraft
von 325 bis 375 Oersted und Remanenzwerte von etwa 18 000 Gauß nach einer Magnetisierung
unter max. Feldstärke bzw. einem H",-Wert von 1000 Oersted. Verändert man die Oxydationsbedingungen,
so können die Werte für die Koerzitivkraft zwischen 200 und 450 Oersted und für
die Remanenz zwischen 1200 und 2500 Gauß schwanken.
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Magnetogrammträger höchster Leistung erhält man, wenn man y-Eisen(III)-oxyd
oder das Ferro-Ferri-Oxyd als magnetisch wirkendes Pulver in den Schichtüberzügen
oder in den Körpern von Bändern, Streifen, Platten, Trommeln oder anderen Formen
von magnetischen Aufzeichnungsträgern verwendet.
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Wertvolle magnetische Bänder, die eines der beiden Oxyde enthalten,
können wie folgt hergestellt werden:
Die nachstehend genannten Bestandteile
werden gemischt und in eine Kugelmühle eingebracht:
| Gewichtsteile |
| Stark ferromagnetisches Eisenoxyd . . 840 |
| Methyl-abietinsäure-maleinsäure- |
| glykolester ... . . .. ......... .. .. . 60 |
| Vinylcopolymerisat (13 % Vinyl- |
| acetat-87 % Vinylchlorid) ...... 120 |
| Weichmachungsmittel |
| (ein lineares, hochmolekulares |
| Polyesterharz einer zweibasischen |
| Säure mit einem zweiwertigen ali- |
| phatischen Alkohol) . . . .. . . . . . . . 60 |
| Methyl-isobutyl-keton ............. 500 |
| Toluol .......................... 300 |
Diese Mischung wird 20 Stunden und länger in einer Kugelmühle gemahlen, bis die
Mahlmasse eine Feinheit von 6,5 Hegman und eine Viskosität von annähernd 83 Krebs-Einheiten
zeigt. Diese Masse wird sodann zusätzlich mit 200 Gewichtsteilen Toluol gemischt
und nach bekanntem Verfahren als dünner Überzug auf ein Celluloseacetatband in Form
20 bis 30 cm breiter Streifen aufgebracht. Die Dicke des Überzugs beträgt beispielsweise
1,39 mm, wird üblicherweise aber schwanken zwischen 0,76 und 1,52 mm. Das Band,
dessen überzugsschicht noch naß ist, wird sodann nach bekanntem Verfahren durch
ein Magnetfeld geschickt, um die Teilchen zu orientieren. Hierauf wird das Band
getrocknet, gepreßt und gehärtet, schließlich in schmale Streifen geschnitten und
unter leichter Spannung auf Rollen oder Spulen gewickelt.
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Magnetonbänder, die auf die oben beschriebene Weise unter Verwendung
der Produkte des Verfahrens der Erfindung hergestellt worden waren, wurden mit Hilfe
einer Magnetbandprüfmaschine und aller, für solche Prüfzwecke notwendigen Hilfsprüfgeräte,
einer eingehenden Prüfung unterzogen. Sie wurden mit anderen Hochleistungs-Allzweck-Bändern
verglichen, deren Überzüge von gleicher Dicke - 1,39 mm - waren, die aber Ferro-Ferri-Oxyd
oder y-Eisen(III)-oxyd enthielten, deren Teilchen nadelförmig waren. Diese zum Vergleich
verwendeten bekannten Bänder werden in der Folge als »Standard«-Bänder bezeichnet.
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Die neuen Bänder und die sogenannten »Standard«-Bänder wurden miteinander
verglichen, und zwar hinsichtlich ihrer Frequenzwiedergabe, Schärfe, Stärke und
Einheitlichkeit der Wiedergabe; weiterhin hinsichtlich ihres Verhältnisses Nutz-
zu Störpegel, Signal zu Gleichstromgeräusch und gesättigtes Signal zu Geräusch,
ebenso auf ihre größte Vorspannung.
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Die neuen Bänder waren überragend in der Schärfe ihrer Wiedergabe
über einen ausgedehnten Frequenzbereich. Das gleiche gilt für das Verhältnis Nutzpegel
zu Störpegel bei hohen Frequenzen. Bei allen anderen Prüfungen schnitten die neuen
Bänder im Vergleich zu den sogenannten »Standard«-Bändern günstig ab.
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Die Werte beim Vergleich der Frequenzwiedergabe sind in der folgenden
Tabelle aufgeführt:
| Frequenzwiedergabe |
| Frequenz (Hz) |
| 100 I 400 1000 1 5000 f 10000 15000 |
| Ausgangsverlust (db) |
| Neues |
| y-Eisen(III)-oxyd ............. -2,5 -2,5 -2,5 -1,6 -3,5 -7,5 |
| »Standard« |
| y-Eisen(III)-oxyd ............. -3,5 -3,5 -3,8 -6,0
-10,5 -l9,0 |
| Neues |
| Ferro-Ferri-Oxyd ............. -3,5 -3,5 -3,5 -2,5 -4,0 -8,0 |
| »Standard« |
| Ferro-Ferri-Oxyd ............. ,5 -1,8 -2,0 -5,4 -12,0 -20,0 |
Die Frequenzwiedergabe des erfindungsgemäßen y-Eisen(III)-oxyd-Bandes, und zwar
für den Frequenzbereich von 0 bis 20 000 Hz, ist wiedergegeben in dem Diagramm (Halblogarithmischer
Maßstab).
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Aus Diagramm und vorstehender Tabelle kann entnommen werden, daß die
Signal-Wiedergabe-Kurve des neuen y-Eisen(III)-oxydes bei Frequenzen bis über 11000
Hz im wesentlichen linear verläuft und daß dieses Band auf dem gesamten Frequenzbereich
bis etwa 20 000 Hz brauchbare Ausgangswerte hat.
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(Abweichungen der Kurve von 1 db nach oben oder unten sind bedeutungslos.)
Die Wiedergabewerte bei Bändern mit dem erfindungsgemäßen Ferro-Ferri-Oxyd sind
ganz ähnlich, wenn auch die Ausgangswerte bei einer Frequenz von etwa 10 000 Hz
abfallen.
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Der Tabelle kann aber auch entnommen werden, daß bei jedem der »Standard«-Bänder
der »Signalausgang« bei 1000 Hz zu fallen beginnt und bei 5000 Hz ganz erheblich
abgefallen ist.
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Die Vorteile der Magnetogrammträger, bei deren Herstellung die ferromagnetischen
Oxyde nach dem Verfahren der Erfindung verwendet werden, lassen sich wie folgt zusammenfassen:
a) Die Signalwiedergabe der Magnetogrammträger erreicht bei hohen Frequenzen bedeutend
größere Ausgangswerte.
b) Da die Magnetogrammträger bei hohen Frequenzen
zwischen 10000 und 20 000 Hz noch brauchbare Ausgangssignale bringen, sind
sie besonders dort noch wirksam einsetzbar, wo sehr große Wiedergabetreue des Tons
verlangt wird, und dort, wo nur hohe Frequenzen aufgenommen werden, wie dies bei
Fernsehaufnahmen der Fall ist.
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c) Infolge ihres hohen Ausgangspegels und anderer Vorteile, können
die Magnetogrammträger mit geringeren Laufgeschwindigkeiten arbeiten als die bisher
bekannten Magnetogrammträger bei gleicher Wiedergabeleistung. Ein Umstand, der bei
magnetischen Bändern in Spezialfällen, z. B. bei Fernsehprogrammen von besonderer
Bedeutung ist. Infolge niederer Bandgeschwindigkeiten sind die Abnutzungserscheinungen
an den Aufnahme-, Wiedergabe- und Löschköpfen der Apparaturen geringer. Ebenso sind
die Gleichlauffehler (Tonhöheschwankungen, das Flimmern) und Verzerrungen, die eine
Folge der mechanischen Bewegung des Bandes sind, herabgesetzt.
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d) Die blättchenförmigenEinzelteilchen der neuen Oxyde sind sehr einheitlich
in ihrer Größe und frei von jeder Neigung zur Klumpenbildung. Es bereitet keine
Schwierigkeiten, diese Teilchen in hoher Konzentration im Bindemittel, zum Aufbringen
auf das Band, zu verteilen und anschließend zu orientieren. Diese Eigenschaften
vergrößern die magnetische Kapazität und erhöhen die Qualität der Wiedergabe der
Magnetogrammträger. Die größere Packungsdichte und erhöhte magnetische Induktion
der Magnetogrammträger ist offensichtlich auf die Schichtung und Blattlage der dünnen,
blättchenförmigen Oxydteilchen zurückzuführen.
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e) Die Frequenzwiedergabe der neuen Oxyde ist bei Magnetogrammträgern
im gesamten Frequenzbereich so gleichmäßig, daß sich für die meisten Hörzwecke die
Notwendigkeit verringert, zum Ausgleich der Unregelmäßigkeiten in der Wiedergabe
bei verschiedenen Stellen im Tonspektrum, kompensierende elektronische Teile und
Kreise in die Aufnahme- und Wiedergabegeräte einbauen zu müssen.
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f) Die Magnetogrammträger mit den Oxyden gemäß der Erfindung können
in Fällen eingesetzt werden, wo solche herkömmlicher Art versagen. Da nämlich die
Wiedergabe der »Standard«- und anderer bekannter Magnetogrammträger bei 10 000 Hz
sich stark verschlechtert, insbesondere bei geringer Laufgeschwindigkeit, so kann
es bei Aufnahme von Signalen mit einer Frequenz von z. B. 15 000 Hz dazu kommen,
daß man keine wahrnehmbare Wiedergabe erhält. Die Abnahmeenergie bekannter Magnetogrammträger
kann nämlich bei Frequenzen, die in diesem Bereich liegen, so schwach werden, daß
sie unterhalb des Geräuschpegels der Magnetogrammträger und der Wiedergabegeräte
liegen. In solchen Fällen sind diese Magnetogrammträger wertlos. Im Gegensatz dazu
zeigen die Magnetogrammträger nach vorliegender Erfindung bedeutend höhere Abnahmeleistungen,
haben geringere Geräuschpegel, und zwar bei Frequenzen bis zu 20 000 Hz mindestens.
Hierdurch ergibt sich eine größere Anpassungsfähigkeit und ein größerer Einsatzbereich
der Träger.
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g) Magnetbänder mit Oxyden der Erfindung können, ohne daß die Wiedergabe
beeinträchtigt wird oder leidet, mit bedeutend dünneren Oxydüberzügen beschichtet
werden als bisher. Diese Tatsache ist von besonderer Bedeutung bei Fernsehprogrammen,
wo lineare Bandgeschwindigkeiten von 200 bis 500 cm/Sek. vorherrschen, da sie eine
Verkleinerung der Spulen möglich macht. Außerdem ist dadurch die Herstellung weicher
Bänder mit einer Oxydbindemittelschicht sehr geringer Abnutzung möglich.
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Dünne überzugsschichten sind in der Herstellung auch billiger, da
hierzu weniger Material benötigt wird.
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h) Magnetogrammträger gemäß der Erfindung sind hinsichtlich Verzerrung
und Geräuschpegel anderen Magnetogrammträgern überlegen. Die Blättchen förmigen
Oxydteilchen, die Verwendung finden, sind in Form und Größe in hohem Maße einheitlich.
Sie ergeben Dispersionsüberzüge, die sehr gleichmäßig sind, einen sehr geringen
Geräuschpegel aufweisen und bei den Magnetogrammträgern weichere, ebenere Arbeitsflächen
möglich machen. Da die Induktion hochfrequenter Signale auf den Magnetogrammträgern
mittels Skin- oder Oberflächeneffektes erfolgt, wird durch sehr glatte Oberflächen
eine Verzerrung der Signale vermieden.
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i) Die blättchenförmigen Oxydteilchen sind in den Magnetogrammträgern
so günstig gelagert, daß die breiten Partikelseiten den Magnetfeldern des Magnetkopfes
ausgesetzt sind, wodurch eine hohe Induktion erzielt wird. Die Koerzitivkraft ist
- bei normalen Arbeitsbedingungen - in diesen Oxyden so, daß die in dem Material
induzierte Magnetisierung in befriedigender Weise gelöscht werden kann.