DE1234946B - Einrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Profil- und Flachglasbaendern - Google Patents
Einrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Profil- und FlachglasbaendernInfo
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Description
DEUTSCHES
WTTWl·
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Deutsche Kl.: 32 a -13/14
Nummer: 1 234 946
Aktenzeichen: J 26003 VI b/32 a
J 234 946 Anmeldetag: 10. Juni 1964
Auslegetag: 23. Februar 1967
Es sind Verfahren und Vorrichtungen bekanntgeworden, gemäß welchen man kontinuierlich Flachglas
in verschiedener Dicke, Abmessung und Oberflächenbemusterung sowie mit oder ohne Drahtarmierung
herstellen kann. Es wurden auch andere Verfahrensschritte und Vorrichtungen zur kontinuierlichen
Herstellung von Bauglas bekannt, welches Bauglas sich im Profil von Flachglas unterscheidet
und gleichen oder vermehrten Anwendungszwecken dient. Von massenweise hergestellten Bauglasprofilen
sind insbesondere jene bekanntgeworden, welche vorzugsweise durch einen U-ähnlichen Querschnitt gekennzeichnet
sind und infolge ihrer Eignung als selbsttragende Glastafelbauelemente die Bildung auch
größter Glasverbandsflächen ermöglichen, ohne daß die bei Flachglastafeln nötigen Sprossenteilungen zur
Vermeidung von Bruch infolge Winddruckes, Schneelast oder Biegebeanspruchung erforderlich sind.
Der Erfindung liegt, ganz allgemein ausgedrückt, die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung bekannter
Gattung zur kontinuierlichen Herstellung von Profil- und Flachglasbändern mit je einer Anzahl von je
um ihre Eigenachse drehbaren Verformungswerkzeugen und von in Förderrichtung des Glasbandes
hintereinander angeordneten Förderwalzen so auszugestalten, daß sie es ermöglicht, mit größter Wirtschaftlichkeit
Flachglas und zahlreiche verschiedene Bauglasprofile herzustellen.
Zur Erreichung dieses weitgesteckten Zieles sind nun aber mannigfaltige Schwierigkeiten zu überwinden.
Einmal gilt es, den Übergang von der Herstellung eines Bauglasprofils in ein anderes oder von derjenigen
eines Bauglasprofils in diejenige von Flachglas, oder umgekehrt, bewerkstelligen zu können,
ohne daß hierzu der Glasstrom bei seinem Ausfließen aus dem Schmelzofen oder in seinem Verlauf
auch nur kurzzeitig unterbrochen werden müßte, weil solche Unterbrechungen bekanntlich mit vielen
schwerwiegenden Nachteilen verbunden sind. Wichtig ist, daß von jeglicher solchen Unterbrechung auch
dann muß abgesehen werden können, wenn eine Änderung der Profilgebung eine Auswechslung von
Verformungswerkzeugen gegen andere erheischt. Die Erfüllung dieser Forderung bedingt, daß während
der Vornahme solcher Auswechsel- bzw. Umstellarbeiten einfach anstatt Profilglas Flachglas hergestellt
wird.
Sodann gilt es, Stauungen im Glasstrom schnellstens beheben zu können bzw. Verformungswerkzeuge,
an denen Stauungen anfangen sich zu bilden, sofort außer Wirklage bringen zu können. Wie in der
Einrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Profil- und Flachglasbändern
Anmelder:
Bauglasindustrie Aktiengesellschaft, Schmelz/Saar
Als Erfinder benannt:
Siegfried Harcuba, St. Gallen (Schweiz)
Beanspruchte Priorität:
Schweiz vom 4. Dezember 1963 (14 827)
Fachwelt bestens bekannt ist, führen Stauungen leicht zu schwerwiegenden Störungen des Betriebes, die aus
mannigfaltigen Gründen kostspielig sind.
Des weiteren ist auch zu berücksichtigen, daß das bekannte Abwandern des Glasstromes aus seiner
Ziehrichtung während der Verformung bei der Herstellung von Bauglasprofilen, beispielsweise bei der
Verformung zu einem U-ähnlichen Querschnitt, welcher genau gleiche Höhen der im Winkel von 90°
umgebogenen Glasbandränder erfordert, solche Ungleichheiten verursachen kann, daß diese Produktion
als unverwertbar wieder eingeschmolzen werden muß. Bei der zur Behebung nötigen Manipulation an oder
mit den glasbegrenzenden Randsteinen vor den Einzugswalzen werden auch Schichtenbildungen des
Glases am Randstein gelöst und somit zusätzliche Störungen im Glasfluß ausgelöst.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung der eingangs erwähnten Einrichtung zur kontinuierlichen Herstellung
von Profil- und Flachglasbändern besteht nun darin, daß im Bereich der Verformungswerkzeuge
als von unten her mit dem dort in Bearbeitung befindlichen Glasband in Berührung kommende Teile
nur die Förderwalzen vorhanden sind, die alle kaliberfrei zylindrisch sind und oben eine gemeinsame
mindestens angenähert horizontale Ebene tangieren, wogegen sämtliche Verformungswerkzeuge
zumindest mit ihrem größten Teil, ferner sämtliche Lagerungen der Verformungswerkzeuge sowie Vorrichtungen,
die auch während des Dauerwalzbetriebes ein Verstellen des Verformungswerkzeuges quer
zur Förderrichtung des Glasbandes bzw. ein Heben und Senken derselben ermöglichen, über dieser Ebene
angeordnet sind.
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Durch diese Ausgestaltung unterscheidet sich die erfindungsgemäße Einrichtung grundsätzlich von allen
jenen bekannten Einrichtungen, bei denen das Glasband an einer oder mehreren Verformungsstationen
allseitig kaliberartig umschlossen ist. Bei neueren Ausführungen solcher Einrichtungen arbeiten um
ihre Eigenachse drehbare Verformungswalzen außenseitig an dem in Bearbeitung befindlichen Profilglasband
mit an einem Plattenband angebrachten Formgebungskörpern zusammen, die das Innenprofil erzeugen,
während bei anderen Vorschlägen das Innenprofil durch komplizierte Walzenkombinationen zu
erzeugen versucht wird.
Bei einer anderen Gattung von bekannten Einrichtungen ist die praktisch allseitige kaliberartige Umschließung
des Profils einfach durch das Ineinandergreifen eines Paares von entsprechend kalibrierten,
parallelachsigen Walzen verwirklicht.
Alle diese bekannten Einrichtungen, und zwar auch jene, die, lediglich zur Erzielung der jeweils gewünschten
Stärke der Profile, in ihrer Entfernung voneinander einstellbare Verformungswerkzeuge vorsehen,
sind bei weitem nicht geeignet, die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe zu erfüllen. Eine
Änderung der Profilgebung ist, wenn man davon absieht, daß in einem Fall die Stärke (Dicke) geringfügig
veränderbar ist, nicht möglich ohne langwierige und kostspielige Umbauarbeiten, somit auch nicht
ohne Unterbrechungen des Glasstromes mit allen ihren schwerwiegenden Nachteilen. Solche Unterbrechungen
sind nicht zu vermeiden, wenn Glasstauungen auftreten, und solche treten um so eher
auf, als es ja nicht möglich ist, der zeitweisen Abwanderung der Glasbandmitte von der Ziehachse
Rechnung zu tragen.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Einrichtung nebst einer Variante.
Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht der gesamten Verformungseinrichtung, wie sie zwischen Schmelzofen
und Kühlofen ein- bzw. ausgefahren werden kann,
Fig. 2 einen Schnitt nach LinieII-II in Fig. 1, der das Einzugswalzenaggregat und dessen Antrieb
zeigt,
Fig. 3 einen Schnitt nach LinieIII-III in Fig. 1, der die Vorprofilierungsstation mit zwei VorprofHierungsaggregaten
in verschiedenen Stellungen zeigt,
F i g. 4 eine vergrößerte Teildarstellung gemäß Fig. 3,
Fig.5 einen Schnitt nach LinieV-V in Fig. 1, der die Kalibrierungsstation zeigt,
Fig. 6 einen Schnitt nach Linie VI-VI in Fig. 1, der die Korrekturstation zeigt,
F i g. 7 einen Schnitt nach Linie VII-VII in F i g. 1, der die Glättwalze und ihr nachgeschaltete Korrekturrollen
zeigt,
Fi g. 8 einen Schnitt durch eine Verstelleinrichtung für die Werkzeuge, wie sie in den Stationen gemäß
den F i g. 3 bis 7 vorhanden ist,
F i g. 9 einen Schnitt durch die Verstelleinrichtung für die Werkzeuge gemäß einer anderen Ausführungsform,
Fig. 10 eine Unteransicht von der Höhe der Glasbandebene gemäß F i g. 10, und
F i g. 11 einen Schnitt nach Linie XI-XI in F i g. 9.
Die F i g. 1 bis 8 zeigen eine Ausführungsform der Verformungseinrichtung für die Bearbeitung von
zwei parallel nebeneinanderlaufenden Glasbändern,
wobei in F i g. 3 die beiden Glasbänder im Querschnitt, dagegen in den F i g. 4 bis 7 jeweils nur die
rechtsseitige Längshälfte der Einrichtung dargestellt ist.
F i g. 1 ist ein Gesamtbild der neuen Einrichtung, welche zwischen dem Auslaß des Schmelzofens und
dem Einlaß des Kühlofens seitlich eingefahren wird und für die Herstellung sowohl von Flachglas als
auch von Profil- oder Bauglas mit beliebigem Profil
ίο wie auch bei notwendiger Auswechslung der Verformungswerkzeuge
in dieser Arbeitsstellung verbleibt. Die Einrichtung setzt sich generell aus dem
Einzugswalzenaggregat A mit der Uberleitungswalzenbrücke und aus dem die Verformungswerkzeuge
tragenden Gerüsts zusammen.
Diese Aggregate ruhen auf einem Unterwagen 1, der mit einem Fahrgestell versehen ist, das auf Schienen
2 quer zur generellen Laufrichtung des Glases verfahrbar ist. Das Fahrgestell weist zwei Führungsräder
3 und zwei Laufräder 4 auf, die paarweise auf einer Welle 5 sitzen, welche mit einem nicht dargestellten
Antrieb über einen Schneckentrieb 6 verbunden ist. Auf der Welle 5 ist mittels Gleitsteinen 7 der
Unterwagen höhen- und längsverstellbar gelagert.
Mit Hilfe eines in eine zylindrisch die Welle 5 umgebende und auf ihr festsitzende Zahnschiene 7 a eingreifenden
Segmentes 7 b, das an den nicht dargestellten Antrieb über ein Untersetzungsgetriebe angeschlossen
ist, kann der Unterwagen 1 in Laufrichtung des Glasbandes P zwecks präziser Anlage an den
Schmelzofenaustritt eingestellt bzw. zum Ausfahren zuerst wieder weggerückt werden. Wie F i g. 1 zeigt,
kann der Wagen 1 sowohl hinten wie auch vorn, und wie F i g. 3 zeigt, sowohl auf der linken als auf der
rechten Seite in seiner Höhe eingestellt werden. Hierzu dienen die Spindeln 8, welche jede durch ein
Handrad 9 über einen Schneckentrieb 10 von außen verdreht werden können. Diese Nivelliereinrichtung
gestattet die Einstellung der Höhe sowohl bezüglich der Übereinstimmung mit dem Auslaß des Schmelzofens
S als auch mit dem Einlaß des Kühlofens K, so daß damit auch das Gefälle des Glasflusses bestimmt
werden kann, wodurch die Einrichtung auch weitgehend an verschiedene Schmelzofen- und Kühlofentypen
angepaßt werden kann.
Das Einzugsaggregat umfaßt zunächst die Halterung für den verstellbaren Maschinenstein 11 und unmittelbar
eine Armierungszuführung 11 a sowie diesem nachgeschaltet das Einzugswalzenwerk 12, das in
F i g. 2 gesondert dargestellt ist. Die untere feste Einzugswalze 13 ist direkt mit dem Antrieb verbunden.
Sie kann an ihrer Oberfläche mit einer Musterprägung versehen sein. Die obere Einzugswalze 14 ist
in den Schienen 15 mittels der Handräder 16 höhenverstellbar gelagert und mit der Walze 13 über die
Zahnräder 17 drehverbunden. Die Zahnräder 17 besitzen besonders lange Zähne, welche auch im Eingriff
bleiben, wenn die Walze 14 ihre oberste Arbeitslage einnimmt. Beide Walzen sind wassergekühlt,
wobei in F i g. 2 die Kühlwasseranschlüsse 18 sichtbar sind. Zum Antrieb der Einzugswalzen dient ein
Elektromotor 19, der mit einem Getriebe 20 und einer Kupplung 21 versehen ist.
Der aus dem Schmelzofen S austretende Glasstrom gelangt über den Maschinenstein 11 zwischen die
Einzugswalzen, um in bekannter Weise zu einem Glasband vorgeformt zu werden, welches über die
Transportwalzenbrücke 22 in den Verformungsteil B
eintritt, dessen Werkzeuge separat angetrieben sind. Auch die Transportwalzenbrücke ist bezüglich des
Gefälles zum Verformungsteil B verstellbar: Die Brücke ist um die Achse der unteren Einzugswalze 13
schwenkbar, um die Höhendifferenz auszugleichen, aber auch um den Glasstrom erforderlichenfalls vor
Erreichen der eigentlichen Verformungseinrichtimg in den Kellerraum ableiten zu können. Die Transportwalzen
23 sind mit den Einzugswalzen 13, 14 gekuppelt. Die Wangen der Brücke 22 sind hohl und
wassergekühlt.
Der Verformungsteil B weist ein starkes Portalgerüst 24 auf, das auf dem Unterwagen 1 unverstellbar
aufsitzt. Er umfaßt eine Vorprofilierungsstation (F i g. 3 und 4), eine Kalibrierstation (F i g. 5), eine
Korrekturstation (F i g. 6) und eine Glättstation (F i g. 7). Erfindungsgemäß können die Verformungswerkzeuge sämtlicher vier Stationen vom Glasband
abgehoben werden. Zu diesem Zweck ist beim dargestellten Beispiel eine Hydraulik vorgesehen, die in
den F i g. 1 und 3 veranschaulicht ist. Die Werkzeuge je zweier Stationen sind zusammengefaßt und besitzen
pro Maschinenhälfte (F i g. 1) einen gemeinsamen Hubmechanismus (F i g. 1). Jeder Hubmechanismus
weist einen am Portalgerüst befestigten Hubzylinder
25 auf, in dem ein Hubkolben mit seiner Hubsiange
26 läuft. Am Portalgerüst 24 sind außerdem Führungsblöcke 27 befestigt, welche mit leerlaufenden
Führungsrollen 28 versehen sind, zwischen welchen Führungsschienen 29 laufen. Je zwei Führungsschienen
sind oben an einem gemeinsamen Joch 30 und unten an einem gemeinsamen Werkzeugträger 31 befestigt.
Das Joch 30 ist auf der Unterseite mit Anschlägen 32 versehen, die in der tiefsten Werkzeugstellung
auf Gegenanschläge 33 auftreffen, welche auf festen Konsolen 34 sitzen.
Durch das Joch 30 und die Anschläge 32, 33, die auch als Widerlager bezeichnet werden können, wird
nicht nur die richtige Höhenlage der Verformungswerkzeuge, sondern auch die Genauigkeit des seitlichen
Zustellmaßes zum Glasband garantiert. Bei Gefahr einer Glasstauung können durch Betätigung
eines Ventils in der Druckleitung sämtliche Werkzeugträger einer Maschinenhälfte gleichzeitig angehoben
werden.
Wie aus den F i g. 1 und 3 ersichtlich, sind sämtliche Hubzylinder gleich ausgebildet, können jedoch
für je zwei Stationen einzeln betätigt werden.
Alle Hauptrahmenteile des Maschinengerüstes 24 sind dichtgeschweißte Hohlkörper, die in den Bereichen
großer Hitzeeinwirkung wassergekühlt sind. Die Hubzylinder sind ebenfalls wassergekühlt.
Die Tragwalzen 35 des Verformungsaggregates sind mittels Stirnräder gekuppelt und werden an die
Antriebswelle des Kühlofenmechanismus angeschlossen. Die Verformungseinrichtung besitzt neun sich
über die ganze Maschinenbreite erstreckende Tragwalzen 35, während die darüberliegenden Verformungswerkzeuge,
wie erwähnt, in zwei parallelen Gruppen, eine links und eine rechts der Maschinenmitte,
angeordnet sind. Die Tragwalzen 35 sind im Rahmen 24 fest gelagert.
Die in den F i g. 3 und 4 dargestellte Bearbeitungsstation dient zur Vorprofilierung des Glasbandes zu
einem später U-förmigen Querschnitt. Die Verformungswerkzeuge 40 sind als drehbare, flachkonische
Scheiben ausgebildet, welche von hinsichtlich des Profilierungswinkels a einstellbaren Halterungen 41
am Hubarm 26 von oben geführt werden. Durch den weiter unten näher erläuterten Verstellmechanismus
können die Vorprofilierungsscheiben gegen das kontinuierlich laufende GlasbandF durch das Handrad
42 über die Spindel 43 allmählich zugestellt werden, wobei die Profilmaße (Breite, Stärke, Winkel) beliebig
wählbar sind und wobei im Fall des bekannten Abwanderns des Glasbandes aus der Achse seiner
Ziehrichtung ebenfalls durch ein Handrad 44 über ίο die Hohlwelle 45 von außen der die Werkzeuge tragende
Support 46 seitlich verstellt werden kann. Die Scheiben 40, welche vor der zugeordneten Tragwalze
35 unterhalb des Glasbandquerschnittes ihren Verformungsangriff einleiten (F i g. 1), werden dabei
vom Zug des wandernden Glasbandes mitgenommen, wodurch die großen Reibungen, wie sie durch die
Ziehgeschwindigkeit des Glasbandes gegenüber starren oder angetriebenen Werlczeugen auftreten, auf
ein Minimum herabgesetzt werden und dadurch die zo Glasqualität nicht beeinträchtigen. Das Entfernen
und Einsetzen der Profilbildner erfolgt erfindungsgemäß nach dem Anheben des Werkzeugträgers 31,
ohne daß der Glasstrom unterbrochen werden muß, wobei sich das Glasband nach dem Entfernen der
Werkzeuge auf die Tragwalzen zurücklegt (F i g. 3 rechts). Die vom Glasband abgehobenen Werkzeuge
können nun gegen andere ·—■ wie weiter unten erläutert — ausgewechselt und nachher zur neuen Vorprofilierung
an das Glasband allmählich wieder zugestellt werden.
Die sogenannte Endverformungseinrichtung ist in F i g. 5 dargestellt und besteht zur Hauptsache aus
einer an sich bekannten Kaliberwalze 50, welche fest auf einer durch Zahntrieb 51 angetriebenen Welle 52
sitzt. Axial verschiebbar sind auf dieser Welle ferner zwei Anstellscheiben 53, die vorzugsweise lose drehbar
sind. Die Anstellscheiben 53 sind an ihren Naben 54 mittels Haltearmen 55 gehalten, welche an
Stellmuffen 56 mittels eines Spindeltriebes 42, 43, gegen das Glasband und die Kaliberwalze zugestellt
bzw. seitlich weggezogen werden können. Durch die Anstellscheiben 53 und die Kaliberwalze 50 wird
dem Profilglasband die endgültige U-Form gegeben. Um eine einwandfreie Verformung zu erreichen, sind
der Kaliberwalze Einführungsrollen 57 (F i g. 1) für die U-Stege vorgeschaltet, die über einer kleineren
Tragwalze 35 angeordnet sind.
Der Kalibriereinrichtung ist eine Korrekturstation nachgeschaltet, welche in Fig. 6 veranschaulicht ist.
Diese weist auf jeder Seite zwei hintereinander angeordnete Paare von Korrekturrollen 60 auf, die frei
drehbar an je einem Stiel 61 gelagert sind. Die Stiele 61 sitzen fest in Haltern 62, von denen je zwei mittels
einer von Hand von der Maschinenaußenseite her verstellbaren Stellspindel 63 in ihren gegenseitigen
Abstand eingestellt werden können. Hierdurch kann die Wandstärke des Profilrandes verändert werden.
Die Korrekturwerkzeuge 60 bis 62 sitzen wiederum auf einem Spindeltrieb 42, 43 und können
ebenfalls in ihrer Seitenlage durch Handrad 44 eingestellt werden.
Etwaige Wölbungen des Profils werden anschließend in der Glättstation gemäß F i g. 7 durch die
ebenfalls angetriebene Glättwalze 70 bereinigt und gleichzeitig der U-Profilrand durch nachgeschaltete
Endkorrekturrollen 71 gerichtet. Die Glättwalze 70 sitzt auf einer Welle 72, welche über Zahntrieb 73
mit der angetriebenen Tragwalze 35 verbunden ist.
Claims (11)
1. müssen sie gruppenweise angehoben werden können; hierzu dient der oben beschriebene hydraulische
Hubmechanismus gemäß F i g. 1 und 3;
2. muß je ein Werkzeugpaar als Ganzes in der Maschine quer verschoben werden können, um den
seitlichen Abweichungen des Glasbandes folgen zu können;
3. müssen je zwei einander zugeordnete Werkzeuge gegenläufig zugestellt bzw. voneinander entfernt
werden können.
Den beiden letzteren Funktionen dient der Verstellmechanismus, der in F i g. 8 im Detail dargestellt
und auf allen vier Bearbeitungsstationen (F i g. 1) im wesentlichen unverändert vorhanden ist.
Am Hubarm 26 hängt der Werkzeugträger 31. In diesem ist querverschiebbar ein Support 80 geführt,
in dessen Endflanken 81, 82 die DoppeIspindei 43 aufgenommen ist. Die Doppelspindel 43 hat ein in
der Mitte geteiltes, rechts- bzw. linksläufiges Gewinde 83 bzw. 84 und wird direkt durch das Handrad 42
von außen betätigt. Auf der linken Seite (F i g. 8 ist sie teleskopartig verlängerbar, indem sie axial verschiebbar
aber unverdrehbar in einer mit dem Handrad 42 verbundenen Hülse 85 steckt. Hierdurch kann
die ganze Spindel 43 den seitlichen Verschiebungen des Supports 80 zwecks Richtungskorrektur folgen.
Zur Seitenverschiebung des Supports 80 dient das äußere Handrad 44, das auf einer Hohlwelle 45 sitzt.
Die Hohlwelle 45 greift mit Außengewinde in den Endflansch 81 ein und verstellt diesen unmittelbar
bei Drehung des Handrades 44. Der Endflansch 82 liegt zwischen zwei Bünden 86 der Spindel 43, die als
Mitnehmer dienen. Die Werkzeughalter 41 sitzen mit Innengewinde auf der Spindel 43 und tragen beispielsweise
die verschwenkbaren Vorprofilierungsscheiben 40.
Durch Drehung des Handrades 44 werden also die Werkzeughalter 41 als Einheit seitlich in der Maschine
verschoben, um dem Glasband folgen zu können, während durch Drehung des Handrades 42 die
Werkzeuge 40 gegen das Glasband allmählich zugestellt bzw. von diesem weg verstellt bzw. zur Änderung
der Gesamtprofilbreite eingestellt werden können.
Bei einer besonders vorteilhaften Variante der Verformungseinrichtung B können auf jeder Maschinenlängshälfte
zwei, d. h. im ganzen vier Glasbänder gleichzeitig verarbeitet werden. Auf jeder Maschinenhälfte
sind demnach zwei vollständige Sätze von Verformungswerkzeugen untergebracht. Um sämtliche
Werkzeuge von der Maschinenaußenseite her verstellen zu können, bedarf der Verstellmechanismus einer
besonderen Ausbildung, wie sie in den F i g. 9, 10 und 11 dargestellt ist.
Wie Fig. 10 zeigt, sind für jede Werkzeuggruppe zwei Teilspindeln 43 a, 43 b vorgesehen, die nebeneinander,
d. h. in Laufrichtung des Glasbandes hintereinander, angeordnet sind (vgl. auch Fig. 11),
deren Werkzeuge 40 jedoch sämtliche in einer gemeinsamen Querebene liegen und verstellt werden.
Wie F i g. 9 zeigt, ist für jedes Werkzeugpaar eine vollständige Verstelleinrichtung gemäß F i g. 8 vorhanden
(vgl. die übereinstimmenden Überweisungszahlen).
An Hand dieser Variante ist noch eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung dargestellt:
Der Werkzeugträger 31 besitzt eine Schwalbenschwanzführung, in welchem ein Zwischensupport 90
geführt ist, welcher die beiden VerStelleinrichtungen mit ihren Werkzeugen als Ganzes trägt.
Der gesamte Werkzeugsatz dieser Bearbeitungsstation kann somit, wenn er außer Eingriff mit dem
Glasband gehoben worden ist, am Zwischensupport seitwärts aus der Maschine herausgezogen und
nach Auswechseln der Werkzeuge oder des ganzen Supports gegen einen solchen mit neuen oder anderen
Profilbildnern wieder in die Führung des Trägers eingesetzt werden, wobei er in der Arbeitsstellung
durch einen gefederten Arretierstift 81 (F i g. 9) verriegelt ist. Nach Anheben des Trennsteines vor den
Einzugswalzen aus der Schmelze kann nun erfindungsgemäß während des Auswechselvorganges
Flachglas hergestellt werden, wobei sich die Ränder des Glasprofils von selbst auf die Tragwalzen 35 niederlegen
(Fig. 3, rechte Hälfte).
Die dargestellte Einrichtung ermöglicht also die Herstellung von armiertem oder nichtarmiertem
Flachglas bzw. Profilglas im kontinuierlichen Betrieb, wobei sämtliche Umstellungen in der Produktion wie
auch der Wechsel auf andere Profilmaße ohne Unterbrechung des Glasstromes vorgenommen werden
können.
Patentansprüche:
1. Einrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von Profil- und Flachglasbändern, mit je einer
Anzahl von je um ihre Eigenachse drehbaren Verformungswerkzeugen und von in Förderrichtung
des Glasbandes hintereinander angeordneten Förderwalzen, dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich der Verformungswerkzeuge (40, 50, 60, 70) als von unten her mit dem dort in Bearbeitung
befindlichen Glasband in Berührung kommende Teile nur die Förderwalzen (35) vorhanden
sind, die alle kaliberfrei zylindrisch sind und oben eine gemeinsame, mindestens angenähert
horizontale Ebene (P) tangieren, wogegen sämtliche Verformungswerkzeuge zumindest mit
ihrem größten Teil, ferner sämtliche Lagerungen der Verformungswerkzeuge sowie Vorrichtungen
(42 bis 46 bzw. 25 bis 30), die auch während des Dauerwalzbetriebes ein Verstellen der Verformungswerkzeuge
quer zur Förderrichtung des Glasbandes bzw. ein Heben und Senken derselben ermöglichen, über dieser Ebene angeordnet sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lagerungen der Verformungswerkzeuge
mittels der zur Verstellung derselben quer zur Förderrichtung des Glasbandes dienenden Vorrichtungen (42 bis 46) an Trägern
(31) gehaltert sind, die mittels der ihnen einzeln zugeordneten, hydraulisch oder pneumatisch
arbeitenden und über ihnen angeordneten Hebe- und Senkvorrichtungen (25 bis 30) an einem vorzugsweise
auf einem Fahrgestell angeordneten,
auch der Lagerung der Förderwalzen (35) dienenden Gerüst (24) geführt sind.
3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den Trägern
(31), mittels Stellspindeln (45), Supporte (46) gleitend geführt sind, in welchen Doppelspindeln
(43) gelagert sind, auf welchen durch Muffen je ein Paar von Verformungswerkzeugen (40, 50,
60, 70) gegenläufig verstellbar ist.
4. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in die Träger (31)
Zwischensupporte (90) eingeschoben und mit diesen lösbar verbunden sind, welche Zwischensupporte
(90) die Supporte (46) und diese die Verformungswerkzeuge (40, 50, 60, 70) tragen.
5. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verformungswerkzeuge (40, 50, 60, 70) zu einzelnen heb- und
senkbaren Gruppen zusammengefaßt sind, denen je ein gemeinsamer Hubzylinder (25) zugeordnet
ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsorgane einer
Gruppe zur exakten Führung an ihrem oberen Ende durch ein gemeinsames Joch (30) verbunden
sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Support (46) zwei
nebeneinanderliegende Doppelspindeln gelagert sind, auf welche jeweils ein Paar von Verformungswerkzeugen
verstellbar geführt ist, wodurch gleichzeitig vier Glasbänder bearbeitet sind.
8. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerüst (24) als
Portalgerüst ausgebildet ist, das den ganzen Raum über den Förderwalzen (35) frei läßt.
9. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Gerüst (24)
durch ein auf einem Fahrwerk aufruhendes Untergestell (1) einstellbar getragen ist, auf welchem
weiter ein Einzugsaggregat (12) zur Aufnahme und Vorwalzung des aus dem Schmelzofen
austretenden Glasstromes, eine um eine Querachse schwenkbare Überleitungswalzenbrücke
(22) und die Antriebs- und Kühlsysteme vorgesehen sind.
10. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Untergestell (1) in seiner
Gesamthöhe und seiner Längs- sowie Querneigung einstellbar ist.
11. Einrichtung nach den Ansprüchen 9 und 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Untergestell
(1) auf dem Fahrwerk, das vorzugsweise auf Schienen (2), quer zur Förderrichtung des Glasbandes
verschiebbar ist, in Förderrichtung des Glasbandes verstellbar ist.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
709 510/126 2.67 © Bundesdruckerei Berlin
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| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
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