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Schlitzverschluß mit starren Einzelschiebern für photographische Kameras
Die Erfindung betrifft einen Schlitzverschluß für photographische Kameras mit getrennt
ablaufenden, starren Einzelschiebern.
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Es sind bereits Schlitzverschlüsse mit starren Einzelschiebern bekannt,
und zwar solche, bei denen die Schieber parallel zur Bildebene verlaufen, als auch
solche, bei denen bei Verschlußablauf nur die schlitzbildenden Kanten der Schieber
eine geradlinige Bewegung parallel zur Bildfensterkante ausführen, während die zu
den schlitzbildenden Kanten parallelen Kanten jedes Schiebers auf einer Kurvenbahn
in Objektivrichtung geführt werden. Es ist auch bereits vorgeschlagen worden, lediglich
einen Schieber, den ersten, derart zu bewegen, und den zweiten die herkömmliche
gerade Bahn durchlaufen zu lassen.
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Obwohl nun durch das Nachvorneführen der Schieber seitlich Raum eingespart
und eine gedrängtere Bauweise der Kamera ermöglicht wird, ist keine Kamera bekannt,
bei der diese Art der Schieberbewegung praktisch verwirklicht wäre.
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Letzteres hat seinen Grund darin, daß die paarweise Führung der zur
Bewegungsrichtung senkrechten Schieberkanten auf unterschiedlich verlaufenden Bahnen
bisher keine befriedigende Lösung gefunden hat. Wurde bisher z. B. der erste Schieber
mit seiner vorderen, nichtschlitzbildenden Kante (mit vorderer Schieberkante sei
hier und im folgenden diejenige Kante bezeichnet, die bei Verschlußablauf vorwegläuft)
etwa auf einem Kreisbogen in Objektivrichtung geführt, so wurde diese Bewegung durch
äußere Führungsmittel, z. B. durch Stift-Schlitzloch-Führungen, erzwungen. Eine
derartige Gleitführung ist jedoch so vieler Reibung, unterworfen, daß ein solcher
Verschluß vor allem in höherwertigen Kameras nicht zu verwenden ist. Es lassen sich
damit keine kurzen oder gar extrem kurzen Verschlußlaufzeiten von z. B. lfloo Sekunde
und weniger erreichen.
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Gemäß der Erfindung ist dieser Nachteil dadurch beseitigt, daß jeder
Schieber durch eine Gelenkkette geführt ist, die ausschließlich Drehgelenke enthält.
Insbesondere wird vorgeschlagen, jeden Schieber durch ein Gelenkviereck zu bewegen,
das auf der Schieberebene annähernd senkrecht steht, und jeden Schieber starr mit
der Koppel seines Gelenkviereckes zu verbinden. Durch die Befestigung der Schieber
an der Koppel ihrer Gelenkvierecke entfallen alle äußeren Geradführungsmittel. Statt
dessen sind nur Drehgelenke vorhanden, die wenig Reibung besitzen und leicht und
genau herzustellen sind.
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Die Gelenkvierecke für die Schieber sind in ihren beiden Endlagen
deckungsgleich gelagert. Der erste Schieber ist mit der Koppel seines Gelenkviereckes
derart starr verbunden, daß die Vorderkante des Schiebers einen Koppelpunkt darstellt,
der bei der Gelenkbewegung einen Bogen in Objektivrichtung beschreibt, während die
Hinterkante des Schiebers einen Koppelpunkt darstellt, der sich bei der Gelenkbewegung
wenigstens annähernd auf einer Geraden parallel zur Filmebene bewegt. Der zweite
Schieber ist mit der Koppel seines Gelenkviereckes derart starr verbunden, daß die
Vorderkante des Schiebers einen Koppelpunkt darstellt, der sich bei der Gelenkbewegung
wenigstens annähernd auf einer Geraden parallel zur Filmebene bewegt, während die
Hinterkante des Schiebers einen Koppelpunkt darstellt, der bei der Gelenkbewegung
einen Bogen in Objektivrichtung beschreibt. Die Golenkvierecke arbeiten als Doppelschwingen,
und die beiden gehäusefesten Drehpunkte der Schwingen können symmetrisch zur optischen
Achse angeordnet sein, wobei sich die Schwingen in dem ihnen zugemessenen Drehwinkel
in jeder Stellung kreuzen können. Jedoch sind auch andere Ausführungen möglich,
bei denen keine Kreuzung der Schwingen eintritt.
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Für die mechanische Stabilität des Getriebes und für ein reibungsloses
Funktionieren ist es besonders vorteilhaft, wenn für jeden Schieber je zwei
Gelenkvierecke vorgesehen und symmetrisch oberhalb und unterhalb der in Bewegungsrichtung
der Schieber verlaufenden Bildfensterkanten angeordnet sind.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, die auf
die Schieber bzw. deren Gelenkvierecke einwirkenden und sie in Ablaufstellung bringenden
Federn mit ihrem anderen Ende an einem zusätzlich am Verschlußgehäuse vorhandenen
Bauteil anzulenken, das selbst zwischen zwei Endstellungen beweglich ist und ebenfalls
der Kraft einer Feder unterliegt. Für dieses Bauteil ist in der einen Endstellung
eine lösbare Rastvorrichtung vorgesehen. In diese spezielle Endstellung wird das
Bauteil unter Spannung sowohl der Schieberfedern als auch seiner
eigenen
Feder überführt und gerastet. Gleichzeitig besitzt das Bauteil eine Anschlagfläche
für den ersten und gegebenenfalls auch für den zweiten Schieber bzw. deren Gelenkvierecke.
Die Raste ist lösbar durch ein mit dem zweiten Schieber zu zwangläufiger Bewegung
verbundenes Getriebeglied.
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Mit dieser Anordnung der Bauelemente wird erreicht, daß nach Ablauf
des zweiten Schiebers die Rastung des erwähnten Bauteiles aufgehoben und dieses
in seine Ausgangslage zurückbewegt wird. Es nimmt dabei mit seiner Anschlagfläche
den ersten Schieber und gegebenenfalls auch den zweiten Schieber mit. Letzteres
dann, wenn auch dieser zweite Schieber selbst oder mit einem seiner Getriebeglieder
nach Ablauf an der Anschlagfläche anliegt. Es ist allerdings auch denkbar, daß der
zweite Schieber in geeigneter Weise am ersten zur Anlage kommt, so daß der erste
Schieber bei seiner Rückwärtsbewegung den zweiten vor sich herschiebt.
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Da die Rastung des Bauteiles vom zweiten Schieber unmittelbar am Ende
von dessen Ablaufbewegung gelöst wird und dann gleich die Rückwärtsbewegung beider
Schieber einsetzt, gibt es kein Verweilen der Schieber in ihrer Ablaufstellung.
Beide Schieber befinden sich daher, wenn sie sich nicht gerade bewegen, immer in
ihrer Ausgangslage. Die Geschwindigkeit der Rückwärtsbewegung ist allein abhängig
von der Kraft der auf das Bauteil einwirkenden Feder und kann bei großer Federkraft
extrem kurz sein, z. B. 1/2oo Sekunde betragen. Dadurch ergibt sich der Vorteil,
daß an den schlitzbildenden Schieberkanten auf ein Labyrinth zur Verhinderung des
Lichteinfalles verzichtet werden kann. Eine einfache knappe überdeckung der Schieber
reicht bei dieser Geschwindigkeit durchaus, um keine nennenswerte Lichtmenge auf
den Film gelangen zu lassen.
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Das zusätzlich am Verschlußgehäuse vorhandene Bauteil ist getrieblich
mit der Handhabe der Kamera zum Verschlußspannen verbunden. Bei dieser Tätigkeit
werden bei dem erfindungsgemäßen Verschluß aber nur noch Federn gespannt, nicht
aber Schieber bzw. Vorhänge in ihre Ausgangslage zurückgebracht.
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Die Erfindung ist an dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
näher erläutert. Es zeigt F i g. 1 schematisch eine Draufsicht auf eine mit
dem erfindungsgemäßen Verschluß ausgerüstete Kamera, der Verschluß in gespanntem
Zustand, F i g. 2 eine Frontansicht der Kamera nach F i g. 1,
teilweise
geschnitten, F i g. 3 eine Draufsicht auf die Kamera wie in F i
g. 1, der Verschluß jedoch mit bereits abgelaufenem erstem Schieber, F i
g. 4 eine schematische perspektivische Ansicht des Verschlusses in gespanntem
Zustand.
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Das Kameragehäuse 1 trägt in bekannter Weise das Objektiv 2
und besitzt im Gehäuseinnern die Bildfensterplatte 3 mit dem Bildfenster
4. Hinter letzterem befindet sich die Andruckplatte 5, federnd an der Gehäusewand
6 gehalten.
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Vor dem Bildfenster 4 ist der Schlitzverschluß angeordnet, der aus
zwei starren Einzelschiebern 7
und 8 besteht. Der erste Schieber
7 wird von zwei in der Draufsicht deckungsgleich und symmetrisch zur optischen
Achse gelagerten Gelenkvierecken gehalten und bewegt. Diese Gelenkvierecke bestehen
aus den Hebeln 9 a, 9 b und 10 a,
10 b. Die Hebel 9 a, 9 b sind um die
gehäusefesten Stifte 11, 12 drehbar, und zwisehen ihren freien Enden ist
die Koppel 9 c angelenkt In gleicher Weise sind die Hebel 10
a, 10 b um diE Stifte 13, 14 drehbar, und zwischen ihren
freien Enden ist die Koppel 10c angelenkt.
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Da die Stifte 11 und 13 einerseits und die Stifte 12
und 14 andererseits die gleiche geometrische Achsc haben und diese beiden Achsen
symmetrisch zui optischen Achse angeordnet sind (F i g. 1 und 3),
und da außerdem alle Hebel gleich lang sind, handelt e# sich somit um völlig symmetrische
Gelenkvierecke, die als Doppelschwingen zwischen zwei Endlagen arbeiten, die ebenfalls
symmetrisch zur optischen Achse liegen (F i g. 3).
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Die Koppeln 9 c und 10 c, die in kinematischem Sinne
an sich nur die Verbindung zwischen den Hebeln 9 a, 9 b
und 10 a, 10 b sind, sind hier zu Lappen verbreitert,
zwischen denen der erste Schieber 7
das Verbindungsglied ist (F i
g. 4). Die Vorderkante 7a und die Hinterkante 7 b dieses Schiebers
sind demnach Koppelpunkte der Koppel 9 c bzw. 10 c,
und zwar
stellt die Vorderkante 7a einen Koppelpunkt dar, der bei der Ablaufbewegung der
beiden Gelenkvierecke eine Kurvenbahn, einen Kurvenbogen mit schwacher Krümmung
in Objektivrichtung durchläuft, während sich die Hinterkante 7 b auf einer
Geraden parallel zur Bildfensterebene bzw. zur Filmebene bewegt.
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Der zweite Schieber 8 wird von zwei Gelenkvierecken gehalten
und bewegt, die aus den Hebeln 15a, 15b und 16a, 16b bestehen.
Diese Hebel sind in den Getriebeendlagen mit den Hebeln 9 a,
9 b, 10 a,
10 b deckungsgleich, wobei der Hebel
15 a um den Stift 11, der Hebel 15 b um
den Stift 12, der Hebel 16 a um den Stift 13 und der Hebel
16 b um den Stift 14 drehbar ist. Außerdem sind auch diese Hebel untereinander
gleich lang, und zwar genauso lang wie die Hebel 9 a, 9 b, 10 a,
10 b (F i g. 4). Die Hebel 15 a, 15 b
werden durch die Koppel 15 c und die Hebel 16a,16b durch die
Koppel 16c verbunden. Beide Koppeln sind ebenfalls zu Lappen verbreitert, zwischen
denen der zweite Schieber 8 das Verbindungsglied ist. Die Vorderkante 8a
des Schiebers ist hier ein Koppelpunkt, der sich parallel zur Bildfensterebene bewegt,
während die Hinterkante 8 b
die Kurvenbahn in Objektivrichtung durchläuft.
Aus den F i g. 2 und 4 ist ersichtlich, daß die Hebel 15a,15b,16a,16b außerhalb
der ihnen entsprechenden Hebel 9 a, 9 b, 10 a, 10
b liegen, so daß die Koppeln 15c, 16c zusammen mit dem zweiten Schieber
8 den ersten Schieber 7 mit seinen Koppeln und Hebeln derart umgreifen,
daß sich die beiden Schieber mit ihren Hebeln bei Verschlußablauf gegenseitig nicht
stören.
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Die Kraft für die Bewegung der Schieber liefern zwei Federn
17 und 18. Im vorliegenden Beispiel handelt es sich um Zugfedern,
die an den Hebeln 10a bzw. 16a angreifen. Statt der Zugfedem ließen sich auch ohne
weiteres auf Drehung beanspruchte Schraubenfedern anbringen.
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In der Spannstellung des Verschlusses werden die Schieber durch zwei
Auslösehebel 19, 20 gehalten, von denen der Hebel 19 hinter die Sperrnase
9d des Hebels 9 a greift und damit den ersten Schieber 7
hält
(F i g. 4). Der zweite Schieber 8 wird von dem Auslösehebel 20 arretiert,
der am Hebel 15 a hinter dessen Sperrnase 15
a' faßt. Die Sperrnasen 9 d und 15a' drehen sich bei Verschlußablauf
mit ihren Hebeln um den Stift 11.
Die Auslösehebel
19 und 20 sind als zweiarmige Hebel ausgebildet und um die gemeinsame Achse
21 drehbar. Mit ihren anderen Enden wirken sie mit einer Zeitsteuersäule bekannter
Bauart zusammen. Diese Zeitsteuersäule besitzt die Nockenscheiben 22 und
23, die relativ zueinander verstellbar sind. Die Nockenscheibe 22 ist mit
ihrem Nocken 22a dazu bestimmt, den Auslösehebel 19 für den ersten Schieber
zu betätigen. In Spannstellung der Zeitsteuersäule steht dieser Nocken 22 a unmittelbar
am Hebel 19,
so daß bei Beginn der Zeitsteuersäulendrehung sofort der erste
Schieber 7 ausgelöst wird. In dieser Spannstellung wird die Zeitsteuersäule
durch den Hebel 24 gehalten, gegen den der Nocken 22b anliegt, der mit der
Nockenscheibe 22 einstückig bzw. fest verbunden ist. Der um die Achse
25 drehbare Hebel 24 unterliegt der Einwirkung der Auslösestange
26, die mit ihrem konischen Teil 26 a (F i g. 2) in
niedergedrücktem Zustand den Hebel 24 derart schwenkt, daß die Zeitsteuersäule zum
Ablauf freigegeben wird.
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Koaxial mit der Nockenscheibe 22 und mit dieser über die Reibungskupplung
28 a (F i g. 2) zu gemeinsamer Drehung verbunden ist die Nockenscheibe
23,
die mit ihrem Nocken 23a dazu bestimmt ist, den zweiten Schieber
8 auszulösen. Die Nockenscheibe 23 reicht mit ihrer Achse durch die
obere Gehäusewand und ist mit dem außerhalb des Gehäuses zugänglichen Zeitsteller
28 fest verbunden. Die Zeitdifferenz im Ablauf des ersten und des zweiten
Schiebers läßt sich somit in bekannter Weise durch Relativverstellung des Nockens
23a zum Nocken 22 a regeln.
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Für den Antrieb der Zeitsteuersäule ist die Spiralfeder
29 vorgesehen, die einerseits an der mit der Nockenscheibe 22 fest verbundenen
Achse 22 c und andererseits am Kameragehäuse befestigt ist. Auf dieser Achse 22c
sitzt außerdem fest das Zahnrad 30, das über das Zwischenrad 31 mit
dem drehbar auf der Auslöserachse 26 angebrachten Zahnrad 32
kämmt.
Letzteres steht über das Zwischenrad 33 mit dem großen Zahnrad 34 in getrieblicher
Verbindung. Im Zwischenrad 34 ist zwischen der Achse 36 und dem Zahnkranz
die Freilaufkupplung 37 angeordnet, die bewirkt, daß das Zwischenrad nur
die Aufzugsbewegung der Achse 36 mitmacht (F i g. 2).
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An ihrem unteren Ende trägt die Achse 22 c die Scheibe 22 e mit dem
Stift 22 f. Letzterer dreht sich bei Ablauf der Zeitsteuersäule in der gehäusefesten
Nut 22g, die kreisbogenförmig zu einem Langloch ausgebildet ist. An ihren
Enden schlägt der Stift 22 f
an und begrenzt derart die Drehbewegung der Achse
22c auf nicht ganz eine volle Umdrehung.
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Das Zahnrad 34 ist mit dem Schalthebel 38 der Kamera verbunden
und macht die in bekannter Weise hin- und hergehende Bewegung des Schalthebels mit.
Die diese Bewegung begrenzenden Anschläge sowie die Rückholfeder sind aus Gründen
einer übersichtlichen Darstellung nicht gezeigt. Die Achse 36 ist innerhalb
der Filmaufwickelspule in den unteren Kameraraum durchgeführt und dort mit der i
Scheibe 35 verbunden, an der exzentrisch der Spann-Übel 39 drehbar
befestigt ist. Die Funktion dieses Spannhebels wird später noch näher erläutert
werden.
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Die oben bereits erwähnten Federn 17 und 18,
,velche
die Kraft für die Bewegung der Schieber 7
ind 8 liefern und einerseits
an den Hebeln 10a und 16a angelenkt sind, hängen mit ihren anderen Enden an dem
Stift 40 des Hebels 41 (F i g. 4). Letzterer ist, wie auch die Hebel
10 a, 16 a, um die Achse 13
drehbar und unterliegt der
Kraft der auf ihn einwirkenden Feder 42. Er ist in zwei Endlagen verbringbar, von
denen die eine die entspannte und die andere die gespannte Stellung der Feder 42
ist. In der gespannten Stellung wird der Hebel 41 von dem Rasthebel 43 gehalten,
der mittels der Feder 44 hinter den Rastnocken 41 b am Hebel 41 angreift.
Der als einanniger Hebel ausgebildete und um die Achse 45 drehbare Rasthebel 43
ragt mit seinem vorderen Ende in den Schwenkbereich des am Hebel 16 b
abgewinkelten Lappens 16 d. Wie oben beschrieben, gehört der Hebel
16 b zu dem Gelenkviereck, das den zweiten Schieber 8 trägt und bewegt.
Am Ende des Verschlußablaufes trifft der Lappen 16d
auf den Rasthebel 43 und
kippt diesen so weit, daß die Rastung des Hebels 41 aufgehoben wird. Die Feder 42
kann sich daher am Ende des Verschlußablaufes entspannen.
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Zum erneuten Spannen der Federn 17, 18, 42 dient der Spannhebel
39 (F i g. 1 und 2). Er ist in der Nähe des Kamerabodens exzentrisch
an der Scheibe 35 befestigt und macht bei Betätigung des Schalthebels
38 dessen hin- und hergehende Bewegung mit, analog einem Kurbelgetriebe.
In seiner Ruhelage nimmt er die in F i g. 1 dargestellte Stellung ein, in
der der Haken 39 a etwas geneigt zur optischen Achse verläuft. Auf diesen
Haken 39a trifft der untere Teil des Stiftes 40, wenn sich die Feder 42 entspannt
und dabei den Hebel 41 in die entspannte Endlage zieht. Bei nachfolgender Betätigung
des Schalthebels 38 führt der Haken eine Bewegung etwa parallel zur Bildfensterebene
aus, wobei er den Hebel 41 in seine Spannstellung zurückschwenkt.
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Die Funktion des erfindungsgemäßen Verschlusses in der beschriebenen
Kamera wird durüh Niederdrücken der Auslösestange 26 eingeleitet. Dabei schiebt
sich einmal das Zahnrad 32 außer Eingriff mit den Zahnrädern 31 und
33, und gleichzeitig trifft der konische Teil 26a auf den Hebel 24 und schwenkt
diesen so weit, daß der Nocken22b der Zeitsteuersäule von dem vorderen Hebelende
abgleitet. Damit ist die Zeitsteuersäule zur Drehung in Pfeilrichtung
A (Fig. 1) frei. Unmittelbar in der ersten Phase dieser Drehung schwenkt
der Nocken 22a den Auslösehebe119 im Drehsinn des Uhrzeigers, so daß die Sperrnase
9 d am Hebel 9 a und damit die beiden den ersten Schieber
bewegenden Gelenkvierecke freigegeben werden. Unter dem Zug der Feder
17 schwenken die Hebel 9 a, 9 b, 10 a, 10
b entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers (F i g. 1 und 4) um die ortsfesten
Stifte 11, 12, 13, 14 in ihre andere Endlage. Letztere ist begrenzt
durch Anschlag des Lappens 10 d an dem am Hebel 41 abgewinkelten Lappen
41 a. Diese Endlage ist in F i g. 3 dargestellt. Bei der Bewegung
dahin hat die Vorderkante 7 a des Schiebers 7 eine leichte
Kurvenbahn in Objektivrichtung durchlaufen, während die Hinterkante 7 b sich
auf einer Geraden parallel zur Bildfensterebene bewegt hat.
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Nach einer gewissen zeitlichen Versetzung, die abhängig ist von der
Relativlage der Nocken 22 a und 23a zueinander und die durch Drehen des Zeiteinstellers
28 vor der Aufnahme hergestellt wurde, trifft beim weiteren Ablauf der Zeitsteuersäule
nun auch der Nocken 23,a auf den Auslösehebel 20. Auch dieser wird dabei im Drebsinn
des Uhrzeigers geschwenkt
und gibt die Sperrnase 15 d
des Hebels 15 a
und damit den zweiten Schieber 8 zum
Ablauf frei. Dieser Ablauf erfolgt unter der Kraft der Feder 18,
die sich
entspannt, bis der Lappen 16 a' ebenso wie der Lappen 10 d
am Lappen 41 a anliegt. Die Vorderkante 8 a des Schiebers 8 folgt
dabei der Hinterkante 7 b auf deren gerader Bahn parallel zur Bildfensterebene,
während die Hinterkante 8 b auf einer leichten Kurvenbahn vom Objektiv weg
in Richtung der Bildfensterebene wandert. Nach Ablauf des Verschlusses liegt daher
der zweite Schieber 8 parallel zur Bildfensterebene vor dem Bildfenster 4.
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Die Abmessungen der Hebel und Anschläge sind dabei derart gewählt,
daß zeitlich zusammenfallend mit dem Anschlag des Lappens 16 a' am Lappen
41 auch der Lappen 16 d auf den Rasthebel 43 trifft und diesen im Drehsinn
des Uhrzeigers schwenkt. Der Rasthebel 43 wird aus dem Eingriff hinter dem Rastnocken
41 b des Hebels 41 ausgehoben und so dessen Rastung gelöst. Infolgedessen
schwenkt der Hebel 41 unter der Kraft der Feder 42 im Drehsinn des Uhrzeigers, bis
der an ihm feste Stift 40 auf den Haken 39a des Spannhebels 39 trifft.
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Bei dieser Schwenkung schiebt der Lappen 41a die Lappen
10 d und 16 a' vor sich her, d. h., alle vier Gelenkvierecke
und die beiden Schieber 7 und 8 werden in ihre Ausgangslage zurückgebracht,
ohne daß sich die Relativlage der Schieber 7 und 8 zueinander änderte.
In Abhängigkeit von der Stärke der Feder 42 kann diese Rückwärtsbewegung relativ
schnell erfolgen, z. B. derart schnell, daß an den schlitzbildenden Kanten der Schieber
7 und 8 kein ausgesprochenes Labyrinth zur Verhinderung des Lichteinfalles
benötigt wird, es genügt vielmehr eine einfache überdeckung der Schieberkanten,
die in der Zeichnung aber aus Gründen der Einfachheit nicht dargestellt ist.
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Sowohl in gespanntem als auch in vollständig abgelaufenem Zustand
des Verschlusses befinden sich die Schieber und alle Gelenkvierecke in der gleichen
Lage. In dieser Lage müssen nun die Federn 17, 18 und 42 erneut gespannt
werden. Dies geschieht durch Betätigung des Schalthebels 38 in bekannter
Weise. Außer daß dabei in ebenfalls bekannter und nicht dargestellter Weise der
Film um eine Bildlänge transportiert wird, wird diese Schaltbewegung über die Achse
36 zur Scheibe 35 übertragen, die daher die gleiche Drehbewegung ausführt
wie der Schalthebel 38. Der Spannhebel 39 führt dabei eine hin- und
hergehende Bewegung aus, auf deren erstem Teil er den Stift 40 bzw. den Hebel 41
mitnimmt und entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers schwenkt. In der Endlage dieser
Schwenkung fällt der Rasthebel 43 hinter den Rastnocken 41 b, so daß der
Hebel 41 nunmehr in dieser Stellung und die Feder 42 gespannt bleiben. Die Federn
17 und 18 wurden dabei ebenfalls gespannt, denn bei der vorausgegangenen
Rückwärtsbewegung der Gelenkvierecke sind die Auslösehebel 19 und 20 wieder
hinter die Sperrnasen 9d, 15d eingefallen und halten die Gelenkvierecke
in der Ausgangslage fest.
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Gleichzeitig mit dem Rückwärtsschwenken des Hebels 41 und dem Spannen
der Federn 17, 18, 42 wird bei der Betätigung des Schalthebels
38 die Spiralfeder 29 der Zeitsteuersäule gespannt. Die Drehung des
mit dem Schalthebel 38 über die Freilaufkupplung 37 verbundenen Zahnrades
34 wird über die Zahnräder 33, 32, 31 zum Zahnrad 30 übertragen, wobei
die ganze Zeitsteuersäule in ihre Ausgangslage zurückgedreht und dabei die Feder
29 entspannt wird. In der Ausgangslage fällt der Hebel 24 wieder hinter den
Nocken 22 b und sichert die Zeitsteuersäule bis zur nächsten Kameraauslösung
gegen Ablauf.
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In bekannter Weise geht der Schalthebel 38 nach Betätigung
unter der Kraft einer nicht dargestellten Feder selbsttätig in die Ruhelage zurück.
Er schiebt dabei den Spannhebel 39 wieder in die in F i g. 1 gezeigte
Lage. Hinsichtlich der Zahnräderkette 30 bh 34 ist die Rückkehr in die Ruhelage
möglich, weil das Zahnrad 34 mit der Achse 36 über die Freilaufkupplung
37 verbunden ist, die eine Rückwärtsbewegung der Achse 36 zuläßt,
ohne diese auf das Zahnrad 34 zu übertragen. Nach Rückkehr des Schalthebels
38 in seine Ruhelage ist die Kamera für eine weitere Aufnahme mit dem geschilderten
Verschlußablauf bereit.