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Keramischer Scheibenkondensator Die Erfindung bezieht sich auf einen
keramischen Scheibenkondensator, der mit Mitteln zur mechanischen Befestigung des
Kondensators in Durchbrechungen von sogenannten »gedruckten Schaltungen« versehen
ist. Unter den »gedruckten Schaltungen« sind im folgenden solche Schaltungen zu
verstehen, bei denen auf einer isolierenden Trägerunterlage Leitungszüge in irgendeiner
Weise aufgebracht worden sind. Die Art der Aufbringung ist für die vorliegende Erfindung
nicht von besonderer Bedeutung; sie kann z. B. im Aufdampfen oder Aufdrucken von
Metallschichten entsprechend den gewünschten Leitungszügen bestehen, oder die Leitungszüge
können in an sich bekannter Weise durch z. B. photochemisches Weglitzen der nicht
gewünschten Teile einer geschlossenen Kupferschicht auf der Unterlage gebildet worden
sein.
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Es ist bereits aus der deutschen Auslegeschrift 1056 682 ein
als kreisförmi-c Scheibe ausaebildetes Schaltelement bekannt, bei dem der eine Kontakt
als Ring am Rand der Scheibe und der andere Kontakt als metallische Belegung wenigstens
einer der beiden Seitenflächen der Scheibe ausgebildet ist. Zum besseren Halt in
dem Schlitz einer Schaltplatte ist der Außenrand des ringförmigen Kontaktes gezahnt.
Ist dieses Schaltelement als Kondensator ausgebildet, so ergibt sich vor allem der
Nachteil, daß die Kapazität dieses Kondensators nach der Kontaktierung in der Schaltplatte
nicht mehr dem zuvor gemessenen Wert entspricht, da eine Belegung des Kondensators
mit den Leitungsbahnen der gedruckten Schaltung verlötet wird. Hierbei wird durch
Lot eine Veränderung der metallischen Belegung und damit der Kapazität des Kondensators
verursacht. -
Weiterhin sind aus dem deutschen Gebrauchsmuster 1755 906
und der Zeitschrift »Electronic Industries & Tele-Tech«, Oktober
1956, S. 59 und 157, keramische Scheibenkondensatoren zur Verwendung
in gedruckten Schaltungen bekannt, die aus einem scheibenförmigen, auf beiden Seiten
mit einer Metallbelegung versehenen Dielektrikum bestehen. Diese Kondensatoren werden
teilweise, unter Umständen bis zur Hälfte, in die Durchbrechungen der gedruckten
Schaltung eingesetzt. Hierbei tritt ebenfalls der Nachteil auf, daß die Kapazität
nach dem Einstecken der Kondensatoren in die Schaltplatte nicht mehr dem zuvor gemessenen
Wert entspricht.
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Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile, zu C
vermeiden
und einen Kondensator anzugeben, der nach dem Einbau in die gedruckte Schaltung
C
noch den zuvor eingestellten Wert der Kapazität aufweist. Erfindungsgemäß
ist deshalb bei einem keramischen Scheibenkondensator zur mechanischen Befestigung
des Kondrnsators in Durchbrechungen von sogenannten gedruckten Schaltungen vorgesehen,
daß das keramische Dielektrikum mindestens zwei aetrennte, sich verjüngende Ansätze
zum selbstklemmenden Einstecken in entsprechende Durchbrechungen des Trägers der
»gedruckten Schaltung« bildet, wobei jeweils nur eine der beiden auf das keramische
Dielektrikum aufgebrachten, die Belegungen des Kondensators bildenden Metallschichten
sich wenigstens bis etwa zum Ende des zugeordneten Ansatzes erstreckt, vorzugsweise
auf bzw. um den Rand am Ende des Ansatzes herumgrrift.
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Mit diesen bis auf den Ansatz reichenden Teilen der Metallschichten
des keramischen Dielektrikums werden dann die Kondensatoren mit Leitungszügen der
»cyedruckten Schaltung« mechanisch und elektrisch verbunden, vorzugsweise verlötet.
Dabei empfiehlt es sich, den Kondensator von derjenigen Seite in die Grundplatte
der »gedruckten Schaltung« einzusetzen, die den Leitungszügen, mit denen die Belegungen
zu verbinden sind, entgegengesetzt ist.
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Bei dem erfindungsgemäßen Scheibenkondensator sind die für die Kapazität
maßgebenden Teile der metallischen Schichten, also die auf dem keramischen Dielektrikumsplättchen
sich gegenüberliegenden Teile dieser Metallschichten, in einer genau definierten
Lage zueinander außerhalb der Ansätze und dadurch außerhalb der Durchbrechungen
in der Schaltplatte festaeleat. Auf diese Weise werden kapazitive Änderun-en des
Scheibenkondensators durch Änderunder Belegungsschichten beim Einlöten in die Schaltplatte
und Kontaktieren mit den Leitungsbahnen der Schaltplatte vermieden.
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Einzelheiten der Erfindung gehen aus den F i g. 1
bis
9 und der folgenden Erläuterung der in diesen Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele
des erfindungsgemäßen Kondensators hervor.
In F i g. 1 bedeutet
1 das scheibenförmige keramische Dielektrikum mit den kurzen Ansätzen
l', ilf, die in Durchbrechungen der Grundplatte 2 der sogenannten »cedruck-ten
Schaltuna« eingesteckt sind und durch sie hindurchragen, die Platte aber nur sehr
weni- d. h. etwa nur 1 mm, überragen. Die Form der Ansätze
l', V' ist in dem in F i g. 2 rechts dargestellten Schnitt A-A aus
F i g 1 ersichtlich. Er kann ungefähr Trapezform mit nur schwach abgeschrägten
Seiten ll', 11" besitzen, so daß nach dem Einsetzen der Kondensator selbstklemmend
in der Grundplatte 2 der »gedruckten Schaltung« gehalten wird. Auf das keramische
Dielektrikum sind die beiden Belegungen 3, 4 aufgebracht, z. B. aufgedampft
oder eingebrannt. Die Belegung 3 reicht mit ihrem Teil 3'
bis an das
Ende des Ansatzes l" und die Belegung 4 mit ihrem Teil 4' bis an das Ende
des Ansa,zes 1'.
Die Ansätze ra-en durch die Grundplatte 2 hindurch und sind
dort bei Y' und V mit den Leitun-szügen 5, 6, die zu der auf die Grundplatte
2 »gedruckten Schaltung« ' gehören, elektrisch und mechanisch einwandfrei
verbunden, z. B. verlötet.
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In F i g. 3, in der die gorleichen Teile mit den gleichen Bezeichnungen
versehen sind, ist die Belegung 3, wie ersichtlich, nicht nur bis an das
Ende des Ansatzes l' geführt, sondern um den Rand des Ansatzes herum bis
zur anderen Seite des Ansatzes, so daß auch auf dieser Seite des Ansatzes der Kondensator
1 mit dem Leitunaszu- 5 auf der Grundplatte 2 bei 4" verlötet
sein "' kann. 7' Selbstverständlich kann die Form des Scheibenkondensators weitgehend
variiert werden. So kann der Kondensator z. B. etwa quadratische Form besitzen,
wie das in den F i g. 4 und 5 dargestellt ist, oder eine lanaaestreckte
Rechteckform (s. F i g. 6).
Auch ellipsenähnliche Z Formen (s. F i
g. 7) sind möglich. An Stelle schneidenförmiger Ansätze, wie dies in den F i
g. 1 und 3 gezeigt ist, können auch kurze konische stiftartige Ansätzel',
V' Verwendung finden, die in entsprechende Ausnehmungen der Grundplatte 2 selbstklemmend
hineinpassen. Die Belegungen 3, 4 sind auch in diesem Fall mindestens jeweils
bis zu je einem Ansatz geführt, so daß sie auf der dem scheibenförmigen Kondensatorteil
1 abgewendeten Seite der Grundplatte 2 mit den Leitungszügen der »gedruckten
Schaltung« verlötet werden können.
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In den F i a. 8 und 9 ist eine weitere Ausbildungsform
des erfindungsgemäßen Kondensators gezeigt, die dadurch gekennzeichnet ist, daß
die Ansätze l', V'
C
in der Ebene des scheibenförmigen Teils
1 des Kondensators liegen. Auch hier ist in der aus den F i g. 8
und
9 ersichtlichen Weise durch die Ansätze Y, 4' der Belegungen
3, 4 gesorgt, daß die Metallschicht sich etwa bis an die Enden der Ansätze
l', 2' erstreckt.