DE1233153B - Korrektureinrichtung fuer einen Erdmagnetfeldinduktor - Google Patents
Korrektureinrichtung fuer einen ErdmagnetfeldinduktorInfo
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Description
AUSLEGESCHRIFT
DeutscheKl.: 42 c-36
Nummer: 1 233 153
Aktenzeichen: S 54220IX b/42 c
1233 153 Anmeldetag: 10. Juli 1957
Auslegetag: 26. Januar 1967
Die Erfindung betrifft eine Korrektureinrichtung für einen zur Messung der Richtung der Horizontalkomponente
des Erdmagnetfeldes bestimmten Erdinduktor.
Derartige Erdinduktoren, die auch unter der englischen Bezeichnung »flux valve« bekannt sind,
weisen einen Kern aus einem ferromagnetischen, permeablen Werkstoff auf, welcher eine oder mehrere
Induktionswicklungen trägt. Mittels einer mit Wechselstrom gespeisten Erregerwicklung wird der Kern
magnetisch erregt. Die Amplitude der hierbei in den Induktionswicklungen induzierten Spannung hängt
unter anderem von der Stärke der Erdmagnetfeldkomponente in dem die Induktionswicklung tragenden
Teil des Kerns ab.
Auf dieser Abhängigkeit beruht die Verwendung eines derartigen Erdinduktors zur Richtungsanzeige.
Üblicherweise ist der Kern dreischenklig ausgebildet, wobei jeder der drei Schenkel eine Induktionswicklung
trägt und eine gemeinsame Erregerwicklung vorgesehen ist. Die Induktionswicklungen können im
Stern oder Dreieck geschaltet sein. Die in ihnen induzierten Ausgangsgrößen definieren einen elektrischen
Vektor, dessen Lage in einem mit den Ausgangswicklungen elektrisch verbundenen Anzeige-
oder Steuergerät reproduzierbar ist und eine Funktion der relativen Lage des Erdfeldinduktors bezüglich
des Erdmagnetfeldes darstellt. Sind die Schenkel des Kems in einer Ebene angeordnet, so ist hierdurch
eine Ansprechebene des Induktors definiert, derart, daß die Ausgangsgröße des Erdfeldinduktors ein
Maß für die in die Ansprechebene fallende Komponente des Erdmagnetfeldes darstellt. Die Schenkel
können sternförmig (vorzugsweise mit gleichen Winkelabständen untereinander), in Form eines
gleichseitigen Dreiecks (Delta-Form), kreuzförmig oder anderweitig angeordnet sein.
Ein derartiger Erdfeldinduktor kann zur Richtungsanzeige von Fahrzeugen dienen, beispielsweise
unmittelbar als Erdinduktorkompaß oder als Bezugsgerät zur Zwangsführung eines Kreiselkompasses. In
jedem Fall ist dabei jedoch eine Korrektur bezüglich in der Ansprechebene des Erdfeldinduktors wirksam
werdender Störfeldkomponenten erforderlich. Als Ursache derartiger störender, in der Ansprechebene
des Erdinduktors wirksam v/erdender Störkomponenten kommen bei einem mit seiner Ansprechebene
normalerweise waagerecht gehaltenen, zur Messung der Horizontalkomponente des Erdmagnetfeldes bestimmten
Erdinduktor folgende Störfelder bzw. Fahrzeugbewegungszustände in Frage:
Die in die jeweilige Ansprechebene des Induktors Korrektureinrichtung für einen
Erdmagnetfeldinduktor
Erdmagnetfeldinduktor
Anmelder:
Sperry Rand Corporation,
New York, N. Y. (V. St. A.)
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter:
Dipl.-Ing. C Wallach, Patentanwalt,
München 2, Kaufingerstr. 8
München 2, Kaufingerstr. 8
Als Erfinder benannt:
Marlin Carlile Depp, Peekskill, N. Y. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 10. Juli 1956
fallende Komponente des (im wesentlichen fahrzeugfesten) Störfeldes, wie es durch das Fahrzeugeisen,
durch in dem Fahrzeug fließende elektrische Ströme u. dgl. unvermeidlich vorhanden ist, und zwar auch
bei normaler (waagerechter) Lage des Fahrzeugs; in diesem letzteren Fall ist die waagerechte Komponente
des (fahrzeugfesten) Fahrzeugstörfeldes in der Ansprechebene des Erdinduktors wirksam; bei Längsbzw.
Quemeigungen des Fahrzeugs treten hierzu, abgesehen von den verhältnismäßig geringfügigen
Änderungen der Horizontalkomponente des störenden Fahrzeugfeldes, noch die nach der jeweiligen
Neigungslage des Fahrzeugs zunehmend in der Ansprechebene wirksam werdenden Vertikalkomponenten
des Fahrzeugfeldes; bei Verkippungen des Erdinduktors, derart, daß seine Ansprechebene nicht
mehr mit der wahren Horizontalen übereinstimmt, wird in der Ansprechebene des Erdinduktors neben
der zu messenden Fiorizontalkomponente des Erdfeldes (bzw. genaugenommen: neben der in die verkippte
Ansprechebene fallenden Komponente der Horizontalkomponente) ein Teil der senkrechten
Komponente des Erdmagnetfeldes wirksam, was ebenfalls eine Verfälschung der Anzeige des Erdinduktors
zur Folge hat; derartige Verkippungen des Erdinduktors können bei Längsbeschleunigungen des
Fahrzeugs sowie bei Querbeschleunigungen (Wende-
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bewegungen) auftreten; eine ständige Verkippung unabhängig von Fahrzeugbeschleunigungen ist ferner
durch die stets wirksame Coriolisbeschleunigung gegeben; in modernen Flugzeugen, die mit sehr hohen
Geschwindigkeiten fliegen, kann diese auf die Coriolisbeschleunigung zurückgehende Störung, zumal
sie langzeitig wirksam ist, besonders bedeutsam werden.
Angesichts der zunehmend höheren Genauigkeitsanforderungen an die richtungsweisenden Instru-
mente, wie sie insbesondere die moderne Entwicklung der Flugtechnik mit ihren hohen Geschwindigkeiten
mit sich gebracht hat, kommt der möglichst genauen und bezüglich sämtlicher möglicher Störursachen
möglichst vollständigen Korrektur der Anzeige derartiger Erdfeldinduktoren eine hohe Bedeutung zu.
Aus der USA.-Patentschrift 2581428 ist bereits eine Korektureinrichtung für einen dreischenkligen
Erdfeldinduktor mit drei Ausgangs-Induktionswicklungen bekannt, durch welche dem Einfluß des
Fahrzeugstörfeldes Rechnung getragen werden soll. Die bekannte Korrektureinrichtung weist einen
Dreiphasen-Wechselstromgenerator auf, welcher in die die Ausgangswicklungen des Erdinduktors mit
dem Anzeige- bzw. Steuergerät verbindenden Ausgangsleitungen des Erdinduktors jeweils solche Dreiphasen-Wechselstromkomponenten
einspeist, durch welche die Auswirkung des störenden Fahrzeugfeldes in der (Wechselstrom-)Ausgangsgröße des Erdinduktors
kompensiert werden soll; diese bekannte Korrektür beruht somit auf dem Prinzip einer Kompensation
nicht der Störursache selbst (d. h. des in der Ansprechebene wirksam werdenden Fahrzeugfeldes),
sondern des von der Störursache im Ausgang des Erdinduktors hervorgerufenen Beitrags zur Ausgangsgröße.
Die bekannte Einrichtung hat den grundlegenden Nachteil, daß die zugeführte Kompensationsgröße
(d. h. der Dreiphasen-Kompensationswechselstrom) von der gleichen, verhältnismäßig
geringen Größenordnung wie der signifikante Anteil der Ausgangsgröße, d. h. der die Lage des Magnetfeldvektors
wiedergebende Unterschied der Wechselstromamplituden in den Ausgangsleitungen, sein muß
und innerhalb dieser schon an sich geringen Größenordnung genau dem auf die Störursache (Fahrzeugfeld)
zurückgehenden Bruchteil dieses signifikanten Anteils der Ausgangsgröße entsprechen muß. Es ist
ohne weiteres ersichtlich, daß die bekannte Korrektureinrichtung kompliziert und äußerst aufwendig
sein muß, wenn die gewünschte Korrektur tatsächlich genau erzielt werden soll.
Im übrigen ist bei der bekannten Korrektureinrichtung lediglich eine Korrektur hinsichtlich des
(fahrzeugfesten) Fahrzeugstörfeldes vorgesehen, das, wie oben auseinandergesetzt, nur eine unter mehreren
verschiedenen, die Anzeigegenauigkeit des Erdinduktors beinträchtigenden Störursachen ist.
Die Erfindung fußt insoweit auf dieser bekannten Korrektureinrichtung, als sie ebenfalls aus einer an
die Induktionswicklungen des Erdfeldinduktors angeschlossenen einstellbaren Stromquelle besteht, die
nach Maßgabe von in der Meßebene des Erdinduktors auftretenden Feldabweichungen Kompensationsströme zuführt.
Durch die Erfindung soll eine Korrektureinrichtung dieser Art geschaffen werden, welche frei von den
geschilderten Nachteilen der bekannten Anordnung, insbesondere von dem grundsätzlichen Nachteil des
dort verwendeten Korrekturprinzips ist und darüber hinaus neben der Korrektur des vom Fahrzeugfeld
herrührenden Fehlers auch die Kompensation aller auf die anderweitigen Störursachen zurückgehenden
Abweichungen gestattet.
Zu diesem Zweck ist gemäß der Erfindung vorgesehen, daß die einstellbare Stromquelle eine
Gleichstromquelle ist, die so bemessen ist, daß die durch die Gleichströme in den Wicklungen erzeugten
Felder die Feldabweichungen nach Größe und Richtung kompensieren.
Von der bekannten Korrektureinrichtung unterscheidet sich das Korrektursystem gemäß der Erfindung
prinzipiell: Die Korrektur erfolgt hier nicht wie bei der bekannten Anordnung in der Weise, daß der
Ausgangsgröße Korrekturgrößen gleicher Art und Größenordnung wie diese hinzugefügt werden, sondern
daß die störend wirksamen Feldkomponenten als solche in der Ansprechebene des Erdinduktors
durch Kompensation aufgehoben werden: Korrektur durch Kompensation der Störursachen, statt Korrektur
durch Kompensation der Wirkung der Störursachen. Die zugeführten Korrekturgrößen (Gleichströme
zur Erzeugung der Kompensationsfelder) können dabei in einer ganz anderen (nämlich größeren)
Größenordnung liegen als die signifikanten Anteile der Ausgangsgröße und sind zudem anderer
Natur wie diese (Gleichströme gegenüber Wechselströme), so daß auch die Möglichkeit eröffnet wird,
durch Sperrglieder eine schädliche Beeinflussung der angeschlossenen Anzeige- bzw. Steuervorrichtung
durch die Korrekturgrößen trotz deren Zufuhr von der Ausgangsseite des Erdinduktors her in einfacher
Weise zu vermeiden. Gleichzeitig liegt der Erfindung die Erkenntnis zugrunde, daß die ohnehin auf den
Erdinduktorschenkeln vorgesehenen Ausgangswicklungen neben ihrer Hauptfunktion zusätzlich für die
Zwecke der Erfindung als Erregerwicklungen zur Erzeugung der die störenden Magnetfeldkomponenten
in den Schenkeln kompensierenden Magnetfelder ausgenutzt werden können.
Das vorstehend erwähnte Korrekturprinzip durch unmittelbare Kompensation der Feldabweichungen
durch ein Gegenfeld ist aus der deutschen Patentschrift 749 842 für einen einschenkligen Erdinduktor
und unter Benutzung einer zusätzlichen Wicklung an sich bekannt. Gegenüber diesem Stand der Technik
liegt der Erfindung die Erkenntnis zugrunde, daß diese Kompensationsart auch bei dem aus der USA.-Patentschrift
2 581428 bekannten dreischenkligen Erdinduktor anwendbar ist, welcher keine für die
Einführung von Kompensationsströmen geeigneten zusätzlichen Wicklungen aufweist, und daß bei Ersatz
der dreipoligen einstellbaren Wechselstromquelle durch eine dreipolige einstellbare Gleichstromquelle
Gleichstromfelder in den Induktorschenkeln erzielbar sind, deren Resultierende für alle in Betracht kommenden
Störursachen nach Maßgabe von experimentell bestimmbaren oder bereits vorhandenen Signalen
hinsichtlich Richtung und Größe so einstellbar ist, daß sie die jeweiligen Feldabweichungen zu kompensieren
vermag. Eine über die beabsichtigte Kompensation der Störfeldkomponenten hinausgehende
Verfälschung der Wechselstromsignale wird dabei zuverlässig vermieden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß die drei in einer Ebene
angeordneten Schenkel des Erdfeldinduktors in glei-
chen Winkelabständen gegeneinander versetzt sind, daß der Erdfeldinduktor an dem Fahrzeugrahmen um
die Fahrzeuglängs- und -querachse drehbar kardanisch so gelagert ist, daß ein erster seiner Schenkel mit der
darauf befindlichen Induktionswicklung in einer die Fahrzeuglängsachse enthaltenden Ebene liegt, und
daß die durch die drei Schenkel definierte Ansprechebene des Erdfeldinduktors durch pendelnde Aufhängung
unabhängig von den Fahrzeugbewegungen im wesentlichen waagerecht gehalten wird.
Die Korrektureinrichtung gemäß der Erfindung gestattet die Korrektur der Anzeige eines derartigen
Erdinduktors bezüglich sämtlicher eingangs aufgeführter Störursachen. In diesem Zusammenhang
kann in zweckgemäßen Ausgestaltungen des grundlegenden Erfindungsgedankens vorgesehen sein, daß
zur Kompensation des vom Fahrzeug herrührenden Störfeldes der ersten Wicklung ein Korrrekturstrom
von vorgegebener Größe und den beiden anderen Wicklungen unter sich gleich große,
entgegengesetzt gerichtete Korrekturströme von vorgegebener Größe zugeführt werden;
zur Korrektur der bei Längs- und Querneigungen des Fahrzeugs in der Ansprechebene des
Erdfeldinduktors wirksam werdenden Störfeldkomponenten der ersten Wicklung ein dem
Längsneigungswinkel proportionaler Korrekturstrom und den beiden anderen Wicklungen
untereinander entgegengesetzt gleiche Korrekturströme proportional dem Querneigungswinkel
zugeführt werden;
zur Kompensation der durch die von der Coriolisbeschleunigung herrührenden Verkippung
des Erdfeldinduktors in dessen Ansprechebene wirksam werdenden Störfeldkomponenten
den beiden anderen Wicklungen entgegengesetzt gleiche Korrekturströme zugeführt werden, die
proportional der Fahrzeuggeschwindigkeit und dem Quadrat des Sinus der geographischen
Breite sind;
zur Kompensation der bei Verkippungen des Erdfeldinduktors infolge von Fahrzeug-Längsbeschleunigungen
in der Ansprechebene des Induktors wirksam werdenden Störfeldkomponenten der ersten Wicklung ein der Fahrzeug-Längsbeschleunigung,
der Fahrzeuggeschwindigkeit und dem Sinus der geographischen Breite proportionaler Korrekturstrom zugeführt wird;
zur Korrektur von bei Verkippungen des Erdfeldinduktors infolge seitlicher Fahrzeugbeschleunigungen,
beispielsweise Wendebeschleunigungen, in der Ansprechebene des Induktors wirksam werdender Störfeldkomponenten den
beiden anderen Wicklungen entgegengesetzt gleiche Korrekturströme zugeführt werden, die
proportional der seitlichen Fahrzeugbeschleunigung, der Fahrzeuggeschwindigkeit und dem
Sinus der geographischen Breite sind.
Ausführungsbeispiele der Erfindung und der genannten speziellen Kompensationsmaßnahmen ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung an Hand der Zeichnungen; in diesen zeigt
F i g. 1 ein Prinzipschaltbild einer Korrektureinrichtung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung
für einen zur Zwangsführung eines Richtungskreisels dienenden Erdfeldinduktor,
Fig. 2 in perspektivischer Ansicht den eigentlichen Erdfeldinduktor, wie er in der Anlage gemäß F i g. 1
verwendet werden kann,
F i g. 3 eine graphische Darstellung zur Veranschaulichung der bei der Erörterung der verschiedenen
Störursachen in Betracht zu ziehenden geometrischen Verhältnisse,
ίο Fig. 4A und 4B schematische Darstellungen zur Veranschaulichung der Kompensation der waagerechten Komponente des störenden Fahrzeugfeldes, Fig. 5A und 5B schematische Darstellungen zur Erläuterung der bei Längsneigungen auftretenden Störkomponenten und ihrer Kompensation,
ίο Fig. 4A und 4B schematische Darstellungen zur Veranschaulichung der Kompensation der waagerechten Komponente des störenden Fahrzeugfeldes, Fig. 5A und 5B schematische Darstellungen zur Erläuterung der bei Längsneigungen auftretenden Störkomponenten und ihrer Kompensation,
Fig. 6A und 6B schematische Darstellungen zur Veranschaulichung der infolge der Coriolisbeschleunigung
auftretenden Fehler und ihrer Kompensation, Fig. 7A und 7B Schaltungen der Korrektureinrichtung
zur Kompensation der bei Seitenbeschleunigungen bzw. bei Längsbeschleunigungen auftretenden
Fehler.
Allgemeine Beschreibung der Einrichtung
Ein Erdfeldinduktor 1 liefert ein elektrisches Ausgangssignal, das von der Orientierung der Flugzeuglängsachse
gegenüber der Richtung der waagerechten Komponente des magnetischen Erdfeldes abhängt
und zum Überwachen eines Richtungskreisels 3 dient.
Das Überwachungssignal wird dem Stator eines Gleichlaufübertragers 2 zugeführt, dessen Rotor von
dem Kreisel 3 verstellt wird. Jede Differenz zwischen der Richtung der Kreiselumlaufachse und der Richtung
des elektrischen Vektors im Stator erzeugt im Rotor ein Signal, das in einem Zwangsführungsverstärker
4 verstärkt und einem an der waagerechten Achse des Kreisels angeordneten Drehmomentmotor 5
zugeführt wird, welcher dem Kreisel eine solche Präzession erteilt, daß die Differenz beseitigt wird
und die Kreiselumlaufachse auf die Richtung des Erdfeldes ausgerichtet gehalten wird. Eine übliche
Waagerechtsteuerung 7 mit einem um die Vertikalachse wirkenden Drehmomentgeber 8 hält die Kreiselumlaufachse
im wesentlichen waagerecht. Angaben über die magnetische Flugrichtung für Tochtergeräte,
Navigationsrechner und Selbststeuergeräte des Flugzeugs werden von einem vom Kreisel 3 eingestellten
Geber 6 geliefert.
Der Erdfeldinduktor (Fig. 2) -
Der Erdfeldinduktor besteht aus einem sternförmigen Kern 10 einer Nickel-Eisen-Legierung hoher
Permeabilität. Der sternförmige Kern hat drei SchenkelA, B und C, die unter gegenseitigen Winkelabständen
von 120° angeordnet sind. Jeder Schenkel trägt ein bogenförmiges Horn 11, das zum Konzentrieren
der Flußlinien auf die Schenkel des Kerns 10 dient. Der Kern 10 trägt eine mittlere senkrechte
Wicklung 15, die aus einer einphasigen 400-Hz Stromquelle gespeist wird, und jeder Schenkel trägt
eine Ausgangswicklung 12,13 oder 14, in welcher eine Spannung induziert wird, deren Amplitude proportional
der Stärke der Erdfeldkomponente ist, die parallel zu der Achse des die Wicklung tragenden
Schenkels verläuft. Die Wicklungen 12,13 und 14 sind sternförmig geschaltet, und ihre äußeren Enden
sind mit Hilfe von Leitungen 16, 17 und 18, welche
Trennkondensatoren 19 zur gleichstrommäßigen Trennung enthalten, mit den drei Wicklungen des
Stators des Gleichlaufübertragers 2 verbunden.
Der Erdfeldinduktor ist pendelnd am Rumpf des Flugzeugs mit Hilfe einer kardanischen Lagerung
20, 20 a, 20 b aufgehängt, die eine freie Bewegung um die Quer- und Längsachse des Flugzeugs gestattet,
und durch eine PendelmasseM waagerecht gehalten, so daß die Wicklungen nur die waagerechten
Komponenten des magnetischen Feldes wahrnehmen. Der Schenkel Λ liegt parallel zur Längsachse
des Flugzeugs, der Schenkel B erstreckt sich, grob gesagt, in Richtung auf den rechten Tragflügel,
und der Schenkel C, grob gesagt, in Richtung auf den linken Tragflügel.
Die in den Ausgangswicklungen der Schenkel A, B und C induzierten Spannungen stellen nicht genau
die waagerechte Komponente des Erdfeldes am Ort des Erdinduktors dar, a) wenn das gesamte Erdfeld
und damit dessen waagerechte Komponente in der so Nähe des Erdinduktors gestört ist und b) wenn der
Erdinduktor durch Beschleunigungskräfte aus der waagerechten Ebene herausgekippt ist. Die unter
den ersten Bedingungen erzeugten Fehler haben ihre Ursache in dem magnetischen Feld, das von dem
Flugzeugaufbau selbst erzeugt oder hervorgebracht wird, und zwar durch magnetische Felder, welche
gleichstromführende Kabel umgeben, durch Erdrückleitungsströme in der Flugzeughaut und durch
Fehler, die erzeugt werden, während das Flugzeug seine Lage ändert. Die meisten dieser Fehler lassen
sich als von vorbestimmter konstanter Größe und Richtung gegenüber dem Flugzeug ansehen.
Die Art der verschiedenen Fehler läßt sich an Hand der F i g. 3 klären, die ein zusammengesetztes
Diagramm aus drei kartetischen Koordinatensystemen ist. Das Erdsystem ist durch die drei Koordinaten
/, 7 und k bestimmt, wobei k längs der wahren oder Schwerkraftsenkrechten verläuft und i und ;' die
Nord-Süd- und Ost-West-Richtung angeben und damit die waagerechte Ebene bestimmen. Das Flugzeugsystem
wird durch die Koordinaten t und ν angegeben, wobei ν in der senkrechten Achse des
Flugzeugs liegt und / und t die Längs- bzw. Querachse des Flugzeugs sind und eine Bezugsebene im
Flugzeug bestimmen. Das System des Erdinduktors wird durch die Koordinaten a, b und c angegeben,
wobei c in der senkrechten Achse des Erdinduktors liegt, a in der Richtung des Schenkels A und b zu
beiden senkrecht gerichtet ist. Es wird angenommen, daß das Flugzeug in geradem, waagerechtem, unbeschleunigtem
Flug auf einem nördlichen Kurs unter etwa 40° nördlicher Breite fliegt. Die drei Systeme
sind als zusammenfallend dargestellt.
Bei dieser Erörterung werden Feldstörungen, die in einer Beziehung zur Erde stehen, wie tägliche oder
säkulare Änderungen des magnetischen Vektors, sowie örtliche magnetische Störungen, die von vom
Hugzeug unabhängigen magnetischen Feldern erzeugt werden, nicht berücksichtigt. Dagegen werden
von den Magnetfeldern, die im Flugzeug entstehen, wie permanente oder induzierte Felder, von Gleichstromkabeln
erzeugte Felder und Wirbelstromfelder, nur die permanenten Felder betrachtet. Außerdem
werden der Einfachheit halber nur die qualitative Wirkung der fehlererzeugenden magnetischen Felder,
die gegenüber dem Flugzeug festliegen, die Bewegung dieser Felder gegenüber dem Erdinduktor und die
Wirkung der Bewegung des Erdinduktors selbst gegenüber dem Flugzeug und dem Gesamtmagnetfeld
der Erde betrachtet.
Wie F i g. 3 zeigt, wird die waagerechte Komponente des magnetischen Erdfeldes (He)i von den
waagerecht angeordneten Induktorwicklungen 12, 13 und 14 wahrgenommen, wogegen beim Kippen
des Induktors aus der waagerechten Ebene heraus durch Beschleunigungskräfte, die auf die Pendelmasse
einwirken, der Induktor auch einen Teil der senkrechten Komponente (HE)k wahrnimmt.
Liegt der Induktor waagerecht, so nimmt er die waagerechten Komponenten (Hp)l und (Hp)t des permanenten
Flugzeugfeldesifp wahr, während, wenn das Flugzeug sich in Quer- oder Längsrichtung neigt,
der Induktor einen Teil der senkrechten Komponente (Hp)v des Flugzeugfeldes wahrnimmt.
Kompensation dieser Fehler
Flugzeugfeld
Flugzeugfeld
Fig.4A zeigt, wie sich die waagerechte Komponente (Hp)u des Flugzeugfeldes mit der waagerechten
Komponente (He)i des Erdfeldes zu dem resultierenden
Feld (Hr)u zusammensetzt. Größe und Richtung dieses Feldes können durch ein Drehen des Flugzeuges
am Boden oder durch elektrisches Drehen bestimmt werden.
Das Störfeld (Hp)u kann durch eine gleich große Feldkomponente 22 (F i g. 4B) von entgegengesetztem
Sinn kompensiert werden, die man gemäß der Erfindung dadurch erhält, daß man den Ausgangswicklungen
des Induktors Gleichspannungen entsprechender Größe zuführt. Bei dem dargestellten Beispiel
ist das Korrekturfeld 22 eine Kombination eines von der Wicklung 12 erzeugten Feldes 23 und eines Feldes
24, das von den Feldern der Wicklungen 13 und 14, wie in Fig. 4B dargestellt, hervorgebracht
wird. Die Größen der Komponentenfelder werden mit Hilfe eines Längskomponenten-Potentiometers
21 und zweier miteinander gekuppelter Querkomponenten-Potentiometer 25 und 26 eingestellt (F i g. 1),
die aus einer Stromquelle 50 genau geregelter Gleichspannung gespeist werden.
Die Potentiometer 21, 25 und 26 des Flugzeugfeldkompensators 60 sind an den positiven und negativen
Anschluß der Stromquelle 50 angeschlossen, während der Mittelanschluß der Stromquelle mit
dem Sternpunkt der Wicklungen 12, 13 und 14 verbunden ist. Jeder der Wicklungen 12, 13 und 14
können daher positive oder negative Ströme durch Einstellen der Schleifarme der Potentiometer 21, 25
und 26 zugeführt werden. Die miteinander gekuppelten Querkomponenten-Potentiometer 25 und 26
beliefern die Wicklungen 13 und 14 mit gleich großen und entgegengesetzten Gleichströmen, so daß
die Vektorsumme der in dieser Weise erzeugten Felder ein resultierendes Feld jeder gewünschten
Größe ergibt, das immer rechtwinklig zu dem Feld steht, das von dem der Wicklung 12 zugeführten
Gleichstrom hervorgerufen wird (Fig. 4B). Die Größe und die Richtung des resultierenden Kompensationsfeldes
am Ort des Induktors kann also innerhalb der ganzen 360° in der Ebene der Wicklungen
eingestellt werden. Der Kompensator 60 weist geeichte Skalen auf, die im Führerraum des Flugzeugs
angebracht sind, so daß Einstellungen von dort vorgenommen werden können.
Quer- und Längsneigungsfehler
Die eben beschriebene Kompensation ist dann unrichtig, wenn das Flugzeug Manöver um seine Längsoder
Querachse ausführt, da das magnetische Feld des Flugzeugs, welches den Fehler im Ausgang des
Induktors hervorruft, seine Lage gegenüber der waagerecht verbleibenden Ebene des Induktors
ändert. Dies ist in Fig. 5A und 5B dargestellt, welche zur Erläuterung das Flugzeug in westlicher
Flugrichtung und nach vorn abwärtsgeneigt zeigt. Der empfindliche Teil des Induktors wird durch die
Pendelmasse waagerecht gehalten. Ein ähnlicher Effekt tritt auf, wenn das Flugzeug quergeneigt ist.
Bei kleinen oder mäßigen Längs- oder Querneigungen des Flugzeugs ändert sich der Einfluß der
Komponenten (Hp)l und (Hp)t in der durch die
Achsen a und b des Induktor-Koordinatensystems (vgl. F i g. 3) definierten Ansprechebene des Induktors
nicht nennenswert, da die Komponenten sich mit dem Kosinus des Längsneigungswinkels ändern.
Hingegen hat die Vertikalkomponente (Hp)v des flugzeugfesten
Störfeldes, welche gemäß dem Sinus des Längsneigungswinkels in der a-, 6-Ansprechebene
des Erdfeldinduktors wirksam wird, schon bei kleinen Längsneigungswinkeln eine verhältnismäßig große
Änderung der Ausgangsgröße des ^-Schenkels zur Folge. Dieser Effekt ist in Fig. 5B veranschaulicht;
darin stellt (Hp)va die Projektion der (Hr p)v-Komponente
auf die α-Achse des Induktor-Koordinatensystems dar; diese Komponente liegt in der Horizontalebene;
(Hp)tb + (Hp)ia stellt die Resultierende der
Projektionen der (Hp)t- und (Hjj)rKomponenten,
d. h. der in der (geneigten) Ji-Ebene des Flugzeug-Koordinatensystems liegenden Komponenten (Hp)t
und (Hp)l, auf die a- und ö-Achsen des Induktor-Koordinatensystems
dar. Die resultierende Störkomponente
(Hp)la + (Hp)tb + (Hp)va
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setzt sich mit der Horizontalkomponente des Erdmagnetfeldes (Hb)i zu einer Resultierenden (HR)ab in
der Ansprechebene des Erdinduktors zusammen, die somit eine fehlerhafte Anzeige des Induktors zur
Folge hat. Um diesen Fehler zu korrigieren, muß daher bei Längsneigungen des Flugzeugs eine entsprechende
Kompensationsspannung erzeugt werden.
Ähnliche Überlegungen gelten für die Kompensation von bei Querneigungen des Flugzeugs in der
Ansprechebene des Erdinduktors wirksam werdenden Störkomponenten.
Zur Kompensation dieser durch Abweichungen des Flugzeugs von der normalen (waagerechten)
Fluglage bedingten Fehler werden gemäß der Erfindung mittels an einem Lotkreisel 57 (F i g. 1) angeordneter
Längsneigungs- bzw. Querneigungssignalgeber 55 bzw. 56 Kompensationsgleichspannungen
erzeugt, die proportional der Längsneigungs- bzw. Querneigungsfiuglage des Flugzeugs sind. Wie aus
F i g. 1 ersichtlich, werden die jeweiligen Ausgangssignalspannungen der Längsneigungs- bzw. Querneigungssignalgeber
55 bzw. 56 bei 58 bzw. 58' demoduliert und die hierzu proportionalen Gleichströme
den betreffenden Schenkeln des Erdfeldinduktors zugeführt, und zwar wird das Längsneigungskompensationssignal
der Wicklung 12 auf dem Schenkel A in Reihe mit der Längskompo-
nenten-Kompensationsspannung und entsprechend das Querneigungskompensationssignal den Wicklungen
13 und 14 auf den Schenkeln B und C parallel zu den Querkomponenten-Kompensationsspannungen
zugeführt. Es sei bemerkt, daß die Widerstände in der Demodulatorschaltung 58' der Querneigungskompensation
als Trennwiderstand dienen und daher größer als die Reihenwiderstände R' in den Zuführungsleitungen
zu den einzelnen Wicklungen sind. Die Kompensationsspannungen werden somit durch
den Lotkreisel 57 automatisch in Abhängigkeit von der jeweiligen Längs- bzw. Querneigungslage des
Flugzeugs verändert.
Fehler infolge von Verkippungen
des Erdfeldinduktors
des Erdfeldinduktors
Diese Fehler werden dadurch verursacht, daß ein Teil der senkrechten Komponente (Hb)k des magnetischen
Erdfeldes wahrgenommen wird. In modernen Flugzeugen, die mit sehr hohen Geschwindigkeiten
fliegen können, ist der wesentlichste Anlaß für diese Fehler die Coriolisbeschleunigung, da diese Beschleunigung
immer vorhanden ist, wenn das Flugzeug sich in der Luft befindet.
Bei geradem und ebenem Flug fliegt ein Flugzeug infolge der Erddrehung tatsächlich in einer gebogenen
Bahn. Ein innerhalb des Flugzeugs frei hängendes Pendel, wie beispielsweise die Masse M, die den
Induktor waagerecht hält, spricht auf eine Beschleunigungskraft an, die unter dem Namen Coriolisbeschleunigung
bekannt ist und das Pendel veranlaßt, sich gegenüber der Lotrichtung unter einem Winkel
einzustellen, der von der Geschwindigkeit des Flugzeugs längs seiner gekrümmten Flugbahn abhängt
sowie von der Schwerebeschleunigung und der geographischen Breite des Flugzeugstandorts. Fliegt das
Flugzeug auf einem nordwärts gerichteten Kurs auf der nördlichen Halbkugel, wobei das Pendel des
Induktors infolge der Coriolisbeschleunigung dauernd, in Flugrichtung gesehen, nach rechts hängt
(Fig. 6A), so hat die senkrechte Komponente (He)k
des Erdfeldes eine Komponente (Hb)kb, welche sich
in Richtung b des Induktors projiziert, und zwar mit einer Größe, die gleich dem Produkt von (HE)h und
dem Sinus des Ausschlagwinkels des Pendels ist. In Vektorsummation mit (Hb)i erzeugt diese Komponente
einen Kursfehler im Ausgang des Induktors.
Obwohl bei der Beschreibung eine nordwärts gerichtete Flugbahn betrachtet wurde, haben in anderen
Richtungen verlaufende Flugbahnen sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel der
Erde einen gleichartigen Fehler zur Folge, mit der Ausnahme, daß die den Fehler hervorrufende Feldkomponente
in der Ebene des Induktors einen Fehler hervorruft, dessen Winkelgröße im Ausgang des Induktors
in Beziehung zum Kosinus der magnetischen Rugrichtung des Flugzeugs steht. Der sich aus der
Coriolisbeschleunigung ergebende Flugrichtungsfehler des Induktors läßt sich wie folgt berechnen:
der Coriolis- winkel der
beschleunigung Erde
X tgy χ cos Θ [Grad],
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wobei
ωΕ = WinkelbeschIeanigung der Erde,
V = Geschwindigkeit des Flugzeugs längs der Flugbahn,.
λ = geographische Breite des Flugzeugstandorts,
γ = Deklinationswinkel des magnetischen Erdfeldes,
Θ — magnetischer Kurs der Flugbahn über Grund ist.
Eine Analyse der geomagnetischen Angaben hat gezeigt, daß der Deklinationswinkel und die waagerechte
Feldstärke des magnetischen Erdfeldes sich in eigenartiger Weise gegenüber den geographischen
Koordinaten ändern. Werden darüber hinaus Mittelwerte des veränderliehen Deklinationswinkels und
der veränderlichen waagerechten Feldstärke ge- ao nommen, so ist es möglich, den magnetischen Deklinationswinkel
als eine Funktion der geographischen Breite und des waagerechten Feldes auszudrücken.
Es gilt also
arc tg
Es läßt sich zeigen, daß
γ nahezu = arc tg
Ksin λ
(2)
Durch Einsetzen der Gleichung (2) in Gleichung (1) ergibt sich ein einfacher Ausdruck, nämlich
Störfeldkomponente in
der Ebene des Induktors infolge der Coriolisbeschleunigung
2( üe · Vsin λ · ATsin λ
Ec =
(He),
waagerechte Komponente
des magnetischen Erdfeldes
X cos6> [Grad], (3)
wobei K eine Konstante ist.
25
30
40
45
50
Aus der Gleichung (3) läßt sich nun erkennen, daß der Richtungsfehler des Induktors infolge der
CoriolisbeschIeunigung die Folge eines Störfeldes in der Ebene des Induktors ist. Dieses Störfeld ist eine
Funktion allein von der Flugzeuggeschwindigkeit längs der Flugbahn und der geographischen Breite
und läßt sich wie folgt ausdrücken:
Ec = CV sin2 λ · cos Θ,
(4)
6o
wobei C eine Konstante ist. Dieses Störfeld hat eine konstante Größe unabhängig von der Rumpf- oder
Flugrichtung des Flugzeugs (da sich der Induktor mit dem Flugzeug dreht) für eine gegebene Geschwindigkeit
längs der Flugbahn und geographischen Breite. Eine den Wicklungen 13 und 14 des Induktors zugeführte Gleichspannung, deren Größe
proportional dem Produkt der Flugzeuggeschwindig-
65 keit längs der Flugbahn und dem Quadrat des Sinus der geographischen Breite des Flugzeugs ist, wiegt
daher den Coriolisbeschleunigungsfehler im Ausgang des Induktors auf.
Zu diesem Zweck wird eine Gleichspannung, die der Grundgeschwindigkeit des Flugzeugs proportional
ist, an zwei miteinander gekuppelten Potentiometern 35 hervorgerufen. Die Potentiometer werden
aus der Stromquelle 50 gespeist und mit Hilfe eines von Hand einstellbaren Knopfes 34 eingestellt
(Fig. 1). Statt dessen kann eine selbsttätige Loftgeschwindigkeitsfolgeeinrichtung
verwendet werden, da der Fehler zwischen der Luftgeschwindigkeit und der Grundgeschwindigkeit nicht kritisch ist.
DieGrundgeschwindigkeitsgleichspannung wird an die Wicklungen zweier miteinander gekuppelter
Potentiometer 36 gelegt, deren Schleif arme in Abhängigkeit von der geographischen Breite, unter der
das Flugzeug fliegt, mit Hilfe eines von Hand einstellbaren Knopfes 38 eingestellt werden. Die Potentiometerwicklung
36 sind nach einer Sinus2-Funktion gewickelt, so daß die Ausgangsspannung der
Schleif arme proportional der Geschwindigkeit (V) des Flugzeugs mal dem Quadrat des Sinus der geographischen
Breite (sin 2/l) ist. Diese Gleichspannung wird den Wicklungen 13 und 14 des Induktors zugeführt,
so daß die Größe des in dieser Weise erzeugten resultierenden magnetischen Feldes gerade
die Wirkung des wahrgenommenen Teiles der senkrechten Komponente des magnetischen Erdfeldes
auf dessert waagerechte Komponente aufhebt.
Da ein Coriolisbeschleunigungseffekt immer vorhanden ist, wenn das Flugzeug in der Luft ist, ist
dessen Kompensation von primärer Wichtigkeit.
Immer wenn das Flugzeug seinen Kurs oder seine Geschwindigkeit ändert, treten Beschleunigungskräfte
auf, die den Induktor aus der waagerechten Ebene herauskippen. Wiederum nehmen die Induktorwicklungen
einen Teil der senkrechten Komponente des Erdfeldes wahr. Die hierdurch im Ausgang hervorgerufenen
Fehler können in ähnlicher Weise kompensiert werden, wie zuvor für die Corioliskompeusation
beschrieben. Diese Kompensationen werden nachfolgend an Hand der Fig. 7A bzw. 7B für
Quer- bzw. Längsbeschleunigungen beschrieben.
Infolge seitlicher Beschleunigungen nehmen die Wicklungen 13 und 14 des Induktors einen TeiL der
senkrechten Komponente des magnetischen Erdfeldes wahr. Zur Beseitigung dieses Fehlers wird eine
Gleichspannung, die proportional dem Produkt der seitlichen Beschleunigung und dem Sinus der geographischen
Breite ist (da die letztgenannte Meßgröße, wie oben beschrieben, im wesentlichen proportional
dem Deklinationswinkel ist), den Induktorwicklungen 13 und 14 zugeführt. Zu diesem Zweck wird eine der
Luftgeschwindigkeit proportionale Gleichspannung von zwei miteinander gekuppelten linearen Potentiometern 40 (Fig. 7A) geliefert, die in gegenläufigem
Sinn von einem Luftgeschwindigkeitsfolgegerät 39 üblicher Bauart verstellt werden. Die Ausgangsspan.-nung
der Potentiometer 40 wird an die Wicklungen zweier miteinander gekuppelter Sinus-Potentiometer
41 gelegt, deren Schleifarme von einer Vorrichtung 43 in Abhängigkeit von der geographischen Breite
des Flugzeugstandorts eingestellt werden. Da die Kompensationsspannung eine Funktion der geographischen
Breite ist, ist ein. zweipoliger Umschalter 65 vorgesehen, durch den die Polarität umgekehrt Wirdy
Claims (5)
1. Korrektureinrichtung für einen zur Messung der Richtung der Horizontalkomponente des Erdmagnetfeldes
bestimmten dreischenkligen Erdinduktor, dessen auf ferromagnetischen Schenkeln angebrachte, im Stern oder Dreieck geschaltete
Induktionswicklungen, in welchen in Abhängigkeit von einer Wechselstromerregung der
Schenkel Wechselströme induziert werden, mit einem Anzeige- oder Steuergerät verbunden sind;
bestehend aus einer ebenfalls an die Wicklungen angeschlossenen einstellbaren Stromquelle, die
nach Maßgabe von in der Meßebene des Erdinduktors auftretenden Feldabweichungen Kompensationsströme
zuführt, dadurch gekennzeichnet, daß die einstellbare Stromquelle eine Gleichstromquelle ist, die so bemessen ist,
daß die durch die Gleichströme in den Wicklungen (12, 13, 14) erzeugten Felder die Feldabweichungen
nach Größe und Richtung kompensieren.
2. Korrektureinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kompensationsgleichströme über die Verbindungsleitungen (16,
17, 18 in F i g. 1) zwischen dem Erdinduktor (1) und dem Anzeige- bzw. Steuergerät (2, 3) an
Stellen (A', B', C) zugeführt werden, die gegen das Steuer- bzw. Anzeigegerät (2) gleichstrommäßig
getrennt sind (19).
3. Korrektureinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die drei in einer Ebene
angeordneten Schenkel {A, B, C in Fig. 2) des Erdfeldinduktors in gleichen Winkelabständen
gegeneinander versetzt sind, daß der Erdfeldinduktor (1) an dem Fahrzeugrahmen um die
Fahrzeuglängs- und -querachse drehbar kardanisch (bei 20, 20 a, 20 b) so gelagert ist, daß
ein erster (A) seiner Schenkel mit der darauf befindlichen Induktionswicklung (12) in einer die
Fahrzeuglängsachse enthaltenden Ebene liegt, und daß die durch die drei Schenkel (A, B, C)
definierte Ansprechebene des Erdfeldinduktors durch pendelnde Aufhängung (M) unabhängig
von den Fahrzeugbewegungen im wesentlichen waagerecht gehalten wird.
4. Korrektureinrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Kompensation
des vom Fahrzeug herrührenden Störfeldes der ersten Wicklung (12) ein Korrekturstrom von
vorgegebener Größe (21 in Fig. 1) und den beiden anderen Wicklungen (13,14) unter sich gleich
große, entgegengesetzt gerichtete Korrekturströme von vorgegebener Größe (bei 25, 26) zugeführt
werden.
5. Korrektureinrichtungnach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Korrektur der
bei Längs- und Querneigungen des Fahrzeugs in der Ansprechebene des Erdfeldinduktors wirksam
werdenden Störfeldkomponenten der ersten Wicklung (12) ein dem Längsneigungswinkel proportionaler
Korrekturstrom (bei 55, 58' in Fig. 1) und den beiden anderen Wicklungen (13, 14)
untereinander entgegengesetzt gleiche Korrektur-
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US567204A US2887873A (en) | 1956-02-23 | 1956-02-23 | Method of measuring and compensating for deviation errors in earth's field sensitivedirection indicators |
| US567203A US2887872A (en) | 1956-02-23 | 1956-02-23 | Method of measuring and compensating for deviation errors for earth's field responsive instruments |
| US72094XA | 1956-07-10 | 1956-07-10 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1233153B true DE1233153B (de) | 1967-01-26 |
Family
ID=61901825
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES54220A Pending DE1233153B (de) | 1956-02-23 | 1957-07-10 | Korrektureinrichtung fuer einen Erdmagnetfeldinduktor |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1233153B (de) |
| FR (1) | FR72094E (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2434374A1 (de) * | 1973-07-18 | 1975-03-27 | Sperry Rand Corp | Magnetfeldsonde |
| DE3109779A1 (de) * | 1980-03-17 | 1982-02-25 | Sperry Corp., 10104 New York, N.Y. | "magnetkompass-kompensationssystem" |
| DE3205598A1 (de) * | 1982-02-17 | 1983-08-25 | Teldix Gmbh, 6900 Heidelberg | Verfahren zur erfassung der horizontalkomponente des erdmagnetfeldes |
| DE3208137A1 (de) * | 1982-03-06 | 1983-09-08 | Teldix Gmbh, 6900 Heidelberg | Magnetsonde |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE666594C (de) * | 1936-11-05 | 1938-10-24 | Aeg | Verfahren und Einrichtungen zum Ausschalten stoerender Einwirkungen der Vertikalkomponente des erdmagnetischen Feldes auf Kompasse, Erdinduktoren u. dgl. |
| US2581428A (en) * | 1949-07-11 | 1952-01-08 | Mccarthy Thomas O'connell | Compass correction system |
| DE749842C (de) * | 1938-06-22 | 1953-01-26 | Siemens App Und Maschinen G M | Auf der Wirkung des erdmagnetischen Feldes beruhender Kompass |
-
1957
- 1957-07-08 FR FR72094D patent/FR72094E/fr not_active Expired
- 1957-07-10 DE DES54220A patent/DE1233153B/de active Pending
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR72094E (fr) | 1960-03-21 |
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