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Reichgas-Bunsenbrenner für Gaswasserheizer Die Erfindung betrifft
einen Reichgas-Bunsenbrenner für Gaswasserheizer, bei dem zusätzliche Primärluftansaugemittel
vorgeschaltet sind.
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Gaswasserheizer und ähnliche Gasgeräte werden je nach Aufstellungsort
mit Gasen von unterschiedlichem Druck und Heizwert betrieben. Die Heizwerte der
verschiedenen Gase liegen etwa in folgenden Größenordnungen: Stadtgas/Ferngas
... 4 600 kcal/m3" Erdgase ........... 9000 ... 10 000 kcal/m3. Propan
............ 24 000 kcal/m3n Butan .............. 32 000 kcal/m3"
Die Werte schwanken natürlich etwas. Propan und Butan sind sogenannte Flüssiggase,
d. h. Gase, die unter Druck verflüssigt sind und von Flaschen unter einem geregelten
Druck abgezogen werden. Dieser Druck ist genormt und beträgt in Deutschland 500
mm WS, im Ausland 300 mm WS. Stadt- und Ferngas stehen unter einem niedrigeren Druck.
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Nun ist für eine vorgegebene Belastung des Brenners eine größere Menge
von Stadtgas mit niedrigerem Heizwert erforderlich als von Erdgas oder gar Flüssiggas.
Für Erd- und Flüssiggas werden Bunsenbrenner verwendet, also Brenner, bei denen
das aus einer Brennerdüse ausströmende Gas Luft (Primärluft) ansaugt und sich mit
dieser in einem Mischrohr vermischt. Am Brennerkopf tritt dann schon ein Gas-Luft-Gemisch
aus, welches mit der Umgebungsluft (Sekundärluft) verbrennt. Für Stadtgas werden
in der Regel einfache Rostbrenner verwendet, jedoch kann man natürlich auch für
Stadtgas Bunsenbrenner verwenden. Den Unterschieden in den Heizwerten und Drücken
wird durch geeignete Bemessung der Brennerdüsen Rechnung getragen. Man kann jedoch
bei Verwendung eines normalen Bunsenbrenners trotzdem nicht einen einheitlichen
Brenner für die verschiedenen Gasarten verwenden, weil sich nämlich bei Flüssiggas
ein sehr feiner, mit hoher Geschwindigkeit aus der Düse austretender Gasstrahl geringer
Oberfläche ergibt, welcher bei einem auch für Stadtgas geeigneten Brenner eine ungenügende
Luftansaugung und unerwünschte Wirbelbildung zur Folge hätte.
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Es ist bekannt (deutsche Patentschrift 684 223), für Propan- und Butangas
einen Spezialbrenner vorzusehen, bei welchem die Primärluftansaugung in mehreren
Stufen erfolgt, also der Brennerdüse zusätzliche Primärluftansaugemittel vorgeschaltet
sind. Für Erdgas werden Bunsenbrenner anderer Bauart verwendet und für Stadtgas
gewöhnliche Rostbrenner. Es müssen also für alle Gasarten verschiedene Brennertypen
vorgesehen werden. Viele dieser Brennertypen werden dabei nur in relativ geringen
Serien (z. B. 500 Stück) benötigt, so daß es sich nicht lohnt, aufwendige Vorrichtungen
zu erstellen und die Brennerherstellung viel unrationelle Handarbeit erfordert.
Das Erfordernis, sich an unterschiedliche Gasarten und Heizwerte anzupassen, bringt
daher eine erhebliche Erschwerung der Serienherstellung von Gaswasserheizern und
ähnlicher Gasgeräte mit sich.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Schwierigkeiten zu
vermeiden und einen für alle Gasarten einheitlichen Brenner zu schaffen, der dann
eine rationelle Serienfertigung gestattet.
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Erfindungsgemäß wird das dadurch erreicht, daß, in Strömungsrichtung
des Brenngases gesehen, vor der Düse, die vor dem Mischrohr angeordnet ist, und
nach dem Anschluß an die Gaszufuhrleitung ein als auswechselbares Bauteil ausgebildeter
Primärluftansauger vorgesehen ist.
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Auf diese Weise kann für Flüssiggas der gleiche Brenner verwendet
werden, der - mit einem Rohrzwischenstück oder einem Mengenregler an Stelle des
Primärluftansaugers - auch für Stadt- oder Erdgas Verwendung findet. Bei Flüssiggas
wird der hohe Gasdruck bei wegen des hohen Heizwertes geringer Flüssiggasmenge ausgenutzt,
um zusätzlich Luft anzusaugen. Es ergibt sich dann an der eigentlichen Brennerdüse
a) eine größere Menge durch die zusätzlich angesaugte Luft, b) ein geringer Druck,
weil durch die Luftansaugung ein Druckverlust entsteht, und c) ein geringer Heizwert
(in kcal/m3.), weil es sich nicht mehr um reines Propan oder Butan handelt, sondern
um ein Gas-Luft-Gemisch.
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Es treten also an der eigentlichen Brennerdüse ähnliche Verhältnisse
auf wie bei den anderen
Gasen, so daß man einen Brenner verwenden
kann, wie Per auch für die anderen Gasarten Verwendung findet. Höchstens sind für
die verschiedenen Gase noch unterschiedliche Düsen einzusetzen, was aber keinerlei
Schwierigkeiten bildet. Eine bei Flüssiggas etwa gegenüber Erdgas verschlechterte
Priinärluftansaugung am Brenner selbst stört nicht mehr, weil ja dem Brenner durch
den Primärluftansauger schon ein Gas-Luft-Gemisch zugeführt wird. Zweckmäßig ist
es, wenn der Primärluftansauger nach Maßgabe des Gasdrucks so bemessen ist, daß
in ihm wenigstens die Hälfte dieses Gasdrucks zur Luftansaugung verbraucht wird.
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Der Primärluftansauger kann von einer Venturidüse mit seitlich in
deren Sogbereich mündenden Luftansaugkanälen gebildet werden.
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Durch die Erfindung wird es also ermöglicht, die Serienfertigung von
Brennern für verschiedene Gasarten, wie Stadtgas, Ferngas, Erdgas und Flüssiggas,
zu vereinheitlichen und zu verbilligen.
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Es kann nämlich ein für alle Gasarten einheitlicher Bunsenbrenner
mit gegebenenfalls auswechselbaren Düsen gefertigt und die Brenner wahlweise unter
Zwischenbau eines Mengenreglers oder Verbindungsstückes oder aber - für Reichgase
- eines zusätzlichen, als geschlossenes Bauteil ausgebildeten Primäriuftansaugers
gleicher Bauhöhe mit der Gasarmatur verbunden werden.
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Es ist dabei vorteilhaft, daß bei Stadt- und Ferngas in der Regel
ein Gasmengenregler erforderlich ist, weil die Drücke in den verschiedenen Gasnetzen
unterschiedlich sind, während die Drücke in der Flasche bei Flüssiggas feste Werte
haben und durch einen an der Flasche vorgesehenen Druckregler geregelt werden, so
daß der Mengenregler entbehrlich wird. Diese Bauhöhe kann dann für einen zusätzlichen
Primärluftansauger ausgenutzt werden, ohne daß sich an dem sonstigen Gerät und am
Brenner etwas ändert. Es wird dadurch eine höchst rationelle Fertigung ermöglicht.
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Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Anordnung ist in der
Abbildung dargestellt und im folgenden beschrieben. Mit 1 ist ein für Stadtgas und
Erdgas geeigneter Bunsenbrenner mit Brennerdüse 2 bezeichnet. Der Brenner kann an
sich beliebig ausgebildet sein, und die Erfindung ist nicht auf die dargestellte,
an sich bekannte Brennerkonstruktion beschränkt. Dieser Brenner 1 ist auf einen
als gesondertes und austauschbares Bauteil ausgebildeten Primärluftansauger 3 aufgeschraubt.
Dieser enthält senkrecht und gleichachsig zur Mittelachse der Gasarmatur 4 eine
Venturidüse 5, in deren engster Stelle, dem Sograum, seitliche Luftansaugkanäle
6 münden. Das Teil 3 ist mittels einer Überwurfmutter 7 mit der Gasarmatur 4 verbunden.
Statt des Primärluftansaugers 3 kann für Verwendung bei Stadtgas ein Gasmengenregler
bekannter Bauart und gleicher Bauhöhe eingesetzt werden. Der Brenner 1 braucht dafür
nicht geändert zu werden.
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Selbstverständlich kann statt der Venturidüse 5 auch irgendeine andere
Art von Primärluftansauger, z. B. ein Injektor, vorgesehen werden.