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Verfahren zur Herstellung von Isolierschaleii aus einem Mineralwolle-Fasermaterial
Wenn man Schalen zur Wärineisolierung von Rohren oder ähnlichen Erzeugnissen aus
einem Mineralfaserstoff, wie beispielsweise Stein- oder Schlackenwolle oder Glaswolle
herstellt, findet man gewöhnlich, daß der Faserstoff für sich zu weich und nacht'
oriebig ist, selbst wenn Fasermatten als Ausgangsmaterial gebraucht werden, in denen
die Lage der Fasern dadurch festgelegt ist, daß sie durch Hinzufügen eines Binders
und darauffolgendes Härten des Binders untereinander verbunden werden, Ein aus solchem
Material hergestellter Rohr-Isollerkörper ist deshalb verhältnismäßig empfindlich
gegen Druck und Stoß in radialer Richtung. Dadurch verursachte Beschädigungen, daß
das Isoliermaterial fest um das Rohr zusammengedrückt ist, bleiben als unerwünschte
Wärmeleitbrücken, selbst wenn ein umgebender Schutz beispielsweise durch Umwickeln
des isolierenden Faserstoffes mit Pappe und Gewebe vozgesehen ist, da ein solcher
Schutzüberzug sich nach der Zusammendrückung oder dem Stoß wieder glättet, womit
der Schaden mehr oder weniger unsichtbar wird. Man kann den Faserstoff starrer und
widerstandsfähiger machen, indem man den Binder in größerem Anteil relativ zum Fasersto:ff
beigibt, oder dadurch, daß man Binder verwendet, die die Fasermasse versteinern.
Solche Binder bestehen beispielsweise aus Wasserglas. Die Verwendung solcher Binder
setzt jedoch die Feinheit der Poren des Faserstoffes und damit seine, Isoliereigenschaft
herab.
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Die angestrebte erhöhte Steifigkeit kann man dadurch erreichen, daß
man die Isolierkörper aus Fasern aufbaut, die hauptsächlich in Ebenen rechtwinklig
zur Achse des Rohrs gelagert sind. Eine solche Lagerung der Fasern läßt sich dadurch
erreichen, daß man die rohrförmige Isolierung aus ringförmigen Körpern aufbaut,
die von einer gehärteten, einen Binder enthaltenden Mineralwollematte oder -schicht
geschnitten sind, wobei der Schnitt rechtwinklig zur Oberfläche einer solchen Matte-oder
Schicht verläuft. Ein rohrförmiger Körper wird dadurch aufgebaut, daß man solche
Ringe, in axialer Folge anordnet und sie auf ihrer äußeren zylindrischen Oberfläche
mit einem gewöhnlichen überzug oder Deckblatt versieht, das gegen die Außenfläche
der Ringe geklebt ist und -sie zu einem Ganzen verbindet. Dadurch erhält man einen
viel größeren Widerstand gegen Druck von der Außenseite, als man anderweitig mit
dem gleichen Verbrauch an Bindemittel erreichen kann.
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Rohrförmige Rohr-Isolierkörper dieser Art sind in gewissem Umfang
angewendet worden; aber im Fall von Rohren größerer Abmessungen sind sie verhältnismäßig
kostspielig infolge der Materialverluste, die mit dem Schneiden der Ringe verbunden
sind. Die Aufgabe der Rohrisolierung könnte in diesem Fall dadurch gelöst werden,
daß man eine Fasermatte um das Rohr wickelt und sie durch Verklammern, Bandagieren
usw. befestigt. Dieses Verfahren ist jedoch umständlich und mühsam, Die besten Ergebnisse
erreicht man, indem man für das Bandagieren eine Matte verwendet, die dadurch hergestellt
ist, daß man Streifen einer Mineralwollematte aus gebundenen Fasern auf eine Unterlage
klebt. Die Bandagiermatte wird dadurch hergestellt, daß man eine gewöhnliche Matte
aus gebundenen Mineralfasem nach dem Härten des Bindemittels schneidet, eine sogenannte
Mineral-batt, dann jeden Streifen um eine Vierteldrehung dreht und die Schnittfläche
geggen die Unterlage an-
legt und sie dann mit ihr verklebt. In einer solchen
Matte sind die Fasern hauptsächlich in Ebenen rechtwinklig zur Unterlage gerichtet,
ebenso wie in den vorher genannten ringförmigen Körpern, und die Steifigkeit gegen
Eindrücken in radialer Richtung ist entsprechend gut.
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Beim Verfahren zur Herstellung von Isolierkörpern oder -schalen für
die Rohr-Isolierung und von Isolierkörpern oder -schalen für andere ähnliche Zwecke
aus Mineralwolle-Faserstoffen, das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet,
besteht das Ausgangsmaterial aus Matten solcher Art, die im folgenden als
»querorieiitierte Fasermatten« oder im Fall entsprechender Streifen als »querorientierte
Faserstreifen« bezeichnet werden. Diese können endlos sein, es können dabei querorientierte
Matten oder querorientierte Streifen von einer Fasermatte aus niedergeschlagenen,
untereinander gebundenen Fasern mit
der Schnittfläche gegen eine
Schicht oder einen Streifen eines Trägerstoffes wie beispielsweise Papier geklebt
sein. Das vorliegende Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Band oder eine
Platte einer querorientierten Fasermatte oder ein oder mehr querorientierte Faserstreifen
über ein geeignetes Modell in eine Rohr- oder Trogform gebogen wird, mit dem Trägerstoff
nach außen gerichtet und in der Schalenform dadurch fixiert wird, daß die Fasern
an der inneren Außenfläche zusammengeklebt werden, während sie auf Grund der Biegung
der Matte zusammengedrückt sind. Wenn der Klebstoff hart geworden ist, behält der
Körper seine Rohr- oder Trogform, auch wenn er vom Modell abgenommen ist. Wenn das
genannte Modell beispielsweise zylindrisch ist und die Schale entsprechend rohrförmig,
bleibt diese Form erhalten, auch nachdem das Rohr vom Modell abgenommen ist, und
auch wenn das Rohr längs einer Achsebene aufgeschnitten ist, vorausgesetzt, daß
der Schneidvorgang nicht vor dem Ende der Verleimung ausgeführt wird,
d. h. bevor der Klebstoff getrocknet oder ausgehärtet ist. Diese Art der
Herstellung von Isolierschalen ist außerordentlich einfach und gibt keinen Materialverlust.
Ebenso wie Isolierschalen, die aus ringförmigen Körpern hergestellt sind, haben
die nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten Isolierschalen eine große Widerstandsfähigkeit
gegen radiale Kräfte.
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Das Verkleben der Fasem auf der zusammengedrückten Seite, während
sie auf Grund der Biegung der Matte sich in zusammengedrücktem Zustand befinden,
kann dadurch ausgeführt werden, daß die Fasern auf eine innere Lage aufgeklebt werden,
die die Oberfläche des Modells überdeckt. Solche La,-en dienen somit dem Zweck,
die Fasern gegenseitig in der zusammengedrückten. Lage festzuhalten. Durch Anwendung
einer solchen inneren Lage kann der Verbrauch an Klebemitteln reduziert werden.
In einigen Fällen ist es außerdem von Vorteil, daß die innere Lage der Isolierschale
auf diese Weise von einer glatten durchgehenden Materialschicht gebildet ist, besonders
in Fällen, in denen die Isolierschale nicht für eine Verwendung bei hohen Temperaturen
bestimmt ist, die eine solche . Schicht zerstören oder schwächen könnten.
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Gemäß einer besonderen Art der Ausführung der vorliegenden Erfindung
kann die Innenschicht jedoch aus der Trägerschicht des Materials der obengenannten
Art bestehen, die vorher um das Modell herumgebogen wurde, um die Isolierschale
zu bilden. In diesem Fall kann ein Festlegen der zusammengedrückten Fasern in der
zuerst angebrachten Schicht, wo die Fasem auf die zu isolierende Oberfläche stoßen
sollen, vollkommen weggelassen werden. Das Festlegen der Rohr- oder Tro-form ist
in diesem & el Fall von der äußeren Schicht abhängig. Die innere Oberfläche
der Isolierschale besteht somit aus Mineralfasern allein. Dies ist ein Vorteil in
solchen Fällen, wo die zu isolierende Oberfläche Temperaturen annehmen kann, bei
denen eine Innenschicht von nichtmineralischer Art geschwächt oder zerstört werden
C
würde. Bei Anwendung des Verfahrens nach der vorliegenden Erfindung kann
die Herstellung von Isolierschalen C mit Unterbrechung durchgeführt werden.
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Unter Verwendung beispielsweise eines halbzylindrischen oder zylindrischen
Modells auf der Außen-oder Innenfläche wird ein Stück einer querorientierten Fasermatte,
das der Größe der Fläche des Modells entspricht, gebogen oder geformt, wobei der
Trägerstoff der Matte beim Biegen nach außen gerichtet ist. Es ist auch möglich,
sowohl ein inneres als auch ein äußeres Modell zu benutzen; das innere Modell oder
der Kern muß jedoch in diesem Fall die Anwendung eines Klebemittels gestatten, das
dazu geeignet ist, die Fasern auf der verdichteten Seite in zusammengedrücktem Zustand
zusammenzukleben und die fertige Schale oder das innere Modell zu entfernen, entweder
bevor oder nachdem das genannte Klebemittel ausgehärtet oder getrocknet ist. Wenn
nur ein inneres Modell, beispielsweise ein Dorn benutzt wird, um den die querorientierte
Fasermatte gebogen wird, und wenn eine Innenlage benutzt wird, gegen die die Fasern
geklebt werden, so kann eine solche Lage um den Dorn herumgelegt und mit dem Klebstoff
überzogen werden, bevor die querorientierte Fasennatte angebracht wird. Das Verfahren
kann mechanisch oder von Hand durchgeführt werden. Die Herstellung von Hand kann
im Fall verhältnismäßig großer Isolierschalen vorzuziehen sein, ebenso in Fällen,
in denen die Schalen in vielen Abwandlungen bezüglich ihrer Gestalt und Abmessungen
herzustellen sind. Wenn das Verfahren dagegen mechanisch durchgeführt werden soll,
kann eine Art der Ausführung der Erfindung vorzuziehen sein, bei der das Biegen
der Matte in einem schraubenförmigen Aufwickeln des Materials um einen Dorn besteht,
der vor oder zugleich mit dem Wickelvorgang mit einer Bindeschicht für die verdichteten
Fasern überzogen ist.
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Die Bindeschicht kann hier ebenso wie in der oben beschriebenen Art
der Ausführung der Erfindung aus einer Innenschicht bestehen, die in diesem Fall
ein schraubenförmig um den Dorn gewundenes Band ist, und die vorher mit Klebstoff
überzogen ist oder während des Wickelvorganges überzogen wird, und die so gewickelt
ist, daß die Windungen einander überlappen, und so, daß die Überlappungen nicht
zusammenfallen, sondern versetzt sind gegenüber den Stößen zwischen den Windungen
des Mineralwollematerials. Damit wird erreicht, daß die Innenschicht die Windungen
in axialer Richtung verbindet, so daß ein Körper gebildet wird, der nach dem Aushärten,
Versteifen oder Trocknen des Bindemittels in zylindrische oder teilzylindrische
Schalen aufgeschnitten werden kann.
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Sogar bei dieser Ausführung der Erfindung kann die Bindeschicht für
die zusammengedrückten Fasern aus einer Lage eines Mineralwollematerials bestehen,
das schraubenförmig auf den Dorn aufgewickelt ist, mit der Trägerschicht nach außen
gerichtet, und über die eine andere Schicht in solcher Weise gewickelt ist, daß
die Stoßfugen der beiden Schichten nicht zusammenfallen, und auf solche Weise, daß
ein Bindemittel vor oder gleichzeitig mit der Anwendung der neuen Schicht aufgebracht
wird.
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Die Erfindung wird nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen beschrieben.
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F i g. 1 zeigt schematisch die Richtung der Fasern und die
Lage der Trägerschicht im Fall der ursprüngliehen Fasermatte und der als Ausgangsmaterial
des erfindungsgemäßen Verfahrens verwendeten Stoffe, wobei das Ausgangsmaterial
aus einer querorientierten Fasermatte und einem querorientierten Faserstreifen besteht;
F i g. 2 zeigt eine Ausführung einer halbzylindrischen Isolierschale nach
der Erfindung in einem Querschnitt;
F i g. 3 zeigt dieselbe
Schale in Schrägansicht; in F i g. 4 ist eine zylindrische, aus einer einzigen
Schicht hergestellte Isolierschale nach der Erfindung schematisch wiedergegeben;
F i g. 5 zeigt eine aus mehreren Lagen hergestellte zylindrische Isolierschale
nach der Erfindung in Schrägansicht; in F 1 g. 6 ist die Bildung einer Einschicht-Isolierschale
nach der Erfindung über einem Dom wiedergegeben; F i g. 7 zeigt in derselben
Weise die Bildung einer zylindrischen Mehrschicht-Isolierschale durch Wikkeln um
einen Dom.
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In F i g. 1 zeigt das Bezugszeichen A, eine Mineralwollematte
von oben gesehen, und mit dem Bezugszeichen A 2 ist dieselbe Matte bezeichnet,
von der Seite gesehen. Die Fasern sind in Ebenen parallel zur Niederschlagsfläche
gelagert. Die Orientierung der Fasern ist in der Abbildung A 1 symbolisch
angedeutet durch ein Kreuz mit zwei Achsen, d. h. der X-Achse in Längsrichtung
der Matte und der Y-Achse in Richtung quer dazu. Selbstverständlich sollen die Kreuze
zum Ausdruck bringen, daß die Fasern in jeder beliebigen Richtung in der Zeichenebene
gelagert sein können, während das Fehlen einer dritten Koordinatenachse andeuten
soll, daß praktisch keine Mög-
lichkeit für eine Orientierung der Fasern in
Richtungen außerhalb der X-Y-Ebenen besteht. Diese Symbolisierung spiegelt die Tatsache
wieder, daß eine solche Faserinatte eine betonte Spaltbarkeit längs Ebenen parallel
zur Niederschlagsebene aufweist, d. h. der Ebene der durchbrochenen Unterlage,
auf der die Fasern niedergeschlagen wurden, während die Matte gebildet wurde. In
der mit dem Bezugszeichen A , bezeichneten Ansicht ist dieselbe Orientierung
dadurch wiedergegeben, daß die Y-Achse als Punkt und die X-Achse als Linie in Längsrichtung
der Matte dargestellt sind.
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Das Bezugszeichen B bedeutet einen von der Matte geschnittenen Streifen,
wobei der Schnitt rechtwinklig zur Längsrichtung und zur Niederschlagsebene ausgeführt
wurde. Dieser Streifen ist in der mit dem Bezugszeichen C versehenen Ansicht
in einer Stellung gezeigt, die sich durch Drehen des Streifens um eine Kante ergibt.
In der Ansicht C ist demnach eine Schnittfläche nach oben gerichtet. Dementsprechend
ist die X-Achse durch einen Punkt und die Y-Achse durch eine Linie parallel zur
Längsrichtung des Streifens dargestellt. Streifen nach C können nun N zusammengesetzt
werden, und ihre nach unten gerichteten Schnittflächen können mit einer Unterlagenfläche
verbunden werden, um entweder eine querorientierte Fasermatte oder einen querorientierten
Faserstreifen zu bilden. Im ersten Fall werden die Streifen C in ihren Querrichtungen
vorwärts geschoben, d. h. in der Längsrichtung der MatteAl. so daß sie auf
einem tragenden Belag zusammengesetzt werden, der sich in Richtung des Pfeils Pl
bewegt, so daß ihre Seiten aneinanderstoßen und, wenn gewünscht, miteinander verklebt
werden, wobei die nach unten gerichtete Schnittfläche an dem tragenden Belag haftet
oder auf andere Weise mit ihm verbunden wird.
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Die querorientierte Fasermatte ist in der mit dem Bezugszeichen Di
versehenen Abbildung von der Oberseite her gesehen, in der Abbildung D 2
vom Ende her und in der Abbildung D, von der Seite her gesehen. Die Orientierung
der Fasern ist in jeder einzelnen Abbildung in derselben Weise dargestellt wie in
den schon behandelten Abbildungen. Wie gezeigt, Im
liegt die X-Achse rechtwinklig
zur tragenden Schicht, die als dicke Linie L, in den Abbildungen D, und D.,
wiedergegeben ist. Die querorientierte Fasermatte kann durch einen Schnitt
S in Bänder zerschnitten i sein. Die mit dem Zeichen D4 versehene
Abbildung zeigt ein solches Band, vom Ende her gesehen.
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Im zweiten Fall werden die Streifen C in ihrer Längsrichtung
weggeschoben, d. h. rechtwinklig " zur Längsrichtung der Matte
A, und werden mit ihren Enden auf ein Band eines tragenden Materials gelegt,
das rechtwinklig zur Längsrichtung der Matte A fortschreitet, wobei sie an
diesem tragenden Streifen angeklebt oder mit dem sie verbunden werden, mit ihren
Schnittflächen nach unten gerichtet. Der so gebildete Streifen ist von oben gesehen
in der mit E, bezeichneten Abbildung wiedergeg C ,eben, von der Seite gesehen in
der Abbildung E2 und vom Ende her gesehen in der Abbildung E.. In
allen diesen Ansichten sind die Faserorientierung und die tragende Schicht L 2 in
derselben Weise dargestellt, wie oben beschrieben. Die X-Achse liegt noch rechtwinklig
zur tragenden Fläche, aus welchem Grund der Streifen ebenfalls als querorientiert
bezeichnet wird. Die Y-Achse liegt hier im Gegensatz zur Y-Achse des Streifens D,
in der Längsrichtung des Streifens. Streifen, wie in E., gezeigt, ebenso wie die
in E4 gezeigten Bänder können beim Verfahren nach der Erfmdung benutzt werden. Ihre
Eigenschaften sind jedoch unterschiedlich; E,. ist mehr zusammendrückbar von den
Seiten her, E4 ist mehr zusammendrückbar von den Enden her. Beide sind jedoch gegen
Zusammendrücken von oben widerstandsfähig. Dies gilt natürlich auch für die Matten
D, bis D,1 In F i g. 2 und 3 ist gezeigt, wie eine halbzylindrische
Schale erzeugt wird durch Biegen einer querorientierten Fasermatte 3 in solcher
Weise, daß ihre tragende Schicht in der Biegung nach außen gerichtet ist. Berücksichtigt
man, daß die tragende Schicht sich im wesentlichen wie ein unelastischer Belag verhält,
so ergibt sich, daß die Fasern dadurch auf der Innenseite der Biegung zusammengedrückt
werden, wo ihre gegenseitige Lage dann dadurch festgelegt wird, daß die Fasern auf
die Bindeschicht 6 aufgeklebt werden. Die Bindeschicht kann aus einer mehr
oder weniger dicken Schicht des Fasermaterials längs der Oberfläche 6 bestehen,
innerhalb der die Zwischenräume der Fasern mehr oder weniger mit Klebstoff angefüllt
werden. In diesem Fall wird die Bindeschicht dadurch hergestellt, daß man einen
Klebstoff, wie Leim, bituminöses Material oder ein temperaturhärtendes oder temperaturbindendes
Plastikmaterial auf die Oberfläche aufbringt. Diese Arten der Fixierung sind im
Prinzip gleich und unterscheiden sich nur darin, daß es mit der Verwendung eines
Belages möglich ist, weniger Klebemittel zu benutzen. Die Fasern sind dabei durch
Fixieren mittels eines Klebstoffes auf der Oberfläche des genannten Materials zusammengehalten.
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F i g. 4 stellt ein Verfahren zur Herstellung einer zylindrischen
Isolierschale dar, bei dem eine abgemessene Fläche einer querorientierten Faserinatte
um einen nicht gezeigten Dorn gebogen ist, oder bei dem man eine solche abgemessene
Fläche einer querorientierten Faserinatte mittels einer Form preßt, wobei der tragende
Belag 4 nach außen gerichtet ist, und indem man die Fasern bindet, wie
im Zusammenhang mit F i g. 2 und 3 erwähnt. Nachdem die Bindeschicht
fest geworden ist, kann die zylindrische Schale längs
einer Fläche"
geschnitten werden, um halbzylindrische Schalen zu bilden, die geeignet sind, ihre
Form zu halten, Die Linien 8 deuten die Grenzlinien zwischen den Streifen
C der F i g. 1 an, vorausgesetzt, daß die querorientierte Fasermatte
um die Y-Achse in F i g. 1 herumgebogen ist. Die abgemessene Größe der verwendeten
Fasermatte E, kann jedoch auch in der Weise zugeschnitten sein, daß sie im Dom oder
der Form angepaßt ist, wenn sie um eine Achse rechtwinklig zu den Achsen X
und Y herumgebogen ist. In diesem Fall verlaufen die Grenzlinien zwischen
den Seitenkanten der Streifen P, wie, in F i g. 4 mit gestrichelten Linien
angedeutet ist. In F i g. 4 wird die Bindeschicht von der Innenschicht
6 der zylindrischen Schale gebildet.
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F i 9. 5 zeigt in derselben Weise wie F i Z-. 4 eine
zweischichtige Schale, bei der die Bindeschicht von der tragenden Schicht 4 der
innersten Fasennatte gebildet wird, gegen die die Innenfläche der äußersten Fasermatte
geklebt ist. Auch in diesem Fall kann die Innenschicht der rohrförmigen Isolierschale
eine Bindeschale sein, wobei die Fasern in dieser Schale dann zusammengeklebt sind,
wie in Verbindung mit F i g. 2 und 3 beschrieben, oder gegen ein besonderes
Fixierblatt geklebt sein. Die Isolierschale nach F 12. 5
ist auf eine
der in F i g, 4 gezeigten analogen Weise hergestellt, indem zuerst die Innenlage
der Fasermatten um den Dorn herum gebildet wird und anschließend die Kanten zusammengeklebt
werden. Dann wird die Außenfläche der tragenden Schicht 4 mit einer Bindemittelschicht
überzogen, und eine weitere Matte wird mit der tragenden Schicht 4 nach außen gerichtet
angebracht. Um die zuletzt genannte Matte während der Aushärtezeit des Klebmittels
festzuhalten, kann man einen Klebstreifen um sie herumlegen, oder der rohrförmige
Körper kann in eine Form geklemmt werden, die falls gewünscht beheizt ist, um das
Aushärten des Klebmittels zu beschleunigen. Das Aushärten des Klebmittels hat zur
Folge, daß die, Form des zylindrischen Körpers festgelegt ist und der Dorn herausgezogen
werden kann. Der rohrförmige Körper kann darauf längs einer oder mehrerer Diametralebenen
aufgeschnitten werden, ohne daß die Teile dadurch ihre teilzylindrische Gestalt
verlieren. Auf ähnliche Weise können Schalen mit mehr als zwei Schichten hergestellt
werden, F i g. 6 zeigt eine andere Art der Bildung einer einschichtigen Rohr-Isolierschale.
Uni den Dom wird eine innere Lage 11 nach einer Schraubenlinie aufgewickelt,
wobei darauf zu achten ist, daß eine geeignete überlappung 12 zwischen den Windungen
gebildet wird. Um die Schicht 11 wird ein Streifen 13
von geeigneter
Breite gelegt, der entweder aus einem Streifen einer querorientierten Fasermatte
besteht, der durch einen Schnitt S in Di in F i g. 1 geschnitten
wurde, oder aus einem querorientierten Faserstreifen, wie in den Bildern
E" E# und E3 der F i g. 1 gezeigt. Das Band 11 ist mit
einem Klebstoff versehen, oder ein Klebstoff wird unmittelbar vor dem Aufbringen
des Streifens 13 angebracht.
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Vorzugsweise fällt der Stoß zwischen den Windungen des Streifens
13 nicht zusammen mit dem Stoß 12, so daß die Festigkeit der Schale in ihrer
Längsrichtung nicht davon abhängt, ob die Windungen des Bandes 11 zusammengeklebt
sind oder nicht. Um die Windungen des Streifens 13 kann ein weiteres Band
11 gewickelt werden, das dazu dient, den Stoß 14 zu überdecken, Der Dorn
10 kann glatt sein, in welchem Fall die geformte Schale in Achsrichtung darüber
verschoben werden kann; zur Herabsetzung der Reibung gegen eine solche Bewegung
kann der Dorn mit einer Umfangsgeschwindigkeit gedreht werden, die von der Geschwindigkeit
abweicht, mit der das Band 11 darum gewickelt wird. Dies bedeutet, daß das
Aufwickeln des Bandes 11 und der anderen, die Schale bildenden Materialschichten,
wie die Bänder 13 und 15, nicht durch Reibung vom Dorn her bewirkt
wird, der gegebenenfalls entgegengesetzt zu der Richtung umlaufen kann, in der die
Schichten aufgewickelt werden. Das Umwickeln der Bänder 11, 13 und
15 muß in diesem Fall dadurch bewirkt werden, daß dem bereits gebildeten
Zylinder durch bekannte, nicht dargestellte Mittel eine Drehung erteilt wird. Solche
Mittel können in Reibrollen bestehen, deren Achse im Winkel zu der Achse des Doms
gelagert sein kann, um der Richtung der Windung und dem Steigungswinkel in den äußersten
Schichten der Schale zu entsprechen. Diese Mittel können auch in einem Reibband
bestehen, das um die gebildete Schale gewunden ist und die Schale längs einer Schraubenlinie
zieht, womit sie zugleich in Achsrichtung verschoben wird, um für nachfolgende Windungen
Platz zu schaffen, und zur gleichen Zeit verdreht wird.
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F i g. 7 zeigt ein ähnliches Verfahren wie F i g. 6
zur
Herstellung einer zylindrischen Zweischicht-Isolierschule. Dasselbe Verfahren kann
auch zur Herstellung von Schalen mit mehr als zwei Schichten benutzt werden.