DE1238113B - Kernreaktorkanal - Google Patents
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Description
DEUTSCHES M# PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
DeutscheKl.: 21g-21/20
Nummer: 1238113
Aktenzeichen: C 21333 VIII c/21 g
1 238 113 Anmeldetag: 29.Aprill960
Auslegetag: 6. April 1967
Kernreaktorkanal
Die Erfindung bezieht sich auf einen Kernreaktorkanal zur Aufnahme von durch ein umlaufendes
Strömungsmedium gekühlten Brennstoffpatronen, der aus einem oder aus mehreren konzentrischen Rohren
besteht und dessen Innenrohr, das gleichzeitig als Führungsrohr für die BrennstofEpatronen und als
Wärmeschutz dient, aus einem Stück oder aus mehreren Rohrabschnitten mit zwischenliegenden Verbindungsgliedern
besteht.
Kernreaktoren, bei denen die im Betrieb in den Brennstoffelementen entwickelte Wärme durch ein
unter Druck stehendes Kühlmittel abgeführt wird, haben sich in die Praxis in weitem Umfang eingeführt.
Die BrennstofEelemente befinden sich bei diesen Reaktoren im Inneren von Druckrohren, deren
Material und Wandstärke so ausgewählt werden muß, daß sie dem Kühlmitteldruck standzuhalten
vermögen, der beispielsweise bei Verwendung von Kohlendioxyd als Kühlmittel 80 bis 100 Atmosphären
betragen kann.
Auf der Außenseite der Druckrohre befindet sich das Moderatormaterial des Reaktors, wofür beispielsweise
schweres Wasser oder Berylliumoxyd in Frage kommt. Das Moderatormaterial weist im allgemeinen
nur eine niedrige Temperatur in der Größenordnung von 50° C auf, die keine nennenswerte thermische
Beeinträchtigung der Druckfestigkeit der Druckrohre befürchten läßt.
Zum Schutz der Druckrohre gegen eine unmittelbare Berührung ihrer inneren Oberfläche durch die
heißen und infolge meist vorhandener vorspringender Kühlrippen im allgemeinen auch scharfkantigen
Brennstoffelemente ist es bekannt, im Inneren der Druckrohre besondere Führungsrolle für die Brennstoffpatronen
anzuordnen, wie sich aus der deutschen Auslegeschrift 1 031 901 ersehen läßt.
Zwischen dem Druckrohr und dem dazu konzentrischen Führungsrohr ist noch eine Wärmeisolation
vorgesehen, die eine thermische Beanspruchung des Druckrohres von innen her durch die im Betriebe
Temperaturen bis zu 450° C erreichenden Brennstoffelemente verhindern soll. Diese Wärmeisolation
kann die Form eines gesonderten Rohres aufweisen, es kann aber auch das Führungsrohr selbst als
Wärmeschutz ausgebildet sein. Eine dritte bekannte Möglichkeit der Wärmeisolation ist in der britischen
Patentschrift 791011 beschrieben, gemäß der zylindrische Brennstoffelemente jeweils mit einem
Strömungszwischenraum von konzentrischen Rohrabschnitten umgeben sind, die ihrerseits über Verbindungsglieder
zu einem geschlossenen Rohr, an dem das Strömungsmittel innen und außen entlang-Anmelder:
Commissariat ä l'Energie Atomique, Paris
Vertreter:
Vertreter:
Dipl.-Ing. R. Beetz, Patentanwalt,
München 22, Steinsdorfstr. 10
München 22, Steinsdorfstr. 10
Als Erfinder benannt:
Lucien Alfille,
Lucien Alfille,
Orsay, Seine-et-Oise (Frankreich)
Beanspruchte Priorität:
Frankreich vom 29. April 1959 (793 521)
strömt, vereinigt sind und mit den Brennstoffpatronen gemeinsam in den Reaktorkanal eingesetzt
bzw. daraus entfernt werden.
Als Material für derartige, die einzelnen Brennstoffelemente umgebende Hüllen sind aus der deutschen
Auslegeschrift 1010 660 Alkalisilikat- und Alkali-Bleisilikatgläser bekannt und wird in dem
deutschen Patent 1079 230 unter anderem auch Quarzglas in Vorschlag gebracht. Allgemein gelten
Silikate und Gläser jedoch als für Kernreaktoren ungeeignete Baustoffe, wie sich aus Materialbeurteilungen
auf Seite 12 der Zeitschrift »Nucleonics«, vom Oktober 1950, ergibt.
Als Materialien zur Herstellung von Führungsrohren für Brennstoffelemente, die auf die Dauer im
Reaktor verbleiben und daher wesentlich härteren und länger anhaltenden thermischen, mechanischen
und Strahlungsbelastungen ausgesetzt sind als mit den Brenstoffpatronen austauschbare Hüllen, sind
dementsprechend bisher nur Aluminium, Magnesium, Beryllium, Zirkon, deren Legierungen und nichtrostender
Stahl in Gebrauch.
Bei Reaktoren, die mit niedriger Betriebstemperatur arbeiten und bei denen die Temperatur des
Führungsrohres etwa 500° C beträgt, haben Aluminium und seine Legierungen den Nachteil, daß sie
ein Eutektikum bei 440° C bilden, wodurch sich ihre Eigenschaften in hohem Maß ändern, und daß diese
Stoffe Neutronen ziemlich stark absorbieren, was sich insbesondere bei Reaktoren mit natürlichem
Uranium auf die Reaktivität schädlich auswirkt. Magnesium und Magnesiumlegierungen haben den
Nachteil, daß Teile aus diesen Stoffen sich bei den in Frage kommenden Temperaturen deformieren und
daß beim Beschicken und Entladen von Brennstoff-
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elementen in warmem Zustand die Oberfläche der Führungsrohre beschädigt werden kann.
Die Eigenschaften von Beryllium und Zirkon lassen diese Metalle für die obenerwähnte Anwendung
brauchbar erscheinen, sie können jedoch zur Zeit noch nicht in industriellem Maßstab verwendet werden,
da sie einerseits sehr teuer sind und da andererseits die Herstellung von Rohren mit großem Durchmesser,
beispielsweise etwa von 10 cm, und von großer Länge, z. B. von mehreren Metern, noch
nicht gelungen ist. Außerdem erweist sich die geringe mechanische Festigkeit von Beryllium vielfach
für seine Verwendung als Baumaterial für Druckrohre und für Führungsrohre als nachteilig.
Die Verwendung von nichtrostendem Stahl zur Herstellung der Führungsrohre erfordert für eine
angemessene Festigkeit beachtliche Wandstärken, die eine Neutronenabsorption und daher einen Reaktivitätsverlust
des Reaktors zur Folge haben. Umgekehrt bringt hinsichtlich der Neutronenabsorption
eine erträgliche Wandstärke — z. B. von 4Aoo bis 7Aoo mm — eine verringerte Festigkeit mit sich, die
unter der Wirkung von örtlichen Druckänderungen auf Grund der turbulenten Strömung des Kühlmittels
zu Schwingungszuständen führt, die für eine lange Lebensdauer der Führungsrohre unzulässig
sind.
Bei Kernreaktoren, die bei hoher Temperatur betrieben werden und die ein Führungsrohr benötigen,
wird dieses aus hitzebeständigem, nichtrostendem Stahl hergestellt, jedoch bringt die Verwendung
dieses Stoffes die gleichen Nachteile mit sich wie sie vorstehend im Zusammenhang mit den Reaktoren
für niedrige Temperaturen beschrieben sind.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Kernreaktorkanal anzugeben, dessen Führungsrohr
in Materialwahl und Ausbildung allen während des Reaktorbetriebes auftretenden Beanspruchungen
durch mechanische Belastung, Temperaturänderungen und radioaktive Strahlung zu widerstehen vermag.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei dem eingangs genannten Kernreaktorkanal dadurch gelöst,
daß das Führungsrohr oder jeder seiner Abschnitte aus Quarzglas mit glatt polierter Oberfläche besteht
und gegen parallel und senkrecht zur Rohrachse wirkende Kräfte nachgiebig gehaltert ist.
Die Polierung der Quarzglasoberfläche kann auf mechanischem Weg oder mit Hilfe von Chemikalien,
wie z. B. Flußsäure, erfolgen.
Die auf diese Weise erzielte Entfernung bruchbegünstigter Stellen, wie z. B. Ritzen, Sprünge, Abblätterungen
u. dgl., bewirkt eine beachtliche Vergrößerung der mechanischen Widerstandsfähigkeit
der Bauelemente aus Quarzglas. Die Behandlung von dünnen Stäben aus Quarzglas mit Flußsäure führt
zu einer Verzehnfachung ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Biegung. Die Zugfestigkeit wird ebenfalls
merklich erhöht. Außerdem rührt die Zerbrechlichkeit von Gläsern zu einem großen Teil daher, daß
ihre Plastizität praktisch gleich Null ist und daß sich daher die Spannungen an Oberflächenfehlstellen
konzentrieren. Durch die Polierung der Oberfläche erhält man daher auch eine beträchtliche Vergrößerung
der Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Stöße.
Der Einsatz von Quarzglas gemäß der Erfindung als Baumaterial für das Führungsrohr dämmt weiter
Temperatursprünge, die beim zufälligen Herabfallen von Sicherheitselementen des Reaktors hervorgerufen
werden, auf eine befriedigende Art ein. Quarzglas ist unter den handelsüblichen Gläsern der Werkstoff,
der die beste Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturgradienten und Wärmeschocks aufweist. Es sei
noch erwähnt, daß diese Eigenschaft ebenfalls durch Polieren der Oberfläche verstärkt wird. Wenn Betriebsbedingungen
vorliegen, bei denen die Temperaturgradienten und Wärmeschocks besonders hoch und häufig sind, verwendet man vorzugsweise durchsichtiges
Quarzglas, das in dieser Hinsicht eine außergewöhnliche Haltbarkeit aufweist. Eine Folge von
20 Erhitzungen auf 1200° C in einer Lötrohrflamme mit jeweils daran anschließender Abkühlung auf die
Umgebungstemperatur in einem Zeitraum von 1 bis 1,5 Sekunden durch Eintauchen in Wasser ruft keine
Beschädigung, wie Reißen, Abplatzen, Undurchsichtigwerden u. dgl., bei einem durchsichtigen Führungsrohr
von 30 mm Durchmesser und 2 mm Wandstärke hervor.
Ein anderer Vorteil der Verwendung von Quarzglas für Bauteile in Kernreaktoren liegt darin, daß
dieser Stoff sehr hart ist, wodurch ein Abrieb und eine Zerstörung (Risse, Sprünge u. dgl.) der inneren
Oberfläche des Führungsrohres beim Beschicken und Entladen der Brennstoffelemente verhindert wird.
Andererseits ist die Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb durch die schnelle Strömung des Strömungsmittels bei polierter Oberfläche sehr gut.
Die Änderungen der geometrischen Abmessungen von Bauteilen aus Quarzglas unter der Wirkung von
Kernstrahlung liegen bei geringen Prozentsätzen und lassen sich ohne weiteres durch die Halterung gemäß
der Erfindung mittels nachgiebiger und deformierbarer Teile auffangen. In Längsrichtung können
diese Änderungen mit Federkompensationseinrichtungen od. dgl. unschädlich gemacht werden. In
Querrichtung vermeidet man Nachteile, indem man die Bauteile aus Quarzglas nur mit Bauteilen aus
einem deformierbaren Material in Berührung kommen läßt oder indem man ein seitliches Spiel zwischen
benachbarten Bauteilen läßt. Bei Führungsrohren aus Quarzglas kann man ein Spiel zwischen
den Brennstoffelementen und der inneren Oberfläche dieser Rohre sowie auch zwischen deren äußerer
Oberfläche und den angrenzenden Bauteilen lassen, wobei Federn od. dgl. eine seitliche Zentrierung des
Führungsrohres ermöglichen.
Ist das Führungsrohr in mehrere Abschnitte unterteilt, so bringt man am besten Teile aus plastischem
Metall zwischen die verschiedenen Rohrstümpfe, um die Konzentration von Spannungen an den Verbindungsstellen
zu vermeiden. Diese plastischen Metallteile sind zweckmäßig als Ringe ausgebildet. Das
Metall muß bei den vorhandenen Temperatur-, Druck- und Strahlungsbedingungen plastisch sein:
zum Beispiel ist Aluminium für bei niedriger und mittlerer Temperatur betriebene Reaktoren passend
und nichtrostender Stahl für Hochtemperaturreaktoren. Außerdem können solche Ringe sowohl bei dem
aus einem Stück bestehenden Rohr als auch bei unterteiltem Rohr an den Enden des Rohres vorgesehen
sein.
Die Schwingungsmöglichkeit von Führungsrohren aus Quarzglas ist bei den Betriebsbedingungen verringert,
da ihre Bestrahlung die Dämpfungsfähigkeit beträchtlich vergrößert. Es ist bekannt, daß bei einem
Probestück mit einer Resonanzfrequenz in der Nähe von 100 kHz sich diese Frequenz durch die Bestrahlung
um 2 bis 100 Hz verschieben kann. Die Ausnutzung dieses Phänomens ist sehr vorteilhaft, denn
ohne diesen Effekt würde die Amplitude eventuell auftretender Schwingungen der Bauteile Werte annehmen
können, die für die Haltbarkeit eines Stoffes, der nicht plastisch verformbar ist, unzulässig ist. Im
Gegensatz dazu bewirkt bei den meisten Metallen die Bestrahlung, daß die Dämpfungsfähigkeit für
Schwingungen abnimmt. Bei Führungsrohren aus Quarzglas ist es also möglich, diesen Rohren eine
genügende Wandstärke zu geben, um die Schwingungsmöglichkeiten im turbulenten Strömungsbereich
des Kühlströmungsmittels beträchtlich zu verringern, wobei das Führungsrohr durch ein Druckrohr aus
einem anderen Stoff umgeben sein kann.
Wenn man einem aus einem Stück bestehenden Quarzglasrohr eine ausreichende Wandstärke gibt,
kann dieses gemäß der Erfindung zugleich als Führungsrohr und als Druckrohr dienen.
Ein weiterer Vorteil von Quarzglas besteht in seiner großen Widerstandsfälligkeit gegen einen
chemischen Angriff durch Kohlendioxyd oder Luft selbst bei hohen Temperaturen. Das Material erweist
sich daher auch in Hochtemperaturkernreaktoren als außerordentlich korrosionsfest.
Ein anderer VorteÜ besteht darin, daß das Quarzglas unter dem Strahlungseinfluß im Inneren von
Kernreaktoren in seiner Struktur stabil bleibt und daß die Kontraktionswirkung sich bei hohen Temperaturen
verringert, wobei sich die Einflüsse der Temperatur und der Bestrahlung gegenseitig kompensieren
dürften.
Ein wesentlicher Vorteil besteht schließlich noch darin, daß bei gleicher Wandstärke Bauteile aus
Quarzglas Neutronen viel weniger absorbieren als Aluminium oder Stahl. Ihre Neutronenabsorptionsfähigkeit
ist etwa so groß wie die von Magnesium und damit vollkommen annehmbar.
Die Erfindung wird an Hand der schematischen Zeichnungen 1 bis 7 an zwei Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
F i g. 1 zeigt einen Axialschnitt eines horizontalen Kanals eines Kernreaktors, der mit natürlichem Uran
betrieben und mit schwerem Wasser moderiert wird und der mit einem Führungsrohr gemäß der Erfindung
versehen ist;
F i g. 2 zeigt im Axialschnitt die Verbindungsstelle von zwei Führungsrohrstümpfen des Kanals;
F i g. 3 zeigt die Ausführung einer Verbindungsstelle;
F i g. 4 zeigt eine abgeänderte Ausführung einer Verbindungsstelle;
F i g. 5 zeigt einen Axialschnitt eines vertikalen Kanals eines Hochtemperaturkernreaktors mit einem
Führungsrohr gemäß der Erfindung, das zugleich als Druckrohr dient;
F i g. 6 und 7 zeigen zwei mögliche Querschnittsformen des Führungsrohres und des entsprechenden
Kanals.
In den Zeichnungen sind jeweils nur die zum Verständnis der Erfindung nötigen Bauteile eingezeichnet
und einander entsprechende Teile mit gleichen Bezugsziffern versehen.
In Fig. 1 ist ein Rohr3 gezeigt, das als Druckrohr und als Abdichtung für das schwere Wasser 1
dient. Man erkennt noch die Endplatten 7 und 8, den Wärmeisolator 4, das Führungsrohr 5 aus Quarzglas
und die Flansche 9 und 10. Als Kühlmittel wird Kohlendioxyd verwendet, das sich auf einer Tempe-'
ratur von 450 bis 500° C und unter einem Druck von 80 Atmosphären befindet. Das Kohlendioxyd
und die Brennstoffelemente kreisen von A nach B im Innenraum des Führungsrohres 5. Dieses besteht aus
mehreren Rohrstümpfen, z. B. 11 und 12, von 1 bis 2 m Länge. Die Gesamtlänge des Rohres 5 entspricht
ίο etwa der des Kanals 6, z. B. 6 m. Der Innendurchmesser
des Führungsrohres ist 100 mm, und seine Wandstärke beträgt 4 bis 5 mm. Es ist ein Ausgleichssystem vorgesehen mit einer Feder 13. Eine Führungsmanschette
14 ermöglicht in Verbindung mit der Feder einen Ausgleich der Längskontraktion des
Führungsrohres unter dem Einfluß der Strahlung. Die Anlagefläche der Führungsmanschette 14, die
einen Anschlag für den Rohrstumpf des Führungsrohres bildet, beträgt etwa 50 mm. Die einzelnen
Führungsrohrstümpfe sind durch Muffen aus einem plastischen Metall zusammengefügt, z. B. die Rohrstümpfe
11 und 12 durch den Ring IS.
In einem ersten Bearbeitungsgang werden die inneren und äußeren Oberflächen der einzelnen Rohrstümpfe
des Führungsrohres 5 durch Waschen mit Flußsäure poliert, um sämtliche Obernachenfehler zu
beseitigen, die eine Kerbwirkung auslösen könnten.
Die Rohrstümpfe sind praktisch nicht belastet und tragen nur das Gewicht des Brennstoffelementes, das
sich in dem Rohr befindet. Auf jeden Fall ermöglichen die Muffen 15 aus plastischem Metall bei den
Betriebsbedingungen ein Vermeiden von eventuellen Spannungskonzentrationen an den Verbindungsstellen
der Rohrstümpfe.
An Hand von F i g. 3 wird der Aufbau einer Verbindungsstelle, wie sie z.B. auch in Fig. 2 in verkleinertem
Maßstab gezeigt ist, beschrieben.
Man erkennt die Muffe 15 (im folgenden auch Ring genannt) aus plastischem Metall, die zwischen1
den Rohrstümpfen 11 und 12 eingefügt ist. Dieser Ring besteht aus gesintertem Aluminium. Er ist bei
D-F durch elektrisches Punktschweißen mit dem Befestigungsteil 16 verbunden, das aus drei oder
vier übereinanderliegenden Lamellen aus elastischem Metall besteht. Die verschiedenen Rohrstümpfe des
Wärmeisolators 4, z. B. 17 und 17', haben eine schichtartige Struktur. Die Stirnflächen C-D und E-F
des Führungsrohres sind planiert und geläppt. An den Enden jedes Führungsrohrstumpfes sind Schrägkanten
G-C und H-E vorgesehen, um das Absplittern dieser Kanten beim Verschieben von Brennstoffelementen
im Inneren des Führungsrohres zu vermeiden.
Die Schwingungsmöglichkeiten dieses Rohres im turbulenten Gasströmungsbereich sind entsprechend
seinen geometrischen Abmessungen und der beträchtlichen Zunahme der Dämpfungsfähigkeit bei
Bestrahlung sehr verringert. Die Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb bei schnellen Gasströmungen ist
sehr gut. Außerdem weist die innere Oberfläche des Führungsrohres eine Härte auf, die zum Verhindern
jeder Beschädigung durch Brennstoffelemente ausreicht. Ferner ist die Wärmewechselfestigkeit ausgezeichnet.
Man verwendet mit Vorteil transparentes oder gezogenes lichtundurchlässiges Quarzglas, wobei die
mechanischen Eigenschaften ein wenig schlechter sind als bei gegossenem undurchsichtigem Material.
Claims (3)
1. Kernreaktorkanal zur Aufnahme von durch ein umlaufendes Strömungsmedium gekühlten
Brennstoffpatronen, der aus einem oder aus mehreren konzentrischen Rohren besteht und dessen
Innenrohr, das gleichzeitig als Führungsrohr für die Brennstoffpatronen und als Wärmeschutz
dient, aus einem Stück oder aus mehreren Rohrabsctimtten mit zwischenliegenden Verbindungsgliedern
besteht, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungsrohr (5) oder jeder seiner
Abschnitte (11, 12) aus Quarzglas mit glatt polierter Oberfläche besteht und gegen parallel
und senkrecht zur Rohrachse wirkende Kräfte nachgiebig gehaltert ist.
2. Kernreaktorkanal nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden des Führungsrohres (S) und/oder seiner Abschnitte (11, 12)
in ringförmigen Muffen (15, 20, 21) gehalten sind.
3. Kernreaktorkanal nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Muffen (15, 20, 21) aus
einem elastisch nachgiebigen Material oder aus einem Metall bestehen, das bei den Betriebsbedingungen
des Reaktors plastisches Verhalten zeigt.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Auslegeschriften Nr. 1 031 901,
660;
Deutsche Auslegeschriften Nr. 1 031 901,
660;
britische Patentschrift Nr. 791011;
»Nucleonics«, Oktober 1950, S. 12.
»Nucleonics«, Oktober 1950, S. 12.
In Betracht gezogene ältere Patente:
Deutsches Patent Nr. 1 079 230.
Deutsches Patent Nr. 1 079 230.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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- NL NL250968D patent/NL250968A/xx unknown
- LU LU38532D patent/LU38532A1/xx unknown
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- 1959-04-29 FR FR793521A patent/FR1233087A/fr not_active Expired
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- 1960-04-21 GB GB14038/60A patent/GB941668A/en not_active Expired
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- 1960-04-29 DE DEC21333A patent/DE1238113B/de active Pending
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