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Vorrichtung zum faltenförmigen Legen einer laufenden Werkstoffbahn
auf eine Palette Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum faltenförmigen Legen
einer laufenden Werkstoffbahn, insbesondere feuchten, von einer Entwässerungsmaschine
ablaufenden Zellstoff, auf eine Palette mittels eines höhenverschiebbaren Legers,
der an einem hin- und herfahrenden Legewagen angeordnet ist.
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Im Zuge der Transportrationalisierung finden im zunehmenden Maße
Paletten Verwendung. Sie werden am Erzeugungsort der zu transportierenden Güter
mit demselben beladen und am Verarbeitungsort der Güter entladen, ohne daß diese
zwischendurch in die Hand genommen werden müssen. Solche Paletten verwendet man
mit großem Vorteil zum Transport verpackter Güter. Es werden aber auch schon im
Stapel übereinandergelegte Bogen, z. B. aus Papier, Pappe, Metall, Kunststoff, auf
Paletten zum Versand gebracht.
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In der Praxis besteht nun zufolge der Vorteile des Palettenversandes
der Wunsch, auch Zellstoff und Holzschliff in dem Zustand, also auch feucht, auf
Paletten zu packen und zum Versand zu bringen, wie er von der Erzeugungs- bzw. Entwässerungsmaschine
abläuft. Bis jetzt ist es üblich, die feuchte Werkstoffbahn auf Tambour zu wickeln
oder man stellt ohne Tambour Wickel her, die dann zu Paketen eingeschlagen und als
solche zum Versand gebracht werden. Solche Pakete sind verhältnismäßig schwer. Die
Hantierung mit ihnen stellt deshalb eine schwere körperliche Arbeit dar, die insbesondere
Frauen nicht zugemutet werden kann.
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In der Textilindustrie ist es seit langem üblich, Stoffbahnen in
Faltenform zu einem Stapel übereinanderzulegen. Man bedient sich hierzu hin- und
hergehende Wagen mit einer höhenverschiebbaren Legeschaufel, die in verschiedenen
Ausführungsformen bekannt sind. Es ist auch eine Vorrichtung bekannt, bei er zwecks
Vermeidung einer ungleichmäßigen Stapel- und Lagenbildung an einem schwenkbaren
Waagebalken zwei pendelnd aufgehängte Legeschaufeln angeordnet sind. Der Waagebalken
verschiebt sich mit Wachsen des Stapels auf einer Führungsstange nach oben. Bei
einer anderen bekannten Vorrichtung bekommt der Legekopf durch eine Schubkurbel
einen sinuskurvenartigen Geschwindigkeitsverlauf, so daß die Geschwindigkeitsspitze
etwa in der Mitte des Legekopfes liegt. Der Legekopf beginnt ziehend auf die Stoffbahn
einzuwirken kurz bevor er sich seiner Mittellage nähert.
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Bekannt ist auch eine Greifervorrichtung für Stofflegemaschinen mit
am freien Ende von Hebeln angeordneten, schwenkbaren Greifern, die sich entsprechend
dem Aufbau des Stoffbahnstapels anheben. Die Hebel sind an einen parallel zur Längsachse
der Maschine beweglich gelagerten Schlitten gelagert. An die Hebel ist ortsfest
ein Lenker angeschlossen.
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Da es sich in der Textilindustrie um Stoffbahnen handelt, die elastisch
und dehnbar sind, können sie für das Stapeln von insbesondere Zellstoff keine Verwendung
finden. Es hat jedoch an diesbezüglichen Versuchen nicht gefehlt. So wurde vorgeschlagen,
die von einer Entwässerungsmaschine ablaufende feuchte Werkstoffbahn mittels einer
pendelnden Legeschaufel auf eine bereitstehende Palette faltenförmig zu stapeln.
Nachteilig ist hierbei die Notwendigkeit, die Werkstoffbahn von Hand zu durchtrennen,
wenn eine Palette fertig beladen ist und das Aus- und Einfahren der Paletten durch
eine besondere Arbeitskraft vorzunehmen. Als sehr wesentlicher Nachteil zeigt sich
außerdem, daß die Umkehrschlaufen der Werkstoffbahn mehr oder weniger hohl bleiben,
d. h. einen Zwischenraum behalten, so daß die einzelnen Faltenstapel unnötigerweise
hoch sind und sich während des Transportes durch die Schüttelbewegung im Fahrzeug
ineinanderschieben und dann nur mit Mühe wieder zu trennen sind.
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Die Erfindung hat den Zweck, eine Vorrichtung zu schaffen, mit welcher
es möglich ist, einer von einer Erzeugungsmaschine, z. B. eine Zellstoffentwässerungsmaschine,
ablaufende Werkstoffbahn faltenförmig auf eine Palette zu legen. Der Erfindung liegt
die Aufgabe zugrunde, die Vorrichtung so zu gestalten, daß die Werkstoffbahn selbsttätig
auf einer Palette so übereinander gelegt wird, daß zwischen den einzelnen faltenförmigen
Lagen keine Zwischen-
räume vorhanden sind und die fertigbepackte
Palette automatisch gegen eine leere ausgewechselt wird, ohne daß der Ablauf der
Werkstoffbahn von der Erzeugungsmaschine unterbrochen wird.
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Erfindungsgemäß wird das dadurch erreicht, daß der Leger unter dem
Druck eines ölbeaufschlagten Druckzylinders steht, zwei sich gegenseitig in gleicher
Dreh richtung über eine Kette antreibende Anpreßwalzen besitzt, die im Wechsel über
die Kante des sich geometrisch aufbauenden Stapels hinausfahren und bei ihrer Bewegungsumkehrung
die Umkehrfalte der Werkstoffbahn scharf glätten und daß im Leger zwei elektromechanisch
betätigte Klemmleisten angeordnet sind, die die Werkstoffbahn festklemmen, bevor
der Leger seine Mittelstellung erreicht hat, so daß die Werkstoffbahn durch den
Zug der arbeitenden Anpreßwalze abreißt.
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An den Legewagen ist eine von einem Schlitten geführte Führungsstange
teleskopartig zusammenschiebbar angeordnet. Der Schlitten ist durch gegenseitig
an ihm befestigte Bowdenzüge ausbalanciert und gleitet an Gleitrollen, die auf einer
Seite fest gelagert auf der anderen Seite durch von außen verstellbare Exzenter
seitenverschiebbar sind. Zwischen Leger und Legewagen sind Führungsbänder vorgesehen,
die sich auf vorgespannte Federtrommeln aufwickeln.
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Auf dem Legewagen ist auf der einen Seite ein federnder Stößelschieber
und auf der anderen Seite ein Federstößel angeordnet, die beide auf einen mechanischen
Ölstromschieber eines Steuerblocks wirken, der über zwei Arbeitszylinder die Fahrbewegung
des Legewagens steuert. Der Bolzen des Federstößels ist mit einem Bund versehen
und durch eine in eine Rille einrastende federnde Kugel arretierbar. Vor dem Stößelschieber
befindet sich ein Hubmagnet, dessen Anker den Ölstromschieber blockiert. Nach einer
konstant angetriebenen Vorfüllpumpe ist eine über ein Reduziergetriebe kraftschlüssig
mit der Erzeugungsmaschine verbundene Dosierungspumpe angeordnet. Zwischen Vorfüllpumpe
und Dosierungspumpe befindet sich eine automatisch arbeitende hydraulische Regeleinrichtung
und zwischen Dosierungspumpe und Steuerblock eine Einrichtung zur Handregulierung
des Ölstrom es. Zur Regulierung der Wechselgeschwindigkeit des Palettenwagens ist
zwischen dem Steuerblock und dem Axialkolbenmotor eine Drossel vorgesehen. Mit der
Vorfüllpumpe ist eine Zahnradpumpe kraftschlüssig verbunden. Zwischen der Vorfüllpumpe
und der Dosierungspumpe befindet sich ein federbelastetes Sicherheitsventil und
als Notschalter ein elektrisch betätigtes Zweiwegeventil. während zwischen der Zahnradpumpe
und dem von ihr beaufschlagten Arbeitszylinder des Legers eine Drossel und eine
Steuereinheit mit Handverstellung angeordnet sind. Die Ablaufgeschwindigkeit der
Werkstoffbahn in dem Leger ist von Hand mittels einer mit dem Antrieb der Förderbänder
in Verbindung stehenden Reibradkupplung mit einem Hohlraumreifen als Reibrad feinregulierbar.
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Die Vorteile der Erfindung sind darin zu sehen daß auf den Palettenwagen
aus einer Werkstoffbahn ein geometrischer Stapel aufgebaut wird, dessen Umkehrfalten
scharf geglättet sind, so daß einem Ineinanderschieben der einzelnen Stapel während
des Transports vorgebeugt wird. Die Vorrichtung arbeitet völlig automatisch; es
ist lediglich eine Arbeitskraft zum Wegfahren der fertig bepackten Paletten erforderlich.
Die schwere körperliche Arbeit beim Han-
tieren mit unhandlichen Zellstoffpaketen
ist weggefallen.
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Die Erfindung wird nachstehend an Hand eines Ausführungsbeispieles
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt Fig. 1 die Seitenansicht der Vorrichtung
mit drei Arbeitsstellen des Legers und zwar in der Anfangsstellung, während des
Legens und in der Endstellung, Fig. 2 die Vorderansicht der Vorrichtung, und zwar
eine Hälfte in der Anfangsstellung des Legers und die andere Hälfte in der Endstellung
des Legers, F i g. 3 ein Schaltbild der Hydraulik.
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Der Legerl steht unter dem Druck eines ölbeaufschlagten Druckzylinders
2 und besitzt zwei sich gegenseitig in gleicher Drehrichtung über eine Kette 3 antreibende
Anpreßwalzen 4; 4'. Dieselben fahren im Wechsel über die Kante des sich geometrisch
aufbauenden Stapels 5 hinaus und glätten bei ihrer Bewegungsumkehrung die Umkehrfalten
der Werkstoffbahn 6 unter dem Druck des Druckzylinders 2 scharf, so daß ein stabiler
Stapel 5 entsteht. Im Leger 1 sind zwei elektromechanisch querverschiebbare Klernmleisten
7 angeordnet. die die Werkstoffbahn 6 festklemmen, bevor der Leger 1 die Mittelstellung
C erreicht hat. Da sich die in Arbeitsstellung befindliche Anpreßwalze 4 bzw. 4'
noch weiter dreht und auf die Werkstoffbahn 6 ziehend wirkt, reißt die Werkstoffbahn
6 ab, so daß der Stapelvorgang beendet und die Palette 8 fertig bepackt ist. An
dem Legewagen 9 ist auf beiden Seiten eine von einem Schlitten 10 geführte Führungsstange
11 teleskopartig zusammenschiebbar angeordnet, indem sich zwei Rohre 12; 12' ineinander
schieben. Der Schlitten 10 ist durch zwei gegenseitig an ihm befestigte und auf
der Zeichnung nicht dargestellte Bowdenzüge ausbalanciert, damit kein Kanten der
beiderseitig angeordneten Schlitten 10 eintritt. Der Schlitten 10 gleitet an Gleitrollen
13; 13' entlang, die auf der einen Seite fest gelagert, auf der anderen Seite jedoch
durch von außen verstellbare Exzenter 14 seitenverschiebbar sind. Bei Lockerung
der Schlittenführung ist damit eine Nachspannmöglichkeit gegeben. Zwischen Leger
1 und Legewagen 9 sind Führungsbänder 15 vorgesehen, die sich auf vorgespannte Federtrommeln
16 aufwickeln, so daß die Führungsbänder 15 in jeder Stellung des Legers 1 straff
gespannt sind. Die Führungsbänder 1S bilden eine Art trichterförmige Kammer und
führen die Werkstoffbahn 6 zum Leger 1 hin; gleichzeitig verhindern sie ein Auswärtslaufen
der Werkstoffbahn 6, wenn dieselbe durch die Klemmleisten 7 in der MittelstellungC
des Legers 1 festgeklemmt ist, ohne daß ihr Lauf eine Unterbrechung erfährt. Die
Werkstoffbahn 6 wird also während des Palettenwechsels zwischen den FührungsbändernlS
angesammelt. Die von der Erzeugungsmaschine 17 ablaufende Werkstoffbahn 6 wird bereits
in der Ereeugungsmaschine 17 mittels Wasserstrahl längsgetrennt und von Förderbändem
18 zum Legewagen 9 gebracht. Sie läuft über eine Brustwalze 19 in den Leger 1 ab.
Zur Feinregulierung der Ablaufgeschwindigkeit der Werkstoffbahn 6 in den Leger 1
von Hand ist eine mit dem Antrieb der Förderbänder 18 in Verbindung stehende Reibradkupplung
20 mit einem Hohlraumreifen als Reibrad angebracht. Der Legewagen 9 läuft mit Laufrollen
21 auf einer Laufschiene 22 hin und her. Der Schlitten 10 und damit auch der Leger
1 ist an über lose Rollen 38 laufenden Drahtseilen 39 aufgehängt, die am Legewagen
9
befestigt sind. und es ist dadurch der vertikale Hubweg des Schlittens
10 und des Legers 1 begrenzt.
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Auf dem Legewagen 9 ist auf der einen Seite ein federnder Stößelschieber
23 und auf der anderen Seite ein Federstößel 24 angeordnet, die beide auf einen
mechanischen Ölstromschieber 25 eines Steuerblocks 26 wirken, der über zwei Arbeitszylinder
27; 28 die Fahrbewegung des Legewagens 9 steuert. Der Federstößel 24 ist in einen
Bolzen 29 eingelassen, der einen Bund 30 besitzt. Der Bolzen 29 besitzt außerdem
eine Rille 31, in der eine federnde Kugel 32 einrastet und den Bolzen 29 in Normalstellung
arretiert.
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Der Federstößel 24 wird von einer Feder 33 von dem Bund 30 abgedrückt.
Mit seinem hinteren Ende stößt der Bolzen 29 an einen Anschlag 34 an, wodurch der
Bolzen 29 in Normalstellung geschoben und von der Kugel 32 arretiert wird. Vor dem
Stößelschieber 23 ist ein Hubmagnet 35 (Sperrklinkenmagnet) angeordnet, dessen verlängerter
Anker 36 abfällt und somit den Stößelschieber23 blockiert, wenn der Legerl seine
Endstellung A erreichen soll. Dies wird dadurch bewirkt daß der noch beaufschlagte
Arbeitszylinder 28 den Legewagen 9 und damit den Leger 1 seitlich über den Stapel
5 hinausfährt, wie dies in Fig. 1 in der EndstellungA des Legersl ersichtlich ist
und dabei einen auf der Zeichnung nicht gezeigten Endschalter betätigt. Dieser Endschalter
veranlaßt, daß der Ölstrom in einem elektrohydraulischen Schieber 37 des Steuerblocks
26 auf den Axialkolbenmotor 54 umgeschaltet wird. Derselbe zieht die gekoppelten
Palettenwagen 55; 55' durch Steuerung von der auf der Zeichnung nicht gezeigten
Endschaltern abwechselnd nach rechts und links, wobei der leere Palettenwagen 55
oder 55' immer genau unter die Werkstoffbahn 6 zu stehen kommt. Während des Wechselvorganges
steht der Legewagen 9 still. Die Geschwindigkeit des Wechselns der Palettenwagen
55; 55' läßt sich durch eine Drossel 56 einstellen. In der Endstellung der Palettenwagen
55; 55' wird die Zuleitung zum Axialkolbenmotor 54 gesperrt und der Hubmagnet 35
zieht den Anker 36 zuriick, so daß der Ölstromschieber 25 freigegeben ist. Der vorgespannte
Federstößel 24 schaltet den Ölstrom vom Arbeitszylinder 28 auf den Arbeitszylinder
27, und der Legewagen 9 nimmt seine Arbeit wieder auf.
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Die Wirkung der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird überwiegend hydraulisch
herbeigeführt, und zwar ist nach einer durch einen Motor 40 konstant angetriebenen
Vorfüllpumpe 41 eine Dosierungspumpe 42, z. B. eine Radialkolbenpumpe gleicher Bauart,
angeordnet, die über ein Reduziergetriebe 43 kraftschlüssig mit der Erzeugungsmaschine
17 verbunden ist. Zwischen der Vorfüllpumpe 41 und der Dosierungspumpe 42 ist eine
automatische Regeleinrichtung 44 (Null-Hub- Regeleinrichtung) eingebaut, damit eine
Überspeisung der Dosierungspumpe 42 verhindert wird. Außerdem befinden sich zwischen
Vorfüllpumpe 41 und Dosierungspumpe 42 ein federbelastetes Sicherheitsventil 45
und als Notschalter für den Katastrophenfall und beim Anfahren der Erzeugungsmaschine
17 ein elektrisch betätigtes Zweiwegeventil 46 sowie ein Druckbegrenzungsventil
47. Vor der Vorfüllpumpe 41 befindet sich ein Magnetfilter 48. Mit der Vorfüllpumpe
41 ist kraftschlüssig eine Vorbau-Zahnradpumpe 49 verbunden, die über eine Steuereinheit
50 mit Handverstellung den bzw. die Druckzylinder 2 der Legeeinrichtung beaufschlagt.
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Die Handverstellung der Steuereinheit 50 gestattet,
den Leger 1 unabhängig
von der Höhe des Stapels 5 zu heben. Durch eine Drossel 51 kann der Anpreßdruck
der Anpreßwalzen 4; 4' eingestellt werden. Der Dosierungspumpe 42 ist eine Einrichtung
zur Handregulierung 52 des Ölstromes zum Steuerblock 26 nachgeordnet. Mittels derselben
kann der Zug der Werkstoffbahn 6 eingestellt werden, indem der an sich schon durch
die Dosierungspumpe 42 der Geschwindigkeit der Erzeugungsmascbiue 17 angepreßte
Ölstrom mit Plus oder Minus geregelt wird. Über den Steuerblock 26 mit Steuerungsreduzierventil
53 gelangt der Ölstrom wechselweise auf die Arbeitszylinder 27; 28 (in F i g. 2
ist nur ein Arbeitszylinder dargestellt), wodurch der Legewagen 9 hin- und herbewegt
wird. Die Steuerung der Bewegung des Legewagens 9 erfolgt über den Ölstromschieber
25.