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DE1236786B - Verfahren zur Herstellung von AEthylen-Vinylacetat-Mischpolymeren - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von AEthylen-Vinylacetat-Mischpolymeren

Info

Publication number
DE1236786B
DE1236786B DEP18745A DEP0018745A DE1236786B DE 1236786 B DE1236786 B DE 1236786B DE P18745 A DEP18745 A DE P18745A DE P0018745 A DEP0018745 A DE P0018745A DE 1236786 B DE1236786 B DE 1236786B
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
ethylene
vinyl acetate
crystalline
copolymers
molar ratio
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEP18745A
Other languages
English (en)
Inventor
Roland Robert Tink
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
EIDP Inc
Original Assignee
EI Du Pont de Nemours and Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by EI Du Pont de Nemours and Co filed Critical EI Du Pont de Nemours and Co
Publication of DE1236786B publication Critical patent/DE1236786B/de
Pending legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08FMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
    • C08F218/00Copolymers of compounds having one or more unsaturated aliphatic radicals, each having only one carbon-to-carbon double bond, and at least one being terminated by an acyloxy radical of a saturated carboxylic acid, of carbonic acid or of a haloformic acid
    • C08F218/02Esters of monocarboxylic acids
    • C08F218/04Vinyl esters
    • C08F218/08Vinyl acetate

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Addition Polymer Or Copolymer, Post-Treatments, Or Chemical Modifications (AREA)
  • Transition And Organic Metals Composition Catalysts For Addition Polymerization (AREA)

Description

BUJNDES K EJfUB JLl K D E U TS CH JLA JN D int. (Jl.:
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche KL: 39 c - 25/01
Nummer: 1236 786
Aktenzeichen: P 18745 IV d/39 c
Anmeldetag: 19. Juni 1957
Auslegetag: 16. März 1967
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisaten.
Die Mischpolymerisation von Äthylen mit Vinylacetat wurde zuerst in der USA.-Patentschrift 2 200 429 beschrieben. Seitdem sind verschiedene Verbesserungen hinsichtlich der Arbeitsweise, der verwendeten Katalysatoren, der Reaktionsbeständteile und der Polymerisationsverfahren bekanntgeworden. Zuletzt wurde in der USA.-Patentschrift 2 703 794 ein Verfahren zum Polymerisieren von Äthylen und Vinylacetat in wäßriger Emulsion beschrieben.
Nach den älteren Vorschriften (USA.-Patentschrift 2 395 381) mußten sehr hohe Drücke von über 847,5 kg/cm2 aufgewendet werden. Bei der Emulsionspolymerisation kam man andererseits mit niedrigeren Drücken von beispielsweise wenigstens 52,6 kg/cm2 und niederen Temperaturen in der Nähe der Raumtemperatur aus.
Nach allen diesen bekannten Verfahren erhält man jedoch im wesentlichen amorphe Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate, die schlaffe, weiche, mehr oder weniger klebrige Filme ergeben und die zur Herstellung von selbsttragenden Filmen unbrauchbar sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Äthylen- : Vinylacetat-Mischpolymerisate herzustellen, die zu festen Gebilden, insbesondere festen, selbsttragenden Filmen verarbeitet werden können, die wesentlich steifer als die bekannten Filme aus Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisaten sind.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymeren, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man ein Gemisch aus Äthylen und Vinylacetat in Gegenwart von Katalysatoren aus wenigstens einer Verbindung eines Übergangselementes der Gruppen IVa, Va und VIa des Periodischen Systems, bei der Halogen und bzw. oder .1TT- O-Kohlenwasserstoffgruppen an das betreffende Element gebunden sind, und einem Metallhydrid oder einer reduzierend wirkenden metallorganischen Verbindung, in der das Metall direkt an einen Kohlenwasserstoffrest gebunden ist, polymerisiert.
Zweckmäßig nimmt man die Polymerisation in Lösung in einem inerten Kohlenwasserstoff vor. Nach einer besonderen Ausführungsform führt man die Mischpolymerisation in Gegenwart eines Vanadiumhalogenids und eines Reduktionsmittels in solcher Menge durch, daß das Halogenid, wenigstens teilweise, auf eine Wertigkeit von unter 3 reduziert wird. Vorzugsweise wird die Mischpolymerisation bei Temperaturen bis zu 6O0C und Drücken bis zu 350 kg/cm2 durchgeführt. Nach einer besonderen Ausführungsform wird die Polymerisation in benzolischer Lösung Verfahren zur Herstellung von Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymeren
Anmelder:
E. I. du Pont de Nemours and Company,
Wilmington, Del. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. W. Abitz, Patentanwalt,
München 27, Pienzenauer Str. 28
Als Erfinder benannt:
Roland Robert Tink, Wilmington, Del. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 2. Juli 1956 (595 047)
bei einer Temperatur von etwa 20 bis 4O0C und einem Druck von etwa 35 bis 70 kg/cm2 durchgeführt.
Bei den bekannten Verfahren zur Herstellung von Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisaten wurde die Radikalkettenreaktion angewandt. Werden diese Mischpolymeren in Gegenwart von solchen Katalysatoren hergestellt, die freie Radikale erzeugen, so sind die Polymerisate völlig amorph, wenn das Molverhältnis Äthylen zu Vinylacetat kleiner als 6:1 ist. Ist das Molverhältnis 6: 1 oder größer, so zeigen die Mischpolymerisate, mittels Röntgenstreuung betrachtet, einen geringen Kristallisationsgrad. Diese Kristallinität ist auf die kristallinen Eigenschaften von Äthylenpolymerisaten sowie Mischpolymerisaten mit vorwiegendem Gehalt an Äthylen zurückzuführen.
Nach dem Verfahren der Erfindung erhält man kristalline Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate mit einem Molverhältnis kleiner als 6:1, die steife Filme großer Festigkeit ergeben. Diese Wirkung wird durch
709 519/562
i 236
gemeinsame Polymerisation von Äthylen und Vinylacetat in Gegenwart eines »Koordinationskatalysatorsystems« erhalten.
Die erfindungsgemäß verwendeten »Koordinationskatalysatoren« vermögen eine Komplexverbindung zu bilden, die ihrerseits koordinative Bindungen mit monomeren Einheiten eingeht. Diese Koordinationskatalysatoren bestehen aus wenigstens einer Verbindung eines Übergangselementes der Gruppen IVa, Va und VIa Periodischen Systems, wobei das Übergangselement mit Halogen und/oder O — R-Gruppen verbunden ist und R einen Kohlenwasserstoffrest bedeutet sowie aus einem Metallhydrid oder einer reduzierend wirkenden metallorganischen Verbindung in der das Metall direkt an Kohlenstoff gebunden ist, beispielsweise einem Metallalkyl. Geeignete Kombinationen sind z. B.
TiCl4 + LiAL (Alkyl)4,
VOCl3 + Li(Alkyl), MoCl5 + Al(Alkyl)3 oder
TiCl4 + Alkyl — Mg Br.
Als besonders geeignet haben sich Katalysatoren erwiesen, die durch Reduktion eines Titan- oder Vanadiumhalogenids wie Titantetrachlorid oder Vanadiumtetrachlorid mit einem Lithium-Aluminium-Tetraalkyl, wie Lithium-Aluminiumtetrabutyl oder -tetradecyl, oder mit anderen metallorganischen Reduktionsmitteln erhalten wurden. Bei dieser Reduktion wird die Valenz der Vanadiumverbindung von 4, wenigstens teilweise unter 3 reduziert und die der Titanverbindung wenigstens teilweise auf 2 reduziert.
Die Bestandteile dieses Katalysatorsystems werden in solchen Mengen angewandt, daß das Molverhältnis des Reduktionsmittels zu der das Ubergangselement enthaltenen Verbindung gewöhnlich wenigstens 2,5 : 1 und das Optimum im Bereich von 5: lzu 10: 1 liegt. Die Konzentration der das Übergangselement enthaltenden Verbindung kann zwischen 0,1 und 0,2 Millimol bis 20 Millimol oder mehr je Liter des Reaktionsgemisches, also des Vinylacetats, Äthylens und Lösungsmittels, betragen.
Die Bildung der festen Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate, insbesondere der kristallinen, kann gemäß der Erfindung mit den »Koordinationskatalysatoren« unter außerordentlich milden Bedingungen, nämlich bei Raumtemperatur, und verhältnismäßig niedrigen Drücken, z. B. unter etwa 70 kg/cm2, durchgeführt werden. Sie kann mit den reinen Monomeren vorgenommen werden, zweckmäßig wird sie aber in Gegenwart eines inerten Kohlenwasserstoffes als Lösungsmittel, wie Cyclohexan, Benzol oder n-Heptan, durchgeführt. Die Reaktion kann durch einen Gehalt an Feuchtigkeit sowie vorhandener Hydroxylgruppen beeinflußt werden, weil dieser die Reaktionsfähigkeit des Erregersystems verändert. Das Katalysatorsystem kann vorab hergestellt werden. Die Katalysatoren können aber auch in Gegenwart der Monomeren zügesetzt werden.
Das Verhältnis an Monomereneinheiten im Endpolymerisat wird durch das Verhältnis der Monomeren im Ausgangsreaktionsgemisch beeinflußt. Da Äthylen eine wesentlich größere Polymerisationsgeschwindigkeit aufweist, muß darauf bei der Bemessung des Monomerenverhältnisses im Reaktionsgemisch Rücksicht genommen werden.
Die erfindungsgemäß hergestellten Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate können zu klaren Filmen verformt werden, die einen wesentlich höheren Modul der Anfangsdehnung (Steifheit), nämlich von wenigstens etwa 175 kg/cm2, haben, als Äthylen-Vinyl acetat-Mischpolymerisate, die durch Polymerisation nach dem Radikalmechanismus gewonnen wurden. Die Schmelzpunkte der kristallinen Anteile, das sind die niedrigsten Temperaturen, bei denen Kristallite im polarisierten Licht nicht mehr wahrgenommen werden können, liegen bei den erfindungsgemäß hergestellten kristallinen Mischpolymerisaten erheblich höher als diejenigen von Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisaten, die nach den bekannten Verfahren gewonnen wurden und ein Molverhältnis von 6: 1 oder darüber haben. Wie bereits erwähnt, sind die bekannten Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate mit einem Molverhältnis kleiner als 6: 1 amorph, während es nach der Erfindung möglich ist, kristalline Mischpolymeren mit einem Molverhältnis kleiner als 6: 1 zu gewinnen. Es ist außerdem überraschend, daß die kristallinen Schmelzpunkte der kristallinen Mischpolymerisate nach der vorliegenden Erfindung mit einem Molverhältnis kleiner als 6:1 wenigstens bei 120°C liegen. Das ist ganz wesentlich höher als bei den kristallinen Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisaten die nach den bekannten Verfahren bisher gewonnen wurden. Wie in den nachstehenden Beispielen gezeigt wird, liegt die Schmelztemperatur der kristallinen Anteile eines Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisats mit einem Molverhältnis von 4:1 nach dem Verfahren der Erfindung bei 133 bis 1340C, während ein entsprechend zusammengesetztes Mischpolymerisat, im Wege der freien Radikalkatalyse gewonnen, selbst bei einem Molverhältnis von 7,4 : 1 einen Schmelzpunkt von nur 920C aufwies.
In den folgenden Beispielen ist die Herstellung von amorphen und kristallinen Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisaten nach dem Verfahren der Erfindung näher beschrieben. Im allgemeinen liefern die amorphen Mischpolymerisate wesentlich steifere Filme, während die bekannten amorphen Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisate weiche, schwache Filme ergeben. Die Mischpolymerisation in Abwesenheit von Lösungsmitteln oder anderen inerten Stoffen ist im Beispiel 2 beschrieben. Die kristallinen Mischpolymerisate nach dem Verfahren der Erfindung dagegen, insbesondere diejenigen von einem Molverhältnis kleiner als 6:1, werden im allgemeinen durch Polymerisation in einem inerten Lösungsmittel, vorzugsweise einem Kohlenwasserstoff, polymerisiert, wie im Beispiel 1 erläutert ist.
Die erfindungsgemäß hergestellten Mischpolymeren können auch vorteilhaft zur Herstellung von Fäden und Fasern sowie zur Herstellung von Farben, Lacken und verschiedenen Arten von Anstrichmitteln verwendet werden. Die in den Beispielen aufgeführten Zahlenangaben beziehen sich, sofern nichts anderes vermerkt ist, auf Gewichtsmengen. Die physikalischen Bestimmungen der in den Beispielen erwähnten Werte wurden wie folgt durchgeführt:
Modul der Anfangsdehnung
Der Modul der Anfangsdehnung ist ein Maß für die Steifheit des Filmes. Je größer der Modul ist, desto größer ist die Steifheit. Der Modulus wird aus der Neigung des Anfangsteiles des Spannungsdiagramms
bei l°/o Dehnung entnommen, wobei der Film je Minute um 100% gedehnt wird.
Bestimmung des Kristallinitätsgrades
Die Bestimmung des Kristallinitätsgrades wird durch Röntgensrahlenstreuung ermittelt.
Bestimmung des Molverhältnisses von
Äthylen—Vinylacetat in Mischpolymeren
Das Molverhältnis von Äthylen zum Vinylacetat in den Mischpolymerisaten wurde durch Infrarotanalyse ermittelt. Das Mischpolymerisat wurde als dünner Film von 0,127 mm Stärke oder weniger, so daß eine Durchlässigkeit von wenigstens 10°/0 erhalten wurde, durch Verpressen in der Wärme oder Gießen aus Toluollösungen hergestellt. Dann wurden daran die Infrarot-Absorptionsintensitäten der Kohlenstoff-Wasserstoff-Bande bei einer Wellenlänge von 3,42 Mikron und der Carbonylbande bei 5,74 Mikron gemessen. Das Verhältnis der Intensitäten dieser beiden Banden steht zum Äthylen-Vinylacetat-Molverhältnis gemäß folgender Formel in Beziehung:
Molverhältnis Äthylen—Vinylacetat = 3,71 (1,22 + log As3,42 — log As5;57), worin As3>42 und As5,74 die Werte der Infrarotabsorption (also der absorbierte Teil des infraroten Lichtes) bei Wellenlängen von 3,42 bzw. 5,74 Mikron bedeutet. Die Bande bei 3,42 Mikron rührt vorwiegend von dem Äthylenanteil des Misch- 3" polymeren her, während die Bande bei 5,74 Mikron vom Vinylacetatanteil stammt.
Es wurde zu diesen Messungen ein Gerät nach Perkin — Eimer, Modell 21, verwendet. Dabei wurde der zu untersuchende Film im Spektrophotometer langsam über die Wellenlängenbereiche von 2 bis 15 Mikron abgetastet und darauf die Werte der Infrarotabsorption bei 3,42 und 5,74 Mikron ermittelt.
Schmelzpunkt der kristallinen Anteile:
Dieser Schmelzpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei welcher Kristallite nicht mehr auf dem Heiztisch eines Polarisationsmikroskops erkennbar sind.
Beispiel 1
45
50 g Vinylacetat und 150 ml Benzol wurden in ein 400 ml fassendes Schüttelgefäß gebracht. 2 Millimol Vanadyltrichlorid und Aluminiumtriisobutyl (20 Millimol in 10 ml Cyclohexan), die das Katalysatorsystem darstellten, wurden in einer verschlossenen Glasampulle gemischt und diese dann verschlossen. Sie wurde in das Schüttelgefäß gebracht, dieses dann verschlossen und 50 g gasförmiges Äthylen eingedrückt. Nun wurde der Rührer des Schüttelgefäßes angestellt, wobei die die Katalysatoren enthaltende Ampulle zerbrach. Die nun eintretende Umsetzung wurde bei 35°C und einem Druck von 38,8 kg/cm2 durchgeführt. Nach 10 Stunden wurde die Reaktion durch Zusatz von 50 ml Isopropylalkohol unterbrochen, wodurch der Katalysator unwirksam gemacht wurde. Das flüssige Reaktionsprodukt wurde zweimal mit 500 ml verdünnter Salzsäure (5 °/0) und dann mit destilliertem Wasser gewaschen. Nach dem Eindampfen der Flüssigkeit wurden 7 g Polymerisat gewonnen.
Das polymere Erzeugnis zeigte bei der Untersuchung mittels Röntgenstreuung einen hohen Kristallinitätsgrad. Die Infrarotabsorptionsanalyse ergab ein Äthylen—Vinylacetatverhältnis von 4:1 in dem gewonnenen Mischpolymerisat. Es hatte eine Eigenvis-: kosität von 0,42 in 0,25°/0iger Toluollösung bei 30°C. Der Schmelzpunkt der kristallinen Anteile des Mischpolymerisats, auf dem Heiztisch eines Polarisationsmikroskops bestimmt, betrug 133 bis 134° C.
Von dem so erhaltenen Mischpolymerisat wurde ein Muster von 1 g einer fraktionierenden Lösungsmittelbehandlung mit Aceton und Toluol wie folgt unterworfen:
Fraktion 1
Das gewonnene Polymerisat wurde mit Aceton extrahiert. Die Lösung enthielt ein amorphes Mischpolymerisat von niederem Molekulargewicht, einer Eigenviskosität von 0,09 und einem Molverhältnis von Äthylen zu Vinylacetat von 2,5:1. Diese Fraktion machte 14°/0 des Ausgangsgutes aus.
Fraktion 2
Diese Fraktion bildete den Hauptanteil des polymeren Ausgangsproduktes. Sie war bei Raumtemperatur in Toluol löslich. Das Produkt war stark kristallin, hatte eine Eigenyiskosität von 0,42 und wies ein Molverhältnis von Äthylen zu Vinylacetat von 4: 1 auf. Diese Fraktion machte 66% des Ausgangsgutes aus.
Fraktion 3
Diese Fraktion war bei Raumtemperatur in Toluolunlöslich, löste sich jedoch in heißem Toluol, aus dem das Polymerisat auskristallisierte. Nach dem Umkristallisieren war es auch in heißem Toluol nicht mehr löslich. Diese Fraktion hatte einen sehr hohen Kristallinitätsgrad. Sie hatte ein Molverhältnis von Äthylen zu Vinylacetat von 7:1, und sie machte 17°/0 des Aus-, gangspolymerisats aus.
Die verbleibenden 6 g des erhaltenen Mischpolymerisats wurden aus der Schmelze bei einer Temperatur von 75°C zu einem dünnen Film verpreßt. Der Film war völlig klar und wesentlich steifer als alle Filme aus bekannten Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisaten. Im nachfolgenden werden einige physikalischen Eigenschaften dieses Filmes im Vergleich zu bekannten Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymeren beschrieben.
Beispiel 2
200 g Vinylacetat wurden in einen mit einem Rührwerk ausgestatteten Autoklav gebracht. In einer Glasampulle wurde der Katalysator, bestehend aus Vanadyltrichlorid (2 Millimol) und Aluminiumtriisobutyl (20 Millimol in 10 ml Cyclohexan), gemischt, die Ampulle verschlossen und in den Autoklav gebracht. Dann wurde der Autoklav geschlossen und 200 g gasförmiges Äthylen eingepreßt. Nun wurde das Rührwerk angestellt, wonach die die Katalysatoren enthaltende Ampulle zerbrach. Die Umsetzung wurde 9 Stunden unter Rühren durchgeführt, wobei die Temperatur zunächst schnell von 24 auf 34° C anstieg und dann langsam auf 26° C fiel, während der Druck fortlaufend von 26,12 kg/cm2 auf 13,84 kg/cm2 absank.
Aus dem Reaktionsgemisch wurde nachdem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren ein Mischpolymerisat im Gewicht von 43,5 g gewonnen.
Die Infrarotanalyse ergab ein Molverhältnis von Äthylen zu Vinylacetat von 2,8:1. Durch Röntgenstreuung wurde festgestellt, daß das Produkt völlig amorph war. Die Eigenviskosität betrug 0,26.
Aus diesem Polymerisat wurde ein Film durch Heißpressen bei etwa 750C gewonnen. Die Eigenschaften dieses Filmes sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Um einen Vergleich der nach Beispiel 1 und 2 gewonnenen Polymerisate und der daraus hergestellten Filme zu ermöglichen, wurden Filme aus verschiedenen Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisaten hergestellt. Die physikalischen Eigenschaften sind ebenfalls in Tabelle 1 aufgeführt. Ihre Herstellung und ihre Eigenschaften sind im folgenden beschrieben:
FiImA
Dieser Film wurde aus einem Schmelzgemisch eines Polyäthylens und eines Polyvinylacetats hergestellt. Das Polyäthylen wurde in Gegenwart eines Katalysators der im Beispiel 1 und 2 angegebenen Art erzeugt. Das Polyäthylen stellt ein kristallines Material mit einem kristallinen Schmelzpunkt von 1240C und einer Eigenviskosität von 0,02 dar (in O,l°/Oiger Lösung in a-Chlornaphthalin bei 1250C). Das Polyvinylacetat hatte eine Eigenviskosität von 0,8, in 0,25°/0iger Lösung in Aceton bei 30°C gemessen. Die Mischung aus diesen beiden Homopolymerisaten wurde durch Vermählen eines Gemisches der beiden bei etwa 1000C auf dem Kalender gewonnen, so daß die erzielte Mischung ein Molverhältnis von Äthylen zu Vinylacetat von 4: 1 hatte. Aus diesem Polymerengemisch wurde ein Film durch Schmelzpressen bei 750C gewonnen.
Dieses Polymerengemisch konnte durch Extraktion mit Aceton quantitativ in seine beiden Komponenten, nämlich Polyäthylen und Polyvinylacetat, zerlegt werden, während, die im Beispiel 1 erwähnt ist, die erfindungsgemäß hergestellten Mischpolymerisate sich durch Extraktion nicht mehr in die Homopolymeren zerlegen lassen.
FiImB
Dieser Film wurde aus einem Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisat mit einem Molverhältnis von 4: 1 und einer Eigenviskosität von 0,82 gemessen in 25°/oiger Lösung in Toluol bei 300C nach dem Verfahren gemäß der USA.-Patentschrift 2 703 794 hergestellt, wobei is ein Radikalketten katalysator verwendet wurde. Der Film wurde durch Pressen bei 750C gewonnen.
Film C
Dieser Film wurde aus einem Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymerisat mit einem Molverhältnis von 5:1 und einer Eigenviskosität von 0,8 nach einem Verfahren gewonnen, das dem der Herstellung des Filmes B ähnelt. Der Film wurde durch Heißpressen bei 750C erzeugt.
FiImD
Dieser Film wurde aus einem Äthylen-Vinylacetat-
Mischpolymerisat bei verhältnismäßig hohen Drücken gemäß dem Verfahren nach der USA.-Patentschrift 2 220 429 hergestellt. Das erhaltene Polymerisat war kristallin und hatte ein Molverhältnis von 7,4: 1.
Tabelle
Bei
spiel
Herstellungsweise Molyerhält-
nis Äthylen
zu Vinylacetat
Eigenviskosität Modul
der
Anfangs
dehnung
kg/cm2
Amorph oder
kristallin
(durch
Röntgen-
streuung
bestimmt)
Kristalliner
Schmelz
punkt
0C
Bemerkungen
1 »Koordinations-
Katalysator«
1:4 0,420 1029,9 kristallin 133 bis 134 klarer Film
2 »Koordinations-
Katalysator«
2,8:1 0,26*) 204,98 amorph klarer Film
A Gemisch von Homo
polymeren »Koordi
nations-Katalysator«
4:1 Polyäthylen
0,022)
Polyvinylacetat
0,83)
52,55 kristallin sehr wolkiger,
spröder wachs
artiger Film
B Radikalkettenreaktion 4:1 0,820 14,6 amorph klarer Film
C Radikalkettenreaktion 5:1 0,8 58,53 amorph klarer Film
D Radikalkettenreaktion 7,4:1 kristallin 92 klarer Film
1J 0,25%ige Lösung in Toluol bei 3O0C.
2) 0,l%ige Lösung in a-Cblornaphthalin bei 125° C.
s) 0,25%ige Lösung in Aceton bei 30° C. ,
Beispiele 3 bis 7
Die folgenden Beispiele 3 bis 7 wurden in ähnlicher Weise wie im Beispiel 1 und 2 beschrieben durchgeführt. Tabelle 2 gibt die Einzelheiten dieser einzelnen Beispiele wieder und zeigt auch an, ab das Mischpolymerisat amorph oder kristallin war.
Tabelle 2
Bei
spiel
Reaktionsgefäß Vinyl
acetat
g
Äthylen
g
Reak
bestar
Lösung
Art
tions-
ideilte
smittel
Vo
lumen
K
VOCl3
Millimol
katalysator
Al(IsO-
butyl)3
Millimol
Cyclo-
hexan
ml
Zeit
Stunden
Tempe
ratur
0C
Druck,
Anfangs
druck
kg/cma
End
druck
Gewicht
g
Erze
Eigen
viskosität
ugnis
MoI-
yerhältnis
Äthylen zu
Vinylacetat
Bemerkungen
3 Schüttelgefäß 40 60 Benzol 150 1 10 5 1 60 742,22 2 0,5 5,3 kristallin
4 Rührwerksautoklav 150 150 Benzol 400 7 70 35 5 30 7,9 0,40*) 3,4 kristallin
5 Rührwerksautoklav 400 370 kein 1,6 35 35 0,33 36 63,56 63,56 73 0,38 1,4 amorph
6 Rührwerksautoklav 150 150 Benzol 450 1,6 40 40 5 Min. 32 30,68 29,45 4,5 0,18 5,3 kristallin
7 Schüttelgefäß 50 50 Benzol 150 2,0 10 10 17 27 35,3 35,3 8,5 0,27 3,25 kristallin
*) 0,l%ige Lösung in a-Chlornaphthalin bei 114°C (alle anderen in O,25°/Oiger Toluollösung bei 300C). VOCl3 = Vanadyltrichlorid, Al(Isobutyl) = Aluminiumtriisobutyl.

Claims (3)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung von Äthylen-Vinylacetat-Mischpolymeren, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Gemisch aus Äthylen und Vinylacetat in Gegenwart von Katalysatoren aus wenigstens einer Verbindung eines Übergangselementes der Gruppen IVa, Va und VIa des Periodischen Systems, bei der Halogen und bzw. oder
— O-Kohlenwasserstoffgruppen an das betreffende Element gebunden sind, und einem Metallhydrid oder einer reduzierend wirkenden metallorganischen Verbindung, in der das Metall direkt an einen Kohlenwasserstoffrest gebunden ist, polymerisiert. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mischpolymerisation bei Temperaturen bis zu 600C und Drücken bis zu 350 kg/cm2 durchführt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Polymerisation in benzolischer Lösung bei einer Temperatur von etwa 20 bis 40° C und einem Druck von etwa 35 bis 70 kg/cm2 durchführt.
In Betracht gezogene Druckschriften: Belgische Patentschrift Nr. 538 782.
DEP18745A 1956-07-02 1957-06-19 Verfahren zur Herstellung von AEthylen-Vinylacetat-Mischpolymeren Pending DE1236786B (de)

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US3287335A (en) * 1964-07-03 1966-11-22 Celanese Corp Polymerization of olefin with polar monomers in the presence of ziegler type catalyst systems

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BE538782A (fr) * 1954-06-08 1955-12-06 Procédé de polymérisation d'oléfines, polymères ainsi obtenus et leurs applications

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